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            <title type="main">Montag, der  1. April 1974</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_01">Montag, 1. April 1974</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_02">Beim Journalistenfrühstück konnte ich die Exportergebnisse und Import<lb break="no"/>ziffern vom Feber durch einen reinen ZUfall präsentieren. Die Statistik<lb/>
hat mir die Zusammenstellung geschickt und ich habe natürlich sofort<lb/>
veranlasst, dass wir diesen Exporterfolg 48 % Steigerung im Jänner<lb/>
und im Feber gegenüber dem Vorjahr natürlich sofort der Presse mit<lb break="no"/>teilen. Die Einfuhren sind Jänner/Feber zusammen gegenbüer vom Vor<lb break="no"/>jahr nur um 33 % gestiegen. Die ARgumentation, dass es sich hier nur<lb/>
um einen Ausnahmemonat Jänner gehandelt hat, ist damit zusammen<lb break="no"/>gebrochen. Unsere statistische Abteilung hat moir beim Jänner-<lb/>
Bericht insbesondere bei meinen Äusserungen für die Wiener Messe-<lb/>
Eröffnung ausdrücklich aufmerksam gemacht, dass es sich bei Jänner<lb/>
nur um eine exzeptionelles Ausnahmemonat handeln kann. Dies war<lb/>
falsch, in Wirklichkeit auch der Jänner 1972 gegenüber Vorjahr 1971<lb/>
gar nicht so schlecht gewesen ist. Die Analyse hat nicht gestimmt,<lb/>
wie sich jetzt bei Feber herausstellt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Unsere Statistik darf nicht nur allein die<lb/>
Ziffern zusammenschreiben, sondern wenn sie<lb/>
schon keine andere Analyse zusammenbringt, dann<lb/>
zumindestens Sektion I fragen. In Hinkunft grösser<lb/>
Wert auf Analysen legen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_04"><rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> berichtete über den Fremdenverkehr und auch hier sind unwahr<lb break="no"/>scheinliche Ergebnisse zu verzeichnen. Jänner brachte 9,5 % Übernach<lb break="no"/>tungssteigerungen, der Feber 11 %. Dies bsonders ausgelöst durch den<lb/>
Inländerfremdenverkehr um 25 % infolge der Winterwoche zugenommen<lb/>
hat. Ich konnte mir nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, dass die<lb/>
Gastwirtezeitung aber wahrscheinlich auch andere Handelskammer<lb break="no"/>organe Triumph geschrieen hätten, wenn mein Amtsvorgänger eine solche<lb/>
Winterwoche der Fremdenverkehrswirtschaft gebracht hätte. <rs type="person" ref="#per__115688">Feichtl<lb break="no"/>bauer</rs>, der Redakteur von dieser Zeitung fragte an, was ich dagegen<lb/>
unternehme, weil die hauptsähclichste Übernachtungssteigerung durch<lb/>
die Privatquartiere im Jänner + 14,5 % gegenüber 5,8 % der gewerb<lb break="no"/>lichen Betriebe erreicht wurde. Es zeichnet sich tatsächlich ein Trend<lb/>
zu billigeren Quartieren ab. Er wollte natürlich insbesndere für<lb/>
die sogenannten Extras Steuererleichterungen, die ich entsprechend<lb/>
beim Finanzminister durchsetzen sollte. ICh dagegen verwies und<lb/>
das ist glaube ich auch richtig, dass auch bei Privatquartiere ent<lb break="no"/>sprechende Bruttonationalproduktsteigerungen zu erzeilen sind. Natür<lb break="no"/>lich habe ich mit dem Gag eingeleitet, dass cih wieder einmal eine<lb/>
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gewonnen. <rs type="person" ref="#per__111728">Westreicher</rs>, der Abgeordneten von Hochsölden, der<lb/>
ein Hotel betreibt und ein guter Freund von <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> ist, hat ge<lb break="no"/>meint, im Jänner gibt es keinen Zuwachs.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_05"><rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> hat mir einen Akt vorgelegt, wonach für die auto<lb break="no"/>freie Zone in einem Fremdenverkehrsort auch das Handelsmini<lb break="no"/>sterium eine Subvention geben soll. Hier handelt es sich um<lb/>
das Projekt <rs type="person" ref="#per__111728">Westreicher</rs>, der in seiner Ortschaft gegen hefti<lb break="no"/>gen Widerstand durchgesetzt hat, dass der Gast nur bis zu seinem<lb/>
Hotel bis zum Abladen fahren kann und dann sein Auto auf einem<lb/>
Parkplatz abstellt, den er bewachen muss. Er hat mir im Parlament<lb/>
schon mitgeteilt, dass dies hohe Kosten verursacht und er eine Un<lb break="no"/>terstützung erwartet. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> hat mir im Akt vorgelegt, dass der<lb/>
Finanzausgleichsmittel es sind derzeit 30 Mill. für die Gemeinde<lb/>
die wir verteilen können, nicht ausreciehend sind und deshalb<lb/>
Mittel des Handelsministerium ebenfalls herangezogen werden<lb/>
können. Er hätte in seinem Budget 6,5 Mill. S dafür reserviert.<lb/>
Ich habe in dme Akt handschriftlich vermerkt, dass primär<lb/>
die FAG-Mittel herangezogenwerden müssen und nur in den Ausnahme<lb break="no"/>fällen in bescheidenem Masse auch hier ortige Budgetmittel heranb<lb break="no"/>gezogen werden dürfen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte lass Dir sofort die Details von <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs><lb/>
erzählen resp, vorlegen, ich will unter gar keinen Umständen haben,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__111728">Westreicher</rs> jetzt bevorzugt wird. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> soll sich bemühen, FAG-<lb/>
Mittel dafür frei zu bekommen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_07">Bei der Eröffnung der Damenmodenwoche hat Komm. Rat <rs type="person" ref="#per__116977">Elias</rs><lb/>
auf die Schwierigkeiten der Bekleidungsindustrie hingewiesen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs> hat wieder einmal ein Lamento über die Exporte ange<lb break="no"/>schlagen. Mir ist es vollkommen unerklärlich, wie man<lb/>
bei derartigen Exportziffern wirklich immer wieder so raunzt,<lb/>
nur weil Unternehmer, die auch Export betreiben anwesend sind.<lb/>
Er bezeichnete mich als professionellen Optimisten, was mir<lb/>
die Gelegenhiet gab zu kontern und alle als Professionisten<lb/>
Krisenvoraussagen zu machen. Bis jetzt hatte ich als Optimist<lb/>
wesentlich mehr recht als die sogenannten Berufspessimisten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114963">Dinzl</rs> hatte mir eine sehr informative Unterlage über die<lb/>
<pb n="20-0397" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-01_0397.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Bekleidungsindustrie gegeben. Es war mir deshalb ein Leichtes<lb/>
auf alle die Wünsche von <rs type="person" ref="#per__116977">Elias</rs> resp. Kritiken einzugehen. Ins<lb break="no"/>besondere hat mir <rs type="person" ref="#per__114963">Dinzl</rs> beim Hinüberfahren noch einmal die Er<lb break="no"/>gebnisse der Verhandlungen über das Multifaserabkommen in Genf<lb/>
berichtet. Der Hongkonger Beamte hätte ihm jetzt bestätigt, was<lb/>
ich bereits seinerzeit in Hongkong mit dem Wirtschaftsminister<lb/>
gesprochen habe, dass nämlich Hongkong bereit ist uns sämtliche<lb/>
Exportlizenzen zur Verfügung zu stellen und in Selbstbeschränkung<lb/>
alle Billigstimporte so wie ich dies jeztt auch mit Israel über<lb/>
die Strumpfhosen vereinbart habe, in Selbstbeschränkung zu verhindern.<lb/>
Ich habe dies natürlich sofort mitgeteilt, aber loyalerweise und<lb/>
um unsere Beamten, die aktiv sind, auch in der Öffentlichkeit heraus<lb break="no"/>zustreichen, <rs type="person" ref="#per__114963">Dinzl</rs> ganz besonders erwähnt. Wenn ich mir die In<lb break="no"/>formationen von <rs type="person" ref="#per__136790">Wagner</rs>, resp. <rs type="person" ref="#per__107939">Römer</rs> anhöre, der mir bei jeder<lb/>
Ausstellung die Quadratmeterfläche und die Ausstelleranzahl<lb/>
als grosse Information mitteilt, so kann an wirklich hier schon<lb/>
den Unterschied erkennen. Leider dürfte auch das Branchenreferat<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__114085">Grumbeck</rs> nicht so leicht die Ergänzung und Nachfolge von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114963">Dinzl</rs> antreten können. <rs type="person" ref="#per__114963">Dinzl</rs> selbst hat mir gegenüber erklärt,<lb/>
da wir jetzt im Überwachungskomitee des Multifaserabkommens drinnen<lb/>
sind, dass es genügt, wenn er ein Monat dort in Genf sich als ganz<lb break="no"/>tätiger Experte zur Verfügung stellt</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Nachdem ursprünglich zwei Monate gefordert wurden,<lb/>
glaube ich wird es wahrscheinlich auch mit 3 Wochen gehen, lass Dir<lb/>
vorlegen wenn dies in den Ferien ist, sollte man <rs type="person" ref="#per__114963">Dinzl</rs> wirklich zu den<lb/>
wichtigsten Sitzungen zumindestnes hinschicken.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_09">Da die Wochenschau und sonstige private Knipser unbedingt wollen,<lb/>
dass ich gewisse Stände besuche oder gewisse gute Bilder ihnen<lb/>
zukommen lasse, bin ich stets berit alle ihre Wünsche zu erfüllen.<lb/>
Interessant war nur, dass zur Fa. Schöps die anderen gar nicht<lb/>
hineingegangen sind und meine Frau, die ja bei jeder Damenmodenwochen<lb break="no"/>eröffnung immer dabei ist, weil sie berufliche und natürlich auch<lb/>
frauliche Interessen hat, hat gehört, wie man draussen sagte,<lb/>
nach da gehen wir nicht hinen, das schädigt ja fast unseren Ruf.<lb/>
In Wirklichkeit handelt es sich naütrlich um die Konkurrenz, die<lb/>
sie hier bei der Fa. Schöps spüren und sind in jeder Beziehung bös.<lb/>
Da es mir aber vollkommen egal ist, ob ich geknipst und gefilmt werde<lb/>
u.a. habe ich mich natürlich sofort auf die Strumpfhosenreklame,<lb/>
<pb n="20-0398" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-01_0398.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>5.80 S gestürzt, es handelt sich nur mehr um ein auslaufendes<lb/>
Kontingent verbilligter Ware, wie mir Herr <rs type="person" ref="#per__126228">Böhm</rs> versichert, so hoffe<lb/>
ich, dass dieses vom Standpunkt der Qualität und der Objektivität<lb/>
gegenüber der Bekleidungsindustrie nicht allzu sehr nachgetragen<lb/>
werden wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_10">Der tunesische Minister <rs type="person" ref="#per__140813">Ayari</rs> und der Geschäftsträger <rs type="person" ref="#per__140703">Pash</rs> alles<lb/>
daran setzen, um den tunesisch-österreichischen Handel zu verstär<lb break="no"/>ken. Insbesondere brauchen sie da entsprechende Hilfe vonm Entwick<lb break="no"/>lungssektor. <rs type="person" ref="#per__140813">Ayari</rs> hat deshalb eine Aussprache mit Bundeskanzler<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gehabt. Ich bin überzeugt davon, dass hier ganz grosse<lb/>
Zusicherungen gemacht wurden, obwohl <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wahrscheinlich mit<lb/>
seinen Mittelan auch sehr beschränkt ist. Ich fürchte, dass es öhn<lb break="no"/>lich wie am ERP-Sektor im Grenzland, wo nur 200 Mill. zur Verfügung<lb/>
stehen und diese bereits einige Male versprochen wurden, dann letz<lb break="no"/>tenEndes zu einem ganz grossen Streit kommen wird, wer die 200 Mill.<lb/>
konkret bekommt und wer die Entwicklungshilfe, die im Budget vorge<lb break="no"/>sehen ist, konkret bekommt. Die Tunesier möchte, das jetzt<lb/>
unser Handelsvertrag aus dem Jahre 1964 reformiert wird. Sie stellten<lb/>
sich vor, dass wir Kontingente festlegen. Dies ist aber deshalb nicht<lb/>
notwendig, weil Tunesien jetzt GATT-Mitglied wird, und damit<lb/>
automatisch alle Vorteile der Lieferung haben kann. Es gibt dann<lb/>
keinerlei Beschränkungen mehr mit Ausnahme von Wein als Agrarprodukt.<lb/>
Hier hat <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> mit Recht darauf hingewiesen, dass es notwendig ist,<lb/>
dass sich Tunesien einen Generalvertreter sucht. Da wir unser<lb/>
Weinkontingent grössenordnungsmässig aufteilen und der Gen.Vertreter<lb/>
dann jedes Land bestimmen kann, aus dem er den Wein bezeiehen will,<lb/>
muss eine Zentralisierung erfolgen. WEnn viele Importeure sich das<lb/>
Kontingent aufzuteilen haben, ist meistens der Erfolg der, dass<lb/>
andere Länder einen Vorteil aus dieser Zersplitterung haben. BEzüglich<lb/>
Rohöl, welches er angeboten aht, wird er mit der ÖMV Besprechungen<lb/>
zu führen hat, er besucht morgen die Raffinerie in Schwechat. Richtig<lb/>
ist, dass sie uns Rohöl angeboten haben und wir nicht nehmen konnten,<lb/>
weil die Preis exorbitant hoch gewesen sind. Ähnlich verhält es<lb/>
sich mit dem Phosphatlieferungen. Der Wirtschaftsminister ist bei<lb/>
einer UNCTAD-Tagung hier und meinte, er hätte einen privaten Be<lb break="no"/>such geplant und jetzt führt er mit allen bedeutenden Leute ununter<lb break="no"/>brochen Besprechungen. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> ersuchte mich zuzustimmen, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs>, der jetzt nach Tunesien fährt und ich habe seine Reise dort<lb break="no"/>hin <rs type="person" ref="#per__140813">Ayari</rs> mitgeteilt, was ihn sehr freute, dass gleichzeitig auch<lb/>
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Tunesien geschlossen wurden unterzeichnen und nicht unser<lb/>
Botschafter in Tunesien. Bie dieser Gelegenheit erfuhr ich vom<lb/>
Geschäftsträger <rs type="person" ref="#per__140703">Pash</rs>, dass auch <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> nach Tunesien kommen<lb/>
wird. Hier zeigt sich, dass das Handelsministerium wirklich<lb/>
grössere ZUrückhaltung übt als manche andere Ministerien, die<lb/>
jede GElegenheit nützen, um doch ins Ausland zu kommen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_11">Die ZUrückhaltung hat auch <rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs> bei einer Aussprache mite<lb/>
Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> dokumentiert. Da wir <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> nicht ununterbrochen<lb/>
in jedes Land, wo <choice><choice><sic>Herkunftsbezeichnungen-REgelungen</sic><corr>Herkunftsbezeichnungsregelungen?</corr></choice></choice> verhandeln<lb/>
will, unsere Sparsamkeit zu dokumentieren, aht <rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs> erklrät,<lb/>
dass er z.B. nicht mehr nach Genf und Algerien mitfahren wird.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> meinte, er wüsste dass ich gegen ihn bin, was wirklich<lb/>
nicht stimmt, ich möchte nur mehr motivieren, dass er mehr für das<lb/>
Ministerium arbeiten sollte und nicht nur für seine Ideen<lb/>
soll auf alle Fälle bemerken, dsss nur ein einziger Mann ihn immer<lb/>
wiederunterstützt, wenn er dann ins Ausland reisen darf und<lb/>
dies ist <rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs>.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_12">Mit dem Büro dem Wiedergesundenen Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> und <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs><lb/>
gab es eine längere Überlegung wegen der Vorgangsweise aud dem<lb/>
Preissektor. Ein Preisgesetz jetzt husch-husch vorzulegen halte<lb/>
ich nicht für sehr zweckmässig. Optisch mag dies vielleicht etwas<lb/>
bringen, ich bezweifle dies. Im Parlament wird dieser Entwurf<lb/>
sicherlich abgelehnt, vorher in der Öffentlichkeit zerrissen<lb/>
und das Ergebnis ist dasselbe, das bis jetzt <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs>, der die Kompe<lb break="no"/>tenz hatte, erreichte, nämlich Null. <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> hat immer wieder alle<lb/>
Vorschläge des Gewerkschaftsbundes und der Arbeiterkammer im Parla<lb break="no"/>ment präsentiert und dort immer kärglich Schiffbruch erlitten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> meint, dann könnte man dies optisch und propagandistisch<lb/>
gut ausnützen _Ich frage mich dann, warum dies in den vergangenen<lb/>
4 Jahren nicht geschehen ist. InWirklichkeit kann man damit auch<lb/>
keinen Hund hinter dem Ofen hervorlocken und die Bevölkerung<lb/>
interessiert sich weniger, was alles abgelehnt wurde, dies hätte<lb/>
man propagandistisch schon immer und hat es auch der Bevölkerung<lb/>
gesagt, sondern warum die Preise steigen. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> hat deshalb bei der<lb/>
seinerzeitigen Jour Fixe Besprechung des Büros vorgeschlagen, ich<lb/>
sollte jetzt mit Briefen an die Landeshauptleute herantreten und sie<lb/>
auf ihre Verantwortung aufmerksam samchen und zu einer Besprechung<lb/>
einladen. Ich habe diese Entwürfe <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> vor der Ministerratsvor<lb break="no"/><pb n="20-0400" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-01_0400.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>besprechung gegeben und er hat dann dort erklrt, dass er mit meiner<lb/>
Vorgangsweise voll einverstanden ist. Buch ZUfall hat er bie einem<lb/>
Interview im Fernsehen, wie er sich ausdrückte dieselbe Meinung ver<lb break="no"/>treten. Er wollte nur eine kleine Änderung, die ich natürlich sofort vor<lb break="no"/>nahm und ich habe dann aus Beweisgründen die Entwürfe bei <rs type="person" ref="#per__115595">Reiter</rs><lb/>
neuerdings deponiert.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_13">Meine ärgsten Befürchtungen bei der Ministerratsvorbesprechung, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> eben jetzt sofort mit ganze Vehemenz Preisvorschläge<lb/>
wünscht, haben sich deshalb glaube ich nicht bestätigt, weil<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> nicht anwesend war. Wie sich später herausstellte, war er<lb/>
auf Urlaub. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat zugegeben, dass er erwartet hat, dass Salzburg<lb/>
ein Mandat von uns und die FPÖ 2 Mandate verliert. Dass es umge<lb break="no"/>kehrt gekommen ist, hat ihn scheinbar sehr überrascht. Er hatte Prognose<lb/>
von der IFES von 26.III. wo 3 % SPÖ-Verlust und 3 % FPÖ-Verlust 1 %<lb/>
KPÖ-Gewinn und 1 % FPÖ-Gewinn im Dezember erhoben wurde. Hier hat sich<lb/>
scheinbar die Ifes, was die Quantifizierung betrifft, geirrt, Der<lb/>
Trend war allerdings richtig. 4 mal im Jahr 1973 hat die SPÖ ein<lb/>
Tief zu verzeichnen mit nur 43 %, das sind dann Feber Mai September<lb/>
aber auch Feber 1974 wo nur 43 % sich zur SPÖ bekennen und von den 15 %<lb/>
die nicht antworten ein Drittel erfahrungsgemäss dazu gerechnet bliebe<lb/>
48 %. Die Volkspartei liegt schlechter, wesentlich schlechter und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> ganz besonders.Bei der Bewertung der Partei aber für die<lb/>
einzelnen Länder egibt sich, dass nur Wien gut ist Burgenland schon<lb/>
schlechter, NÖ Steiermark ud Kärnten noch ein bisschen schlechter<lb/>
und Salzburg Tirol und Vorarlberg mit 0,76 bereits das Tief ankündigten<lb/>
Am entsetzlichsten ist aber Niederösterreich. Das schlechte Abschnei<lb break="no"/>den in Salzburg aer ganz besonders in Tirol ist auf die katholischen<lb/>
Wähler zurückzuführen, die uns mit dem § 144, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sich aus<lb break="no"/>drückte weggetrieben werden. Das Plakat von <rs type="person" ref="#per__137200">Lechner</rs>, wo er sich<lb/>
die Krawatte bindet und welches am Anfang als unzweckmässig- ein<lb/>
bisschen belächelt wurde, hat sich als Sophistik heraus<lb break="no"/>gestellt und war besser als der harte adrett gekleidete <rs type="person" ref="#per__97994">Steinocher</rs>.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, <rs type="person" ref="#per__97994">Steinocher</rs> treffe überhaupt keine Schuld, er sei<lb/>
der beste Mann, was <rs type="person" ref="#per__98066">Robert Weisz</rs> allerdings mir gegenüber entschieden<lb/>
bestritt. Die Spannung zwischen Gewerkschaften und <rs type="person" ref="#per__97994">Steinocher</rs> sind ja<lb/>
leider nicht nur in Salzburg bekannt sondern ach bei uns. Nach Meinung<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gibt es erstens die Bundespolitik, die die Hauptrolle ge<lb break="no"/>spielt hat und zweitens <rs type="person" ref="#per__137200">Lechner</rs> und drittens die Gleichgewichtswähler,<lb/>
die nicht einen sozialistischen Bundespräsidenten, Bundeskanzler und<lb/>
<pb n="20-0401" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-01_0401.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>jetzt vielleicht noch eine Landeshauptmann wünschen. Aussedem sie<lb/>
ein grosser Fehler, dass unsere Propaganda noch immer davon aus<lb break="no"/>geht, noch ein Ruckerl und wir haben einen SPÖ-Landeshauptmann.<lb/>
Die Bevölkerung entscheidet ausserdem nicht nach zweckmässigkeit<lb/>
und wirtschaftlichen Gründen. Salzburg ist ein Fremdenverkehrs<lb break="no"/>zentrum, aberwenn 20 Düsenflugzeuge täglich in Maxglan landen,<lb/>
dann sind die Anrainer dagegen. WEnn dies Eisenbahner feststellen<lb/>
müssen, dsss insbesondere die Gäste das Land überschwemmen und sie<lb/>
die teuren Preise haben, dann sind sie dagegen. WEnn man bei einem<lb/>
Gasthausbesuch bemerkt, dass die Deutschen natürlich weil sie<lb/>
in der MEhrzahl sind, bedient werden und viellecht sogar schneller<lb/>
bedient werden, dann regt das die einheimische Bevölkerung auf. Nur<lb/>
wer am Fremdenverkehr unmitelbar profitiert, das sind die Arbeiter<lb/>
dort aber hauptsächlich die Unternehmer, die dort arbeiten auf diesen<lb/>
GEbiet, haben diese Profiteure am Fremdenverkehr und deren Ausbau<lb/>
grösseres Interesse. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, wir hätten die Länder hier<lb/>
wirklich in der Vergangenheit gut behandelt und sehr unterstützt.<lb/>
Die Landeshauptleute hätten dies nicht nur nicht anerkannt,<lb/>
sondern gegen die Bundesregierung bei jeder Gelegenheit Stellung<lb/>
genommen. Das typischeste Beispiel war der Stollendurchschlag<lb/>
bei der Tauernautobahn, <rs type="person" ref="#per__137200">Lechner</rs> hätte dort einen frenetischen Bei<lb break="no"/>fall auch von den Arbeiter gehabt. Der Bund zahlt, die Frau<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140814">Lechner</rs> ist die Patin, er hat den politischen Erfolg und selbst<lb/>
scheinbar Arbeiterschichten unterscheiden nict sondern meinen, er<lb/>
sei ein guter Landeshauptmann. Das Hauptproblem ist, dass schenbar<lb/>
unsere Partei nicht mehr weiss, was in der Bevölkerung los ist.<lb/>
Er möchte deshalb insbesondere die Parteireform vorantreiben<lb/>
Die wichtigsten Ausführungen aber hat <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> gemacht. Er meinte,<lb/>
der grosse Fehler sei, dass man immer wieder glaubt, die zweit<lb break="no"/>stärkste Partei im Land könne sich profilieren. Dies sei aber<lb/>
falsch und selbst eine Absenz der Bundespolitik bei Landtagswahlen<lb/>
helfe hier gar nichts. Dies hätten sie auch im Burgenland festge<lb break="no"/>stellt, obwohl sich jetzt bestätigt, dass das burgenländische Er<lb break="no"/>gebnis das günstigste nach Wien gewesen ist und wahrscheinlich auch<lb/>
bleiben wird. Ich meinte, wir hätten uns von der kämpfenden Partei<lb/>
zur zuschauenden Partei entwickelt. So wie beim Fussballmatch<lb/>
kämpft die Regierung die die Partei schaut zu, spendet Beifall wenn<lb/>
ein Tor oder ein Gutpunkt gelingt und kritisiert sonst mit der<lb/>
grossen Masse der anderen Zuschauer. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, es wäre hatl<lb/>
so dringend notwendig, dass ein Sozialindex geschaffen wird.</p><pb n="20-0402" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-04-01_0402.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Ich weiss, dass unsere Sozial<lb break="no"/>bastler sagen, so etwas ist unmöglich. Ich kann<lb/>
mir aber nicht vorstellen, dass wir noch doch auch<lb/>
eine Lösung finden. BItte Gespräche weiterführen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_15">Meine Meinung zu der Salzburger Wahl habe ich bereits vor der<lb/>
Wahl dokumentiert und die ganze Diskussion ist natürlich notwendig,<lb/>
aber kaum neue Erkenntnisse liefernd. Unser Hauptproblem ist, dass<lb/>
die SPÖ immer eine Partei war, die angegriffen hat und jetzt müsste<lb/>
sie verteidigen. Das hat sie nie gelernt, wird sie nie lernen und<lb/>
kann sie nicht. Wenn es darum gehen wird, dass wir in Hinkunft<lb/>
die Bundespräsidentenwahlen schlagen müssen, wird es wieder zu<lb/>
einer Angriffswelle kommen und hier bin ich überzeugt, werden wir<lb/>
gut abschneiden. Die ersten Ergebnisse der Meinungsumfragen lassen<lb/>
klar und deutlich erkennen, dass <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> mit grossem Ab<lb break="no"/>stand <rs type="person" ref="#per__98091">Withalm</rs> schlagen wird. Acuh sozialistischen Sympathisanten<lb/>
sind unbedingt für <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs>. NUr <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> htäte noch knapp<lb/>
eine Chance <rs type="person" ref="#per__98091">Withalm</rs> zu besiegen, aber das wäre ein ganz grosses<lb/>
Risiko, da man letzten Endes doch nicht weiss, wie die weiblichen<lb/>
Wähler reagieren.Diese Untersuchungen stammt von der <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs>-Mei<lb break="no"/>nungsforschungsgruppe. Diese ist nicht repräsentativ für mich<lb/>
auch dann wenn er bei der Hochrechnung die zu wenigen Bauernanteile<lb/>
korrigiert gibt aber immerhin enen Anhaltspunkt insbesondere über<lb/>
das Verhalten der sozialistischen Sympathisanten-Wähler und auch<lb/>
natrülich der Parteimitglieder. Ich diskutierte abends noch über<lb/>
dieses Problem mit <rs type="person" ref="#per__97627">Heinzi Kienzl</rs> aber auch über die finanzielle<lb/>
Finanzierung des Exportes. Die OeNB und <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> stehen nach wie vor<lb/>
auf dem Standpunkt, dass sie die Refinanzierung durchführen, wenn<lb/>
sich die Kreditabkommen an die Kreditlimits halten. 12 % Kredit<lb break="no"/>zuwachs pro Jahr, die jedes Institut genau festgelegt und jedes<lb/>
Institut kann dann mit Refinanzierungswünschen die die Nationalbank<lb/>
herantreten, die alle erfüllt werden. Hier hat <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> aller einen<lb/>
so guten Bremsfaktor eingebaut, dsss die Refinanzierungswünsche sehr<lb/>
minimal sein werden. Der Kreditapparat kommt eben mit dem 1 %<lb/>
Zuwachs nicht aus. ICh verstehe die Standpunkte der Nationalbank<lb/>
aber für dn Export wird es damit äusserst schwierig sein, die not<lb break="no"/>wendigen Mittel zu bekommen.Die Kontrollbank allerdings oll eine<lb/>
Auslandsfinanzierung von 1,9 Mia von dern OeNB genehmigt bekommen<lb/>
und aus dem inländischen Kapitalmarkt soll incl. einer 500 Mill<lb/>
Offenmarktpolitik 1,7 Mia aufgebracht werden. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> meint<lb/>
aber ebenfalls, dass der Eckzinsfuss erhöht werden muss, waus<lb/>
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sie nämlich nicht der Fall ist, werden die Anleihen garantiert<lb/>
liegen bleiben, resp. vom Bankenkonsortium übernommen werden müssen.<lb/>
Dadruch wird die Liquidität und die Finanzierung der Kredit<lb break="no"/>institute weiter eingeschränkt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_16"><rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> wollte die Minister für die deutsch-österreichische Raum<lb break="no"/>ordnungskonferenz am 17. Mai in Passau gewinnen. Insbesondere Mini<lb break="no"/>ster <rs type="person" ref="#per__140762">Vogel</rs> und sein Staatssekretär kommen nur, wenn <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> kommt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wieder aht gar kein Interesse und ich habe mich vor diese<lb/>
Diskussion bereits entschuldigt, dass ich daran nicht teilnehmen<lb/>
kann, unter uns gesagt, aber auch gar nicht teilnehmen will.<lb/>
Dieser Riesenauftritt von Bundeskanzler und drei Ministern,<lb/>
die in Wirklichkeit gar keine konkreten Besprechungen führten,<lb/>
würde uns optisch gar nichts bringen, vom Materiellen ganz zu<lb/>
schweigen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_17">Über die zukünftige Arbeit für die nächsten 1 1/2 Jahre will<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> eine Aussprache am Dienstag den 16. April um 10 Uhr<lb/>
soll der Ministerrat sein und anschliessend um 11 Uhr eine<lb/>
vertrauliche <choice><choice><sic>ganztätige</sic><corr>ganztägige?</corr></choice></choice> Sitzung, die nicht angekündigt werden soll.<lb/>
Hier soll man über die gescheiterten SPÖ-Wünsche insbesondere die<lb/>
Wohnung sprechen. Acuh über die Preise obwohl <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> gemeint hat,<lb/>
hier sei die soz. Regierung nicht gescheitert. Wir hätten seiner<lb/>
Meinung nach das Möglichste getan.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte Dienstag-Termin sperren.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_19">Präs. <rs type="person" ref="#per__136642">Förster</rs> von der Bundeskammer hat mir beim Mittagessen gegen<lb break="no"/>über bemerkt, dass der Handelsdelegierte in Ostberlin <rs type="person" ref="#per__140378">Castek</rs><lb/>
bei den DDR-Behörden nicht ankommt. Ich habe mich aus diesem Grund<lb/>
veranlasst gesehen, dies ncht nur zu bestätigen sondern auch die<lb/>
Bemerkung von <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs>, er sagt mir nur unter vier Augen, dass ein<lb/>
Konsumkontingent, welches auf 450 Mill. heuer aufgestockt werden<lb/>
wird, weil er diese Ziffern nicht <rs type="person" ref="#per__140378">Castek</rs> mitteilen will. Wenn ein<lb/>
Handelsdelegierter so grosses Misstrauen der Behörde hat wo er<lb/>
akkreditiert ist, so kann er kaum wirklich zweckmässige Geschäfte<lb/>
machen. <rs type="person" ref="#per__136642">Förster</rs> wussteüber die Auseinandersetzung- mit Sekr. <rs type="person" ref="#per__97343">Beil</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__140378">Castek</rs> und ich hoffe, er wird auch diesbezüglich <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> berichten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-04-01_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte für nächsten Jour Fixe vormerken.</p></div>
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               <occupation>Beamter/Personalvertreter HM</occupation>
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               <persName type="label">Grumbeck, Otto</persName>
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               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Weihs, Oskar</persName>
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               <occupation>Landwirtschaftsminister bis 1976</occupation>
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               <persName type="label">Zöllner, Otto</persName>
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