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            <title type="main">Mittwoch, der  5. Februar 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-05_01">Mittwoch, 5. Feber 1975<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-05_02">Rechtsanwalt Dr. <rs type="person" ref="#per__121788">Rosenzweig</rs>, Vertreter der ÖMV, kam um<lb/>
zu klären, warum das Handelsministerium bei der Finanz<lb break="no"/>prokuratur die Anzeige von Ölgesellschaften wegen Nicht<lb break="no"/>belieferung durch die ÖMV unterstützt. Die Finanzprokuratur<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__140355">Wehrmann</rs> hat ihm erklärt, daß sie nur auf Veranlassung<lb/>
des Handelsministeriums tätig wurde. Eine Ölgesellschaft,<lb/>
Fageno, an der <rs type="person" ref="#per__140357">Windischgrätz</rs> besonders beteiligt ist, die<lb/>
Frau hat früher die Klederinger Raffinerie geführt, welche<lb/>
in Konkurs gegangen ist, wo die ÖMV auch eine Million Schilling<lb/>
verloren hat, wollen so wie Minu<add>[?]</add> eine andere Handelsgesellschaft<lb/>
direkt von der ÖMV beliefert werden und nicht über die inter<lb break="no"/>nationalen Gesellschaften und über Elan und Martha. Vor Monaten<lb/>
hat deshalb Fageno ein Schreiben an mich gerichtet wo sie gegen<lb/>
diese ungleiche Behandlung protestiert. In der Zwischenzeit hat<lb/>
sich auch noch Gesellschaft Mineralölhändler-Verband wo der<lb/>
Pluskauf-Besitzer <rs type="person" ref="#per__140358">Koren</rs> 12–14 Tankstellen und etliche andere<lb/>
Händler vereinigt haben dieser Kampagne angeschlossen. Die ÖMV,<lb/>
so führte <rs type="person" ref="#per__121788">Rosenzweig</rs> aus, steht auf dem Standpunkt, daß sie vom<lb/>
Versorgungsgesichtspunkt aus eben diese Händler nicht direkt<lb/>
beliefern kann. Alle anderen, die internationalen, aber auch<lb/>
Martha und Elan sind verpflichtet, die ganze Produktpalette ab<lb break="no"/>zunehmen. Diese Händler aber wollen nur die interessanten Produkte<lb/>
kaufen. Aus volkswirtschaftlichen Gründen und vor allem aber<lb/>
um die Verteilung sicher zu stellen und das Preisniveau halten<lb/>
zu können müßten sie deshalb das Direktbeliefern unter allen<lb/>
Umständen verhindern. Richtig ist, daß diese Verbandshändler<lb/>
aber auch die in der Genossenschaft Fageno zusammengeschlossenen<lb/>
Händler teilweise sogenannte weiße Tankstellen führen, die den<lb/>
Benzin um bis zu 20 Groschen billiger abgeben als die internat.<lb/>
und die Elan- u. Martha-Tankstellen. Seinerzeit wurde als dieses<lb/>
System die ÖMV sich aufgebaut hat von Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97852">Raab</rs> ge<lb break="no"/>fordert, daß eine Vereinigung gewisser Händler Minu<add>[?]</add> ebenfalls<lb/>
direkt von der ÖMV beziehen können. In dieser Organisation sind<lb/>
die Firma Stroh, aber auch die Firma <rs type="person" ref="#per__140356">Eigl</rs>, ein besonderer Freund<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> aus dem Zwettler Raum, und einige andere Händler. Diese<lb/>
beziehen angeblich 600.000 Tonnen. Die Regelung von ÖMV und den<lb/>
Internationalen sieht angeblich vor, daß mind. 500.000 Tonnen<lb/>
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350.000 Tonnen eine Ausnahme gemacht, weil dadurch die ÖMV den<lb/>
Markennamen Aral führen darf. Die Fageno Gesellschaft soll angeb<lb break="no"/>lich nur 60.000 Tonnen abnehmen. Wieviel der Mineralölhändlerverband<lb/>
abnimmt wußte <rs type="person" ref="#per__121788">Rosenzweig</rs> nicht. Fageno und Mineralölhändlerverband<lb/>
sagen nun, sie beziehen zwar auch das Produkt sofort aus Schwechat<lb/>
müssen aber eine Faktura über die Internationalen oder ELAN und<lb/>
Martha vorlegen, so daß dadurch eine Verteuerung entsteht weil sie<lb/>
die Großhandelsspanne zahlen müssen obwohl diese Händler überhaupt<lb/>
keine Leistung erbringen. MR <rs type="person" ref="#per__127126">Hönel</rs> hat nun dieses Problem in der<lb/>
Sektion III entsprechend bearbeitet und Gutachten an das Justiz<lb break="no"/>ministerium abgegeben. Ich habe den Akt das erste Mal gesehen, flüchtig<lb/>
durchgeschaut und bin dabei draufgekommen, daß <rs type="person" ref="#per__127126">Hönel</rs> das Justiz<lb break="no"/>ministerium anschrieb und dort anregte, daß das Justizministerium<lb/>
entscheiden soll ob die Finanzprokuratur eingeschaltet werden soll.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__121788">Rosenzweig</rs> glaubt nun, daß die Beamten gegen meinen Willen und gegen<lb/>
meine Auffassung diese Politik vertreten. Ich habe <rs type="person" ref="#per__121788">Rosenzweig</rs> sofort<lb/>
erklärt, daß ich noch nicht sehe, wo <rs type="person" ref="#per__127126">Hönel</rs> gegen ansonsten von mir<lb/>
vertretene Politik verstoßen ist. Wenn vom Standpunkt der Versorgung<lb/>
dieses System, das die ÖMV aufgerichtet hat, wirklich notwendig ist,<lb/>
dann müßte die ÖMV uns dies nachweisen. Die Erwiderungsschrift der<lb/>
ÖMV an die Finanzprokuratur lag dem Akt nicht bei und <rs type="person" ref="#per__121788">Rosenzweig</rs><lb/>
verpflichtete sich, diese, Sektionschef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, der diesen Gesichts<lb break="no"/>punkt Versorgungssicherung überprüfen wird, zur Verfügung zu stellen.<lb/>
Für diese Prüfung ist natürlich die Energiesektion zuständig. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs><lb/>
hat deshalb auf dem Akt von <rs type="person" ref="#per__127126">Hönel</rs> vermerkt, daß vor Abfertigung in<lb/>
Hinkunft immer das Einvernehmen mit der Energiesektion herzustellen<lb/>
ist. Ich erklärte <rs type="person" ref="#per__121788">Rosenzweig</rs> dezidiert, daß ich nicht beabsichtige<lb/>
<rs type="person" ref="#per__127126">Hönel</rs> eine Weisung zu geben, damit dann womöglich im Parlament eine<lb/>
Anfrage von der ÖVP an mich gerichtet wird, warum ich hier einen<lb/>
Machtmißbrauch auf Grund des Kartellgesetzes decke nur weil es<lb/>
sich um die ÖMV d.h. einen verstaatlichten Betrieb handelt. Wenn hier<lb/>
tatsächlich ein funktionsloser Zwischenhandel, Großhandelsspanne durch<lb/>
Internationale und Elan und Martha vorliegt, dann sehe ich nicht ein,<lb/>
warum ich hier die Mauer machen soll.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-05_03">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Wie ist die Stellung der Arbeiterkammer zu<lb/>
diesem Problem?<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-05_04"><rs type="person" ref="#per__121788">Rosenzweig</rs>, der Zentralsekr. <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> anwaltschaftlich wegen der<lb/>
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wollte auch Informationen über den Zuckerskandal und fragte,<lb/>
mit wem er sich im Haus mit den Beamten ins Einvernehmen setzen<lb/>
soll. Ich schlug ihm sofort nur Dr. <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> von meinem Büro vor.<lb/>
Ich halte es vollkommen unmöglich, daß ein Anwalt direkten<lb/>
Kontakt mit Beamten womöglich auf Weisung des Ministers beginnt<lb/>
weil dadurch auch eine ganz große Gefahr für ein unabhängiges<lb/>
Gerichtsverfahren zu manipulieren entstehen könnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-05_05">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Wie ist dieses Problem rechtlich und grund<lb break="no"/>satzmäßig zu sehen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-05_06">Ansonsten war der Tag ausschließlich von Rublic Relations er<lb break="no"/>füllt. Die Pressekonferenz des Vereins für Konsumenteninformation<lb/>
über Energiesparen, wo ich aufgefordert wurde daran teilzunehmen<lb/>
und die Einleitung zu machen, gab mir Gelegenheit noch einmal<lb/>
die Aktivitäten des Ministeriums auf diesem Sektor zu erörtern.<lb/>
Gleichzeitig konnte ich Prof. <rs type="person" ref="#per__97762">Musil</rs> als den Vorsitzenden des<lb/>
Energiesparbeirates vorstellen. Zum Glück hatte S.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>,<lb/>
der sich bei der Konferenz entschuldigen ließ, da er wirklich an<lb break="no"/>dere Arbeiten hat, seinen Mitarbeiter <rs type="person" ref="#per__107956">Satzinger</rs> mitgeschickt.<lb/>
Im Auto konnte ich deshalb auf Grund seines Handaktes viele<lb/>
Details die ich dringend brauchte und die auch in meinem Hand<lb break="no"/>akt gewesen wären, den wir leider nicht gefunden haben, rekonstru<lb break="no"/>ieren und mich dadurch mit entsprechendem Material versorgen.<lb/>
Dadurch war es mir möglich in der Diskussion auch Detailfragen<lb/>
wie z.B. Wärmedämmung, Önorm usw. fachlich und sachlich ein<lb break="no"/>wandfrei zu beantworten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-05_07">ANMERKUNG an ALLE: Beim Ablagesystem muß unbedingt neu organi<lb break="no"/>siert werden. Solange es hinter meinem Schreibtisch liegt, finde<lb/>
ich den Akt und dann ist er auf einmal verschwunden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-05_08">Der Verein für Konsumenteninformation der im Auftrag des Bundes<lb break="no"/>kanzlers jetzt eine solche Kampagne über Aufklärung der Haus<lb break="no"/>halte beginnt, hat dadurch eine gigantische Propagandamöglichkeit.<lb/>
Er schickt eine Ankündigung an alle Haushalte und verlangt von<lb/>
diesen wer eine Broschüre über Energiesparen will, ein sogenanntes<lb/>
Energiesparbuch, der muß ihm einen Abschnitt einschicken. Leider<lb/>
<pb n="24-0138" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band24/24_1975-02-05_0138.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>hat mich <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> viel zu spät, nämlich erst bei der Pressekonferenz<lb/>
über Details eingeweiht und mir den Entwurf dieses Energiespar<lb break="no"/>buches gezeigt. In Wirklichkeit sind zwar nützliche Hinweise da<lb break="no"/>rin, aber meiner Meinung nach viel zu unzulänglich. Wenn man<lb/>
schon von den Konsumenten einen Abschnitt verlangt, dann hätte<lb/>
man auch in diesem Abschnitt verlangen müssen, um welche Heizung<lb/>
es sich handelt die zur Debatte steht und welche Probleme der<lb/>
Betreffende insbesondere wissen möchte. Darauf hätte man eine<lb/>
spezifische Broschüre oder ein spezifisches Energiesparbuch hin<lb break="no"/>schicken müssen. Für diese Spezialauskunft verweist das Energie<lb break="no"/>sparbuch nur auf den Verein für Konsumenteninformation, auf seine<lb/>
Publikationen und auf seine Aktivitäten auf diesem Gebiet. Ich<lb/>
fürchte, daß die Bezieher dieses Energiesparbuches über die<lb/>
Dürftigkeit und allgemeine Aussage ein wenig enttäuscht sein wer<lb break="no"/>den.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-05_09">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: War der Grund Deines Vorgehens, damit Du mit<lb/>
den Kunden, der sich an Dich wendet, in einem ständigeren Kontakt<lb/>
kommst.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-05_10">Die Arbeitsgemeinschaft Messen hat eine Pressekonferenz im Palais<lb/>
Palffy. Hier wurde auch ich aufgefordert einige Worte zu sagen<lb/>
und konnte auf den Erfolg hinweisen, daß es mir geglückt ist alle<lb/>
Messen die von Bedeutung sind, von Dornbirn bis Wien, in diese<lb/>
Arbeitsgemeinschaft zu bringen. Ich erklärte auch rundwegs, daß<lb/>
es dringendst notwendig ist, daß sich die Arbeitsgemeinschaft mit<lb/>
der Frage beschäftigt, ob und inwieweit nicht zu viele Messen<lb/>
oder Veranstaltungen bereits in Österreich stattfinden. Dadurch<lb/>
werden die Unternehmen die immer wieder daran teilnehmen müssen<lb/>
arg belastet. Gleichzeitig verwies ich darauf, daß das Ministerium<lb/>
nicht nur einen allgemeinen Messeprospekt mit 120.000 Schilling<lb/>
subventioniert, sondern insgesamt im Jahre 1974 für die Planung<lb/>
über 3 Millionen Schilling zur Verfügung gestellt hat. Mein Konzept<lb/>
erörterte ich, daß meistens bei den Planungsausgaben gespart wird<lb/>
und dann entsprechende Bauten unzweckmäßig errichtet werden. Ich<lb/>
habe deshalb sofort zum Unterschied von meinem Amtsvorgänger, der<lb/>
überhaupt keine Förderung der Messen vorgenommen hat und in früheren<lb/>
Jahrzehnten man sich mit Subventionen und Zinsenzuschüssen an die<lb/>
Messen gewendet hat, das System insofern geändert, als wir eben<lb/>
für Planungskosten jetzt Zuschüsse geben. Ich strich besonders<lb/>
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wurden jetzt begeistert sind von dieser Idee und ganz besonders<lb/>
anerkennen, daß ich mich nicht dann in Details einmische. Sie<lb/>
befürchteten scheinbar, daß ich ihnen mit den Zuschüssen gleich<lb break="no"/>zeitig gewisse Architekten oder Planer aufzwingen werde. An<lb break="no"/>schließend berichteten alle Messen über ihre Vorhaben, Dis<lb break="no"/>kussion gab es keine, sondern dann eben sofort ein Mittagessen.<lb/>
Vom Ministerium waren MR <rs type="person" ref="#per__140282">Drössler</rs>, MR <rs type="person" ref="#per__136790">Wagner</rs> und S.Chef <rs type="person" ref="#per__107939">Römer</rs> ver<lb break="no"/>treten. Beim Mittagessen erörterte ich mit dem derzeitigen Präsi<lb break="no"/>denten der Arbeitsgemeinschaft Hotelier <rs type="person" ref="#per__140359">Demuth</rs> und Präsident<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115707">Rhomberg</rs>, wie LR <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs>, lauter Schwarze sowie LR <rs type="person" ref="#per__115673">Neuhauser</rs><lb/>
von der Welser Messe, ein Roter, das Problem der Salzburger<lb/>
Veranstaltungen im neuen Ausstellungszentrum. Bei der letzten<lb/>
Arbeitsgemeinschaft haben sie schon erklärt, daß von dort ein unlau<lb break="no"/>terer Konkurrenzkampf begonnen wird. <rs type="person" ref="#per__115707">Rhomberg</rs> beschwerte sich<lb/>
bei mir, daß diese Ausstellungsgruppe mit Unterpreisen versucht<lb/>
auf alle Fälle die Wirtschaft nach Salzburg zu ziehen. <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs><lb/>
meint dadurch entsteht ein unfairer Wettbewerb, der für die Messen<lb/>
ruinös sein kann. Alle haben volles Verständnis, daß natürlich<lb/>
dieses Salzburger Ausstellungszentrum, welches mit hohem Millionen<lb break="no"/>aufwand gebaut wurde und auch entsprechende Subventionen bekommen<lb/>
hat, Erträge abwerfen müßte. Sie fürchten aber, und ich glaube<lb/>
dies zu Recht, da es dort keine eigene Gesellschaft gibt, daß die<lb/>
geschickten Ausstellerorganisatoren hier eine kurzfristige Politik<lb/>
machen und, wenn es schief geht, dann eben sofort von der Bildfläche<lb/>
verschwinden. Bei der letzten Arbeitsgemeinschaft in Innsbruck<lb/>
wurde deshalb vereinbart, daß die ÖVP-ler mit Landeshauptmann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__137200">Lechner</rs> und die Sozialisten mit den Landeshauptmannstellvertreter<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97994">Steinocher</rs> und Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__125829">Salfenauer</rs> sprechen werden. Dies ist<lb/>
aber scheinbar nicht geschehen, oder hat auf ÖVP-Seite überhaupt<lb/>
keinen Erfolg gezeigt. Auf alle Fälle erklärte .ich mich bereit<lb/>
wenn mir die Arbeitsgemeinschaft jetzt ein diesbezügliches Schrei<lb break="no"/>ben schickt, daß ich dann mit <rs type="person" ref="#per__137200">Lechner</rs>, <rs type="person" ref="#per__97994">Steinocher</rs> und <rs type="person" ref="#per__125829">Salfenauer</rs><lb/>
ein Gespräch führen werde, damit man dort eine Organisationsform<lb/>
findet, wo eben auch ein ständiges verantwortliches verantwort<lb break="no"/>liches Büro, womöglich in Forum einer Messe geschaffen wird,<lb/>
wo dann die notwendigen Kontakte auch wegen Termingestaltung<lb/>
hergestellt werden können.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-05_11">Bei <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> vereinbarte ich, daß nur eine Präsidentenbesprechung wegen<lb/>
des Zuckerpreises auf Wunsch von Präsident <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> stattfinden soll.<lb/>
Zu meiner größten Verwunderung hat sich dann <rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs> sehr auf<lb break="no"/>geregt, daß man auf seine Termine, er hat Präsidium, nicht Rücksicht<lb/>
nimmt und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> meinte ebenfalls er könne nicht kommen, weil er<lb/>
Bundesparteileitung hat. Er wird auf alle Fälle Generalsekretär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> schicken. Auch <rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs> wollte <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> nur schicken. Ich<lb/>
habe mich über dieses Verhalten schon einigermaßen geärgert, aber<lb/>
sofort erklärt, daß sollen sie sich mit Präsident <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> ausmachen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat mich verständigt, daß er befürchtet, <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> könne diese<lb/>
Details nicht wissen und deshalb würde er auf alle Fälle mitkommen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs> wieder will gar nichts machen und möchte unter allen<lb/>
Umständen, daß die Sache noch aufgeschoben wird. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> mit dem ich<lb/>
telefonisch dann gesprochen habe meint sogar man sollte maximal<lb/>
einen Rübenpreis festsetzen und sonst gar nichts tun. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> will<lb/>
nicht einmal den aus der Rübenpreiserhöhung ergebenden Zuckerpreis<lb break="no"/>anteil festlegen. Wenn nämlich die Rüben ca. 8 Groschen erhöht werden,<lb/>
müßte der Zuckerpreis um 60 Groschen verteuert werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-05_12">Telefonaktion von 15.00 – 20.00 Uhr ist verhältnismäßig sehr lange.<lb/>
Da kaum eine Minute auch nur Zwischenzeit nicht telefoniert wurde,<lb/>
ergab sich eine ständige Notwendigkeit von mir immer wieder genau<lb/>
zuzuhören und vor allem ausführliche Informationen zu geben. Da es<lb/>
sich bei den 62 Anrufern im Großteil auch um Landwirte handelte,<lb/>
die wegen des Zuckerpreises fragten, ergab sich oft eine viertel<lb break="no"/>stündige und längere Diskussion mit den Einzelnen. Das Uninteressante<lb/>
ist nur, daß man dann manchmal bis zu einem dutzendmal dieselben<lb/>
Argumente immer wiederholen muß. Im großen und ganzen aber haben alle<lb/>
auch die Hausfrauen oder städtische Bevölkerung die angerufen hat,<lb/>
zu diesem Punkt gemeint ich sollte so schnell als möglich eine Ent<lb break="no"/>scheidung fällen, damit dies alles vorüber ist. Ein weiteres Problem<lb/>
war die Koks- und Kohlepreiserhöhung. Interessant war, daß sich die<lb/>
meisten darüber aufregten, daß ich diese Preiserhöhung die durch<lb/>
höhere Importpreise für Kohle und Koks bedingt ist, nicht im Fern<lb break="no"/>sehen verlautbart habe. Zum Glück fiel mir ein nachdem ich mit dem<lb/>
Problem ja gar nicht beschäftigt bin, sondern maximal die Paritätische<lb/>
Kommission, daß eine Verlautbarung deshalb unterblieb damit nicht<lb/>
Händler die noch alte Lagerbestände haben, diese sofort auch zu den<lb/>
höheren Preisen verkaufen. Hier zeigt sich für mich ein richtiges<lb/>
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Informationen über Preiserhöhungen wenn ich gefragt werde,<lb/>
rausgebe wodurch dann eine Panik manchmal entsteht und Hamster<lb break="no"/>käufe beginnen. Auf der anderen Seite aber, wenn es zu Preis<lb break="no"/>erhöhungen kommt, die ich nicht verlautbare, werde ich angegriffen,<lb/>
daß ich eben die Bevölkerung nicht informiere.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-05_13">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte sofort untersuchen, was auf dem Koks-<lb/>
und Kohlensektor geschieht und welche Kontrollmöglichkeiten und<lb/>
insbesondere Informationen wir in diesem Fall bekommen haben<lb/>
resp. in Zukunft bekommen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-05_14">Natürlich riefen auch viele Unternehmer an um sich über die<lb/>
Ladenschlußfrage zu informieren und von mir zu verlangen, daß<lb/>
endlich am Samstag auch gesperrt werden kann. Vom Freien Wirt<lb break="no"/>schaftsverband und ein zweiter Genosse vom Zentralsekretariat,<lb/>
der sich mit der Dokumentation jetzt beschäftigen wird, war<lb/>
die ganze Zeit anwesend. Ebenso die Genossen von der SK waren<lb/>
bis 7 Uhr anwesend. Der Mann der sich mit der Dokumentation be<lb break="no"/>schäftigt wird sich mit <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> von meinem Büro ins Einvernehmen<lb/>
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bekommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-05_15">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Du hast den Mann ja kennengelernt, versuche<lb/>
ihn auch für unsere Arbeiten heranzuziehen und einzuspannen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-05_16">Anschließend hat <rs type="person" ref="#per__116029">Dorn</rs> mich ersucht, ich soll mit <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> noch<lb/>
einmal über die Zuckerfrage sprechen, weil er im ZiB 2 mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__117098">Vogler</rs> eine Diskussion hat. <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> ließ sich von <rs type="person" ref="#per__130518">Dibold</rs>, der<lb/>
jetzt in der Arbeiterzeitung mitarbeitet, informieren und wollte<lb/>
von mir auch noch Detailinformationen die ich ihm gerne gab.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> betrachtet dieses ganze Problem ausschließlich von der<lb/>
politischen Seite, attackiert ganz hart die Tullner Zuckerfabrik<lb/>
insbesondere wegen ihrer Millionenbeteiligung beim Kurier,<lb/>
und die Machenschaften von <rs type="person" ref="#per__131030">Platzer</rs> und den sonstigen ÖVP-<lb/>
N.Ö.-Mandataren bis zum Landeshauptmann hinauf. <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> hat<lb/>
scheinbar das Gefühl ähnlich wie bei der <rs type="person" ref="#per__134289">Müllner</rs>-Affäre, die er<lb/>
ins Rollen gebracht hat und dann sehr positiv auch vom partei<lb break="no"/>mäßigen Standpunkt abschließen konnte, hier ebenfalls einen<lb/>
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mir dann angeschaut habe war auch tatsächlich ungeheuer hart,<lb/>
es war ein richtiggehender Streit, in dem <rs type="person" ref="#per__115174">Swietly</rs> kaum eine<lb/>
Chance hatte einzugreifen oder gar zu schlichten. Hier würde<lb/>
mich jetzt besonders interessieren wie dies in der Öffentlich<lb break="no"/>keit angekommen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-05_17">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Versuche bitte die Meinungen zu erforschen.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 5.2.1975</head>
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               <persName type="label">Neuhauser, Ernst</persName>
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               <occupation>ÖMV-Rechtsvertreter, AR Alpine und VÖEST, Verfassungsrichter</occupation>
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               <occupation>MR HM [1971 zuständig für das Messwesen; gemeinsam mit Pellech genannt;
                  evtl. Falschidentifikation]</occupation>
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