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            <title type="main">Dienstag, der 21. Jänner 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-21_01">Dienstag, 21. Jänner 1975<lb/>
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sieht ein, dass es unmöglich ist, dieser Fabrik die gewünschten<lb/>
15.000 t, die sie bis Oktober, wo sie sich auf Melasse umstellen will<lb/>
zu geben und meint nur, es müsste eben jetzt entschieden werden,<lb/>
wieviel sie ausser den 4.000 t noch bekommen kann. Im Krisenkomitee<lb/>
hat man im Landwirtschaftsminister 10.000 t vorgesehen. Da sich<lb/>
aber der Zuckerverkauf sehr vergrössert hat, glaube ich auf den<lb/>
Vorschlag <rs type="person" ref="#per__108746">Haffners</rs> eingehen zu können, dass 8.000 maximal vorge<lb break="no"/>sehen werden könnten. 6.000 t erkläre ich, wäre das Minimum, mit<lb/>
dem sie rechnen können, <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> erklärt, dass nämlich die Fabrik<lb/>
jetzt wissen muss, was sie bekommt, damit sie sich zeitgerecht ent<lb break="no"/>weder auf Zukauf von Dextrose oder auf Importzucker umstellt. Bei<lb/>
dieser Gelegenheit erklärt mir <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs>, dass er nicht verstanden hat,<lb/>
wieso die 135. Anordnung des Landwirtschaftsministers der Deputat- und<lb/>
Prämienzucker ausgenommen wurde. Dadurch bekommen die Bauern ihre volle<lb/>
Menge der Relation 1 q Rübe = 1 kg Weisszucker. Im Zuckerrüben<lb break="no"/>vertrag zwischen der Zuckerindustrie und Bauern ist ausdrücklich ein<lb/>
Passus vorgesehen, dass wenn Bewirtschaftungsmassnahmen ergriffen<lb/>
werden, diese gelten und nicht die im Vertrag vorgesehen Relation<lb/>
1 Q Rübe – 1 kg Zucker. Früher hatten die Bauern auch niemals auch<lb/>
nur einen Bruchteil der vollen Menge verlangt. Nur jetzt beziehen<lb/>
sie sämtlichen Prämienzucker. Im Jänner, wo wir 40.000 t ausliefern<lb/>
beträgt allein 11.000 t der Prämienzucker. <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> erklärt, dass im<lb/>
März dann neuerdings der Prämienzucker hinzukommen würde, der 22.000 t<lb/>
betragen würde. Niemand von den Beamten im Landwirtschaftsministerium<lb/>
oder meine Herren haben diesen Passus gewusst, ich selbst habe mir<lb/>
erst den Vertrag von meinen Zuckerarbeitern verschaffen müssen.<lb/>
Das ist dieselbe Situation wie <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> mir Recht sagt, wo ich mir in<lb/>
der Aussenhandelsstatistik erst selbst die Umgehungsmischung suchen<lb/>
musste und der Beamte meinte, er sei ja kein Kriminalist, um dies<lb/>
zu entdecken. Im Landwirtschaftsministerium hätten die Leute, die<lb/>
die Zuckerfrage dort bearbeiten, unbedingt diese Deputat- und<lb/>
Prämiensache wissen müssen. Die Zuckerindustrie hat, wie <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs><lb/>
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der Prämienzucker von einer Kontingentierung, d.h. Verkürzung aus<lb break="no"/>genommen werden muss. Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs>, den ich bei der<lb/>
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den Vertrag von mir verlangt und dann, wie er mir abends erklärte,<lb/>
sofort entschieden, dass eine Novelle der Anordnung erfolgt und<lb/>
in Hinkunft er überhaupt keinen Prämienzucker mehr ausliefern lässt.<lb/>
Ich fragte ihn noch, ob er diese Novelle in die Begutachtung<lb/>
schicken wird, nachdem er ja meiner Meinung nach entsprechend Zeit<lb/>
hätte. Er erklärt rundweg, dass ihm dies nicht einfällt, sondern<lb/>
er die Anordnungsänderung bereits verfügt habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-21_03">Im Ministerrat gebe ich auch, obwohl eigentlich <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> dafür zuständig<lb/>
wäre, einen Bericht über die Zuckersituation. Im Jänner schreibt<lb/>
die Zuckerindustrie, muss sie 40.000 t ausliefern, gegenüber dem<lb/>
Jänner des Vorjahres, wo es 17.000 t waren. Ich erkläre rundweg in<lb/>
diesem mündlichen Ministervortrag, dass insbesondere die 11.000 t<lb/>
Deputatzucker unerklärlich hoch sind, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat vollkommen recht,<lb/>
wenn er erklärt, dass dieses ewige Rechnen in Zentnern und Tonnen<lb/>
der Bevölkerung gar nichts sagt und wir deshalb bei der Erläuterung<lb/>
im Journalistenfoyer das anschliessend nach jedem Ministerrat statt<lb break="no"/>finden, von den Millionen kg reden sollten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat grosse Sor<lb break="no"/>ge, dass wir in der anschliessenden Diskussion nach meinem mündlichen<lb/>
Bericht, dass wir kaum aus diesem Dilemma herauskommen werden. So<lb break="no"/>lange der Preis nicht erhöht wird, werden die Hamsterkäufe nicht<lb/>
aufhören und das Ergebnis wird eine Verknappung sein, obwohl wir<lb/>
so grosse Mengen Zucker zur Verfügung haben. Eine überraschend<lb/>
schnelle Preiserhöhung kann ich bei Zucker in der Arbeiterkammer<lb/>
und dem ÖGB nicht durchsetzen, ausserdem hat <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> ein Verfahren vorge<lb break="no"/>sehen, das ich zumindestens formell abwickeln muss.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-21_04">Im Pressefoyer wird dann die Zuckersache tatsächlich von allen als<lb/>
so interessant betrachtet, dass unmittelbar nach <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> Erklärungen<lb/>
sich die Leute auf mich und nicht aus <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> stürzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-21_05">Die ganze leidige Zuckersache, die jetzt politisch von jeder Seite<lb/>
hochgespielt wird, führt auch dazu, dass nachmittags im Klubvorstand<lb/>
einstimmig beschlossen wird, eine dringliche Anfrage im Parlament<lb/>
einzubringen. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hofft, dass mit dieser Diskussion in der Öffent<lb break="no"/>lichkeit die Bevölkerung ein wenig über die Situation aufgeklärt<lb/>
wird. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> wird die Anfrage bringen und begründen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-21_06">Im Ministerrat hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisy</rs> auch einen Brief an <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> zur<lb/>
Kenntnis gebracht, der von 20. bis 24. Mai zu einem Staatsbesuch<lb/>
nach Polen fährt und anfragt, welcher Minister ihn begleiten soll.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, bis jetzt war es immer üblich, dass nur der Aussen<lb break="no"/>minister ihn begleitet, <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> will sich schon melden, um festzu<lb break="no"/>stellen, dass in Italien und Frankreich auch ich den Bundespräsidenten<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97607">Jonas</rs> begleitet habe. Ich empfehle ihm aber, zuerst mit <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs><lb/>
zu reden, ob er überhaupt möchte, dass ich ihn ebenfalls begleiten<lb/>
soll. Die Besuchsreihe in Polen ist nicht sehr glücklich, nachdem<lb/>
Ende Jänner <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hinfahren, anschliessend daran verhät<lb break="no"/>nismässig bald <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> und dann wieder der Ministerpräsident<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97591">Jaroszewicz</rs> nach Österreich kommt.<lb/>
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sofort zu, dass am besten <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> mitfährt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-21_08">Die Frau <rs type="person" ref="#per__140302">Eder</rs>, Hotelbesitzerin in Saalbach, hat sich durch den Ausbau<lb/>
des Hotel übernommen, da sie jetzt einen Anschlusskredit nicht bekommen<lb/>
hat, muss sie in Ausgleich, resp. sogar in Konkurs gehen. Sie hätte<lb/>
ein Grundstück von ihrer Mutter, <rs type="person" ref="#per__97995">Stockinger</rs> von der Salzburger<lb/>
Sparkasse hat auch nur Zusagen gemacht, ohne sie einzuhalten. Da<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> auf Dienstreise ist, ersuche ich <rs type="person" ref="#per__113626">Ortmann</rs>, die Frage im Rahmen<lb/>
unseres Sicherungskomitees für die Fremdenverkehrsbetriebe zu be<lb break="no"/>handeln. Ich selbst habe bei einer Skilifteröffnung ein oder zwei Tage<lb/>
in diesem Hotel gewohnt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-21_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte verfolge, was aus diesem Fall wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-21_10">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs>, Chemiefaser Lenzing, kommt nicht wie ich vermute, wegen<lb/>
der Absatzkrisen auf dem Weltmarkt wegen seiner Produkte, sondern<lb/>
wegen der Finanzierung der Umweltschutzeinrichtungen. <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs> sagt<lb/>
mit Recht, dass er in Lenzing die entsprechenden Umweltverbesserungs-<lb/>
Investitionen, ca. 500 Mill. S, bereits eingebracht hat und zur<lb/>
Restfinanzierung von ca. 240 Mill. nun aus dem Wasserwirtschafts<lb break="no"/>fonds und unsere Zinsenzuschussaktion dringendst benötigt. Anderer<lb break="no"/>seits aber hat die Länderbank auch andere Papierfabriken, die sie<lb/>
finanzieren will und insbesondere die Creditanstalt das grosse Projekt<lb/>
Leykam. Hätte die Rohstoffhausse angehalten und die Japaner, die<lb/>
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so hätte <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs> sicher Gelegenheit gehabt, auch die Restfinanzierung<lb/>
noch durchzuführen. Jetzt muss er versuchen. über seine Hausbank,<lb/>
Länderbank, als auch über den Wasserwirtschaftsfonds einen zusätz<lb break="no"/>lichen Kredit zu bekommen. Ich erkläre <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs> rundweg, dass wir bei<lb/>
der Papierfrage noch keinen Schritt weiter sind, nachdem weder <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs><lb/>
von der CA noch <rs type="person" ref="#per__97789">Ockermüller</rs> von der Länderbank, die von mir ver<lb break="no"/>langte Abstimmung bis jetzt durchgeführt haben. <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs> teilt mir<lb/>
mit, dass dies scheinbar in den nächsten Tagen erfolgen soll, weil<lb/>
man auch mit ihm über dieses Problem jetzt reden will. <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs> teilt<lb/>
mit auch mit, dass er gegen eine Erhöhung des Exportkontingentes<lb/>
für Laub- und andere Hölzer von derzeit 120.000 t um 30 %, das<lb/>
sind ca. 40.000 t nichts einzuwenden hat. Allerdings darf es sich<lb/>
nur auf das Jahr 1975 erstrecken und es muss eine strenge Kontrolle<lb/>
erfolgen, dass nicht Faser- und Brennholz hinausgeht. Min.Rat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114963">Dinzl</rs>, der anwesend ist, dafür allerdings nicht zuständig,<lb/>
nimmt dies so wie ich zur Kenntnis.<lb/>
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er soll sich auch mit <rs type="person" ref="#per__114963">Dinzl</rs> ins Einvernehmen setzen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-21_12">In der Preiskommission hat <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> wie ich dazukomme, bereits mit<lb/>
dem Vertreter des Finanzministeriums eine härtere Auseinandersetzung.<lb/>
Dieser junge Mann hat scheinbar, bevor ich gekommen bin, dezidiert<lb/>
erklärt, man soll den Rübenbauern die gewünschten 20 % sofort<lb/>
geben und dann ist alles erledigt. Die Landwirtschaftskammervertreter<lb/>
wollten wieder überhaupt nicht über den Rübenpreis im Einzelnen<lb/>
sprechen, sondern meinen, es sollte der Zuckerpreis zuerst verhandelt<lb/>
werden. Sowohl <rs type="person" ref="#per__137164">Hiller</rs> als auch <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> von der Handelskammer und ganz<lb/>
besonders <rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs>, der die Preisfragen beantwortet und bearbeitet,<lb/>
stehen nach wie vor auf dem Standpunkt, es müsste nur der Zucker<lb break="no"/>preis erhöht werden, denn dann ergäbe sich automatisch de Rüben<lb break="no"/>preiserhöhung. Die Arbeiterkammervertreter beharren darauf, dass<lb/>
man zuerst über die Rübenpreise verhandelt, wie dies auch 1968 ge<lb break="no"/>schehen ist. Sie anerkennen, genauso wie ich, dass sich daraus<lb/>
selbstverständlich eine Zuckerpreiserhöhung ergibt. Dadurch, dass<lb/>
ich viel länger als vorgesehen bei dieser Preissitzung bleibe,<lb/>
komme ich zu spät in den Klub. Dort berichtet <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> über die<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97803">Pansi</rs> berichtet über das Lebensmittelgesetz, der Klub zollt ihm<lb/>
entsprechende Anerkennung, weil er sich wirklich durch Jahre hin<lb break="no"/>durch um dieses Gesetz bemühte und letzten Endes glaube ich ein sehr<lb/>
fortschrittliches zustande gebracht hat, wie lange das Gesetz be<lb break="no"/>handelt wird, ist daraus ersichtlich, dass es die Eingangszahl 3 oder<lb/>
4 trägt. <rs type="person" ref="#per__97803">Pansi</rs> meint dann noch abschliessend zu mir, ich könnte auch<lb/>
zufrieden sein, weil wir doch jetzt bezüglich der Kompetenzauf<lb break="no"/>teilung eine vernünftige Regelung gefunden haben. Er kann sich<lb/>
gar nicht vorstellen, wie mir das eigentlich wurscht ist. Ich halte<lb/>
von dieser ganzen Kompetenzstreiterei zwischen den Beamten der<lb/>
einzelnen Ministerien gar nicht. Wie sich in der konkreten Durch<lb break="no"/>führung von Massnahmen siehe Zucker zeigt, möchten zwar viele Beam<lb break="no"/>te womöglich in jedem Ministerium womöglich mitreden, können dann<lb/>
die Aufgaben kaum erfüllen.<lb/>
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Anfrage wegen der Zuckersituation gewesen ist. Da an diesem Tag<lb/>
zum wievielten Mal weiss ich gar, das UNO-City-Projekt wieder in<lb/>
der Debatte sein wird, sollte durch diese dringliche Anfrage<lb/>
ein wenig von dieser Problematik und den Angriffen auf den Finanz<lb break="no"/>minister abgelenkt werden. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> und die anderen sind der<lb/>
Meinung, dass diese Debatte im Parlament über die Zuckersituation<lb/>
eine gewisse politische Erleichterung auch für mich bringen wird.<lb/>
Ich bin leider nicht dieser Meinung. Die Bevölkerung wird sich<lb/>
nach wie vor über die Details kaum informieren, sich kaum dafür<lb/>
interessieren, sondern möchte eine einzige Frage beantwortet:<lb/>
Wann kriegt er endlich mehr Zucker. Welche Massnahmen dazu führen<lb/>
interessieren ganz selten und nur vereinzelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-21_14">Beim Empfang des Nationalratspräsidenten, an dem wie immer über<lb/>
1.000 Personen teilnehmen, trifft man alte Bekannte wie z.B. den ehe<lb break="no"/>maligen Generalsekretär der Handelskammer <rs type="person" ref="#per__97649">Korinek</rs>, der jetzt einige<lb/>
Staroperationen hinter sich hat, zur Zuckerfrage meinte er, früher<lb/>
hätte ein anständiger Obmann der Lebensmittelarbeiter, der<lb/>
gleichzeitig in der Arbeiterkammer diese Frage als Referent bearbeitet,<lb/>
mit der Zuckerindustrie und der Handelskammer entsprechende Lö<lb break="no"/>sungen ausgearbeitet, ohne dass es überhaupt zu einem Streit oder<lb/>
einer Verknappung gekommen ist. Heute sei dies leider alles anders.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97733">Mayer-Gunthof</rs> wieder, der Durchblutungsstörungen am Bein hat und<lb/>
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Familie an Zuckerfabriken beteiligt ist, als Vermittler aufzu<lb break="no"/>treten. Ihn stört am meisten, dass jetzt z.B. sein Grossvater<lb/>
der die Leipnik-Zuckerfabrik gegründet hat, als Zuckerbaron ver<lb break="no"/>dammt wird. <rs type="person" ref="#per__97879">Otto Rösch</rs> verständigt mich, dass Präsident <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> mit<lb/>
mir reden will, ich kann ihn allerdings in diesem Trubel überhaupt<lb/>
nicht finden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-21_15"><rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> berichtet mir, dass sich die sowjetische Botschaft beschwert<lb/>
hat, weil sie in Hinkunft keinen zollfreien Benzin mehr bekommt.<lb/>
Während die EG-Staaten automatisch dieses Privileg weiter haben,<lb/>
würde dadurch wirklich eine Diskriminierung der Sowjets erfolgen,<lb/>
obwohl ich ihnen bei allen Verhandlungen eine gleiche Lösung wie die<lb/>
EG-Staaten angeboten habe. Sie<add>[?]</add> hatten immer wieder erklärt, wir<lb/>
werden alle diesbezüglichen Wünsche von ihnen zumindestens prüfen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, mit dem wir dann über dieses Problem reden, sieht dies<lb/>
ein und schlägt vor, man solle unverzüglich persönlich einen Brief<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-21_16">ANMERKUNG AN <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte ein solches Schreiben sofort von <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs><lb/>
verlangen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-21_17"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat grosse Schwierigkeiten mit der Finanzierung der Ge<lb break="no"/>treidepreisdiffenzstützung im Jahre 1975. Für 1974 hatte er 50 Mill.<lb/>
vorgesehen und im Dezember wahrscheinlich schon im November und<lb/>
auch vor allem im Jänner entsteht jetzt ein grosses Loch. Da er weite<lb/>
Millionen dafür nicht mehr zur Verfügung stellen kann, möchte er,<lb/>
dass wir bei der Preisfestsetzung für Mehl und Brot einen gewissen<lb/>
Betrag berücksichtigen, damit die Mühlen auf diese Nachzahlung ver<lb break="no"/>zichten. Ich selbst erkläre <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> sofort, dass wir grosse Schwie<lb break="no"/>rigkeiten mit der Arbeiterkammer und dem ÖGB haben, ja womöglich jetzt<lb/>
überhaupt nicht jetzt eine Erhöhung vornehmen möchten. Ich werde<lb/>
mich bemühen, im Rahmen des Preisverfahrens, das jetzt sehr schnell<lb/>
abgewickelt werden muss, weil mit 1. Feber die neuen Preise verlaut<lb break="no"/>bart sein müssen, eine Lösung zu versuchen. Da die Mühlenindustrie ab<lb/>
auch die Bäcker einen wahrscheinlich wesentlich höheren Mehl- und<lb/>
Brotpreis verlangen werden als die Arbeiterkammer bereit ist zuzuge<lb break="no"/>stehen, werde ich auf Wunsch <rs type="person" ref="#per__97311">Androschs</rs> versuchen, ob es möglich ist,<lb/>
einen Teil der Stützungen vom November/Dezember und Jänner einzu<lb break="no"/>bauen, oder wie er sich ausdrückt, einzuschleifen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-21_18">Bei der Sektionsleitersitzung berichte ich über die politische<lb/>
und wirtschaftliche Situation. Insbesondere ergeben die Meinungs<lb break="no"/>umfragen, dass wir jetzt wieder günstig liegen. In der Dis<lb break="no"/>kussion wird allerdings mit Recht gesagt, dass wir die drei Mandate<lb/>
aus Wien in die westlichen Bundesländer verlieren. Da aber gerade in<lb/>
den westlichen Bundesländern <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> besser liegt als die SPÖ, bei<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> ist es im Osten gerade wieder umgekehrt. Er liegt schlech<lb break="no"/>ter als die ÖVP, der nächste Wahlkampf aber sicherlich ein Wahlkampf<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> – <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> sein wird, müssen nicht unbedingt diese Mandate<lb/>
im Westen für uns verloren sein. Wenn es uns gelingt, im Frühjahr<lb/>
die wirtschaftliche Lage zu halten, d.h. die Vollbeschäftigung zu<lb/>
sichern und die europäische Konjunktur durch das Durchstarten der<lb/>
Deutschen und das Nichtzusammenbrechen der Italiener sich verbessert,<lb/>
dann können wir einen entsprechenden Anschluss an die europäische<lb/>
Konjunktur finden, ohne dass wir eine Rezession gehabt haben. In<lb/>
diesem Fall hätten wir zum dritten Mal dieses für mich fest uner<lb break="no"/>klärliche Wunder gehabt und dies müsste sich bei den Oktober-Wahlen<lb/>
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            <head>Tagesordnung 148. Ministerratssitzung, 21.1.1975</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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