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            <title type="main">Dienstag, der  7. Mai 1974</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-05-07_01">Dienstag, 7. Mai 1974</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-05-07_02">Im Ministerrat war fast nur knapp die Beschlussfähigkeit zu errei<lb break="no"/>chen, da viele Minister sei es im Parlament oder bei anderen Ver<lb break="no"/>pflichtungen – <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> z.B. bei den Metallarbeitern – abwesend<lb/>
waren. Ausserhalb der Tagesordnung berichtete <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, nachdem wir<lb/>
zu spät begonnen haben, dass er Verhandlungen mit den Direktoren<lb/>
der Flughafengesellschaft in Schwechat und vor allem aber einmal<lb/>
mit den Betriebsräten führte, da diese einen Warnstreik wegen<lb/>
Nichterrichtung der zweiten Piste führten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat mir Recht<lb/>
sich sehr geärgert, dass hier ein Streik, wenn er auch nur eineinhalb<lb/>
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auf Wunsch oder gefördert durch die Direktoren vom Zaune gebrochen<lb/>
wurde, der eigentlich vollkommen sinnlos ist. Die Pistengegner sind<lb/>
durch den Streik in keiner Weise zu überzeugen, dass es zur Si<lb break="no"/>cherung der 4,500 Arbeitsplätze notwendig ist, die Gemeinde Wien<lb/>
hat erklärt, es wird ein weiteres Gutachten angefordert, das be<lb break="no"/>reits in Arbeit ist und trotzdem schädigt Schwechat seinen Ruf, indem<lb/>
es nicht abwartet bis die endgültige Entscheidung gefallen ist, die<lb/>
wahrscheinlich sicherlich für die zweite Piste ausfällt. In diesen<lb/>
eineinhalb Stunden kommen die meisten Flugzeuge an, viele Passa<lb break="no"/>giere werden daher ihren Anschlussflug versäumen und Schwechat<lb/>
ist damit ein schlechter Dienst erwiesen. Andererseits hat man<lb/>
wahrscheinlich doch der ganzen Entwicklung zu wenig Augenmerk zuge<lb break="no"/>wendet. Die Pistengegner waren bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, der Betriebsrat und<lb/>
die Belegschaft sowie die Direktoren haben bisher mit ihm noch<lb/>
nie über dieses Problem gesprochen. Wie sehr <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verärgert<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97601">Jiresch</rs> fragte, ob seine Ausführungen protokolliert werden sollten,<lb/>
meinte er zwar, er hätte nichts dagegen, doch dann sagte er, die<lb/>
Sitzung war doch noch gar nicht eröffnet, sie haben daher gar nichts<lb/>
zu protokollieren. Ich bin kein Anhänger des amerikanischen Systems,<lb/>
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Partei die Geschäfte übernimmt, dann auch die Spitzenbeamten aus<lb break="no"/>getauscht werden. Sicher ist aber eines, dass es wirklich oft für man<lb break="no"/>che Beamte, auch dann wenn sie sich loyal betragen wollen oder viel<lb break="no"/>leicht sogar nur so geben wollen, es äusserst schwer ist, das Ver<lb break="no"/>halten ihrer Chefs zu ertragen. Bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ist es sicherlich ein<lb/>
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des österr. Bundesheeres oder nur gegen die Sozialisten, von ihm<lb/>
bei öffentlichen Anlässen geschnitten wurden und wie sehr dies<lb/>
in Wirklichkeit die Beamten kränkt, weil sie sich wahrscheinlich<lb/>
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glaube ich waren wir in unserem Ministerium taktisch geschickter.<lb/>
Trotzdem gebe ich zu, dass wir wahrscheinlich im Fall <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs><lb/>
richtig gehandelt haben und ihn gut behandeln, während wir im<lb/>
Falle <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> und vielleicht auch bei <rs type="person" ref="#per__107939">Römer</rs> ungeschickt vorgehen.<lb/>
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Beamten gibt, wo wir das Verhältnis zu ihnen neu überdenken<lb/>
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der jetzigen Geschäftseinteilung auch hier neue<lb/>
Überlegungen anstellen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-05-07_04">Die Verhandlung mit den Interessensvertretungen über das Preisrege<lb break="no"/>lungsgesetz hat den erwarteten Verlauf genommen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> erklärt<lb/>
einleitend gleich, dass die bei ihrem Gutachten bleiben, das<lb/>
sie jede Novelle ablehnen und hat indirekt damit gedroht, dass<lb/>
wenn dies Gesetz wird, sie die Sozialpartnerschaft neu überdenken<lb/>
müssten, da sie dann dem Diktat des Gewerkschaftsbundes und der<lb/>
Arbeiterkammer ausgesetzt sind. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> formulierte dann viel kon<lb break="no"/>kreter und auch systematischer und wies besonders darauf hin,<lb/>
dass sie doch erwarten, dass ich den Entwurf zurückziehe, wohl<lb/>
wissend, dass ich dies natürlich niemals tun würde. Auch die<lb/>
Landwirtschaftskammer lehnte ab, und <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs>, der später kam,<lb/>
hat dann auch bezüglich der Stellungnahme der Industriellen<lb break="no"/>vereinigung zwar darauf hingewiesen, dass die Industrie heute<lb/>
schon in der Paritätischen Kommission so hart behandelt wird,<lb/>
wie es wahrscheinlich nicht einmal Beamte bei Behandlung nach<lb/>
dem § 3 a sie behandeln würden, aber auch Handelsinteressen haben<lb/>
und schon allein aus diesem Grund den neuen Paragraph 3 c, wo auch<lb/>
der Handel erfasst werden könnte, ablehnen. Am meisten erschüttert<lb/>
war ich, wie <rs type="person" ref="#per__97661">Kottulinsky</rs> dann zwar logisch aufgebaute Ausfüh<lb break="no"/>rungen machte aber wenn ich mir <rs type="person" ref="#per__97661">Kottulinsky</rs> vorstelle, bevor er<lb/>
seinen Herzinfarkt gehabt hat, wo ich ihn sehr schätzte, dann<lb/>
tut er einem jetzt wirklich leid. Da sich die Industriellen<lb break="no"/>vereinigung aber auch die Handelskammer ganz besonders gegen<lb/>
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wir diese Bestimmung aus dem Entwurf enfernen werden. Zur Festi<lb break="no"/>gung der Paritätischen Kommission habe ich auch drauf hingewiesen,<lb/>
dass eine Preisfestsetzung nach § 3 c nicht vorgenommen werden<lb/>
darf, wenn die 4 Interessensvertretungen übereinstimmend einen<lb/>
Preis festgesetzt haben. Der einzig interessante Gesichtspunkt<lb/>
war, dass die BHK ganz entschieden bestritt, dass <rs type="person" ref="#per__97641">Kohlmeier</rs> in<lb/>
einem Radio-Interview und Fernsehen gesagt hatte, dass nämlich<lb/>
der <rs type="person" ref="#per__97398">DRENNIG</rs>-Vorschlag die Unterstützung der Gesamtpartei findet.<lb/>
Mit dem Wirtschaftsbund wurde darüber nicht verhandelt. Die<lb/>
Handelskammer glaube ich stimmt auch diesem Vorschlag nicht zu.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> hat dann auf Grund einer vertraulichen Information und<lb/>
Aufforderung von <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> das Problem der Margarine in die Diskussion<lb/>
geworfen. Ich konnte deshalb dann in aller Form erklären, dass<lb/>
bevor ich Margarine in die Preisregelung zurücknehme überprüfe<lb/>
müsse. wie die Situation dort steht und deshalb entsprechende<lb/>
Untersuchungen bei Unilever einleiten werde. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
stimmten durch Kopfnicken diesem Entschluss zu und waren wahr<lb break="no"/>scheinlich froh, dass ich ihm Hinblick auf das <rs type="person" ref="#per__97398">DRENNIG</rs>-Inter<lb break="no"/>view im Fernsehen nur erklärt habe, dass ich mir auch noch überlegen<lb/>
muss, was gegen die Brauer zu unternehmen sei. Da <rs type="person" ref="#per__97398">DRENNIG</rs> ja dezidiert<lb/>
erklärt hatte, dass dies die typische Branche ist, wo keine<lb/>
Konkurrenz herrscht. Wahrscheinlich hätte der Wirtschaftsbund<lb/>
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ihre Preispolitik durchgesetzt. Die weitergehenden Forderungen<lb/>
der Arbeiterkammer aber auch des ÖGB werde ich nicht aufnehmen.<lb/>
Dies gilt insbesondere die Festsetzung des Preises für ein<lb/>
Jahr und den Wunsch <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllners</rs>, die Bestimmung herauszunehmen,<lb/>
wonach bei einem festgesetzten Kartellpreisverfahren oder einer<lb/>
Verbandempfehlung ich nicht mehr wirksam werden kann. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> meint<lb/>
er wird in aller Öffentlichkeit dagegen protestieren, weil diese<lb/>
Verfahren vor dem Kartellrichter unzulänglich sind und zu<lb/>
lange oft zurückliegen. Ich glaube, das es taktisch<lb/>
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Kartellrichter vorsetzen wird, gleichzetigi auch ein Kartellver<lb break="no"/>fahren, dem die Arbeiterkammer ja mehr oder minder zugestimmt hat,<lb/>
als für mich nicht existent und bindend betrachten würde. Ich bin<lb/>
ja schon sehr gespannt, wie die Verhandlungen über das Preisgesetz<lb/>
dann im Parlament verlaufen werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat ihnnen beim<lb/>
Preisbildungsgesetz, welches <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> wieder urgierte, der ÖVP Bespre<lb break="no"/>chungen versprochen, weshalb sie nicht bereit sind, im Verfassungs<lb break="no"/>ausschuss über dieses Gesetz zu diskutieren. Auch jetzt hat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> verlangt, dass über dieses Gesetz mit der Partei Bespre<lb break="no"/>chungen aufgneommen werden müssen, weil es als Verfassungsgesetz<lb/>
auch die Zustimmung der ÖVP benötigt. Zum Glück hat er auch<lb/>
darauf hingewiesen, dass man im Nationalrat darüber reden kann<lb/>
und ich habe sofort erklärt, dass dies dann die Aufgabe des National<lb break="no"/>rates sein wird. wenn es nach mir geht, werden nämlich keine Ver<lb break="no"/>handlungen mit der ÖVP darüber geführt, sondern eben im Parlament<lb/>
entsprechende Verhandlungen womöglich nur im Verfassungsausschuss<lb/>
und nicht in einem Unterausschuss geführt. Die Ablehnungstaktik der<lb/>
ÖVP wird sein, den guten Landeshauptmann nicht die schlechte<lb/>
Regierungspreispolitik aufzuhalsen und damit ganz besonders die<lb/>
Sozialpartnerschaft gefährden. Hier kann ich mich im Angriff dann<lb/>
sehr leicht auf Grund meiner guten Verhältnissen zu den<lb/>
Landeshauptleuten und insbesondere meiner traditionellen <rs type="person" ref="#per__97852">Raab</rs>-<rs type="person" ref="#per__97363">Böhm</rs>-<lb/>
Schule-Vergangenheit, auf die ich mich ja in einem solchen Falle<lb/>
immer berufe, hinweisen, dass mir beides vollkommen fern liegt.<lb/>
Ich glabue sogar, das wird mir in der Öffentlichkeit abgenommen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-05-07_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Bitte propagandistisch neue Abwehrtaktik<lb/>
überdenken. Die Angriffsposition ist glaube<lb/>
ich in Ordnung.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-05-07_06">Präs. <rs type="person" ref="#per__111368">Illeschitz</rs> von der Steiermark war mit Vertretern der Fa.<lb/>
Kober incl. <choice><choice><sic>Betriebsrät</sic><corr>Betriebsrat? Betriebsräten?</corr></choice></choice> und der Firma eine Möglichkeit zu er<lb break="no"/>öffnen, die in Obdach einen Betrieb mit 280 Beschäftigten<lb/>
hat und dort sich in allen Produkten von Skibob bis zum Beton<lb break="no"/>mischer konkurrenzlos behaupten kann. Bei Scheibtruhen hat sie<lb/>
eine starke niederländische Konkurrenz der Firma Hedford. Diese<lb/>
importiert 40.000 Stück nach Österreich und ie Firmenleitung<lb/>
sagte mir, der Preis sei 10 % unter ihrem rationellst produzierten<lb/>
und decke angeblich bei ihnen nicht einmal die Fabrikationskosten.<lb/>
Sie wollte also einen Schutz, da sie vermutet, dass die Firma<lb/>
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sich dann im Gespräch heraus, dass die Firma Hedford in Niederlande<lb/>
gar nicht die Schubkarren verkaufen kann, weil dort wieder eine<lb/>
französische Firma und ich glaube auch deutsche so billig Schub<lb break="no"/>karren dorthin exportieren, dass die Firma gar keine Absatzchance<lb/>
dort hat. Ich erklärte deshalb rundwegs, es gäbe nur die ein<lb break="no"/>zige Möglichkeit, wenn die Firma uns nachweist, dass tatsächlich<lb/>
eine Exportsubvention gezahlt wird oder im Rahmen des Marktstörungs-<lb/>
oder auch des Antidumpinggesetzes eine wirklich unqualifizierte<lb/>
Konkurrenz vorliegt. Dies kann die Firma, soviel ich aus den<lb/>
jetzigen Ausführungen entnommen hatte, niemals nachweisen. Kon<lb break="no"/>kurrenz ist eben etwas ganz hartes.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-05-07_07">Hofrat <rs type="person" ref="#per__134323">Manzano</rs> und Regierungsrat <rs type="person">Baumgartner</rs> von den Ländern als<lb/>
Delegierte zu mir gesandt, damit ich über eine Verlängerung von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs> bis zum Jahresende mit ihnen verhandle, hatten keine<lb/>
Möglichkeit, um 18 Uhr zu kommen. Sie ersuchten aber <rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs>,<lb/>
bei dem sie vorsprachen, er möge mir ihre Stellungnahme mitteilen,<lb/>
nämlich dass die Länder entgegen dem ursprünglichen Beschluss, <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-<lb/>
Hansel</rs> muss sofort gehen, wenn die neue Geschäftsführung bestellt ist,<lb/>
jetzt zumindestens ein Teil von ihnen bis Jahresende <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs><lb/>
verlängern wollen. Ich hatte <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> ersucht, er soll mit der Handels<lb break="no"/>kammer reden, ob diese überhaupt bereit ist, einen solchen Vorschlag<lb/>
zu akzeptieren. Vom Standpunkt der Einarbeitung der Geschäftsführung<lb/>
wäre nämlich eine so lange Verlängerung nicht zweckmässig. In meinen<lb/>
Augen ist es ausserdem eine politische Aktion, denn die ÖVP-ler<lb/>
hoffen, dass je später die neue Geschäftsführung installiert wird,<lb/>
meine Periode dann im Oktober 1975 zu Ende ist und womöglich<lb/>
dann sie sofort wieder eine neue Konstruktion mit Ausschaltung<lb/>
von Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> durchsetzen können. Ich habe deshalb <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> ersucht,<lb/>
dass wenn es eine Kompromisslösung gibt und um eine solche habe<lb/>
ich mich ja auch im Falle <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs> die vier<lb/>
Jahre immer bemüht, dann wäre der erste Juli als maximaler Zeitraum<lb/>
zu akzeptieren. In diesem Fall müsste <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> aber auch <rs type="person" ref="#per__114587">Kübler</rs> eben<lb/>
im Juni schon in Urlaub gehen, sodass sie im Juli mit voller Kraft<lb/>
beginnen könnnten. Wenn dann <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs>, der sicherlich einige<lb/>
Urlaubsreste hat im Juli seinen Urlaub antritt, dann würde er frühe<lb/>
stens wahrscheinlich im September wieder zurück sein und könnte dann<lb/>
vielleicht vom Ministerium oder auch von der ÖFVW gewisse Spezial<lb break="no"/>aufträge noch durchführen, wenn er es nicht überhaupt vorzieht,<lb/>
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zu gehen. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> teilte mir nach Rücksprache mit Dr. <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs> mit,<lb/>
dass die Handelskammer, <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ist ja <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs> – wie <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-<lb/>
Hansel</rs> mir sagte – nicht sehr gut gewogen, eine Verlängerung bis<lb/>
31. Dezember auf alle Fälle ablehnt. In diesem Fall würde der Be<lb break="no"/>schluss des Direktoriums, wo ich noch das letzte Mal auch versucht<lb/>
habe, eine entsprechende Kompromisslösung zu erzielen und sie nicht<lb/>
erreichten, wirksam, wonach er mit Neuinstallierung der Statuten und<lb/>
Geschäftsordnung auch die Geschäftsführung sofort ihre Arbeit be<lb break="no"/>ginnen wird. Dies wäre der 15. Mai.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-05-07_08">Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97853">Rabaeus</rs>, der zur Generalversammlung des Donaueuropäischen<lb/>
Institut zu einem Vortrag eingeladen worden war, in einer Be<lb break="no"/>sprechung mit <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, <rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs>, <rs type="person" ref="#per__140412">Meier</rs> <rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs> und mir über<lb/>
die Beziehungen der EFTA über die Oststaaten aber auch zu den even<lb break="no"/>tuellen neuen Mitgliedern uns informiert. Die SU möchte den Kontakt<lb/>
intensivieren und nach der nächsten Exekutivsitzung des COMECON<lb/>
wird <rs type="person" ref="#per__97853">Rabaeus</rs> mit der sowj. Vertretung inoffizielle Gespräche<lb/>
aufnehmen um Ziffern aber auch Ideen gemeinsam zu besprechen.<lb/>
In Jugoslawien war <rs type="person" ref="#per__97853">Rabaeus</rs> sehr erstaunt von mir zu hören, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97966">Snuderl</rs> jetzt nach Slowenien zurückgeht und damit ein neuer Mann<lb/>
kommen wird. Ungarn hat sich besonders für das pharmazeutische<lb/>
Übereinkommen interessiert und möchte an einem Seminar in Bern<lb/>
teilnehmen. Polen selbst interessiert sich ganz besonders für die<lb/>
Schiffsausrüstung. Meine Frage, wie weit er heute weiss, wie<lb/>
die portugiesische Delegation zusammengesetzt ist, konnte<lb/>
er nicht beantworten. Im Konsultativausschuss waren zwei Dele<lb break="no"/>gierte erschienen, ein dritter, der sehr extrem rechts war, wie<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97853">Rabaeus</rs> selbst meinte, hätte teilnehmen sollen, wurde aber am Flughafen<lb/>
verhaftet. Im Konsultativkomitee wurde über die Zusammenarbeit<lb/>
und insbesondere die Fortsetzung der EFTA-Tätigkeit von Portugiesen<lb/>
eine kurze Erklärung abgegeben. Interessant waren die Äusserungen,<lb/>
dass der Botschafter Portugals in Genf aber auch in Brüssel Angst ha<lb break="no"/>ben, dass jetzt linksextremistische Truppen in Portugal das Heft<lb/>
in die Hand nehmen. Ich verwies darauf, dass wahrscheinlich jetzt<lb/>
die Schwierigkeiten, die wir mit dem IBFG den Gewerkschaften gehabt<lb/>
haben wegfallen, weil die neuen Machthaber auf alle Fälle das Wohl<lb break="no"/>wollen nicht nur des Gewerkschaftsflügels sondern sicherlich auch<lb/>
der nordischen Staaten in der EFTA haben werden. <rs type="person" ref="#per__97853">Rabaeus</rs> teilte mir<lb/>
mit, dass jetzt die nordischen Staaten sogar eine Delegation nach<lb/>
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unter dem alten Regime entschieden ausgesprochen. Ich habe deshalb<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97853">Rabaeus</rs> ermutigt, er solle überlegen, ob wir nicht wirklich einmal<lb/>
jetzt nachdem die nordischen Staaten diesen engen Kontakt schon<lb/>
suchen, dort eine Tagung abhalten sollten. <rs type="person" ref="#per__97853">Rabaeus</rs> wies aber darauf<lb/>
hin, dass diesmal insbesondere der finnische Vertreter verlangen wird,<lb/>
dass die nächste Tagung in Helsinki stattfindet. Da die Finnen immer<lb/>
in einer furchtbar isolierten Lage sich befinden, habe ich gleich von<lb/>
vornherein unsere Zustimmung zu einer solchen Tagung in Helsinki<lb/>
gegeben.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-05-07_09">Der Vortrag des Gen.Sekr. im Donaueuropäischen Institut war für mich<lb/>
natürlich nichts Neues. Interessant war nur, dass <rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs>, der doch ein<lb/>
ausgesprochener EWG-Anhänger war und alles darangesetzt hätte, um in<lb/>
seiner Ära noch in die EWG, wenn notwendig sogar als Mitglied aufgenom<lb break="no"/>men zu werden, jetzt erklärt, er war schon immer für die EFTA und hat<lb/>
sich wie <rs type="person" ref="#per__97853">Rabaeus</rs> dann in seinem Vortrag meinte, auch besonderes Ver<lb break="no"/>dienste erworben. Neu war nur, dass bei der Unterzeichnung des<lb/>
EFTA-Vertrages in Mariazell der Prior damals eine ganze Stunde Glocken<lb/>
läuten liess, ohne wie er selbst sagte, zu wissen wofür die EFTA<lb/>
eigentlich im Detail gut sei. Diesen Gag hätte ich früher wissen müssen<lb/>
dann hätte ich sicherlich ihn im Kampf für die EFTA gegen die EWG<lb/>
politisch geschickt ausgespielt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-05-07_10">Die Bezirksausschussitzung verlief wider Erwarten gar nicht drama<lb break="no"/>tisch. Mein Hinweis, dass wir jetzt eine Angriffpolitik machen werden<lb/>
wird von den Funktionären nicht nur begrüsst sondern auch wirklich<lb/>
jetzt erwartet. Es werden jetzt einige Konfrontationen mit der ÖVP<lb/>
erfolgen ganz besonders natürlich aber im Präsidentenwahlkampf.<lb/>
Hier konnte ich feststellen, dass eine aggressivere Politik wirklich<lb/>
erwartet wurde und vielleicht jetzt der letzte Augenblick ist, unsere<lb/>
Funktionäre mitzureissen. Ich glaube, dass wenn wir in dem Präsident<lb break="no"/>schaftswahlkampf eine Sieg erreichen, dann auch das ganze Image der<lb/>
Parteien der Öffentlichkeit sich verbessern wird, aber was das Wichtigste<lb/>
ist, unsere Funktionäre wieder einmal motiviert sind und als Kämpfer<lb/>
sich bestätigt fühlen. Ich weiss nicht, ob der Wiener Vorstand und<lb/>
ganz besonders die Leute, die letzten Endes die Entscheidung getrof<lb break="no"/>fen haben und die ÖVP aus dem Stadtsenat entfernten, gehofft haben,<lb/>
dass damit eine gewisse kämpferische Note auch in die Gemeindeverwaltung<lb/>
einziehen würde, ich fürchte, dass dies bis jetzt noch nicht gelungen ist.</p><pb n="20-0562" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-05-07_0562.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-05-07_11">Was unsere Funktionäre brauchen glaube ich ist mehr Kampfgeist über<lb break="no"/>all und endlich wieder einen Erfolg.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-05-07_12"/></div>
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            <head>Tagesordnung 116. Ministerratssitzung, 7.5.1974</head>
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            <head>hs. Notizen (TO Ministerratssitzung Rückseite)</head>
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