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            <title type="main">Freitag, der 21. Februar 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band24_1975-02-21</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-21_01">Freitag, 21. Feber 1975<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-21_02">Ein Redakteur, <rs type="person" ref="#per__140350">Gerstmayer</rs> von Ecco wollte, wie man mir sagte,<lb/>
falsche Behauptungen von <rs type="person" ref="#per__131030">Platzer</rs>, dem Sirupexporteur, mir<lb/>
mitteilen, in Wirklichkeit konnte ich dann sofort feststellen,<lb/>
daß Ecco sich auf einen Artikel im Profil bezog und behauptete,<lb/>
dort seien falsche Aussagen gemacht. Ich hatte den Artikel<lb/>
nicht gelesen und überflog ihn flüchtig während <rs type="person" ref="#per__140350">Gerstmayer</rs><lb/>
sprach. Profil versuchte, und dies machte mir diesen Artikel<lb/>
so sympathisch, <rs type="person" ref="#per__131030">Platzer</rs> die Gelegenheit zu geben, sich von den<lb/>
falschen Behauptungen und teilweise auch Unterstellungen in<lb/>
diesem Artikel reinzuwaschen. <rs type="person" ref="#per__140350">Gerstmayer</rs> behauptet, daß z.B.<lb/>
es falsch ist, wenn <rs type="person" ref="#per__131030">Platzer</rs> sagt, er hätte einen Würfelzucker<lb/>
in Plastiksäcken saumäßig verpackt bekommen. Die Zuckerindustrie<lb/>
verpackt Würfelzucker nicht in Plastiksäcken und von Importzucker<lb/>
aus Ungarn soll es auch keinen Würfelzucker gegeben haben. Ich<lb/>
erklärte sofort, daß ich nicht weiß, welcher Zucker tatsächlich<lb/>
aus Ungarn importiert wurde. Hier müßte er den Importeur<add>(O)</add> <rs type="person" ref="#per__58381">Fritz<lb break="no"/>Mauthner</rs> fragen. <rs type="person" ref="#per__140350">Gerstmayer</rs> wollte unbedingt Detailinformationen<lb/>
von mir, die ich teilweise gar nicht habe. Was er mir allerdings<lb/>
über die Geschäfte von <rs type="person" ref="#per__131030">Platzer</rs> bezüglich des Sirupverkaufs an<lb/>
obskuren Spediteur <rs type="person" ref="#per__140351">Wollinger</rs> mitteilte, waren im Ecco-Artikel<lb/>
und jetzt auch von <rs type="person" ref="#per__131030">Platzer</rs> selbst in der Kronen-Zeitung Interview<lb/>
bekannte Tatsachen. Mich wunderte nur, daß Profil einen<add>(O)</add> Pro- <rs type="person" ref="#per__131030">Platzer</rs> -<lb/>
Artikel, Ecco einen<add>(O)</add> Contra- <rs type="person" ref="#per__131030">Platzer</rs> -Artikel schrieb obwohl beide<lb/>
Zeitschriften im Kurier-Verlag erscheinen. <rs type="person" ref="#per__140350">Gerstmayer</rs> meinte,<lb/>
sie seien eine vollkommen unabhängige Redaktion und hätten daher<lb/>
auf den Profil-Artikel überhaupt keinen Einfluß resp. umgekehrt<lb/>
auch Profil oder der Verlag nicht auf ihre Schreibweise. Ich<lb/>
verwies besonders darauf, daß ich niemals die Firma Platzer<lb/>
irgendwo persönlich genannt habe und auch gar kein Interesse<lb/>
daran habe, nur diese einzelne Firma mit ihren Exporten als<lb/>
wirtschaftsschädigend zu bezeichnen. Die Umgehungsmischungen für<lb/>
Export wurde auch von anderen Firmen getätigt und ich selbst wäre<lb/>
sehr interessiert die ganzen Machinationen aufzuzeigen, resp. zu<lb/>
finden. Sicher ist eines wie ich <rs type="person" ref="#per__140350">Gerstmayer</rs> mitteilte, daß die<lb/>
bei Bern gelegene Zuckerfabrik, Hr. Dir. <rs type="person" ref="#per__140352">Meier</rs>, den österreichischer<lb/>
Zuckerindustrievertreter <rs type="person" ref="#per__137218">Anglian</rs> gesagt hat, daß Umgehungsmischun<lb break="no"/>gen direkt in seine Fabrik gekommen sind. Ich hatte das Gefühl,<lb/>
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an der auch <rs type="person" ref="#per__111699">Puffler</rs> und <rs type="person" ref="#per__113038">Reim</rs> teilnahmen, weil er sich doch<lb/>
wesentliche Aufschlüsse resp. Informationen von mir erwartete,<lb/>
insbesondere wollte er wissen, wer Importzucker einführte, resp.<lb/>
welche Lagerhäuser der Firmen eine Einfuhrgenehmigung haben<lb/>
oder beantragten. Ich habe SChef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> ersucht, mir eine dies<lb break="no"/>bezügliche Mitteilung nach Rücksprache in der ZAE zu geben,<lb/>
er teilte mir anschließend daran mit, daß nur Hofbauer und<lb/>
ein zweiter Süßwarenbetrieb diesbezügliche Importanträge ge<lb break="no"/>stellt hatten. Diese Mitteilung hatte er auch <rs type="person" ref="#per__111699">Puffler</rs> gegeben,<lb/>
der ohne die Firmennamen wahrscheinlich zu nennen, Ecco gegenüber<lb/>
festhielt, daß nur bis jetzt 2 Importanträge gestellt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-21_03">Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> kamen mit <rs type="person" ref="#per__114463">Altziebler</rs> und dem<lb/>
kommerziellen Direktor der Steweag wegen der Strompreiserhöhungen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> verwies darauf, daß die Bundeshandelskammer unbedingt Zeit<lb/>
braucht um mit den steirischen Strombezieher Verhandlungen führen<lb/>
zu können, bevor sie einer Kompromißlösung zustimmen. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs><lb/>
erklärte, er hätte alle Unterlagen <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> gegeben und es geht jetzt<lb/>
nur darum ein Kompromiß zu finden. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> meinte, die Preiskommission<lb/>
hätte bis jetzt eine Strompreiserhöhung, die 51 Millionen Schilling<lb/>
der Steweag bringt, zugestimmt. Der Wunsch der Steweag ist<lb/>
113 Millionen, wahrscheinlich wird es möglich sein, bei 90 Mill.<lb/>
eine entspreche Lösung zu erreichen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> legte Wert darauf,<lb/>
jedes Kompromiß in Auflagen in den Preisbescheid zu verankern,<lb/>
da diese auf alle Fälle nach objektiven Kriterien gefunden<lb/>
werden sollen und müssen, habe ich gar keine Bedenken, dieses<lb/>
System dann auch im Preisbescheid zu verankern. Hauptschwierig<lb break="no"/>keit liegt derzeit darin, daß der Vertreter der Wiederverkäufer<lb/>
in der Steiermark <rs type="person" ref="#per__140319">Frizberg</rs> eine besondere Rabattgewährung von<lb/>
4 1/2 Groschen bekommt und dadurch überhaupt keine Strompreis<lb break="no"/>erhöhung haben wird. Nach den objektiven Kriterien, nämlich wie<lb break="no"/>viel Meter Leitungsnetz er pro Abnehmer resp. wie gering seine<lb/>
Abgabe an die Letztverbraucher ist, ergibt diese größte Rabatt<lb break="no"/>gewährung. Es hat also gar nichts mit seiner Vertreterbefugnis<lb/>
aller Wiederverkäufer zu tun, trotzdem kann ich mir vorstellen,<lb/>
ist es für <rs type="person" ref="#per__140319">Frizberg</rs> unangenehm, daß er eine Stromerhöhung akzep<lb break="no"/>tieren soll, die ihm die größte Ermäßigung bringt zum Unter<lb break="no"/>schied von anderen Wiederverkäufern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-21_04">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__134288">Millwisch</rs> vom Verkehrsbüro wollte mir einreden,<lb/>
daß es zweckmäßig wäre, das seinerzeit von ihm und einigen<lb/>
Ländern in Amerika gegründete Reisebüro ATSO<add>[?]</add> in irgendeiner<lb/>
Form weiterzuführen, dieses Büro hat ein Defizit, muß jetzt<lb/>
liquidiert werden und <rs type="person" ref="#per__134288">Millwisch</rs> meint, es wird notwendig sein,<lb/>
in Amerika ein Verkaufsbüro zu halten. Er hätte auch mit unserem<lb/>
Fremdenverkehrswerbungsvertreter <rs type="person" ref="#per__134295">Patzak</rs> diesbezüglich gesprochen<lb/>
und er wäre angeblich bereit, 50.000 $ pro Jahr zur Verfügung zu<lb/>
stellen. Ich erklärte sofort, daß ich eine solche Vorgangsweise<lb/>
nicht für gut halte, eine öffentliche oder zumindestens halb<lb break="no"/>öffentliche Stelle wie die öst. Fremdenverkehrswerbung kann sich<lb/>
nicht in kommerzielle Tätigkeiten einschalten. <rs type="person" ref="#per__134288">Millwisch</rs> meinte,<lb/>
daß dies andere Staaten sehr wohl tun und die große Gefahr be<lb break="no"/>steht, daß die wholesaler, also die Großhändler Österreich<lb/>
gar nicht mehr in ihre Verkaufspakete in Amerika aufnehmen und<lb/>
dadurch Österreich umso mehr den Rückgang der amerikanischen<lb/>
Touristen nach Europa wird spüren, trotzdem glaube ich, wäre es<lb/>
sehr schlecht, wenn Österreich tatsächlich den amerikanischen<lb/>
Reisebüros mit einem halbamtlich subventionierten Stelle Konkurrenz<lb/>
machen würde. <rs type="person" ref="#per__134288">Millwisch</rs> geht jetzt in Pension, das Verkehrsbüro<lb/>
soll mit <rs type="person" ref="#per__112998">Sokol</rs> von der AUA besetzt werden, <rs type="person" ref="#per__140353">Exinger</rs>, der jetzt<lb/>
sein Stellvertreter ist, soll ebenfalls in Pension gehen und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140354">Ullmann</rs>, der ÖVP-Vertreter, bleibt. Die Tatsache, daß die Spanne<lb/>
für das <choice><choice><sic>Incam-Geschäft</sic><corr>Incoming-Geschäft?</corr></choice></choice> 7–8 % beträgt und bei der Bezahlung<lb/>
6 Monate mind. Ziel gewährt werden muß, d.h. allein die Zinsen<lb/>
schon in dem halben Jahr 5 % ausmachen, zeigt wie sehr das ameri<lb break="no"/>kanische Geschäft heute uninteressant wurde. Der wirklich große<lb/>
Rückgang ergibt sich meiner Meinung nach aber nicht weil die<lb/>
wholesaler oder Reisebüros nicht für Österreich verkaufen wollen<lb/>
sondern weil eben die $-Abwertung den amerikanischen Touristen<lb/>
Europa und ganz besonders Österreich, die Schweiz und Deutschland<lb/>
so teuer macht. Das Verkehrsbüro muß die 2 Millionen Schilling<lb/>
Investitionen und sonstige Ausgaben derart so mitdecken und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134288">Millwisch</rs> meinte, es hätte sowieso während seiner Tätigkeit<lb/>
30 Millionen Schilling Rücklagen ansammeln können. Ich verstehe,<lb/>
daß es <rs type="person" ref="#per__134288">Millwisch</rs> wegen dieser Fehltransaktion jetzt bei seinem<lb/>
Abgang sehr unangenehm ist, dies bekennen zu müssen, doch kann<lb/>
ich ihm nicht helfen. <rs type="person" ref="#per__134288">Millwisch</rs> selbst wird, wie er hofft oder<lb/>
scheinbar schon vereinbart hat, bei der Hotel-Treuhand Konsulent.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-21_05">Die Präsidentenschaft beim Reisebüro-Verband möchte er<lb/>
unbedingt noch beibehalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-21_06">Die Reiseausstellung BUNTE WEITE WELT, diesmal wieder im Rathaus.<lb/>
wo sie auch in Hinkunft immer bleiben soll, da<add>[das Palais]</add> Palffy viel zu<lb/>
klein schon ist, wurde von einer Krakauer Sänger- u. Musikgruppe<lb/>
eingeleitet. Wie ich mich nachher erkundigen konnte, ist diese<lb/>
über 20 Mann starke Gruppe aus Krakau von den Bergarbeitern<lb/>
kollektiv also eine Amateurgruppe gewesen. Für die Fremdenver<lb break="no"/>kehrswerbung aller Länder wird sehr viel Geld ausgegeben und<lb/>
damit auch wahrscheinlich sehr viel unnötiges. Die Werbewirksam<lb break="no"/>keit dieser Gruppe war genau so stark, d.h. also auch in meinen<lb/>
Augen, fast Null als wie wenn österreichische Kapellen und<lb/>
Gruppen zu Ausstellungen oder Eröffnungen ins Ausland fahren.<lb/>
Eine Werbewirksamkeit ergibt sich meiner Meinung nach nur, wenn<lb/>
es sich hier um <choice><choice><sic>spezifisch österreiche Wochen</sic><corr>spezifisch österreichische Wochen? eine spezifische Österreichwoche?</corr></choice></choice> handelt, wie dies<lb/>
in Göteborg das letzte Jahr der Fall gewesen ist. Angeblich gibt<lb/>
es jetzt eine genaue Untersuchung über die Folgewirkungen, dieser<lb/>
Österreichwochen auch für den Fremdenverkehr.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-21_07">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Bitte diese Untersuchungen verlangen resp.<lb/>
Analysen anstellen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-21_08"><rs type="person" ref="#per__110994">Stepski</rs>, der Besitzer der Nettingsdorfer Papierfabrik und gleich<lb break="no"/>zeitiger Präsident der Papierindustrie Nachfolger von <rs type="person" ref="#per__116023">Poppovic</rs><lb/>
wollte unter vier Augen das leidige Problem der Prioritäten wegen<lb/>
der Umweltschutzzinsenzuschüsse besprechen. Wie erwartet haben<lb/>
sich die Papierindustriellen über eine Prioritätenliste nicht<lb/>
einigen können. Insbes. die Vertreter von Brigl &amp; Bergmeister<lb/>
und Pöls waren nicht bereit, anzuerkennen, daß es jetzt nach<lb/>
Auffassung <rs type="person" ref="#per__110994">Stepskis</rs> dringend notwendig sei, eine Entscheidung<lb/>
zu treffen. Als Erstes sollte man für die Leykam die notwendigen<lb/>
Mitteln des Wasserwirtschaftsfonds und auch unserer Zinsenzu<lb break="no"/>schüsse zur Verfügung stellen. Außerdem sollten die Projekte<lb/>
Lenzing Ausfinanzierung und Frantschach jetzt nur in Form von<lb/>
Zinsenzuschüssen, ohne daß der Wasserwirtschaftsfonds belastet wird<lb/>
erfüllt werden. Der Wasserwirtschaftsfond möchte dann noch für<lb/>
die Halleiner Borregaard entsprechend Mittel im Zukunft bereit<lb break="no"/>stellen. Das Holzversorgungsproblem der Zelluloseindustrie, das<lb/>
ich immer an die Spitze der Ausführungen stelle, wird nach <rs type="person" ref="#per__110994">Stepskis</rs><lb/>
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in den nächsten Jahren gewisse zusätzliche Holzmengen ge<lb break="no"/>bracht werden können, daß andererseits gewisse Importe in<lb/>
den nächsten Jahren aus den Oststaaten auch noch möglich<lb/>
sind und daß aber auf längere Zeit gesehen auf alle Fälle<lb/>
die kleineren Zellulosefabriken Weißenbach, Rechberg und<lb/>
insbes. die Zellulosefabrik von Borregaard in Villach stillge<lb break="no"/>legt werden müßte. Der Gesellschaft wäre bei der Genehmigung<lb/>
des Zinsenzuschuß fast eine Auflage in dieser Richtung zu geben.<lb/>
Ich erklärte <rs type="person" ref="#per__110994">Stepski</rs>, daß ich eine diesbezügliche Entscheidung<lb/>
dann treffen werde, bis jetzt die Banken insbes. <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97789">Ockermüller</rs> sich über die weitere Vorgangsweise geeinigt haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-21_09">Die Betriebsräte der Firma Pengg und Eisenwerk Breitenfeld<lb/>
kamen sich bei mir bitter beschweren, daß es nicht gelungen war,<lb/>
zwischen der sozialistischen Gemeinde Mitterdorf und der soz.<lb/>
Gemeinde Wartberg eine Lösung über die 110-kV-Leitung der Steweag<lb/>
zu finden. Die Investitionen bei Pengg und Breitenfeld leiden<lb/>
darunter, daß es jetzt zu einer Verwaltungsgerichtshofberufung<lb/>
gekommen ist. Ich selbst erklärte, daß ich alle Unterlagen so<lb/>
schnell als möglich dem Verwaltungsgerichtshof zur Verfügung<lb/>
stellen werde, damit das Verfahren so schnell als möglich abge<lb break="no"/>wickelt wird. Zweckmäßiger erscheint mir aber, daß wir auch<lb/>
mit Hilfe der steirischen Partei versuchen, vielleicht dieses<lb/>
Verfahren aus der Welt zu schaffen und der Steweag die Möglich<lb break="no"/>keit zu geben, diese Leitung sofort zu bauen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-21_10">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte den Fall mit mir und <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114528">König</rs> besprechen<add>(O) Absatz</add>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-21_11">Das Gespräch mit den Internationalen Ölgesellschaften aber auch<lb/>
der ÖMV gestaltete sich ganz anders als mir <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> vorher ankündigte.<lb/>
Die Vertreter wollten keinesfalls von mir wissen, ob, wenn sie sich<lb/>
mit der Arbeiterkammer einigen, ich dann dieses Kompromiß wegen<lb/>
der Rabatte auf dem Ölsektor akzeptiere sondern im Gegenteil, sie<lb/>
wollten haben, daß ich ihren Vorschlag annehme und dann damit<lb/>
dieses leidige Problem aus der Welt geschaffen ist. Für Diesel<lb/>
wollten sie 10 Groschen Rabatt geben, im Oktober sollte dann<lb/>
der Rabatt wieder aufgehoben werden und sogar der jetzige.<lb/>
Ofenheizölrabatt von 30 Groschen auf 10 Groschen nur mehr abgesenkt<lb/>
werden. Ich erklärte sofort, daß mir dies als kein Kompromiß er<lb break="no"/>scheint, welches Aussicht hat akzeptiert zu werden. Außerdem<lb/>
<pb n="24-0224" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band24/24_1975-02-21_0224.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sei ich ja nur für Ofenheizöl zuständig und für Dieselkraft<lb break="no"/>stoff so weit überhaupt Preisanordnungen geändert werden sollten.<lb/>
Da es sich hier um eine freiwillige Preissenkung auf Rabatt<lb break="no"/>basis handelt sei dafür die Paritätische Kommission zuständig.<lb/>
Wenn es dort zu einer Einigung kommt, bin ich gerne bereit,<lb/>
diesen zu akzeptieren, wenn dies nicht der Fall ist und den<lb/>
Antrag von der Arbeiterkammer bekomme, die Preise neu zu über<lb break="no"/>prüfen und vielleicht sogar festzusetzen, so werde ich diesem<lb/>
Antrag Rechnung tragen müssen. Da ich jetzt alle Ölvertreter<lb/>
zusammen hatte erklärte ich ihnen auch, daß zukünftige System<lb/>
bei der Internationalen Energieagentur. Wir werden einen dies<lb break="no"/>bezüglichen Gesetzentwurf in Kürze zur Begutachtung schicken<lb/>
wo vorgesehen ist, daß die Importeure für Rohöl aber auch für<lb/>
Derivate entsprechende Lager halten müssen. Die Kosten für diese<lb/>
Lagerhaltung sollen dann gegebenenfalls in die Kalkulation als<lb/>
Kalkulationspost aufgenommen werden. Ich erklärte aber sofort,<lb/>
daß wenn, dieses System von der Handelskammer oder den Ölgesell<lb break="no"/>schaften nicht akzeptiert wird, ich auch für jedwedes anderes<lb/>
System offen bin, nur vornherein ablehnen muß, daß der Finanz<lb break="no"/>minister aus Budgetmitteln entsprechende Beträge zur Verfügung<lb/>
stellt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-21_12">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Vielleicht wäre es ganz gut, wenn wir end<lb break="no"/>lich einmal fraktionell<add>frakt. Besprechung am 26.II.75 anberaumt [Paraphe Gehart]</add> wüßten, welchen Vorschlag wir in dieser<lb/>
Beziehung machen. Kalkulationspost oder gegebenenfalls auch Ab<lb break="no"/>gabe bei Nichterrichtung von Öllagern<add>(O) Absatz</add>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-21_13">Auf mein Verlangen kam Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs>, weil ich mit ihm die<lb/>
negative Haltung der Verbundgesellschaft zu den Importen aus<lb/>
der Sowjetunion von 1 Milliarde kW-Stunde besprechen wollte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> selbst war über den letzten Stand nicht informiert,<lb/>
daß nämlich nicht nur der Handelsrat sondern auch jetzt der<lb/>
Geschäftsträger bei mir wegen dieser Importe interveniert hatte.<lb/>
Ich selbst erklärte, daß ich nach wie vor glaube, die Import<lb break="no"/>möglichkeit aus der Sowjetunion unbedingt zu nützen. Wenn ich<lb/>
mir vorstelle welche Schwierigkeiten wir in Hinkunft mit Er<lb break="no"/>richtung von Atomkraftwerken haben werden, so kann ich nicht ver<lb break="no"/>stehen, daß wir eine solche Importmöglichkeit nicht jetzt sofort<lb/>
in unsere ganzen Überlegungen einplanen. Die Verbundgesellschaft<lb/>
<pb n="24-0225" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band24/24_1975-02-21_0225.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>erklärt zwar, daß sie außerstande ist, 1978 bereits 1 Milliarde<lb/>
kW-Stunden zu importieren, sie kann diese Strommenge nicht<lb/>
brauchen wohl aber bereits im Jahre 1980, wenn ein Kraftwerk<lb/>
entsprechend zurückgestellt wird. Da endgültige Preisvorstellungen<lb/>
der Russen noch nicht bekannt sind, wenn tatsächlich ein halber<lb/>
Kopeken für die kW-Stunde verlangt wird, das wären 17 Groschen,<lb/>
ist dies ein phantastisch tiefer Preis, wird <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> sich auf<lb/>
meinen Wunsch jetzt den sowjetischen Handelsrat kommen lassen<lb/>
um mit ihm die entsprechenden Detailbesprechungen zu führen.<lb/>
Richtig ist, daß die Verbund genau wissen muß, wo jetzt die 1.6<lb/>
Milliarden kW-Stunden aus Polen unsere Grenze überschreiten, ob<lb/>
also die Leitung über die Tschechoslowakei gebaut wird oder<lb/>
wenn diese sie ablehnt doch vielleicht über Ungarn weil dann<lb/>
die notwendige große Gleichrichteranlage entsprechend dem Grenz<lb break="no"/>übertritt gebaut werden muß. Bei dieser Gelegenheit sollte man<lb/>
gleich auch Überlegungen anstellen wo die eventuellen 1 Milliarde<lb/>
kW-Stunde aus der Sowjetunion übergeben werden. Die Sowjetunion<lb/>
baut eine 750-kV-Leitung also eine gigantisch große Übertragungs<lb break="no"/>leitung von Ukraine bis Ungarn. Sich an diese Verbundleitung anzu<lb break="no"/>schließen halte ich für einen äußerst energiepolitisch aber<lb/>
auch wirtschaftspolitischen Forderungspunkt, damit könnte Öster<lb break="no"/>reich tatsächlich eine Drehscheibe in der Verbundwirtschaft<lb/>
zwischen West und Ost werden.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 21.2.1975</head>
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               <occupation>Vorstandsdir. Verb. d. öst. Zuckerindustrie; evtl.
                  Falschschreibung</occupation>
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