<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="staribacher__19740403.xml" prev="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19740402.xml" next="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19740404.xml" xml:base="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at">
   <teiHeader>
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title type="main">Mittwoch, der  3. April 1974</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
            <respStmt>
               <resp>Conversion to TEI</resp>
               <persName>Gustav Graf</persName>
            </respStmt>
            <respStmt>
               <resp>Digitisation, OCR correction and named entities tagging</resp>
               <persName>Gustav Graf</persName>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
            <availability>
               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc>
               <msIdentifier>
                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band20_1974-04-03</idno>
               </msIdentifier>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc>
         <creation>
            <date when="1974-04-03">Mittwoch, 3. April 1974</date>
         </creation>
      </profileDesc>
      <revisionDesc>
         <change type="creation" when="2016-11-24">exported as basic TEI from corrected tesseract output.</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">cleaned automatic tesseract-export by cleanExport.xsl script</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">moved first pb element out of attachment divs by cleanExport-patch2.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-11" who="acdh:ds">find and note personalAgenda as a subtype cleanExport-patch.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-19" who="acdh:ds">whitespace in paragraphs, lb and pb fixes by cleanExport-patch3.xsl</change>
      </revisionDesc>
   </teiHeader>
   <text xml:base="http://192.168.0.9/staribacher/src/scans/Band20/">
      <body>
         <pb n="20-0411" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-03_0411.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-03_01">Mittwoch, 3. April 1974</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-03_02">In der Vollversammlung der Arbeiterkammer Salzburg meinte<lb/>
sowhl Präs. <rs type="person" ref="#per__116915">Brunauer</rs> als auch Kammeramtsdirektor <rs type="person" ref="#per__140817">Floretta</rs>, dass<lb/>
es keine grössere Diskussion geben wird. Er meinte, er wird<lb/>
sich höchstens <rs type="person" ref="#per__149317">Schmied</rs>, der ÖAAB-Sekretär zu Worte melden. Sie<lb/>
selbst haben einen Genossen aus der Fraktion bestimmt, der eben<lb break="no"/>falls einen Debattenbeitrag geben sollte. Ich erklärte ihnen aber<lb/>
gleich, ich werde auf alle Fälle so provozierend referieren, dass<lb/>
sehr wohl eine Debatte daraus etnstehen müsste. Die Stimmung<lb/>
unserer Genossen ist sehr gedrückt und deshalb wollte ich ihnen<lb/>
auch hier, obwohl ich nach wie vor sehr sachlich berichtete,<lb/>
ein bisschen Mut zusprechen, ohen natürlich auf die Wahlen oder<lb/>
gar eine politische Propaganda einzugehen. Interessant war, dass<lb/>
mir Landesrat <rs type="person" ref="#per__123249">Leitner</rs>, der bei der Kammervollsammlung als Zu<lb break="no"/>hörer teilnahm, sehr interessant, wie sich dieser FPÖ-Mann überall<lb/>
herumtreibt, in der Pause sagte, dass die Wahl deshalb verloren<lb break="no"/>ging, weil sie in ihrer Konzeption von SEite der Sozialisten falsch<lb/>
angelegt war. Durch den Führungsanspruch der Sozialisten, d.h.<lb/>
durch die Forderung, dass <rs type="person" ref="#per__97994">Steinocher</rs> Landeshauptmann werden soll,<lb/>
obwohl alle wissen wussten, dass dies nicht drinnen ist, wurde<lb/>
ein Grossteil der Wähler abgeschreckt. Bei den Meinungsumfragen und<lb/>
er meinte, unsere hätten genau dasselbe vor Monaten schon ergeben<lb/>
müssen, zeigte sich schon, dass <rs type="person" ref="#per__137200">Lechner</rs> unmöglich zu schlagen war.<lb/>
Aus diesemGrund wäre es viel zweckmässiger gewesen, die Wahlpropa<lb break="no"/>ganda auf eine starke Kontrolle auszulegen. In diesem Fall hätten<lb/>
vielleicht viele Wähler nicht <rs type="person" ref="#per__137200">Lechner</rs> und die ÖVP gewählt.<lb/>
Durch die Propaganda aber aufgeschreckt meinten sie, es bestände<lb/>
tatsächlich eine GEfahr, dass <rs type="person" ref="#per__137200">Lechner</rs> nicht mehr Landeshauptmann<lb/>
wird und damit haben sie auf der einen Seite die Sozialisten auf der<lb/>
anderen SEite aber viele FPÖ-ler nicht gewählt. <rs type="person" ref="#per__97995">Stockinger</rs> be<lb break="no"/>hauptet noch zusätzlich, dass das Preisproblem von uns in der<lb/>
letzten Phase des Wahlkampfes in die Diskussion geworfen wurde.<lb/>
Er meinte, vorher hätte man sich ausschliesslich mit Salzburger Prob<lb break="no"/>lemen auseinandergesetzt und dies wäre in der Wahlpropaganda<lb/>
besser angekommen und häte wahrscheinlich zu besseren Resultaten<lb/>
führen können. Ich sage deshalb könne, weil ich bin fest davon<lb/>
überzeugt, dass die Wahlpropaganda nur eine ganz geringe Möglcih<lb break="no"/>keit mehr hat, die Wähler mit ihrem Entschluss zu beeinflussen.</p><pb n="20-0412" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-03_0412.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-03_03">Viel entscheidender in meinen Augen ist eben die Politik u<lb/>
vor allem einmal die Leute, die diese Politik repräsentieren. Ich<lb/>
bin fest davon überzeugt, dass <rs type="person" ref="#per__123249">Leitner</rs> nur kraft seiner Per<lb break="no"/>sönlichkeit und seines Fleisses in Salzburg verhältnismässig so<lb/>
gut abgeschnitten hat. Wie immer die Wahlpropaganda angelegt<lb/>
worden wäre, er hätte, wenn nicht er an der Spitze der FPÖ<lb/>
stünde, selbst bei der besten Propaganda kaum das Stimmener<lb break="no"/>gebnis erzielen können. Noch viel mehr gilt dies für <rs type="person" ref="#per__137200">Lechner</rs><lb/>
als Landeshauptmann, so wie <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> meiner Meinung nach auch<lb/>
recht hat, dass sich eine zweite Partei im Landtag und im Land<lb/>
nie profilieren kann, wenn es aber zu einer Änderung kommen soll<lb/>
und kommt nur eine Wahlniederlage durch ungeschicktes Verhalten<lb/>
der ersten Partei und vor allem womöglich durch persönlichen<lb/>
Streit und einem Mangel an der Führung der stärksten Partei eine<lb/>
solche Wendung herbeiführen. Selbst der älteste und vielleicht<lb/>
auch der schwächste Landeshauptmann hat noch Chancen, wenn er ge<lb break="no"/>sund ist, als unbestritten gilt udn vor allem wenn ihn die eigenen<lb/>
Funktionäre enthusiastisch unterstützten und keinerlei Personal<lb break="no"/>diskussion abführen, die Chance eine Landtagswahl zu gewinnen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-03_04">Die Diskussion in der Arbeiterkammer entwickeltesich genau, wie<lb/>
ich erwartet habe, die ÖAAB-ler griffen auf der ganzen Linie an<lb/>
und haben fast alle ihre Delegierten zu Wort gemeldet und nicht<lb/>
nur der ÖAAB-Sekretär <rs type="person" ref="#per__149317">Schmied</rs>. Dass unsere Genossen schwiegen,<lb/>
habe ich voll,verstanden. Was mich aber dann nachher persönlich<lb/>
geärgert hat, war, dass ich viel zu objektiv auch in der Diskussion<lb/>
und in der Anfragebeantwortung und in den Angriffen abwehrend<lb/>
gewesen bin. Ich habe nicht zuletzt, weil die Salzburger Zeitungen<lb/>
und auch der Rundfunk anwesend war, mich sehr zurückgehalten.<lb/>
Da unseree Genossen mich nicht nur sehr unterstützen, sondern<lb/>
sicherlich auch mit meinenAusführungen zufrieden waren, glaube<lb/>
auch ich mit dem Ergebnis dieser Vollversammlung zufrieden sein.<lb/>
Hätte ich aber wirklich nach HErzenslust diskutiert, wäre mir<lb/>
bei reiflicher Überlegung jetzt sicherlich wohler. Andererseits<lb/>
darf man nicht vergessen, dass das Amt des Handelsministers<lb/>
doch wahrsheinlich verlangt, eine geiwsse Objektivität auch<lb/>
bei solchen extremen Arbeitnehmerversammlungen zu bewahren gegen<lb break="no"/>über der Unternehmerschaft, gegenüber den Bauern und natürlich auch<lb/>
gegenüber den Leuten wie z.B. Handelskammer, mit denen man weiter<lb/>
verhandeln muss.</p><pb n="20-0413" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-03_0413.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-03_05">Die Überreichung des Staatswappenführungsdekretes an die Firma<lb/>
D. Voithofer war ungeheuer feierlich. Weniger im Hotel Mirabell<lb/>
wo ein fulminantes Essen gegeben wurde, sondern dass auch dann<lb/>
im Betrieb noch eine richtiggehende Feier war, <rs type="person" ref="#per__140818">Voithofer</rs> hat<lb/>
dme Arbeiterbetriebsrat einen grösseren Betrag dafür gegeben<lb/>
und für seine Beschäftigten eine Prämie ausgeschüttet. <rs type="person" ref="#per__140818">Voithofer</rs><lb/>
gilt als tüchtiger Bauunternehmer, der von der Fertigteilproduktion<lb/>
bis zur Ausführung von Bauten also vertikal organisiert, alles<lb/>
macht. Er kam von der Baubehörde der Gemeinde, wurde dnan sogar<lb/>
soz. Gemeinderat und hat sich nur zeitgerecht selbstständig ge<lb break="no"/>macht und sein Werk entsprechend aufgebaut. Seine Frau erzählte<lb/>
mir alledirgs, dass er erst von ein paar Jahren das erste Mal nahe<lb/>
seinem Herzinfarkt überhaupt auf Urlaub gegangen sind. Es ist ein<lb break="no"/>mal auch in der Privatwirtschaft so, dass der Tüchtige sich sicher<lb break="no"/>lich durchsetzen kann, nur muss er dann ebenfalls ganz schwer<lb/>
arbeiten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-03_06">Zum Glück hatte ihc die richtige Nase und bin nach Liesing-Inzers<lb break="no"/>dorf zu eienr Publikumsdiskussion gefahren. Gemeinderat <rs type="person" ref="#per__97505">Haberl</rs><lb/>
hat gemeint, schlag mich nicht, ich habe doch auf die Plakate<lb/>
gesetzt, ohne mit Dir zu sprechen. Er behauptet aber steif und<lb/>
fest, dass er dies mit dem Büro ausgemacht hat. Auf alle Fälle<lb/>
wäre es eine grosse Enttäuschung der Liesinger gewesen, wenn<lb/>
ich nicht erschienen wäre.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-03_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte in Hinkunft bie Parteiveranstaltungen<lb/>
bevor wir – auch wenn die anderen schuld<lb/>
sind – absagen, mich vorher fragen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-03_08">Ich bin in Liesing gut angeschrieben und mit meiner Art, dort zu<lb/>
referieren, kann ich sagen, es bestätigen mir dies die führenden<lb/>
Genossen immer wieder, sehr beliebt. Trotzdem hatte ich diesmal<lb/>
Mühe und das waren ja wahrscheinlich 99,9 % dort in der bummvollen<lb/>
Halle des Volksheimes der berechtigten Kritik standzuhalten.<lb/>
Immer wieder haben die Genossen erklärt, dass wir viel zu weich<lb/>
mit der ÖVP vorgehen. Nach jeder Niederlage und auch die Wiener<lb/>
empfinden die Salzburger als eine Niederlage, die sie erlitten<lb/>
haben, sind natürlich unsere Funktionäre sehr enttäuscht auf der<lb/>
einen SEite, auf der anderen aber umso radikaler. Ganz besonders<lb/>
kritisiert man, dass die Berichterstattung des ORF in immer<lb/>
<pb n="20-0414" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-03_0414.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>stärkerem Masse die ÖVP bevorzugt. Sie erwarten jetzt, dass<lb/>
die ORF-Reform nicht nur schnell geht, sondern dass hier<lb/>
grundlegen-d Abhilfe geschaffen wird. Dies wird eine der gröss<lb break="no"/>ten Enttäuschung fürchteich, bei unseren Funktionären werden.<lb/>
Das miese Kompromiss, welches hier wahrscheinlich heraus<lb break="no"/>komemn wird,kann und wird unsere Leute nicht befriedigen,<lb/>
den anderen die Möglichekit zu geben zu sagen, wir haben jetzt<lb/>
den Rundfunk ruiniert. ich seiner objektiven Berichterstattung<lb/>
obwohl sich wahrscheinlich kaum etwas ändern wird. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat<lb/>
hier meiner Meinung nach durch seine Lange Diskussion über die<lb/>
Rundfunkreform durch seine ewig neuen Ideen nur eines erreicht,<lb/>
dass nämlich in Wirklichkeit bei unseren Genossen grosse Hoff<lb break="no"/>nungen erweckt wurden,die andere Seite duch ihre geschickte<lb/>
Verhandlungstaktik und die wirkliche Reform so lange hinausgezögert<lb/>
hat, dass wir jetzt knapp vor den Wahlen 1975 kaum im letzten Jahr<lb/>
wirklich eine Reform in grösseren Stil werden durchziehen können.<lb/>
Hier hat <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> ein besseres GEfühl gehabt, der 1971 schon meinte,<lb/>
jetzt haben wir die Mehrheit jetzt schnell etwas machen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97913">Schieder</rs>, der mit mir diskutierte, hat einen phantastischen Ein<lb break="no"/>druck gemacht. Ich muss sagen, ich habe ihn wirklich unter<lb break="no"/>schätzt, wer dürfte jetzt durhc Fleiss und die Arbeit sich<lb/>
ein Wissen für sein Ressort erwerben, das es ihm ermöglicht,<lb/>
sofort über alle Probleme des Umweltschutzes entsprechende Ant<lb break="no"/>wort zu geben. Dies ging so weit, dass er sogar die einzelnen<lb/>
Firmen und Grünwaldpark und sonstige Wünsche auf Anfragen, die<lb/>
gar nicht die Firma oder den spzeifischen Punkt nannten er<lb break="no"/>raten hat und gleich darauf replizierte. Ohne in eine Demagogie<lb/>
verfallen zu wollen, muss ich auf Grund dieser ERfahrung<lb/>
sowhl in der Arbeiterkammer Salzburg auch mit der Diskussion in<lb/>
Inzersdorf zugeben, dass wir auf dem Preisrechtssektor etwas<lb/>
machen müssen. Es darf nur nicht wieder eine solche Lösung werden<lb/>
die durch monatelange Diskussion in der Bevölkerung einen ganz<lb/>
anderen Eindruck erweckt als wir dann letzten Endes im Ge<lb break="no"/>setzesantrag beantragen werden. Hier glaube ich sollten wir einen<lb/>
Gesetzentwurf zur Debatte stellen, der allumfassende Vollmacht<lb/>
dem Handelsminister als Preisbehörde gibt. Wenn die Landeshaupt<lb break="no"/>leute dann erklären, was ich erwarte, sie können sowieso<lb/>
nichts machen, das ist Aufgabe des Bundes, dannsollte ich<lb/>
diesen Gesetzentwurf in seiner ganzen Härte ohne mit der<lb/>
<pb n="20-0415" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-03_0415.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Handelskammer einen Akkord zu suchen, weil dies kaum möglich<lb/>
sein wird, ins Parlament bringen. Der grösste Fehler von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> aber auch von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> war, dass sie jetzt von einem<lb/>
Preisstop zu reden begonnen haben. Wir haben – und dies mit gutem<lb/>
Grund – durch Jahre hindurch immer gesagt, dass ein solcher Preis<lb break="no"/>stop nicht zielführend ist. Ich war dabei ja äusserst vorsichtig<lb/>
und habe immer nur davon geredet, dass mna Preisstop auch als<lb/>
letzten Ausweg nur vielleicht temporär in gewissen GEbieten<lb/>
überlegen sollte. Ähnlich wie ich für die Lösung der Ölkrise<lb/>
war, ohne die Bewirtschaftung zu wollen und sie anzukündigen<lb/>
sondern sie als letzte Initiative nur am Rande erwähnt haben,<lb/>
habe ich und dies werde ich auch in Hinkunft tun, mich bei einem<lb/>
Preistop genauso verhalten. Da ihc fest überzeugt bin, dass<lb/>
unsere Genossen und die Bevölkerung, wenn es zu einem Preisstop<lb/>
käme und die Preise dann trotzdem steigen, nicht nur bitter ent<lb break="no"/>täuscht wären sondern das letzte Renommee der Regierung dahin<lb break="no"/>wäre. Ich glaube nämlich nicht, dass man allen ERnstes damit<lb/>
rechnen kann, dass die ÖVP jedwede Gesetzesänderung oder ein<lb/>
neues Preisgesetz im Parlament rigoros ablehnen wird. Um aber<lb/>
den zeitlichen Ablauf zu beschleunigen, vor allem keine Dis<lb break="no"/>kussion im vorparlamentarischen Raum auszulösen, habe ich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> und <rs type="person" ref="#per__98066">Robert Weisz</rs> vorgeschlagen, amn sollte an einen<lb/>
Initiativantrag der Sozialisten denken. Da <rs type="person" ref="#per__98066">Robert Weisz</rs> einen<lb/>
diesbezüglichen Gesetzentwurf von mir wünscht, werde ich einen<lb/>
solchen mit unseren Genossen unverzüglich in Angrff nehmen.<lb/>
Dies ist allein auch schon deshalb notwendig, weil <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs><lb/>
seine ARgumentation jetzt danach aufbaut, dass er erklärt,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> hätten doch keinerlei konkrete Vorstellungen<lb/>
was wirklich geschehen sollte. GEgenüber <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
werde ich erklären , damit hat er, nämlich <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> einen<lb/>
Kampfton und eine Kampfart angeschlagen, die eine Zusammen<lb break="no"/>arbeit auf diesem GEbiet mit der Handelskammer, die monatelange<lb/>
dauern würde, ausschliesst.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-03_09"/></div>
      <div type="back"><pb n="20_0410_05" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-03_0410-05.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="cabinetAgenda">
            <head>Tagesprogramm, 3.4.1974</head>
            <gap reason="sampling"/>
         </div>
         <pb n="20_0415_01" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-03_0415-01.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="other">
            <head>TB Wanke, 2.4.1974</head>
            <gap reason="sampling"/>
         </div>
         <pb n="20_0415_02" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-03_0415-02.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="other">
            <head>Information Verwaltungsorganisationskurs</head>
            <gap reason="sampling"/>
         </div>
      </div></body>
      <back><listPerson><person xml:id="per__97893">
               <persName type="label">Sallinger, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Sallinger</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Handelskammer-Präsident</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97913">
               <persName type="label">Schieder, Peter</persName>
               <persName><surname>Schieder</surname><forename>Peter</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__97505">
               <persName type="label">Haberl, Alfred</persName>
               <persName><surname>Haberl</surname><forename>Alfred</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__97994">
               <persName type="label">Steinocher, Karl</persName>
               <persName><surname>Steinocher</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>LH-Stv. Sbg., SPÖ</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__113083">
               <persName type="label">Sinowatz, Fred</persName>
               <persName><surname>Sinowatz</surname><forename>Fred</forename></persName>
               <occupation>Unterrichtsminister</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__137200">
               <persName type="label">Lechner, Hans</persName>
               <persName><surname>Lechner</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>LH Sbg.</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__98072">
               <persName type="label">Wiesinger, Anna</persName>
               <persName><surname>Wiesinger</surname><forename>Anna</forename></persName>
               <occupation>Büro des Bundesministers (Sekretärin)</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__116915">
               <persName type="label">Brunauer, Josef</persName>
               <persName><surname>Brunauer</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>AK-Präs. Sbg.</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97769">
               <persName type="label">Mussil, Arthur</persName>
               <persName><surname>Mussil</surname><forename>Arthur</forename></persName>
               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97668">
               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/118566512</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__123249">
               <persName type="label">Leitner, Walter</persName>
               <persName><surname>Leitner</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>LR Sbg., FPÖ</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97727">
               <persName type="label">Marsch, Fritz</persName>
               <persName><surname>Marsch</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-Zentralsekr.</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__98066">
               <persName type="label">Weisz, Robert</persName>
               <persName><surname>Weisz</surname><forename>Robert</forename></persName>
               <occupation>FSG-Vors., SPÖ-Klubobmann, Volksanwalt</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97917">
               <persName type="label">Schleinzer, Karl</persName>
               <persName><surname>Schleinzer</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__97995">
               <persName type="label">Stockinger, Walter</persName>
               <persName><surname>Stockinger</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>LT-Abg. Sbg., SPÖ; Sparkasse Salzburg</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97346">
               <persName type="label">Benya, Anton</persName>
               <persName><surname>Benya</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>ÖGB-Präs., NR-Präs.</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/119083906</idno>
               </person>
            </listPerson></back></text>
</TEI>