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            <title type="main">Dienstag, der 28. Jänner 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band24_1975-01-28</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-28_01">Dienstag, 28. Jänner 1975<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-28_02">Die Aussprache mit Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>, Min.Rat <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs>, <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs><lb/>
und dem Büro ergab, dass allgemeine Zustimmung über meinen Vor<lb break="no"/>schlag, unverzüglich für die Energieversorgung ein entsprechende<lb/>
Gesetz auszuarbeiten. Das Treibstoffsicherungsgesetz lauft mit<lb/>
Juni dieses Jahres ab und hat sich nur sehr beschränkt bewährt.<lb/>
Vor allem wird es kaum ausreichen, die Energieversorgung in einer<lb/>
kritischen Phase wirklich sicherzustellen. Deshalb soll in Durch<lb break="no"/>führung des Abkommens über die internationale Energieagentur<lb/>
gleichzeitig auch ein Energieversorgungsgesetz erlassen werden.<lb/>
Dieses Gesetz wird auf alle Fälle einige Verfassungsbestimmungen<lb/>
beinhalten. <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> wollte zuerst ohne eine solche Verfassungs<lb break="no"/>bestimmung auskommen. Nach seiner Idee hätte das Gesetz, welches<lb/>
die Internationale Energieagentur innerösterreichisch verankert<lb/>
die gesamten Verfassungsbestimmungen beinhaltet. Das Energiesiche<lb break="no"/>rungsgesetz hätte dann vielleicht ohne Verfassungsbestimmung auskom<lb break="no"/>men können. Genau eine solche Politik halte ich aber für riskant<lb/>
und vor allem gar nicht wünschenswert. Die Opposition soll sich klar<lb/>
und deutlich im Parlament deklarieren. Wenn sie gegen dieses Gesetz<lb/>
stimmt, dann soll sie auch volle Verantwortung dafür haben. In<lb/>
dieses Gesetz wird gleichzeitig auch das Lastverteilergesetz einge<lb break="no"/>baut. Auch hier hat <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> Bedenken, weil die Opposition natür<lb break="no"/>lich die ganzen Wirtschaftsgesetze en bloc behalten will. Anderer<lb break="no"/>seits wieder sagt <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> mit Recht, dass das jetzige Lastverteilerge<lb break="no"/>setz ein unzulängliches Gesetz in jeder Beziehung ist. Die wich<lb break="no"/>tigste Bestimmung in dem Energiesicherungsgesetz müsste aber der<lb/>
Auftrag an Importeure und Produzenten von Öl sein, dass sie Pflicht<lb break="no"/>lager halten müssen. Die Kosten für diese Lager sollen aber nicht<lb/>
durch eine Umlage oder gar durch eine Steuer oder gar durch Staats<lb break="no"/>subvention bezahlt werden, sondern sollen im Preis nur kalkuliert<lb/>
werden dürfen. Wenn jetzt die Dollarrelation immer ungünstiger wird,<lb/>
dadurch sich eine Verbilligung der Öl- und Treibstoffpreise ergeben<lb/>
müsste, soll von einer solchen Verbilligung Abstand genommen werden<lb/>
und dafür die notwendigen Lager angelegt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-28_03">Bei einer Vorsprache von Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>, <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97738">Meszaros</rs><lb/>
habe ich den ÖMV-Leuten gleich diese Idee mitgeteilt und Unterlagen<lb/>
verlangt. Die ÖMV hat mir vor Monaten versprochen, dass sie mir<lb/>
die Kosten und die notwendigen Lager mitteilen wird. Die für die<lb/>
ÖMV, die immerhin 2/3 unserer Produktion in der Importe auf dem<lb/>
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andere noch immer nicht bekommen. Die einzige Ausrede war, dass<lb/>
ja ihre Leute in ständigem Kontakt mit Herren der Sektion VI<lb/>
sind.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-28_04">Der Grund der Vorsprache der ÖMV war aber, dass sie jetzt wünschen<lb/>
ich sollte in der Kartellklage gegen die ÖMV, weil sie nicht jede<lb/>
Gruppe direkt beliefern wollten, ihre Auffassung öffentlich aner<lb break="no"/>kennen. Ein Vertreter des Handelsministeriums hätte nämlich sich<lb/>
gegenteilig geäussert. Deshalb möchte auch der Vertreter der ÖMV<lb/>
<rs type="person" ref="#per__121788">Rosenzweig</rs> mit mir sprechen. Ich erklärte sofort, dass ich bereit<lb/>
bin, mit <rs type="person" ref="#per__121788">Rosenzweig</rs> zu sprechen, aber keinesfalls bereit bin, jetzt<lb/>
oder in irgendeiner weiteren Phase eine öffentliche Erklärung ab<lb break="no"/>zugeben. Das Kartellgericht wird entsprechende Beschlüsse fassen<lb/>
und ich bin nicht bereit, mich dagegen auszusprechen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-28_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte den Hergang und die Stellungnahme des<lb/>
HM-Vertreters mir darzulegen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-28_06">Ein weiterer wichtiger Punkt war, dass die ÖMV jetzt dringendst die<lb/>
Konzession für die steirischen Gebiete benötigt. Die ÖMV behauptet<lb/>
immer wieder, sie hätte vor längerer Zeit schon vor meiner Mini<lb break="no"/>sterschaft ein Globalansuchen über alle freiwerdenden Konzessionen<lb/>
an das Ministerium gerichtet. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__112191">Mayer</rs>, der zugezogen wurde,<lb/>
erklärte, einen solchen Brief nicht zu kennen. Selbst wenn es aber<lb/>
einen solchen Brief gibt, kann die Verleihung von Konzessionen nie<lb break="no"/>mals an die Reihenfolge der Ansuchen gebunden sein. <rs type="person" ref="#per__112191">Mayer</rs> hat eine<lb/>
rechtlich vollkommen einwandfrei und objektive Überprüfung durchzu<lb break="no"/>führen. Zu diesem Zweck benötigt er Gutachten der geologischen<lb/>
Anstalt. Bedenken der ÖMV, dass dort eventuell die RAG einen ent<lb break="no"/>sprechenden Einfluss hat, kann ich nicht berücksichtigen. Ich habe<lb/>
ausdrücklich erklärt, ich werde die Massnahmen, die <rs type="person" ref="#per__112191">Mayer</rs> um den<lb/>
Akt objektiv zu bearbeiten, denken. Was immer er verlangt, die<lb/>
ÖMV könnte die Konzession schon längst haben, wenn sie zeitgerecht<lb/>
sich darum bemüht hätte. Jetzt zu sagen, ihre Belegschaft wird<lb/>
unruhig und ich sollte mich aus diesem Grund beeilen, zählt bei<lb/>
mir überhaupt nicht. Ich erklärte sofort mein Einverständnis mit<lb/>
jederzeit mit den Belegschaftsvertretern ja selbst in einer Be<lb break="no"/>legschaftsversammlung zu stellen. Davon wollte allerdings auch<lb/>
<pb n="24-0090" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band24/24_1975-01-28_0090.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der ÖMV-Vorstand nichts wissen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-28_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte zuständigen Gewerkschaftsobmann<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> davon informieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-28_08">Bezüglich der Internationalen Energieagentur oder wie es jetzt<lb/>
so schön heisst <choice><choice><sic>Kontor</sic><corr>?</corr></choice></choice>, Paris, behauptet die ÖMV nach wie vor,<lb/>
dass sie bezüglich der Vorratsregelung die inländischen Ölvor<lb break="no"/>kommen absetzen kann. Der Generaldirektor der Intern. Agentur<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114944">Lantzke</rs> soll <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> gegenüber dezidiert erklärt haben, von den<lb/>
9,5 Mill. t Rohöl könnten zweieinhalb Millionen Tonnen abgesetzt<lb/>
werden. Was die Vorratslage betrifft, so sei die ÖMV heute mit<lb/>
34 Tagen Vorrat besser als Japan mit 32 Tagen und Spanien und die<lb/>
Türkei. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> bezweifelt, dass diese Auffassung in Paris tat<lb break="no"/>sächlich akzeptiert wird. Der österreichische Vertrete wird sich<lb/>
diesbezüglich noch ganz besonders erkundigen. Andererseits wird <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs><lb/>
bei der nächsten Firmenbesprechung neuerdings seinen Standpunkt<lb/>
gegenüber <rs type="person" ref="#per__114944">Lantzke</rs> vertragen und wenn er bestätigt wird, uns ein<lb/>
diesbezügliches Schreiben schicken.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-28_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte womöglich alle diese Behauptungen<lb/>
mit der ÖMV womöglich schriftlich festhalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-28_10">Die STEWEAG möchte nun für ihre Strompreiserhöhungen für die Sonder<lb break="no"/>abnehmer eine Regelung, die auch in akzeptieren könnte. Die Steirer<lb/>
auch unsere Genossen haben die Delegierung an den Landeshauptmann ganz<lb/>
entschieden abgelehnt. Ich habe bei der Klausurtagung neuerdings mit<lb/>
dem steirischen AK-Präsidenten <rs type="person" ref="#per__36718">Schwarz</rs> darüber gesprochen. Er selbst<lb/>
hat mich ersucht, dass unter allen Umständen das Ministerium die<lb/>
Strompreisregelung vornehmen soll. Der Generaldirektor der STEWEAG<lb/>
Altsiedler, will 4,5 gr, das sind 90 Mill. S Ertragsverbesserung<lb/>
für die STEWEAG. Da er weiss, dass ich nicht bereit bin, die Stadt<lb break="no"/>werke Graz so zu belasten, dass die Konsumenten diese Erhöhung tatsäch<lb break="no"/>lich tragen müssten, schlägt er vor, dass von den 90 Mill. S Ertrag<lb/>
er auf 12 Mill. verzichten würde. Die Nettobelastung der Stadtwerke<lb/>
wäre dann nur mehr 5 Mill. S, die sie bei einem Umsatz von 360 Mill. S<lb/>
verkraften müssten. Für die Sonderabnehmer, wo auch Industrie- und<lb/>
Gewerbebetriebe mit 11 Mill. dabei sind, würde die STEWEAG die Be<lb break="no"/>lastung aber den Stadtwerken weitergeben. Die Stadtwerke könnten<lb/>
so wie die STEWEAG selbst die entsprechenden Tariferhöhungen vornehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-28_11">Da sich die Handelskammer Dr. <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> und <rs type="person" ref="#per__114099">Oberdorfer</rs> sowie der Ener<lb break="no"/>giekonsumentenverband <rs type="person" ref="#per__140317">Schagginger</rs> gegen diese Steweag-Lösung<lb/>
aussprechen werden, muss ich eine dann eine Verhandlung führen.<lb/>
Dort werden wir auch für die 7.000 Stunden-Abnehmer Böhler, Lend<lb/>
wegen ihrer Elektrolyse und einiger Schleifer im Mürztal eine ent<lb break="no"/>sprechende Ermässigung durchsetzen können. Da die STEWEAG einsieht,<lb/>
dass eine solche Erhöhung nicht zweckmässig wäre. Genauso muss<lb/>
für die kleinen EVUs, <rs type="person" ref="#per__140319">Frizberg</rs> und 10 andere eine entsprechende<lb/>
Regelung gefunden werden. Ein allgemeiner Wiederverkäuferrabatt<lb/>
wie ihn <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs>, der bei der Besprechung anwesend ist, vorschlägt, kann<lb/>
von der Steweag nicht akzeptiert werden. Es würden in diesem Fall<lb/>
auch Stadtwerke wie z.B. Leoben, Steg, Kapfenberg, Bruck, die<lb/>
äusserst gute Erlössituation haben, in den Genuss eines Rabattes<lb/>
kommen, den diese gar nicht brauchen. <rs type="person" ref="#per__114463">Altziebler</rs> ist sehr erfreut,<lb/>
dass ich bereit, so wie ich dies bis jetzt aber immer getan habe,<lb/>
die Energieinteressen weitestgehend zu vertreten und ein Kompromiss<lb/>
zu suchen. <rs type="person" ref="#per__114463">Altziebler</rs> teilt vollkommen meine Meinung, dass eine<lb/>
generelle Tariferhöhung vor dem Wahlen unzweckmässig ist und des<lb break="no"/>halb von den Energieunternehmungen erwartet wird. Zwischen den<lb/>
generellen Tariferhöhungen ist es viel wichtiger, Tarifungereimt<lb break="no"/>heiten wie dies bei der Gemeinde Wien teilweise bestand und wie<lb/>
sie auch jetzt bei der Steweag korrigiert werden, aber auch sicherlich<lb/>
bei anderen Landesgesellschaften wie z.B. bei der Newag notwendig sind,<lb/>
dass diese Tarifunebenheiten eben zwischen den grossen Tarifregulie<lb break="no"/>rungen individuell durchgeführt werden sollen. Wenn ich mich gegen<lb/>
solche Korrekturen nicht ausspreche, sondern ganz im Gegenteil<lb/>
Kompromisse mache, sind dies maximale Lösungen. Auch im Interesse<lb/>
der EVUs. Ich bin neugierig, ob sich alle Landesgesellschaften<lb/>
in dem Tarifkomitee bei der Verbundgesellschaft dieser Meinung<lb/>
anschliessen. Wenn dies auch nicht der Fall sein wird, ich werde<lb/>
meine Tarifpolitik durchziehen und bin nicht bereit, sie zu<lb/>
ändern.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-28_12">Die Besprechungen über die Festsetzung des Mehlpreises ergibt,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> keinesfalls infolge Erkrankung die Sitzung leiten<lb/>
kann. Es wird deshalb Min.Rat <rs type="person" ref="#per__112051">Singer</rs> die Verhandlungen führen. Ich<lb/>
ersuche ihn, bis zum Freitag unter allen Umständen zu versuchen,<lb/>
eine einvernehmliche Lösung zu erreichen. Ich selbst bin jederzeit<lb/>
bereit, mich einzuschalten, um dann mit den Spitzenvertretern die<lb/>
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dass im Getreidefonds die Erhöhung von 0,3 % Verwaltungskosten<lb break="no"/>gebühren auf 1,3 % von der Handelskammer nur unter den Umständen<lb/>
zugestimmt wird, dass der volle Betrag in der Kalkulation berück<lb break="no"/>sichtigt wird. Ich erkläre dem anfragenden HM-Vertreter Dr. <rs type="person" ref="#per__114517">Benda</rs>,<lb/>
dass er eine diesbezügliche Erklärung unter gar keinen Umständen<lb/>
abgeben kann, weil ich mich nicht dafür einsetzen werde, dass in der<lb/>
Preiskommission der volle Betrag akzeptiert wird unter dieser<lb/>
Bedingung würde nämlich dann auch die anderen Gruppen eine volle<lb/>
Anerkennung ihrer Kalkulation verlangen. Da ich aber nicht bereit<lb/>
bin, den Mehlpreis um 1.20 S und den Griesspreis sogar um 1.30 S zu<lb/>
erhöhen, wird es auf alle Fälle zu Kürzungen kommen. <rs type="person" ref="#per__112051">Singer</rs> wird<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> über die Details der Kalkulationen aufgeklärt. <rs type="person" ref="#per__112051">Singer</rs> hat<lb/>
sich bis jetzt im Detail mit dieser Frage nicht beschäftigt und es<lb/>
wird deshalb sicherlich zu langwierigen Verhandlungen kommen. Da<lb/>
der Preis aber Montag auf alle Fälle in Kraft treten muss, verlange<lb/>
ich von <rs type="person" ref="#per__112051">Singer</rs> gegebenenfalls entsprechende Tag- und Nachtsitzungen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-28_13">Dr. <rs type="person" ref="#per__114719">Wailand</rs> von der Kronen-Zeitung möchte scheinbar einen Artikel<lb/>
über die Aktivitäten des Handelsministeriums in seinem Wirtschafts<lb break="no"/>magazin am Samstag bringen. Ich gebe ihm deshalb in Anwesenheit<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> ein Interview. Was mich dabei verwundert ist, dass er obwohl<lb/>
er nicht stenographieren kann, sich meine Äusserungen voll ausschrei<lb break="no"/>bend notiert, obwohl er gleichzeitig ein Diktiergerät mit hat.<lb/>
Nur bei den letzten Fragen schaltet er dieses ein. Ich bin schon<lb/>
sehr gespannt, was aus diesem Interview herauskommen wird. Angeblich<lb/>
ist <rs type="person" ref="#per__114719">Wailand</rs> ein <rs type="person" ref="#per__97985">Staribacher</rs>-Fan, was noch lange nicht bedeutet, dass<lb/>
daraus nicht doch wieder eine gewisse Komplikation entstehen könnte.<lb/>
Auch bei der letzten Kronen-Zeitungs-Serie von <rs type="person" ref="#per__140190">Nowotny</rs>, der ebenfalls<lb/>
sehr positiv geschrieben hat, hat es Komplikationen mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
gegeben. Trotzdem würde ich auch dann nicht, wenn ich Erfolg hätte,<lb/>
von den Redakteuren einen Vorabdruck oder gar vielleicht eine<lb/>
Zensur verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-28_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte halte fest, welche Themen wir berührt<lb/>
haben, damit wir feststellen können, was dann tatsächlich kommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-28_15">Die Parteivorstandssitzung wurde um eine Stunde später begonnen, weil<lb/>
das Präsidium wesentlich länger tagte als vorgesehen. Der Grund dürfte<lb/>
eine längere Diskussion über die Zweckmässigkeit eines freiwilligen<lb/>
<pb n="24-0093" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band24/24_1975-01-28_0093.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Verzichtes der Erhöhung der Mandatsgebühren mit 1. Juli gewesen<lb/>
sein. Auch im Parteivorstand gab es darüber längere Diskussionen.<lb/>
Bei der Abstimmung haben sich aber nur 3 dagegen ausgesprochen<lb/>
und einige enthielten sich der Stimme. Die dafür eintraten, obwohl<lb/>
in der Diskussion in der Minderheit, unterstrichen die Notwendigkeit,<lb/>
dass eben Spitzenverdiener auf einen Teil ihrer ihnen zustehenden<lb/>
Bezüge verzichten sollen, damit auch bei den Verhandlungen mit<lb/>
dem öffentlichen Dienst in Hinkunft eine andere als eine perzen<lb break="no"/>tuelle Regelung gefunden werden kann. Von den Brutto-Erhöhungen<lb/>
soll deshalb nach Abzug aller Steuern, Klubbeiträge, Parteisteuer<lb/>
usw. vom Nettobetrag, der übrigbleibt 50 % zu wohltätigen Zwecken<lb/>
an Fonds abgegeben werden. Dies nicht einmal sondern bis zur endgül<lb break="no"/>tigen Regelung der neuen Bezüge der öffentlich Bediensteten und damit<lb/>
im Zusammenhang eben auch der Mandatare. Der Wahltermin mit 1. Sonn<lb break="no"/>tag im Oktober wurde einstimmig angenommen, weil überhaupt weder<lb/>
in der Diskussion noch sonst irgendwo jemand eine andere Meinung<lb/>
hatte. Ich glaube auch, dass es vollkommen richtig ist, wenn<lb/>
wir bis zu Ende der Legislaturperiode weiter arbeiten. Niemand<lb/>
würde in der Partei verstehen und wahrscheinlich auch die Bevölkerung<lb/>
würde uns dies gar nicht honorieren, wenn wir vorzeitig Wahlen<lb/>
zustimmen würden. Die ÖVP irrt, wenn sie glaubt, dass dadurch für<lb/>
die Wirtschaft eine bessere Situation sich ergäbe. Wenn die ÖVP<lb/>
recht hat und sie wieder an der Regierung beteiligt wird, was sie<lb/>
anstrebt, so wird es zu längeren Koalitionsverhandlungen kommen.<lb/>
In diesem Fall würde also selbst bei Juni-Wahlen bis in den Sep<lb break="no"/>tember/Oktober gar nichts geschehen. In diesem Fall ist es auf alle<lb/>
Fälle besser, wenn die Regierung ihre Aufgaben bis zu Oktober<lb/>
in einwandfreiem Besitz der parlamentarischen Mehrheit weiter<lb/>
arbeitet. Wenn – was wir erwarten, dann im Oktober die SPÖ wieder<lb/>
die absolute Mehrheit bekommt, dann ist der nahtlose Anschluss<lb/>
sowieso gegeben. Wenn behauptet wird, dass es einen langen Wahlkampf<lb/>
geben wird, so ist die keinesfalls sicher und notwendig. Man darf<lb/>
nicht vergessen, dass es ausschliesslich bei der ÖVP liegt, ob sie<lb/>
jetzt schon den Wahlkampf nicht nur im Parlament, was sie sowieso<lb/>
schon die ganze Zeit macht, sondern in Aussendungen, Postwurf, Pla<lb break="no"/>katen usw. jetzt schon eröffnet. Um einen weiteren grösseren Wahl<lb break="no"/>kampf nicht finanziell noch zu verstärken, wird auch gleichzeitig<lb/>
vom Parteivorstand beschlossen, dass Parteispenden in Hinkunft<lb/>
nicht mehr als Steuerabzugspost gerechnet werden dürfen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-28_16">In meinen Augen wäre es die beste Lösung, wenn es überhaupt<lb/>
zu einer Begrenzung der Wahlkampfkosten kommen würde, wie dies<lb/>
auch in anderen Staaten üblich und möglich ist. Die Bevölkerung<lb/>
hat nämlich in Wirklichkeit von einem aufwendigen Wahlkampf<lb/>
genug. Die Stimmung in der Diskussion ist so optimistisch, dass<lb/>
ich zu <rs type="person" ref="#per__97444">Heinz Fischer</rs>, der neben mir sitzt, meine, wir müssten<lb/>
ja fast die Zweidrittelmehrheit bekommen. Sicher ist, dass das<lb/>
Tief nach den steirischen Rückschlägen und der damaligen präpo<lb break="no"/>tenten Haltung der ÖVP jetzt überwunden ist. Ich selbst teile diese<lb/>
optimistische Haltung trotz meiner sonstigen optimistischen Ein<lb break="no"/>stellung zu allen Wirtschaftsfragen keinesfalls. Die drei von Wien<lb/>
abgehenden Mandaten wo mindestens 2 der soz. Partei verlorengehen<lb/>
werden und das eine aus NÖ muss in den westlichen Bundesländern<lb/>
erst gewonnen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-28_17">Bei der Klub der Mandatare-Sitzung auf der Landstrasse gibt es<lb/>
auch zu meinem Bericht gar keine grössere Diskussion. Ich glaube,<lb/>
dass unsere Funktionäre gar nicht ernstlich erwartet haben, dass<lb/>
wir jetzt vorzeitig Wahlen auslösen, nur weil es die ÖVP wünscht.<lb/>
Die Behauptung, dass <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> jetzt endlich sich profiliert hat<lb/>
und nicht mehr als Zauderer in Erscheinung tritt ist deshalb leicht<lb/>
zu entkräften, weil schliesslich und endlich von dem Zeitpunkt<lb/>
wo die ÖVP und <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> von vorzeitigen Wahlen geredet hat, d.h.<lb/>
von Oktober bis jetzt ja immerhin drei Monate gebraucht hat, um<lb/>
sich dann endgültig zu einem Antrag durchzuringen. In der Politik<lb/>
ist es so, dass wer ein gewisses Trade <choice><choice><sic>made</sic><corr>Mark?</corr></choice></choice> hat, kaum imstande ist,<lb/>
dies auch zu ändern. Ich glaube deshalb, man muss von allem Anfang<lb/>
schauen, ein gewisses Image zu bekommen. Mein Bestreben war, als<lb/>
Optimist Handelsminister kann nur ein solcher sein, zu erscheinen.<lb/>
Ich glaube auch, dass es mir wirklich gelungen ist, obwohl ich<lb/>
im Grunde meiner Seele zeitlebens eine pessimistische Ader ge<lb break="no"/>habt habe. Ich war immer auf das schlechteste gefasst, hatte aber<lb/>
das Motto vom Steinklopfer-Hansl, es kann dir nichts geschehen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> hat mir Recht jetzt kritisiert, dass ausser meiner optimi<lb break="no"/>stischen Grundhaltung und der Propaganda, die ich bis jetzt nicht<lb/>
zuletzt durch seine Unterstützung und Vorschläge geführt habe, es<lb/>
notwendig ist, sie zu korrigieren. Wir müssten jetzt umschalten,<lb/>
dass auch das Handelsministerium entsprechende Konzepte vorlegen<lb/>
kann und für die nächste Zeit verlegt. Wenn ich auch <rs type="person" ref="#per__114719">Wailand</rs> erklärt<lb/>
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ich nach Auffassung <rs type="person" ref="#per__97646">Koppes</rs> jetzt bereits die Konzeption der zu<lb break="no"/>künftigen Arbeit festlegen. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, mit dem ich dieses Problem<lb/>
besprochen habe, teilt die Meinung von <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs>. Ich werde deshalb<lb/>
in der nächsten Zeit mit dem Büro eingehende Besprechungen über<lb/>
unsere Taktik und Pläne führen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-28_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte eine entsprechende Sitzung fest<lb break="no"/>legen.<lb/>
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            <head>Schreiben Koppe an NR Marsch, 24.1.1975</head>
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            <head>TB-Notiz betr. Ölextraktionsprojekte, 24.1.1975</head>
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            <head>Information Lejolle an Wanke betr. Auswirkungen Einheitswerte Steueraufkommen, 24.1.1975</head>
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            <head>Information Lejolle an Wanke betr. Technik Einheitswertfeststellung, 22.1.1975</head>
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            <head>Information Lejolle an Wanke betr. Verrechnung MwSt. Bauwirtschaft, 22.1.1975</head>
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            <head>Tagesordnung 149. Ministerratssitzung, 27.1.1975</head>
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            <head>hs. Notizen JS zu Interview Wailand</head>
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            <head>Tagesordnung Bundesparteivorstandssitzung, 28./29.1.1975</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Bundesparteivorstandssitzung Rückseite)</head>
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