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            <title type="main">Mittwoch, der  8. Jänner 1975</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_01">Mittwoch, 8. Jänner 1974<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_02"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> ist über den Fehler in Preisregelungsgesetz, wo der Neben<lb break="no"/>satz, dass nur die Ermässigung der Zölle abgesetzt werden muss, und<lb/>
nicht der ganze Zollbetrag, sehr unglücklich und fragt, wie wir dies<lb/>
am besten bereinigen können. Ich kann ihm nachweisen, dass wir in<lb/>
der Regierungsvorlage die richtige Formulierung gehabt haben und<lb/>
dass nicht zuletzt, wie er selbst zugibt, durch den Wunsch der<lb/>
Handelskammer, dies zu ändern, und insbesondere dann durch das Heraus<lb break="no"/>streichen eines zweiten Nebensatzes, damit also eigentlich durch die<lb/>
Handelskammer dieser Fehler entstanden ist. Er ist sehr froh, von mir<lb/>
zu erfahren, dass <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> durch den Erlass, den wir jetzt an alle<lb/>
Dienststellen zu schicken haben, imstande sein wird, das ärgste zu<lb/>
verhindern, wenn jemand seinen Preis jetzt nach dem Gesetzeswortlaut er<lb break="no"/>stellen würde, müsste er den gesamten Zoll aus seiner Rechnung heraus<lb/>
streichen. Dies würde ungewollt eine ganz grosse Preissenkung ergeben.<lb/>
Vielleicht ist dies der Grund, dass sich die Handelskammer mehr oder<lb/>
minder schuldig fühlt, zumindestens aber mitschuldig, weil sie bei der<lb/>
Endfassung bei jeder Phase anwesend war. Wahrscheinlich müssen wir auf<lb/>
lange Sicht gesehen, doch die Gesetzesstelle sanieren, ich möchte dies<lb/>
aber womöglich nicht sofort in Angriff nehmen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_03">In der Ministerratsvorbesprechung berichtet <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs>, dass die Arbeits<lb break="no"/>losenziffern und Beschäftigtenziffern im Dezember 1974 gegenüber dem<lb/>
Vorjahr sehr günstig liegen. Mit 33.800 Kurzarbeitern haben wir nur um<lb/>
6.000 mehr, dafür haben wir 35.000 Mehrbeschäftigte, das sind 1,3 %<lb/>
und 2.667.000 Beschäftigte. Dies ist allerdings eine Fortschreibungs<lb break="no"/>ziffer und muss nicht ganz genau stimmen. Arbeitslose sind 918 weniger<lb/>
das ist minus 1,5 % und betragen 59.900. Salzburg hat allerdings<lb/>
um 28 %, Tirol um 10 % und Kärnten um 8 % mehr. Man nimmt an, dass es<lb/>
sich hier um die Österreicher, die in Deutschland bis jetzt beschäftigt<lb/>
waren und zurückgewandert sind, grösstenteils handelt. Diese Ziffern<lb/>
wird <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> bekanntgeben, wenn er die Beschäftigtenanzahl in den<lb/>
Ländern genau erfasst hat, um die Ursache zu ergründen. Es ist eine<lb/>
grössere Anzahl von männlichen Arbeitslosen als im Vorjahr, da bei<lb/>
den weiblichen Arbeitslosen die Karenzgeldempfängerinnen ausgeschieden<lb/>
wurden. Diese haben, so wie seinerzeit bei der Bereinigung der nicht<lb/>
mehr vermittelbaren Arbeitslosen, die man jetzt genauer abgrenzt, gerade<lb/>
bei den Frauen die Arbeitslosenziffern stark aufgebläht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_04">Ich schneide das Problem der Lawinenunglücke an und verlange, dass<lb/>
wir, um die deutsche Gegenpropaganda einigermassen aufzufangen,<lb/>
von der Regierungsseite etwas unternehmen sollen. <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs> berichtet,<lb/>
dass er selbst dort Ski gefahren ist, einen Tag vorher sind dort<lb/>
100 bis 150 Personen gestanden und haben bis zu 40 Minuten warten<lb/>
müssen, sodass ein noch grösseres Unglück hätte passieren können.<lb/>
Der Lawinen- und Wildbachverbauungsdienst – <choice><choice><sic>Min.Rat</sic><corr>?</corr></choice></choice> <rs type="person" ref="#per__140286">Fischer</rs> von Vor<lb break="no"/>arlberg, hat ihm nachgewiesen, dass diese Dienststelle bei der Kommis<lb break="no"/>sionierung dieses Liftes festgestellt hat, dass die Talstation so<lb/>
wohl von der einen Seite als auch von der anderen Seite in einem<lb/>
Lawinenstrich gelegen ist. Man hat mit 5 Sprengsätzen versucht abzuspren<lb break="no"/>gen, was missglückt ist und hat ausserdem die Stelle deutlich abge<lb break="no"/>sperrt gehabt. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtet, dass er eindeutige Erlässe an die<lb/>
Landesregierungen gegeben hat und dass bei Doppelsessellift und Seil<lb break="no"/>bahnen, wo er die Bundeskompetenz hat, sowohl bei der Konzession<lb/>
als auch beim Bauverfahren auf die Lawinenverbauung Rücksicht genommen<lb/>
wird. Bei Einsesselbahnen und Schleifliften, die in der Landes<lb break="no"/>kompetenz liegen, versucht er ebenfalls jetzt besonders entsprechende<lb/>
Richtlinien zu erstellen. Wir einigen uns, dass unter Vorsitz von <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs><lb/>
von jedem zuständigen Ressort insbesondere aber auch vom Innenministerium<lb/>
die Gendarmerie wird die Absperrung dann durchzuführen haben resp.<lb/>
die Einstellung zu veranlassen, ähnlich wie bei den Strassen, eine<lb/>
Kommission unverzüglich zusammentreten soll. Ich informiere darüber<lb/>
sofort <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs>. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> glaubt, dass ohne, dass er allzu rosig malen<lb/>
will, das Ärgste der Rezession vorüber ist. Er meint, man hat in Amerika<lb/>
und auch in Westeuropa monatelang jetzt über die Probleme diskutiert<lb/>
und sicherlich Gegenmassnahmen ergriffen, die sich wahrscheinlich aus<lb break="no"/>wirken werden. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> stellt auch die neue Salinenleitung vor.<lb/>
Generaldirektor wird <rs type="person" ref="#per__140285">Knezicek</rs> vom Finanzministerium, der die<lb/>
Personalfragen bearbeitet hat und von <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> als ein äusserst tüch<lb break="no"/>tiger Mann beschrieben wird, der technische Direktor kommt aus den<lb/>
Salinen.<lb/>
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Frage bereinigen möchte. Im Aussenministerium war nämlich wie ich<lb/>
mich nachher vom Telegrammwortlaut selbst überzeugen konnte, keines<lb break="no"/>falls beabsichtigt für eine Aussprache in der Zwischenlandung in<lb/>
Belgrad initiativ zu werden. <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> hat übrigens dieselbe Meinung,<lb/>
die auch ich bereits am Vortag dem Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> und <rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs> mit<lb break="no"/>teilte. Die Jugoslawen werden nicht bereit sein, mit uns während der<lb/>
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einlade oder wenn Botschafter <rs type="person" ref="#per__97802">Otto</rs> so etwas veranlasst, werden<lb/>
wir eine Absage bekommen. Ich erkläre <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> dezidiert, dass ich<lb/>
persönlich niemals eine Initiative entwickelt hätte und so<lb break="no"/>wieso alles Botschafter <rs type="person" ref="#per__97802">Otto</rs> überlassen hatte. Der ist übrigens<lb/>
wie sich später herausstellt, in Wien und <rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs> kann mit ihm<lb/>
über dieses Problem neuerdings sprechen. <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> ruft mich dann<lb/>
spät abends an und teilt mir mit, dass er in Erfahrung gebracht<lb/>
hat, dass nicht nur allein die jug. Flugverbindung mit Kairo<lb/>
sondern es viele andere über Zürich gibt. Er schlägt vor, dass es<lb/>
am zweckmässigsten ist, wenn ich erst gar nicht über Jugoslawien<lb/>
fliege.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte die neuen Fluglinien sofort fest<lb break="no"/>stellen und umbuchen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_07">In der Lebensmittelarbeitergewerkschaft stelle ich zuerst fest,<lb/>
dass Sekr. <rs type="person" ref="#per__115457">Panis</rs> von den Mühlen und Gewürzindustrie die letzten<lb/>
Lohnabschlüsse deshalb mit 21 % erreicht hat, weil er gleichzeitig<lb/>
die Arbeitszeitverkürzung mit 5 % eingerechnet hat. Der Abschluss<lb/>
war also nur 16 % und liegt damit im Rahmen der üblichen Abschlüsse.<lb/>
Hier hat ein Sekretär besonders tüchtig sein wollen und hat dem<lb/>
ÖGB berichtet, welch guten Abschluss er erreicht hat und obwohl<lb/>
dies in diesem Fall gar nicht zutrifft.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_08">Mit der Gruppe Zuckerindustrie, wo alle Betriebsräte von allen Be<lb break="no"/>trieben zusammengekommen sind bespreche ich die Zuckersituation.<lb/>
Die Bauern, die 1 % Deputat-Zucker von ihren abgelieferten Rüben<lb/>
kaufen können und das im Extremfall <choice><choice><sic>2.00</sic><corr>200? 2.000?</corr></choice></choice> Waggon ausmachen würde,<lb/>
haben in der Vergangenheit maximal 5–10 % davon abgenommen. Jetzt<lb/>
sind sie bereits bei 90 %, unerklärlicherweise hat für mich zuminde<lb break="no"/>stens, die Zuckerindustrie den Endtermin, nämlich 31.12. wo dieses<lb/>
Deputat bezogen sein muss, auf 31. Jänner verlängert. Ich habe sofort<lb/>
ein Telegramm an die Zuckerindustrie geschickt, wo ich um Aufklärung<lb/>
für dieses unverständliche Zugeständnis ersuchte. Die Rübenbauern<lb/>
nehmen den Zucker, tragen ihn ins Lagerhaus sofort zum Kommissions<lb break="no"/>verkauf. Insbesondere regen sich die Zuckerarbeiter sehr auf, dass<lb/>
Präsident <rs type="person" ref="#per__117100">Habig</rs> als Sprecher der Zuckerindustrie bei einer Fernseh<lb break="no"/>sendung behaupten konnte, dass ihnen die 20.000 t Zuckerexporte<lb/>
von der Arbeiterkammer als Preisausgleich aufgezwungen wurde.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_09">Tatsächlich sind dann 17.000 t hinausgegangen. Ebenso bezweifeln<lb/>
die Zuckerarbeiter, dass bei einer Preiserhöhung die Zuckerver<lb break="no"/>sorgung gesichert ist. Auf alle Fälle sind sie der Meinung, dass<lb/>
die Zuckerindustrie Sonderprofite erreicht und wünschen deshalb<lb/>
eine Verbesserung in Form von Angleichung der Arbeiter an die Ange<lb break="no"/>stellten. Dies gilt insbesondere für die Abfertigung und für die Tei<lb break="no"/>lungsfaktoren, d.h. eine bessere Bezahlung der Sonn- und Feiertags-<lb/>
und Überstundenarbeit.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_10">Wie mir Sekr. <rs type="person" ref="#per__115457">Panis</rs> mitteilt, hat die Mühlenindustrie die Auffassung<lb/>
durch den Erlass des Landwirtschaftsministeriums bis auf weiteres<lb/>
die Stützung für den Brotgetreidepreis zu bekommen. Sie würden gege<lb break="no"/>benenfalls bis zum Verwaltungsgerichtshof gehen. Ich erkläre Dr. <rs type="person" ref="#per__114666">Kölle<lb break="no"/>rer</rs>, dem Vertreter der Mühlenindustrie, den ich in Oberösterreich an<lb/>
rufe, dass das Finanzministerium keine Mittel hat, und mich ersuchte<lb/>
unverzüglich den Preis festzusetzen. <rs type="person" ref="#per__114666">Köllerer</rs> möchte unbedingt wisse<lb/>
wie dann die Löhne entsprechend eingebaut werden. Da jetzt bereits<lb/>
mit 1.2. 14 Monate von der letzten Lohnbewegung vergangen sind.<lb/>
Wenn die Paritätische Kommission die Lohnverhandlungen freigibt, wür<lb break="no"/>de sich die Mühlenindustrie und das Gewerbe unverzüglich mit der Pro<lb break="no"/>blematik und der Erhöhung der Löhne beschäftigen. Sekrt. <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs><lb/>
wird ein diesbezügliches Schreiben an den ÖGB richten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_11">Im Institut erklärt <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs>, dass die Finanzlücke mit 18,5 Mia.<lb/>
nicht geschlossen werden kann. 8 Mia. bleiben seiner Meinung nach<lb/>
offen, die man nur über den amerikanischen Domestic-Markt finan<lb break="no"/>zieren kann. Zu diesem Zweck muss man aber rechnen, dass die<lb/>
Amerikaner eine Prüfung der finanziellen Situation Österreichs<lb/>
vornehmen werden und daher für zusätzliche Sonderprojekte, Sonder<lb break="no"/>gesellschaften zusätzliche Staatsausgaben nicht zur Verfügung stellen<lb/>
werden. Mein Hinweis, dass noch immer Möglichkeiten beim Eskont<lb/>
oder Lombard bei der Nationalbank bestehen, bestätigt <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs>,<lb/>
dass dies theoretisch möglich ist. Der Refinanzierungsplafond wird<lb/>
mit 50 % des <choice><choice><sic>Aktionkapitals</sic><corr>Aktienkapitals?</corr></choice></choice> plus Rücklagen plus 3 % der Einlagen<lb/>
aller Kreditinstitute berechnet und beträgt 18 Mia. S, die normale Es<lb break="no"/>kontgrenze liegt aber bei ca. 10–11 Mia., die derzeit allerdings<lb/>
auch noch nicht erreicht ist. Auf alle Fälle ist nicht damit zu<lb/>
rechnen, dass die Nationalbank grössere Beträge, wie sie es einmal<lb/>
mit der Postparkasse im Vorjahr zur Weihnachtszeit gemacht hat, wieder<lb break="no"/>holen wird, d.h. dem Finanzminister indirekt zur Verfügung stellen<lb/>
wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_12">Mit <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> und <rs type="person" ref="#per__114075">Schmidt</rs>, ÖGB, der mitteilt, dass <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> derzeit an<lb/>
keine Erhöhung des Zuckerpreises denkt, bespreche ich die neue<lb/>
Situation. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> ist dafür, dass der Rübenpreis erhöht wird, dass<lb/>
man dann diese Kosten im Anhängeverfahren der Zuckerindustrie zuge<lb break="no"/>steht. Dieser Weg ist auch der, den ich einschlagen möchte, nämlich<lb/>
die Rübenpreisfestsetzung von der Zuckerverbraucherpreisfestsetzung<lb/>
zu trennen, wobei mir allerdings klar ist, dass dies auf grossen<lb/>
Widerstand der Zuckerindustrie stossen wird, wenn derzeit deshalb<lb/>
auch <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> gegen einen solchen Erhöhungsantrag ist, kann ich ihn<lb/>
momentan nur vorbereitend behandeln. Ich bin allerdings überzeugt,<lb/>
dass wir früher oder später eine Lösung werden finden müssen, weil<lb/>
die Kontingentierung kaum funktioniert. <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> behauptet, er bekommt<lb/>
kiloweise Ansuchen um Ausnahmegenehmigungen und ist über die ganze<lb/>
Lösung nicht glücklich. Der ÖGB möchte auch, dass ich jetzt<lb/>
bei NIOGAS eine Preisfestsetzung vornehme, weil sich immer mehr<lb/>
Firmen beschweren kommen, dass die NIOGAS um 120 % den Preis hinaufge<lb break="no"/>setzt hat und erklärt, entweder sie bezahlen oder sie bekommen keine<lb/>
Gaslieferung. Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs> ruft mich nachmittags wieder an und<lb/>
erklärt, dass er sich ja mit fast allen Firmen bereits geeinigt<lb/>
hat und diese Aufregung nicht versteht. Er wird aber veranlassen, so<lb/>
schnell wie möglich die Unterlagen zu liefern, damit das Preisver<lb break="no"/>fahren eingeleitet werden kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte dränge <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs>, dass er unverzüglich dann<lb/>
die Besprechungen aufnimmt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_14">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> von der ÖMV hat ein schlechtes Gewissen und meint des<lb break="no"/>halb, er werde jetzt wieder öfters kommen, um mir zu berichten<lb/>
und vor allem aber die Preispolitik in die Hand zu nehmen. Er behauptet,<lb/>
ich hätte ihm empfohlen, er sollte sich zurückhaltend gegenüber<lb/>
den Internationalen zeigen. Jetzt aber sei die Preisentwicklung ihm<lb/>
aus der Hand geglitten und er wird daher in Hinkunft viel stärker<lb/>
wieder in Erscheinung treten. Scheinbar hat er jetzt das Gefühl,<lb/>
dass die Internationalen nicht nur in der Internationalen Agentur<lb/>
sondern auch jetzt in Österreich wieder mehr Oberhand gewinnen.<lb/>
Besonders ist er erschüttert, als ich ihm sage, dass das Verfahren<lb/>
wegen seiner Konzessionsgebiete in der Steiermark noch nicht abgeschlos<lb break="no"/>sen und vor allem nicht zu seinen Gunsten bis jetzt entschieden ist.<lb/>
Ich werfe ihm vor, dass er die RAG, d.h. die Internationale Bohrge<lb break="no"/>sellschaft in Oberösterreich sich um die steirischen Gebiete ansuchen<lb/>
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eingebracht hat. Die ÖMV möchte nun einen achten Bohrturm dort in Ein<lb break="no"/>satz bringen. Ich erkläre dezidiert, dass ich mit Min.Rat <rs type="person" ref="#per__112191">Mayer</rs> und<lb/>
Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__139517">Diwald</rs> von der RAG eine Aussprache gehabt habe und dass<lb/>
Min.Rat <rs type="person" ref="#per__112191">Mayer</rs> ohne meinen Einfluss jetzt die entsprechenden Unter<lb break="no"/>suchungen und Vorschläge erstatten wird. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> meint bezüglich<lb/>
der Preisfestsetzung, dass die ÖMV nur 54,7 gr verlangt während die<lb/>
RAG 75 gr für den m³ Erdgas aus dem Inland verrechnet. Er wird sich<lb/>
diesbezüglich und wegen eventueller Preissenkungswünsche der Arbei<lb break="no"/>terkammer bei Benzin mit <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> auseinandersetzen. Ich erkläre<lb/>
ihm, dass ich gegen die Erhöhung des Heizölpreises im Winter des<lb break="no"/>halb nicht allzu viel einzuwenden hatte, weil ich auf dem Stand<lb break="no"/>punkt stehe, im Sommer muss ein kräftiger Rabatt die Abnehmer bewegen<lb/>
eigene Lager zu errichten. Wenn man mit ca. 1.000 S für einen Tonne<lb/>
Investitionskosten rechnet. so müsste ein Rabat von mindestens<lb/>
2 – 300 S, der sich bei einem Überschuss an Heizöl noch vergrösseren<lb/>
müsste, für die Abnehmer von Interesse sein, eigene Lager zu er<lb break="no"/>richten und im Sommer sich einzulagern, so dass in maximal 5 Jahren<lb/>
die Investitionskosten herinnen sind. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> berichtet auch über den<lb/>
Abschluss der Mitbenützung der Pipeline für die Ungarn und die<lb/>
Tschechen im Ausmass von maximal 300.000 t. Er meint, er könne<lb/>
nicht das Ministerium über jede Zwischenphase informieren. Das,<lb/>
erkläre ich ihm sofort, sei auch nicht notwendig, aber in der letzten<lb/>
Zeit hätte sich insbesondere Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> sehr beschwert, dass<lb/>
die ÖMV Unterlagen nicht zur Verfügung stellt. Zuerst meint<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>, sie würden auch nur der ÖIAG gewisse Unterlagen geben, weil<lb/>
sie sich nicht unter ein Joch begeben könnten. IN weiterer Folge<lb/>
gibt er aber dann zu, dass sie sehr wohl in Hinkunft alle Wünsche,<lb/>
die sie einigermassen vertreten können, dem Ministerium an Unterlagen<lb/>
zur Verfügung stellen werden. Insbesondere möchte <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> mit mir<lb/>
wieder bessere Verhältnisse herstellen. Sein grosser Wunsch ist, dass<lb/>
im Rahmen der internationalen Agentur so wie angeblich die<lb/>
Italiener von der SNAM Leute mitnehmen und vor allem die internationa<lb break="no"/>len Gesellschaften jetzt bei westlichen Ländern stark verankert<lb/>
sind und ganz besonders in Amerika auch von der ÖMV jemanden mit<lb break="no"/>nehmen. Er ist sehr erschüttert von mir zu erfahren, dass die Beamten<lb/>
im Bundeskanzleramt eine solche Lösung entschieden abgelehnt haben<lb/>
und deshalb <rs type="person" ref="#per__117657">Potocnik</rs> von der Sektion <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> zu <rs type="person" ref="#per__123367">Hladik</rs>, d.h. Energie<lb break="no"/>sektion kommt und jetzt einige Monate in Paris, bis <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> einen<lb/>
Mann von sich aus namhaft gemacht hat, entsendet wird. <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> hätte<lb/>
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Stelle bekommen könnte. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> glaubt also allen Ernstes, dass<lb/>
er mit seinen gelegentlichen Aussprachen mit mir mit seiner<lb/>
aalglatten Wünsche bei anderen Ministerien, aber ganz besonders<lb/>
bei der Energiesektion im Handelsministerium auf die Dauer durch<lb break="no"/>kommen wird. Hier irrt er ganz gewaltig und er wird sich früher<lb/>
oder später auf den neuen Stil einstellen müssen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_15">Vizebürgermeister <rs type="person" ref="#per__137476">Bock</rs>, Aufsichtsratspräsident der Tauernkraft<lb break="no"/>werke, berichtet über die letzte Sitzung und meint, dass das<lb/>
Klima durch die Nichtverlängerung von <rs type="person" ref="#per__115694">Kandolf</rs> einigermassen gestört<lb/>
wurde. Ich erzähle ihm auch, dass wir jetzt bei der ÖDK Schwierig<lb break="no"/>keiten haben und dass ich annehme, dass wir jetzt im Jänner diese<lb/>
Personalfragen mit Präs. <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> von der Verbund endgültig be<lb break="no"/>sprechen und ich hoffe auch bereinigen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Mache bitte <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> auf die Notwendigkeit einer<lb/>
Jänner-Besprechung aufmerksam, weil ansonsten die Zeit verfliesst,<lb/>
ohne dass wir zu einem befriedigenden Abschluss kommen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_17"><rs type="person" ref="#per__136378">Ausch</rs>, der im Aufsichtsrat der Tauernkraftwerke sitzt und jetzt,<lb/>
wie mir <rs type="person" ref="#per__137476">Bock</rs> selbst mitteilt, über 80 Jahre alt ist, wird gegebenen<lb break="no"/>falls im Herbst nicht mehr verlängert werden. Zumindestens sind solche<lb/>
Überlegungen auch in der Verbund angestellt worden. Ich selbst bin<lb/>
ebenfalls der Meinung, dass man nicht bis zum Ableben solche Posten<lb/>
besetzen sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_18">Die Firma <rs type="person" ref="#per__140287">Zöchling</rs>, die Altpapier sammelt, kann dieses nicht weiter<lb break="no"/>geben, weil eine Altpapierkonvention vorsieht, dass die Papierfabriken<lb/>
nur von Bunzl &amp; Biach und der Firma Spiess kaufen. Hier handelt es<lb/>
sich also um ein Kartell, das mit aller Gewalt entweder aufgebrochen<lb/>
oder aufgelöst werden muss. Dr. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> und <rs type="person" ref="#per__113038">Reim</rs> werden sich dieses<lb/>
Problems annehmen. Wir machen grosse Sprüche wegen des Recycling,<lb/>
versuchen Altpapier der Verwertung zuzuführen und dann werden<lb/>
Firmen, die sich bewährt haben, ganz einfach ausgeschaltet.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Bitte die Angelegenheit als äusserst wichtig<lb/>
zu behandeln, dies können wir uns nicht gefallen lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_20">Prof. <rs type="person" ref="#per__117625">Vajda</rs> ersucht mich, ob ich bereit bin, in eine Kura<lb break="no"/>torium einzutreten, welches das Jeunesse-Ballett helfen soll,<lb/>
in 45 Tagen eine Tournee in den Fernen Osten zu organisieren.<lb/>
Ich erkläre mich dazu bereit, nachdem mir versichert wird, dass<lb/>
es sich um keine finanzielle Unterstützung handelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_21">Aufzeichnungswert erscheint mir, dass auf Grund der neuen<lb/>
Kanzleiordnung, wie mir <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> erklärt, in Hinkunft alle sach<lb break="no"/>bezogenen Unterlagen in einem Akt zusammengefasst werden soll.<lb/>
Dies ergibt ungeheuer dicke Wälzer und z.B. in einem konkreten<lb/>
Fall, dass ein Brief der Gemeinde Deutschlandsberg, wo der<lb/>
Bürgermeister anfragt, ob wir tatsächlich im Krisenfall eine<lb/>
Kontingentierung durchführen wollen, mit der Antitrust-Klage gegen<lb/>
die internationale Gesellschaft in Amerika in englischem Text die<lb/>
Anklageschrift und so weiter zusammengefasst wird. Wer in einem<lb/>
solchen Ablage-Kuddelmuddel noch etwas findet, resp. wie dies hand<lb break="no"/>lich administriert werden soll, ist mir ein Rätsel. <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs><lb/>
versichert mir aber, dass auf Grund der neuen Gesetzeslage jede<lb/>
einzelne Abteilung, die Ablage selbst sich überlegen muss und des<lb break="no"/>halb nicht mehr die strenge Trennung zwischen A-Beamten, der<lb/>
den Akt bearbeitet, und B-Beamten, der die Ablage dann durchzu<lb break="no"/>führen hat, in der Kanzlei und zwischen den beiden keinerlei Be<lb break="no"/>ziehungen mehr bestanden, aufgehoben wird. Jetzt wird sich jeder<lb/>
seine eigene Ablage überlegen müssen und in engeren Kontakt mit<lb/>
den Kanzleien erfolgen. Wenn das Ergebnis allerdings ein Zusammen<lb break="no"/>werfen von Briefinterventionen und so wichtigen Akten und<lb/>
Aussagen wie die Antikartellanklage ist, dann bin ich neu<lb break="no"/>gierig, wer hier noch etwas findet. <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> sagt allerdings, dass<lb/>
dies auch früher schon so war, denn wenn auch die Akte verschieden<lb/>
abgelegt wurden, jeder hat sich seine Aktnummern selbst ver<lb break="no"/>zeichnet, weil ansonsten die Kanzlei kaum auch nur die Chance gehabt<lb/>
hätte die Akte wirklich wieder zu liefern.,<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band24_1975-01-08_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Was sagst Du als Systematiker zu dieser An<lb break="no"/>gelegenheit?</p>
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            <head>Tagesordnung 146. Ministerratssitzung, 8.1.1975</head>
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            <head>Nachtrag TO 146. Ministerratssitzung, 8.1.1975</head>
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               <occupation>Büro Staribacher, Botschafter in Sofia/Straßburg</occupation>
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                  wg. Energieplan aus Paris zurückbeordert werden [vmtl. dieselbe
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               <persName type="label">Meisl, Josef</persName>
               <persName><surname>Meisl</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
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               <persName type="label">Zöllner, Otto</persName>
               <persName><surname>Zöllner</surname><forename>Otto</forename></persName>
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               <persName type="label">Weihs, Oskar</persName>
               <persName><surname>Weihs</surname><forename>Oskar</forename></persName>
               <occupation>Landwirtschaftsminister bis 1976</occupation>
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               <persName><surname>Weiß</surname><forename>Ludwig</forename></persName>
               <occupation>ehem. ÖVP-Verkehrsminister, Präs. Verbund</occupation>
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