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            <title type="main">Montag, der 22. April 1974</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band20_1974-04-22</idno>
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es ihm mit seinem Knie sehr schlecht geht, habe ich auf die neuen<lb/>
Vorschläge zum Preisregelungsgesetz bezüglich des Handelsspannen<lb break="no"/>einbaues und des Kompetenztatbestandes, Markenartikel beim Handels<lb break="no"/>minister verwiesen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hatte das Fernschreiben noch nicth bekommen.<lb/>
Er hat Dr. <rs type="person" ref="#per__112563">Farnleitner</rs> beigezogen und bei der Gelegenheit erfuhr ich,<lb/>
dass sie jetzt an folgender Überlegung denken. Wenn es keine Einigung<lb/>
in der Paritätischen Kommission gibt, dann sol der Handelsminister zwar<lb/>
die Preise erhöhen dürfen, aber er soll an den letzten Handelskammer<lb break="no"/>vorschlag als volkswirtschaftlich gerechtfertigten Preis gebunden sein.<lb/>
Ich habe dagegen der Handelskammer vorgehalten, dass bis jetzt<lb/>
wo eine Nichteinigung zustandekam dann wesentlich höhere Preise ver<lb break="no"/>langt wurden. Bei den Landmaschinen wurden 13 % von der Paritätischen<lb/>
Kommission in Aussicht genommen – es ist keine Einigung zustandege<lb break="no"/>kommen, die Erzeuger haben dann 27 % verlangt. Dies ist übrigens<lb/>
für mich immer das treffendste Argument gegen die Bauernvertreter,<lb/>
wenn diese aus optischen Gründen erklären, dass sie einer Erhöhung nicht<lb/>
zustimmen können. Bei Möbeln wurde seinerzeit gestritten, ob 4<lb/>
oder 4,5 %, die Fa. Bobbin, EPA, Ketele , Joka und Helene haben aber<lb/>
ohne Genehmigung, weil keine Einigung zustandegekommen ist, mehr Preise<lb/>
erhöht.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte lass dies im Detail von <rs type="person" ref="#per__112051">Singer</rs> prüfen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_04">Präs. <rs type="person" ref="#per__97487">Graf</rs> von der burgenländischen Handelskammer hat sich wieder<lb/>
sehr bei <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> beschwert, dass das Handelsministerium Betriebe zur Be<lb break="no"/>ratung anschreibt, ohne dass die Bundeskammer oder die bgl. Kammer etwas<lb/>
davon weiss. Ein solches Schreiben wurde mir von <rs type="person" ref="#per__113022">Fabrizii</rs> unterzeichnet<lb/>
vorgelegt. Die Unternehmer laufen natürlich vereinzelt natürlich zur<lb/>
Handelskammer und dann ist dort der Teufel los.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Wir haben doch besprochen, dass die Handelskammer<lb/>
Burgenland eingeschaltet wird, bitte sofort durchführen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_06"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat erfahren, dass im Unterrichtsministerium eine Verlängerung<lb/>
der Berufsschulzeit vorbereitet wird und dass mna dort aber anstelle<lb/>
von technischer oder von fachlicher Ausbildung die Allgemeinbildung<lb/>
<pb n="20-0476" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-22_0476.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>bevorzugen würde. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> dezidiert erklärt, dass eine<lb/>
Verdoppelung des derzeitigen Schultages auf alle Fälle zu erwarten<lb/>
ist. Bin aber seiner Meinung, dass unbedingt die ZEit dafür genützt wird<lb/>
um fachlich die Lehrlinge auszubilden und nicht allgemeines Balbal<lb/>
gemacht wird. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meinte, für eine Verlängerung kämen nur die<lb/>
Drogisten und Fotographen in Frage.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97498">GRÜNWALD</rs>: Bitte mit <rs type="person" ref="#per__111722">Kinscher</rs> aber vor allem auch mit<lb/>
Sekretariat von <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> sprechen. Ich bin<lb/>
für eine fachlich richtigere Ausbildung und<lb/>
nicht für einen Allgemeinbildungstag.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_08"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> erwartet, dass der Getreidepreis früher gemacht wird als die<lb/>
nächste Lohnbewegung fällig ist und er möchtenbedingt, dass wenn dasnn<lb/>
die Verbraucherpreise bestimmt werden auch schon die entsprehcnenden<lb/>
Spannenregelungen für den Getreidehandel aber auch für die Mühlen und<lb/>
Bäcker eingebaut werden. Bis zu diesem Zeitpunkt sollten die notwendigen<lb/>
Mitteln vom Finanzminister aus dem Budget getragen werden. Ich erklärte<lb/>
rundwegs, dass der Finanzminister dazu niemals seine Zustimmung<lb/>
geben würde und schlug ihm vor, er sollte einen entsprechenden Antrag,<lb/>
wie wir diese ZEit bis zum 1. Jänner 1975 überbrücken, dann läuft<lb/>
nämlich die 13-Monate-Frist der Bäcker und Müllerarbeiter ab, einen<lb/>
durchgerechneten Vorschlag vorlegen. In Wirklichkeit könnteich mir<lb/>
höchstens vorstellen, dass die ersten Monate die Unternehmer über den<lb/>
Getreideausgleichsfonds einen kreditmässige Abdeckung der erhöhten Ge<lb break="no"/>treidepreise, die sie kaufen müssen,nachdem ihr Lager augearbeitet ist,<lb/>
bekommen und dann erst 1 Monat bevor die Löhne in Kraft treten, die<lb/>
Verbraucherpreise erhöht werden und darin bereits die erhöhten Lohnkosten<lb/>
kalkuliert sind. Ein äusserst kompliziertes Verfahren, das meiner<lb/>
Meinung nach kaum funktionieren wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte die Getreidepreis-Erzeugerkalkulation<lb/>
jetzt endgültig von der landw. Buchführungsgesell<lb break="no"/>schaft verlangen. ICh habe MR <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> bereits vor<lb/>
Wochen um Kalkulationsunterlagen ersucht.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_10">Die zwischen <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> und <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs> ausgearbeiteten Statuten und Geschäfts<lb break="no"/>ordnungen für die ÖFVW werden von <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> akzeptiert. ICh selbst<lb/>
habe mir noch einen offenen Termin gehalten, weil icherklärte, das<lb/>
war vorerst Vorschlag der Bundeskammer, Komm.Rat <rs type="person" ref="#per__97459">Fröhlich</rs> zum geschäfts<lb break="no"/>führenden Obmann zu machen und jetzt wünschen sie <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs>, dies muss<lb/>
<pb n="20-0477" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-22_0477.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ich erst mit unseren Fremdenverkehrsfachleuten am 3. Mai besprechen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meint, die Handelskammer wäre deshalb von <rs type="person" ref="#per__97459">Fröhlich</rs> abge<lb break="no"/>rückt. weil dieser niemals dezidiert erklärt hätte, dass er diesen<lb/>
Job unbedingt will, sondern immer nur so herumgeredet, dass wenn ihn<lb/>
der Minister und die Handelskammer auffordert, dann sei er bereit<lb/>
dies zu machen. In Wirklichkeit dürften die Handelskammerleute und<lb/>
auch die Fremdenverkehrswirtschaft sehr froh sein, dass jetzt <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs><lb/>
diesen Posten bekommt und <rs type="person" ref="#per__97459">Fröhlich</rs> war wahrscheinlich überhaupt nur<lb/>
ein Versuchsballon für sie. Ich habe bei der WIG-Eröffnung mit<lb/>
dem Vertreter der Stadt Wien <rs type="person" ref="#per__114709">Krebs</rs> gesprochen und dieser war mit<lb/>
jeder Lösung einverstanden, möchte allerdings gerne in die fraktionelle<lb/>
Besprechung als Wiener Vertreter einbezogen werden. Ich habe <rs type="person" ref="#per__114709">Krebs</rs><lb/>
dezidiert erklärt, dies sei eine Angelegenheit der Wiener Stadt<lb break="no"/>verwaltung resp. der Partei, denn diese schickt uns den entsprechenden<lb/>
Vertreter.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97498">GRÜNWALD</rs>: Bitte die entsprechneden Vorarbeiten in Angriff<lb/>
nehmen, damit bis zum 3. Mai, wenn die Wiener Organisation will, auch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114709">Krebs</rs> delegiert wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_12">Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> ladet nun zu den Energieplanbesprechungen in 8 Dialog<lb break="no"/>gruppen die Fachverbände und sonstige Einzelexperten ein. Die Bundes<lb break="no"/>kammer fürchtet nun, dass <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> oder <rs type="person" ref="#per__113096">Placek</rs> dabei vollkommen ausge<lb break="no"/>schaltet werden. Ich habe sofort geantwortet, dass in der letzten<lb/>
Energiebeiratssitzung über die Vorgangsweise gesprochen und auch<lb/>
ein Einvernehmen erzielt wurde. Ich werde veranlassen, dass Sekt.Chef<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> oer ein Herr von ihm die Handelskammer über die Vorgangsweise<lb/>
und über die Ergebnisse dieser Dialog-Gruppen informiert.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bite setzte Dich mit <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> aber vor allem mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> und <rs type="person" ref="#per__113096">Placek</rs> ins Einvernehmen, um die Vorgansweise abzuklären, da<lb break="no"/>mit die nicht aus diesen formellen Gründen gegen unsere Energiepolitik<lb/>
eingenommen wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_14"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> möchte, dass wir in Zwettl nicht nur die Planungskosten zahlen<lb/>
sondern auch Aufschliessungskosten bereitstellen. Angeblich haben wir<lb/>
dies in Fulpmes bei der Werkgenossenschaft auch getan. Mir war dies<lb/>
nicht geläufig, ich kann mich genau erinnern, dass wir auch dort<lb/>
nur Planungskosten übernommen haben.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_15">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte die Gegenüberstellung Zwettl : Fulpmes ver<lb break="no"/>anlassen und mit mir besprechen.</p><pb n="20-0478" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-22_0478.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_16"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> befürchtet, dass <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> jetzt Industriedelegationen ebenfalls<lb/>
anführen möchte. Scheinbar hat sich <rs type="person" ref="#per__97925">Schoeller</rs> bei ihm darüber be<lb break="no"/>schwert. Ich habe dezidiert erklärt, dass <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> dies niemals tun könnte<lb/>
und würde. Hier würde ich meinem eigenen Haus ganz grosse Schwierig<lb break="no"/>keiten haben.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_17">Bezüglich der weiteren Besprechungen mit den Landeshauptleuten habe ich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> erklärt, dass einzelne LH eine Delegation der gesamten Fleisch<lb break="no"/>preise wünschen und ich einen diesbezügliche Auftrag bereits gegeben<lb/>
habe. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat dagegen nicht protestiert. Zweitens werde ich am<lb/>
6. Mai abschliessende Besprechungen mit ihnen führen und am 7. Mai<lb/>
um 11 Uhr die Interessensvertretungen zu mir bitten, um über das Preis<lb break="no"/>gesetz eine endgültige Absprache abzuführen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_18"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat dann Dr. <rs type="person" ref="#per__128856">Oder</rs> zugezogen, weil er wollte, dass bezüglich der<lb/>
Refundierung von Kosten aus der Exportförderung das Handelsministerium<lb/>
einen Fonds bei ihm bekommen soll. Zuerst meinte er, er würde über<lb break="no"/>haupt mir ein entsprehcnedes Budget übertragen und daraus sollte ich<lb/>
die Aufwendungen bezahlen. Ich habe ihm dezidiert erklärt, dassdies<lb/>
alles nicht möglich ist, weder einen offiziellen noch einen schwarzen<lb/>
Fonds weder in meinem Ministerium noch im Handelskammerbereich akzep<lb break="no"/>tieren. Die einzig gangbar Möglichkeit sit, dass entsprechende Aufwen<lb break="no"/>dungen, die die Handelskammer empfindet, dass wir machen müssten, um<lb/>
den Export zu fördern, von ihr vergütet werden. Ich selbst will und<lb/>
kann mich mit dieser Abrechnung nicht belasten. Die Handelskammer ver<lb break="no"/>langt und das glaube ich zurecht, dass sie vorerst von solchen Ausgaben<lb/>
im Prinzip erfährt, also z.B. Geschenksendungen, z.B. Reisen, z.B.<lb/>
Essen, die sie bezahlen muss und dasss dann der Präsident und General<lb break="no"/>sekretär sich vorbehalten, die Genehmigung zu erteilen. Nach dieser<lb/>
prinzipiellen Genehmigung habe ich erklärt, müsste die Rechnung dann<lb/>
eindeutig sofort auf Name der Handelskammer ausgestellt werden und von<lb/>
ihr dann direkt beglichen. Man hat mir z.B. eine Rechnung von Intropa<lb/>
vorgelegt, wo <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> nach Irak gefahren ist und die Rechnung auf das<lb/>
Handelsministerium ausgestellt ist. Hier ergeben sich Schwierigkeiten<lb/>
bei der Handelskammer, den Betrag zu liquidieren.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Ich habe schon einmal erklärt, dass alle diese<lb/>
beabsichtigten Ausgaben zuerst im Prinzip zwischen <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs> und <rs type="person" ref="#per__113032">Reiger</rs> de<lb break="no"/>zidiert und im einzelnen besprochen werden müssen, dass dann, wenn die<lb/>
Rechnung anfällt, diese selbstverständlich auf die Handelskammer auszu<lb break="no"/>stellen ist. Bitte besprich dies und fixiere dies endgültig mit <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs>.<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__113032">Reiger</rs> von der Handelskammer.</p><pb n="20-0479" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-22_0479.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_20">Beim Journalistenfrühstück habe ich die neue Preissituation bezüglich<lb/>
der Erstellung einer gesetzlichen Ermächtigung im Detail erörtert.<lb/>
Da ich jetzt ja bereits den Landeshauptleuten das MAterial gegeben<lb/>
hatte, konnteich jetzt auch die Presse im Detail informieren. Ich bin<lb/>
überzeugt, dass wir mit dieser Materie für die nächsten Monate immer<lb/>
ein ausrecihendes und garantiertes Pressefrühstücksgespräch haben<lb/>
werden. Da mich von der Kleinen Zeitung <rs type="person" ref="#per__122298">Weissenberger</rs> und von anderen<lb/>
Provinzblatt Red. <rs type="person" ref="#per__132744">Nowak</rs> begleiteten, fragte ich sie, wieso es dazu<lb/>
kommt, dass <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> behaupten könnte, die Regierung hätten den<lb/>
§ 3 a anwenden können. Zu meiner grössten Verwunderung erfuhr ich ,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> angenommen hat, nachdem es ein Dezemberabkommen gibt,<lb/>
wo die Sozialpartner verpflichten ,wenn einer feststellt, dass sich<lb/>
jemand nicht an die Paritätische Kommission wendet, dann der andere,<lb/>
in dem FAll die Handelskammer dies ohne weiteres bereit ist, den An<lb break="no"/>trag an den Innenminister, jetzt Handelsminister zu unterstützen,<lb/>
auch tatsächlich einhält. ENtweder war hier <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> falsch informiert<lb/>
oder er hat angenommen, dass dieses Abkommen tatsächlich spilet,<lb/>
ohne mit der Handelskammer Rücksprache zu halten, Jetzt ist auf alle<lb/>
Fälle die ÖVP in diesem Punkt in einer sehr Situation.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_21">Unser Arbeitskreis Preise von der ökonomischen Konferenz unter Leitung<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> und Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> hatten das GEfühl, sie müssten<lb/>
das seinerzeitige Arbeitspapier jetzt auf Grund meiner Vorschläge zur<lb/>
Preisregelung jetzt abändern. Ich teile nicht diese Meinung, denn ob<lb/>
z.B. drinnensteht, dass preisbehördliche Massnahmen in unserer Wirt<lb break="no"/>schaft nur schwer Undin gewissem Ausmass wirkungsvoll zu gestalten<lb/>
sind oder nicht, hielft mir in der Argumentation wenig und schon gar<lb/>
nicht in der wirklichen Administration. Ob weiters der zukünfige § 3a<lb/>
an objektive Kriterien gebunden sein soll, die den Unternehmer<lb/>
Sicherheit vor willkürlicher Anwendung von Vorschriften bieten,<lb/>
andererseits jedoch relativ kurzfristig verhängt werden könnnen oder<lb/>
nicht. hilft mir auch in der Administration und in der Argumentation<lb/>
gar nicht. Ein einziger Punkt, nämlich dass in dem Papier eine<lb/>
Berufungskommission vorgesehen war, die gegen eine befristete Preis<lb break="no"/>regelung hätte den Unternehmer ohne aufschiebende Wirkung eine Mög<lb break="no"/>lichkeit gegeben hätte, sich bei einem Richter zu beschweren, war der<lb/>
einzige Punkt, der vielleicht herausgestrichen hätte werden sollen.<lb/>
Trotzdem bin ich sehr froh, dass <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> und auch die anderen Genossinnen<lb/>
und Genossen so viel vErständnis haben, dass wir in dieser Frage be<lb break="no"/><pb n="20-0480" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-22_0480.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>weglich sein müssen. Nihts wäre jetzt in dieser Sitaution <choice><choice><sic>beheerender</sic><corr>verheerender?</corr></choice></choice><lb/>
als wenn eine sture Haltung von Dogmatikern mir die Verhandlungen<lb/>
mit der anderen Seite überhaupt unmöglich machen würden. Mir genügt<lb/>
schon das ewige Herumspringen von Regierungsmitgliedern, die gelegent<lb break="no"/>lich irgendwelche Einfälle auch auf dem Sektor der Preise haben und<lb/>
dann soofrt damit herausplatzen. Ich denke hier an die erste Reaktion<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs>, es müsste ein Preisstop verfügt werden oder an die Forderung<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> im Preisbestimmungsgesetz müssten die Handelsspannen über<lb break="no"/>prüft werden können und reduziert werden. Wenn nun alle Mitglieder<lb/>
des Arbeitskreises die neue Formulierung bekommen, dagegen keinen<lb/>
Einspruch erheben, so habe ich eine politische Deckung für meine<lb/>
Vorgangsweise. Wie die ÖVP entscheiden wir, weiss man heute noch<lb/>
nicht endgültig, weil in Oberösterreich z.B. der ÖAAB im AK-Vorstand<lb/>
zustimmte, bei der Privatangestellten-Landeskonferenz dagegen einige<lb/>
Tage später dagegenstimmte. In Wien hat sowohl im Ausschuss als<lb/>
acuh in der Arbeiterkammervollversammlung der ÖAAB dagegen gestimmt,<lb/>
in Vorarlberg dagegen wieder der ÖAAB-Präsident <rs type="person" ref="#per__97583">Jäger</rs> und damit seine<lb/>
Fraktion zugestimmt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_22">Ich habe nachmittags <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> gebeten, er möge mir die einzelnen Wün<lb break="no"/>sche und Stellungnahmen des ÖAAB in den Kammern mitteilen. <rs type="person" ref="#per__97868">Reithofer</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__114958">Mold</rs> werden solche Aufstellungen liefern.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_23">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: BItte unter Angabe der Personen, wer konkret<lb/>
zugestimmt hat, diese Aufstellung verlangen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_24">In der Pressekonferenz und in der Jahreskonferenz des VKI hat die Obfrau<lb/>
Frau Dr. <rs type="person" ref="#per__97843">Preiss</rs> in liebwerter Art aber für mich unangenehm die aktive<lb/>
Unterstützung des Handelsministeriums und ganz besonders meinen persön<lb break="no"/>lichen Einsatz herausgestrichen. Solches Lob habe ich noch niemals<lb/>
offiziell geerntet und es war mir wirklich peinlich. Sicher ist, dass<lb/>
wir mit 7,275.000 S, die wir jetzt dem Verein für Konsumenteninforma<lb break="no"/>tion geben, nicht nur diesen sanieren, sondern überhaupt erst eine<lb/>
gute Startbedingung für <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> ind sein Team schaffen. Bei der Presse<lb break="no"/>konferenz habe ich noch zynisch bemerkt, er nimmt nicht nur unser<lb/>
Geld sondern auch noch unsere guten Mitarbeiter, Ing. <rs type="person" ref="#per__139851">Zotter</rs>, Ing.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115011">Spitalsky</rs> usw. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> habe ich auch dezidiert erklärt, dass er in<lb/>
Hinkunt, wenn irgendwelche Differenzen auch nur am Horizont aufscheinen<lb/>
er moch sofort telefonisch davon verständigen sollte. Ich bin aber<lb/>
überzeugt, dass er mit usneren Mitarbeitern, insbesondere <rs type="person" ref="#per__115020">Welser</rs><lb/>
ind <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> alle Probleme bereinigen kann. Mit <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> dürfte es kleinere<lb/>
<pb n="20-0481" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-22_0481.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Differenzen wegen der Preiserhebung gegeben haben. Ich habe in ü<lb/>
dieser Hinsicht auch mit <rs type="person" ref="#per__140093">Anzenberger</rs> gesprochen, mich bei<lb/>
ihm für seine bisherige Tätigkeit bedankt, dies habe ich das<lb/>
letzte Mal vergessen und ich habe ihn auch gleichzeitig ersucht,<lb/>
wenn er auch nciht mehr als Konsulent mitarbeiten kann, so doch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> und unsere Kollegen tatkräftigst zu unterstützen. Er hat<lb/>
mir dies versprochen, auf <rs type="person" ref="#per__140093">Anzenberger</rs> kann man sichnhundertprozent<lb/>
verlassen,</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_25">Die Besprechung mit den Bauernvertretern erfolgte diesmal zu<lb/>
meiner grössten Ünerraschung wieder im grossen Kreis. <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs><lb/>
war darüber ein bisschen mokiert, ich selbst habe auch das erste<lb/>
Mal wie ich den Saal betreten haben, davon KEnntnis bekommen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat hier glaube ich sehr richtig gefühlt, dass wenn<lb/>
er jetzt mit dem Bauernbund zu einer Einigung kommt, die anderen<lb/>
anwesend sein sollen, weil anzunehmen war, dass der Arbeitsbauern<lb break="no"/>bund aber auch die freiheitlichen Bauern zustimmen. Dies st dann<lb/>
auch tatsächlich geschehen. <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> hat noch einmal ver<lb break="no"/>sucht, einen Zuschuss zum Krisengroschen vom Finanzminister von<lb/>
100 Mill. S zu bekommen, und dann erst sollten die Krisengroschen<lb break="no"/>erhöhung Platz griefen. Die Einigung war dann so, dass man den<lb/>
Krisengroschen bereits mit 1. April um 3 Groschen für den<lb/>
Bauern erhöht, wie in der Vereinbarung vorgesheen und der Finanz<lb break="no"/>minister immer diese Ergebnisse verdoppelt, d.h. im Budget werden<lb/>
3 Groschen, das sind 48 Mill. S in diesem Jahr zugeschossen.<lb/>
Solle mit diesen insgesamt 96 Mill. nicht das Auslangen gefun<lb break="no"/>den werdne, der Bedarf beträgt angeblich 164 Mill., dann müsste<lb/>
von einer weiteren Krisengroschenerhöhung wieder vom Finanzminister<lb/>
34 Mill. zugeschossen werden. Insgesamt müsste de Bund 82 Mill.<lb/>
im ungünstigsten Fall tragen. Am angenehmsten waren die Allge<lb break="no"/>meinen-Bauernverband-Vertreter, weil sie erstens nicht zustimmten<lb/>
und zweitens immer wieder verlangten, man müsste über ihre Kalkula<lb break="no"/>tion reden. Mein Hinweis, dass sie sich niemals mit mir ins<lb/>
Einvernehmen gesetzt ahben, dass sie mir keine Kalkulationen<lb/>
eingeschickt haben, haben sie nur so pariert, dass sie erklärten,<lb/>
dies hätten sie alles Dr. <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs>, dem Landwirtschaftsminister,<lb/>
gegeben.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_26">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte lass über die Kanzlei im Landwirt<lb break="no"/>schaftsministerium feststellen, ob tatsächlich der Antrag des All<lb break="no"/>gemeinen Bauernverbandes – Milchpreiserhöhung um 1.- eingegangen<lb/>
ist.</p><pb n="20-0482" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-22_0482.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_27">Bei einer Sitzungsunterbrechung habe ich <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> erklärt,<lb/>
ich mussjetzt das Bevorratungsgesetz unbedingt in die Begut<lb break="no"/>achtung schicken. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> haben dem zugestimmt.<lb/>
Da ich eine Anfrage im Parlament von der ÖVP erwarten muss.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_28">In der Ministerratsvorbesprechung wurde auf Antrag von <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs><lb/>
und Unterstützung von <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> beschlossen, dass dohc die Telefon<lb break="no"/>gebühr in zwei Etappen gemacht wird, obwohl auch im Parteivor<lb break="no"/>stand diese MAssnahme kritisiert wurde. Aus propagandistischen<lb/>
Gründen möchte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, dass sich jetzt die davon betroffenen<lb/>
10 Betriebe der Schwachstromindustrie und der Kabelindustrie ganz<lb/>
besonders für diese Telefonerhöhung einsetzen. Da wird er sich<lb/>
aber wundern, wie nicht einmal die Betriebsräte ein Ohrwaschl rühren<lb/>
werden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_29">Es sollen wieder einzelne B-Beamte als A-Beamte umgestuft werden,<lb/>
wenn ihre Tätigkeit unbestritten als A-Beamte ausgeübt wurde.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_30">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Ich glaube nicht, dass bei uns jeamdn dafür in<lb/>
Frage kommt, aber bitte überleg es dir und mache mir entsprechende Vor<lb break="no"/>schläge.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_31"><rs type="person" ref="#per__147010">Lind</rs> als seinerzeitiger Rundfunkangestellter ist jetzt arbeitslos<lb/>
und sucht als Pressevertreter ins Landwirtschaftsministerium zu<lb/>
kommen. <rs type="person" ref="#per__140822">Schuhmacher</rs> ist in Pension gegangen, <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> möchte den<lb/>
Posten aber nicht neu besetzen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_32">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Sollen wir uns für <rs type="person" ref="#per__147010">Lind</rs> interessieren ?</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_33"><rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> verweist darauf, dass mit 6. Mai die <rs type="person" ref="#per__111325">Mock</rs>-Anfrage beant<lb break="no"/>wortet sein muss. Einen Druchschlag bittet er, ihm zu schicken.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_34">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte die entspechende Antwort, die acuh<lb/>
im Schema bereits von <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> festgelgt wurde, vorbereiten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_35">Für die Bundesministerien-Kommission hat <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> vor längerer<lb/>
Zeit die Geschäftsordnung verteilt. Er möchte wissen, bo wir<lb/>
etwas dagegen einzuwenden haben.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_36">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Was ist damit bei uns geschehen ?</p><pb n="20-0483" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-22_0483.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_37"><rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> berichtet über die Geschwindigkeitsbeschränkung, dass zwei<lb/>
Interessensvertretungen für 120 waren, das waren sicherdie AK<lb/>
zwei dagegen, das war sicherdie LWK und die BHK, diese wollten<lb/>
140, die Bundesländer haben sich auf 130 mit ihm geeinigt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_38"><rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> berichtete, dass ein Fahnenschutz nach seiner Meinung nach<lb/>
nur die Fahne betreffen kann und deshalb eine vorsätzliche Verunglimp<lb break="no"/>fung und Verächtlichmachung nicht auch durch die Aktion der Kronen-<lb/>
Zeitung festzustellen ist. Die Staatsanwaltschaft würde darin keine<lb/>
NS-Propaganda erblicken. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte mit Recht, es wird jetzt<lb/>
isnbesondere nachdem jetzt die Kurier-Journalisten verboten bekommen<lb/>
haben, dagegen STellung zu nehmen, sichüberhaupt niemand mehr gegen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__120667">Reimann</rs> und seine schlampigen durchgeführten Artikel wehren. Welt<lb break="no"/>weit wird uns dies ein furchtbar schlechtes Image eintragen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
hätte gern, wennwir wenigstens eine Ersatzhandlung machen könten,<lb/>
wenn eine Verwaltungsübertretung oder sonst irgendetwas festge<lb break="no"/>stellt werden könnte, damit wir uns nicht so wehrlos dieser neuen<lb/>
Richtung aussetzen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> befürchtet damit nichtk dass der Anti<lb break="no"/>semitismus in Österreich stärker werden würde, dass aber sehr wohl<lb/>
der Neonazismus jetzt wird wieder wesentlich stärker Fuss fassen.<lb/>
Hätte jemand die österreichische Fahne mit einem Sowjetstern ver<lb break="no"/>sehen, dann wäre von Vorarlberg bis Burgenland ein Aufschrei der<lb/>
Verunglimpfung gewesen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_39">Ich habe in der Ministerratsvorbesprechung darauf hingewiesen,<lb/>
dass ich jetzt die Bevorratung in die Begutachtung schicke, sechs<lb/>
Wochen Befristung gebe, aber sehr gerne abwarten würde, nachdem<lb/>
der Finanzminister mit seinen Besprechungen noch nicht zu Ende ist,<lb/>
wenn man mich um eine Verlängerung dieser Frist von anderen Mini<lb break="no"/>sterien als dem Finanzministerium ersuchen würde. <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> und <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgen<lb break="no"/>dorf</rs> haben mir zugesichert, sie werden diesbezügliche Anträge<lb/>
stellen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_40">Im Ministerrat gab es keine besonderen VErkommnisse, ausser dass auf<lb/>
meiner Tagesordnung nicht einmal verzeichnet war, dass die<lb/>
Punkte 19 und 20, wo das Aussenamt Anträge stellt, geschweige denn<lb/>
die Unterlagen vor mich vorlagen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-22_41">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Wann wird dies besser funktionieren ?</p></div>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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