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            <title type="main">Mittwoch, der 12. März 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-12_01">Mittwoch, den 12. März 1975<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-12_02">Die Volkshilfe auf der Landstraße führt Autobusse zum Konsummarkt<lb/>
Vösendorf für Pensionisten. Für die meisten ist dies ein Ausflug<lb/>
wo sie gleichzeitig in einem Konsummarkt einkaufen können. Ich<lb/>
nützte daher bei der Verabschiedung die Gelegenheit Ihnen alles<lb/>
Gute zu wünschen und gleich zu sagen, daß durch Mehrkaufen jetzt<lb/>
die Wirtschaft angeregt werden muß, ohne daß sie natürlich über<lb/>
ihre Verhältnisse leben sollen, was bei Pensionisten sowieso kaum<lb/>
möglich ist und normal auch gar nicht der Fall ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-12_03">Der Betriebsratsobmann <rs type="person" ref="#per__140407">Absolon</rs> von der Schiffswerft Korneuburg<lb/>
macht sich große Sorgen, daß sie keinen Anschlußauftrag von den<lb/>
Sowjets bekommen können, weil die letzten Schiffe mit 195 Millionen<lb/>
und die VÖEST als kommerzielles Büro von ihnen jetzt 294 Millionen<lb/>
Schillinge das Stück anbietet. Die Sowjets haben erklärt unter die<lb break="no"/>sen Umständen wird es zu keinem Vertrag mehr kommen, obwohl sie<lb/>
noch etliche Schiffe gerne bauen ließen. Die VÖEST sagt nun, und<lb/>
ich habe mit Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97644">Koller</rs> darüber gesprochen, daß es nie mehr<lb/>
zu Abschlüssen wie mit den Schweden kommen dürfe, wo man 10 Schiffe<lb/>
abgeschlossen hat und bei jeden ein Riesendefizit entstanden wäre.<lb/>
3 Stück die jetzt schön langsam ausgeliefert wurden, waren sowieso<lb/>
nicht mehr rückgängig zu machen. Für die Belegschaft dagegen ist es<lb/>
natürlich immer egal ob ein neues Schiff mit großen Profit verkauft<lb/>
werden kann, oder man vielleicht darauf daraufzahlt, das Wichtigste<lb/>
ist, daß sie die Beschäftigung sieht. MR <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs>, der sich immer um<lb/>
die Schiffswerft sehr bemüht hat, er wohnt in Bisamberg ja in un<lb break="no"/>mittelbarer Nähe, kennt die Lage sehr genau und möchte alles daran<lb break="no"/>setzen, daß wir doch erreichen, daß die Sowjets einen Auftrag<lb/>
wieder nach Korneuburg geben, da er beim örtlichen Kreditinstitut<lb/>
auch als Aufsichtsrat tätig ist, kennt er die Situation dort in<lb/>
der Gegend sehr genau. Die Schiffswerft ist der größte Betrieb und<lb/>
daher für Korneuburg und Umgebung von größter Bedeutung. Über<lb break="no"/>haupt kann ich feststellen, daß er hier ein sehr bedeutender Mann<lb/>
ist. In so kleineren Gemeinden hat man doch als Ministerialrat der<lb/>
gleichzeitig sehr geschickt parteimäßig nicht gebunden ist einen<lb/>
größeren Einfluß als in irgendeiner Stadt. <rs type="person" ref="#per__140407">Absolon</rs> teilte mit, daß,<lb/>
scheinbar nicht zuletzt auch auf die Intervention bei <rs type="person" ref="#per__97644">Koller</rs> von<lb/>
mir jetzt eine Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__97644">Koller</rs> und den Betriebsräten statt<lb break="no"/>gefunden hat und sie das Gefühl haben, daß sie doch gut in Hinkunft<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-12_04">Bei der Eröffnung der Frühjahrsmesse hat mich <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> ersucht<lb/>
ich sollte unter allen Umständen die Nadel, welche die Männer<lb/>
der ersten Stunde, wie er dies bezeichnet, annehmen. Ihm schwebt<lb/>
vor, daß auf alle Fälle, da die Parteien jetzt immer mehr in Verruf<lb/>
kommen, es notwendig ist zu zeigen was 1945 die Parteien damals<lb/>
geleistet haben, damit dieser Staat wieder entstehen kann. Angeblich<lb/>
gibt es ein Dokument wo ich auch unterschrieben bin und dann die<lb/>
Kommandantur für Fünfhaus, das Ersuchen geht die Partei anzuerken<lb break="no"/>nen. Ich kann mich an diese Details überhaupt nicht mehr erinnern,<lb/>
stehe nur auf dem Standpunkt, daß dies noch lange kein Grund ist aus<lb break="no"/>gezeichnet zu werden, obwohl es sich hierbei nicht um Orden handelt,<lb/>
die ich ja prinzipiell auf alle Fälle ablehne. Um mir auch nicht<lb/>
im entferntesten untreu zu werden habe ich dann mit Freude festge<lb break="no"/>stellt, daß ich an diesem Sonntag in Tirol bin.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-12_05">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte dies dem Bürgermeisterbüro mitteilen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-12_06">Die Messeeröffnung war im üblichen Rahmen, nur stelle ich fest,<lb/>
daß jetzt überhaupt nie mehr das Fernsehen kommt. An Stelle von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> gesprochen und sehr vorsichtig den Belastungs<lb break="no"/>stopp verlangt und Investitionsförderung sowie einige Bemerkungen<lb/>
über die Gewinnsituation der Unternehmungen gemacht. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> der<lb/>
zwischen uns sprach, hat dann sofort erklärt dies war ein guter Gag,<lb/>
er fühle sich jetzt zwischen <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und mir als Sandwicheinlage,<lb/>
da er mir schon vorher sagte, nichtssagende Bemerkungen wird er,<lb/>
wie es halt einen Bürgermeister ansteht bei solcher Eröffnung,<lb/>
von sich geben. Als ich nachdem ich die wirtschaftliche Lage ge<lb break="no"/>streift habe ganz besonders die Wirtschafts- und Sozialpartnerschaft<lb/>
wieder herausgestrichen habe, auf die Bemerkungen <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> einging,<lb/>
war selbstverständlich. Ich sprach mich gegen den Belastungsstopp<lb/>
aus weil ich meinte eine Stop- und Go-Politik wie sie z.B. auch<lb/>
die Konservativen in England seinerzeit durchgeführt hatten, sei<lb/>
nicht sehr zielführend. Oft hätten die Sozialpartner für Arbeits<lb break="no"/>zeitverkürzung die mit 1.1.75 zu keinem besseren Zeitpunkt hätte<lb/>
eingeführt werden können, immer letzten Endes doch einvernehmliche<lb/>
Regelungen erzielt und dies wäre auch bei den jetzt anstehenden<lb/>
Problemen möglich. Da <rs type="person" ref="#per__113038">Reim</rs> erkundet hatte, daß die größeren Kauf<lb break="no"/>häuser mit einer stärkeren Nachfrage rechnen, oder wie ich bei<lb/>
Stafa feststellen konnte schon hatte, da andererseits Ergebnisse<lb/>
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gut bezeichnet wurde, wagte ich diesmal, allerdings mit halbem<lb/>
Herzen nur, eine meiner bis jetzt immer zugetroffenen optimistischen<lb/>
Prognosen. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> war in dieser Beziehung schon vorsichtiger<lb/>
und hat in seiner Rede dezidiert erklärt, ihm steht es nicht zu<lb/>
jetzt bereits zu sagen wie die Messe verlaufen wird, was für mich<lb/>
gar keine Frage ist, daß er damit vernünftiger gehandelt hat als ich.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-12_07">Beim Durchgang wo ich die Handelskammer mit dem Bundespräsidenten,<lb/>
dann allein die Arbeiterkammer und vor der Eröffnung der Land<lb break="no"/>wirtschaftsschau auch den Landwirtschaftspavillon besuchte, er<lb break="no"/>klärte mir Dir. <rs type="person" ref="#per__131198">Draxler</rs>, daß es notwendig wäre, wenn ich mehrere<lb/>
Minister wieder einladen würde zur Messeeröffnung zu kommen. Er<lb/>
macht sich große Gedanken und dies zu Recht, daß das Ansehen der<lb/>
Wiener Messe nicht auf dem Niveau ist, wie es dringend notwendig<lb/>
wäre. Ich ärgerte mich wieder, da ich nicht imstande war, den<lb/>
marokkanischen Minister zumindestens bis zur Messeeröffnung zu<lb break="no"/>rückzuhalten. Hier hätte man unbedingt bei der Planung des Be<lb break="no"/>suches darauf drängen müssen. Das Fernsehen, das zur Eröffnung<lb/>
überhaupt nicht mehr kommt, ich weiß nicht welche Meldungen es<lb/>
dann über die Messe bringt, hat jetzt sogar das Versuchsprogramm<lb/>
abgestellt, was allein für die Fernseherzeuger auch nicht gerade<lb/>
sehr günstig ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-12_08">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Im Interesse unserer Industriepolitik einen<lb/>
Brief an ORF wie besprochen bitte schreiben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-12_09">Bei der Eröffnung der Landwirtschaftsschau hat <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> mir ange<lb break="no"/>kündigt wird er den Radikalinskis der Bauern seine Meinung sagen.<lb/>
Er hat dann fachlich ganz richtig argumentiert, daß er sich immer<lb/>
sehr bemüht mit der EG zu besseren Lösungen zu kommen, um die die<lb/>
Viehexporte wieder zu ermöglichen. Ich war mit seinen Ausführungen<lb/>
sehr einverstanden, nur hätte ich an seiner Stelle mich nicht da<lb break="no"/>rüber beschwert, daß man sehr unsachlich ihn kritisiert, sondern<lb/>
nur die Fakten aufgezeigt. Wenn ich kritisiert werde und mich darüber<lb/>
ärgere und das ist z.B. bei Zucker sehr der Fall gewesen, dann weise<lb/>
ich in der Öffentlichkeit doch immer darauf hin, daß ich diese un<lb break="no"/>richtige Kritik verstehe, weil man letzten Endes auf die Regierung<lb/>
und auf mich ganz besonders gerne schimpft, so daß ja nicht der<lb/>
Eindruck entsteht in der Öffentlichkeit, ich sei beleidigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-12_10">Für beleidigte Politiker hat man nämlich in Wirklichkeit gar<lb/>
kein Verständnis, obwohl sie in meinen Augen zumindestens dasselbe<lb/>
Recht haben wie alle anderen Menschen, ihre bestmöglichen An<lb break="no"/>strengungen die halt vielleicht gleich zu einem Erfolgt führen,<lb/>
wenn schon nicht gelobt, so wenigstens auch nicht kritisiert zu<lb/>
werden. Wenn nämlich ein Problem gelöst ist schert sich niemand<lb/>
und kommt dann womöglich und sagt, das haben sie gut gemacht. Wenn<lb/>
es dagegen nicht möglich ist dies sofort zu erreichen, dann wird<lb/>
man entsprechend kritisiert und dies manchmal sehr zu Unrecht.<lb/>
Wer aber Dank bei Lebzeiten erwartet, geht besser nicht in die<lb/>
Politik. Erst am Grabe wird dies dann meistens in einer Form<lb/>
getan, die aber auch wieder nicht der Wahrheit und der Tatsache<lb/>
der Leistung entspricht. Nachdem es mir vollkommen Wurst ist was<lb/>
geschieht, möchte ich aber doch meinen Angehörigen dann dieses<lb/>
Spektakel ersparen. Ich habe noch niemals gegen irgend jemanden<lb/>
diese Bemerkung gemacht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-12_11">ANMERKUNG an ALLE: Wer immer einmal Gelegenheit hat, soll dies<lb/>
dann womöglich versuchen auch zu erreichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-12_12">Bei der <choice><choice><sic>ÖGB sozialistischen Fraktion</sic><corr>sozialistischen Fraktion des ÖGB</corr></choice></choice>, Landesgruppe Wien, versuchte<lb/>
ich die wirtschaftliche Situation unseren neuen Genossen zu er<lb break="no"/>klären. <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs> nimmt sich immer Zeit als Landesgruppenobmann<lb/>
zumindestens zeitweise anwesend zu sein. Das letzte Mal hatte<lb/>
ich das Gefühl, daß mindestens 3-mal so viele Anwesende im 8. Bezirk<lb/>
mit mir diskutiert hatten. Es ist ohne weiteres möglich, daß auch<lb/>
hier das Interesse schön langsam erlahmt. Bei der Diskussion kam<lb/>
dann zum Ausdruck, daß wir mehr Aufklärung über Wirtschaftsprobleme<lb/>
sowie überhaupt über alle Probleme durchführen müßten. Wenn ich<lb/>
mir aber vorstelle, daß das Interesse von den Funktionären über<lb/>
Ereignisse aufgeklärt zu werden, immer geringer wird, so muß ich<lb/>
mir eigentlich Gedanken darüber machen, wie wir ein neues besseres<lb/>
System entwickeln könnten. Durch Radio, Zeitungen aber ganz besonders<lb/>
das Fernsehen ist heute das Bedürfnis nach Information durch<lb/>
Versammlungen oder Kurse zu bekommen, wesentlich geringer als dies<lb/>
früher der Fall war. Vielleicht gibt es noch die einzige Möglich<lb break="no"/>keit mit längerfristigen Kursen neugewonnene Funktionäre, die<lb/>
man ja auf alle Fälle schulen muß, heranzukommen. Wenn sie ein<lb break="no"/>mal eine gewisse Funktion erreicht haben und wenn sie die erste<lb/>
Grundschulung hinter sich haben, sind sie selten bereit auch<lb/>
Ergänzungsinformationsbesprechungen beizuwohnen. Hier müßten<lb/>
ganz neue grundsätzliche Überlegungen angestellt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-12_13">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Welche Möglichkeit könntest Du Dir vor<lb break="no"/>stellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-12_14">Die Grundsatzsitzung wegen des Kohlenbergbaues, der nicht nur<lb/>
die Unternehmensvertreter, der Fachverband, die ÖIAG, das<lb/>
Bundeskanzleramt und auch vom Finanzministerium, von der OB<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97467">Gasser</rs> sowie insbesondere <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> und <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> daran teilnahmen,<lb/>
richtete <rs type="person" ref="#per__136470">Denk</rs> zuerst den Wunsch man sollte einen Kohlengroschen<lb/>
einführen an die Anwesenden. <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> der später kam versuchte<lb/>
dann diese Forderung abzubiegen. Ich kann mich auch nicht dafür<lb/>
erwärmen, obwohl ich erklärte diese Maßnahme sei gar nicht so<lb/>
unpopulär, als <rs type="person" ref="#per__136470">Denk</rs> vom Fachverband sie darstellen wollte. In<lb/>
Wirklichkeit ist es eine einfache Lösung. Man legt einen Groschen<lb/>
pro Kilowattstunde fest, verschafft den Bergwerken 300 Millionen<lb/>
und damit aber eigentlich die Gefahr, daß in Hinkunft noch un<lb break="no"/>rentable Werke weitergeführt werden. Die Bergarbeiter würden dann<lb/>
nämlich immer wieder verlangen, wenn die Bergwerke zu schließen<lb/>
sind, man solle sei weiter treiben und halt dafür zwei Groschen<lb/>
auf die Kilowattstunde legen. Dies gilt dann übrigens nicht nur<lb/>
für die Kohle, sondern womöglich dann auch noch für alle weiteren<lb/>
Bergarbeiter. Das Finanzministerium sprach sich dagegen ganz ent<lb break="no"/>schieden aus. Die ÖIAG Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97470">Geist</rs> äußerte sich nicht so dezi<lb break="no"/>diert ablehnend, möchte aber auf alle Fälle zuerst die Reorgani<lb break="no"/>sation der Kohle durchsetzen. Ob wir hier wirklich sehr viel<lb/>
weiterkommen, weiß ich nicht. Wir haben dann die wichtigsten Punkte<lb/>
zusammengefaßt, um sie mit dem Bundeskanzler noch einmal zu bespre<lb break="no"/>chen. Wichtig war mir, daß <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> offiziell erklärte er sei ein<lb break="no"/>verstanden, daß die von uns vorgeschlagenen 182 Millionen Schilling<lb/>
für den Kohlenbergbau und 25 Millionen Schilling für den Kupferberg<lb break="no"/>bau in einem BÜG festgelegt werden sollen. Bis vor kurzer Zeit war<lb/>
nämlich das Finanzministerium fest entschlossen heuer kein Budget<lb break="no"/>überschreitungsgesetz einzubringen. Da die Verluste der Bergwerke<lb/>
in den nächsten Jahren progressiv ansteigen werden, da selbst der<lb/>
Stromgroschen wahrscheinlich für die Stillegung der Bergwerke die<lb/>
unrentabel sind, nicht ausreichen würde, könnte nur eine Überein<lb break="no"/>stimmung erzielt werden, daß jetzt auf alle Fälle die Budgeter<lb break="no"/>höhung für die Bergbauförderung anzustreben ist. Da man sich<lb/>
vormittags endlich über das Stillegungssystem bei Pölfing-Bergla<lb/>
geeinigt hatte, der Betriebsratsobmann hat zwar noch nicht zuge<lb break="no"/>stimmt, wir hoffen aber, daß er dies noch machen wird, könnte<lb/>
jetzt einmal Pölfing-Bergla in Angriff genommen werden. Wenn<lb/>
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Entschädigung sie bekommen und wenn sich vielleicht zu diesem<lb/>
Zeitpunkt, wenn die Grube dann im Herbst wirklich stillgelegt,<lb/>
die Arbeitsmarktlage sich in der Steiermark wieder verbessert hat,<lb/>
so könnte dieses Beispiel auch auf Fohnsdorf positiv wirken.<lb/>
Auf alle Fälle hat <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> jetzt klar und deutlich gesehen,<lb/>
welche Angriffe auf die Elektrizitätswirtschaft bei dieser Sitzung<lb/>
gestartet wurden und wird deshalb mehr meiner Idee aufgeschlossen<lb/>
sein, daß man von der ÖDK aber auch von der OKA für die Kohle<lb/>
wird mehr bezahlen müssen, um das größere Übel, nämlich den<lb/>
Stromgroschen zu vermeiden. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat mit Recht gesagt, dies<lb/>
muß in einer Relation zu den Ölpreisen sein, um die Wärmeeinheit<lb break="no"/>relation einigermaßen zu sichern. Hier glaube ich gibt es aber<lb/>
die Möglichkeit, ohne die <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>'schen Formeln, die er vorgelegt hat,<lb/>
anzuzweifeln, daß man doch mehr für die Kohle an Mitteln bereit<lb break="no"/>stellt weil ansonsten das größere Übel, der Stromgroschen fast<lb/>
unabwendbar ist. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wird nämlich um so mehr dafür tendieren<lb/>
und plädieren als er damit eine verhältnismäßig gar nicht so<lb/>
unpopuläre Maßnahme einführen kann und sich der finanziellen<lb/>
Sorgen über das Budget die Defizite zu bezahlen entledigt.<lb/>
Dem Kohlenbergbau insbesondere dem Fachvertreter <rs type="person" ref="#per__136470">Denk</rs> schwebt<lb/>
allerdings vor, daß man außer diesem Stromgroschen dann noch<lb/>
zusätzliche Mitteln aus dem Budget für den Aufschluß des Kohlen<lb break="no"/>bergbaues zur Verfügung stellt. An die Spitze meiner Ausführungen<lb/>
und des Papiers welches wir jetzt ausarbeiten, habe ich von <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs><lb/>
daran erinnert, verlangt, daß unbedingt die positive Kohlenpolitik<lb/>
dieser Bundesregierung <choice><choice><sic>bestellt</sic><corr>gestellt</corr></choice></choice> wird. Es ist wirklich das erste<lb/>
Mal das Explorationen im EKP-Bereich und auch bei der WTK und<lb/>
Sakok mit Staatsunterstützung durchgeführt werden. Jetzt sollte<lb/>
man bereits erklären, daß wenn entsprechende Kohlenlager vor<lb break="no"/>handen sind, wie dies jetzt im Köflacher Revier zu erwarten ist,<lb/>
wir ein Kraftwerk überall dort errichten wollen. Wenn nämlich<lb/>
die defizitären Betriebe stillgelegt werden und wenn wirklich<lb/>
dann Zweck und rationale Abwehrmaßnahmen zu einer positiven<lb/>
Kohlenförderung führen, wird auch der Bergarbeiterstand wieder<lb/>
das Ansehen genießen und den Nachwuchs bekommen den er dringend<lb/>
braucht. Jetzt kann ich mir sehr gut vorstellen, daß wirklich<lb/>
nur bei einer so schlechten Beschäftigungslage, wie wir so momentan<lb/>
haben, in diese Gegenden jemand entschließt sich ins Bergwerk zu<lb/>
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Seiten gehabt, wo er die wichtigsten Daten ohne Text ziffernmäßig<lb/>
über Produktion, Defizit usw. aufgezeichnet hat. Bitte von <rs type="person" ref="#per__97498">Grün<lb break="no"/>wald</rs> die Unterlage besorgen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 12.3.1975</head>
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               <occupation>GF Fachverband Bergwerke; evtl. Falschidentifikation</occupation>
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               <occupation>Büro Staribacher; ÖIAG</occupation>
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               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <occupation>Landwirtschaftsminister bis 1976</occupation>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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               <occupation>GD VÖEST</occupation>
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