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            <title type="main">Dienstag, der 10. September 1974</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-10_01">Dienstag, 10. September 1974</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-10_02">In der Ministerratsvorbesprechung berichtete <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über die<lb/>
gestrige fraktionelle Besprechung mit dem ÖGB, der AK wegen der<lb/>
Marktordnung. Er wiederholte, dass es zu einem Auslaufen der MOG<lb/>
kommt, wenn es nicht zu einschneidenden Änderungen gelingt, die<lb/>
Zustimmung der ÖVP zu erlangen. Für die Konsumenten und für die<lb/>
Landwirtschaft müssten andere Massnahmen vorbereitet werden. Ihm<lb/>
schwebt vor, dass man für die Landwirtschaft zur Verfügung stehenden<lb/>
Mittel entsprechende Direktzahlungen gewährt. Ich bin aber fest<lb/>
überzeugt, dass es letzten Endes doch noch, auch wenn wir jetzt<lb/>
nicht zuletzt aus taktischen Gründen ein solches Auslaufen in Er<lb break="no"/>wägung ziehen, zu einem Kompromiss kommen wird. Hoffentlich wird es<lb/>
nicht ein faules Kompromiss.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-10_03">Beim gestrigen Hörer- und Seherbeirat, dessen Zusammensetzung<lb/>
jetzt wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sich ausdrückt, eine willkürliche Angelegenheit<lb/>
vom Nationalrat war und er niemals vorgeschlagen hat, zeigte sich,<lb/>
dass die ÖVP mit den Freiheitlichen gemeinsam die konservativen<lb/>
Vertreter zu einem Bürgerblock zusammenbrachte, während die Liberalen<lb/>
als solcher Kandidat war <rs type="person" ref="#per__149294">Schupplich</rs> vorgesehen, sich nicht durchsetze<lb/>
konnte, sondern eben Prof. <rs type="person" ref="#per__140892">Korninger</rs>, der Rektor der Uni Wien gewählt<lb/>
wurde. Da nur 16 SPÖ-ler in dem Hörer- und Seherbeirat sind, <rs type="person" ref="#per__149294">Schupplich</rs><lb/>
sich nicht selbst wählte, sehr zum Unterschied von <rs type="person" ref="#per__140892">Korninger</rs>, wurde<lb/>
dieser eben als Vorsitzender gewählt. Er hätte bei dem Hörer- und<lb/>
Seherbeirat, wie er sich vorstellte, nicht die einzelnen Organisa<lb break="no"/>tionen aufgezählt, sondern durch einen vielleicht komplizierteren<lb/>
Vorgang eine demokratische Wahl der einzelnen Mitglieder vorgenommen.<lb/>
So aber wird ein richtiges proporzabhängiges Instrument sein. Im<lb/>
Kuratorium, hofft <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, kann das nicht passieren, vor allem, wenn<lb/>
alle soz. Betriebsräte tatsächlich auf eine Linie zu bringen sind.<lb/>
In der Fraktion, wo man auf Anfrage von <rs type="person" ref="#per__114734">Bruckner</rs>, ein Vertreter im<lb/>
Hörer- und Seherbeirat, über dieses Problem neuerdings diskutierte,<lb/>
es stellt sich heraus, dass <rs type="person" ref="#per__116692">Steinbauer</rs> von der ÖVP dort richtig<lb break="no"/>gehend dirigiert. Auf der einen Seite, will er das ganze Rundfunkge<lb break="no"/>setz als "Murks" bezeichnend, diskriminieren, auf der anderen Seite<lb/>
mobilisiert er alle Konservativen, um eben ihre Männer in Position<lb/>
zu bringen. Die Gewerkschafter Kunst und Freie Berufe glauben, dass<lb/>
die soz. Betriebsräte im Kuratorium halten werden. Ich fürchte, dass<lb/>
<pb n="22-1051" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-09-10_1051.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wenn es zu einer geheimen Abstimmung kommt, das Mehrheitsverhältnis<lb/>
dort nicht allzu stark ein Abspringen des einen oder anderen<lb/>
erlaubt. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hat mir am Vortag erzählt, dass er einen schlech<lb break="no"/>ten Eindruck von der Organisation des Sozialisten im Hörer- und<lb/>
Seherbeirat bemerkte und über diese Entwicklung sehr unglücklich<lb/>
war und ist. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wieder zieht aus dem negativen wieder einen<lb/>
positiven Schluss, nämlich jetzt in der Öffentlichkeit zu be<lb break="no"/>haupten, man könne also beim besten Willen nicht von einem Re<lb break="no"/>gierungsfunk sprechen. Was die Regierung nur wollte, war eine<lb/>
Demokratisierung und wenn sich dies gegen sie ausrichtet, so<lb/>
nimmt sie dies auch zur Kenntnis. Ich bin über die ganze Demokra<lb break="no"/>tisierungswelle manchmal einigermassen beunruhigt und möchte sie<lb/>
nicht gerade in unserer Gewerkschaftsbewegung allzu stark verankert<lb/>
haben. Wir sind eine verhältnismässig zentralistisch geführte<lb/>
Organisation und ich glaube, dies hat sich gut ausgewirkt. Wenn<lb/>
ich jetzt die Demokratisierungswelle der Vorwahlen in der<lb/>
Steiermark heranziehe, dann kann ich nur sagen, das hätten sich<lb/>
die wahrscheinlich auch ersparen sollen und können. Vielleicht<lb/>
war es dort sogar nur ein gewisses Nachlassen des ÖVP-Experimentes<lb/>
und die Optik spricht jetzt gegen die steirische SPÖ. 12 % Be<lb break="no"/>teiligung ist ein Debakel und brachte in Wirklichkeit auch nichts<lb/>
anderes als man sowieso wirklich schon vorher wusste.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-10_04"><rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> berichtet, dass über die Lagererrichtung den Bürgermeister<lb/>
und die Funktionäre genau informierte, und zwar schon mit<lb/>
Beginn des Jahres. Die MA 48 musste sogar die entsprechenden Adap<lb break="no"/>tierungsarbeitsgenehmigungen erteilen. Jetzt fühlen sich 20 Leute<lb/>
bedroht und Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> hat sofort eine spektakuläre Er<lb break="no"/>klärung abgegeben. <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> ist aber ein ungemein guter Kollege,<lb/>
der gar nicht gegen diese Vorgangsweise polemisierte, sondern nur<lb/>
wieder versucht, einen Ausweg zu finden, obwohl ihm, wie <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> in der<lb/>
Diskussion sagte, sehr hart mitgespielt wurde. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verwies<lb/>
darauf, dass seiner bei der Verlegung des Lagers nach NÖ <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs><lb/>
sich auch sehr dagegen ausgesprochen hat und man hat seine Vor<lb break="no"/>schläge überhaupt nicht berücksichtigt sondern eben als Notwendigkeit<lb/>
die Errichtung des Lagers durchgeführt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> befürchtet, dass<lb/>
durch die Erklärung des Senators <rs type="person" ref="#per__140893">Jackson</rs> mit dem <rs type="person" ref="#per__124048">Kissinger</rs> angeblich<lb/>
grössere Judenauswanderungen aus der SU vereinbart hat. wenn diese<lb/>
<pb n="22-1052" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-09-10_1052.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>alle über Österreich fahren, wir wieder Komplikationen mit den<lb/>
Arabern bekommen können. Derzeit kommen ca. 40 – 80 täglich, wovon<lb/>
4 – 8 nicht nach Israel sondern woandershin auswandern wollen und<lb/>
teilweise auch durchführen. Die US-Agency dagegen möchte als ein<lb break="no"/>ziges Destinationsland Israel, um dem arabischen Lager zu zeigen,<lb/>
dass wir mit ihnen auch ein gutes Einvernehmen wollen, legt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
auf den Besuch des syrischen Ministerpräsidenten, der in Beglei<lb break="no"/>tung seines Aussenministers kommt, grössten Wert auf entsprechende<lb/>
Betreuung.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-10_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte 18. September, 20 Uhr für Abendessen<lb/>
syr. Ministerpräsident Termin sperren.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-10_06"><rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> berichtet über die verfassungsrechtlichen Bestimmungen<lb/>
eines Datenschutzgesetzes und meint, dass der FM die Ausdehnung<lb/>
auch auf die Kreditwirtschaft wollte, während der Handelsmini<lb break="no"/>steriumsvertreter meinte, die Gewerbeordnung reicht vollkommen aus.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> möchte jetzt für die private Wirtschaft nur eine Strafbestimmung<lb/>
aufnehmen. Über die Grundzüge hat er einen mündlichen Ministerrats<lb break="no"/>vortrag vorgelegt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-10_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> soll sich mit <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> über die end<lb break="no"/>gültige Formulierung ins Einvernehmen setzen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-10_08"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wollte, dass der Grüne Plan zurückgestellt wird, doch war<lb/>
dies deshalb nicht möglich, weil <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> eine gesetzliche Verpflich<lb break="no"/>tung hat, ihn bis 15.9. fertigzustellen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wollte nämlich<lb/>
nach der Sonntag-Sitzung am 18.1. erst eine offizielle Verlautbarung<lb/>
der Steigerung von 780 Mill. auf 950 Mill. S. Diese Erhöhung geht,<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> mir sagte, hauptsächlich auf die Erhöhung der Zinsenzu<lb break="no"/>schüsse von 3,5 auf 5 % für die AIK-Kredite zurück. Angeblich werden<lb/>
diese Zinszuschüsse auch für die zurückliegenden noch laufenden<lb/>
Kredite erhöht. Dafür benötigt er um 150 Mill. S mehr. Darüber hinaus<lb/>
wird für die Bergbauern – Sonderprogramm – neben <choice><choice><sic>dm</sic><corr>?</corr></choice></choice> alten<lb/>
300 Mill. für die Infrastruktur d.h. hauptsächlich Güterwege usw.<lb/>
zusätzlich 130 Mill. gegeben. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat scheinbar also auch bei den<lb/>
anderen Ministern nicht rigoros die Budgethähne zugedreht, sondern ge<lb break="no"/>wisse Verbesserungen vorgenommen. Ob und inwieweit es wirklich ein<lb/>
Sparbudget im Sinne der Stabilität oder besser gesagt der <choice><choice><sic>Stabilisits<lb break="no"/>politik</sic><corr>Stabilitätspolitik? Stabilisierungspolitik?</corr></choice></choice> ist, kann man erst wahrscheinlich beurteilen, wenn man alle<lb/>
<pb n="22-1053" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-09-10_1053.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>anderen Details kennt. In einem Wahljahr ist das auch schwer,<lb/>
um nicht zu sagen überhaupt unmöglich durchzuführen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-10_09">Im Ministerrat berichtete dann <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> über seine Besprechungen<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__134235">Knopek</rs> über die Vermögensfrage. Anschliessend habe ich mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> den Besuch von <choice><choice><sic>Aussenminister</sic><corr>Außenhandelsminister</corr></choice></choice> <rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs> besprochen. <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs><lb/>
wies darauf hin, dass er grosse Schwierigkeiten hat, damit <rs type="person" ref="#per__134235">Knopek</rs><lb/>
die Vermögensfrage wirklich zu einem positiven Abschluss bringt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134235">Knopek</rs> erklärte, er könnte kein zusätzliches Angebot machen, weil<lb/>
er von seinem Ministerpräsident nicht ermächtigt sei. Die Tschechen<lb/>
sind seinerzeit von 500 Mill. auf 700 Mill. gegangen. Nach Meinung<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> war <rs type="person" ref="#per__98097">Wodak</rs> viel zu grosszügig, als er von den 2,3 Mia<lb/>
sofort auf die 1 Mia zurückgegangen ist. Jetzt hoffen die Tschechen<lb/>
noch immer, dass es zwischen 700 Mill. und 1 Mia ein Kompromiss<lb/>
geben kann. Da die Zeitungen bei uns aber noch immer von 4 Mia<lb/>
Entschädigung reden, meint <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs>, dass er kaum noch eine Chance<lb/>
hat, hier nachzugeben. Die Tschechen wollen jetzt eine gewisse<lb/>
Natural-Restitution, d.h. wo sie ganz kleine Vermögenswerte an<lb/>
der Grenze jetzt bereits zurückstellen, als ersten Schritt an<lb break="no"/>bieten. <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> sagt mit Recht, das können sie zwar tun, aber<lb/>
gibt ihnen dann trotzdem nicht die Chance, dass man sagt, die<lb/>
Verhandlungen laufen schon so gut, die Tschechen haben bereits<lb/>
den ersten Schritt getan. Nach Meinung <rs type="person" ref="#per__97350">Bielkas</rs> müssen die<lb/>
Tschechen einsehen, dass sie die 1 Mia jetzt unverzüglich womöglich<lb/>
abschliessen müssen. Durch die günstige aktive Handelsbilanz<lb break="no"/>politik können sie auch die Entschädigungssumme viel schneller<lb/>
zahlen als dies bis jetzt vorgesehen war. Bei den 3 % vom Aussen<lb break="no"/>handelsvolumen würden sie fast 10 Jahre ca. brauchen. <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> möchte<lb/>
hier auch eine schnellere Auszahlung, damit die 40 – 50.000 Be<lb break="no"/>troffenen, die 90.000 Entschädigungsfälle haben, früher zu ihrem<lb/>
Geld kommen können. Er ersucht mich und für mich ist es selbst<lb break="no"/>verständlich, dass ich bei der inoffiziellen Besprechnng mit <rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs><lb/>
auf die besondere österreichische Situation hinweisen werde. Es<lb/>
darf nicht der Eindruck entstehen, die Tschechen glauben, ohne dass<lb/>
dieser Stein weggeräumt ist, damit die normalen Beziehungen schön<lb/>
langsam wieder anlaufen können.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-10_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte inoffiziell vom Aussenamt eventuelle<lb/>
Detais für die Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__114726">Barcak</rs>, wo Du ja anwesend sein wirst,<lb/>
jetzt schon besorgen.</p><pb n="22-1054" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-09-10_1054.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-10_11">Botschafter <rs type="person" ref="#per__97616">Karski</rs> sollte wegen des Besuches des Minister<lb break="no"/>präsidenten <rs type="person" ref="#per__97591">Jaroszewicz</rs> zu mir kommen. Er schickte aber nur<lb/>
seinen Handelsrat, weil er selbst um dieselbe Zeit bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
einen Vorsprachetermin erhielt. Polen wollen eine Regie<lb break="no"/>rungsvereinbarung, wonach Österreich und Polen sich verpflichten<lb/>
ein Energielieferungsabskommen und eine Kreditabkommen so<lb/>
schnell wie möglich abzuschliessen. Bezüglich des Kreditab<lb break="no"/>kommens verwies ich, dass ich bevor ich ein solches Papier<lb/>
tatsächlich der Regierung vorlege, vom Finanzminister resp.<lb/>
Bundeskanzler die Erklärung brauche, dass tatsächlich die<lb/>
3 Mia S, die die Polen wollen, bereitgestellt werden könnten.<lb/>
Derzeit verhandelt nur <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> von der Kontrollbank mit der<lb/>
polnischen Seite. Bezüglich des Wunsches, dass wegen dieses<lb/>
Abkommens Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> und Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> über das Wochen<lb break="no"/>ende nach Polen fahren sollten, habe ich erklärt, eine solche<lb/>
Möglichkeit gäbe es, wenn man allerdings vorher durch gewisse<lb/>
Fragen klärt. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> konnte nachweisen, dass die Verbund alle<lb/>
Anforderungen resp. Wünsche der polnischen Seite bezüglich<lb/>
Termines immer akzeptiert und die Polen ständig in Verzug<lb/>
sind. Dies trifft auch für die letzten einvernehmlich zu be<lb break="no"/>schliessenden Chromimporte zu. Da der Handelsrat Mitte Oktober<lb/>
nach Polen zurückkehrt, war er zwar über meine Stellungnahme<lb/>
sichtlich enttäuscht, hat aber zur Kenntnis genommen, dass<lb/>
ich im Prinzip niemals Zusicherungen mache, für die ich nicht<lb/>
kompetent bin, die ich dann daher natürlich auch nicht<lb/>
einhalten kann. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> befürchtet übrigens, dass die Polen nach<lb/>
einem solchen Rahmenabkommen die Verbund unter einen stär<lb break="no"/>keren Druck setzen werden. Die poln. Seite beruft sich bei ih<lb break="no"/>ren Wünschen und verlangen immer wieder bei Verhandlungen die<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> mit <rs type="person" ref="#per__140706">Rinkiewicz</rs> in Warschau und zuletzt bei der<lb/>
dritten Runde in Wien geführt hat. Dort wurden nach ihrer<lb/>
Meinung, ihnen weitestgehende Zusagen gemacht, die jetzt<lb/>
effektuiert werden sollen. Da ich nicht bereit bin, irgend<lb break="no"/>welche andere Ministerien durch Rahmenverträge zu präjudi<lb break="no"/>zieren, erklärte ich abschliessend, dass ausschliesslich jetzt<lb/>
das Gespräch zwischen <rs type="person" ref="#per__97616">Karski</rs> und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, wenn man so will<lb/>
K und K eine endgültige Klärung herbeiführen muss. Wenn ich<lb/>
einen diesbezügliche Auftrag vom Bundeskanzler bekomme, bin<lb/>
ich gerne bereit, einen solchen Rahmenvertrag unverzüglich<lb/>
abzuschliessen. <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> hat diesbezügliche Vorbereitungen bereits<lb/>
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Verbundvorstand <rs type="person" ref="#per__112014">Ehrbacher</rs> und <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> die Aufteilung der<lb/>
ERP-Mittel besprochen. Die Verbund braucht die 100 Mill.<lb/>
dringendst nicht für die Doka,<add>[OKA?]</add> wie ich angenommen habe, sondern<lb/>
für die ÖDK, die DoKW bekommen, so hofft die Verbund 14 Mill.<lb/>
Refundierung von Ottensheim und 250 Mill. refundiert für Alten<lb break="no"/>wörth aus dem Eventualbudget, sodass sich die Situation ein<lb/>
bisschen verbessern wird. Die ÖDK braucht dagegen die 100 Mill.<lb/>
ERP-Mittel dringendst. Wir einigten uns aber dann darauf, dass<lb/>
wir für Burgenland, welches im Vorjahr 10 Mill. bekommen hat,<lb/>
mindestens 5 Mill. S bereitstellen wollen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-10_13">Bezüglich der Konzentration von Ennskraftwerke mit den Donaukraft<lb break="no"/>werken wurde festgehalten, dass der Verbundvorstand 3 Arbeits<lb break="no"/>gruppen bilden will, um mit OKA, Ennskraftwerken und Donau die<lb/>
Probleme erstens der kaufmännischen, rechtlichen und steuerlichen<lb/>
Probleme, zweitens der Betriebsabwicklung, die nach wie vor<lb/>
über den Bundeslastverteiler erfolgen muss, und drittens über<lb/>
die Personalreduktion Arbeitskreise bilden wird und dort die Be<lb break="no"/>sprechungen führen wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-10_14">Im EVU-Kontaktkomitee, wo ich durch die Bundesfraktion um eine<lb/>
Stunde zu spät kam, wurde sehr ausführlich bis 1/2 8 Uhr über<lb/>
die nächsten Aktivitäten berichtet und diskutiert. Insbesondere<lb/>
soll bei Arbeitsausschüssen nach den nächsten Konstituierungen<lb/>
in den Sondergesellschaften aber auch in der Verbund sichergestellt<lb/>
sein, dass die Drittelparität gewahrt bleibt. Derzeit ist es so,<lb/>
dass man immer wieder erklärt, das Präsidium, ein Begriff, den es im<lb/>
Aktienrecht gar nicht gibt und den daher die Betriebsräte gar<lb/>
nicht beachtet haben wollen, erklärt, es müsste das gesamte Prä<lb break="no"/>sidium in den Arbeitsausschüssen sein, worauf man keine Mög<lb break="no"/>lichkeit mehr für eine Betriebsvertretun sieht, da ansonsten ein<lb/>
zu grosser Arbeitsausschuss entsteht. In Hinkunft sollen sich<lb/>
die Arbeitsausschüsse deshalb womöglich 4 + 2 BR zusammensetzen.<lb/>
Über die Frage der Konzentration ergab sich eine harte Diskussion,<lb/>
weil insbesondere der BR von der ÖDK <rs type="person" ref="#per__114714">Inthal</rs> darauf hinwies,<lb/>
dass die Vorschläge der Verbund zwar nicht nur die der ÖVP-Ver<lb break="no"/>treter <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> und <rs type="person" ref="#per__112012">Arthold</rs>, sondern auch die der soz. Vertreter<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112014">Ehrbacher</rs> und <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> in dem Brief an mich den Verdacht<lb/>
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dass tüchtige Leute der Verbund in die Sondergesellschaften<lb/>
kommen können, niemals aber, dass auch aus Sondergesellschaften<lb/>
tüchtige Leute in der Verbund Verwendung finden könnten. <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs><lb/>
Vorstandsdirektor der Donau, hat gemeint, die beste Lösung wäre<lb/>
in der Vergangenheit gewesen, wenn man die Sondergesellschaft nach<lb/>
Funktion und nicht nach regionalen, wie jetzt <rs type="person" ref="#per__114714">Inthal</rs> möchte,<lb/>
aufgeteilt hätte. Da wären für die Laufkraftwerke die Donau<lb/>
zuständig gewesen, für Hochgebirgs- und Speicher die Tauernkraft<lb break="no"/>werke und für Dampf- die ÖDK. <rs type="person" ref="#per__114714">Inthal</rs> meinte, das sei ohne weiters<lb/>
möglich gewesen, wenn man nicht die Kernkraftwerke mit eigenen<lb/>
Gesellschaften jetzt gegründet hätte und damit die Dampfkraft<lb break="no"/>werke auch auf lange Sicht gesehen kein grösseres Betätigungs<lb break="no"/>feld mehr für eine Sondergesellschaft abgeben. Hier irrt er<lb/>
glaube ich teilweise, weil nicht zuletzt auch dann, wenn die<lb/>
Kernkraftwerke in Hinkunft mit eigenen Gesellschaften gebaut<lb/>
und betrieben werden, selbst bei einer mangelnden Ausdehnung der<lb/>
Kohledampfkraftwerke, es gibt ja nur die einzige Chance noch<lb/>
für Voitsberg III„ dann doch noch immer die Möglichkeit von<lb/>
gasbefeuerten und ölbefeuerten Dampfkraftwerken besteht. Die<lb/>
Laufkraftwerke und vor allem einmal auch der Ausbau der Hoch<lb break="no"/>gebirgsspeicher wird nach Osttirol ziemlich schnell dem Ende<lb/>
zugehen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-10_15">Die grössten Diskussionen ergaben sich natürlich immer über<lb/>
Personalprobleme. Da der ÖDK-Vorstand <rs type="person" ref="#per__97674">Kugler</rs> mit Mitte nächsten<lb/>
Jahres in Pension geht, andererseits die Tauernkraftwerks-Vorstand<lb/>
<rs type="person" ref="#per__133973">Nyvelt</rs> mit April 1976, ergibt sich die Frage der Nachfolge.<lb/>
Für den ÖVP-ler <rs type="person" ref="#per__97674">Kugler</rs>, bewerben sich 3 ÖVP-ler. Stadtrat von<lb/>
Klagenfurt <rs type="person" ref="#per__146946">Kullnig</rs>, Dr. <rs type="person" ref="#per__126297">Klinger</rs> aus dem Stab <rs type="person" ref="#per__97674">Kuglers</rs> und<lb/>
Dr. <rs type="person">Steiner</rs> der jetzigen Personalreferent der ÖDK. Für den<lb/>
SPÖ-ler <rs type="person" ref="#per__133973">Nyvelt</rs> ist noch kein konkreter Vorschlag derzeit vorhanden.<lb/>
Natürlich will die Verbund und ich unterstütze diese Taktik,<lb/>
bei Auslaufen von Verträgen und vor allem einmal bei Pensionie<lb break="no"/>rungen zu versuchen, eine Konzentration durchzuziehen, wie wir<lb/>
dies jetzt bei den Ennskraftwerken mit der Donau auch machen.<lb/>
Allerdings soll <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> <rs type="person" ref="#per__97674">Kugler</rs> versprochen haben, dass er<lb/>
zwei Jahre seinen Vertrag verlängert bekommt.</p><pb n="22-1057" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-09-10_1057.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-10_16">Das wirklich heisseste Eisen wurde dann knapp vor Schluss<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__139680">Pacheiner</rs>, Vorstandsdirektor der Kelag, d.h. aber eigentlich<lb/>
von seinem Betriebsrat <rs type="person" ref="#per__97905">Schatzmayr</rs> angeschnitten. Die Kelag<lb/>
möchte den Anteil an der Drau von ca. 30 % auf 49 %, wie im Ver<lb break="no"/>staatlichungsgesetz die Möglichkeit vorgesehen ist, ausdehnen.<lb/>
Ich habe sofort meine grössten Bedenken geäussert, weil ich mir<lb/>
nicht vorstellen kann, dass der Bund tatsächlich jetzt diese<lb/>
Ausverkaufspolitik betreibt, insbesondere hat der Bund in Malta jetzt<lb/>
Milliarden Investitionen, an der sich die Kelag natürlich nur<lb/>
teilweise beteiligen kann und will, und möchte aber trotzdem eine<lb/>
wesentlich grössere Beteiligung der Drau. Diesbezügliche bilaterale<lb/>
Besprechungen zwischen Kelag und Verbund werden diese Woche noch<lb/>
geführt. Ich habe beim Abendempfang der Messe im Theater an d. Wien<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> getroffen und gleich darauf aufmerksam gemacht, dass dieses<lb/>
Problem grössere Schwierigkeiten auslösen wird. Mein bestes Argument<lb/>
gegen ihn war, warum er nicht noch während der Zeit, wo er für<lb/>
die Energiewirtschaft zuständig war, diesen Wunsch Kärntens in<lb/>
Angriff genommen hat. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> meinte, da hätte man dies noch nicht<lb/>
an ihn herangetragen, wie er dies eben jetzt an mich tut. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs><lb/>
hat angekündigt, dass wenn er mit mir nicht auf eine einvernehmliche<lb/>
Lösung kommt, er sich an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wenden wird. Ich habe ihm sofort<lb/>
erklärt, ich bin ihm gar nicht böse, wenn er dies gleich jetzt<lb/>
macht. Wenn eine politische Notwendigkeit besteht und wenn aus<lb/>
Gründen, die ich nicht beurteilen kann und will, die Partei<lb/>
solche Beschlüsse fassen sollte, dann habe ich gar nichts dagegen<lb/>
aber dann liegt die Verantwortung dort und nicht bei mir.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-10_17">In der Fraktion hat <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> mich vorher gefragt, ob ich even<lb break="no"/>tuell bereit bin, einen Bericht zu geben, wenn <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nicht kommen<lb/>
könnte. Ich habe selbstverständlich zugesagt, doch ist im letzten<lb/>
Moment <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dann doch erschienen. Er berichtete über die MOG und<lb/>
auch über die Budgetsituation. Er meinte, es müsste auf allen Sektoren<lb/>
gespart werden ausser beim Personal, dort seien wir nicht imstande<lb/>
die notwendigen Sparmassnahmen durchzuführen. Um der ÖVP die Angriffs<lb break="no"/>spitze zu nehmen, wird er <rs type="person" ref="#per__134290">Gasperschitz</rs> einladen, mit seinen ÖAAB-<lb/>
Gewerkschaftler jetzt zu sagen, wo Dienstposten eingespart werden<lb/>
können. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> will dies im Sinne der Mitbestimmung der Gewerk<lb break="no"/>schaften und der Betriebsvertretungen verstanden wissen. Durch die<lb/>
hohen Personalkosten müsste man jetzt neue Finanzierungen für die<lb/>
Aufrüstung unserer Gesellschaft, wie er sich ausdrückte, finden.</p><pb n="22-1058" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-09-10_1058.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-10_18">Sein Hinweis, dass eine Belastung des Autos um 2 % und letzten<lb/>
Endes auch Farbfernseher nicht unbedingt zu den Gütern des täglichen<lb/>
Lebens gehören, lassen mich darauf schliessen, dass er beabsichtigt,<lb/>
gewisse steuerliche Belastungen nicht für das nächste Jahr, sicherlich<lb/>
aber nach den Wahlen in Erwägung zu ziehen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte auch dann<lb/>
im Schlusswort, es müsste dann Preisdirigismus, den wir viel<lb/>
stärker herausstreichen müssen, auf der einen Seite eine Kontrolle<lb/>
für Preiserhöhungen geben, die ungerechtfertigt sind, auf der<lb/>
anderen Seite aber eben Möglichkeiten erschlossen werden, um eine<lb/>
gewisse Konsumbeschränkung zu erreichen. Mit einer ähnlichen Idee<lb/>
ist übrigens <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> an mich herangetreten. Er meinte, bevor wir<lb/>
den Benzinpreis senken, wäre es zweckmässig, die Mineralölsteuer<lb/>
neuerdings zu erhöhen. Ein Weg, den übrigens die Schweiz jetzt mit<lb/>
10 Rappen begangen hat. Ich versuchte, <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> auseinanderzusetzen,<lb/>
dass ich gar nicht beabsichtigte, die Benzinpreise zu senken. Es<lb/>
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
gemeinsam Überlegungen anstellt, wie man eben neue Finanzierungs<lb break="no"/>quellen für die Infrastruktur flüssig macht. Die Umschichtung<lb/>
die <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> über Vorschlag <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> seinerzeit versuchte,<lb/>
nämlich Mineralölsteuer für den Nahverkehr frei zu machen, ist ja<lb/>
gescheitert. Die Bahn wird aber grosse Investitionen benötigen und<lb/>
man müsste deshalb nach neuen Finanzierungsquellen Ausschau halten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> beschwerte sich insbesondere, dass auch im neuen Budget<lb/>
zusätzliche Mittel für die Landwirtschaft bereitgestellt werden,<lb/>
so wie z.B. 600 Mill. S für die Treibstoffvergütung, diese aber<lb/>
trotz des Vorschlages des ÖGB aber auch der AK nicht über die<lb/>
Gemeinden, sondern wieder über die Landwirtschaftskammer zur Verteilung<lb/>
kommen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint in seinem Schlusswort, dies sei für ihn ein<lb/>
ganz neuer Gesichtspunkt, dass auch die Arbeiterkammer und der ÖGB<lb/>
gegen die bisherige Verteilung der Budgetmittel remonstriert,<lb/>
denn er selbst hatte seit eh und je eine Änderung gewollt. Leider<lb/>
ist dies bis jetzt nicht geglückt und er hofft, dass das Komitee,<lb/>
welches die neue Agrarpolitik der Partei ausarbeiten soll, in dem<lb/>
ja auch die AK und der ÖGB verankert sind, entsprechende Vor<lb break="no"/>schläge machen werden. Ob wir tatsächlich im letzten Jahr unserer<lb/>
Regierung eine so grosse Änderung der Agrarpolitik durchsetzen<lb/>
können, bezweifle ich. Vielleicht wäre es vor vier Jahren gelungen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-09-10_19"/></div>
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            <head>Tagesprogramm, 10.9.1974</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 131. Ministerratssitzung, 10.9.1974</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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               <occupation>GD Verbund</occupation>
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               <occupation>ÖGB-Präs., NR-Präs.</occupation>
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