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            <title type="main">Montag, der 10. März 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band25_1975-03-10</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_01">Montag, den 10. März 1975<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_02">Jour fixe mit <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, der unerklärlich findet wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auf<lb/>
60 Milliarden Schillinge kommt, die in die Wirtschaft gepumpt wer<lb break="no"/>den. Im Budget seien 20 Milliarden maximal 30, wovon 20 % gebunden<lb/>
sind, d.h. auch hier max. 6 Milliarden Schillinge zusätzlich zur<lb/>
Wirtschaftsankurbelung zur Verfügung stehen würden. Das Eventual<lb break="no"/>budget mit 5 und das Konjunkturausgleichsbudget mit weiteren 5<lb/>
Milliarden müßte erst durch ein Gesetz freigegeben werden. Niemals<lb/>
sind also 40 Milliarden Schillinge aus dem Budget jetzt zur Ver<lb break="no"/>fügung. Die 20 Milliarden für die Exportförderung ist seiner Mei<lb break="no"/>nung genau so falsch, weil nach dem neuen Exportförderungssystem,<lb/>
wo 95 Millionen Schilling zur Zinsenstützung die Handelskammer,<lb/>
und 95 Millionen Schilling der Bund zur Verfügung stellt, ca. 6<lb/>
Milliarden Schillinge bei 3 % Zinsenzuschuß als Kreditsumme<lb/>
freigemacht werden können. Hier sieht <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> nirgends die 20<lb/>
Milliarden von denen <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> spricht. Ich verteidige <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
dadurch, daß ich erkläre er hätte ja niemals von zusätzlichen<lb/>
60 Milliarden, sondern von insgesamt 60 Milliarden gesprochen<lb/>
und sicherlich genaue Unterlagen besessen. Was <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mit dieser<lb/>
Ziffer besagen will ist, daß die Regierung größere Mengen Geld<lb/>
zur Verfügung stellt um die Wirtschaft anzukurbeln. Gegen die jetzt<lb/>
schon langsam wirksame Argumentation der Opposition die eine Kauf<lb break="no"/>unlust auslöst. Dadurch wird die gesamte Wirtschaft tatsächlich<lb/>
jetzt geschädigt, wenn es nicht gelingt den Kaufkraftstoß tat<lb break="no"/>sächlich in einen Mehrkonsum umzuwandeln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_03">Ich teile <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> mit, daß die Portugiesen ersucht haben wegen<lb/>
der bevorstehenden Wahlen so lange nichts gegen die Hemdenexporte<lb/>
zu unternehmen. Offiziell kann ich eine solche Begründung nicht<lb/>
geben und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> nimmt diese vertrauliche Erklärung positiv zur<lb/>
Kenntnis.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_04">Bezüglich der Erdgaspreise frägt er wo die Schwierigkeiten wegen<lb/>
einer endgültigen Lösung liegen. Ich erkläre, daß die RAG die<lb/>
Gleitformel, die sie mit ihren Abnehmern hat, nicht der Paritäti<lb break="no"/>schen Kommission zur Kenntnis bringen will. Die privatrechtlichen<lb/>
Verträge zwischen Firmen werden selbstverständlich von der Paritä<lb break="no"/>tischen Kommission anerkannt, müssen aber auch deren Zustimmung<lb/>
bekommen. Dagegen wehrt sich die RAG.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_05"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> beklagt sich über die Aktivitäten der Gewerkschaften.<lb/>
In Deutschland hätten um Vorjahr die Gewerkschaften auch über<lb break="no"/>zogen. Zentralbankpräsident <rs type="person" ref="#per__140400">Klasen</rs> hat dann die Geldmengen für die<lb/>
Unternehmen nicht zur Verfügung gestellt und dadurch sei es zu<lb/>
einer rezessiven Phase gekommen. Jetzt sehen die Gewerkschaften<lb/>
dies ein und sind mit der verhältnismäßig sehr geringen Lohner<lb break="no"/>höhungen zufrieden, die nicht einmal die Lebenshaltungskosten<lb/>
decken. Eine solche Erholungspause hätte die österreichische<lb/>
Wirtschaft auch dringend nötig. Im besonderen müßte aber auch<lb/>
auf dem Nichtlohnsektor Zurückhaltung geübt werden, z.B. greift<lb/>
er wieder die Oberösterreichische Brotfabrik heraus, wo zwei<lb/>
Arbeiter wie ich ihm erkläre noch nicht die Arbeitszeitverkürzung<lb/>
auf Grund des Bäckereiarbeitergesetzes und der daraus resultierenden<lb/>
Verträge, die die anderen schon akzeptiert haben, nämlich die<lb/>
34-Stunden-Woche bekommen sollen. Das ganze ließe sich lösen,<lb/>
wenn das Bäckereiarbeitergesetz novelliert, d.h. insbesondere<lb/>
das Nachtparkverbot verschwinden würde. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> bestätigt mir neuer<lb break="no"/>dings, daß nach den Handelskammerwahlen dies sofort im Parlament<lb/>
verhandelt und verabschiedet werden kann. Allerdings wehrt er sich<lb/>
dagegen, daß Kollektivverträge als Grundlage<add>[zur?]</add> Durchführung des<lb/>
Bäckereiarbeitergesetzes herangezogen werden. Dies könnte nur<lb/>
durch Verordnung geschehen, weil bei jeder kollektivvertraglichen<lb/>
Regelung er fürchtet, daß die Industrie und das Gewerbe eine andere<lb/>
anstreben wird. Das Gewerbe wäre gegebenenfalls bereit ganz hohe<lb/>
Nachtzuschläge zu vereinbaren, welches die Industrie dann nicht<lb/>
tragen kann weil das Gewerbe damit rechnet, daß es nicht kontrolliert<lb/>
wird, resp. den Familienbetriebe überhaupt keinerlei Kostenbelastung<lb/>
daraus erwächst.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_06"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> möchte, daß in der Energieagentur, soweit das Handelsministe<lb break="no"/>rium federführend ist, die Handelskammerexperten mit entsenden kann.<lb/>
Ich erkläre, daß <rs type="person" ref="#per__133970">Bobleter</rs> der federführende Vertreter des Bundes<lb break="no"/>kanzleramtes dies entscheiden müßte und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> gesteht, daß sie<lb/>
in diesem Punkt und anderem mit dem Bundeskanzleramt ganz besonders<lb/>
seitdem sie <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> wegen seiner Aktivitäten in Afrika und sonst<lb/>
in Bulgarien und Polen angeschossen haben, sich sehr schwer sprechen.<lb/>
Ich habe <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> nichts zugesagt, als daß wir die Handelskammer<lb/>
stärker heranziehen werden. Mit S.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> habe ich dann vereinbart,<lb/>
daß er die Handelskammer ähnlich wie ich bei den EG-Verhandlungen<lb/>
getan habe, stärker in die Besprechungen einbindet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte achte darauf, daß die Kammern soweit<lb/>
wie möglich berücksichtigt werden. Dies schafft ein gutes Klima und<lb/>
kostet uns im wahrsten Sinne des Wortes nichts.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_08">Die Auszeichnungsverordnung auf Grund des Preisgesetzes soll nach<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> frühestens nach der Handelskammerwahl in Kraft treten. Damit<lb/>
bin ich einverstanden, nicht aber daß nur einige Standardleistungen<lb/>
darin geregelt werden soll. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> ist sehr darüber überrascht, daß<lb/>
die Anregung von der Landeshauptleutebesprechung herrührt. Ich ver<lb break="no"/>spreche ihm, daß über dem Umfang noch Besprechungen geführt werden<lb/>
können. Er nominiert dafür <rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs>, ich <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_09">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte Besprechungen einleiten und wenn möglich<lb/>
zu einem Einvernehmen mit den Kammern kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_10"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> möchte von mir wissen, ob ich nicht doch bereit bin die<lb/>
Bürges von 200.000 auf 300.000 zu erhöhen und auch wegen der Be<lb break="no"/>sicherung Änderungen vorzunehmen. Ich erkläre rundwegs, daß ich<lb/>
nicht die Absicht habe diesen Wunsch zu entsprechen, weil ich unter<lb/>
allen Umständen die Bürges-Aktion im jetzigen Umfang bei selbst einer<lb/>
budgetären kritischen Situation aufrechterhalten möchte und nicht<lb/>
so wie mein Vorgänger sperren muß. Seine Frage ob die Lagerförderungs<lb break="no"/>aktion die wir jetzt starten, die Alt-Bürges beeinflussen könne,<lb/>
d.h. ob Mittel von ihr weggenommen werden, beantworte ich dahin<lb break="no"/>gehend, daß alle Bürges-Anträge bis jetzt erledigt wurden und ich<lb/>
hoffe, daß dies auch in Zukunft der Fall sein wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_11">Beim Journalistenfrühstück ergibt sich eine lebhafte Diskussion<lb/>
über den vorgelegten Energieplan. Der einzig große Fehler war,<lb/>
daß wir nicht genügend Exemplare zur Verteilung hatten. Der Wasch<lb break="no"/>zettel war diesmal für einen Großteil der Presse ungenügend. Insbe<lb break="no"/>sondere wollten die Redakteure die konkreten Maßnahmen, die im<lb/>
Energieplan stehen, im Detail wissen. Es wird notwendig sein, jetzt<lb/>
immer wieder bei Pressegesprächen über die Energieplansituation und<lb/>
über die Änderung, insbesondere die jetzt schon wieder verhandelt<lb/>
werden, zu referieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_12">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte für nächsten Montag Energiesparprogramm<lb/>
gleich entsprechende Waschzettel vorbereiten, der auch andere Energie<lb break="no"/>probleme beinhalten kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_13">Bei der Verleihung für Staatspreise hat ein Ausgezeichneter<lb/>
es nicht einmal für notwendig empfunden, obwohl er selbstver<lb break="no"/>ständlich an der Messe teilnimmt und sicherlich auch ein Ver<lb break="no"/>treter dort anwesend war, zu erscheinen. Zuerst wollte ich ihm<lb/>
den Staatspreis nachtragen, habe es dann aber auf Wunsch der<lb/>
Industrie und der Jury, <rs type="person" ref="#per__139851">Zotter</rs> und Architekt <rs type="person" ref="#per__140401">Auböck</rs> waren er<lb break="no"/>schienen, anders überlegt. Ich werde den Preis mit der Post zu<lb break="no"/>stellen lassen und gleichzeitig einen Brief beilegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_14"><rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> berichtete mir schon, daß die ersten Besprechungen mit den<lb/>
Marokkanern ergaben, daß diese nicht über die vorgelegt und bereits<lb/>
am Samstag übergebenen Listen verhandeln wollen, sondern primär<lb/>
an Entwicklungshilfe interessiert wären. Ich habe deshalb sofort<lb/>
den marokkanischen Minister bei der offiziellen Gemischten Kommission<lb/>
gefragt, ob er bereit ist über die Kooperations- und Lieferwünsche<lb/>
und Möglichkeiten Österreichs, die wir in den Listen festgehalten<lb/>
haben, zu sprechen. Er erwiderte, daß dies in Rabat von den österr.<lb/>
Handelsdelegierten gemacht werden könnte. Tatsächlich erwartete<lb/>
er auf Grund unseres Kooperationsabkommens, daß wir uns ausschließ<lb break="no"/>lich über die Kooperationsmöglichkeiten der öffentlichen Stellen,<lb/>
d.h. der Unterstützung durch Österreich unterhalten sollten. Er<lb/>
meinte auch die anderen Staaten liefern nicht nur materielle Ent<lb break="no"/>wicklungshilfe, sondern schicken auch Experten, bearbeiten gemein<lb break="no"/>same Projekte usw. Dies möchte er auch von Österreich. Da MR <rs type="person" ref="#per__97467">Gasser</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__140402">Migdalewicz</rs> von der Obersten Bergbehörde auch anwesend waren,<lb/>
fragte ich <rs type="person" ref="#per__97467">Gasser</rs>, Gott sei Dank leise, ob er irgendwelche Er<lb break="no"/>klärungen über Experten abgeben könne. Die einzige war, daß wir<lb/>
niemand zur Verfügung stellen könnten und würden. Ebenso erklärten<lb/>
auf meine vor der Sitzung an den Finanzministeriumsvertreter ge<lb break="no"/>stellte Frage diese drei Vertreter, daß sie auch nichts wüßten.<lb/>
Auch das Außenamt, bzw. Bundeskanzleramt konnte über die Entwicklungs<lb break="no"/>hilfe nichts sagen. Überhaupt muß ich feststellen, daß die Ministe<lb break="no"/>rien durch subalterne Vertreter sich in der Gemischten Kommission,<lb/>
wenn diese im Inland stattfindet, sich immer nur vertreten lassen.<lb/>
Bei Auslandsreisen sind dann die Abteilungsleiter persönlich<lb/>
immer anwesend. Um nicht ein vollkommen negatives Ergebnis melden<lb/>
zu müssen habe ich den marokkanischen Minister erklärt, daß<lb/>
die Kompetenz bei uns so ist, daß dafür das Bundeskanzleramt zu<lb break="no"/>ständig ist. Am Abend bei der Regierungsvorbesprechung hat <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs><lb/>
einen Ministerratsvortrag von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> beanstandet weil dort steht,<lb/>
daß ausschließlich das Bundeskanzleramt für die Entwicklungshilfe<lb/>
zuständig ist. Dies nützte ich um sofort zu erklären, weil dies<lb/>
<pb n="25-0305" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band25/25_1975-03-10_0305.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>so von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dezidiert gesagt wird, hätte ich auch veranlaßt,<lb/>
daß der Marokkaner mit ihm ausschließlich über die Entwicklungs<lb break="no"/>hilfe verhandeln soll. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärte er hätte sich mit den<lb/>
marokkanischen Minister geeinigt, daß die Feasibility Study von<lb/>
ihm erstellt und bezahlt wird und die kommerzielle Abwicklung dann<lb/>
die Marokkaner bezahlen müßten. Damit wären wir diesmal aus der<lb/>
Patsche heraußen, wenn die Marokkaner damit tatsächlich ein<lb break="no"/>verstanden und befriedigt sind. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> und <rs type="person" ref="#per__112989">Herold</rs> erklärt,<lb/>
daß wir vielmehr aufpassen hätten müssen, als wir das Kooperations<lb break="no"/>abkommen mit Marokko beschlossen haben. Man darf nie davon aus<lb break="no"/>gehen was wir aus solchen Abkommen herauslesen, sondern wie auf<lb/>
Grund der nüchternen Sätze eben der andere gegebenenfalls heraus<lb break="no"/>lesen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_15">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs> und <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte laßt prüfen, was uns bei<lb/>
solchen Kooperationsabkommen mit anderen Staaten noch passieren<lb/>
kann und eine entsprechende Zusammenstellung machen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_16">Bei der Festsitzung der Bezirksvorstehung des Dritten Bezirkes<lb/>
anläßlich der 125-jährigen Eingemeindung von der Landstraße sind<lb/>
neben Vizekanzler <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs>, einem heute noch dort wohnenden Land<lb break="no"/>straßer, viele andere Prominenz von Schwarz und Rot erschienen.<lb/>
Den besten Gag hatte <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> bei seiner Ansprache, als er meinte,<lb/>
wäre eure Landstraße nicht eingemeindet, so könnte er heute<lb/>
Bezirksvorsteher <rs type="person" ref="#per__97347">Berger</rs> als Bürgermeister der achtgrößten Stadt<lb/>
als Präsident des Städtebundes begrüßen. Immerhin ist die Land<lb break="no"/>straße der viertgrößte Bezirk auch von Wien, über hunderttausend<lb/>
Bewohner. Hier sieht man wie wenig eigentlich Autonomie die Be<lb break="no"/>zirke haben, daß einem dies wenig zu Bewußtsein kommt. Eine gute<lb/>
Verwaltung der Gemeinde kann diese zentrale straffe Regelung, die wir<lb/>
bis jetzt noch haben, nützen. Wenn man bedenkt, dass der Bezirks<lb break="no"/>vorsteher als Wunsch nur einen Spielplatz auf dem Erdberger Mais<lb/>
verlangte, solange er nicht verbaut ist und eine Verkehrsampel bei<lb/>
einer Schule, so sieht man, wie bescheiden eigentlich die autonomen<lb/>
Bezirksverwaltungen sind. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> wird gut daran tun, solche Wünsche<lb/>
der Bezirke weitestgehend zu erfüllen, um nicht stärkere Autonomie<lb break="no"/>bestrebungen auszulösen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_17">In der Ministerratsvorbesprechung ersuchte ich <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs>, dass er<lb/>
den EFTA-Bericht vor dem Europarat am 17. April für mich gibt, er<lb/>
<pb n="25-0306" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band25/25_1975-03-10_0306.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>war damit, so wie das letzte Mal auch schon, einverstanden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_18"><rs type="person" ref="#per__98066">Robert Weisz</rs>, aber auch <rs type="person" ref="#per__97444">Heinz Fischer</rs> versicherten mir, dass ich<lb/>
zur Konsultativversammlung der EFTA unbedingt fahren sollte. Ich<lb/>
erklärte, dass ich zuerst versuchen werde, eine Verschiebung um einen<lb/>
Tag von Dienstag auf Montag zu erreichen. Die normale Mittwochsitzung<lb/>
wurde deshalb auf Dienstag verlegt, weil am Donnerstag der 1. Mai<lb/>
ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Wenn die Verschiebung Schwierigkeiten machen,<lb/>
sollte, nicht besonders darauf dringen, gegebenenfalls ergründen, ob<lb/>
mich <rs type="person" ref="#per__137454">Martins</rs> vertreten kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_20"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet, dass die ÖVP an seiner Verfassungsneuherausgabe<lb/>
nicht mitwirkt sondern eine Gesamtreform der Verfassung verlangt,<lb/>
was ganz entschieden abgelehnt werden muss. Hier könnten wir in eine un<lb break="no"/>geheuer gefährliche Diskussion hineinkommen. Ich erinnere mich noch<lb/>
ganz genau, dass <rs type="person" ref="#per__97904">Schärf</rs> immer gepredigt hat, man soll an der Ver<lb break="no"/>fassung überhaupt nicht herumdoktern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_21">Drei Betriebe in NÖ, die der CA gehören FEZ-Hutfabriken, Optikum-<lb/>
Brillen und Fa. Kraft in Warth haben Massnahmen auf Grund des<lb/>
Einflusses der CA wahrscheinlich ergriffen, ohne dass der Betriebs<lb break="no"/>rat auch nur verständigt wurde, der sich deshalb sehr beschwert.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> kommt diese Beschwerde an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sehr gelegen und er<lb/>
wird sich diesbezüglich mit der CA-Vertretung auseinandersetzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_22">Eine lange Diskussion ergibt sich über Elektrizitätsprobleme. Die Iso<lb break="no"/>latorenfabrik, wahrscheinlich Frauenthal, beschwert sich, dass die<lb/>
Verbundgesellschaft nicht bei ihr gekauft hat, Ebenso beschwert sich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97727">Fritz Marsch</rs> nach der Sitzung, dass Turbinenaufträge für das DKW-Kraft<lb break="no"/>werk an Krupp gegangen sind und nicht an die VÖEST. Jetzt beauftragt<lb/>
Krupp die VÖEST mit der Durchführung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte sofort prüfen und Bericht an mich<lb/>
veranlassen.<lb/>
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            <pb n="25-0307" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band25/25_1975-03-10_0307.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_24">Eine harte Debatte entwickelt sich über das zweite Kernkraft<lb break="no"/>werk. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat Bedenken und meint, wir werden eine Massenbewegung<lb/>
gegen die Kernkraftwerke bekommen. Die Argumentation, dass wir<lb/>
keine andere Energie zur Verfügung haben, sei nicht zielführend.<lb/>
In Schweden wird von <rs type="person" ref="#per__114164">Eklund</rs> erklärt, das Risiko müsste man<lb/>
übernehmen, <rs type="person" ref="#per__140403">Weisskopf</rs> lehnt es dagegen ganz entschieden ab.<lb/>
An ein drittes Kernkraftwerk sei überhaupt nicht zu denken.<lb/>
LWM <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> meinte, man soll das zweite schon zurückstellen, da<lb/>
es die Möglichkeit gäbe, für 20 Mia. Wasser noch auszubauen.<lb/>
Ich erwidere, dass der Wasserausbau sowieso erfolgt und gar nicht<lb/>
schneller erfolgen könnte und <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> stimmt mir bei, dass wir<lb/>
gar keine andere Wahl haben, als eben die Energie von Kernkraftwerken<lb/>
ebenfalls in Zukunft zu beziehen, Die wirklichen Schwierigkeiten<lb/>
erkläre ich, sei das Problem der Endablagerung, weil man bei der<lb/>
Projektierung und Beschlussfassung über das erste Kernkraft<lb break="no"/>werk dies nicht vorgekehrt hat. Die unwahrscheinliche Möglichkeit,<lb/>
das ins Ausland zu transportieren, hat man nicht durch Verträge<lb/>
gesichert, sondern nur durch schwache Hoffnung genährt. Jetzt<lb/>
müssen wir für die Endablagerung des 1. Kernkraftwerkes Tullner<lb break="no"/>feld entsprechende Bauten errichten. Dadurch wird für das zweite<lb/>
Kernkraftwerk ebenfalls Lagerraum geschaffen, aber die Kosten<lb/>
des Stromes entsprechende erhöht. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, wir müssten eine<lb/>
öffentliche Diskussion jetzt im Fernsehen, der Presse usw. ent<lb break="no"/>fachen, um den ankommenden Atomkraftgegnern Paroli bieten zu können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte ein entsprechendes Papier für die Aus<lb break="no"/>baumöglichkeiten aller Wasserkräfte, über mein Bestreben durch Im<lb break="no"/>porte, aber dann dennoch durch Ausbau zumindestens des 2. Kernkraft<lb break="no"/>werkes die Energiesituation von der Verbund schildern lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_26"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> spricht sich ganz entschieden gegen eine Mindestpreisfest<lb break="no"/>setzung des Energiebeirates aus. Die angeblich jetzt in Paris be<lb break="no"/>schlossen werden soll. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> fragt, wer von uns zur Minister<lb break="no"/>tagung fährt. Ich erkläre rundwegs, dass ich daran nicht teilnehmen<lb/>
werde, da letzten Endes die Federführung beim Bundeskanzleramt<lb/>
liegt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> muss entweder selbst fahren, <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> schicken oder<lb/>
gegebenenfalls <rs type="person" ref="#per__133970">Bobleter</rs>, den er ja eingesetzt hat, informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_27">In Mitterndorf beginnt am 6. März eine riesige sportliche Ver<lb break="no"/>anstaltung mit Skispringern. Die umliegenden Gemeinden waren<lb/>
dagegen, weil sie befürchten, finanziell belastet zu werden.<lb/>
Das Land gibt angeblich 2,5 Mio. S. Unterrichtsminister ist nach<lb/>
längerem Drängen bereit gewesen, 50.000 S zu geben. Dies erscheint<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> als vollkommen unzulänglich und er meint, ich sollte als<lb/>
Fremdenverkehrsverantwortlicher für diese Fremdenverkehrsinteressen<lb/>
einen grösseren Beitrag geben. Ich erkläre rundwegs, dass ich<lb/>
dazu nicht in der Lage bin, was <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> zu der Bemerkung ver<lb break="no"/>anlasst, was ich mit den hunderten Millionen mache. Ich erklärte<lb/>
ihm ironisch lächelnd, ich stelle sie ihm gerne zur Verfügung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte kläre über das Kabinett <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>,<lb/>
der den ganzen Akt <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> abgetreten hat, worum es sich hiebei<lb/>
im Konkreten handelt und versuche unauffällig zu erfahren, was<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> jetzt bereit ist, zu geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_29">Der kath. Familienverband, <choice><choice><sic>dass</sic><corr>?</corr></choice></choice> mit den 2,4 Mia. S plus 200 Mill.<lb/>
aus Zinsen als Reserve des Familienausgleichsfonds geschehen soll.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> erwidert mit recht, dass 1975 eine Unterdeckung, da<lb/>
mehr Ausgaben beschlossen wurden als Einnahmen zu erwarten sind,<lb/>
aus der Fondsreserve genommen werden müssen. Zu diesem Zweck<lb/>
und insbesondere, wenn die Beschäftigungslage nachlässt, wurde<lb/>
ja der Reservefonds geschaffen, damit die Leistungen nicht sofort<lb/>
gekürzt werden müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_30"><rs type="person" ref="#per__98066">Robert Weisz</rs> macht neuerdings darauf aufmerksam, dass bis 15. Mai<lb/>
alle Regierungsvorlagen, die noch in dieser Legislaturperiode<lb/>
beschlossen werden sollen, im Parlament sein müssen. Die Regierung<lb/>
wird am Montag, den 7. April eine längere Besprechung ab 15 Uhr<lb/>
mit allen wichtigen Problemen durchführen. Ich werde dort ein<lb/>
entsprechendes Papier über die Energieversorgung insbesondere<lb/>
Kernkraftwerke, alle Für und Wider, vorlegen. Ebenso beabsichtige<lb/>
ich einen materiellen Bericht, soweit bei uns im Haus ressor<lb break="no"/>tiert, über die Energieagentur.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_31">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte entsprechende Vorbereitungen sofort<lb/>
veranlassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band25_1975-03-10_32">Fast hätte ich vergessen, eine neue grausame Idee, die bei einem<lb/>
wirklich nur Vier-Augen-Gespräch mit <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> entstanden ist, aufzu<lb break="no"/>zeichnen. Natürlich wird immer wieder bei dem Jour fixe von der<lb/>
zukünftigen Besetzung des Handelsministeriums gesprochen. <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs><lb/>
hat am Sonntag und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat dies auch gesehen, behauptet, es gibt<lb/>
Meinungsumfragen, die jetzt schon ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen<lb/>
ÖVP und SPÖ feststellen. Nach Information von <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> trifft dies keines<lb break="no"/>falls zu, dient aber, um über die weitere Besetzung des Handelsministe<lb break="no"/>riums <choice><choice><sic>unbedindlich</sic><corr>unverbindlich?</corr></choice></choice>, sogar ein bisschen ironisch zu diskutieren.<lb/>
Die ÖVP würde wahrscheinlich <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> resp. <rs type="person" ref="#per__97487">Graf</rs> nominieren. Nach der<lb/>
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Oktober wird sie dazu kaum kommen, da sie sicherlich nicht die<lb/>
stärkste Partei wird. In diesem Fall drohe ich immer, dass vielleicht<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110997">Prinzhorn</rs>, der FPÖ-Mann, der gleichzeitig auch die Hamburger Papier<lb break="no"/>fabrik besitzt, vielleicht Chancen hat. Ich meine das zwar nicht ernst,<lb/>
doch kann man <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und die anderen damit sehr sekkieren. Als neue<lb/>
Variante haben wir festgestellt, dass natürlich auch <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> grosses<lb/>
Interesse und Ambitionen auf das Handelsministerium hat. Hier meinte<lb/>
ich zu <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, das wäre doch eine Möglichkeit für <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, einen<lb/>
liberalen Politiker <choice><choice><sic>in</sic><corr>für</corr></choice></choice> seine Regierung heranzuziehen. Die Handelskammer<lb/>
ist über die Aktivitäten der Industriellenvereinigung so erschreckt,<lb/>
dass sie glaube ich auch wirklich <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> so etwas zumutet. Sie meint<lb/>
allerdings, dann wäre er bei seiner Industriellenvereinigung unten<lb/>
durch. Diese Meinung teile ich wieder gar nicht, denn ich kann mir<lb/>
sehr gut vorstellen, dass es dieser Gruppe primär darauf ankommt,<lb/>
mehr Einfluss zu gewinnen. Auch in einer von der ÖVP geführten Regierung<lb/>
hat einmal <rs type="person" ref="#per__97306">Böck-Greissau</rs> als Handelsminister fungiert. Ich glaube,<lb/>
dass dies jetzt schön langsam ein Alptraum für die Handelskammer wird.<lb/>
Für mich nur gut, umso mehr sehen sie, was sie am jetzigen Zustand<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 10.3.1975</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Schreiben JS an VM Lanc betr. Rohrleitungsgesetz, 10.3.1975</head>
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               <occupation>Unterrichtsminister, Bgm. Wien</occupation>
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               <persName type="label">Schärf, Adolf</persName>
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               <occupation>Büro Staribacher, Botschafter in Sofia/Straßburg</occupation>
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