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            <title type="main">Dienstag, der  4. März 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band24_1975-03-04</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-03-04_01">Dienstag. den 4. März 1975<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-03-04_02">Das Verhandlungskomitee der Direktoren der Elektrizitätswirtschaft<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs>, <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs>, <rs type="person" ref="#per__115694">Kandolf</rs> und <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> erläuterten mir die Ge<lb break="no"/>haltssituation der leitenden Direktoren. 1973 hatten die Arbeiter<lb/>
und Angestellten 17.5 % Erhöhung bekommen, <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> hat ihnen zugestan<lb break="no"/>den 15 % mit 1.9.73. Am 1.1.74 hatten die Arbeiter und Angestellten<lb/>
4.56 % bekommen, am 1.11.74 12.53 % und, nachdem der Vertrag zwi<lb break="no"/>schen Arbeitern und Angestellten gleich sein muß und die Arbeiter<lb/>
Nachzahlungen bekommen haben, wurden mit 1.1.75 neuerdings um 5.23 %<lb/>
die Löhne und Gehälter erhöht. Die Banken, die Landesgesellschaften<lb/>
usw. haben Gleitklauseln, sodaß die NEWAG bis 1.1.75 15 % ungefähr<lb/>
zahlte, ja selbst die anderen Landesgesellschaften bis 16 % und dies<lb/>
bei Einzelnen 17mal. <rs type="person" ref="#per__115694">Kandolf</rs> erzählte mir, daß 1965 die TKW 31.000.–<lb/>
Schilling bezahlte, während die Safe 22.000.– den Vorstandsdirek<lb break="no"/>toren bezahlte. 1974 ist es umgekehrt, da hat die TKW nur mehr<lb/>
69.000.– Schilling im Vorstand, während die Safe Vorstände bereits<lb/>
71.000 Schilling haben. Wenn man 1964 hundert macht, so haben<lb/>
die Vorstände 223 Index, die Prokuristen 330, die Handlungsbevoll<lb break="no"/>mächtigten 400 und die Gruppe III-VI 340–400 %. Der neue OKA-Vor<lb break="no"/>stand <rs type="person" ref="#per__125380">Fridl</rs> bekommt 74.000 Schilling. Die ganze Entwicklung ist<lb/>
wirklich unbefriedigt und ich war sehr froh dass mir <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs><lb/>
seinerzeit schon zu wissen gab, daß sie erwarten wie bei der ÖIAG<lb/>
am 1.11.74 12.5 % Erhöhung zu bekommen. Ich habe daher sofort,<lb/>
ohne lange mit ihnen zu handeln, oder auch auf ihre Argumente ein<lb break="no"/>zugehen erklärt, ich bin bereit diese 12.5 % mit 1.11. zuzugestehen.<lb/>
Wir einigten uns dann noch da die Vorstandsbezüge nicht auf Schil<lb break="no"/>ling ausgeworfen werden sollen, dass auf tausend Schilling aufge<lb break="no"/>rundet werden kann. Die Koppelung an irgendwelche Gehälter, oder<lb/>
so wie das bei den Angestellten ist, daß sie automatisch dasselbe<lb/>
Erhöhungsausmaß bekommen müssen wie die Arbeiter, dass also jähr<lb break="no"/>lich immer weitere Kostensteigerungen bedeutet, weil ja die Arbei<lb break="no"/>ter von einem wesentlich tieferen Gehalt ausgehen, höhere perzen<lb break="no"/>tuelle Zuschläge benötigen, lehnte ich ab. Ich erklärte, daß es<lb/>
dringendst notwendig ist den Arbeitern und Angestellten, aber auch<lb/>
den Direktoren ein neues Schema zu geben, daß die Leistung mehr<lb/>
berücksichtigt und womöglich von Automatiken weggeht. <rs type="person" ref="#per__115694">Kandolf</rs> er<lb break="no"/>klärte zwar die Betriebsräte würden niemals zustimmen, daß ein<lb/>
Vorteil den sie haben, aufgegeben wird. Andererseits konnte ich<lb/>
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äußerte, daß es ihnen gelungen ist einen absoluten Betrag für alle<lb/>
gleich, für die Teuerung aber wahrscheinlich zusätzlich zu bekommen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> gab aber zu, daß es dringendst notwendig ist eine bessere<lb/>
Lösung zu erreichen, denn die Lohn- und Gehaltsanteile steigen gigan<lb break="no"/>tisch und betragen bald 30 % des Strompreises. Da ich sah, daß sie<lb/>
mit dieser Lösung nicht sehr einverstanden sind, habe ich beim<lb/>
Weggehen ihnen dann noch erklärt, daß bei der ÖIAG, wo vielleicht<lb/>
höhere absolute Beträge bezahlt werden wie sie behaupten, dafür<lb/>
alle Aufsichtsratsgebühren abgeführt werden müssen. Darüber hinaus<lb/>
behaupten die Landesgesellschaften, daß die Vorstände viel mehr<lb/>
zu tun haben und viel größere Verantwortung tragen als Sonder<lb break="no"/>gesellschaften und Verbund. Ohne ihnen zu sagen, daß weder mich<lb/>
noch sicherlich auch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ihr absolutes Einkommen interessiert,<lb/>
muß man doch festhalten, daß der Bundeskanzler nicht annähernd diese<lb/>
Einnahmen hat, die heute immerhin diese Vorstände beziehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-03-04_03">Im Ministerrat hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gemeint, daß <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> möchte nach<lb/>
Polen auch den Handelsminister mitnehmen. Ich mußte ihm leider<lb/>
sagen, daß ich zu diesem Zeitpunkt EFTA-Vorsitzender in Genf bin<lb/>
und deshalb unmöglich fahren kann. <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> berichtete, daß die<lb/>
Sowjetunion jetzt einen Botschafter nach Wien schicken wird, der<lb/>
stellvertretender Ministerpräsident war, im ZK sitzt und bis jetzt<lb/>
in der DDR als wichtigsten Posten bei den Vertragsverhandlungen<lb/>
zwischen der UdSSR und Westdeutschland und Amerika eine ungeheure<lb/>
Rolle gespielt hat. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, aber ich muß gestehen auch ich, waren<lb/>
überrascht, daß ein so wichtiger Mann nach Wien kommt. Hier werde<lb/>
ich mir etwas einfallen lassen wenn er wahrscheinlich seinen An<lb break="no"/>trittsbesuch machen wird. In diesem Fall kann ich aber wirklich er<lb break="no"/>klären und ähnlich wird es bei dem amerikanischen neuen Botschafter<lb/>
sein, daß ich mit ihnen etwas besprechen möchte. In diesem Fall<lb/>
stimmt dies sogar, denn mit den Amerikanern muß ich die Atomkraft<lb break="no"/>werkfrage besprechen und mit den sowjetischen neuen Botschafter<lb/>
die Vorschläge bezüglich Stromlieferung und Röhrenwerk in Linz.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-03-04_04">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte in Hinkunft wirklich feststellen, ob<lb/>
wir bei neuen Botschaftern nicht auch <choice><choice><sic>den</sic><corr>denen?</corr></choice></choice> etwas zu sagen haben und<lb/>
dadurch nicht ein rein formeller Antrittsbesuch erfolgt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-03-04_05">Anschließend an die Ministerratssitzung hat <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> die Re<lb break="no"/>gierungsmitglieder informiert und, wie er sagt, um Rat gefragt,<lb/>
was er machen soll, da die aktive Wirtschaft in Oberösterreich<lb/>
Erlagscheine ausschickt, wo in einer Allonge alle Steuern, die<lb/>
man an <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> bezahlen muß, angegeben sind und da sein Telefon<lb/>
auch darauf steht, er ständige Anrufe bekommt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte dies<lb/>
sei eben jetzt die harte Tour, die die ÖVP einschaltet, insbesondere<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs>, aber auch <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> seien dafür verantwortlich. Die Handels<lb break="no"/>kammer gebe große Mittel, z.B. auch zum Defizitdecken von der<lb/>
Zeitung "Die Presse" und man fragte mich was ich als Aufsichtsbe<lb break="no"/>hörde davon wüsste. Ich erklärte rundweg, daß dies nicht einzeln<lb/>
ausgewiesen wird und ich daher auch gar keine Möglichkeit habe<lb/>
eine Kontrolle durchzuführen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat allerdings sofort er<lb break="no"/>klärt, er weiß, daß ich mit der Handelskammer keinen Krieg möchte,<lb/>
sondern maximal eine Auseinandersetzung im Parlament akzeptiere.<lb/>
Ich bestätigte ihm sofort diese Auffassung und meinte sogar noch<lb/>
daß <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> wahrscheinlich gar nicht alles weiß, als Beispiel<lb/>
führte ich an, daß mir <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> mitteilte, die Aktion, wo jeder<lb/>
eine Mitgliedskarte vom Wirtschaftsbund mit einer Serviceleistung<lb/>
angeboten bekommt, hätte <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> gar nicht gekannt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
bestreitet dies ganz entschieden und meint, daß auch <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> ihm<lb/>
alles berichtet und daher ein Obmann unbedingt wissen muß was<lb/>
der Sekretär tut. Für mich ist es ganz klar, daß sich in den<lb/>
nächsten Monaten das Klima wesentlich verschlechtern wird. Dazu<lb/>
trägt auch sicherlich bei, daß <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> jetzt nach der schlechten<lb/>
Wahlergebnisse in Kärnten härtere Töne anstimmen wird. Ich war<lb/>
sehr überrascht als <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mitteilte <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> hätte jetzt er<lb break="no"/>klärt, es müßte ein Kündigungsschutz für die älteren Arbeiter und<lb/>
Angestellten geschaffen werden. Genau dagegen hat sich die Handels<lb break="no"/>kammer immer entschieden ausgesprochen. Wenn <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> jetzt eine<lb/>
solche offizielle Erklärung abgibt, muß es schon Vorbesprechungen<lb/>
und Zustimmungen von seitens <rs type="person" ref="#per__97893">Sallingers</rs> gegeben haben.Das wir dies<lb/>
nicht früher erfahren ist für mich sehr betrüblich, weil ich jetzt<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> nicht mehr aufmerksam machen kann, welche verheerende<lb/>
Folgen eine solche Politik haben muß. Ich habe ihm zwar schon<lb/>
verbal einige Male erklärt, daß dieses Linksüberholen für die<lb/>
ÖVP und auch für die Handelskammer und die Wirtschaft nicht möglich<lb/>
ist, denn hier wird die sozialistische Partei dann immer mehr<lb/>
Forderungen stellen können als sie akzeptieren und bezahlen können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-03-04_06">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Bitte die Aussendung <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzers</rs> beschaffen und<lb/>
feststellen, wer aller an dieser Aktion beteiligt ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-03-04_07">Ich habe Obmann <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> von den Privatangestellten verständigt,<lb/>
daß die Handelskammer jetzt nicht mehr zu ihrem Wort steht, die<lb/>
Ladenschlußfrage nicht mehr in dieser Legislaturperiode zu er<lb break="no"/>ledigen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ist unter dem Druck von <rs type="person" ref="#per__111717">Schönbichler</rs> und den<lb/>
Händlern und nicht zuletzt wahrscheinlich der Handelskammerwahl<lb/>
von der Vereinbarung abgeschwenkt und ich muß daher annehmen,<lb/>
daß ich einen diesbezüglichen Brief über eine Novelle des Laden<lb break="no"/>schlußgesetzes bekomme. <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs> meinte jedwede Änderung wäre<lb/>
für sie sehr schlecht und er möchte mich bitten die Taktik die wir<lb/>
bis jetzt eingeschlagen haben fortzusetzen. Er erklärte spontan,<lb/>
daß er das Verhalten der Arbeiterkammer nicht versteht, die sich<lb/>
wegen einer finanziellen Leistung von einer Umfrage distanziert<lb/>
hat, die wir zur Überbrückung dringendst gebraucht hätten. Jetzt<lb/>
kann auch die Handelskammer <sic>ausspringen</sic>. Ich habe dieses Problem<lb/>
mittags mit <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> besprochen und ihn informiert, daß die große<lb/>
Gefahr besteht jetzt tatsächlich ein Verfahren, zumindestens dila<lb break="no"/>torisch einleiten zu müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-03-04_08">Beim Konsumentenbeirat wurde dieses Problem auch von Landtagsabge<lb break="no"/>ordneten <rs type="person" ref="#per__97406">Ebert</rs> angeschnitten. Ich erklärte deshalb rundwegs ich<lb/>
halte an meiner Taktik fest, eine solche Erhebung sei zweckmäßig<lb/>
und ich appellierte an alle ihre finanziellen Beiträge zu leisten.<lb/>
Wenn die Wahlen vorüber sind, so erklärte ich dezidiert, wir dann<lb/>
wieder vernünftig über dieses Problem sprechen können und ich er<lb break="no"/>warte von jeden einen finanziellen Beitrag damit dann auch alle für<lb/>
diese Erhebung diese Verantwortung übernehmen. Bei der Landwirt<lb break="no"/>schaft wird es symbolischen Charakter haben, die Arbeiterkammer<lb/>
wird nicht alle 700.000 Schilling bezahlen, aber doch einen be<lb break="no"/>trächtlichen Anteil übernehmen und mit der Handelskammer war ich<lb/>
ja einig, daß wir, das Handelsministerium und die Handelskammer,<lb/>
jeweils 700.000 Schilling übernehmen. Zu meiner größten Freude<lb/>
wurde dieses Problem nicht im Einzelnen diskutiert und vor allem<lb/>
nicht der neueste Stand den sicherlich sowohl <rs type="person" ref="#per__97406">Ebert</rs> als auch<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__112567">Christian</rs> kannten von ihnen in dieser Ausschußsitzung mitge<lb break="no"/>teilt. Ich hoffe, daß man sich nicht so leicht einigt über die<lb/>
Formulierung der Novelle zum Ladenschlußgesetz dann kann ich<lb/>
nämlich nur einen Wischiwaschibrief von der Handelskammer er<lb break="no"/>warten, den ich selbstverständlich sofort dem Konsumentenbeirat<lb/>
zuleiten würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-03-04_09">Im Institut hat auch <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> dagegen protestiert, daß ich noch<lb/>
immer nicht endgültig die Textilkennzeichnungen der Textil<lb break="no"/>pflegekennzeichnungsverordnung ausgeschickt habe, weil er meint<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__115012">Catharin</rs> könne man zu keiner Einigung kommen. <rs type="person" ref="#per__115012">Catharin</rs> ist<lb/>
Vorsitzender des Ausschusses und soll angeblich erklärt haben<lb/>
ich würde niemals einen solchen Erfolg erreichen, weil er Wetten<lb/>
abgeschlossen hat schon, daß diese Verordnungen nicht kommen<lb/>
werden. Wenn ich bedenke wie viele Wetten schon andere verloren<lb/>
haben beeindruckt mich dies gar nicht, sondern ich versuchte die<lb/>
eine sachliche Schwierigkeit, nämlich die Übergangslösungen zu<lb/>
finden, positiv endgültig zu einem Ergebnis zu bringen. Der<lb/>
Standpunkt der Arbeiterkammer und des Gewerkschaftsbundes ist<lb/>
hier zu wenig flexibel. Sie wollen, daß mit 1.4. die Verordnung in<lb/>
Kraft tritt und mit 1.10. sie de facto dann anzuwenden wäre.<lb/>
Eine solche kurze Übergangsfrist ist unmöglich und auch mit 1.4.<lb/>
kann die Verordnung nicht mehr in Kraft treten, da ich doch<lb/>
eine 3–4 Wochen Begutachtungsfrist geben muß. Im Konsumentenbeirat<lb/>
erklärte ich deshalb ich danke allen die zum Zustandekommen dieser<lb/>
Verordnung beigetragen haben. Ich werde sie jetzt ausschicken<lb/>
und bin überzeugt, daß man auch mit der Übergangsfrist noch eine<lb/>
Lösung wird gemeinsam finden können. Auch hier hat <rs type="person" ref="#per__115012">Catharin</rs> nicht<lb/>
widersprochen, sondern nur erklärt, daß es sachliche Schwierig<lb break="no"/>keiten insbesondere wegen der Übergangslösung gibt. Die anderen<lb/>
Probleme im Konsumentenbeirat waren nicht sehr interessant, außer<lb/>
daß Frau <rs type="person" ref="#per__140300">Görmer</rs>, die von der Handelskammer delegiert ist, in der<lb/>
Konsumentenpolitik arbeitet und die insbesondere die Ghostwriterin<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97893">Sallingers</rs> Reden ist und deshalb einen großen Einfluß hat,<lb/>
die Bemerkung machte, ob die Aktivitäten in Hinkunft im Konsumen<lb break="no"/>tenforum vorher im Beirat besprochen werden. Genau dies ist meine<lb/>
Absicht, auch dann, wenn wir im Forum diesmal Arbeitskreise bilden,<lb/>
weil ich unter gar keinen Umständen vor den Wahlen die bisherigen<lb/>
einstimmigen Beschlüsse in Hinkunft gefährden möchte. Ich habe<lb/>
deshalb <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> anschließend ersucht, er muß unbedingt das Einver<lb break="no"/>nehmen mit allen anderen, Handelskammer, Landwirtschaftskammer<lb/>
und auch natürlich Gewerkschaftsbund herstellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-03-04_10">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__140301">Sager</rs> soll sich hier unbedingt einschalten<lb/>
und schauen, daß wir hier wirklich einstimmige Beschlüsse für das<lb/>
neue Programm zustande bringen.<lb/>
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wollte und zuerst drohte wegzugehen, diskutierten wir aber dann<lb/>
doch die Frage der Ölpreise. Die Arbeiterkammer ist dafür, daß die<lb/>
Mineralölsteuer für Dieselkraftstoffe und Benzine erhöht wird,<lb/>
während der Gewerkschaftsbund dies ablehnt. Ich selbst schilderte<lb/>
den beiden nur den Wunsch von <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs>. Die Partei muß sich einen<lb/>
solchen Schritt sehr genau überlegen, weil immerhin damit das<lb/>
erste Mal eine Steuererhöhung durchgeführt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-03-04_12">Der rumänische Botschafter <rs type="person" ref="#per__139685">Aninoiu</rs> und Handelsrat <rs type="person" ref="#per__117611">Ceausescu</rs><lb/>
kamen um mir über die Konferenz des Außenhandelskaders, wie<lb/>
sie es bezeichnen, mit den Regierungsmitgliedern usw. zu berichten.<lb/>
Rumänien legt größten Wert darauf ein besseres Verhältnis auf<lb/>
Wirtschaftsgebiet zu bekommen und schlägt vor, daß neben der<lb/>
Gemischten Kommission, die nächste wird in Bukarest stattfinden,<lb/>
schon Expertengruppen vorher die einzelnen Geschäfte und Projekte<lb/>
besprechen. Das Projekt Donau-Schwarzmeer-Kanal und dortige Industrie<lb break="no"/>ansiedlung wird jetzt noch überprüft und die Rumänen möchten noch<lb/>
österreichische Experten resp. Experten auch nach Österreich dies<lb break="no"/>bezüglich schicken. Ein Satz war bemerkenswert, als er erklärte, es<lb/>
werden viel Protokolle gemacht und wenig realisiert. Wem sagt er<lb/>
das. In der nächsten Zeit wird der Vizeministerpräsident <rs type="person" ref="#per__140304">Patan</rs><lb/>
nach Österreich kommen, um ein Kooperationsabkommen zu unterschrei<lb break="no"/>ben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-03-04_13">Zu den Schlußbesprechungen des Arbeitskreises Fremdenverkehrs<lb break="no"/>analyse, Dir. <rs type="person" ref="#per__140303">Haiden</rs>, bin ich gerne gegangen um den Beteiligten<lb/>
meine Anerkennung über die umfangreiche Arbeit auszusprechen. Diese<lb/>
Arbeit beinhaltet nicht nur sehr gutes Material sondern hat auch<lb/>
glaube ich wirklich gute Vorschläge als Schlußfolgerungen der<lb/>
einzelnen Kapiteln ausgearbeitet. Ich wäre glücklich wenn auch<lb/>
die anderen Arbeitsgruppen bereits ein solches Unterlagenmaterial<lb/>
zusammengestellt hätten. Hier müsste allerdings zuerst auch<lb/>
ein Rechenschaftsbericht abgegeben werden was z.B. der Moratoriums<lb break="no"/>ausschuß bis jetzt an konkreten Fällen gelöst hat. Wir müssen<lb/>
in kürzester Zeit nachweisen, daß aus der Enquete in Innsbruck<lb/>
im August sehr wohl ein positives Ergebnis zu verzeichnen ist.<lb/>
Dies gilt nicht nur für die wahrscheinlich zunehmenden <choice><choice><sic>Über<lb break="no"/>nächtigungsziffern</sic><corr>Übernachtungsziffern; Nächtigungsziffern</corr></choice></choice>, sondern vielmehr für die Arbeit, die in der<lb/>
Zwischenzeit geleistet wurde, um zu diesem Ergebnis zu kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-03-04_14">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte dränge, daß endgültig die Sachen ab<lb break="no"/>geschlossen werden. Wir müssen einen gemeinsamen Bericht zusammen<lb break="no"/>stellen.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-03-04_15">Im Bezirksausschuß berichtete ich nicht nur über die politische<lb/>
und wirtschaftliche Lage, sondern auch über unsere Kandidatenliste<lb/>
für die Nationalratswahlen. Da die Gewerkschaftsfraktion erklärt<lb/>
hat, daß der dritte Platz den sie besetzt nach wie vor mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111717">Schönbichler</rs> unverändert bleibt, so wird unsere Liste, die bisher<lb/>
fünf gehabt hat, durch Wegfall durch <rs type="person" ref="#per__97892">Günther Sallaberger</rs> am fünften<lb/>
Platz, der übrigens aber jetzt auch Landtagsabgeordneter schon<lb/>
längere Zeit ist, unverändert bleiben. Der Ausschuß beschloß<lb/>
einstimmig und es wird jetzt nur mehr bei der nächsten Bezirks<lb break="no"/>konferenz als letzte Instanz bei uns zu beschließen. Schwierig<lb break="no"/>keiten wird es hier sicherlich nicht geben, die wirklichen Probleme<lb/>
werden erst bei der Reihung dann auf der Wiener Liste, da je nur<lb/>
mehr ein Wahlkreis ist, entstehen. Ebenso nahm der Ausschuß die<lb/>
Zurücklegung des Mandates von <rs type="person" ref="#per__97582">Jacobi</rs> zur Kenntnis und wie wir<lb/>
seinerzeit vereinbart und fixiert haben, wird jetzt automatisch<lb/>
der nächste, das ist <rs type="person" ref="#per__114998">Sevcik</rs>, in den Landtag einziehen. Damit kommt<lb/>
ein aktiver und rühriger Mann in den Wiener Landtag. Für den Bezirk<lb/>
aber auch für die Wiener Organisation ist dies ein großer Gewinn.<lb/>
Auch dies wurde einstimmig beschlossen. Ich erwähnte noch, daß es<lb/>
traurig ist, daß im Jahr der Frau ein Frauenmandat jetzt auf einen<lb/>
Mann übergeht, daß aber selbst die Frauenorganisation die ich<lb/>
ja vorher informierte, erklärt sie betrachten dies nicht als eine<lb/>
Abwertung oder gar eine Mißachtung der Wünsche der Frauen durch<lb/>
unseren Bezirk, sondern sie kennen unsere spezifische Lage und<lb/>
stimmen daher dieser Lösung auch zu. Die Frauensekretärin <rs type="person" ref="#per__109051">Dohnal</rs><lb/>
hat hier, daß muß ich gestehen, zu meiner Verwunderung in der<lb/>
Wiener Vorstandsitzung mehr Verständnis gehabt, als ich erwartet<lb/>
hätte. Zweifelsohne konnte ich aber darauf hinweisen, daß wir<lb/>
immer von 4 Mandaten sogar 2 Frauenmandate gehabt haben und eben<lb/>
jetzt eines verloren geht.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 154. Ministerratssitzung, 4.3.1975</head>
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            <head>Vortrag Bielka an MR betr. öst.-jug. Bez., 3.3.1975</head>
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