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            <title type="main">Montag, der 30. September 1974</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_01">Montag, 30. September 1974</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_02">Beim Jour fixe war zuerst nur <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> anwesend und ich erklärte ihm<lb/>
gleich, daß die Arbeitnehmerseite jetzt zustimmt, ein gemeinsames<lb/>
Berufsforschungsinstitut zu gründen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> war davon hell begeistert,<lb/>
denn er fürchtete schon am Donnerstag im Präsidium einen Antrag stellen<lb/>
zu müssen, ein eigenes Berufsforschungsinstitut zu gründen. Dort hätte<lb/>
er vorgesehen, daß er mit der Industriellenvereinigung gemeinsam als<lb/>
Gegenpart gegen das der Arbeitnehmer mit entsprechender finanzieller<lb/>
Unterstützung der Handelskammer ein Gegeninstitut gründen und finan<lb break="no"/>zieren müssten. Wir einigten uns deshalb darauf, daß auch bei dem jetzt<lb/>
gemeinsamen Berufsforschungsinstitut die Industriellenvereinigung mit<lb break="no"/>wirken sollte. Die vier Träger des Instituts sind also ÖGB, Arbeiter<lb break="no"/>kammer, Industriellenvereinigung, Handelskammer. Von seiner Seite<lb/>
wird zuerst Präsidialist Dr. <rs type="person" ref="#per__113032">Reiger</rs> mit Dr. <rs type="person" ref="#per__137218">Angyan</rs> und <rs type="person" ref="#per__113821">Piscati</rs> die<lb/>
Besprechungen führen. Von unserer Seite habe ich ihm ersucht, er soll<lb/>
sich mit Zentralsekretär <rs type="person" ref="#per__112942">Braun</rs> von der Privatangestellten-Gewerkschaft<lb/>
ins Einvernehmen setzen, der dann mit dem entsprechenden Verhandlungs<lb break="no"/>team kommen würde. In diesem Moment erschien <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und gratulierte<lb/>
als erstes Generalsekretär <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> zu seinem Geburtstag. Dies nützte<lb/>
ich, um sofort zu erklären, ich hätte ihm schon durch das gemeinsame<lb/>
Berufsforschungsinstitut ein schönes Geburtstagsgeschenk gemacht.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> akzeptierte und war wirklich hell begeistert, daß mir geglückt<lb/>
ist nach monatelangen Verhandlungen endlich diesen Wunsch der Handels<lb break="no"/>kammer zu erfüllen. Zu den Verhandlungen wird dann selbstverständlich<lb/>
auch SChef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> zugezogen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_03">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__112942">Braun</rs> und <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> verbinden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_04"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat einen ganz besonderen Wunsch, daß man zum 80-jährigen<lb/>
Geburtstag von <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs>, Tirol, da <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs> bei ihm interveniert hat,<lb/>
am 12. Oktober eine Auszeichnung die bereits am 18. September<add>??</add> über<lb break="no"/>reicht werden könnte.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_05">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte alles daransetzen, um diesen Wunsch<lb/>
für den 80-Jährigen zu erfüllen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_06">Die Handelskammer hat mit <rs type="person" ref="#per__114610">Kandutsch</rs> verhandelt, denn dieser hat mit<lb break="no"/>geteilt, er könne der Vergütung von Repräsentationsaufwendungen des<lb/>
Handelsministeriums für ausländische Besuche aus dem AHF-Beiträgen<lb/>
nicht zustimmen. Die Handelskammer möchte deshalb nur bis Oktober 75<lb/>
das jetzige System aufrecht erhalten. Ich erklärte rundwegs, daß ich<lb/>
<pb n="22-1156" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-09-30_1156.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dies auf keinen Fall akzeptieren könnte. Auf alle Fälle müsste<lb/>
es jetzt einmal für das Jahr 1975 gemacht werden, wozu ich bemerkte,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> bereit waren, ihre Zustimmung zu geben.<lb/>
Im Jahre 75 werden wir dann weitere Verhandlungen führen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> erklärten übereinstimmend, daß sie unter gar keinen Um<lb break="no"/>ständen bereit wären, über das Jahr 1975 hinauszugehen. Da sie so<lb break="no"/>wieso annehmen, daß im Oktober 1975 ein anderer Handelsminister<lb/>
kommen wird, wollte ich jetzt mit ihnen nicht weiter diskutieren<lb/>
und schon gar keinen Streit beginnen, weil ich mich vollkommen<lb/>
mit einem weiteren Jahr jetzt zufrieden geben kann. Im Jahre 75,<lb/>
d.h. nach den Oktoberwahlen, wird dann für mich ganz einfach die<lb/>
Situation so sein, daß ich dann gegebenenfalls mich in Verhandlungen<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__114610">Kandutsch</rs> einschalte. Dem Wunsch <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, daß ich mich auf alle<lb/>
Fälle um höhere Repräsentationsausgaben bemühe, habe ich glattwegs<lb/>
abgelehnt. Als Einsparungsmöglichkeiten habe ich in Erwägung gestellt,<lb/>
die vielen Arbeitsgruppen mit den Staatshandelsländern, die meistens<lb/>
von einer Anzahl von Beamten beschickt waren, einzustellen. Diese<lb/>
Arbeitsgruppen sollen in Hinkunft als Firmenbesprechungen der Vertreter<lb/>
der Staatshandelsländer gleichzeitig auch als Vertreter der Staats<lb break="no"/>handelsgesellschaften und von österreichischer Seite durch eben Firmen,<lb/>
die entsprechende Export- oder Importwünsche haben, durchgeführt<lb/>
werden. Den Vorsitz könnte, wenn notwendig, ein Vertreter der Handels<lb break="no"/>kammer führen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> war mit dieser Vorgangsweise einverstanden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_07">ANMERKUNG für <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs> und <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Der Durchführung mit 1.1.1975 eben<lb/>
im Zusammenhang mit der Liberalisierung steht gar nichts mehr im Wege.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_08"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> beklagte neuerdings, daß in der Strumpfhosen-Importbeschrän<lb break="no"/>kungen wir nicht eine weltweite Entliberalisierung durchgeführt haben,<lb/>
wie sie der Vertreter des ÖGB Dr. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> vorschlug. Ich habe ihm sofort<lb/>
erklärt und er wußte dies auch, dass dies ja nicht möglich ist, da<lb/>
wir einmal bei einer Entliberalisierung von Streichhölzern, ich<lb/>
glaube, das hat noch <rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs> gemacht oder auf alle Fälle dann <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs>,<lb/>
nach 8 Tagen bereits wieder diese Entliberalisierung zurücknehmen<lb/>
mussten. Ich erklärte <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> dezidiert, dass ich mich einer solchen<lb/>
Blamage nicht aussetzen werde. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> musste dies auch bestätigen<lb/>
und er erklärte, wir müssten gemeinsam versuchen, wie wir aus<lb/>
diesem Dilemma einen Ausweg finden können.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte dieses Problem neuerdings in der Grundsatz<lb break="no"/>gruppe diskutieren.</p><pb n="22-1157" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-09-30_1157.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_10">Die Müller haben beschlossen, vor etlichen Monaten, den<lb/>
Vermahlungszuschlag, der nicht kostendeckend ist, durch Aufhebung<lb/>
der 2 %-igen Rabattgewährung an den Grosshandel ihre Ertrags<lb break="no"/>situation zu verbessern. Endergebnis ist, dass jetzt der Grosshandel<lb/>
aufgeschrien hat und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> als einzigen Ausweg mir jetzt einen<lb/>
Brief schreiben wird, dass wir bei der nächsten Preisregelung<lb/>
eine Erhöhung der Grosshandelsspannen vornehmen sollten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Lass bitte die rechtliche Situation und<lb/>
die Auswirkungen von der Abteilung prüfen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_12"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> erfuhr von der Industriellenvereinigung, er hat vor mir<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> telefoniert, dass diese telefonisch zur nachmittägigen<lb/>
Besprechungen mit Min.Präs. <rs type="person" ref="#per__97591">Jaroszewicz</rs> eingeladen war. Er<lb/>
selbst hatte bereits vorher in seinem Haus festgestellt, dass<lb/>
weder eine schriftliche noch eine mündliche Einladung gekommen<lb/>
ist, <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meinte, dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sie jetzt strafen will, weil<lb/>
sie mit ihm nicht in die SU gefahren sind. Zum Unterschied von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs>, der sehr wohl auch bei dieser Auslandsdelegation <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
begleitet hatte. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meinte nun, da er in Polen mit war,<lb/>
hätte er ihn doch wenigstens einladen können. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> waren nur zum Abendessen eingeladen und hatten beschlos<lb break="no"/>sen, dort ebenfalls nicht hinzugehen. Wenn <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, wie <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
meinte, aus Bosheit und nachträgerisch sie eben nicht zu den<lb/>
Besprechungen einlädt. Ich habe sofort mit <rs type="person" ref="#per__115595">Reiter</rs> vom Kanzler<lb break="no"/>amt Kontakt aufgenommen und dieser erklärte, dass sehr wohl eine<lb/>
mündliche Einladung erfolgt ist. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> waren darüber<lb/>
sehr erfreut, denn sie fürchteten, gegenüber der Industriellen<lb break="no"/>vereinigung ausgespielt zu werden und nichts fürchten sie mehr<lb/>
als dies.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte mit Büro des BKA Kontakt halten, da<lb break="no"/>mit in Hinkunft wir wissen, wer tatsächlich eingeladen wird und ob<lb/>
die Handelskammer tatsächlich bei Einzelveranstaltungen absicht<lb break="no"/>lich ausgeschaltet wird.</p><pb n="22-1158" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-09-30_1158.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_14"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> teilte mit, dass ihn die Zuckerindustrie ersucht hat,<lb/>
er möge jetzt irgendwelche Massnahmen ergreifen, da im kleinen<lb/>
Grenzverkehr so viel Zucker abfliesst und insbesondere durch<lb/>
Umgehungsmischungen Zucker in irgendeiner Form ins Ausland ge<lb break="no"/>bracht wurde. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> wird mir diesbezügliche Vorschläge<lb/>
unterbreiten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_15"><choice><choice><sic>In</sic><corr>Ich?</corr></choice></choice> erfuhr im Laufe des Vormittags vom Rundfunk, dass die Zucker<lb break="no"/>industrie eine Pressekonferenz für den nächsten Tag einberufen<lb/>
hat, wo sie über die Zuckerversorgung referieren wird. Sie will<lb/>
dort erklären, dass bis 7. Oktober Zucker noch ausgeliefert wird,<lb/>
dann aber kein Kilogramm Zucker mehr zum Versand kommt. Ich<lb/>
habe sofort von dieser Massnahme, nachdem sie mir durch Recherchen<lb/>
bestätigt wurde, <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> informiert und darauf auf<lb break="no"/>merksam gemacht, dass ich erwarten könnte, dass wir gemeinsam<lb/>
dieses Problem besprechen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> waren von dieser<lb/>
Mitteilung genauso überrascht und erklärten rundwegs, dass die<lb/>
Vorgangsweise der Zuckerindustrie unerklärlich sei. Der spiritus<lb/>
rector wird von ihnen immer Dr. <rs type="person" ref="#per__137164">Hiller</rs> genannt, der sich nur<lb/>
dann an die Handelskammer wendet, wenn er von ihr irgendetwas<lb/>
braucht und Unterstützung erhofft. Sonst aber ist er ein eigenwilli<lb break="no"/>ger Vertreter, der scheinbar auch die Handelskammer immer in grösse<lb break="no"/>re Schwierigkeiten bringt. Ich habe spät abends Landwirtschafts<lb break="no"/>minister <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs>, den ich beim Empfang dann ansprach, über diese Situ<lb break="no"/>ation aufgeklärt und er erklärt ebenfalls, er könnte sich die<lb/>
Vorgangsweise der Zuckerindustrie nicht erklären. Da ich am<lb/>
Dienstag um 9 Uhr den Zuckervertreter von der FAO mit Zucker<lb break="no"/>industriellen gemeinsam empfange, werde ich anschliessend dieses<lb/>
Problem zur Sprache bringen und dann selbstverständlich in der<lb/>
Regierung einen Bericht geben müssen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_16">Die Sorge, die ich einmal gehabt habe, dass wir vom Journalistenfrüh<lb break="no"/>stück nicht genug Themen hätten oder dass die Journalisten dann<lb/>
als uninteressant diese Zusammenkunft meiden, stellt sich immer<lb/>
mehr heraus, wird in der nächsten Zeit sicherlich nicht eintre<lb break="no"/>ten. Wir gehen auch in die zweihundertste Veranstaltung mit<lb/>
vollen Zimmern. Allerdings war diesmal die Anzahl der Beamten<lb/>
schon beträchtlich gross, weil natürlich jetzt jeder versucht,<lb/>
bei irgendeiner Gelegenheit auch in Erscheinung zu treten. Dies<lb/>
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Beamten ausgezeichnet werden, weil sie doch Gelegenheit haben,<lb/>
ihr Problem vor der Presse zu erörtern. Ich muss nur aufpassen,<lb/>
dass da nicht gewisse Beamte, wie z.B. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> automatisch fast<lb/>
einen Stammsitz in den Besprechungen bekommt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Ich glaube, es sollten nicht mehr als<lb/>
maximal 3 Beamte des Hauses exklusive der notwendigen Büromit<lb break="no"/>glieder an den Besprechungen teilnehmen. Wenn nicht genug Jour<lb break="no"/>nalisten da sind, stört es nicht, wenn recht viele von unserem<lb/>
Haus incl. Büro daran teilnehmen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_18">Bei der Eröffnung der Damenmode-Woche hat, nachdem nach längerer<lb/>
Zeit wieder einmal <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs> ebenfalls das Wort ergriff, sowohl<lb/>
der Komm.Rat <rs type="person" ref="#per__116977">Elias</rs>, Obmann des Fachverbandes, als auch <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs><lb/>
das Wort ergriffen. Von <rs type="person" ref="#per__116977">Elias</rs> hatten mir bereits <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> gesagt,<lb/>
dass er seine Fabrik liquidiert hat, in Wirklichkeit hat er<lb/>
sich mit einer zweiten Firma liiert. Wie er mir dann beim Rund<lb break="no"/>gang selbst die neue Firma vorstellte. In Wirklichkeit müsste<lb/>
eine so wichtige personelle Entscheidung in der Handelskammer<lb break="no"/>struktur-Auflösung einer Firma eines Obmannes eines Fachverbandes<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__116977">Elias</rs> oder schwere Erkrankung eines Obmanns der Gewerbesektion<lb/>
z.B. jetzt <rs type="person" ref="#per__134312">Walzer</rs> oder Streit der Bundeskammer bereits jetzt, wer<lb/>
in Hinkunft Handelskammerpräsident wird – von Seiten unseres<lb/>
Büros in irgendeiner Weise in Erfahrung gebracht werden. Ohne<lb/>
dass wir irgendwelche Spitzeldienste errichten, bin ich überzeugt,<lb/>
dass viele Informationen bei uns im Haus vorliegen und dass viele<lb/>
entsprechende Informationen auch von ihren Widerpart in der Han<lb break="no"/>delskammer bekommen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_19">ANMERKUNG AN ALLE: Bitte auf solche scheinbar nebensächlichen<lb/>
Informationen besonderes Augenmerk legen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_20">Die Unterlagen, die ich von <rs type="person" ref="#per__114963">Dinzl</rs> bekommen habe und von denen<lb/>
auch <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs>, als er sie sah, sagt, er diese für seine Leute als<lb/>
Vorbild nehmen wird, gaben mir die Möglichkeit sofort auf ent<lb break="no"/>sprechende Angriffe des Komm.Rat <rs type="person" ref="#per__116977">Elias</rs> zu reagieren. Dieser hat<lb/>
übrigens sehr zum Unterschied von den bisherigen Damenmode<lb break="no"/>wochen die Unterstützung des Handelsministeriums auch schon bei<lb/>
seiner Ansprache aufgezeigt. Die allgemein gehaltenen Angriffe<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs> konnte ich natürlich selbst leicht abwehren.</p><pb n="22-1160" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-09-30_1160.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_21">Ohne dabei stark polemisch sein zu müssen. Zum Unterschied<lb/>
von den bisherigen Vertretern der Stadt hat auch <rs type="person" ref="#per__109290">Hans Mayr</rs> als<lb/>
Finanzstadtrat vollkommen frei sofort auf einige Angriffe wie<lb/>
starke Kostenbelastung der Unternehmer durch Lohn und Lohnneben<lb break="no"/>kosten, reagiert. Ich habe deshalb auch ganz besonders die Funk<lb break="no"/>tion von <rs type="person" ref="#per__114963">Dinzl</rs> herausgestrichen und damit sogar allgemeinen Bei<lb break="no"/>fall in meiner Rede gefunden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_22">Bei der Überreichung von Ehrenzeichen und Verabschiedung von in<lb/>
Pension gehenden Beamten tue ich mir bei den Kollegen, mit denen<lb/>
ich bereits Kontakt habe, sehr leicht. Umso mehr fällt natürlich dann<lb/>
ab, wenn ich irgendwelche Auszeichnungen für Leute übergebe, die ich<lb/>
das erste Mal treffe. Ich bitte deshalb gerade für diese Fälle<lb/>
entsprechende Informationen schlagwortartig, nur zwei oder drei<lb/>
Worte vorzubereiten. Interessant war diesmal, dass ich einige<lb/>
von der Buchhaltung auszeichnete und erst bei der Auszeichnung erfuhr,<lb/>
dass angeblich jetzt von <rs type="person" ref="#per__114994">Böhm</rs> und <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> die Ungerechtigkeit gegen<lb/>
die Laufbahnhemmung für die Buchhaltungsangehörigen, und wie die<lb/>
beiden dort öffentlich erklärten, jetzt sogar zur Zufriedenheit<lb/>
aller Buchhaltungsmitglieder eine einvernehmliche Lösung gefunden<lb/>
werden konnte.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte kümmere Dich, ob dies tatsächlich der<lb/>
Fall ist.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_24">Im Wiener Vorstand, der jetzt längere Zeit nicht tagte, weil <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs><lb/>
auf Urlaub war, berichtete <rs type="person" ref="#per__97786">Nittel</rs> über die nächsten Veranstaltungen<lb/>
am 8. Oktober wird <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> in einer Wiener Konferenz, 1 Jahr im<lb/>
Dienste von Wien, referieren. Im Wiener Vorstand hat es über dieses<lb/>
Thema keine Diskussion gegeben, wohl aber dann im Wiener Ausschuss,<lb/>
weil sich natürlich wie mir <rs type="person" ref="#per__98066">Robert Weisz</rs> mitteilte, die älteren<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98056">Weikhart</rs>, <rs type="person" ref="#per__114547">Gawlik</rs> usw. auf den Schlips getreten fühlen. Sie meinen,<lb/>
dass wir nicht ein Jahr im Dienst von Wien arbeiten, sondern schon<lb/>
seit der 1. Republik, also 1919. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> kommt es aber primär<lb/>
darauf an, bei diesem Referat nicht ein Zahlenfeuerwerk loszu<lb break="no"/>lassen und Geschichte zu machen, sondern eben das Verhältnis zum<lb/>
Bund, zu anderen Parteien und so weiter dazulegen. Ganz besonders<lb/>
aber möchte er über die Tarif- und Kostenfrage-Politik, als<lb/>
eine Tarifpolitik der soz. Gemeindeverwaltung, referieren. Seine<lb/>
Überlegungen gehen dahin, dass es nicht das Ziel einer soz. Kommunal<lb break="no"/>politik sein kann, dass alles aus allgemeinen Steuermitteln finan<lb break="no"/><pb n="22-1161" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-09-30_1161.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ziert wird. Wo der Einzelne einen besonderen Vorteil hat.<lb/>
Stadtrat <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> hat gemeint, er sollte auch über die Dezentrali<lb break="no"/>sierung der Verwaltung etwas sagen, worauf <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> darauf hinwies,<lb/>
dass er dies gerne machen würde, wenn endlich eine entsprechende<lb/>
gesetzliche Regelung von Seiten der Bürokratie vorliegen würde.<lb/>
Da es hier keine politischen Widerstand gibt und auch kein poli<lb break="no"/>tisches Problem, glaubt er, darüber nicht reden zu können, weil<lb/>
letzten Endes wir selbst schuld sind, wenn diese Frage noch nicht<lb/>
geklärt ist. Am 26. November soll eine weitere Wiener Konferenz<lb/>
stattfinden, wo man allerdings nicht so wie in den vergangenen<lb/>
Jahrzehnt dann über das Budget referiert und dann zum Schluss erklärt<lb/>
die Wiener Konferenz nimmt das Budget zur Kenntnis. Hier hat <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> <choice><choice><sic>de</sic><corr>die?</corr></choice></choice><lb/>
Vorstellung sollte man über die Wirtschaftsprobleme im Ganzen Bemer<lb break="no"/>kungen machen und <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> insbesondere sich nicht immer automatisch<lb/>
auf das Budget und dessen Aufbau stützen. <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> selbst erklärte,<lb/>
dass er nur diesmal über Konjunkturausgleichsbudget und über eine<lb/>
mehrjährige Finanzplanung reden wird. Ansonsten wird er selbst<lb break="no"/>verständlich auch andere Probleme zur Sprache bringen, keinesfalls<lb/>
möchte <rs type="person" ref="#per__109290">Mayr</rs> aber sozusagen als einziger Stadtrat immer bei dieser<lb/>
Gelegenheit vor eine Wiener Konferenz treten, sondern man sollte<lb/>
hier Wirtschaftsfragen auch von anderen referieren lassen. Dies<lb break="no"/>mal wird <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> ein längeres Co-Referat halten oder zumindestens<lb/>
einen Diskussionsbeitrag, wo er über den Verkehr und den Verbund<lb/>
zwischen Wien und Bund reden wird. <rs type="person" ref="#per__97384">Czernetz</rs> meinte, früher einmal<lb/>
hätte es die Einrichtung der grossen Wiener Vertrauenspersonen<lb break="no"/>versammlung gegeben, wo bis zu 2.000 Personen über Wirtschafts<lb break="no"/>fragen ernstlich diskutierten und abstimmten, bevor die Gemeinde<lb break="no"/>verwaltung sie in Angriff nahm. Dies bezog sich z.B. auf den Verkauf<lb/>
der Hammerbrotwerke oder auf Tarifgestaltung. Ich warnte <rs type="person" ref="#per__97384">Czernetz</rs><lb/>
vor dieser Vorgangsweise, da ich überzeugt bin, dass jetzt zuerst<lb/>
eine Monate lange Aufklärungskampagne in den Bezirken und den Sektio<lb break="no"/>nen erfolgen müsste, bevor man sich getraut, eine solche heikle Frage<lb/>
vor 2.000 Vertrauenspersonen zu erörtern und tagelang zu diskutieren<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__97384">Czernetz</rs> vorschlug. Es hat sich zwar sonst niemand mehr zu<lb/>
diesem Punkt gemeldet, doch hatte ich aus den zunickenden und vor<lb/>
allem einmal Zwischenrufen bemerkt, dass man meine Auffassung teilte.<lb/>
Die Organisationsform und die Probleme haben sich wesentlich geändert,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97384">Czernetz</rs> will das halt nicht zur Kenntnis nehmen.</p><pb n="22-1162" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-09-30_1162.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_25">Die Besprechung mit Min.Präsident <rs type="person" ref="#per__97591">Jaroszewicz</rs> verlief wie erwar<lb break="no"/>tet. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hatte zuerst eine Aussprache mit ihm unter vier Augen<lb/>
und alles wartete, bis dann die offizielle Besprechung begann.<lb/>
Dort wurde ein tour d'horizon gegeben, wobei die Wirtschafts<lb break="no"/>fragen nur ein Teil der Erklärung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> und dann auch der Gegen<lb break="no"/>erklärung von <rs type="person" ref="#per__97591">Jaroszewicz</rs> war. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> machte mich nur darauf<lb/>
aufmerksam, dass ihn <rs type="person" ref="#per__97591">Jaroszewicz</rs> gefragt hat, was die Steyr-<lb/>
Werke veranlasst, bei Kooperationen-Besprechungen zu fragen,<lb/>
welche Sicherheit sie haben, wenn in Polen dasselbe passieren<lb/>
würde wie in der CSSR, wo die Russen neuerdings nach Befreiungs<lb break="no"/>versuchen intervenierten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass<lb/>
die Steyr-Werke-Vertreter tatsächlich so dumme Bemerkungen irgend<lb break="no"/>wo gemacht haben, dass es sich um eine Frage gehandelt hat,<lb/>
ist meiner Meinung nach deshalb unerklärlich, denn wer soll schon<lb/>
eine solche unmögliche Frage von Seite der Polen überhaupt beant<lb break="no"/>worten können. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schnitt nur interessanterweise auch noch<lb/>
den Ausbau des Donau-Oder-Kanals an. <rs type="person" ref="#per__97591">Jaroszewicz</rs> hat sofort er<lb break="no"/>klärt, hier müsste ein internationales Konsortium gefunden werden,<lb/>
welches auch die entsprechenden Kredite gibt. Auf polnischer Seite<lb/>
würde dies ca. 800 Mill. Dollar kosten und die csl. Seite ist<lb/>
noch wesentlich höher zu veranschlagen, weil dort ein längerer und<lb/>
noch schwierigerer Streckenabschnitt zu bewältigen wäre. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
hat sich dann sofort zurückgezogen und meinte, dies könne man<lb/>
im Rahmen der Konferenz über europäische Sicherheiten bespre<lb break="no"/>chen, dort sollte auch ein Projekt-Team womöglich eingesetzt<lb/>
werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> urgierte auch, dass die Kohlenlieferungen in der<lb/>
letzten Zeit im Rückstand sind, was die polnische Seite sofort<lb/>
zugab. Die 1,2 t zusätzlich der 200.000 Mehrkontingent würde<lb/>
von polnischer Seite jederzeit bereitgestellt werden, doch ergibt<lb/>
sich eine Lieferschwierigkeit durch die Transitfrage. Die Tschechen<lb/>
haben nicht nur bei den Kohlen, sondern auch bei anderen Gelegenhei<lb break="no"/>ten die Waggons, die dafür bestimmt waren, für sich beansprucht<lb/>
und ohne dass über die csl. Methode im einzelnen geredet wurde,<lb/>
hat <rs type="person" ref="#per__97591">Jaroszewicz</rs> doch dann eben bemerkt, in Hinkunft werden<lb/>
eben nicht nur Kohlen, sondern auch 400 MW nach Österreich mit<lb/>
eigener Leitung kommen und daher diese Transporte nicht wie bei<lb/>
Kohle durch Waggonschwierigkeiten behindert sein. <rs type="person" ref="#per__112014">Ehrbacher</rs><lb/>
hat mir mitgeteilt, dass sie sich jetzt auch über die HYG-Lei<lb break="no"/>tung geeinigt haben. Der österr. Anteil würde 50 %, das sind<lb/>
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Österreich auch mit den RWG-Staaten möglich sein.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_26">Dr. <rs type="person" ref="#per__111709">Wohlmeyer</rs> von der Gmünder Stärkekartoffelfabrik erörtert<lb/>
noch einmal die Möglichkeit einer Ölextraktionsanlage. Für die<lb/>
Investitionen von 400 Mill. für 400.000 t Saat könnte, wenn <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs><lb/>
die Hälfte davon aufbringt, nur durch eine österr. Kapitalgruppe<lb/>
aus Agrarindustrie Gmünd, Donauchemie Pischelsdorf, <choice><choice><sic>Futtermillwerke</sic><corr>Futtermittelwerke?</corr></choice></choice><lb/>
WÖF und Tagger, ÖMOLK, Verband ländlicher Genossenschaften NÖ und<lb/>
ÖO Warenvermittlung gebildet werden. Er selbst wird sich bemühen,<lb/>
ein solches Konsortium zustandezubringen. In der nächsten Zeit<lb/>
werde ich ein diesbezügliches Elaborat von ihm erhalten, wo er über<lb/>
den notwendigen Schutz einer solchen Produktion, aber auch<lb/>
über die Garantie, dass sie niemals über den Weltmarktpreis hinaus<lb/>
Preise verlangen würden, nähere Kalkulationsunterlagen bringen wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_27"><rs type="person" ref="#per__111709">Wohlmeyer</rs> war vom Fachverband der Nahrungsmittelindustrie wegen<lb/>
Zucker-Stärke-Produktion zu den Zuckerversorgungsverhandlungen<lb/>
zugezogen worden. Er selbst meint, eine Pressekonferenz sei ein<lb/>
Wahnsinn, doch hätte er dort vorgeschlagen, man solle nach § 5 AHG<lb/>
Exporte genehmigungspflichtig machen. Nach dem Lebensmittelbe<lb break="no"/>wirtschaftungsgesetz solle man bei Zuckerkartell eine Auflage geben,<lb/>
dass sie gerechter und zweckmässiger verteilen. Insbesondere<lb/>
aber soll dem kleinen Grenzverkehr ein Riegel vorgeschoben werden,<lb/>
indem die Zöllner entsprechende Dienstanweisungen von strenger<lb/>
Kontrolle und nur geringere Ausfuhrmengen pro Person zulassen<lb/>
dürften. Dies soll angeblich schon geschehen sein.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97498">GRÜNWALD</rs>: Bitte sofort feststellen, ob tatsächlich<lb/>
Weisungen ergangen sind.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-30_29"><rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> soll bei Steyrermühl festgestellt haben, dass sie inländische<lb/>
Stärke, die für veredelte Papiere für den Inlandsverbrauch des<lb/>
Papiers bestimmt waren, exportiert hätten. Dadurch hätten sie gegen<lb/>
die Richtlinien verstossen und würden jetzt 240.000 S Strafe bezahlen<lb/>
müssen. <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> hätte deshalb mit <rs type="person" ref="#per__111709">Wohlmeyer</rs> ein besseres Kontroll<lb break="no"/>system über die Finanzämter, die monatlich sowieso die Abgabe, da<lb/>
es eine Verbrauchssteuer ist, kontrollieren, diesbezügliche Kontrollen<lb/>
vornehmen sollten, besprochen. Ich bin neugierig, ob <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> eine<lb/>
diesbezügliche Information uns gibt. Wenn dies nicht der Fall ist,<lb/>
dann sollte man nach längerer Zeit unvermutet, ohne auf <rs type="person" ref="#per__111709">Wohlmeyer</rs><lb/>
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ansehen.</p></div>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName><surname>Anglian</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Vorstandsdir. Verb. d. öst. Zuckerindustrie; evtl.
                  Falschschreibung</occupation>
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               <persName type="label">Hauffe, Herbert</persName>
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               <persName type="label">Weisz, Robert</persName>
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               <occupation>FSG-Vors., SPÖ-Klubobmann, Volksanwalt</occupation>
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               <persName type="label">Jagoda, Karl</persName>
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               <occupation>Leiter Sekt. III HM</occupation>
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               <persName type="label">Schipper, Hans</persName>
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               <occupation>Präsidialist HK</occupation>
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               <occupation>HK, Obmann Bundessektion Gewerbe, Wirtschaftsbund, ÖVP-BR</occupation>
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