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            <title type="main">Mittwoch, der 24. April 1974</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_01">Mittwoch, 24. April 1974</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_02">Um 1/2 2 Uhr weckte mich der Journaldienst vom Innenministerium und<lb/>
teilt mit, dass Bundespräsident <rs type="person" ref="#per__97607">Jonas</rs> verstorben ist. Da ich gerade<lb/>
erst kurz zuvor ins Bett gekommen bin,, bin ich wie man so schön<lb/>
sagt, ganz damisch und kriege das alles so gar nicht richtig mit.<lb/>
Das Ereignis war vor längerer Zeit schon erwartet und jetzt stellt<lb/>
sich heraus, dass obwohl ich <rs type="person" ref="#per__97607">Jonas</rs> so gut kannte und mit ihm wie<lb/>
ich sagen darf, befreundet war und er mir besonders in den letzten<lb/>
Jahren immer sein ganzes Wohlwollen spüren liess, dass es mich eigentli<lb/>
gar nicht allzu sehr erschüttert. Ganz anders scheinbar <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>.<lb/>
Als er ihm im Klub den Nachruf hält, hat man den Eindruck, dass er<lb/>
tränenerstickt das Wirken <rs type="person" ref="#per__97607">Jonas's</rs> schildert. In der letzten Zeit<lb/>
hat er ihn auch mehrere Male besucht. Ich habe es nicht mher gewagt<lb/>
zu ihm zu gehen, weil es furchtbar war schon beim letzten Mal als<lb/>
er zwar noch bei vollen Bewusstsein auf gewisse Fragen mit kurzen<lb/>
Antworten reagierte, aber man zeitweise nicht wusste, soll man jetzt<lb/>
lieber schweigen oder weitersprechen. Wirklich erschüttert aber war,<lb/>
ohne dass er es sich anmerken liess, <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>. Im Präsidium des National<lb break="no"/>rates hat er versucht zu klären, ob die Nationalratssitzung abgehalten<lb/>
werden soll, die ÖVP hat eine seinerseitige Zusage, wenn das Ereignis<lb/>
eintritt, wird selbstverständlich die Sitzung abgebrochen, erklärt,<lb/>
ihre Mitglieder seien nicht entsprechend trauermässig gekleidet,<lb/>
sodass letzten Endes dann tatsächlich die Nationalratssitzung verscho<lb break="no"/>ben wurde. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> machte bei der Klubsitzung nur eine einzige Bemer<lb break="no"/>kung, die allerdings für alle Leute, die es verstehen wollen und ich<lb/>
glaube das waren alle, eindeutig war, er meinte: die ehemalige Sozial<lb break="no"/>demokratische Partei Österreichs hatte sich zuerst gegen die Volks<lb break="no"/>wahl gerichtet, die von <rs type="person" ref="#per__127777">Seipel</rs> eingeführt war, aber in der zweiten<lb/>
Republik immer wieder bei dieser Volkswahl schöne Erfolge errungen.<lb/>
Auch diesmal wird es darum gehen, nächste Woche im Parteivorstand<lb/>
und beim Parteirat den Kandidaten der soz. Partei zu bestimmen. Auf<lb/>
alle Fälle erklärte er ganz dezidiert, es wird der Kandidat der<lb/>
SPÖ sein. Interessant ist, dass meine Frau mir abends erzählte, dass<lb/>
in ihrer Sektion und sie selbst auch man darauf drängt, einen<lb/>
Sozialisten wieder zu kandidieren. Am liebsten wäre ihnen <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>.<lb/>
Hier zeigt sich wieder die Schwierigkeit, unter Beachtung der Pietät<lb/>
unter nicht-Vorwegnahme der entsprechenden dafür zuständigen Gremien<lb/>
und Beschlüssen die Vertrauenspersonen doch zeitgerecht zu informieren.</p><pb n="20-0493" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-24_0493.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_03">Sowohl bei den Lebensmittelarbeitern in der Fraktion als auch auf der<lb/>
Landstrasse habe ich mit den Spitzenfunktionären natürlich ganz unver<lb break="no"/>bindlich und natürlich aber bevor die bürgerliche Presse sich auf<lb/>
dieses Problem gestürzt hat, unverbindlich Besprechungen geführt. Dadurch<lb/>
war es doch weitestgehend möglich, die politische Situation eingehender zu<lb/>
schildern, und damit auf <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> vorzubereiten. Persönlich würde<lb/>
auch naütrlich ich viel lieber <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> als Bundespräsidenten sehen. Dies<lb/>
hat verschiedene Gründe. Vielleicht weil ich damit meinen geheimen Wunsch<lb/>
übrigens meinen einzigsten seitdem ich mich erinnern kann, zumindestens<lb/>
theroetisch nahekäme, vielleicht doch einmal Präsident des Gewerkschafts<lb break="no"/>bundes werden zu können. Sachlach analysiert glaube ich aber, dass ein<lb/>
Interessensvertreter keine Chance hat bei der Bundespräsidentenwahl wirk<lb break="no"/>lich die Randschichtenwähler zu gewinnen. Bauern und Unternehmer werden<lb/>
auch dann wenn die Gegenseite jetzt immer wieder <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> als den ausgleichen<lb break="no"/>den und erfahrenen Mann herausgestrichen haben, sofort unterschwellig<lb/>
propagieren, hier handelt es sich ja doch um nichts anderes als um einen<lb/>
Arbeitervertreter. Ähnliche Überlegungen hat es seinerzeit auch bei<lb/>
Präs. <rs type="person" ref="#per__97363">Böhm</rs> gegeben und auch damals glaube ich hat man richtig entschieden,<lb/>
dass er keine Chance hätte, als Interessensvertreter eben einen Politiker<lb/>
oder auch Nichtpolitiker anderer Seite zu schlagen, weil dieser eben<lb/>
nicht als einseitig zu gestempelt ist wie eben ein Gewerkschaftsmann.<lb/>
Jeder politische Mandatar insbesondere aber jetzt Nationalratsmitglied<lb/>
würde von der Aktion Leben schon allein wegen des § 144 hart attackiert<lb/>
werden. Damit würde er die katholische Seite des Landes nicht mehr neutra<lb break="no"/>lisiert sondern auf alle Fälle weitestgehend emotionell gegen sich<lb/>
haben. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> hat einen ungeheuren Vorteil. Nicht nur, dass er<lb/>
praktizierender Katholik ist, was mich persönlich gar nicht stört,<lb/>
aber sicherlich ältere Genossen nicht gerade als einen Vorteil empfinden<lb/>
ist er mit der Fristenlösung nicht belastet. Als er sich moralisch in<lb/>
der Vergangenheit verpflichtet fühlte, dazu Stellung zu nehmen, habe<lb/>
ich ihn unter vier Augen beschworen, unbedingt davon Abstand zu nehmen,<lb/>
denn er hat seine Stellungnahme durch die Bestätigung der Regierungsvorlage<lb/>
in klarer und deutlicher WEise erklärt. Diese Regierungsvorlage wurde<lb/>
aber dann nicht nur von der ÖVP sondern auch von weiten Kreisen im katho<lb break="no"/>lischen Lager als die einzig richtige empfunden. Wenn die parteiinterne<lb/>
Nominierung erfolgt ist, wird es <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> mit <rs type="person" ref="#per__98091">Withalm</rs> nicht leicht<lb/>
haben. Wesentlich schwieriger aber wäre es gewesen, wenn tatsäöchlich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114093">Waldheim</rs>, der zuerst <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> schon klar und deutlich erklärt hat,<lb/>
dass er nicht mehr kandidieren wird, da man aber nochmals von <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs><lb/>
<pb n="20-0494" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-24_0494.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>als sogenannter Königsmacher der Partei scheinbar auf eigene Faust<lb/>
versucht wurde, umzustimmen. Zum Glück hat er abgelehnt. Da hat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wieder einmal ein ungeheures Gspür bewiesen, der sich wahr<lb break="no"/>scheinlich aus den verschiedensten Gründen dafür eingesetzt hat, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114093">Waldheim</rs> Generalsekretär der UNO wird. <rs type="person" ref="#per__114093">Waldheim</rs> selbst hat einmal in<lb/>
einem kleineren Kreis, wo ich anwesend war, bei seinem Besuch erklärt<lb/>
dass er ohne die tatkräftigste Unterstützung der Bundesregierung diesen<lb/>
Posten hätte niemals erhalten können.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_04">Persönlich sehr berührt hat mich, dass bei der Sitzung der Bürges<lb/>
der Vorsitzende Min.Rat <rs type="person" ref="#per__117026">Schuster</rs> die Anwesenden ersuchte, sie sollen<lb/>
sich zum kurzen Gedenken an den Herrn Bundespräsidenten von den<lb/>
Sitzen erheben. Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97601">Jiresch</rs> hat bei der Ministerratssitzung<lb/>
nach der offiziellen Trauerkundgebung gefragt, ob so wie bei <rs type="person" ref="#per__97904">Schärf</rs><lb/>
die Ressortminister nicht ihre Beamten anweisen sollen, sich schwarz<lb/>
zu kleiden und dem Anlass entsprechend zu verhalten. Dies wurde ab<lb break="no"/>gelehnt, weil jeder selbst wissen soll, wie er sich zu diesem Ereig<lb break="no"/>nis zu verhalten hat. Aus diesem Grund wurde ja auch die Absage der<lb/>
Veranstaltungen den einzelnen Organisationen überlassen. <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> teilte<lb/>
mir mit, dass die Mai-Veranstaltung in Güssing entfällt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_05">In der Bürges musste die Geschäftsführung nd jetzt auch die Handels<lb break="no"/>kammer zugeben, dass die GEfahr, die sie erwarteten, dass durch die<lb/>
8 % Zinsenkostengrenzen es trotzdem aufwärts geht und meine Prognose<lb/>
richtig war, dass wird im ganzen Jahr gesehen sicherlich die anfallenden<lb/>
Mitteln verbrauchen werden. Die Anträge sind von 50 im Jänner, 80 im<lb/>
Feber, über 100 im März gestiegen und damit ist die Garantie gegeben,<lb/>
dass wir die gesamten anfallenden Mittel wieder vergeben können.<lb/>
wenn jetzt sogar noch durch Erweiterung der Schwerpunkten und den<lb/>
Ausbau der Lagerkapazität und jetzt Verbesserung durch Gewerbeordnungs<lb break="no"/>änderung und einiger Handelsbetriebe Platz greift, ist genau meine<lb/>
Taktik richtig gewesen. Hätten wir jetzt dazu noch den Zinsenkostensatz<lb/>
erhöht, würden wir wahrscheinlich überschwemmt und in kürzester Zeit<lb/>
die Frage gestellt, die Aktion dann immerzeitweise zumindestens einen<lb/>
Annahmestop zu erlassen. Ich habe deshalb auch bei der Sitzung dezdiert<lb/>
erklärt, dass für die Alt-Stammbürges jetzt Verhandlungen beginnen<lb/>
sollen, es gibt mehrere Vorschläge von der Geschäftsführung, der Han<lb break="no"/>delskammer und in meinem Ministerium werden jetzt etnsprechende wo<lb break="no"/><pb n="20-0495" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-24_0495.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>mögliche gemeinsame Abänderungen ausgearbeitet. Die Idee kann aber<lb/>
nur darin bestehen, entweder neue Aktionen zu setzen, die die alte<lb/>
Stammbürges auflöst oder es mehr oder minder beim jetzigen Status zu<lb/>
belassen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte unter gar keinen Umständen sich auf<lb/>
grössere finanzielle Risken einlassen, damit uns dann nicht<lb/>
die budgetäre Deckung fehlt.<add>"*ohne Konsultation von Sektion II versandter Entwurf widerspricht leider diesem Gedanken F"</add></p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_07">Bezüglich der Preissituation hat die ÖVP jetzt ein Paket bekanntgegeben,<lb/>
das in WIrklichkeit nur einen Punkt enthält, nämlich die Senkung der<lb/>
Zölle um 20 % vom 1. Jänner 1975 auf 1.7.1974 vorzuziehen. Die Handels<lb break="no"/>kammer hat bisher immer verlangt und diesbezügliche Verhandlungen wurden<lb/>
in Brüssel geführt, dass man dies nur auf Gegenseitigkeit machen könnte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, den ich deshalb sofort anrief, um seinen Stellungswechsel zu<lb/>
ergründen, erklärte deshalb er hätte sich in der Partei nicht durch<lb break="no"/>setzen können, weil er auch dort kein Mandat hat. Die Handelskammer be<lb break="no"/>harrt nach wie vor auf der Forderung, dies könne nur auf Gegenseitigkeit<lb/>
basieren, am meisten aber befürchtet er, dass damit der Osten ebenfalls<lb/>
mit entsprechenden Zollsenkungswünschen kommen wird. Ich werde auf alle<lb/>
Fälle auf diesem Sektor nicht aktiv sein, da ich abwarten möchte, was<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> in seinem Gesamtpaket auf diesem Sektor vorschlagen wird. Die<lb/>
Arbeiterkammer und der Gewerkschaftsbund kann ich dann noch immer sagen,<lb/>
wollten sei eh und je, dass entsprechende Zollsenkungen durchgeüfhrt<lb/>
werden, sodass eine Priorität der ÖVP wirklich nicht zu befürchten ist.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_08">Min.Rat <rs type="person" ref="#per__113071">Brandl</rs> als Vertreterin von Min.Rat <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> kommt mir über die<lb/>
Gaspreisentwicklung referieren. Ich ersuche sie, sie möge mit den<lb/>
Interessensvertretungen eine offene Aussprache führen, ihr Vorschlag<lb/>
aber es bei dem jetzigen ZUstand, Delegierung an die Landeshauptleute<lb/>
zu belassen, stimme ihc im Prinzip zu. <rs type="person" ref="#per__113071">Brandl</rs> möchte auch eine Weisung,<lb/>
ob sie über den Getreidepreis jetzt Verhandlungen aufnehmen dürfe.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> hätte dies vor seinem Krankenurlaub ihr anheimgestellt resp. ge<lb break="no"/>beten, der Minister soll die Weisung geben. Ich setze ihr auseinander,<lb/>
dass ich mich niemals in die Arbeitseinteilung anderer einmische, ein<lb/>
Prinzip, das ich in der Arbeiterkammer erfolgreich von meinem Sekreta<lb break="no"/>riat in alle Abteilung die mir unterstanden sind gehandhabt habe und<lb/>
überlasse es ganz ihr selbst, wie sie den formellen Weg jetzt be<lb break="no"/>schreiten möchte. Mit Landesrat <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> hatte ich bei der NÖ.-Bespre<lb break="no"/>chung Gelegenheit, über die Getreidepreisbildung zu reden. Ich setzte<lb/>
<pb n="20-0496" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-24_0496.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ihm auseinander, dass wir ja nur die Qualitätsweizenpreise anheben<lb/>
sollten. Er war sehr einverstanden, dass wir über dieses Problem sprechen<lb/>
und zwar mit der Präsidentenkonferenz, er ist ja gleichzeitig auch<lb/>
Präsident der nö. Kammer und daher nicht mit dem Bauernbund, meinte<lb/>
aber in diesem FAll würden wir nicht zusammenkommen können, wenn<lb/>
tatsächlich nur der Qualitätsweizen angehoben wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_09">Bei der Aussprache mit der NÖ Landesregierung einigte sich die Bundes<lb break="no"/>regierung über die nächsten 5-jährigen Massnahmen, die zu treffen sind.<lb/>
Da ich auf dem ERP-Sektor Fremdenverkehr nur 15 Mill. zur Verfügung<lb/>
stellen kann, dies aber für das gesamte Grenzland, hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, um<lb/>
dem Wunsch der Niederösterreicher doch noch zu entsprechen, sich ver<lb break="no"/>pflichtet, wenn sie mehr Projekte vorlegen, er dann Vorsorge treffen<lb/>
wird, dass die notwendigen Mittel dann zur Verfügung gestellt werden.<lb/>
Da Min.Rat <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> ovm Finanzministerium neben mir sass, haben wir<lb/>
sofort vereinbart, dies wäre eine Möglichkeit, auch für das Jahr 1974<lb/>
eine ERP-Ersatzaktion mit einem Kreditvolumen von 100 Mill. zum dritten<lb/>
Mal dann zu starten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> und Budgetabteilung sollen sofort entsprechen<lb break="no"/>de Verhandlungen mit dem Finanzministerium aufnehmen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_11">Bezüglich des Wunsches insbesndere von Landesrat <rs type="person" ref="#per__114522">Schneider</rs> wegen<lb/>
des Schwefelbades in Deutsch-Altenburg habe ich dezidiert erklärt,<lb/>
dass ich hier keine Möglichkeit der alleinigen Finanzierung über ERP<lb/>
sehe. <rs type="person" ref="#per__114522">Schneider</rs> hat mir anschliessend vorgeschlagen, ermöchte gern eine<lb/>
neue Finanzierungsform mit wesentlich mher Landesmittel finden. Da<lb break="no"/>gegen wehrt sich allerdings LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__97389">Czettel</rs>.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Deutsch-Altenburg wurde von mir sehr zurückhaltend be<lb break="no"/>urteilt und die soz. Landesfraktion hat dies mit Freude zur Kenntnis genom<lb break="no"/>men. BItte dilatorisch behandeln.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_13">Präs. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs>, dem ich ienleitend anerkennend seine Aktivitäten heraus<lb break="no"/>strich, möchtesowohl einen höheren Dienstpostenstand als auch höhere<lb/>
budgetäre Mitteln, Da wir für 1975 wirklich nicht eine weitere Auswei<lb break="no"/>tung der Dienstposten verlangen sollen und können, bleibt nur die Mög<lb break="no"/>lichkeit einer Umschichtung im eigenen Haus. <rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs> wird sich<lb/>
bemühen, ob er nicht doch den einen oder anderen Dienstposten nicht<lb/>
mehr für Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> für Energie sondern auch für das Patentamt<lb/>
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für die Auslandsfahrten in de Sektion I jetzt wesentlich weniger<lb/>
anfällt, weniger Reisen andereseits sogar noch Vergütung von<lb/>
Seiten der Bundeshandelskammer, sodass mit dem Reisebudget in<lb/>
Summe das Auslangen gefunden werden müsste. Die Umschichtung wird<lb/>
man mit <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> besprechen müssen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: In diesem Punkt wird man <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> hundertpro<lb break="no"/>zentig unterstützen. Bitte mit <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs><lb/>
Verhandlungen aufzunhemen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_15">Auf Kosten der Messe wird für Herbst, der italienische, rumänische<lb/>
ungarisch Aussenhandelsminister eingeladen. Nach Rücksprache mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> ist dieser auch einverstanden, ja begrüsst es sogar<lb/>
um die Handelsbeziehungen nicht zu verschlechtern, dass acuh<lb/>
der tschechoslowakische eingeladen werden sollte.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte Sekretariat Aussenamt verständigen<lb/>
und sodann durchführen, unter gleichzei<lb break="no"/>tiger Entschuldigung, dass Einladung das<lb/>
letzte Mal zu spät erfolgte.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_17">Der neue österr. Botschafter in Rom <rs type="person" ref="#per__146258">Ender</rs> kam sich verabschieden<lb/>
und ich habe ihm bei dieser Gelegenheit allerdings den Wunsch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> mitgegeben, das Accordino wenn es infolge der Zoll<lb break="no"/>senkungen im RAhmen der EWG-Verhandlungen kaum mehr auf diesem<lb/>
Gebiet mehr eine Rolle spielt, auf andere ausgedehnt werden<lb/>
sollte. Diesbezügliche Besprechungen mit südtirolerischen<lb/>
Assessoren aber auch Handelskammervertretern haben mich überzeugt,<lb/>
dass auch die italienische Seite Interesse daran hätte. Er<lb/>
könne damit rechnen, dass auch das Handelsministerium diese<lb/>
Wünsche weitestgehend unterstützt und <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> von mir diesbezüglich<lb/>
informiert ist.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>, <rs type="person" ref="#per__97498">GRÜNWALD</rs>: Bei der nächsten Herbstmesse<lb/>
erinnern, dass ich dieses Thema anschneide.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_19"><rs type="person" ref="#per__137890">Karlhuber</rs> von der OKA kam mit <rs type="person" ref="#per__137891">Stipanitz</rs>, seinem Vertreter, der<lb/>
die Verwaltung über hat und <rs type="person" ref="#per__140827">Hemetsberger</rs>, den er als Fraktionsobmann<lb/>
vorstellte, da er den Betriebsratsobmann nicht mher erreichen<lb/>
konnte. <rs type="person" ref="#per__140827">Hemetsberger</rs> ist Landtagsabgeordneter, gleichzeitig<lb/>
aber auch Personaldirektor. Bei den Parteienverhandlungen in<lb/>
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der OKA hart beschnitten. Der Aufsichtsrat soll von 8 : 8 von<lb/>
soz. Seite 6 + der SPÖ-Betriebsräte auf 7 : 9 abgeändert werden.<lb/>
Den Vorstand möchte man von 2 : 2 , <rs type="person" ref="#per__137372">Klimesch</rs> hat <rs type="person" ref="#per__118726">Hochwimmer</rs> als<lb/>
Stellvertreter, <rs type="person" ref="#per__137890">Karlhuber</rs> <rs type="person" ref="#per__137891">Stipanitz</rs>, auf 2 : 1 reduzieren. Den<lb/>
derzeit vorhandenen zwei Personalabteilungen möchte man einen<lb/>
Personaldirektor von der ÖVP überordnen. Dieser aoll in Hinkunft<lb/>
bis zu den höchsten Spitzen die alleinige Personalentscheidung tref<lb break="no"/>fen, derzeit trifft dies der Vorstand. <rs type="person" ref="#per__137890">Karlhuber</rs> möhcte nun, dass<lb/>
die Bundesregierung und insbesndere ich ihn bei seinen Verhand<lb break="no"/>lungen unterstützen. Ich erklärte mich nur bereit, dass ich LH-Stv.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__125380">Fridl</rs> anrufen werde und ihn fragen, wie weit ich ihm helfen kann.<lb/>
In oberösterreichische Verhandlungen werde ich mich garantiert<lb/>
nicht einmischen. Da auch gleichzetigi die Organbestellung bei der<lb/>
Linzer EPG fällig ist, wo die öffentliche Verwaltung besteht und<lb/>
das Finanzministerium jetzt den Aufsichtsrat nominiert, sieht <rs type="person" ref="#per__137890">Karl<lb break="no"/>huber</rs> eine Möglichkeit, den Wunsch der ÖVP dort zwei OKA-Vertreter<lb/>
nämlich <rs type="person" ref="#per__137372">Klimesch</rs> nd einen zweiten ÖVP-ler zu entsenden, zu torpe<lb break="no"/>dieren. Wenn er, <rs type="person" ref="#per__137890">Karlhuber</rs>, nicht nominiert wird, soll der Finanz<lb break="no"/>minister ihn eben auf das Bundeskontingent nehmen. ICh habe diesbezüg<lb break="no"/>lich mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> gesprochen und er hat tatsächlich die Absicht<lb/>
die zwei OKA-Vertreter offen zu lassen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-24_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__125380">Fridl</rs> und dann <rs type="person" ref="#per__137890">Karlhuber</rs><lb/>
verbinden.</p></div>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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