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            <title type="main">Donnerstag, der 27. Februar 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band24_1975-02-27</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_01">Donnerstag, 27. Feber 1975<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_02">Die Preissenkungsaktion der Firma Herlango ist, wie eine Zeitung,<lb/>
"Die Vorarlberger Nachrichten", mit Recht vermerkt, eine mit 14<lb/>
Tagen befristete Ausverkaufsaktion. Dipl.Kfm. <rs type="person" ref="#per__140315"><sic>Goldschmid</sic></rs>, der Chef<lb/>
von Herlango versichert mir zwar, daß dann einige Aktionspreise<lb/>
auch weiterhin bleiben. Mir unerklärlich ist nur, wie er, bei<lb/>
einem doch verhältnismäßig großen Verkäuferstand in den einem<lb/>
Geschäft in Mariahilf, ich begrüßte mindestens 10, diese Preise<lb/>
kalkulieren kann. Schade, daß wir nicht die wirklichen Kalkulations<lb break="no"/>unterlagen kennen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_03">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Vielleicht kann uns jemand über die Branchen<lb break="no"/>verhältnisse aufklären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_04">Die Eröffnung der Ausstellung in Sezession, die durch 20 Jahre<lb/>
die Verkehrswerbung betrieben hat und diesmal mit der Öst. Fremden<lb break="no"/>verkehrswerbung, die Verkehrswerbung nurmehr zum Teil arrangierte,<lb/>
gab <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> die Gelegenheit, auf die Geschichte, mir die Gelegenheit<lb/>
auf die Zukunft dieser Ausstellung und der Fremdenverkehrspolitik<lb/>
hinzuweisen. Diesmal wurde sie durch zwei Medienschau, einmal vom<lb/>
Verkehrsministerium also von der Verkehrswerbung und das andere<lb/>
Mal von der Öst. Fremdenverkehrswerbung, die bereits in Göteborg<lb/>
gezeigt wurde, verstärkt. Jetzt mag es noch für Besucher, die sich<lb/>
gerne in ein Kino setzen, eine interessante Abwechslung sein. In<lb/>
zwei Jahren schätze ich, wird man für diese Art der Darstellung<lb/>
auch kein Interesse mehr haben. Ich kann nur immer wieder sagen,<lb/>
daß wir uns noch viel mehr als dies bereits geschehen ist auf die<lb/>
Verkaufswerbung einstellen müssen. Die DDSG, <rs type="person" ref="#per__126256">Luczensky</rs>, beschwerte<lb/>
sich weil sie diesmal keinen eigenen Stand hatten wo sie für ihre<lb/>
Passagier-Donauschiffahrt Kunden Auskunft geben könnten. Nur die<lb/>
Post und die Bahn war von der Verkehrswerbung berücksichtigt werden.<lb/>
Ich habe <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> sofort gebeten, das nächste Mal auch für diesen<lb/>
Teil der Ausstellung die Verantwortung mit zu übernehmen und dafür<lb/>
zu sorgen, daß nicht ein Verkehrsträger, der dort mit einem uni<lb break="no"/>formierten Käpt'n in Erscheinung treten will, benachteiligt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_05">Botschafter <rs type="person" ref="#per__97616">Karski</rs>, den ich am Vorabend bei der OPEC getroffen<lb/>
habe, als ich mit dem sowjetischen Geschäftsträger <rs type="person" ref="#per__140316">Mamotov</rs> die<lb/>
Stromlieferung von der Sowjetunion besprochen habe, wollte sofort<lb/>
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wäre beim <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs>, Präsidentenbesuch in Polen mit<lb/>
akkreditiert gewesen. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97616">Karski</rs> gestanden, daß ich<lb/>
sehr gerne <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> begleitet hätte, doch eine endgültige<lb/>
Beschlußfassung war noch nicht beschlossen und jetzt stellt sich<lb/>
heraus, daß es überhaupt unmöglich ist, weil zu dieser Zeit die<lb/>
EFTA-Tagung, wo ich Vorsitzender bin, in Genf stattfindet. <rs type="person" ref="#per__97616">Karski</rs><lb/>
wollte wissen, was <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> in konkreten Verträgen unter<lb break="no"/>zeichnen wird, resp. zumind. verhandeln wird. <rs type="person" ref="#per__97616">Karski</rs> ging vom<lb/>
Protokoll, das er besitzt, aus der Besprechung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> – <rs type="person" ref="#per__97591">Jaroszewicz</rs><lb/>
in Zakopane, aus. Die polnische Seite, zumind. nach Meinung von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97616">Karski</rs>, hätte erwartet, daß ich mit dem neuen Handelsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__122944">Olszewski</rs> entsprechende Verhandlungen und womöglich Paraphierungen<lb/>
vornehme. Seiner Meinung nach könnte z.B. der Vertrag über die<lb/>
Kohlenlieferungen und auch die Preise, die nur bis 31.6.75 fixiert<lb/>
sind, verhandelt oder vielleicht sogar abgeschlossen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_06">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Hier könnten <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> und <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> entsprechende<lb/>
Vorgespräche auf österreichischer Seite mit der VÖEST-Alpine führen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_07">Bezüglich der elektrischen Lieferung 1.6 Milliarden kW-Stunden<lb/>
müßte jetzt endgültig geklärt, so forderte ich <rs type="person" ref="#per__97616">Karski</rs> auf, ob<lb/>
sie über die Tschechoslowakei oder wie angedeutet vielleicht über<lb/>
Ungarn liefern, da sie mit der Tschechoslowakei scheinbar Schwie<lb break="no"/>rigkeiten haben. In diesem Fall würden wir die <choice><choice><sic>Hüg</sic><corr>HGÜ?</corr></choice></choice>, das ist eine<lb/>
wichtige Übertragungseinrichtung, in der Nähe der ungarischen<lb/>
Grenze stationieren, dies war ja auch der Grund warum ich den<lb/>
sowjetischen Geschäftsträger erklärt habe, es muß vorerst eine<lb/>
Entscheidung getroffen werden bevor die Verbund endgültige Be<lb break="no"/>schlüsse fassen kann. <rs type="person" ref="#per__97616">Karski</rs> meinte ob wir nicht doch vielleicht<lb/>
überlegen können, evtl. zwei Übertragungspunkte auszubauen. Dies<lb/>
habe ich aus Kostengründen entschieden abgelehnt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_08">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte die Verbund zu einem solchen Vorschlag<lb/>
Stellung nehmen zu lassen, insbes. jetzt einmal die technischen und<lb/>
kommerziellen Aufwendungen genau klären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_09">Für die große LKW-Kooperation Steyr-Daimler-Puch mit den Polen<lb/>
wurde in Zakopane vereinbart, daß bis 30. April die Unterlagen<lb/>
fixiert sein müssen. <rs type="person" ref="#per__97616">Karski</rs> fragte mich, ob die Steyr-Daimler-Puch<lb/>
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Unterlagen geliefert haben. Ich verneinte und wies darauf hin,<lb/>
daß derzeit zwischen der Firma und der Regierung ein gespanntes<lb/>
Verhältnis besteht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_10">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Das Fachreferat und <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> müßten jetzt vorsich<lb break="no"/>tig sondieren, wie Steyr-Daimler-Puch zu dem ganzen Projekt steht.<lb/>
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durchzuführen und <rs type="person" ref="#per__97616">Karski</rs> hat sich diesbezüglich mit Bautenminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> ins Einvernehmen gesetzt. Er hat von dort nur keine Antwort<lb/>
bekommen, sondern wurde auf einen gewissen <rs type="person" ref="#per__140318">Fink</rs> verwiesen, der sich<lb/>
auch nicht gerührt hat. Ich erklärte sofort, daß dafür ausschließ<lb break="no"/>lich Bautenminister <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> zuständig sei.<lb/>
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ihren Ausbau ihrer Elektrizitätswerke unterstützen würde. Dafür<lb/>
erwarten die Polen jetzt entsprechende Vorschläge.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_13">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte mit Verbundplan Kontakt aufnehmen, was<lb/>
geschehen wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_14"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat auch vorgeschlagen, ein gemeinsames Handelsunternehmen<lb/>
für verschiedene Bereiche der Industriellen Kooperation zu er<lb break="no"/>richten. Da ich mir nicht gut vorstellen kann, das so etwas von<lb/>
uns entriert, ja ich könnte mir gar nicht vorstellen, welche Firma<lb/>
dafür bei uns in Frage kommt, habe ich <rs type="person" ref="#per__97616">Karski</rs> sofort darauf auf<lb break="no"/>merksam gemacht, es kann sich nur um ein gemeinsames Handelsunter<lb break="no"/>nehmen handeln, das von der verstaatlichten Industrie in Österreich<lb/>
errichtet werden kann und deshalb er sich in dieser Frage aus<lb break="no"/>schließlich mit der verstaatlichten Industrie entweder <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
oder Sektion IV im Bundeskanzleramt oder die ÖIAG ins Einver<lb break="no"/>nehmen setzen muß.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_15">Die Besprechungen wegen einer Flugverbesserung zwischen LOT und<lb/>
AUA geht mich nichts an und ich verwies <rs type="person" ref="#per__97616">Karski</rs> an das Verkehrs<lb break="no"/>ministerium. Die Kreditausnützung ist eine Angelegenheit des<lb/>
Finanzministers und auch vorgesehene Kassenlieferungen, die in der<lb/>
Aufzeichnung die ich von <rs type="person" ref="#per__115595">Reiter</rs> bekommen habe, überhaupt nicht<lb/>
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Intervention <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> für Anker oder einer sonstigen Produktions<lb break="no"/>firma.</p>
            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_16">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Vielleicht könnte das Fachreferat feststellen<lb/>
um was es sich dabei handelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_17"><rs type="person" ref="#per__97616">Karski</rs> war mit dieser Aussprache nicht sehr zufrieden, wie ich<lb/>
feststellen konnte, wohl aber dafür, daß er sofort einen Termin<lb/>
bei mir bekommen hat. <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> war nicht anwesend und deshalb hat<lb/>
SChef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, der bei der Besprechung anwesend war, mir nachher<lb/>
versichert, es wird jede Vorbereitungsarbeit getroffen, um <rs type="person" ref="#per__97632">Kirch<lb break="no"/>schläger</rs> zu informieren. <rs type="person" ref="#per__97616">Karski</rs> wollte von mir haben, dass ich<lb/>
womöglich bestimme, wer <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> begleitet und welche Themen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> in Polen besprechen wird. Ich erklärte sofort dezi<lb break="no"/>diert, dass dies ausschliesslich im Ermessen des Herrn Bundes<lb break="no"/>präsidenten gelegen ist, und ich darauf keinen wie immer gearteten<lb/>
Einfluss nehme. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> hat mir nämlich einmal angedeutet,<lb/>
dass er nicht daran denkt, wirklich konkrete Verhandlungen in<lb/>
Polen zu führen, geschweige denn Verträge zu unterzeichnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte mit Kabinett <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> ent<lb break="no"/>sprechenden Termin einer Vorsprache von mir vereinbaren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_19">Im Institut hatte ich eine Aussprache mit Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> und<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__112049">Rimsky</rs>. <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> hat dort dem ÖGB und auch der Arbeiterkammer<lb/>
die Entwicklung, wie es zum Streit mit <rs type="person" ref="#per__140321">Wilhelm</rs> über Novoflor<add>[kam,]</add><lb/>
geschildert. Obwohl ich <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> durch seine Aktivität gut leiden<lb/>
kann, habe ich ihm doch in diesem Punkt widersprochen. Ich glaube,<lb/>
dass es wirklich nicht zweckmässig ist, wenn die verstaatlichte<lb/>
Industrie sich jetzt Handelsgesellschaften baut, um bei Importen<lb/>
mit zu verdienen. Da kann und wird wahrscheinlich die Handels<lb break="no"/>kammer in Hinkunft noch mehr gegen die verstaatlichte Industrie<lb/>
eingestellt sein und wahrscheinlich diese Ausdehnung auf die<lb/>
Importtätigkeit hart kritisieren. Gerade im Teppichgeschäft,<lb/>
ob es sich jetzt um echte oder auch nur moderne handelt, wird es<lb/>
wahrscheinlich die nicht zu unrecht so genannten, Teppichhandels<lb break="no"/>methoden geben. Hier wirklich positiv abzuschliessen, ist wahr<lb break="no"/>scheinlich unmöglich. Durch die Tatsache aber, dass eine grosse<lb/>
Firma wie die Chemie-Linz intern entsprechenden Kostenausgleich<lb/>
vornehmen wird, kann man die tatsächlichen Jahresergebnisse<lb/>
<pb n="24-0254" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band24/24_1975-02-27_0254.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>leicht verschleiern, resp. überdecken. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kritisiert mit<lb/>
Recht, dass die Töchter der Tochter und diese wieder an die<lb/>
Chemie-Linz irgendwie gebundenen unzähligen Firmen nicht nur<lb/>
für ihn unübersichtlich werden, sondern auch der ÖIAG jedwede<lb/>
Einflussnahme entziehen. Da ich aber nicht Öl in den Streit zwi<lb break="no"/>schen <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs>, der auf einigen solchen Eskapaden von<lb/>
ihm beruht, wissen wollte, habe ich mich seit eh und je bemüht,<lb/>
einen Ausgleich zumindestens durch Information herbeizuführen.<lb/>
Wie weit mir dies gelingt, weiss ich nicht, es ist aber auf alle<lb/>
Fälle auch nicht meine Kompetenz und mein Geschäft. Dies mache<lb/>
ich nur, weil ich auf dem Standpunkt stehe, es gibt schon genug<lb/>
Streit in Österreich. Ich habe mit <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> weiters die Möglichkeit<lb/>
einer Kontaktnahme mit der ägyptischen Stickstoffabrik in Assuan<lb/>
Sima<add>[?]</add> besprochen. <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> kennt den dortigen Leiter Dr. <rs type="person" ref="#per__140295">Zaki</rs> nicht<lb/>
so gut, wie dieser mir geschildert hat. <rs type="person" ref="#per__112054">Buchner</rs> wird aber Kontakt<lb/>
mit dieser Fabrik, die übrigens von einem ehemaligen Stickstoff-<lb/>
Angestellten errichtet wurde, Kontakt aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_20">Die Parteivorstandssitzung dauerte, wie ich vermutet hatte,<lb/>
stundenlang. Als es zum Schluss über die Beschlussfassung des Budget<lb/>
kommen sollte, waren kaum 10 Stimmberechtigte Mitglieder an<lb break="no"/>wesend. Dies ist eigentlich kein schlechtes Zeichen. Für mich<lb/>
ist es nur die Bestätigung, dass lange Sitzungen dazu führen, dass<lb/>
eben irgendwelche andere Geschäfte von den Mitgliedern des Partei<lb break="no"/>vorstandes zwischendurch erledigt werden müssen. Ausserdem ist<lb/>
momentan diese Partei so gefestigt und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dominiert so<lb/>
stark, dass niemand dort eine grössere Diskussion über irgendein<lb/>
Problem erwartet. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte dann, man müsse Vorkehrung tref<lb break="no"/>fen, dass die Parteivorstandsmitglieder das nächste Mal sich<lb/>
mehr Zeit nehmen. Zum Glück hatte ich vor längerer Zeit <rs type="person" ref="#per__98072">Wiesinger</rs><lb/>
schon darauf aufmerksam gemacht, dass ich wirklich es für unmöglich<lb/>
finde, dass man nur 2 oder 3 Stunden Parteivorstandssitzung vor<lb break="no"/>sieht. Ausnahmsweise war ich deshalb wirklich bis zum Schluss<lb/>
anwesend. Der für Freitag, 21. März, vorgesehene Parteivorstand ist<lb/>
fraglich, der für Donnerstag 10. April vorgesehene um 13.30 fest.<lb/>
Der Parteirat beginnt am 5. Mai um 9 Uhr.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte Termine eintragen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_22">Während der Sitzung hatte ich Gelegenheit auf Intervention von<lb/>
LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__97994">Steinocher</rs> wegen der Mitterberger Kupfer und mit <rs type="person" ref="#per__111741">Sekanina</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> zu sprechen. Die Mitterberger brauchen dringend<lb/>
wie der Finanzdirektor <rs type="person" ref="#per__136694">Wohl</rs> sagte, 40 Mill. S. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meinte,<lb/>
grosszügig, er müsste sowieso im Frühjahr jetzt ein Budgetüberschrei<lb break="no"/>tungsgesetz. ausschliesslich wegen der Bergbauförderung einbringen<lb/>
und es ist ihm eigentlich egal, ob er 100 Mill. oder 150 Mill.<lb/>
dafür vorsorgen muss. Ich konnte natürlich solange keine konkrete<lb/>
Zusage machen, als ich nicht im Bergbauförderungsgesetz die notwendi<lb break="no"/>gen budgetären Mitteln durch das 1. BÜG bekomme. Da aber <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
eine solche in Aussicht stellt, müsste jetzt die ÖIAG einen entspre<lb break="no"/>chenden Kredit der Mitterberger geben. Auf alle Fälle war ich jetzt<lb/>
ausser Obligo und <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> muss sich bemühen, ob die ÖIAG dazu be<lb break="no"/>reit ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> soll dies klären.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-27_24">Mit Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__97732">Mayer</rs>, Bregenz, besprach ich die weitere Vorgangs<lb break="no"/>weise seiner eventuellen Berufung als Vorstandsmitglied in die Tauern<lb break="no"/>kraftwerke. <rs type="person" ref="#per__97732">Mayer</rs> hat nach Meinungsumfragen eine gewisse Chance,<lb/>
dass er tatsächlich über 50 % der Stimmen bekommt. In diesem Fall<lb/>
bleibt er natürlich Bürgermeister, wie auch <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mir versicherte,<lb/>
dass dies der Wunsch der Partei ist. Ich zweifle nicht daran, wenn<lb/>
er 50 % kriegt, dass dies dann der Fall ist. Zu glauben aber, dass<lb/>
wenn er unter 50 % bleibt, niemand ihm dort den Posten streitig machen<lb/>
kann, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> annimmt, halte ich für zu optimistisch. Ich bin<lb/>
überzeugt, und <rs type="person" ref="#per__97732">Mayer</rs> übrigens auch, dass die ÖVP und FPÖ weitestgehend<lb/>
Absprachen haben, wenn sie bei der nächsten Wahl zumindestens über<lb/>
50 % der Stimmen haben, dass sie dann sicherlich einen Bürgermeister<lb/>
entweder von der ÖVP oder, wie <rs type="person" ref="#per__97732">Mayer</rs> sogar glaubt, von der FPÖ ge<lb break="no"/>meinsam bestellen werden. In diesem Fall, habe ich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mitgeteilt,<lb/>
würde ich <rs type="person" ref="#per__97732">Mayer</rs> sofort in die TKW bringen. <rs type="person" ref="#per__97732">Mayer</rs> ist damit einver<lb break="no"/>standen, dass er eine gewisse Zeit neben dem derzeitigen Direktor<lb/>
fungieren <choice><choice><sic>würd</sic><corr>würde?</corr></choice></choice>. Auf alle Fälle müsse aber die Vereinbarung so lauten,<lb/>
dass spätestens mit Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres der<lb/>
Wechsel dann erfolgt.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>(ehem.) poln. Außenhandelsminister</occupation>
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               <persName type="label">Bukowski, Dietrich</persName>
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               <occupation>Kabinettschef Kreisky [ident mit Reiter, C; 3.11.1971 Fredi Reiter
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