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            <title type="main">Montag, der  5. August 1974</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-08-05_01">Montag, 5. August 1974</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-08-05_02">Die Gespräche mit der Mineralölwirtschaft brachten nicht den<lb/>
gewünschten Erfolg. Die Einschau von <rs type="person" ref="#per__107936">Elsinger</rs> ergab, dass die Roh<lb break="no"/>ölpreise tatsächlich nicht so gefallen sind wie man allgemein an<lb break="no"/>nimmt. Allerdings gilt nach wie vor die schon von mir seinerzeit auf<lb break="no"/>gestellte Behauptung, dass wir kaum prüfen können, zu welchen Preisen<lb/>
die Mutterhäuser ihren Töchtern der Rohöl verkaufen. Die einzige<lb/>
Firma BP hat eine Aufgliederung von fob- bis cif-Preis gegeben.<lb/>
Alle anderen haben angeblich nur cif-Preise, die natürlich über<lb break="no"/>haupt nichts sagen. Ich habe <rs type="person" ref="#per__107936">Elsinger</rs> gebeten, er möge die Ziffern<lb/>
in einer Vorbesprechung der Preiskommission den <choice><choice><sic>Interessentenvertre<lb break="no"/>tungen</sic><corr>Interessensvertretungen</corr></choice></choice> mitteilen. Wenn diese genauere Informationen und Prüfungen<lb/>
durchführen, dann soll es mir nur recht sein. Stellt sich heraus,<lb/>
dass die Ölwirtschaft Möglichkeiten hat, dann werde ich auf alle<lb/>
Fälle darauf drängen, dass unbedingt die Heizölpreissenkung fortge<lb break="no"/>führt wird. Offiziell nämlich ist die Mineralölwirtschaft der Mei<lb break="no"/>nung, dass diese mit 30. September unbedingt auslaufen muss. Sie<lb/>
erwarten am 5. September bei der OPEC-Besprechung eine neuerliche<lb/>
Preiserhöhung der Rohölpreise. Sollte es tatsächlich zu keiner ein<lb break="no"/>vernehmlichen Regelung auf freiwilliger Basis kommen, habe ich<lb/>
immer die Möglichkeit, extraleicht d.h. das Ofenheizöl für die grosse<lb/>
Masse der kleinen Leute durch Preisbescheid festzusetzen. Dasselbe<lb/>
gilt für den Dieselkraftstoff. Ich habe diese Drohung aber noch<lb/>
niemals, auch intern nicht der ÖMV mitgeteilt. <rs type="person" ref="#per__137297">Messinger</rs>, der Fach<lb break="no"/>verbandssekretär wollte mir überhaupt nur einen Begleitbrief zu<lb/>
einer Aktennotiz, die sie abgefasst haben, geben. Ich habe dies<lb/>
sofort zurückgewiesen und verlangt, dass unbedingt ich ein offi<lb break="no"/>zielles Schreiben der Handelskammer bekommen muss. Wie recht ich<lb/>
mit dieser Forderung hatte, stellte sich dann im Laufe des Nach<lb break="no"/>mittags heraus, wo mich <rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs> anrief und mitteilt, dass jetzt<lb/>
eine Polemik entsteht, da ich bei der Pressekonferenz erklärt<lb/>
habe, die Handelskammer hat gesagt, dass die Aufhebung der Preis<lb break="no"/>regelung eine Versorgungsschwierigkeit auslösen könnte, die SK<lb/>
hat aus dieser meiner Bemerkung eine Formulierung gemacht, die<lb/>
nicht stimmt. Sie meinte nämlich, das <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> dies<lb/>
erklärten. Die sind aber auf Urlaub und konnten natürlich nichts<lb/>
erklären. Ausserdem hätte sich dann <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> gegen<lb/>
den Wirtschaftsbund und seine Behauptung, ich soll die Preisregelung<lb/>
<pb n="22-0980" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-08-05_0980.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>aufheben, das sei das Beste, gestellt. Hätte ich nun nur eine<lb/>
Aktennotiz von der Handelskammer Fachverband Ölindustrie gehabt,<lb/>
dann wäre ich sehr blamiert dagestanden. So konnte ich mit ruhigem<lb/>
Gewissen behaupten, dass die Handelskammer – eben der Fachverband<lb/>
ein solches Schreiben an mich gerichtet hat.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-08-05_03">Im Pressefrühstück berichtete <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__113372">Wallner</rs> von der Casino-<lb/>
AG über die nächsten Aktivitäten des Fremdenverkehrs. Zum zweiten<lb/>
Mal machte nun <rs type="person" ref="#per__113372">Wallner</rs> eine Rallye. Diesmal nennt er sie Olympia-<lb/>
Rallye Roulette 74. 1972 hatte er die erste mit grossem Erfolg durch<lb break="no"/>geführt. Ich selbst war sofort bereit, nicht nur meinen Namen dafür<lb/>
herzugeben, sondern erklärte <rs type="person" ref="#per__113372">Wallner</rs> auch nachher ich bin jederzeit<lb/>
bereit, seine Fremdenverkehrsaktivitäten zu unterstützen. Mit Citroen<lb/>
zusammen kostet diese Rallye immerhin 600.000 S – 100.000 davon wird<lb/>
er aus der Casino AG zur Verfügung stellen. Journalisten werden hier<lb/>
durch ganz Österreich geschleust, gewinnen Preise und schreiben natür<lb break="no"/>lich dann entsprechende Artikel in den Zeitungen über Österreich.<lb/>
Dies gibt im Endeffekt eine sehr billige Werbung, die wesentlich<lb/>
günstiger ist als bezahlte Annoncen. <rs type="person" ref="#per__113372">Wallner</rs>, ein ehemaliger Sekretär<lb/>
vom Bundeskanzler, daher kennt er <rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs>, den ehemaligen Sekretär<lb/>
von dem Handelsminister <rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs>, ist so wie dieser ein äusserst tüch<lb break="no"/>tiger Mann. Als er 1967 das Geschäft übernahm, hatte die Spielbank<lb/>
AG einen Betriebsabgang von 1,5 Mill. S. Steuerleistung betrug damals<lb/>
ca. 20 Mill. Im europäischen Rahmen lag sie am 7. Platz. Jetzt hat sie<lb/>
sich auf den ersten Platz hinaufgearbeitet, hat eine Steuerleistung<lb/>
heuer von 200 Mill. und 1973 einen Gewinn vor Versteuerung von 18 Mill.<lb/>
Jetzt drängt sich alles in die Gesellschaft zu kommen. Neben der<lb/>
Bank Schelhammer &amp; Schattera ist nun auch die Industrie durch Leipnik-<lb/>
Lundenburger über die Schoeller-Bank, die Bundesländerversicherung und<lb/>
sogar die Donau als Schwester der Städtischen daran beteiligt. <rs type="person" ref="#per__113372">Wallner</rs><lb/>
als Alleinvorstand muss hier sehr vorsichtig agieren, sein Prinzip<lb/>
ist aber, die Basis noch zu verbreitern und selbst Gewerkschaftskreise<lb/>
heranzuziehen. Ein sehr geschickter Manager. Wichtig erscheint mir<lb/>
auch, dass es ihm gelingt, im Parlament immer wieder Mehrheiten<lb/>
für weitere Ausdehnung der Spielbanken zu bekommen. Die 9. wird jetzt<lb/>
in Bregenz im Rheintal errichtet. dies ist für den Bürgermeister <rs type="person">Mayer</rs><lb/>
von allergrösster Bedeutung und z.B. Velden, welches sehr stark jetzt<lb/>
vom Fremdenverkehrsrückgang im Juni und Anfangs Juli betroffen war,<lb/>
zu helfen, hat er sofort eine Plakataktion in ganz Kärnten gestartet,<lb/>
<pb n="22-0981" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-08-05_0981.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>"Kommen Sie ins Kasino nach Velden", natürlich primär um eben<lb/>
seinen Spielbankbetrieb besser auszulasten, aber sekundär natürlich<lb/>
auch damit eine Aktion, die eventuell deutsche und sonstige Gäste<lb/>
aus Kärnten nach Velden zu einem Tages- oder Nachtbesuch<lb/>
zu veranlassen. Seine Erhebungen haben ergeben, dass ca. 20–40 %<lb/>
der Umsätze aus nicht vollversteuerten Einkommen der Spieler stam<lb break="no"/>men. Bei ihm werden sie nun ganz hart besteuert, denn 90 % der<lb/>
Einnahmen gehen ja an den Finanzminister. Er sieht darin sogar einen<lb/>
Umverteilungseffekt. Ein ganz neuer Gesichtspunkt, den nicht einmal<lb/>
ich noch beachtet habe</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-08-05_04">Die Gewerbeordnung wird nun versucht durch wöchentliche Informationen<lb/>
der Presse der Öffentlichkeit näher zu bringen. Für das Pressefrüh<lb break="no"/>stück ein ganz schöner Füller,<add>[Knüller?]</add> ich fürchte aber nicht mehr, denn<lb/>
ich nehme nicht an, dass die Presse jetzt sich wird wesentlich<lb/>
auf die Detailinformationen stürzen. Die brauchen Sensationen, womög<lb break="no"/>lich negativer Art und keine Erklärungen über den neuen Inhalt der<lb/>
Gewerbeordnung.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-08-05_05">Ähnlich fürchte ich, geht es mit der Information von Min.Rat <rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs><lb/>
über die Verhandlungen mit der EG. Auch das Fernsehen und der Rundfunk<lb/>
waren diesmal sehr zurückhaltend. <rs type="person" ref="#per__137213">Gatnar</rs> hat überhaupt keine Auf<lb break="no"/>nahme gemacht im Fernsehen selbst hatte <rs type="person" ref="#per__115174">Swietly</rs> nur den Auftrag,<lb/>
über den Benzinpreis für <rs type="person" ref="#per__135868">Nussbaum</rs> eine Frage zu stellen. Interessant<lb/>
war nur, dass ich dann ein Zwiegespräch mit ihm über die Möglichkeiten<lb/>
des neuen Gesetzentwurfes gegen die Schleuderer und gegen die Lock<lb break="no"/>vogelangebote hatte. Bei dieser Gelegenheit habe ich gleich die<lb/>
Konzeption gebracht, es müsste auch ein Kontrahierungszwang für<lb/>
den Händler vorgesehen werden. Zum ersten Mal wurde ich vom Fern<lb break="no"/>sehen auch wegen der Lebensmittelkleinhändler intensivst befragt. Hier<lb/>
hatte ich glaube ich eine sehr glückliche Passage, da ich mich gegen<lb/>
die Bezeichnung Greissler aussprechen konnte. Ich bin sehr gespannt,<lb/>
ob dieses Interview tatsächlich so gesendet wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-08-05_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte stelle fest und dränge womöglich darauf,<lb/>
dass diese Stelle auch tatsächlich gesendet wird. Der Freie Wirt<lb break="no"/>schaftsverband wird es im Wahlkampf dringendst brauchen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-08-05_07">Ein drittes Interview mit Dr. <rs type="person" ref="#per__117014">Hlavac</rs> vom Fernsehen befasst sich mit<lb/>
dem österr.-südkoreanischen Hemdenvertrag. Der ist für die Handels<lb break="no"/>kammerwahl weniger wichtig, nicht vor allem für den Freien Wirt<lb break="no"/><pb n="22-0982" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-08-05_0982.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>schaftsverband, und interessiert wahrscheinlich höchstens einen<lb/>
Teil der Bekleidungsindustrie. Es bewahrheitet sich wiedereinmal<lb/>
dass in der Sauregurkenzeit, wo niemand anderer hier ist, die<lb/>
Massenmedien auch auf jede kleine Mitteilung oder Geschehen verhält<lb break="no"/>nismässig sehr interessiert reagieren.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-08-05_08"><rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> und <rs type="person" ref="#per__114587">Kübler</rs>, die neuen Geschäftsführer von ÖFVW haben sich<lb/>
den Kopf zerbrochen, wie man aus der BRD mehr Gäste nach Österreich<lb/>
bringen kann. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> ist dabei auf die Idee gekommen, ich könnte<lb/>
vielleicht als Handelsminister bei den deutschen Gewerkschaften<lb/>
ein wenig Propaganda in Form eines Schreibens erreichen. Er war<lb/>
sehr erfreut, als er von mir erfuhr, dass ich bereit bin und ihm<lb/>
vorschlug ich werde einen Brief als Handelsminister aber gleich<lb break="no"/>zeitig als Gewerkschaftsobmann an die einzelnen Gewerkschaften in<lb/>
der BRD richten. Ich habe nachher über dieses Problem mit <rs type="person" ref="#per__97676">Tommy<lb/>
Lachs</rs> gesprochen, der keine Bedenken hat, dass ich einen solchen<lb/>
Brief schreibe. Er meint nur, der ÖGB würde sich nicht aktiv an<lb/>
dieser Kampagne beteiligen, was von mir auch gar nicht beabsich<lb break="no"/>tigt war.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-08-05_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte verständige <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs>, dass er sich mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> ins Einvernehmen setzt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-08-05_10">Das interessanteste Ergebnis meiner stundenlangen Aussprache mit<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__139846">Heller</rs> war, dass man die Verwaltungs- und Verfassungshöchst<lb break="no"/>gerichte unter einem neuen Gesichtspunkt sehen soll. Der neue Prä<lb break="no"/>sident im Verwaltungsgerichtshof Dr. <rs type="person" ref="#per__97700">Loebenstein</rs>, ehemaliger Leiter<lb/>
des Verfassungsdienstes im BKA, ist wie ich gar nicht anders ange<lb break="no"/>nommen habe, ungeheuer aktiv. Er nimmt sich der Probleme an, bevor<lb/>
sie sozusagen als Letztentscheidung in den Verwaltungsgerichtshof ge<lb break="no"/>langt sind. <rs type="person" ref="#per__139846">Heller</rs> meint nun, dass die 38 Höchstrichter, von<lb/>
denen allerdings ein Drittel mit anderen Aktivitäten oder krank<lb break="no"/>heitshalber nicht mehr eingesetzt werden können, wirklich über<lb break="no"/>lastet sind. Zumindestens einzelne von ihnen. Da sie ja ihre Arbeits<lb break="no"/>gebiete auch aufgeteilt haben. <rs type="person" ref="#per__139846">Heller</rs> meint, sie könnten die Arbeit<lb/>
überhaupt nicht bewältigen, wenn man ihnen nicht von den Ministerien<lb/>
jüngere Juristen als Schriftführer zur Verfügung stellt. Diese<lb/>
erhalten dadurch eine sehr günstige und zweckmässige Ausbildung.</p><pb n="22-0983" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band22/22_1974-08-05_0983.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-08-05_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Ich glaube, wir sollten überlegen, ob wir<lb/>
nicht eine solche Möglichkeit auch für uns nützen könnten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-08-05_12">Die jetzt von der ÖVP so gross angekündigten Kämpfe gegen die<lb/>
Abtreibung und den ORF können, wenn die Entscheidung so ausgeht, wie<lb/>
die ÖVP wünscht, d.h. die 3 Monatsfrist aufgehoben wird oder<lb/>
beim ORF der Verwaltungs- und Verfassungsgerichtshof nicht durch<lb/>
einfache Gesetzgeber verpflichtet werden kann, zu delegieren, dann<lb/>
wird ein Zustand hergestellt, der für die Regierung noch günstiger<lb/>
ist. Es gibt dann keine Fristenlösung mehr, allerdings auch keine<lb/>
Bestrafung für die Abtreibung. Wenn die Verwaltungs- und Verfassungs<lb break="no"/>gerichtshöfe wirklich nur durch qualifizierte Gesetze zur Dele<lb break="no"/>gation verpflichtet werden können, jetzt daher diese Gesetzesbestim<lb break="no"/>mungen im ORF-Gesetz aufgehoben wird, dann wird die Regierung<lb/>
nicht mehr an diese Vorschläge gebunden sein. Wenn die Optik und<lb/>
die Propaganda zwar dann vielleicht in der Öffentlichkeit eine<lb/>
Zeit lang ein schlechtes Licht auf die Gesetze werfen<lb/>
wird, in der Praxis hat sich die ÖVP oder die Opposition besser<lb/>
gesagt, einen Bärendienst erwiesen. Die politische Frage ist halt<lb/>
nur, ob wir durch die Aufhebung von Gesetzesteilen nicht in<lb/>
ein schiefes Licht gelangen. Die ÖVP wird natürlich versuchen,<lb/>
uns als Verfassungsbrecher hinzustellen, die eben dann durch einen<lb/>
Beschluss des Verfassungsgerichtshofes korrigiert werden musste.<lb/>
Diese Gesichtspunkte müsste man daher in der Propaganda viel mehr<lb/>
herausstreichen. Ich gebe allerdings zu, dass es hier eine sehr<lb/>
komplizierte Methode angewendet werden müsste. Wird die Öffent<lb break="no"/>lichkeit durch die Opposition auf die Aufhebung gedrillt, dann<lb/>
muss man jetzt bereits auf die Tatsache verweisen, dass sie<lb/>
eigentlich sich selbst ein Eigentor dadurch schiesst. Ob man<lb/>
für so etwas propagandistisch machen kann und soll, bin ich<lb/>
mir nicht ganz klar. Der zweite Weg, wenn nämlich nicht aufge<lb break="no"/>hoben wird, ist für uns der günstigere, weil wir dadurch unsere<lb/>
Verfassungs- und Gesetzestreue neuerdings bekräftigten können.<lb/>
Da aber der erste Weg viel wahrscheinlicher ist, müsste man<lb/>
sich eigentlich jetzt schon mehr darauf einstellen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band22_1974-08-05_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Wie weit werden solche propagandistischen<lb/>
Planspiele gemacht?</p></div>
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                  Streit um Anstellung Wankes; JS nennt ihn sehr guten Bekannten/Freund; ev. auch
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               <persName type="label">Wais, Anton</persName>
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               <persName type="label">Loebenstein, Edwin</persName>
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               <persName type="label">Wallner, Leo</persName>
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               <occupation>GD Casinos Austria</occupation>
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               <persName type="label">Zolles, Helmut</persName>
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               <occupation>Direktor ÖFVW</occupation>
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               <persName type="label">Gartner, B</persName>
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               <occupation>ORF? [Reporter vom Rundfunk bei PK 1971; im ORF-Almanach 1971 aber so
                  nicht zu finden; im Tagesprogramm 28.5.1971 ebenfalls so geschrieben]</occupation>
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               <persName type="label">Bukowski, Dietrich</persName>
               <persName><surname>Bukowski</surname><forename>Dietrich</forename></persName>
               <occupation>Büro Staribacher, Botschafter in Sofia/Straßburg</occupation>
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               <persName type="label">Nußbaum, Ernst-Werner</persName>
               <persName><surname>Nußbaum</surname><forename>Ernst-Werner</forename></persName>
               <occupation>ORF</occupation>
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