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            <title type="main">Mittwoch, der 26. Juni 1974</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band21_1974-06-26_01">Mittwoch, 26. Juni 1974</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band21_1974-06-26_02">Im Klub wurde, da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> so wie immer später kam, zuerst von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> und insbesondere <rs type="person" ref="#per__115155">Skritek</rs> über die Verhandlungen zum Initiativ<lb break="no"/>antrag für die Wohnbauförderung und das neue <choice><choice><sic>Mietenrecht</sic><corr>Mietrecht</corr></choice></choice> referiert.<lb/>
Unsere Wohnbauförderungsnovelle, wo wir den Anteil der Wohnbauför<lb break="no"/>derungsmittel von 60 auf 45 % und damit die Erhöhung der Kapitalmarkt<lb break="no"/>mittel von 30 auf 45 % ebenfalls es ist ein einfaches Gesetz, mit<lb/>
unserer Stärke durchsetzen, hat sich als ein Fehlschlag erwiesen.<lb/>
Die damals vorgesehene Subjektförderung kam gar nicht zum Tragen,<lb/>
weil der Kapitalmarkt die Aufbringung der Mittel für 45 % unmöglich<lb/>
machte. In Wien lagern allein jetzt 3 Mia S Wohnbauförderungsmittel,<lb/>
die nicht verwendet werden können. Angeblich, weil die Genossen<lb break="no"/>schaften keinen Grund haben, in Wirklichkeit, weil sie vom Kapital<lb break="no"/>markt die notwendigen Kreditzusagen und Kredite nicht bekommen<lb/>
können. <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> hat daraus die Konsequenzen gezogen und erhöht nun die<lb/>
Fondszuschüsse über die seinerzeitigen 60 % hinaus sogar bis auf<lb/>
70 %. Länder werden ermächtigt, für die Jahre 1974/75/76 bis zu<lb/>
70 % Fondszuschüsse zu Wohnbauten zu geben. Ausserdem können jetzt<lb/>
die Wohnbauförderungsmittel auch für den Erhaltungsaufwand, ich<lb/>
glaube bis maximal 10 % herangezogen werden. Auf dem Wohnbausektor<lb/>
haben wir in Wirklichkeit bis jetzt nur sehr geringe Erfolge.<lb/>
Die Baukosten stiegen gigantisch, die seinerzeitige Regierungs<lb break="no"/>erklärung, wie werden 5.000 Wohnungen pro Jahr mehr bauen, kann nie<lb break="no"/>mals annähernd erreicht werden, ich hatte damals bereits grösste<lb/>
Bedenken, weil ich solche konkrete Zusagen alle Jahre um 5.000 Woh<lb break="no"/>nungen mehr, für Wahnsinn halte. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat aber damals den soge<lb break="no"/>nannten Fachleuten, incl. der Bauarbeitergewerkschaft, vertraut,<lb/>
hat sich begeistert, dass angeblich alle Jahre um 5.000 Wohnungen<lb/>
mehr gebaut werden können, nicht denkend, dass in 10 Jahren dann<lb/>
zu den 50.000, die wir in den letzten Jahren gebaut haben, dann<lb/>
die doppelte Anzahl von uns errichtet worden wäre. Wenn das Bauhaupt<lb break="no"/>gewerbe die Zuwachsrate auch erfüllen hätte können, das Bauneben<lb break="no"/>gewerbe hätte unmöglich die Finalisierung der Wohnhäuser vollenden<lb/>
können. Abgesehen davon wäre es wahrscheinlich gar nicht möglich,<lb/>
die Infrastrukturaufwendungen in diesem grossen Umfang zu ver<lb break="no"/>grössern. Aus diesem Dilemma können wir nur heraus, wenn wir eine<lb/>
ganz neue Konzeption vorlegen würden. Nach wie vor glaube ich,<lb/>
dass meine Idee, auch dann wenn ich sie selbst manchmal als Schnapsidee<lb/>
<pb n="21-0805" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band21/21_1974-06-26_0805.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>bezeichne, eine solche Umkehr in unserer Propaganda aber auch in<lb/>
der Erfüllung von der Forderung, dass der Wohnungsmarkt beweglicher<lb/>
sein muss, eine gewisse Rolle Spielen kann. Das Justizministerium,<lb/>
Dr. <rs type="person">Keller</rs>, hat mir erklärt, sie basteln jetzt an der Idee, die Ge<lb break="no"/>nossenschaftsgesetze so zu fassen, dass auch Kleinstgenossenschaften<lb/>
also alle Mieter eines Hauses bilden eine eigene Genossenschaft<lb/>
für das Haus, möglich sein sollte.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band21_1974-06-26_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs>: Besprich mit <rs type="person" ref="#per__113010">Holoubek</rs> und <rs type="person">Keller</rs>, wie man hier<lb/>
zumindestens theoretisch weiterkommt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band21_1974-06-26_04"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> begründete dann, warum er die beiden Neuen – <rs type="person" ref="#per__97350">Bielka</rs> und <rs type="person" ref="#per__97511">Haiden</rs><lb/>
und niemanden anderen in die Regierung aufgenommen hat. Er meinte,<lb/>
er hätte sich 1970/71 mit 2 Parteilosen in der Regierung dem Wähler<lb/>
gestellt, weil er überzeugt ist, dass nur dies die Möglichkeit gibt,<lb/>
die absolute Mehrheit zu erlangen. Die Struktur der Wählerschaft zeigt<lb/>
deutlich, dass wir 43 % normal verlässliche sozialistische Wähler<lb/>
haben. Im schlechtesten Fall sind es 40 %, im günstigsten Fall sind<lb/>
es 46 %. Er müssen deshalb andere liberale Wähler gewonnen werden.<lb/>
Da jetzt bei den <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs>-Wahlen wahrscheinlich die Hälfte<lb/>
der Kommunisten doch <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> gewählt haben, entgegen die Empfeh<lb break="no"/>lung ihrer Parteileitung, soll man bei der Wähleranalyse nicht darauf<lb/>
vergessen, dass in Hinkunft die kommunistische Partei garantiert<lb/>
selbst kandidiert und damit diese Stimmen verlorengehen. Die Libera<lb break="no"/>len, die man dazu braucht, sind nicht unbedingt Freiheitliche,<lb/>
sondern auch andere Wählerschichten. Eine Diskussion war über die<lb/>
Vorschläge <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> nicht mehr möglich, weil gleich zu Beginn der<lb/>
Sitzung <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> der gefallenen UNO-Soldaten gedachte.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band21_1974-06-26_05">Komm.Rat <rs type="person" ref="#per__115709">Partl</rs>, der Vertreter des Handels in der Wiener Kammer mit<lb/>
seinem FWV-Freund <rs type="person" ref="#per__140845">Atzler</rs> sowie dritter Obmann <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> sprachen<lb/>
über die Aktion Preissenkung. Der FWV mit seinen kleinen Händlern<lb/>
hat natürlich mit Bedauern zur Kenntnis genommen, dass ich immer<lb/>
wieder mich auf die grossen Diskonter und sonstige wirkliche potente<lb/>
Firmen, die natürlich kapitalkräftiger sind, diese Aktion mache.<lb/>
Was sie aber am meisten stört, ist, dass die Arbeiterzeitung<lb/>
Pauschalverdächtigungen über die Händler schreibt und damit die<lb/>
eigenen Genossen des Freien Wirtschaftsverbandes verstört und der<lb/>
ÖVP eine einmalige Gelegenheit gibt, sich wieder als die Retter der<lb/>
Kleinen hinzustellen. Ich habe den Genossen sofort erklärt, dass<lb/>
<pb n="21-0806" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band21/21_1974-06-26_0806.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sie jederzeit sagen können, dass ich mich von allen Pauschal<lb break="no"/>verdächtigungen des Handels distanzieren, sondern ich unterscheide<lb/>
sehr genau, seriöse Händler und unseriöse. Gegen letztere richtet<lb/>
sich auch nur meine Absicht im Preisregelungsgesetz, gegen überhöhte<lb/>
Handelsspannen vorzugehen. <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> selbst setzte den Genossen<lb/>
auch auseinander, sie müssten irgendwie sich positiv zur Preis<lb break="no"/>senkungsaktion äussern. Die beste Lösung sehe ich darin, dass sie<lb/>
erklären, durch die Hysterie der ÖVP angefacht, hat die Regierung<lb/>
und insbesondere die Handelsminister gar keine andere Möglichkeit ge<lb break="no"/>habt, als eben mit Aktionen zu reagieren. Die beste Lösung sagte ich<lb/>
vor längerer Zeit schon wäre, die Kombination der Aktion der<lb/>
Handelssektion, nämlich miteinander mit meiner Aktion Preissenkung<lb/>
zu koppeln. Der Slogan: Miteinander preissenken! Ein Wunschtraum,<lb/>
der niemals Realität werden wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band21_1974-06-26_06">Der Abteilungsleiter <rs type="person" ref="#per__140241">Perl</rs>, der gleichzeitig Obmann der soz. Fraktion<lb/>
im Verbundkonzern ist, ehemaliger BR-Obmann, hatte grosse Bedenken,<lb/>
dass jetzt im Verband der Elektrizitätswerke Österreichs der Tarif<lb break="no"/>ausschuss sich mit der Frage der Tarifkorrektur beschäftigt. Durch<lb/>
die Bonifikation der Energieanleihen fürchtet er, dass auch dieser<lb/>
an und für sich sehr unverbindlichen Aussprache, wo das neue<lb/>
Tarifschema vorbereitet hätte werden sollen, ein starker Druck auf<lb/>
weitere Elektrizitätspreiserhöhungen kommen könnte. Er möchte<lb/>
deshalb, dass ich den soz. Direktoren auseinandersetze, dass man<lb/>
jetzt über dieses Problem nicht diskutieren könne. Da ich über<lb break="no"/>zeugt bin, dass die Direktoren nicht ernstlich annehmen können,<lb/>
dass vor den nächsten Wahlen noch einmal eine Elektrizitäts<lb break="no"/>preiserhöhung erfolgt, wird es genügen, wenn <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> mit den einzelnen<lb/>
verantwortlichen Direktoren unserer Fraktion spricht.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band21_1974-06-26_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs>: Bitte veranlasse, dass sich <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> mit <rs type="person" ref="#per__140241">Perl</rs><lb/>
ins Einvernehmen setzt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band21_1974-06-26_08"><rs type="person" ref="#per__140241">Perl</rs> ersuchte auch, dass ich der Lösung, die jetzt der ÖGB mit der<lb/>
anderen Seite über die Besetzung der Aufsichtsräte in der Verbund<lb break="no"/>gesellschaft akzeptiere. Dies bedeutet, dass die 24 derzeitigen<lb/>
Aufsichtsräte incl. 2 Betriebsräten, in Hinkunft 35 sein werden,<lb/>
incl. 11 Betriebsräten. Eine Reduzierung hält <rs type="person" ref="#per__140241">Perl</rs> für unmöglich,<lb/>
weil wenn man die Interessensvertretung von 2 auf 1 reduziert,<lb/>
dann würden die Sozialisten in unseren Institutionen stärker gekürzt<lb/>
werden als die ÖVP-ler in den anderen. Bei den Ländervertretern<lb/>
<pb n="21-0807" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band21/21_1974-06-26_0807.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sieht er überhaupt keine Möglichkeit, eine Änderung vorzunehmen.<lb/>
Da es wahrlich nicht mein Problem ist, arbeitsfähige Aufsichts<lb break="no"/>räte bei den Gesellschaften zu konstituieren, werde ich mich<lb/>
also in diese unglückliche Lösung nicht einmischen und dagegen auf<lb break="no"/>treten. Ich halte sie aber für falsch.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band21_1974-06-26_09">Der Hauptverbandsobmann, wie er sich bezeichnet, <rs type="person" ref="#per__140846">Nowotny</rs> vom Allge<lb break="no"/>meinen österreichischen Bauernverband ist mit einem zweiten Inge<lb break="no"/>nieur gekommen, um mit mir die Beschwerde, dass sie vor der Kom<lb break="no"/>mission nicht entsprechend gehört wurden, zu besprechen. <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs><lb/>
hat bei den bisherigen Verhandlungen den Fehler gemacht, dass er<lb/>
den Allgemeinen Bauernverband gegenüber erklärte, die Unterlagen<lb/>
seien nicht zeitgerecht eingelangt. Sicherlich sind sie ver<lb break="no"/>spätet gekommen, wurden aber sofort vom Büro an ihn weitergeleitet<lb/>
und er hat sie verschustert, resp. erst unmittelbar bei der Sitzung<lb/>
wieder ausgegraben. Dadurch meinte <rs type="person" ref="#per__140846">Nowotny</rs> hätten die Kommissions<lb break="no"/>mitglieder sich kein richtiges Bild von den Forderungen der 94 Gr.<lb/>
Weizenpreiserhöhung machen können. Ich erklärte ihm rundweg,<lb/>
dass das Anhören in einer Kommission nicht bedeutet, dass man<lb/>
die Kommissionsmitglieder zwingen kann, sich mit jedem einzelnen<lb/>
Problem zu beschäftigen. Formell wurde ihm Rechnung getragen und<lb/>
damit ist der Fall eigentlich auch für mich erledigt. Ich entschuldig<lb break="no"/>te mich noch, dass aus einem inneren Versehen in meinem Ministerium<lb/>
die Unterlagen später den Kommissionsmitgliedern zur Verfügung ge<lb break="no"/>stellt wurden, dass diese sie sicherlich jetzt genau studiert<lb/>
haben und damit auch formell alles erledigt ist. <rs type="person" ref="#per__140846">Nowotny</rs> beschwerte<lb/>
sich, dass insbesondere natürlich der Bauernbund sofort erklärte,<lb/>
sie hätten wieder keine Unterlagen geschickt. Da dies nicht stimmt,<lb/>
werde ich ihm einen Brief schreiben, wo zum Ausdruck kommt, dass<lb/>
der Verband alles gemacht hat, um formell sein Recht zu wahren.<lb/>
Über die Höhe liess ich keinen Zweifel, dass nicht annähernd ihr<lb/>
Wunsch erfüllt wird, derzeit stehe ich auf dem Standpunkt, dürfe<lb/>
der Einzelpreis nur um 15 Groschen erhöht werden. Allerdings sagte<lb/>
ich, dass diesbezügliche Überlegungen noch im Gange sind, einen<lb/>
höheren Weizenpreis noch zu akzeptieren. <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs>, der anwesend war,<lb/>
hat zur Kenntnis genommen, dass auf diese Art sein Fehler besser<lb/>
ausgebügelt werden kann, als wie einen langwierigen Brief zu schrei<lb break="no"/>ben, wo er wieder nur Gegenbeschuldigungen als Tarnung für unseren<lb/>
Fehler dem Allg. Bauernverband mitteilt. <rs type="person" ref="#per__140846">Nowotny</rs> ist glaube ich<lb/>
befriedigt abgezogen, weil er meinte, diese Aussprache sei sehr<lb/>
<pb n="21-0808" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band21/21_1974-06-26_0808.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>bedeutend für ihn gewesen und er betrachtet damit den Fall<lb/>
als beigelegt. Selbstverständlich nicht die Höhe des Weizen<lb break="no"/>preises. Den Wunsch, wir sollten versuchen, ein gemeinsames<lb/>
neues Schema zu erstellen, habe ich deshalb sofort kategorisch<lb/>
abgelehnt, weil ich darin keine gemeinsame Basis für den heurigen<lb/>
Weizenpreis sehen kann. Die Auffassungen sind derartig diametral,<lb/>
dass ich mich nur dazu bereiterklärte, man solle in Hinkunft<lb/>
Überlegungen anstellen, ob und inwieweit überhaupt ein solches<lb/>
Schema zu finden möglich ist. Die Ergebnisse der Landwirtschaftl.<lb/>
Buchführungsgesellschaften lehnen sie ja ebenfalls ab.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band21_1974-06-26_10">Der schwed. Verstaatlichungs- und Industrieminister <rs type="person" ref="#per__140847">Johansson</rs><lb/>
wollte bei unserer Aussprache, an der auch <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> und <rs type="person" ref="#per__98109">Zembsch</rs> <rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs><lb/>
von der Verstaatlichten teilnahmen insbesondere über die Methoden<lb/>
unserer Ölversorgung einiges wissen. <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> kam so wie üblich<lb/>
er macht ja seinem Chef wirklich alle Ehre, und wo<add>[so?]</add> wie dieser<lb/>
auch zu spät, obwohl es eigentlich sein Gast war. Ich erklärte,<lb/>
soweit dies meine Englisch-Kenntnisse zuliessen, den schwed.<lb/>
Minister auf und erzählte ihm unser System, nicht nur mit<lb/>
der nationalisierten Gesellschaft ÖMV sondern auch mit den Inter<lb break="no"/>nationalen und den Freien sowie den Ostimporteuren die Versorgung<lb/>
zu sichern und den guten Erfolg, den wir mit dieser Methode hatten.<lb/>
Am meisten freute mich aber, dass der Schwede scheinbar noch weniger<lb/>
Englisch konnte als ich, denn er hat seinen Botschafter ersucht,<lb/>
schwedisch auf deutsch zu übersetzen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band21_1974-06-26_11"><rs type="person">Jäkel</rs> von der Arbeiterbank ersuchte mich ebenfalls, ich sollte<lb/>
mich bei <rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs> oder noch stärker bei <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> einsetzen, damit seinem<lb/>
Plan, die Turmöl stärker an die Bawag zu binden, endlich nähergetre<lb break="no"/>ten wird. Turmöl, der Importeur von sowj. Öl und Ölprodukten aber<lb/>
auch von anderen der Oststaaten hat zweifelsohne die Aufgabe,<lb/>
erstens diese Produkte nach Österreich zu bringen und zweitens<lb/>
wahrscheinlich einen Teil der Finanzierung kommunistischer Orga<lb break="no"/>nisationen aus Produkterlösen vorzunehmen. Letzteres ist allgemein<lb/>
bekannt, kann aber natürlich niemals bewiesen werden. Aus diesem<lb/>
Grunde dürfte <rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs> zögern, ob die Bawag als doch mehr oder<lb/>
minder Bank des ÖGB sich mit dieser Firma kapitalmässig stärker<lb/>
einlassen sollte. <rs type="person">Jäkel</rs> selber hat aber den Wunsch und verständ<lb break="no"/>licherweise sollte ich ihn <choice><choice><sic>daie</sic><corr>dabei?</corr></choice></choice> unterstützen. Ich habe ihm nur zuge<lb break="no"/>sagt, dass ich mit <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> einmal über diese Problem resp. mit <rs type="person" ref="#per__114047">Flöttl</rs><lb/>
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um eine eminent politische Entscheidung handelt, kann man glaube<lb/>
ich nicht ausschliesslich vom Rentabilitätsstandpunkt aus einen<lb/>
solchen Plan beurteilen. Vor allem müsste man jetzt erfahren, wie<lb/>
weit kapitalmässig überhaupt ein stärkeres Engagement bei Turmöl<lb/>
überhaupt zweckmässig wäre.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band21_1974-06-26_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte versuche über die Energie-Ölversorgungs<lb break="no"/>seite, ohne dass es auffällt. mehr über diese<lb/>
Firma – über <rs type="person" ref="#per__107936">Elsinger</rs> etwa – zu erfahren.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band21_1974-06-26_13">Die wirtschaftspolitische Aussprache ergab das übliche Bild, die<lb/>
<choice><choice><sic>vormittägige</sic><corr>vormittägliche</corr></choice></choice> Sitzung der Experten über die wirtschaftspolitische<lb/>
Vorschau ergab, dass die 5 % BNP Wachstum, die wir mit Jahresanfang<lb/>
von 4,5 auf 5 % erhöht haben, noch als zu gering zu betrachten<lb/>
sind. Wahrscheinlich können wir mit einem grösseren Wirtschafts<lb break="no"/>wachstum 1974 rechnen. In der OECD dagegen ist das Wirtschafts<lb break="no"/>wachstum wesentlich zurückgegangen. <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs> nimmt an, dass wir<lb/>
eine ähnliche Situation erleben werden, wie 1971/72 wo auch in der<lb/>
OECD ein starker Rückgang des wirtschaftlichen Wachstums zu ver<lb break="no"/>zeichnen war, währenddem Österreich sich phantastisch sich auf seinem<lb/>
hohen Niveau gehalten hat. Wenn uns dies gelingt, haben wir für<lb/>
1975 eine sehr gute Ausgangsbasis. Der Preisindex, der zuerst mit<lb/>
einem Jahresdurchschnitt von 9 % angenommen wurde, dann vom<lb/>
Institut mit 10 % schriftlich festgelegt, wurde nun einvernehmlich<lb/>
auf 9,75 von den Experten korrigiert. Hier bedarf es allerdings<lb/>
grössere Anstrengungen, damit wir dies im Jahre 1974 tatsächlich<lb/>
erreichen. 1975 hat Vizepräsident <rs type="person" ref="#per__97938">Seidl</rs> von der Lenzinger dort in<lb/>
der Diskussion ausgeführt, erwartet er einen Umschwung, da bereits<lb/>
jetzt eine Geldverknappung festzustellen ist. Heute kommt es weniger<lb/>
darauf an, einen hohen Preis zu halten oder Verkaufserlöse zu<lb/>
sichern, sondern heute kommt es darauf an und nächstes Jahr wird<lb/>
sich das noch verstärken, einen Käufer zu finden, der überhaupt be<lb break="no"/>zahlen kann. Wenn dies nicht der Fall ist, dann müssen natürlich<lb/>
entweder die Preise sinken oder, es kommt trotz der hohen Preise<lb/>
oder besser gesagt, weil die Preise so hoch sind, zu einem Verkaufs<lb break="no"/>rückgang und damit zu der befürchteten Stagflation. Die Inflations<lb break="no"/>rate wird hie der OECD über 10 % liegen, wobei Japan mit über 20<lb/>
an der Spitze Und als einziger Staat unter 10 % die BRD angenommen<lb/>
wird- Nationalbankpräsident <rs type="person" ref="#per__97637">Kloss</rs> referierte, dass die Währungs<lb break="no"/>reserven bis Ende Mai um 5 Mia S abgenommen haben. Dies ergab eine<lb/>
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25 Mia und die 1 %-ige Herabsetzung der Mindestreserve, wenn man<lb/>
Wieder einen halben Prozent Zuwachs der Einlagen dazurechnet, von<lb/>
500 Mill. Mit anderen Worten, die 7,5 Mia Mehrgeldschöpfung gegen<lb/>
die 5 Mia Währungsreserve Schillingabnahme ergibt am zentralen Bank<lb/>
Geldneuschöpfung rd. 2,5 Mia. Im Juni<lb/>
gab es keinen Währungsreservenverlust und im Juli/August ist anzuneh<lb break="no"/>men dass der Fremdenverkehr noch einige positive Ergebnisse erbringt.<lb/>
Die Entliberalisierung der Auslandskredite hat bezüglich der Investi<lb break="no"/>tionen und der Exportkredite keine Änderung in der bisherigen<lb/>
Politik gebracht. Die Wirtschaft hat Anträge für 10 Mia gestellt,<lb/>
die allerdings nur mit 5 Mia effektiv dann verwirklicht werden konnten<lb/>
weil hier die Wirtschaft scheinbar gar nicht imstande war, mehr<lb/>
zu realisieren. Der Bund selbst 2,75 Mia im Ausland aufgenommen.<lb/>
Nach Auffassung <rs type="person" ref="#per__97637">Kloss</rs> wird die OeNB trotz Verlängerung der Kredit<lb break="no"/>plafondsabkommen bis 31.12. resp. der Mindestreserven bis 31.8.<lb/>
durch die Offenmarktgrenze von 3 Mia und durch die Kreditinstitute<lb/>
Sparzuwachs von 5 % minus 0,8 % Bausparkassenzuwachs, also 4,2 %<lb/>
trotzdem das beabsichtigte Limit von 1 % Kreditzuwachs pro Monat er<lb break="no"/>reichen wird. Eine weitere Restringierung ist nicht mehr möglich,<lb/>
weil dann bereits Liquiditätsschwierigkeiten bei den Kreditinstituten<lb/>
ernstlich entstehen würden. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> berichtete über das Stabili<lb break="no"/>sierungsabkommen und meinte nur, beim Export müsste man jetzt den<lb/>
wertschöpfungsintensiven fördern und das Handikap sei nur, dass man<lb/>
in Österreich dafür 11 % Zinsen in Rechnung stellen muss, während in<lb/>
Europa nur 7 % verrechnet werden. In der Diskussion gab es keine<lb/>
neuen Gesichtspunkte, ausser dass sich <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> beklagte, der<lb/>
Verbändebesprechungen werden jetzt immer mehr nur zu Befehlsempfängern<lb/>
des Finanzministers, <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> aber die Ausrüstungsinvestitionen deren<lb/>
schlechte Finanzausstattung und notwendige Exportkredite beklagte,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> meinte, die österreichische Landwirtschaft sei der Last<lb break="no"/>träger der Inflation und Vizepräsident befürchtete, dass es keine<lb/>
Kurssicherung für das Pfund gibt. <rs type="person" ref="#per__114046">Böck</rs>, Bauarbeiter-Obmann, sieht<lb/>
für die Bauindustrie nicht schlecht, weil den 137.000 österr.<lb/>
Bauarbeitern 60.000 Gastarbeiter, davon 50.000 allein Jugoslawen<lb/>
gegenüberstehen. Jug. wird jetzt eine stärkere Baukonjunktur er<lb break="no"/>wartet, sodass von dort gar nicht mehr so viele Arbeitskräfte<lb/>
kommen werden.</p><pb n="21-0811" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band21/21_1974-06-26_0811.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band21_1974-06-26_14">Nach der Sitzung vereinbarte <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> und ich mit <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs>, dass unsere Genossen unverzüglich jetzt bezüglich der<lb/>
Kreditaktionen ein gemeinsames Papier erarbeiten sollten. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
teilte meine Befürchtung, dass wenn jetzt einzelne Aktionen schnell<lb/>
erledigt werden und z.B. <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> mit seinem Vorschlag, die Kredit<lb break="no"/>grenze über 10 % festzusetzen, dann natürlich wir gegenseitig ausge<lb break="no"/>spielt werden. <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> soll jetzt unverzüglich versuchen, mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs>, <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> und noch anderen Genossen ein gemeinsames Papier<lb/>
vorzulegen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band21_1974-06-26_15">Der Vorschlag <rs type="person" ref="#per__97469">Geharts</rs> zum Antwortpapier FM/HM, die Zollsenkung der<lb/>
ÖVP nicht kategorisch abzulehnen sondern einen Gegenvorschlag auf<lb/>
selektive Zollsenkung vorzunehmen, hat <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> zugestimmt. Die Idee<lb/>
ist phantastisch, da sie erstens wirklich etwas bringen kann,<lb/>
wenn man Zölle über 20 % jetzt einmal auf dieses Niveau indivi<lb break="no"/>duell senkt, weil es erstens wirklich einen Erfolg hat, wenn man<lb/>
z.B. den Apfelsaft-Zoll reduziert und zweitens aber die ÖVP in eine<lb/>
schlechte Verhandlungsposition bringt, weil sie dies natürlich<lb/>
ganz entschieden ablehnen. Ähnlich Vorschläge werden auch bezüglich<lb/>
der Wettbewerbsstärkung der österr. Wirtschaft erfolgen. Auch hier<lb/>
sollen <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> so schnell wie möglich ein gemeinsames<lb/>
Papier fertig machen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band21_1974-06-26_16"><rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> hat an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> einen Brief gerichtet, wo er um eine un<lb break="no"/>verzügliche Aussprache über den Getreidepreis ersuchte. Ich habe<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> sofort vorgeschlagen, dass wir am besten gemeinsam<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> jetzt einen Termin vereinbaren und tatsächlich haben<lb/>
wir uns dann noch um 7 Uhr abends zusammengesetzt. Ich erörterte,<lb/>
dass es unmöglich ist, die Forderung der Landwirtschaft, die eigent<lb break="no"/>lich reell mit 38<add>[39?]</add> Gr. eingeleitet, aber nur bei 30 gr. liegen dürfte<lb/>
zu erfüllen. Infolge der Tatsache, dass bei 15 Groschen der Finanzmi<lb break="no"/>nister schon 37 Mill. S für die Übergangszeit aufbringen muss, habe<lb/>
ich Verständnis dafür, dass der Finanzminister hier sehr zurückhaltend<lb/>
ist. Auch ich muss darauf hinweisen, dass jede Erhöhung sofort<lb/>
dann ab Dezember im Brot- und Mehl- sowie Gebäckpreisen seinen<lb/>
Niederschlag finden wird. Die Argumentation, 50 Groschen Weizenpreis<lb break="no"/>erhöhung gibt nur 3,5 Gr. Semmelpreiserhöhung ist vollkommen falsch.<lb/>
Insbesondere wies ich natürlich darauf hin, dass <rs type="person" ref="#per__97686">Lanner</rs> und <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs><lb/>
die Bevölkerung jetzt dahingehend informiert haben, dass er Erzeuger<lb break="no"/>preis für die Bauern verhältnismässig tief, der Verbraucherpreis ver<lb break="no"/><pb n="21-0812" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band21/21_1974-06-26_0812.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>hältnismässig hoch ist. Trotzdem erwarte ich, dass eine weitere<lb/>
Steigerung des Verbraucherpreises bei einer Getreidepreiserhöhung<lb/>
notwendig sein wird und dann wird die ÖVP wieder dagegen polemisieren.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> war sehr geschickt, indem er immer wieder nur sagte, nun<lb/>
was sollen wir tun. Meine Antwort war, solange die Landwirtschaft<lb/>
ernstlich glaubt, dass 30 Groschen der Weizenpreis erhöht werden kann,<lb/>
sehe ich keine Möglichkeit einer Einigung. Da wir für den Quali<lb break="no"/>tätsweizen weitere 5 Groschen und für den Durumweizen weitere<lb/>
10 Groschen aufstocken müssen, der Roggenpreis darüber hinaus auch<lb/>
um den Weizenbetrag plus weitere 10 Groschen, die allerdings über<lb/>
Nachprodukte finanziert werden sollen, erhöht wird, ergibt dies<lb/>
eine gigantische Mehreinnahme der Bauern und vor allem einmal<lb/>
eine grosse Belastung der Konsumenten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat deshalb die Ver<lb break="no"/>handlungen nicht zu Ende geführt, sondern nächsten Tag verschoben,<lb/>
nachdem wir wieder einmal zu einer Abstimmung mussten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band21_1974-06-26_17">Die Landwirtschaft stützt sich natürlich jetzt auf die Äusserung<lb/>
des LWM, der 29,8 Groschen als berechtigte Kalkulation anerkannt<lb/>
hat. der jetzt bei einer Besprechung mit den Beamten <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs><lb/>
dem Vertreter des Landwirtschaftsministeriums und <rs type="person" ref="#per__114468"><choice><choice><sic>Mehrwald</sic><corr>Mehrfeld</corr></choice></choice></rs> <add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> vom FM<lb/>
musste ich erkennen, dass ich es äusserst schwierig habe, meine<lb/>
Taktik der Bürokratie beizubringen. Wenn die Landwirtschaft nicht<lb/>
bereit ist, einer befriedigenden Lösung zuzustimmen, dann gibt<lb/>
es eben einen um 5 Groschen geringeren Weizenpreis und damit<lb/>
im Zusammenhang auch natürlich Roggenpreis. Der Finanzminister<lb/>
hat mir erklärt, dass er bis zu 25 Groschen geht. taktisch ist<lb/>
es daher für mich sehr schwer, jetzt die Bauern davon zu überzeugen,<lb/>
dass ich eine Zustimmung erreichen muss, bevor ich überhaupt bereit<lb/>
bin, über 15 Groschen hinauszugehen. Trotzdem glaube ich muss ich an<lb/>
dieser Taktik festhalten. Nicht wie <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> meint, dass ich<lb/>
als Agrarschreck und als harter Mann gegenüber der Landwirtschaft<lb/>
erscheinen will, sondern weil es notwendig ist, einmal den<lb/>
Kreis zu durchbrechen, wonach wir jetzt bereits zweimal den Weizen<lb break="no"/>preis erhöht haben, und zwar jeweils um 10 Groschen, jetzt<lb/>
wahrscheinlich um 20 eher um 25 Gr. erhöhen werden und sie dann<lb/>
noch immer sagen werden, das Ganze ist unbefriedigend, ihr Schema<lb/>
das das Landwirtschaftsministerium erstellt, zeigt uns ein anderes<lb/>
Bild, sie fühlen sich also mit der Regelung benachteiligt und<lb/>
kommen dann sofort wieder mit den Restforderungen. Wenn abge<lb break="no"/>schlossen ist, muss dann Schluss und im nächsten Jahr beginnen wir<lb/>
ja sowieso dann wieder von vorne.</p><pb n="21-0813" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band21/21_1974-06-26_0813.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band21_1974-06-26_18">Mit <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> bespreche ich die unqualifizierten Angriffe<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__109961">Staberl</rs> auf ihn. Die Behauptungen sind falsch, wenn <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs><lb/>
klagt, bleibt in Wirklichkeit in der Öffentlichkeit ein schlech<lb break="no"/>ter Eindruck. Ein Politiker ist manchmal wirklich nur ein wehrloser<lb/>
Stiefelfetzen.</p></div>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Kurzel-Runtscheiner, Oswald</persName>
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               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Nimmerrichter, Richard</persName>
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               <persName><surname>Bartl</surname><forename>Erich</forename></persName>
               <occupation>HK Wien, FWV, Vors. Kreditverein; evtl. Falschidentifikation</occupation>
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