<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="staribacher__19740307.xml" prev="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19740306.xml" next="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19740308.xml" xml:base="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at">
   <teiHeader>
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title type="main">Donnerstag, der  7. März 1974</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
            <respStmt>
               <resp>Conversion to TEI</resp>
               <persName>Gustav Graf</persName>
            </respStmt>
            <respStmt>
               <resp>Digitisation, OCR correction and named entities tagging</resp>
               <persName>Gustav Graf</persName>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
            <availability>
               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc>
               <msIdentifier>
                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band20_1974-03-07</idno>
               </msIdentifier>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc>
         <creation>
            <date when="1974-03-07">Donnerstag, 7. März 1974</date>
         </creation>
      </profileDesc>
      <revisionDesc>
         <change type="creation" when="2016-11-21">exported as basic TEI from corrected tesseract output.</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">cleaned automatic tesseract-export by cleanExport.xsl script</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">moved first pb element out of attachment divs by cleanExport-patch2.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-11" who="acdh:ds">find and note personalAgenda as a subtype cleanExport-patch.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-19" who="acdh:ds">whitespace in paragraphs, lb and pb fixes by cleanExport-patch3.xsl</change>
      </revisionDesc>
   </teiHeader>
   <text xml:base="http://192.168.0.9/staribacher/src/scans/Band20/">
      <body>
         <pb n="20-0308" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-03-07_0308.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-03-07_01">Donnerstag, 7. März 1974</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-03-07_02">Direktor <rs type="person" ref="#per__111755">Castellez</rs> von der österr. Kontrollbank teilt mit mit, dass<lb/>
Dynafit, die glauben 30 Mill. S Exportförderungskredite zur Ver<lb break="no"/>fügung zu haben, bereits vor etlichen Monaten auf 10 Mill. reduziert<lb/>
werden mussten. Als sich Dynafit von Humanic lostrennte, wurde der<lb/>
30 Mill. Kreditrahmen auf 15 jeder Firma zugesprochen und im Zuge der<lb/>
Restriktionsmassnahmen auf 10 Mill. reduziert. <rs type="person" ref="#per__111755">Castellez</rs> klagt,<lb/>
dass die Österr. Kontrollbank wie bereits Dr. <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> in Iran mitge<lb break="no"/>teilt hat, an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt ist.<lb/>
Die einzige Institution, die noch Spielraum hat und gut funktioniert<lb/>
ist der Exportfonds für die kleineren Leute, wo auch die Grenze für<lb/>
das Einzelgeschäft von 2 auf 3 Mill. erhöht wurde. Das Verfahren<lb/>
der Österr. Kontrollbank für Rediskont, wo Wechsel über sie bei dem<lb/>
Exportverfahren der Nationalbank eingereicht werden können, ist<lb/>
ausgeschöpft, d.h. die 3 Mia sind restlos vergeben. Da diese Grenze<lb/>
seit 1967 unverändert ist und insbesondere der Zinssatz mit 6,5 %<lb/>
äusserst günstig ist, kann man hier sich nur auf Grund der abgelau<lb break="no"/>fenen Geschäfte dann wieder neue Exportgeschäfte leisten. Das dritte<lb/>
so wichtige Exportförderungsgeschäft nämlich in Form von Anlagen<lb break="no"/>exporten, wo durch Haftungsgesetze die Refinanzierung gesichert ist,<lb/>
scheitert an dem Rahmen von 7 Mia S. Dieser müsste wesentlich er<lb break="no"/>höht werden. Allerdings ist hier zu befürchten, dass die Zinssätze<lb/>
von 7,5/8 % auf bis 9 % angehoben werden müssen. Die Österr. National<lb break="no"/>bank hat der Österr. Kontrollbank nur die Möglichkeit gegeben, heuer<lb/>
für 2 Mia S Auslandsanleihen aufzunehmen. Da die Österr. Kontrollbank<lb/>
wesentliche Rückzahlungen von Anleihen zurückzahlen muss, verbleiben<lb/>
ihr netto 700 Mill. S. Dafür hat sie aber bereits 1 Mia für Kuba<lb/>
und 1 Mia für Ostgeschäfte zugesagt. Es ist allerdings nicht das erste<lb/>
Mal wohl aber diesmal besonders hart, dass die Österr. Kontrollbank<lb/>
an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt ist.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__111755">Castellez</rs> meint, wenn im Kreditkontrollabkommen mit der Nationalbank<lb/>
wenigstens die Exportförderungswechsel absetzbar, d.h. nicht angerechnet<lb/>
werden, würde sich bereits eine Entlastung bei den Banken ergeben und<lb/>
damit die besser Möglichkeit der Exportfinanzierung. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> hat sich<lb/>
aber ganz entschieden dagegen ausgesprochen. Auch <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> steht auf<lb/>
dem Standpunkt, dass wenn er die Exportförderungskredite zu sehr<lb/>
lockert, dass dann sofort andere, z.B. Schulbaubeendigung Investitions<lb break="no"/>finanzierung, die dringend notwendig sind, kommen, und damit das ganze<lb/>
Kreditabkommen und die Stabilisierung, die wir mühsam aufgebaut haben,<lb/>
zusammenbrechen.</p><pb n="20-0309" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-03-07_0309.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-03-07_03">Wieder einmal mehr bin ich froh, dass ich nicht in <rs type="person" ref="#per__97311">Androschs</rs> Haut<lb/>
stecke.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-03-07_04">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__98095">Witzmann</rs> kommt mit seinem Iran-Vertreter, der 8 Jahre im<lb/>
Iran war und jetzt in der Wiener Zentrale arbeitet, um über die Zu<lb break="no"/>schläge der Porr AG zu referieren. Porr hofft noch immer, dass sie<lb/>
die Ausschreibung der internationalen Bank für das Dammprojekt be<lb break="no"/>kommen können. Diesbezügliche Verhandlungen werden in London derzeit<lb/>
geführt. Die einzelnen Offerte, die ich mir ansehe, zeigen, dass die<lb/>
Differenz bei ca. 12 Mia 200 bis 12,5 Mia Rial liegen. Wenn also<lb/>
die Detailuntersuchung der internationalen Bank ergibt, dass seinige<lb/>
Detailposten bei Porr in Zusammenarbeit mit den franz. Firmen und einer<lb/>
iranischen Firma besser liegen, so kann sie tatsächlich noch immer die<lb break="no"/>sen Zuschlag erhalten. <rs type="person" ref="#per__98095">Witzmann</rs> bestätigt mir neuerdings, dass es ein<lb/>
Wahnsinn ist, sie selbst haben diese Erfahrung gemacht, vor Abschluss<lb/>
eines Geschäftes Provisionen an Iraner zu bezahlen. Die Provisionszah<lb break="no"/>lungen allerdings gehen bis in die höchsten Kreise. Sie haben jetzt einen<lb/>
Arbeitsprozess anhängig, weil sie einen leitenden Angestellten, der<lb/>
Provisionen zu zahlen hatte, von dem sie aber angenommen haben, dass er auch<lb/>
für sich etwas abgezweigt hat, entlassen haben. Für einen Unternehmer<lb/>
muss es wirklich äusserst schwierig sein, auf seine Leute vertrauend<lb/>
die richtigen Männer in Iran zu finden, um dann nicht eventuell durch<lb/>
falsche Bestechung oder durch entsprechende Ableitungen in die eigene<lb/>
Tasche zu viel zu bezahlen und dann womöglich das Geschäft nicht zu bekom<lb break="no"/>men. Der normale Satz ist bei grossen Bauvorhaben 1 % und steigert sich<lb/>
dann bis zu den einzelnen Anlagegeschäften von 4,5 angeblich sogar 8 %,<lb/>
ich kann nur sagen, da bin ich auch immer glücklich, in Österreich<lb/>
zu wohnen, weil es sicherlich auch hier einige kleine Fische geben wird,<lb/>
die bei diesen unsauberen Methoden mitschwimmen, dass aber so hoffe<lb/>
ich zumindestens bei uns die Verhältnisse so sind, dass grössere Korrup<lb break="no"/>tionen kaum vorkommen. Sollten sie dann einmal sich doch ereignen,<lb/>
bin ich überzeugt, dass die Konkurrenz und der Neid das irgendeiner<lb/>
Zeitung zur Kenntnis bringen und dann entsprechend aufgedeckt wird.<lb/>
Dies ist der Vorteil der demokratischen Verwaltung, trotz ihrer<lb/>
so grossen Nachteile. Ich glaube, dass man kaum etwas verheimlichen<lb/>
kann.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-03-07_05"><rs type="person" ref="#per__98095">Witzmann</rs> hat in der Zwischenzeit in Iran seine Beziehungen spielen lassen,<lb/>
um zu klären, wer tatsächlich Zement liefern kann. Angeblich hat jetzt<lb/>
Donau-Eisen kein Offert abgegeben, sondern eine andere Firma Vienna ....<lb/>
die allerdings in Österreich er auch nicht kennt. Da <rs type="person" ref="#per__98095">Witzmann</rs> ein<lb/>
<pb n="20-0310" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-03-07_0310.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>grosser Bezieher von Zement ist, müsste er über diese Entwicklung besser<lb/>
Bescheid wissen als irgendwer anderer. Bezüglich der Firma Donau-<lb/>
Eisen wird er sich noch genauer erkundigen und mir Bescheid sagen.<lb/>
Er fragt, ob ich etwas dagegen habe, wenn er <rs type="person" ref="#per__116958">Muchner</rs>, resp. <rs type="person" ref="#per__116141">Las</rs>, die<lb/>
er beide sehr gut kennt und die angeblich bei Donau-Eisen die führenden<lb/>
Persönlichkeiten sein sollen, fragt. Ich erklärte rundweg, dass mir<lb/>
dies nur angenehm wäre.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-03-07_06">Bei der Betriebsrätekonferenz der Veitscher Magnesit sind auch alle<lb/>
Direktoren und Vorstandsmitglieder anwesend. Meinem Prinzip entsprechend<lb/>
referiere ich genauso als ob diese nicht wären. Ich setzte die Konjunktur<lb break="no"/>lage auseinander Und dass bei dieser immer die Unternehmen im Konjunktur<lb break="no"/>aufschwung mehr profitieren als die Arbeiter. In der anschliessend<lb/>
abgeführten Diskussion kommt natürlich auch der STEWEAG-Projekt Errich<lb break="no"/>tung eines Dammes und Speichers auf Hohen Tauern zur Sprache. <rs type="person">Artsiebler</rs>,<lb/>
der Direktor von der STEWEAG hat mir dezidiert erklärt, dass sie dieses<lb/>
Projekt jetzt zwar nicht anfangen aber ganz sicherlich in den nächsten<lb/>
Jahren in Angriff nehmen. Die Auflagen der Dammkommission werden bis ins<lb/>
letzte erfüllt und die Sicherheit für Trieben ist absolut gegeben. Die<lb/>
50 Beschäftigten im Bergbau oben können leicht wo anders unterkommen,<lb/>
weil die Baufirmen mehr oder minder sogar weitere Arbeiter brauchen wer<lb break="no"/>den. Die Direktoren der Veitscher möchten natürlich unter allen Umstände<lb/>
dieses Projekt verhindern. Da zuerst die Betriebsräte als sie das<lb/>
erste Mal vor Monaten bei mir wegen dieser Angelegenheit Vorabsprachen<lb/>
angenommen haben, es sie ein gemeinsames Projekt STEWEAG/Verbund,<lb/>
glaubten sie auch, dass ich über die Verbundgesellschaft entsprechenden<lb/>
Einfluss nehmen könnte. In der Zwischenzeit hat sich ergeben, dass es<lb/>
ein ausschliessliches STEWEAG-Projekt ist und ich habe es deshalb<lb/>
sehr leicht, den Direktoren zu sagen, hier müsste das Land Steiermark<lb/>
letzten Endes eine Entscheidung treffen. <rs type="person" ref="#per__113131">Niederl</rs> als Landeshauptmann<lb/>
müsste klar und deutlich sich entweder für den Bergbau oder für das<lb/>
Speicherwerk entscheiden. Da er gleichzeitig Präsident der STEWEAG ist<lb/>
ist für mich gar kein Zweifel, wie die Entscheidung ausfallen wird.<lb/>
Die politische Verantwortung wird er aber nicht auf mich abwälzen<lb/>
können, wie dies bereits ja beim Raffinerieprojekt Lannach LH <rs type="person" ref="#per__97664">Krainer</rs><lb/>
versuchte. Allerdings bin ich ihm damals auch nicht auf die Leimrute<lb/>
gegangen, sondern habe ganz im Gegenteil glaube ich so richtig entschieden<lb/>
dass die ausschliessliche Verantwortung wieder den steirischen Stellen<lb/>
in dem Fall beim steirischen Landeshauptmann liegt.</p><pb n="20-0311" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-03-07_0311.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-03-07_07">Der Metallarbeitersekretär <rs type="person" ref="#per__140798">Sagmeister</rs> als Hausherr meinte, da ich<lb/>
ablehnte zum Mittagessen mit den Direktoren ins Imperial zu fahren,<lb/>
dass ich damit auch die Betriebsräte geschädigt hätte, die sonst<lb/>
zu einem Essen gekommen wären. Ich bin aber überzeugt, dass wenn wer<lb/>
mit den Direktoren mitgegangen wäre, so wären es maximal 3 oder 4<lb/>
Zentralbetriebsräte gewesen und die anderen fast hundert hätten doch müs<lb break="no"/>sen irgendwo anders essen, was sie jetzt auch ohne mich getan haben.<lb/>
Manchmal denke ich oft, ob meine sture Haltung in diesem Punkt berech<lb break="no"/>tigt ist. Da man mich aber schon kennt, fasst man dies nicht als Arroganz<lb/>
auf sondern maximal halt als einen Vertreter, der halt weder<lb/>
Frack noch Orden noch Auszeichnungen noch Mittagessen im privaten<lb/>
Kreis mit Unternehmern annimmt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-03-07_08">In der Vorstandssitzung der Lebensmittelarbeiter kam die jetzt zum<lb/>
Abschluss gebrachte Lohnrunde, es sind nur noch die Molkereiarbei<lb break="no"/>ter und die Lohnschlächter ausständig, zur Diskussion. Dabei konnte<lb/>
ich feststellen, dass tatsächlich vom Jahre 1956 bis 1959, also<lb/>
4 Jahre keine Lohnbewegung bei den Molkereiarbeitern durchgeführt wurde.<lb/>
Mir ist es unerklärlich, wie damals <rs type="person" ref="#per__114575">Mantler</rs>, er war Obmann und hatte<lb/>
seine eigene und wie ich glaube sehr sture Politik gemacht, diese<lb/>
Zeit überbrückte. Für die Molkereiarbeiter, wie mir die Kollegen er<lb break="no"/>klärten, war es eine ganz furchtbare Situation. Ich weiss, dass <rs type="person" ref="#per__114575">Mantler</rs><lb/>
damals als er von einem Stabilitätsfimmel befallen war, unbedingt glaub<lb break="no"/>te, dass die Lebensmittelarbeiter hier mit gutem Beispiel vorangehen müs<lb break="no"/>sen. U.a. hatte er auch schwere Auseinandersetzungen mit Koll. <rs type="person" ref="#per__111702">Deutsch</rs> von<lb/>
der Ankerbrotfabrik seit er sich innerbetriebliche über diese Zeit<lb/>
hinweghalf. Damals hat man wahrscheinlich <rs type="person" ref="#per__114575">Mantler</rs> zugesetzt. er soll<lb/>
als starker Mann – Arbeiterkammerpräsident und Lebensmittelarbei<lb break="no"/>tergewerkschaftsobmann – einiges dazu beitragen, um die Stabilität<lb/>
aufrechtzuerhalten. Da man den Bauern auch keine höheren Preise zugeste<lb break="no"/>hen wollte, und vielleicht auch zugestanden hat, mussten auch die Kol<lb break="no"/>legen der Lebensmittelarbeitergewerkschaft auf ihren Löhnen sitzenbleiben<lb/>
Die Behauptung, dass es der Arbeiterschaft in der Koalition viel<lb/>
leichter und besser gelungen ist, ihre Forderungen durchzusetzen, ist<lb/>
damit eindeutig widerlegt. Dass in der ÖVP-Alleinregierung sich die<lb/>
Gewerkschaften kaum Zurückhaltung auferlegte, ausser soweit es die<lb/>
gesamtwirtschaftlichen Wirtschaftslage erfordert, ist selbstver<lb break="no"/>ständlich. Aber auch jetzt im Zuge der SPÖ-Alleinregierung wird von<lb/>
der Lebensmittelarbeitergewerkschaft und ich glaube auch von allen<lb/>
<pb n="20-0312" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-03-07_0312.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>anderen keine andere Politik betrieben. Soweit es die wirtschaftliche<lb/>
Lage ermöglicht, werden die Löhne entsprechend korrigiert. Für uns<lb/>
ist die Sitaution deshalb klar, weil wir mit unseren fast 4 Dutzend<lb/>
Verträgen das ganze Jahr hindurch Bewegungen haben. Mit der Fettindustrie<lb/>
wurde bei der letzten Vereinbarung festgehalten, dass nach 13 Monaten der<lb/>
neue Lohnvertrag vereinbart werden muss, dieser Termin ist der 1. März 74<add>?</add><lb/>
Mit der Zuckerindustrie wurde ein ähnlicher Vertrag abgeschlossen d.h.<lb/>
dass dort mit 1. Mai die neuen Löhne gelten werden. Ich bin sehr gespannt,<lb/>
wie lange ich diese schwierigen Balance-Akt zwischen Lohnforderungen<lb/>
der Gewerkschaft und Preisgenehmigung durch mein Ministerium ohne Absturz<lb/>
durchführen kann. Auf diesem Gebiet habe ich allerdings 25-jährige<lb/>
Praxis.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-03-07_09">Während der Vorstandssitzung liess <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wissen, dass er mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> und mir irgendeine Aussprache wünscht. Da ich die Sitzung nicht<lb/>
verlassen konnte und wollte habe ich nachher von <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> erfahren, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dort den Milchpreis zur Debatte stellte. Er meinte, man müsse<lb/>
mit 1. April den Bauern 25 Groschen zugestehen. Dies ist genau auch<lb/>
meine Absicht, obwohl ich über die Vorgangsweise nicht sehr glücklich<lb/>
bin. Wenn <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> diese seine Überlegungen den Bauernvertretern wissen<lb/>
lassen, sei es auch inoffiziell, so wird meine Taktik nicht aufgehen.<lb/>
Nach Überprüfung der Buchführungsgesellschaftsunterlagen möchte ich<lb/>
ein Spitzengespräch zuerst auf Beamtenebene mit den Interessensvertre<lb break="no"/>tungen führen, um dort die Arbeiterkammer entsprechende Vorschläge<lb/>
machen zu lassen, die sicherlich weit unter den 25 Groschen liegen wer<lb break="no"/>den, dann muss die Landwirtschaftskammer kämpfen, um in den nächsten<lb/>
Tagen entsprechende Erfolge zu erzielen, wenn sie dagegen schon weiss,<lb/>
dass sie 25 Groschen bekommen kann, wird sie auf alle Fälle erklären,<lb/>
damit ist sie nicht einverstanden, wird neue höhere Forderungen stellen<lb/>
und das ganze wird nicht so gut ausgehen wie z.B. die Benzinpreiserhöhung.<lb/>
Mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> habe ich bereits über die Erzeuger<lb break="no"/>milchpreise gesprochen und beide sind einverstanden, dass sie mit<lb/>
1. April und insbesondere auch in dieser Höhe gemacht werden können.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-03-07_10">Mit einem Teil der nö. Landesregierung, <rs type="person" ref="#per__97389">Czettel</rs> als Stellvertreter<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__134299">Litschauer</rs> von der AK. <rs type="person" ref="#per__97703">Ludwig</rs>, Finanzreferenten und <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs><lb/>
Landwirtschaftsreferenten, sowie zwei hohen Beamten der nö. Landesregie<lb break="no"/>rung haben <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> und ich über die nö. Förderung uns unterhalten.</p><pb n="20-0313" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-03-07_0313.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-03-07_11"><rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> machte, nachdem <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wieder einmal um 20 Minuten zu<lb/>
spät kam, die Bemerkung, man muss halt überall auf die Geldgeber warten<lb/>
dies sei in der Landesregierung auch nicht anders. In Wirklichkeit<lb/>
glaube ich, liegt es ausschliesslich an der Einteilung und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
will hier vielleicht <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nachmachen, der auch überall zu spät hin<lb break="no"/>kommt und damit nur erreicht, dass natürlich andere sehr verärgert sind.<lb/>
Man unterstreicht damit keinesfalls seine Wichtigkeit sondern in Wirk<lb break="no"/>lichkeit nur seine Unhöflichkeit. Vom Handelsminister war nur aus<lb break="no"/>ständig und <rs type="person" ref="#per__113022">Fabrizii</rs> hatte entsprechende Unterlagen zusammengetragen<lb/>
das Projekt Deutsch Altenburg. Hier möchten insbesondere der Fremdenverkehrs<lb break="no"/>landesrat und Wirtschaftslandesrat <rs type="person" ref="#per__114522"><sic>............</sic></rs> scheinbar für seinen poli<lb break="no"/>tischen Bezirk 30 Mill. S ERP-Mitteln zum Ausbau von Deutsch-Altenburg<lb/>
für eine der Gemeinde gehörenden Badegesellschaft. <rs type="person" ref="#per__97389">Czettel</rs> hat mir<lb/>
vorher bereits gesagt, dass er ganz entschieden dagegen ist. Das<lb/>
Projekt ist auch noch gar nicht entscheidungsreif, da sowohl die<lb/>
Baugenehmigung als auch die gewerblichen Konzessionen noch immer fehlen.<lb/>
Die Hoteltreuhand, welche den Kredit abwickeln müsste, hat sich deshalb<lb/>
ausserstande erklärt, diese jetzt zur Verfügung zu stellen. Selbst wenn<lb/>
die ERP-Kommission, was ich gar nicht annehme, zuschlagen würde. Ich<lb/>
habe insbesondere den anwesenden Landesräten auseinandergesetzt, dass<lb/>
damit die gesamte andre Förderung für NÖ gefährdet ist und die drei<lb/>
waren der Meinung, man solle noch einmal darüber reden, wenn der zustän<lb break="no"/>dige Landesrat und natürlich auch <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> dabei sind. Ein weiteres Problem<lb/>
war, dass die Niederösterreicher eine Erhöhung des Zinsenzuschusses<lb/>
von 1 %, die das Handelsministerium auf eine gemeinsame Aktion, 1,5 %<lb/>
Land, 1,5 % Handelskammer, l % Bund erhöht. IN diesem Fall habe ich darauf<lb/>
hingewiesen, dass damit auch alle anderen kommen würden, der Finanzmini<lb break="no"/>ster mir entsprechend mehr Mittel geben müsste und vor allem NÖ damit<lb/>
eigentlich den vielen Bewerbern einen schlechten Dienst erweist. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
sprach sich auch dagegen aus, weil er der Meinung ist, die Erhöhung von<lb/>
Zinssatzzuschüssen wird nur zu einer Verbesserung der Situation der Banken<lb/>
führen, die Kredite geben. Ich hoffe, dass er diese Stellungnahme auch<lb/>
bei allen anderen Aktionen, wo jetzt darauf gedrängt wird, entweder die<lb/>
Limits zu erhöhen oder erhöhte Zinszuschüsse zu gewähren, beibehält.<lb/>
Auf dem Agrarsektor hat <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> einige Projekt erörtert sie wollen die<lb/>
Gebiete im Einvernehmen mit NÖ zweiteilen in Region I und Region II<lb/>
und dort entsprechende Massnahmen für agrarische Operationen, Findling<lb break="no"/>steinsprengung, Telefonanschlüsse, Elektrifizierung usw. aufwenden.<lb/>
Nachdem ich einen Blick in die Unterlagen über die Schultern <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs'</rs><lb/>
gemacht habe, musste ich feststellen, dass er zwar eine Zusammenstellung<lb/>
<pb n="20-0314" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-03-07_0314.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>hatte von seinem Ministerium ausgearbeitet, die aber wirklich<lb/>
sehr unklar war. Auf der einen Seite stand Region I auf der anderen<lb/>
Seite Region II und III obwohl <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> nur immer von zwei Regionen<lb/>
sprach, dann hat man eine Zusammenfassung gehabt, Region I und II<lb/>
aber die Ziffern der Region II waren auch die der Zusammenfassung<lb/>
der Region I und II. Ich habe <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> darauf aufmerksam gemacht, er<lb/>
hat aber sofort die Unterlagen weggesteckt und sich gedacht<lb/>
die andere Seite kennt sich sowieso nicht aus. <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> dagegen hat<lb/>
sofort darauf hingewiesen, dass das letzte Mal man nicht<lb/>
von 30 Mill. für die Region und 100 Mill. AIK-Kredit gesprochen hat<lb/>
sondern von wesentlich mehr und <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> ihm dies auch schriftlich mit.<lb/>
geteilt hätte. Allerdings Gott sei Dank nur in einer Globalsumme.<lb/>
Ich war innerlich ein bisschen beruhigt, dass also auch an<lb break="no"/>dere Minister dem Minister Unterlagen liefern, die keinesfalls ein<lb break="no"/>deutig und klar und vor allem einmal so aufbereitet sind, dass ein<lb/>
Minister sich sofort bis ins Detail auskennt. Ich glaube eine solche<lb/>
Zusammenstellung kann man wahrscheinlich wirklich im Finanzministe<lb break="no"/>rium erwarten. Was einem eben in so einem Fall fehlt , ist nichts<lb/>
anderes als Detailkenntnisse, Detailkenntnis und Detailkenntnis.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-03-07_12">Bei dem Gespräch über Bevorratung mit dem Finanzminister und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, Dr. <rs type="person" ref="#per__139946">Ivanka</rs> von der Handelskammer, Präs. <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__140313">Helbich</rs><lb/>
von der Industriellenvereinigung, stellte sich heraus, dass auch unser<lb/>
Bevorratungsgesetzentwurf nicht die Zustimmung der Handelskammer und<lb/>
der Industriellenvereinigung findet. Es sind zwar nur Kleinigkeiten<lb/>
aber doch entscheidende Punkte. Die Handelskammer hat angeblich,<lb/>
obwohl mir dies immer wieder berichtete wurde, diesem Entwurf nicht<lb/>
zugestimmt. Insbesondere wehrt sie sich dagegen, dass bei Vertragslage.<lb/>
30 % und bei Pflichtlager 100 % Verfügungsrecht des Staates in dem Fall<lb/>
des Handelsministeriums vereinbart werden müsste. In der Schweiz seien<lb/>
50 % und dies sei auch nach Auffassung der Handelskammer das Maximale<lb/>
was man einem Unternehmer zumuten könnte, dass wenn er lagert, er dann<lb/>
anderen Firmen abgibt. Weitere Wünsche sind, dass bei der Durch<lb break="no"/>führung der Einlagerung und wenn diese vor allem einmal nicht vereinba<lb break="no"/>rungsgemäss geschieht nicht ein Mehrfaches des Wertes als Strafe und<lb/>
dann zusätzlich noch eine Verwaltungsstrafe verhängt werden kann.<lb/>
Ausserdem gibt es sonst noch Kleinigkeiten. Ich habe dort zugesichert,<lb/>
dass wir in diesen Punkten keinen Richter brauchen werden, und dass<lb/>
ich <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> beauftragen werde, unverzüglich mit der Handelskammer<lb/>
jetzt eine Formulierung zu finden.</p><pb n="20-0315" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-03-07_0315.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-03-07_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Wieso wurde mir immer wieder erklärt, dass dieser<lb/>
Entwurf mit allen Interessensvertretungen abgestimmt<lb/>
und deren Zustimmung finden wird ?</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band20_1974-03-07_14">Über die finanzielle Seite konnte im Detail keine Einigung für alle<lb/>
Punkte erzielt werden. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ist bereit, eine 50 %-ige Abschreibung<lb/>
ausserordentlich zu geben, über den Kreditsatz, wo die Lagervorräte finan<lb break="no"/>ziert werden, müsse man mit der OeNB noch reden, ob sie von den 5,5 % derzei<lb break="no"/>tige Bankrate abgehen könnte, der Wunsch der Handelskammer aber mit 3,5 %<lb/>
hat kaum Aussicht durchzukommen. Hier müsste der Finanzminister aus dem<lb/>
Budget entsprechende Zinsstützungen vornehmen. Weiters verlangt die Han<lb break="no"/>delskammer noch Zinsstützungen für die Lagererrichtung. Auch hier konnte<lb/>
keine Einigung erzielt werden. Es wird erst in Detailverhandlungen darüber<lb/>
zwischen Finanzministerium und Handelskammer und Industriellenvereinigung<lb/>
darüber gesprochen. Einigkeit herrscht dagegen darüber, dass die Lager<lb break="no"/>vorräte aus dem Einheitswert ausgeschieden werden und damit alle vermögens<lb break="no"/>abhängigen Komponenten auf Null gestellt werden. Die Bundeskammer wünscht<lb/>
nur noch auch jetzt für die Ertragskomponenten eine entsprechende Reduk<lb break="no"/>tion. Hier hab aber der Finanzminister sich keinesfalls bereit erklärt, Zugeständ<lb break="no"/>nisse zu machen. Der anwesende Sekt.Rat <rs type="person" ref="#per__123331">Kienast</rs>, der dafür zuständig ist<lb/>
hat sich in der ganzen Diskussion überhaupt nicht gemeldet, hier ist all<lb break="no"/>lerdings der Vorteil bei <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, der als Wirtschaftsprüfer die Materie<lb/>
aus dem Effeff beherrscht, dass er natürlich genau weiss, welche Massnahmen<lb/>
hier in jedem einzelnen Fall gesetzt werden müssen und welche Folgen gewisse<lb/>
Wünsche der Handelskammer für die steuerliche Seite hat. Bei solchen Be<lb break="no"/>sprechungen komme ich immer mehr zur Überzeugung, dass in Wirklichkeit<lb/>
Minister, die aus politischen Gründen irgend in ein Amt berufen werden,<lb/>
wo sie nicht vorher durch jahrelange Tätigkeit sich auch wirklich mit der<lb/>
Materie sich schon vertraut machen können, in einer furchtbaren Situation<lb/>
sind. Da die Tendenz auch in diesem Amt immer mehr zum Fachmann hin tendiert,<lb/>
fallen natürlich alle anderen, die nicht entsprechende Voraussetzungen mit<lb break="no"/>bringen leicht ab. Andererseits wieder ist es natürlich auch nicht eine<lb/>
ideale Lösung, wenn ein Nur-Fachmann in ein solches Amt berufen wird,<lb/>
der politisch kein Gefühl hat und keine entsprechende Verankerung. Die<lb/>
Möglichkeit, einen tüchtiger Politiker hineinzustellen und zu warten,<lb/>
bis er sich in die Materie eingearbeitet hat ist zwar theoretisch mög<lb break="no"/>lich, in der Praxis aber glaube ich hat er nicht die Zeit, um sich wirk<lb break="no"/>lich hier so eingehend mit der Materie vertraut zu machen, dass er sein<lb/>
politisches Gspür mit dem Fachwissen dann vereint nutzen kann, um sein<lb/>
Amt ideal zu verwalten. Ich muss zugeben, dass es <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> weitestgehend<lb/>
<pb n="20-0316" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-03-07_0316.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gelungen ist, in der Auswahl seiner Minister eine richtige Kombination<lb/>
zu finden. Auch das gehört zu den unumstrittenen Fähigkeiten des grossen<lb/>
Zampano.</p></div>
      <div type="back"><pb n="20_0307_01" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band20/20_1974-03-07_0307-01.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="cabinetAgenda">
            <head>Tagesprogramm, 7.3.1974</head>
            <gap reason="sampling"/>
         </div>
      </div></body>
      <back><listPerson><person xml:id="per__97389">
               <persName type="label">Czettel, Hans</persName>
               <persName><surname>Czettel</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>nö. LH-Stv., SPÖ</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__111755">
               <persName type="label">Castellez, Paul</persName>
               <persName><surname>Castellez</surname><forename>Paul</forename></persName>
               <occupation>Direktor Kontrollbank</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97668">
               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/118566512</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__111702">
               <persName type="label">Deutsch, Josef</persName>
               <persName><surname>Deutsch</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>BV Wien-Favoriten, Wr. SPÖ-GR-Abg., stv. LUGA-Vors., BRO
                  Ankerbrot</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__114522">
               <persName type="label">Schneider, Karl</persName>
               <persName><surname>Schneider</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>nö. LR f. Wirtschaft u. Fremdenverkehr, ÖVP</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__116958">
               <persName type="label">Muchna, Anton</persName>
               <persName><surname>Muchna</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>ehem. GF GESIBA</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__112956">
               <persName type="label">Schwarz, Walter</persName>
               <persName><surname>Schwarz</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>Sekt.R HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__114575">
               <persName type="label">Mantler, Karl sen.</persName>
               <persName><surname>Mantler</surname><forename>Karl sen.</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__134299">
               <persName type="label">Litschauer, Hans</persName>
               <persName><surname>Litschauer</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>Kammeramtsdir. AK NÖ</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__116141">
               <persName type="label">Las, Josef</persName>
               <persName><surname>Las</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>ZS. Gew. Bau-Holz</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97769">
               <persName type="label">Mussil, Arthur</persName>
               <persName><surname>Mussil</surname><forename>Arthur</forename></persName>
               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__112031">
               <persName type="label">Maurer, Andreas</persName>
               <persName><surname>Maurer</surname><forename>Andreas</forename></persName>
               <occupation>nö. LH (ÖVP), AR-Vors. DoKW</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97346">
               <persName type="label">Benya, Anton</persName>
               <persName><surname>Benya</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>ÖGB-Präs., NR-Präs.</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/119083906</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__98112">
               <persName type="label">Zöllner, Otto</persName>
               <persName><surname>Zöllner</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>AK</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__113056">
               <persName type="label">Bierbaum, Matthias</persName>
               <persName><surname>Bierbaum</surname><forename>Matthias</forename></persName>
               <occupation>nö. ÖVP-LR, Präs. LWK NÖ</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97703">
               <persName type="label">Ludwig, Siegfried</persName>
               <persName><surname>Ludwig</surname><forename>Siegfried</forename></persName>
               <occupation>LH-Stv. bzw. LH NÖ, ÖVP</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__113022">
               <persName type="label">Fabrizii, Christoph</persName>
               <persName><surname>Fabrizii</surname><forename>Christoph</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__123331">
               <persName type="label">Kinast, Ernst</persName>
               <persName><surname>Kinast</surname><forename>Ernst</forename></persName>
               <occupation>Beamter FM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97664">
               <persName type="label">Krainer, Josef sen.</persName>
               <persName><surname>Krainer</surname><forename>Josef sen.</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__97627">
               <persName type="label">Kienzl, Heinz</persName>
               <persName><surname>Kienzl</surname><forename>Heinz</forename></persName>
               <occupation/>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/119100339</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__98053">
               <persName type="label">Wanke, Otto</persName>
               <persName><surname>Wanke</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>SChef HM</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/12195126X</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__97311">
               <persName type="label">Androsch, Hannes</persName>
               <persName><surname>Androsch</surname><forename>Hannes</forename></persName>
               <occupation>Finanzminister</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/118503049</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__97581">
               <persName type="label">Igler, Hans</persName>
               <persName><surname>Igler</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>IV, GD Wr. Schwachstromwerke (WSW)</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__98055">
               <persName type="label">Weihs, Oskar</persName>
               <persName><surname>Weihs</surname><forename>Oskar</forename></persName>
               <occupation>Landwirtschaftsminister bis 1976</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/130620351</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__97518">
               <persName type="label">Haschek, Helmut Hans</persName>
               <persName><surname>Haschek</surname><forename>Helmut Hans</forename></persName>
               <occupation>GD Kontrollbank</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/170084094</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__113131">
               <persName type="label">Niederl, Friedrich</persName>
               <persName><surname>Niederl</surname><forename>Friedrich</forename></persName>
               <occupation>steir. LH, ÖVP</occupation>
               </person>
            </listPerson></back></text>
</TEI>