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            <title type="main">Dienstag, der  4. Februar 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-04_01">Dienstag, den 4. Feber 1975<lb/>
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<choice><choice><sic>Kohlensituationspreise</sic><corr>?</corr></choice></choice> gesprochen hat. Die WTK verlangt um<lb/>
ihren 70 Millionen Schilling Defizit einigermaßen decken zu<lb/>
können eine Erhöhung von 71.80 auf 127 wie die ÖIAG ihr empfahl.<lb/>
Die OKA ist bereit 120 Schilling für 10^6 zu bezahlen wenn<lb/>
gleichzeitig auch der Strompreis um 4.5 Groschen erhöht wird.<lb/>
Da die SAKOG 20 Millionen Schilling Defizit hat und die GKB<lb/>
190 Millionen müßte aus der Bergbauförderung 280 Millionen<lb/>
abgedeckt werden. Aus diesem Grund soll die Kohlepreisanhebung<lb/>
das Defizit einigermaßen mindern. <rs type="person" ref="#per__98068">Wenzl</rs> wird sich deshalb an den<lb/>
Bundeskanzler wenden und zu klären ob und welche Bergbauförderung<lb/>
da zur Verfügung gestellt wird resp. ob es eine Strompreiser<lb break="no"/>höhung aus diesem Grund geben kann. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> gibt die Schuld dieser<lb/>
Entwicklung, daß man im November 1973 einen Vertrag zwischen OKA<lb/>
und WTK geschlossen hat, wo der Preis der Kohle an die Strompreis<lb break="no"/>klausel gebunden ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-04_03">Im Ministerrat berichtet <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zu dem Antrag <rs type="person" ref="#per__97755">Mosers</rs> der<lb/>
österr.-poln. Arbeitsgruppe für Bauwesen im Rahmen der wirt<lb break="no"/>schaftlich technischen Forschung, daß die Polen ein Diplomaten<lb break="no"/>haus errichtet haben, daß von ausländischen Firmen aber als Mieter<lb/>
jetzt benützt wird und dadurch die Rückzahlung der Kredite die<lb/>
für den Bau notwendig waren dadurch abstatten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint man<lb/>
sollte auch eine solche Lösung für die österr.-poln. Bauvorhaben<lb/>
suchen. Bei den Dienstreisen stellt sich heraus, daß insbesondere<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> zwar Dienstreisen ablehnt, dann aber doch <choice><choice><sic>in</sic><corr>in den?</corr></choice></choice> Minister<lb break="no"/>rat kommen läßt. Die Sekt. II im Bundeskanzleramt stellt dann<lb/>
immer wieder fest, daß nicht 4 Beamte, sondern nur 2 Beamte<lb/>
oder daß überhaupt Reisen gar nicht notwendig wären. Bei der Reise<lb/>
zur Unctad-Sitzung nach Genf ist das Gegenteil zur Diskussion.<lb/>
Ich habe abgelehnt einen Handelsministervertreter zu einer Tagung<lb/>
über die Grundstoffe zu entsenden. Das Finanzministerium hat aber<lb/>
den Wunsch des <rs type="person" ref="#per__97350">Bielkas</rs> Rechnung getragen und einen Beamten ent<lb break="no"/>sendet. <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> ist darüber sehr unglücklich weil ich frage nach<lb/>
welchen Gesichtspunkten hier vorgegangen wird und ersucht neuer<lb break="no"/>dings, daß ich zwar den Sparappell den wir in der Regierung be<lb break="no"/>schlossen haben einhalte aber dadurch seine Beamten die größten<lb/>
<pb n="24-0129" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band24/24_1975-02-04_0129.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Schwierigkeiten bei der Besetzung der Kommissionen in Genf<lb/>
haben. Auf seinen Antrag wird beschlossen, daß die Reise ge<lb break="no"/>nehmigt wird mit der Maßgabe dass auch das Handelsministerium<lb/>
noch einen Vertreter nominiert. Genau eine solche Lösung habe<lb/>
ich mir vorgestellt. Wir sparen und der Ministerrat fordert mich<lb/>
dann auf doch mehr Leute ins Ausland zu schicken. Niemand soll<lb/>
mir einen Vorwurf machen können, daß ich mich nicht tatsächlich<lb/>
um die Beschlüsse des Ministerrates kümmere, wie dies <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
bei anderen Ministern ständig kritisiert.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-04_04">Nach der Ministerratssitzung wird in einem kleinen Komitee<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, Finanzminister, Innenminister, Verkehrsminister und<lb/>
Heeresminister und ich über die Bestellung von Hubschraubern<lb/>
gesprochen. <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> möchte aus Gründen damit er nicht zwei<lb/>
Typen hat auf alle Fälle der italienischen Bell-Company den<lb/>
Zuschlag geben. Die Amerikaner sind nun mit ihren Hubschraubern<lb/>
billiger ebenfalls Bell aber hier müsste dann die Ausrüstung und<lb/>
ganz besonders die Wartung dem Staat wesentlich teurer kommen.<lb/>
Vom wirtschaftlichen Standpunkt erkläre ich, daß es interessant wäre<lb/>
von Italien die Hubschrauber zu kaufen, weil dadurch unser<lb/>
Aussenhandelsaktivum ein bißchen abgebaut wird. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fürchtet,<lb/>
daß letzten Endes dann die Amerikaner intervenieren werden und<lb/>
wir deshalb eine ganz genaue Begründung geben müssen, wenn wir<lb/>
den scheinbar teureren Offert der Italiener den Zuschlag geben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wird mit <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> noch die Details besprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-04_05">Bei der Überreichung des Staatspreises für die Werbung an die<lb/>
Firma Pagitz, Persil und Raiffeisenkasse erwähne ich die Werbe<lb break="no"/>konzeption des Handelsministeriums. Insbesondere verweise ich,<lb/>
daß es notwendig ist nicht nur die wirtschaftliche Werbung<lb/>
sondern auch die Werbung für Energiesparen, für Volksgesundheit<lb/>
usw. d.h. Werbung für die öffentliche Hand stärker zu betonen.<lb/>
Die Objektivität des Handelsministeriums kommt aber ganz besonders<lb/>
dadurch zum Ausdruck, daß wir auch der Zuckerindustrie für ihre<lb/>
Werbekampagne den zugedachten Anerkennungspreis auf alle Fälle<lb/>
überreichen. Anschliessend sagte der Leiter der österreichischen<lb/>
Werbewirtschaftsgesellschaft Prof. <rs type="person" ref="#per__131308">Swoboda</rs> und der Kom.Rat <rs type="person" ref="#per__115586">Prosquill</rs>,<lb/>
der die Innung vertritt, daß sie mit meiner Vorgangsweise<lb/>
sehr einverstanden sind. Sie hätten anfangs, als ich das Amt<lb/>
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Zeit für die Werbebranche beginnt, in Wirklichkeit ist genau<lb/>
das Gegenteil der Fall. Sie wünschen vor allem keine gesetzliche<lb/>
Regelung sondern so wie ich bisher mit Werbebriefen mit Appellen<lb/>
an die Werbewirtschaft und letzten Endes mit den Staatspreis<lb/>
eine positive Förderung gemacht habe, daß diese fortgesetzt wird.<lb/>
Insbesondere verweisen sie darauf, daß in einer wirtschaftlichen<lb/>
Abschwächung gerade alles darangesetzt werden muß, um die Werbe<lb break="no"/>wirtschaft zu stärken und nicht durch falsche Einsparungen hier<lb/>
die Werbewirtschaft und damit die gesamte Wirtschaft nur zu<lb/>
schädigen. Insbesondere Komm.Rat <rs type="person" ref="#per__116375">Lobner</rs> von Persil hat in seiner<lb/>
Dankesansprache auf diese Situation hingewiesen und ganz besonders<lb/>
die positive Haltung des Handelsministers und den Weitblick des<lb/>
Handelsministeriums herausgestrichen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-04_06">Im Büro-Jour-fixe besprechen wir den Public-Relations-Plan<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs>, wir kommen überein, systematisch die Journalisten<lb break="no"/>frühstücke mit entsprechenden Themen zu versorgen. Vorerst<lb/>
wird <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> mit den zuständigen Kollegen des Büros und gegebenen<lb break="no"/>falls auch mit den Sektionsleitern die notwendigen Einzelmaß<lb break="no"/>nahmen besprechen. Ich verlange ganz dezidiert, daß wir keine<lb/>
Luftschlösser bauen dürfen, sondern auf dem Boden der realen Tat<lb break="no"/>sachen die notwendigen Vorbereitungen, aber auch die Propaganda<lb/>
aufbauen müssen. Ich glaube und behaupte, daß ich in den 5 Jahren<lb/>
meiner Tätigkeit meinen Ruf und den des Handelsministeriums und<lb/>
auch aller meiner engsten Mitarbeiter nur deshalb so gut aus<lb break="no"/>bauen konnte, weil ich niemals irgendwelche Zusagen gemacht<lb/>
habe oder Reformen in Angriff genommen hatte die ich nicht durch<lb break="no"/>ziehen konnte. Dies gilt ganz besonders für die finanziellen<lb/>
Verpflichtungen die ich eingegangen bin. Ich habe niemals von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> irgendwelche Mittel verlangt, weil ich wußte, daß er<lb/>
sie mir vom budgetären Standpunkt gar nie hätte geben können.<lb/>
Er selbst war in den ersten Jahr der mir 20 Millionen Schilling<lb/>
für die Industrieförderung zusagte, dann aber in weiterer Folge<lb/>
sowohl beim 10-jährigen Fremdenverkehrsplan die notwendigen<lb/>
Mittel nicht mehr bereitstellen konnte als auch bei der sonstigen<lb/>
Förderung. Wenn wir nicht das Glück gehabt hätten, daß aus<lb/>
politischen Gründen wegen Zustimmung der FPÖ in der Minderheits<lb break="no"/>regierung der Gewerbesteuerbetrag von 3 % für die BÜRGES auf<lb/>
5 % erhöht worden wäre, dann stünden wir jetzt mit unseren<lb/>
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Industrieförderung im Forum der Papier-Umweltschutzinvestitionen<lb/>
in der Höhe von 2 Milliarden Schillingen. Wenn deshalb jetzt ent<lb break="no"/>sprechende propagandistische Vorschläge gemacht werden, so kommen<lb/>
wir überein, daß sie niemals finanzielle Belastungen vorsehen<lb/>
dürfen, da ich nicht annehme, daß weder <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> noch sonst<lb/>
irgendein Finanzminister dies auch finanzieren könnte und würde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-04_07">Vor dem Handelsausschuß ersucht <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, ob wir nicht eine ge<lb break="no"/>meinsame Abänderung der Regierungsvorlage machen könnten. Er<lb/>
wehrt sich insbesondere, daß im Abs. 3 der Novelle vorgesehen ist,<lb/>
daß der Handelsminister im Einvernehmen mit dem zuständigen<lb/>
Landwirtschaftsminister entsprechende Kontrollen durchführen kann.<lb/>
Er meint, daß dafür das Lebensmittelbewirtschaftungsgesetz die<lb/>
volle Grundlage für eine solche Maßnahme gebe. Ich erkläre rund<lb break="no"/>wegs, daß ich mich damit nicht abfinden kann und will, weil sich<lb/>
auch jetzt herausgestellt hat, welche Schwierigkeiten wir bei<lb/>
der Zuckerverknappung mit dem Lebensmittelbewirtschaftungsgesetz<lb/>
gehabt haben. Letzten Endes kommt es zu einer einvernehmlichen<lb/>
Formulierung, der auch <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> für die SPÖ beitritt und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97515">Hanreich</rs> zwar zustimmt, aber nicht beitritt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-04_08">Nach Schluß der Sitzung ersuche ich MR <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs>, daß er sich im<lb/>
Energiesicherungsgesetz das jetzt von <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> ausgearbeitet wird,<lb/>
stärker einschalten soll. Er verspricht dies und verweist<lb/>
darauf, daß noch grundsätzliche differente Auffassungen bestehen.<lb/>
So hätte ihm <rs type="person" ref="#per__108609">Sterk</rs> mitgeteilt, daß bei den Pflichtlagern die kleine<lb break="no"/>ren Firmen ausgenommen würden, dafür aber Ausgleichsabgaben zahlen<lb/>
müßten. In diesem Fall fürchtet er, und ich glaube, da hat er voll<lb break="no"/>kommen recht, daß wir große administrative Schwierigkeiten haben.<lb/>
Ich glaube, daß dafür auf alle Fälle dann der Finanzminister zu<lb break="no"/>ständig wäre, falls es sich um eine Abgabe handelt und wird<lb/>
dadurch das System wesentlich verkomplizieren. Ich glaube daher,<lb/>
daß es zweckmäßiger ist, daß man wirklich jeden Importeur und<lb/>
jeden inländischen Erzeuger verhaltet, ein entsprechendes<lb/>
Pflichtlager, seiner Import- oder Produktionsgröße entsprechend,<lb/>
anlegen muß. Ich setze <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> diese Idee auseinander und ver<lb break="no"/>weise darauf, daß die Kosten für dieses Pflichtlager als<lb/>
Kalkulationspost anerkannt werden soll. Dadurch möchten wir einer<lb/>
Abgabe oder einer staatlichen Belastung entgehen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> ist im<lb/>
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und jeder Produzent zu einem solchen Lager verhalten wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-04_09">Präsident <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> erscheint zuerst allein um mir vertraulich<lb/>
mitzuteilen, daß die Zuckerindustrie und die Rübenbauern sich<lb/>
jetzt vorstellen könnten, daß sie den Verbraucherpreis von 10.20<lb/>
Schillinge wie gewünscht auf 9.80 Schillinge reduzieren würden.<lb/>
Dies wäre eine 18 % Erhöhung. Ich selbst erkläre sofort, daß auf<lb/>
dieser Basis eine Einigung nicht möglich ist. Er läßt mir<lb/>
ein Papier lesen wo die Zuckerindustrie diese 19.80 Schilling<lb/>
dann auf den Erzeugerpreis zurückgerechnet hat und wo dann noch<lb/>
zur Sicherung der Versorgung vorgesehen ist, daß sie bis zu<lb/>
30.000 To Zucker importieren werden. Um aber diesen Zucker<lb/>
finanzieren zu können, müßte jetzt sofort die Erhöhung des<lb/>
Verbraucherpreises vorgenommen werden. Außerdem wünscht die<lb/>
Zuckerindustrie dann eine Zusage, daß ich die Exportbewilligungen<lb/>
für die nächsten Jahre jetzt bereits im Prinzip zustimme. Darüber<lb/>
hinaus wünscht sie eine weitere scharfe Kontingentierung und<lb/>
insbesondere Absperrung der Exporte der weiterverarbeitenden<lb/>
Süßwarenindustrie oder sonstiger Zuckerverarbeiter. Ich hätte dann<lb/>
auch die notwendigen Strafen noch womöglich zu verschärfen. Ich<lb/>
erkläre <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> sofort, daß ich auf dieser Basis keine Möglich<lb break="no"/>keit einer Einigung sehe und er ersucht ob er die anderen Vertreter<lb/>
die im Rübenbauernbund warten, herüberbitten soll. Ich bin damit<lb/>
einverstanden und ersuche auch unsererseits, daß man MR <rs type="person" ref="#per__112051">Singer</rs><lb/>
und Dr. <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> beizieht. Zu meiner größten Überraschung kommt<lb/>
dann nicht nur <rs type="person" ref="#per__117100">Habig</rs>, sondern auch noch <rs type="person" ref="#per__137218">Angyan</rs> und <rs type="person" ref="#per__137164">Hiller</rs> und<lb/>
von den Rübenbauern <rs type="person" ref="#per__131684">Mang</rs>, <rs type="person" ref="#per__133141">Kraus</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__117098">Vogler</rs> von der Tullner<lb/>
Zuckerfabrik und Dr. <rs type="person" ref="#per__123746">Slezak</rs> von der Landwirtschaftskammer.<lb/>
Stundenlang werden nun alle für und wieder für eine schnelle<lb/>
Regelung besprochen und insbesondere versucht <rs type="person" ref="#per__131684">Mang</rs> mich fest<lb break="no"/>zulegen, daß wir die Rübenbauern mindestens um 10 Groschen<lb/>
ihren Rübenpreis erhöhen sollten. Sie hätten seinerzeit ange<lb break="no"/>nommen, daß sie 1974 50 Groschen und die 10 Groschen hätten<lb/>
dann 60 ausgemacht. Jetzt aber seien es nur 48.65 geworden<lb/>
und deshalb müßten sie mir als die seinerzeitigen 10 Groschen<lb/>
womöglich verlangen. Ich verweise darauf, daß ich genau weiß,<lb/>
daß wir uns bei den Rübenpreis mit 16 %, d.h. 7–8 Groschen<lb/>
einigen können und daß ich nicht bereit bin höher zu gehen.<lb/>
Was den Zuckerverbraucherpreis betrifft käme 9.80 Schilling<lb/>
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ich nicht akzeptieren, weil ich einem Export unter gar keinen<lb/>
Umständen zustimme. Die Zuckerindustrie meint dann ich könnte<lb/>
ja wenigstens wenn die neue Kampagne kommt und noch immer<lb/>
50 oder 60.000 To Zucker auf Lager sind, dann einem gewissen<lb/>
Export zustimmen. Die Zuckerindustrie rechnet jetzt mit einem<lb/>
Inlandsverbrauch von ca. 320.000 To inkl. der Verarbeitungs<lb break="no"/>industrie. Wenn jetzt 50 oder noch mehr Tausend Tonnen im<lb/>
Lager sind, dann würde die Zuckerindustrie von den Rübenbauern<lb/>
wieder verlangen müssen, daß sie ihre Anbauflächen einschränken.<lb/>
Auf der einen Seite befürchten sie, und dies nicht ganz zu Un<lb break="no"/>recht, daß die Rübenbauern wenn sie von ihrer Organisation auf<lb break="no"/>gefordert werden, nicht größere Mengen kontrahieren, auf der<lb/>
anderen Seite befürchten sie aber wieder entsprechende Zucker<lb break="no"/>überschüsse, selbst vielleicht schon im nächsten Jahr. Ich er<lb break="no"/>kläre ihnen, daß ich die Zuckerversorgung für heuer so gestört<lb/>
betrachte, daß kaum kurzfristig eine befriedigende Lösung ge<lb break="no"/>funden wird. Da der Preis von 9.80 Schilling für mich keine<lb/>
Diskussionsgrundlage ist, ich andererseits gar nicht bereit bin<lb/>
außer die 60 Groschen Zuckerpreiserhöhung für die Rübe mit<lb/>
ihnen zu diskutieren, schlage ich vor, daß ich dem Bundeskanzler<lb/>
und dem Präsidenten <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> über die heutige Aussprache berichten<lb/>
werde. Ich werde dann versuchen ob es in einem kleinen Komitee<lb/>
möglich ist eine Übereinstimmung zu erreichen. Ich berichtete<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über die Verhandlung und er meint auch, daß 9.80 Schilling<lb/>
vollkommen unakzeptabel ist. Für ihn käme maximal auf die 8.30<lb/>
Schilling, 1 Schilling Verbraucherpreiserhöhung in Frage. Mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> werde ich sobald ich kann Kontakt aufnehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-02-04_10">In unserer Bezirksausschußsitzung berichte ich über die wirt<lb break="no"/>schaftliche und politische Situation und in der Diskussion ergibt<lb/>
sich dann, daß insbesondere die Vertreter des freien Wirtschafts<lb break="no"/>verbandes <rs type="person" ref="#per__97602">Jodlbauer</rs> und <rs type="person" ref="#per__97892">Sallaberger</rs> sich bitter darüber beschweren,<lb/>
daß jetzt vor den Handelskammerwahlen diese Mehrwertsteuerprüfungs<lb break="no"/>aktion, die sich nach ihrer Meinung insbesondere gegen die kleine<lb break="no"/>ren Unternehmer richten wird, mit zu großer Publicity gestartet<lb/>
wurde. Bei der Diskussion stellt sich dann auch noch nach der<lb/>
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daß außer den nicht abgerechneten Bauten die größte Mehrwert<lb break="no"/>steuerhinterziehung durch die Naturalrabattlieferungen ent<lb break="no"/>stehen. Diese Naturalrabattlieferungen erstrecken sich aber<lb/>
nicht nur auf Lebensmittel, bei der Brauindustrie weiß man<lb/>
das immer wieder ein paar Kisten bei Lastwagenabnahme drauf<lb break="no"/>gegeben werden sondern auch jetzt bei Roh- u. Hilfsstoffe sowie<lb/>
auf Halbfabrikate erstreckt. Bei Fertigwaren ob Fernseher oder<lb/>
sonstigen Gebrauchsgegenständen soll es auch bei Großbetrieben<lb/>
üblich sein, daß entsprechende Naturalrabatte gegeben werden.<lb/>
Wenn dies tatsächlich zutrifft und einreißt, dann ist meine<lb/>
Befürchtung wahr geworden, 16 % Umsatzsteuer sind eben dann<lb/>
so hoch, daß der Letzte versucht, sie auf alle Fälle zu um-gehen.<lb/>
Wie wird aus diesem Dilemma herauskommen, kann ich mir momentan<lb/>
überhaupt nicht vorstellen, Gott sei Dank ist dies nicht meine<lb/>
Kompetenz und mein Problem.<lb/>
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            <head>Tagesordnung 150. Ministerratssitzung, 4.2.1975</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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            <head>Nachtrag TO 150. Ministerratssitzung, 4.2.1975</head>
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               <persName type="label">Hofstetter, Erich</persName>
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               <persName type="label">Moser, Josef</persName>
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               <persName type="label">Firnberg, Hertha</persName>
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               <persName type="label">Lütgendorf, Karl</persName>
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