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            <title type="main">Montag, der  9. Dezember 1974</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_01">Montag, 9. Dezember 1974</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_02">Beim Jour fixe teile ich <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> mit, daß wir jetzt endlich<lb/>
in der Fremdenverkehrswerbung als Signet das "A" von der Bundes<lb break="no"/>kammer als zweitbeste Lösung akzeptieren. Die beste Lösung, die<lb/>
wir in einer Umfrage festgestellt haben, würde bedeuten, daß auch<lb/>
die Bundeskammer sich umstellen müßte und sie ist natürlich dazu<lb/>
nicht bereit. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> gibt zu, daß es zweckmäßig ist, wenn wir<lb/>
alle ein gleichmäßiges österreichisches Signet verwenden. Ich<lb/>
schlage ihm vor, daß wir jetzt eine gemeinsame große Kampagne<lb/>
beginnen sollten. Er ist damit einverstanden und meint, die<lb/>
Durchführung hätte das WIFI.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_03">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs>, <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs>, <rs type="person" ref="#per__97895">Salzbrunn</rs> sollen Projekt aus<lb break="no"/>arbeiten und bei einem Pressefrühstück vorstellen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_04"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> behauptet, daß einen Einfluß auf die Presse, <rs type="person" ref="#per__97479">Graber</rs>, nehmen<lb/>
kann und scheinbar auch will. Nach einer Information hat der Finanz<lb break="no"/>minister die Absicht, übrigens so wie alle Jahre, und nicht nur<lb/>
er, sondern jeder Finanzminister bis jetzt, 5 % der Einnahmen als<lb/>
Kassenstärker bis Jahresende zurückzuzahlen, um dann im nächsten<lb/>
Jahr sofort wieder neu aufzunehmen, darüber hinaus sollten Bau<lb break="no"/>unternehmer 3–4 Milliarden von den Banken ausbezahlt bekommen und<lb/>
die saldierten Rechnungen der OeNB zum Eskont weitergereicht<lb/>
werden. Darin sieht <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> ein Vergehen des Finanzministers gegen<lb/>
das Notenbankgesetz, diese Konstruktion ist aber, soviel ich<lb/>
informiert bin, falsch. Der Finanzminister beabsichtigt nur die<lb/>
Bauunternehmen zu bezahlen, d.h. die Verwaltungsschuld dort ab<lb break="no"/>zubauen und dafür eine neue Verwaltungsschuld in derselben Höhe<lb/>
bei der Öst. Postsparkasse, die diese Rechnungen bezahlt, zu er<lb break="no"/>öffnen. Während in der Konstruktion von <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> der Finanzminister<lb/>
kaum schuldig wird, denn es wickelt sich zwischen Banken und<lb/>
Öst. Nationalbank ab, wird bei meiner Information und Konstruktion<lb/>
der Finanzminister insofern schuldig, als er eben bei der Öst.<lb/>
Postsparkasse wahrscheinlich durch Refundierung der Öst. National<lb break="no"/>bank über die 5 % Kassenstärker hinaus Geld aufnimmt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_05">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> diese Frage klären.</p><pb n="23-1496" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band23/23_1974-12-09_1496.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_06"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> möchte, daß wir die beabsichtige Präferenzzollregelung,<lb/>
Erhöhung von 30 auf 50 % für die Entwicklungsländer und Ein<lb break="no"/>führung einer 35 %-igen Zollsenkung für Textilien bei Rumänien,<lb/>
soweit es hier Textilpositionen, darunter Hemden und Socken,<lb/>
betrifft, aussetzen. Ich kläre sofort, daß dies unmöglich ist<lb/>
gebe die Unterlagen aber dann doch an <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> weiter.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_07"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> befürchtet und beanstandet, daß wir die Zollbegünstigung<lb/>
für die Maschinen aufheben wollen. Ich erkläre ihm, daß ich<lb/>
seit Jahren versuche, ein besseres System einzurichten, um admini<lb break="no"/>strative Vereinfachungen zu schaffen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_08">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Wie weit sind die Arbeiten ? und hat die<lb/>
Handelskammer dagegen protestiert?</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_09"><rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> soll Nordvietnam für eine Düngemittelfabrik einen<lb/>
20-jährigen Kredit zu 3.5 % versprochen haben. Mir ist davon<lb/>
nichts bekannt und ich bin trotzdem aber nicht bereit, gegen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> vorzugehen, wie <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meint, er mischt sich ununter<lb break="no"/>brochen in meine Agenden. In diesem Fall sind es allerdings die<lb/>
Agenden des Finanzministers.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_10">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte feststellen, was daran wahr ist.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_11"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> spricht sich entschieden dagegen aus, daß im Außenhandels<lb break="no"/>gesetz-Novelle Abs. 3 Einschau und Auskunft für alle Unternehmer<lb/>
Gesetz wird. Er meint dazu hätte ich eine Verfassungsbestimmung<lb/>
gebraucht und dies sei auch nur im Lebensmittelbewirtschaftungs<lb break="no"/>gesetz statuiert und nicht im Außenhandelsgesetz möglich aufzu<lb break="no"/>nehmen. Ich erkläre, daß ich nicht bereit bin hier auch nur ein<lb/>
Jota nachzugeben, die Auskunfts- u. Einschaupflicht muß bleiben.<lb/>
Die Handelskammer war bei allen Besprechungen anwesend und hat<lb/>
dem sogar zugestimmt. <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> erklärt mir dann beim Mittagessen<lb/>
für <rs type="person" ref="#per__97969">Sölle</rs>, wo auch <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs> anwesend ist, der übrigens auch zu<lb/>
diesem Punkt von <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> zugezogen wird, daß <rs type="person" ref="#per__112564">Smolka</rs> vom Fachver<lb break="no"/>band der Nahrungs- u. Genußmittelindustrie sich verschwiegen hat<lb/>
und damit zustimmte, zumindestens hab ich dies so in Erinnerung,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116015">Ertl</rs> <add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> aber Vorbehalte machte. <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> und <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs> werden dieses<lb/>
Problem neuerdings überdenken, wobei <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> aber auch der Meinung<lb/>
ist, daß wir hier nicht nachgeben können.</p><pb n="23-1497" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band23/23_1974-12-09_1497.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_12">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Was ist aus der Aussprache herausgekommen?</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_13"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> möchte die Vereinbarung über das Lebensmittelgesetz, keine<lb/>
Mitkompetenz des Handelsministers, dafür auch keine Mitkompetenz<lb/>
des Gesundheitsministeriums bei Maßnahmen auf Grund des Unlauteren<lb/>
Wettbewerbsgesetz außer die reinen Lebensmittelfragen, nicht<lb/>
akzeptieren. Er ist sehr verwundert, von mir zu hören, daß im<lb/>
Parlament darüber zwischen den Parteien eine Einigung erzielt<lb/>
wurde.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_14">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Hier droht für den Kompromiß eine neue<lb/>
Gefahr!</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_15">Die Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs>, <rs type="person" ref="#per__123373">Schmidt-Chiari</rs>, <rs type="person" ref="#per__97789">Ockermüller</rs>, <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs>,<lb/>
dem Obmann des Verbandes der Papiervereinigung, <rs type="person" ref="#per__110994">Stepski</rs>, sowie<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__111754">Steurer</rs> von der ÖPA verlief, wie ich angenommen habe. Die<lb/>
Banken, sie erklären sich außerstande, die Finanzierung vorzu<lb break="no"/>nehmen, wenn der Wasserwirtschaftsfonds nicht für 2 Milliarden<lb/>
Schilling, auf längere Zeit allerdings, eine Zusage der Finanzierung<lb/>
gibt. <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> erklärt sich außerstande, den ich telefonisch frage,<lb/>
mehr als wie für 1975 der Leykam 14 Millionen und Borregaard<lb/>
7 Millionen zu geben, diese Beträge sind vollkommen unzulänglich,<lb/>
wenn nicht gleichzeitig eine längerfristige Finanzierung erfolgt.<lb/>
Die Banken wären bereit, eine Zwischenfinanzierung zu akzeptieren,<lb/>
wenn der Staat sich verpflichtet, die Bundeshaftung, d.h. die<lb/>
Garantie, daß der Wasserwirtschaftsfonds dann tatsächlich die<lb/>
notwendigen Mittel einbringt, zu übernehmen. Ich erkläre mich<lb/>
nur bereit, bis zum 18. Dezember auf Beamtenebene feststellen<lb/>
zu lassen, wie eine solche Garantie aussehen muß, und unter Bei<lb break="no"/>ziehung der Banken zu klären, ob sie damit zufrieden sind.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_16">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte Sitzung einberufen und <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> zu<lb break="no"/>ziehen und informieren.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_17">Im Journalistenfrühstück bringt <rs type="person" ref="#per__117002">Kirsten</rs> von der Wiener Zeitung<lb/>
das Problem der Zuckerversorgung zur Sprache, ohne daß er von mir<lb/>
dazu aufgefordert wurde, was ich gleich der Ordnung halber öffent<lb break="no"/>lich feststelle. Ich habe dadurch die Gelegenheit, die ganze<lb/>
Problematik darzulegen. Das Fernsehen hat Freitag im Österreichbild<lb/>
eine Äußerung Landesrats <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> in der Budgetdebatte Nieder<lb break="no"/><pb n="23-1498" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band23/23_1974-12-09_1498.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>österreichs, daß eine Rationierung, d.h. eine Bewirtschaftung<lb/>
für den Letztverbraucher beabsichtigt ist, gebracht und damit<lb/>
Hamsterkäufe ausgelöst. <rs type="person" ref="#per__143034">Mittermayer</rs> von der GÖC hat mich ange<lb break="no"/>rufen und ersucht, ich sollte bei der Zuckerindustrie inter<lb break="no"/>venieren, daß sie mehr Zucker bekommen, denn die Konsumgenossen<lb break="no"/>schaften seien am Samstag ausgeräumt worden. Ebenso meldet sich<lb/>
Komm.Rat <rs type="person" ref="#per__146031">Berger</rs>, ein Großhändler für Zucker in Wien von A&amp;O-<lb/>
Bereich. Ich glaube, daß wir in der Propaganda sowohl diese<lb/>
Ankündigung von <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> als auch den Exportskandal von ÖVP-<lb/>
Landtagsabg. <rs type="person" ref="#per__131030">Platzer</rs> propagandistisch viel stärker heraus<lb break="no"/>streichen sollten. Die Sozialistische Korrespondenz, der ich<lb/>
dieses ganze Problem vor Tagen gegeben habe, hat überhaupt darauf<lb/>
nicht reagiert. Ich bin neugierig, wie es jetzt bei meinem Presse<lb break="no"/>frühstück herauskommen wird. Da das Fernsehen dann extra eine<lb/>
Aufnahme dafür machte und der Rundfunk sogar nachher abends zu<lb/>
mir kommt, weil er meint, er wäre beim Pressefrühstück nicht an<lb break="no"/>wesend gewesen und bräuchte auch jetzt eine Erklärung, zeigt mir,<lb/>
daß es die einzige Möglichkeit ist, etwas zu lancieren, wenn man<lb/>
es nicht der Sozialistischen Korrespondenz gibt, sondern eben<lb/>
in unserem Pressefrühstück behandelt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_18">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Dieses Beispiel soll uns als Lehre dienen<lb/>
und auch entsprechend ausgewertet werden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_19">Mit <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs>, <rs type="person" ref="#per__139680">Pacheiner</rs>, <rs type="person" ref="#per__115646">Hofstätter</rs>, <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs>, <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs>, <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> kläre ich das Problem, und wie ich zugeben muß, berechtigte<lb/>
Verlangen der KELAG, an der Drau sich mit einem größeren Prozent<lb break="no"/>satz zu beteiligen. Bei einer Aktionärsvereinbarung hat noch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs> und <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs> von der Verbund eine entsprechende Zu<lb break="no"/>sicherung gegeben. Mein Bestreben muß sein, diese 50 zu 50 %<lb/>
Lösung aus der Welt zu schaffen, ohne womöglich die 49 % Anteil<lb/>
für die Länder sofort zu akzeptieren. Da die Kapitalaufstockung<lb/>
von 1.070 Millionen Schilling auf 1.500 Millionen Schilling<lb/>
dringendst notwendig ist, möchte ich dieses Problem womöglich<lb/>
gleichzeitig mit Abgabe von Aktien der Illwerke an die Landes<lb break="no"/>regierung gekoppelt so schnell als möglich erledigen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_20">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte versuch als Energieverantwortlicher<lb/>
die Frage endlich zu einem Ende zu bringen.</p><pb n="23-1499" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band23/23_1974-12-09_1499.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_21">Durch das Mittagessen mit <rs type="person" ref="#per__97969">Sölle</rs> bedingt, komme ich erst zur<lb/>
Diskussion in den Parteivorstand. Das Hauptproblem war die<lb/>
Nachzahlung für die Pensionisten, eingeklagten Verwaltungs- u.<lb/>
Verwendungszulagen. Während für den Gouverneur <rs type="person" ref="#per__140722">Ritschl</rs> 228.000 S<lb/>
nachgezahlt werden müssen, würde <rs type="person" ref="#per__140721">Hackl</rs> bei der Aufteilung Ver<lb break="no"/>waltungszulage nur 17.800 Schilling, Verwendungszulage aber<lb/>
130.000 Schilling bekommen. Die Idee <rs type="person" ref="#per__97818">Pittermann's</rs>, eine Teilung<lb/>
vorzunehmen, also z.B. nur die Verwaltungszulage so bezahlen,<lb/>
erklärt <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs>, sei nicht möglich, denn hier würden 830 –<lb/>
900 Millionen anfallen, während in der Verwendungszulage nur<lb/>
380 Millionen anfallen. Die Verwaltungs- u. Dienstzulage macht<lb/>
deshalb so viel aus, weil die ÖBB-Pensionisten 75.000 von insges.<lb/>
170.000, die von dieser Nachzahlung betroffen sind, ausmachen.<lb/>
Außerdem würde die Polizei mit dem 3-er Radl ebenfalls den<lb/>
größten Anteil an der Verwaltungszulage haben. Zu den 2.5 <choice><choice><sic>Millard.</sic><corr>Milliarden</corr></choice></choice><lb/>
Schilling, welche das alles ausmachen, kämen aber dann noch die<lb/>
88.000 Lehrer, die, wenn man 14 mal 650 Schilling rechnet, auch<lb/>
fast eine Milliarde ausmachen. Hier soll eine authentische Inter<lb break="no"/>pretation das Problem bereinigen. Bei der Parteienbesprechung<lb/>
versucht <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zu klären, was die ÖVP machen wird. Sie hat<lb/>
seinerzeit einen Antrag vom FPÖ-Abg. <rs type="person" ref="#per__140723">Schmidt</rs>, der dasselbe schon<lb/>
wollte, mit uns gemeinsam niedergestimmt. Jetzt aber windet sich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs>, meint, die Bundesparteileitung wird morgen beschließen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_22"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> stelle dann auch neuerdings fest, daß die ÖVP in der Frage<lb/>
Ortstafel-Konflikt nicht bereit ist, trotzdem Jugoslawien dies<lb/>
jetzt internationalisieren will, einen vernünftigen Weg zu gehen.<lb/>
Man hätte nach Auffassung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky's</rs> jede einzelne Ortschaft, die<lb/>
eindeutig slowenisch ist, mit einer Ortstafel und doppelter Auf<lb break="no"/>schrift erledigen können. <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> möchte aber <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> in einen<lb/>
neuen Konflikt stürzen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> stellt mit Recht fest, daß auch<lb/>
vorhergehende Regierungen die Minderheitenfeststellung seit 55<lb/>
nicht vollzogen haben, die Amerikaner die Negergesetze und die<lb/>
Engländer die irischen Gesetze auch nicht vollziehen. Es gibt<lb/>
eben die Macht des Faktischen, die stärker ist als ein Gesetzes<lb break="no"/>auftrag.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_23">Jungwähler haben 12.000 Rückantworten geliefert und die sollen jetzt<lb/>
ausgewertet werden. Die nächste Parteivorstandsitzung wird am<lb/>
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29. Jänner nachmittags enden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_24">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte vormerken!</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_25">Bei der Ministerratsvorbesprechung berichtet <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über eine<lb/>
Aussprache von Altölverwertung, die er mit der BIA, <rs type="person" ref="#per__114722">Hübl</rs> und GD<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140720">Himmler</rs> gehabt hat. Er möchte, daß ich mich dieser Frage an<lb break="no"/>nehme und mit kooperiere, was übrigens schon in der Vergangen<lb break="no"/>heit geschehen ist. <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> möchte bei dieser Gelegenheit<lb/>
auch eingeschaltet werden, wie sie mir nachher unter vier Augen<lb/>
sagt, weil auch ihre Leute davon betroffen sind.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_26">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Bitte den letzten Stand an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> in einen<lb/>
Brief festhalten und gleichzeitig auch auf das Mitwirken vom Ge<lb break="no"/>sundheitsministerium hinweisen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_27"><rs type="person" ref="#per__98068">Wenzl</rs> möchte auch für das Mühlviertel eine Sonderregelung, die wie<lb/>
für andere an die Oststaaten angrenzenden Räume. <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> verweist<lb/>
darauf, daß sich in der Arbeitsmarktpolitik in dieser Gegend be<lb break="no"/>sonders ein Pfarrer sehr aktiv einschaltet, dagegen ist gar nichts<lb/>
einzuwenden, aber das Problem ist ein spezifisch oberösterreichi<lb break="no"/>sches, weil 70 % aller Schulentlassenen im Mühlviertel sich nach<lb/>
Linz in die Arbeit begeben.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_28">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte die Detailfrage und Brief <rs type="person" ref="#per__98068">Wenzl's</rs><lb/>
verlangen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_29">Die KPÖ, <rs type="person" ref="#per__127019">Muhri</rs>, wünscht, daß jetzt endlich die Befreiungsmedaille,<lb/>
die gesetzlich schon geregelt ist und seit 46 geschaffen werden<lb/>
sollte, eingeführt wird. Die sozialistischen Freiheitskämpfer,<lb/>
aber auch andere haben sich dagegen ausgesprochen. Ich persönlich<lb/>
kann überhaupt nicht verstehen, wie man ein solches Problem<lb/>
diskutiert.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_30">Die Bundesregierung ließ wieder keine Weihnachtsgrüße senden,<lb/>
sondern in einer einzigen Annonce für die Grüße und Weihnachts<lb break="no"/>wünsche danken. Da die Presse bis 6. Jänner kaum Nachrichten<lb/>
haben werden, empfiehlt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, es sollen die Minister ent<lb break="no"/>sprechende vorbereitende Artikel oder Informationen an die Massen<lb break="no"/><pb n="23-1501" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band23/23_1974-12-09_1501.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>medien bereithalten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_31">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> und <rs type="person" ref="#per__111699">Puffler</rs> entsprechende<lb/>
Vereinbarungen treffen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_32">Die GKB resp. Voest muß jetzt feste Zusagen wegen der Arbeiter<lb/>
aus Franzschacht geben. Selbst bei der Übernahme ergibt sich noch<lb/>
die Schwierigkeit, daß Hauer, die jetzt in <choice><choice><sic>Frantschach</sic><corr>Franzschacht</corr></choice></choice> arbeiten,<lb/>
eine bessere Arbeit als erste Hauer haben, als dann, wenn sie in<lb/>
Karlschacht 6 km entfernt überstellt werden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_33">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__113038">REIM</rs>: Das Werk soll eine genaue Analyse der Über<lb break="no"/>stellungsmöglichkeiten und Verwendungsmöglichkeiten sowie auch mir<lb/>
dieser Nachteile mir machen lassen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_34">Da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> unmittelbar nach den Weihnachtsfeiertagen zu einen<lb/>
Staatsbesuch nach Liechtenstein fährt, wird der nächste Minister<lb break="no"/>rat unter <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> am 8. Jänner, Mittwoch, 9.30 Uhr, Vorbesprechung<lb/>
stattfinden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_35">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte vormerken!</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_36"><rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> bringt das Problem der sechs Minister, die gemeinsame<lb/>
Präsidien haben, zur Sprache. <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs>, die im Sozialministeri<lb break="no"/>um und Gesundheitsministerium von 8 Abteilungen, wie sie sich<lb/>
ausdrückte, nur 3 Abteilungen vom Präsidium braucht, möchte schein<lb break="no"/>bar ein eigenes Präsidium. <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> spricht sich aber ganz entschieden<lb/>
dagegen aus und auch ich wende mich gegen eine Idee, die Präsidien<lb/>
jetzt neu in die Diskussion zu bringen. Im Rahmen der Geschäfts<lb break="no"/>ordnung wird alles zu klären sein, aber keinesfalls ein neues<lb/>
Präsidium für jedes einzelne Ministerium zu bilden sein.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_37"><rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> verweist darauf, daß sein Zentralausschuß ihm mitge<lb break="no"/>teilt hat, daß wenn die 2 Stunden-Arbeitszeitverkürzung nicht<lb/>
Freitag nachmittags abgezogen werden, er ein Gutachten der Personal<lb break="no"/>vertretungs-Aufsichtsbehörde bekommen wird, dann meint er, könnte<lb/>
4 Wochen wieder nicht die Arbeitszeitverkürzung mit 1. Jänner einge<lb break="no"/>führt werden. <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> verweist darauf, daß ein gleichmäßiger<lb/>
Aufteilung vom Ministerrat seinerzeit zugestimmt wurde und daher<lb/>
bei allen Ministerien durchzuführen ist.</p><pb n="23-1502" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band23/23_1974-12-09_1502.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band23_1974-12-09_38">Die Parteienbesprechungen ziehen sich zwar bis 9 Uhr, bringen<lb/>
aber überhaupt keine neuen Erkenntnisse. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fordert mich<lb/>
auf, ich soll als erster über unsere Verhandlungen berichten,<lb/>
und ich verweise darauf, dass es möglich war, in § 3 b) ÖVP-<lb/>
Vorschlag eine bessere Formulierung zu besprechen, dass es aber<lb/>
nicht möglich war, die Einschaltung der Landeshauptleute, die Import<lb break="no"/>preisregelung für Multis, das seinerzeitige Preisbildungsgesetz<lb/>
und vor allem die Handelsspannenregelung zu einem befriedigenden<lb/>
Ergebnis zu bringen. Über das Diskriminierungs- und Schleuderverbot<lb/>
wird im Konsumentenbeirat, Rechtsausschuss weiterverhandelt. <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs><lb/>
berichtet über die Marktordnungsgesetze, deren Hauptdifferenz die Orga<lb break="no"/>nisationsform und Abstimmung, die Einbeziehung der Exporte und<lb/>
vor allem sein Weisungsrecht ist. <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> ergänzt sofort, <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs><lb/>
bestätigt die Ausführungen und dann beginnt eine stundenlange Dis<lb break="no"/>kussion. Nach einigen Unterbrechungen erklärt sich die ÖVP nur bereit,<lb/>
die von ihr bereits zugestandenen Formulierungen im Preisgesetz<lb/>
und vor allem einmal auf dem Marktordnungssektor zu akzeptieren,<lb/>
wenn gleichzeitig auch die Gesetze ein Jahr verlängert werden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat ein Anbot gemacht, man sollte unverändert 3 Monate ver<lb break="no"/>längern, um die Verhandlungsmöglichkeit zu erstrecken, dies hat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> unter vier Augen abgelehnt und sich dann entweder auch<lb/>
bei einer internen Beratung bei ihnen nicht durchsetzen können oder<lb/>
vielleicht auch gar nicht durchsetzen wollen. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> selbst plä<lb break="no"/>diert deutlich sichtbar, und wahrscheinlich für <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> und die<lb/>
anderen erschütternd, für ein Auslaufen der Gesetze. Er deutet gleich<lb break="no"/>falls an, dass dadurch die Mittel des Grünen Planes für die Land<lb break="no"/>wirtschaft verloren wären. Man hätte, wie <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> in einer Fraktions<lb break="no"/>besprechung mitteilt, schon vor Jahren daran gedacht, wenn die<lb/>
ÖVP-Bauernbündler gegen den Grünen Plan stimmen, dann auch die Budgetmit<lb break="no"/>tel, wenn sie sitzenbleiben auch wir sitzenbleiben und dann damit in<lb/>
diesem Punkt für sie verlorengehen würden. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hat sich dort aber sehr<lb/>
geschickt verhalten, indem er bei Unterbrechungen niemals zur Re<lb break="no"/>gierungsgruppe gegangen ist, sondern da er als Sozialpartner geladen<lb/>
war, sich auch sofort auf die Handelskammerseite anschliessend ge<lb break="no"/>setzt hat und auch bei den Regierungsbesprechungen nicht anwesend<lb/>
war. Da ich mich auf die Gewerkschaftsseite setzte, war ein nahtloser<lb/>
Übergang von <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>, <rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs> <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs>, <rs type="person" ref="#per__97985">Stari<lb break="no"/>bacher</rs>, <rs type="person" ref="#per__97444">Heinz Fischer</rs> gegeben. Zum Glück war es ein ovaler Tisch,<lb/>
und niemand konnte sich darüber aufregen. Es war aber so richtig<lb/>
typisch. Wahrscheinlich ist auch ein Vermischen von Sozialpartner<lb/>
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mit Recht darauf hingewiesen hat, dass diese Gesetze seinerzeit<lb/>
von den Sozialpartnern primär geschaffen wurden und deshalb auch<lb/>
bei den Sozialpartnern eine gewisse Übereinstimmung notwendig ist,<lb/>
bevor man von der Regierungsseite und parteimässig eine entsprechende<lb/>
Zustimmung geben kann. <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> hat theatralisch gemeint, die die<lb/>
Gesetze geschaffen hätten, seien jetzt noch in sein Herz eingeschlossen,<lb/>
er dachte dabei sicherlich an KAD <rs type="person" ref="#per__137222">Müller</rs> von der Landwirtschaftskammer.<lb/>
Ich konnte mir nicht verkneifen, dann bei einem Diskussionsbeitrag zu<lb/>
sagen, dass ich seit 1945 allerdings als Experte, nicht als Funktionär<lb/>
bei der Gesetzwerdung mitgewirkt hatte. Damals war die sogenannte<lb/>
GDEx, die Gewerkschaft der Experten <rs type="person" ref="#per__111742">Kamitz</rs>, <rs type="person" ref="#per__137222">Müller</rs>, <rs type="person" ref="#per__98087">Wirlandner</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97985">Staribacher</rs>, die wirklichen Initiatoren der Lohn- und Preis<lb break="no"/>abkommen und der Wirtschaftsgesetze. Die GDEx wurde deshalb so ge<lb break="no"/>nannt, weil <rs type="person" ref="#per__97852">Raab</rs> einmal die Experten aus einer Sitzung hinausge<lb break="no"/>wiesen hat und wir uns dies nicht gefallen liessen. Ich erklärte<lb/>
auch zum Schluss, dass ich noch nie während meiner langjährigen<lb/>
Tätigkeit eine solche Verhandlung erlebt habe. In den Kommissionen<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> beim Preisgesetz und <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> bei der Marktordnung wur<lb break="no"/>den die offenen Punkte festgestellt und erklärt, dass darüber die<lb/>
Parteien zu entscheiden hätten. Jetzt macht <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> den Vorschlag,<lb/>
man sollte die offenen Punkte gar nicht klären, nicht einmal in der<lb/>
Diskussion versuchen in drei Monaten zu einem Ergebnis zu führen,<lb/>
sondern die ÖVP-Zugeständnisse, die unzulänglich sind, als ein<lb/>
Ergebnis für ein Jahr in die Gesetze verankern. Die einjährige<lb/>
Verlängerung war bereits bei den Besprechungen in der Kommission<lb/>
von der ÖVP zugestanden und gewünscht worden. Wo liegt dann die<lb/>
Kompromissbereitschaft für einen befriedigenden Abschluss beider<lb/>
Teile, insbesondere aber der Sozialpartner? Überhaupt wurden für<lb/>
einzelne Probleme oft die abstrusesten Begründungen gebracht. <rs type="person" ref="#per__97743">Minko<lb break="no"/>witsch</rs> z.B. sprach sich dagegen aus, dass der ÖGB in die Gesetze<lb/>
aufgenommen wird, weil er nur ein Verein sei. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> replizierte<lb/>
sofort, dass auch die Präsidentenkonferenz nur ein Verein sei,<lb/>
worauf <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> meinte, der ÖGB ist ja ein offener Verein, die<lb/>
Präsidentenkonferenz eingeschlossener, denn er beschränkt sich nur<lb/>
auf die 9 Landeslandwirtschaftskammern. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> verzichtete dann<lb/>
sofort, um nicht als Machtpolitiker, wie <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> meinte, den<lb/>
ÖGB bezeichnen zu lassen, auf die Mitwirkung des ÖGB in den Fonds.<lb/>
Er verlangte allerdings unverzüglich ein verbessertes Abstimmungs<lb break="no"/>verhältnis für die Konsumentenvertreter. Mir ist nur unerklärlich,<lb/>
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Bei dem Poker: Die SPÖ wird schon nachgehen, wird es hier wahr<lb break="no"/>scheinlich zu einem Bruch kommen. In diesem Fall trägt aber dann<lb/>
die ÖVP sichtlich die Verantwortung. Ich bin schon sehr gespannt,<lb/>
was die Bundesparteileitung beschliessen wird.</p></div>
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            <head>Tagesprogramm, 9.12.1974</head>
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