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            <title type="main">Samstag, der 21. September 1974</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-21_01">Samstag, den 21. September 1974</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-21_02">Beim sogenannten Messe-Frühstück hat ich dort mit <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs><lb/>
die Wirtschaftspolitik diskutiert bis Landeshauptmann <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs>,<lb/>
der täglich in seinen Heimatort zurückführt, knapp vor Messe<lb break="no"/>beginn ebenfalls erschienen ist und sofort von mir wissen wollte,<lb/>
was wir mit den Marktordnungsgesetzen beabsichtigen. Hier er<lb break="no"/>klärte ich rundweg, dafür nicht zuständig zu sein, sondern nur<lb/>
eine kleine Mitkompetenz zu haben und habe das Thema sofort<lb/>
auf die Frage gelenkt, wo ich kompetent bin. Ich habe <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs><lb/>
versichert, dass ich ihn in jeder Beziehung unterstützen werde,<lb/>
damit die Ölgesellschaften in Tirol entsprechende Lager anlegen.<lb/>
Schwierigkeit gibt es nur, weil z.B. in der Zollfreizone<lb/>
in Hall ein solches errichtet hätte werden sollen und die Ge<lb break="no"/>meinde sich ganz entschieden dagegen ausgesprochen hat. Über<lb/>
die Bevorratung wird mit jedem einzelnen Land jetzt von<lb/>
Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107939">Römer</rs> und Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs>, die ebenfalls zur Messe<lb/>
erschienen sind, verhandelt werden. Interessanterweise hat weder<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> noch <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs> noch der Handelskammerpräsident <rs type="person" ref="#per__116957">Menardi</rs><lb/>
das Problem Swarovski angeschnitten. Ich selbst habe dafür auch<lb/>
keine Notwendigkeit gesehen, weil ich ja vor gehabt habe, auf<lb/>
alle Fälle nachmittags mit <rs type="person" ref="#per__123200">Swarovski</rs> Verhandlungen zu führen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-21_03">Bei der Messe-Eröffnung gab es wieder die übliche Diskussion<lb/>
zwischen <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs> und mir, über die ich persönlich sehr froh<lb/>
bin, denn sie belebt die ansonsten so steife und formale<lb/>
Eröffnung. Diesmal griff er aber besonders den Finanzminister an,<lb/>
weil er sich sehr negativ über die Fremdenverkehrswirtschaft<lb/>
geäussert hat. Ich verwies dann darauf, dass doch auch die Frem<lb break="no"/>denverkehrswirtschaft selbst jetzt einsieht und sogar der österr.<lb/>
Wirtschaftsbund erklärt hat, dass zwischen Preis und Leistung<lb/>
ein inniger Zusammenhang bestehen muss, und sich hier einiges<lb/>
ändern müsste. Über die allgemeine Wirtschaftslage war typisch,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs> nur die negativen Gesichtspunkte herausstrich,<lb/>
ganz besonders glaubte er darauf verweisen zu müssen, dass<lb/>
die allgemeine Bürges bis 1970 400 Mill. S Kreditvolumen<lb/>
vergeben hat und jetzt nur mehr 200 Mill. Hier konnte ich<lb/>
natürlich dann sofort auf die zusätzlichen 5 Mia S verweisen,<lb/>
die seit 1970 bis 1974 aus dem Gewerbestrukturverbesserungs<lb break="no"/>gesetz der Wirtschaft zufliessen. Selbst wenn man die 200 Mill.<lb/>
minus gelten lässt, dann gibt es dafür durchschnittlich 1 Mia S<lb/>
mehr Gewerbestrukturverbesserungskreditvolumen, welches abgestützt<lb/>
wird.</p><pb n="22-1115" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-09-21_1115.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-21_04">Der Fremdenverkehrsarbeitsausschuss der Bundeshandelskammer, der<lb/>
in Innsbruck tagte, brachte auch die gesamte Handelskammer prominent<lb/>
nach Innsbruck. Natürlich war auch Min.Rat <rs type="person" ref="#per__130193">Prodinger</rs> dort. Darüber<lb/>
hinaus noch Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107939">Römer</rs> und Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> und natürlich<lb/>
Min.Rat <rs type="person" ref="#per__136790">Wagner</rs>, der für die Messe zuständig ist.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-21_05"><rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> hatte die Pressebetreuung übernommen, als ich aber zeitgerecht<lb/>
um 1/2 12 Uhr, nachdem ich durch die Messe gerast war, zum Presse<lb break="no"/>gespräch erschien, war überhaupt niemand anwesend. Erst um 1/2 1 Uhr<lb/>
kamen die ersten, mit der Zeit auch die Diskutanten oder Anfrager<lb/>
nämlich in Wirklichkeit 4 Redakteure. Wenn auch da niemand erschie<lb break="no"/>nen wäre, hätte es mir auch nichts ausgemacht, denn das wichtigste<lb/>
ist, ich kann immer nachweisen, ich habe immer wenn ich in den<lb/>
Ländern bin, für die dortigen Pressevertreter immer Zeit. Da wir<lb/>
diese Zusammenkunft im Kongresshaus bezahlen müssen, könnte ich<lb/>
fast sagen, ausser Spesen nichts gewesen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-21_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Ich bin interessiert, was wir für diese<lb/>
Pressemeetings bezahlen müssen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-21_07">Die Verlegung der Stubaier Kleineisen-Genossenschaft in das Industrie<lb break="no"/>gelände wird ein voller Erfolg. Die wichtigsten Betriebe sind aller<lb break="no"/>dings noch nicht ausgesiedelt. Die Genossenschaft, die ungefähr<lb/>
80 Mill. Eigenkapital hat, macht einen Umsatz von 158 Mill., wovon<lb/>
13 % für die Schlägerei, das ist für die Rohwarenherstellung, aus<lb break="no"/>macht. Dieser Betrieb, sogenanntes Werk IV, befindet sich noch in<lb/>
Fulpmes, ist total veraltet, was die Baulichkeit betrifft. Im<lb/>
neuen Industriegelände wird für diese Schmiede ein Investitions<lb break="no"/>aufwand von ca. 20 Mill. erforderlich sein. 15 % ergibt aber<lb/>
dann die Produktverbilligung, welche durch Produktivitätssteigerung<lb/>
erzielt werden kann. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> arbeitet mit den Herren des<lb/>
Wifis, insbesondere mit Ing. <rs type="person" ref="#per__131307">Mayer</rs>, der bei uns auch gleich<lb/>
die Patentverwertungsgesellschaft macht und mit Bundeskammer<lb/>
insbesondere Fachverbandssekretären gut zusammen. Ausserdem habe<lb/>
ich das unbestimmte Gefühl, dass wir verhältnismässig viel Wind<lb/>
machen, was ich sehr begrüsse und doch verhältnismässig wenig<lb/>
geben. Sicherlich bedingt durch unsere finanziellen knappen Mittel.</p><pb n="22-1116" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-09-21_1116.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-21_08">wesentlich weniger positiv war die Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__123200">Swarovski</rs>.<lb/>
Ich habe gleich bei meiner Einleitung meine Verwunderung zum<lb/>
Ausdruck gebracht, dass wir so wie Vizekanzler <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> als auch<lb/>
ich über das Radio von der Kurzarbeit und die Entlassungen er<lb break="no"/>fahren mussten. Insbesondere habe ich den Betriebsräten einen<lb/>
entsprechenden Vorwurf machen müssen. BRO <rs type="person" ref="#per__147002">Leo</rs> meinte nachher,<lb/>
er hätte sowieso NR <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> davon informiert. Die Situation ist<lb/>
folgende: Die Schmucksteinproduktion nimmt ab. Die Personalkosten<lb/>
sind von 60 auf 1973 um 200 % gestiegen. Die Gesamtkosten 160 %.<lb/>
Durch Rationalisierung konnten ca. 60 % aufgefangen werden, sodass<lb/>
100 % eigentlich durch Preise hätten abgedeckt werden müssen,<lb/>
die aber nur 80 % ausmachten. Aus diesem Grund hat man jetzt die<lb/>
Preise Index 170 auf 200 erhöht. Es soll 400 Mill. S Mehrerlös<lb/>
bringen. Die erste Reaktion der Abnehmer war aber, dass sie er<lb break="no"/>klärten, unter diesen Bedingungen werden sie kaum die entsprechenden<lb/>
Mengen kaufen. Ein weiterer Umsatzrückgang ist deshalb zu erwarten.<lb/>
Eine Ersatzproduktion wurde vor einiger Zeit in der Lusterstein<lb break="no"/>erzeugung aufgenommen. Nach der Eröffnung der Metropolitan-Oper<lb/>
mit dem grossen Geschenk des österr. Lusters hat die amerikani<lb break="no"/>sche Industrie diese Steine sehr verlangt. Es ist eine Aufwärts<lb break="no"/>entwicklung festzustellen, aber die erwarteten explosionsartigen<lb/>
Steigerungen sind nicht eingetreten. Von dem Umsatz von 640 Mill.<lb/>
macht Schmuckstein 230, Luster 280, Edelsteinschleifung und Halb<lb break="no"/>edelsteine 40 Mill. und die Rückstrahler nur 30 Mill. Die Reflex<lb break="no"/>folien könnten in Hinkunft ein gutes Geschäft werden, wenn der<lb/>
Verkehrsminister tatsächlich bereit ist, auf Nummerntafel usw.<lb/>
sie auch gesetzlich einzuführen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-21_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97498">GRÜNWALD</rs>: <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> soll ein diesbezügliches Schreiben<lb/>
als Briefentwurf für <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> vorlegen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-21_10">Die Schleifmittelerzeugung hat 550 Mill. S und ist gut ausgelastet<lb/>
so wie Optik mit 300 Mill. S, die auch befriedigend arbeitet.<lb/>
Hier hat die Firma allerdings Angst, dass <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> für Jagdpanzer<lb/>
Kürassier die französische Laser-Einrichtung, Fa. Markossi, ver<lb break="no"/>wendet und nicht die von Swarovski. Ich werde so wie mit der Refle<lb break="no"/>xionsfolie mit <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs>, wegen der Laser-Strahlung auch mit <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgen<lb break="no"/>dorf</rs> sprechen. Trotzdem erscheint es mir notwendig, auch einen<lb/>
Brief an <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> zu schreiben.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-21_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97498">GRUNWALD</rs>: Bitte <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> soll ein ausführliches<lb/>
Schreiben vorbereiten.</p><pb n="22-1117" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-09-21_1117.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-21_12">Der Betriebsrat hat der Firmenleitung zugestimmt, daß er<lb/>
bereit ist, von den 2.750 Beschäftigten, 80 Angestellte der<lb/>
Verwaltung und 85 Angestellte der Technik sowie 60–80 Arbeiter<lb/>
zu kündigen. Die Detailverhandlungen werden noch durchgeführt.<lb/>
Das Werk beschäftigt nur 156 Jugoslawen, hauptsächlich weibliche<lb/>
Arbeiter, die andere Arbeiten verrichten, die Österreicher nicht<lb/>
mehr wollen. Die Luster, aber vor allem die Schmucksteine jetzt<lb/>
in einem Lager unverkäuflich sind, 300.000 Schilling sind allein<lb/>
an diese Lager gebunden, so muß der Betrieb auf Kurzarbeit um<lb break="no"/>stellen und die Produktion um 38 % zu senken. Die erste Phase<lb/>
ist 20–25 %, wovon 800 Personen betroffen sind, in der zweiten<lb/>
Phase dann 1.000 Personen. Ich versprach, mit Vizekanzler <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs><lb/>
die entsprechenden Gespräche aufzunehmen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-21_13">Die Swarovski-Produktion geht zu 90 % in den Export, insbesondere<lb/>
wird die Hälfte nach Amerika exportiert, direkt nur 20 %, die<lb/>
Hälfte der 50 % geht durch Gablonzer verarbeitete Steine, die<lb/>
in Linz erzeugt werden, und 10 % kommen aus Deutschland, wo<lb/>
sonst 20 % normal hin exportiert wird. Eine große Menge geht auch<lb/>
nach Japan. <rs type="person" ref="#per__123200">Swarovski</rs> hat ausgerechnet, daß er von 47–73<lb/>
1.08 Milliarden Schilling Steuer bezahlt hat. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, der einen<lb/>
Tag vorher angeblich dort war, ich weiß nicht aus welcher Sicht,<lb/>
hätte ihm gesagt, es wär gut, wenn er noch so viel verdienen<lb/>
würde wie früher, da hätt er Steuereinnahmen und das Unternehmen<lb/>
einen guten Profit. Die Direktion war sehr dankbar, daß ich mich<lb/>
um ihre Probleme kümmere, obwohl ich erst zu einem späteren Zeit<lb break="no"/>punkt erfahren habe, daß auch <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> dort war. Die Unter<lb break="no"/>nehmungsleitung muß den Eindruck haben, wenn sie auch nur im<lb/>
kleinsten Maße irgendwo in Schwierigkeiten gerät, interessiert<lb/>
sich sofort die gesamte Regierung für ihre Probleme. Sicher ist<lb/>
eines, daß die Mitteilung in der Presse von der Firmenleitung<lb/>
selbst gemacht wurde. Der ehemalige, wie ich später erfuhr,<lb/>
Wirtschaftsredakteur von der Tiroler Nachrichten ist jetzt<lb/>
Pressereferent, er hat allen Ernstes geglaubt, es gelingt der<lb/>
Firma mit einer kleinen unbedeutenden Notiz die Öffentlichkeit<lb/>
zu beruhigen. In Wirklichkeit war dies aber genau das Gegenteil,<lb/>
das er erreichte. Als mir deshalb <rs type="person" ref="#per__123200">Swarovski</rs> vorschlug, er wird<lb/>
in Hinkunft der Presse überhaupt nichts mehr sagen und eine<lb/>
schon vereinbarte Pressebesprechung am Dienstag absagen, habe ich<lb/>
ihm davon nur abgeraten. Eine solche Vorgangsweise hätte nur, sofort<lb/>
allen Gerüchten Rechnung tragend, die Situation für das Image<lb/>
<pb n="22-1118" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-09-21_1118.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Swarovski nur noch mehr verschlechtert.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-21_14">Einige Uhrenaussteller, Uhrbändererzeuger und auch Schmucksteine<lb/>
und Schmuckverkäufer haben sich mit einem Werbezug am Innsbrucker<lb/>
Bahnhof niedergelassen. Ich traf sie zufälligerweise und sie<lb/>
haben mich eingeladen, ihr neue Werbeidee und Verkaufsidee zu<lb/>
besichtigen. Bei dieser Gelegenheit konnte ich feststellen, daß<lb/>
auch diese jungen progressiven Unternehmer, der Zug allein kostet<lb/>
ihnen 700.000 Schilling, sie fahren aber zum Kunden und nicht der<lb/>
Kunde muß zu ihnen kommen, über die Swarovski-Entwicklung, die<lb/>
sie auch nur aus den Zeitungen gehört haben, schwer erschüttert<lb/>
waren.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-21_15">Dasselbe konnte ich am Sonntag bei meiner Besichtigung in Reutte,<lb/>
Planseewerk, feststellen. Auch <rs type="person" ref="#per__125296">Schwarzkopf</rs> war über das Verhalten<lb/>
entsetzt, meinte allerdings, daß eben das Unternehmen in den<lb/>
letzten Jahren immer largiert hat. <rs type="person" ref="#per__125296">Schwarzkopf</rs> selbst hat ein<lb/>
Interesse, nämlich, daß der Mittersiller Scheelitbergbau, wenn er<lb/>
abgebaut wird, nicht zu Molybdäncarbid verarbeitet wird, weil dies<lb/>
auf dem Weltmarkt nur ungenügend auf lange Sicht exportiert werden<lb/>
kann. Derzeit bei den Metallpreisen geht es noch, aber <choice><choice><sic>Hinkunft,</sic><corr>in Zukunft?</corr></choice></choice><lb/>
meinte er, müsste man aus dem Scheelit Molybdän erzeugen, das auch<lb/>
er verwenden kann. Er wird mir ein diesbezügliches Elaborat<lb/>
schicken. Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__112941">Preier</rs> aus Weißenbach bei Reutte, einer<lb/>
der fünf sozialistischen Bürgermeister, die wir in Tirol nur<lb/>
haben, ersuchte mich um Besuch und Unterstützung der Schule<lb/>
Elbinger Alp, ich habe, als ich den Betrieb dort besichtigte,<lb/>
den Funktionären klar und deutlich gesagt, daß es unmöglich ist,<lb/>
daß wir 2 1/2 Millionen Schilling dafür zur Verfügung stellen.<lb/>
Hier müßte das Land und andere Stellen einspringen. Wohl bin ich<lb/>
aber bereit, nicht zuletzt weil <rs type="person" ref="#per__110035">Thun-Hohenstein</rs> sich in der Zwischen<lb break="no"/>zeit erkundigt hat, ob und wieweit wir Unterstützung geben können,<lb/>
auch tatsächlich und dort eine entsprechende Unterstützung erwartet<lb/>
wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-21_16">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bevor irgend ein Entscheid, ja selbst eine<lb/>
Zusage hinausgeht, müssen wir unseren Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__112941">Preier</rs> vom po<lb break="no"/>sitiven Ergebnis verständigen. Laß dich also ständig von <rs type="person" ref="#per__110035">Thun-Ho<lb break="no"/>henstein</rs> informieren.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-21_17">Die Gewerkschafts- u. Parteitätigkeit in Tirol war erfolgreich. Die<lb/>
Tiroler Gewerkschaftsjugend war vollständig zur Konferenz erschienen<lb/>
und es gab auch eine ganz interessante Diskussion. Die Partei<lb break="no"/><pb n="22-1119" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-09-21_1119.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>veranstaltung mit der Jungen Generation war eine Starbesetzung.<lb/>
Bei einer verhältnismässigen geringen Teilnehmeranzahl waren<lb/>
Nationalräte, ein Abgeordneter zum Landtag, nämlich der Geschäfts<lb break="no"/>führer der Industriellenvereinigung, <rs type="person">Bachmann</rs>, drei Vizepräsidenten<lb/>
der Arbeiterkammer SPÖ und ÖVP, Vizebürgermeister von Innsbruck,<lb/>
Univ.Prof. <rs type="person" ref="#per__140901">Aubele</rs> von der Kammer der Gewerblichen Wirtschaft und<lb/>
sogar Hofrat Dr. <rs type="person" ref="#per__133760">Pick</rs>, der für die Preisregelung im Amt der Tiroler<lb/>
Landesregierung verantwortlich ist, erschienen, neben einem FPÖ<lb/>
Wirtschaftstreibenden Dr. <rs type="person" ref="#per__148984">Peter</rs>. Interessant war, daß ich in der<lb/>
Diskussion erfuhr, daß <rs type="person" ref="#per__133760">Pick</rs> mitteilte, der Landeshauptmann hätte<lb/>
66–67 eine Verbesserung der Preisvorschriften verlangt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-21_18">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Versuche diese Unterlagen vom Innenministerium<lb/>
zu bekommen. <rs type="person" ref="#per__112051">Singer</rs> müsste davon etwas wissen.</p></div>
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               <occupation>MR HM [1971 zuständig für das Messwesen; gemeinsam mit Pellech genannt;
                  evtl. Falschidentifikation]</occupation>
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               <persName type="label">Grünwald, Oskar</persName>
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               <occupation>Büro Staribacher; ÖIAG</occupation>
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               <occupation>Hofrat Tiroler LR Huber</occupation>
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               <occupation>Ministerialrat Handelsministerium</occupation>
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               <occupation>Fa. Swarovski, Wattens (Tirol)</occupation>
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