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            <title type="main">Montag, der 18. Februar 1974</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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nicht doch auch von der OB einen Vertreter zu den Verhandlungen<lb/>
nach Lanersbach wegen der Schelitsuche schicken sollte. BRO<lb/>
<rs type="person" ref="#per__139769">Stöckl</rs> hat ihn ausdrücklich darum ersucht. Ich hatte zwar ursprüng<lb break="no"/>lich entschieden, dass nur der Berghauptmann von Graz daran teil<lb break="no"/>nehmen sollte, erklärte mich aber dann doch bereit, dem Wunsch des<lb/>
BRO, nachzukommen. <rs type="person" ref="#per__97377">Bukowski</rs> hat es übernommen, den MR <rs type="person" ref="#per__110981">Pelzl</rs> davon<lb/>
zu verständigen, in der Absicht der OB zu zeigen, dass er sich<lb/>
für die Wünsche der OB einsetzt. Zu unserer grössten Verwunderung<lb/>
hat dann <rs type="person" ref="#per__110981">Pelzl</rs> aber abgelehnt mit dem Hinweis, dass wenn der Herr<lb/>
Bundesminister die Abteilungsvorschläge ablehnt, dann legen sie<lb/>
keinen Wert darauf, wenn ein BRO interveniert, doch zu fahren.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__139769">Stöckl</rs> hat pausenlos, wie sich dann herausstellt, bei der OB inter<lb break="no"/>veniert und damit seiner Sache nur geschadet. Selbstverständlich habe<lb/>
ich diese Stellungnahme der OB zur Kenntnis genommen und sie keines<lb break="no"/>falls durch Weisung veranlasst, dass doch jemand fährt. Auf der<lb/>
einen Seite hat mich der Stolz dieser Leute beeindruckt, aber auf<lb/>
der anderen Seite die Frechheit, eine Entscheidung des Ministers<lb/>
auf solch eine Art abzulehnen, geärgert. ZS <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs> aber habe ich<lb/>
deutlich mitgeteilt, dass <rs type="person" ref="#per__139769">Stöckl</rs> das nächste Mal sich an ihn oder<lb/>
gegebenenfalls an mich wenden soll und eben nicht an die Beamten<lb/>
meines Ressorts.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: In HInkunft werden wir vorsichtiger vor<lb break="no"/>gehen müssen, auf alle Fälle aber werden wir<lb/>
die Dienstreisen der OB genauer unter die<lb/>
Lupe nehmen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_04">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> habe ich angerufen, weil in der Presse und im<lb/>
Rundfunk mitgeteilt wurde, dass er mit der Sowjetunion jetzt die<lb/>
weiteren Gaslieferungen über die 500 Mill., die ja bereits teilweise<lb/>
bekannt waren, erfolgreich abgeschlossen hat. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> erklärte, er<lb/>
hätte die Presse nicht informiert, was sicherlich nicht stimmt,<lb/>
er wird irgendwelche Andeutungen gemacht haben und meinte, dass<lb/>
ein Abschluss erst in der nächsten Zeit möglich ist. Die Sowjets<lb/>
erwarten einen 100 Mill. $ Kredit, um so wie beim ersten Mal mit<lb/>
der VÖEST ein Rohr-Gas-Geschäft abschliessen zu können. Der alte<lb/>
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ab, die seinerzeit vereinbarten Zusatzmengen von 25 Mill. waren<lb/>
mit 17.10 $ verrechnet worden und die neuen 500 Mill. werden<lb/>
ca. 28.- $ kosten. Das Wichtigste für diesen neuen Vertrag,<lb/>
der 10 – 20 Jahre dauern soll, wird eine Preisklausel sein, über<lb/>
die die Sowjets und die ÖMV Verhandlungen führen. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> bestreitet<lb/>
auch ganz entschieden, dass er von den 20 – 25 Mill. S Tagesverlust<lb/>
der Ölwirtschaft gesprochen hat. Da die ÖMV aber über ihre Schwe<lb break="no"/>sterfirma Elan die Journalisten zu einer Besprechung nach Kärnten<lb/>
geladen hat, wo sie neben Skifahren auch auf einem See Autos am<lb/>
Eis fahren lernen, eine Art Journalisten in Österreich zu beein<lb break="no"/>flussen, bin ich überzeugt, dass er dort sehr wohl solche Andeu<lb break="no"/>tungen gemacht hat. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat mich später angerufen und meinte,<lb/>
ihn hätte <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> damals ausdrücklich ersucht, er solle nicht in<lb/>
die Öffentlichkeit gehen und jetzt macht <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> dies selbst. Er<lb/>
wollte, dass ich im Ministerrat einen Bericht gebe und wird dann<lb/>
vom Ministerium aus eine entsprechende öffentliche Erklärung<lb/>
abgeben. Ich konnte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> davon überzeugen, dass es zweckmässiger<lb/>
ist, nach meiner Rückkunft aus der Sowjetunion. wo sicherlich auch<lb/>
dieses Problem inoffiziell zumindestens besprochen wird, einen dies<lb break="no"/>bezüglichen Bericht zu geben.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_05">Beim Jour Fixe war diesmal wieder nur <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> anwesend. Der Gross<lb break="no"/>industrielle <rs type="person" ref="#per__114599">Turnauer</rs> hat ihm erklärt, er hätte ein unterschrifts<lb break="no"/>reifes Projekt mit Iran und sei von seinem Vis a vis veranlasst<lb/>
werden, dass er unbedingt mit der Kommission mitkommt. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
hat eingesehen, dass es unmöglich ist, ihn in die Kommission auf<lb break="no"/>zunehmen, wohl aber, dass ich mich gar nicht dagegen wehren könnte,<lb/>
und auch nicht wollte, wenn er gleichzeitig in Teheran seine Verhand<lb break="no"/>lungen führt. Ich selbst weigerte mich strikte, ihn in die Kom<lb break="no"/>mission aufzunehmen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> wollte dann noch unbedingt wissen,<lb/>
ob ich ihn zu den gesellschaftlichen Veranstaltungen einladen<lb/>
würde, was ich, da ich ja nur ein Essen gebe, wo er bestimmt<lb/>
kaum teilnehmen kann und wird nur von den Persern abhängen wird,<lb/>
ob sie ihn einladen. Ich verwies auch darauf, dass auch <rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs><lb/>
von der Firma Bauer mich ersucht hatte, in die Delegation auf<lb break="no"/>genommen zu werden und ich dort dies ebenfalls ganz entschieden<lb/>
ablehnte. <rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs> wird angeblich auch zur selben Zeit in Teheran<lb/>
über Projekte, die sogar in die Milliarden $ gehen, verhandeln.</p><pb n="19-0244" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band19/19_1974-02-18_0244.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Ing. <rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs>, Fa. Bauer hat mir Unterlagen<lb/>
versprochen, bitte urgiere, wo sie sind.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_07"><rs type="person" ref="#per__114599">Turnauer</rs> wollte auch über <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> erreichen, dass er in der CSSR<lb/>
eine Repräsentanz errichten könne. Ich erklärte sofort, dass ich<lb/>
bei den letzten Verhandlungen in Brünn grosse Schwierigkeiten ge<lb break="no"/>habt habe, um die Repräsentanzen Österreichs insbesondere von den<lb/>
Edelstahlfirmen zu erhalten. Die Tschechen wolle alle liquidieren,<lb/>
eine neue zu errichten, ist sicherlich vollkommen aussichtslos.<lb/>
Seinerzeit haben die Oststaaten mir vorgeschlagen, ich sollte veran<lb break="no"/>lassen, dass diese Firmenvertreter in die Aussenhandelsstellen auf<lb break="no"/>genommen werden. Damit wären alle Oststaaten einverstanden. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
erklärte damals und er hat dies auch jetzt wiederholt, sie werden<lb/>
sich das Problem eingehend überlegen, glauben aber zustimmend. Sie<lb/>
befürchten mit Recht, dass dann die Aussenhandelssstelle von Privat<lb break="no"/>firmen übervölkert wird und sie in Privatgeschäfte hineingezogen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Kläre bitte, wie eine solche Konstruktion über<lb break="no"/>haupt rechtlich und praktisch möglich wäre.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_09"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> teilt mir mit, dass sie für den Iran Geschenke im Wert von<lb/>
20.000 S u.a. für den Schah ein Gewehr bereits gekauft haben. Er<lb/>
meinte, dass Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97854">Rabus</rs> von Steyr-Daimler-Puch ihm keinen be<lb break="no"/>sonderen Preis gemacht hat. Hier wäre ich sicherlich erfolgreicher<lb/>
gewesen, aber wozu soll ich mich einmischen, wenn es ohnedies<lb/>
ein Dritter bezahlt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_10">Eine Diskussion über die Ausdehnung des Gewerbestrukturverbesserungs<lb break="no"/>richtlinien, die ich anschnitt zog er Dr. <rs type="person" ref="#per__139990">Ecker</rs> von der Finanzab<lb break="no"/>teilung zu. Die Handelskammer wünscht die Ausdehnung über Betriebs<lb break="no"/>zusammenlegung, Verpflegungsbetriebe und bei gesetzlicher Verlagerung<lb/>
ich aber vor allem einmal Errichtung von Lagerkapazitäten. <rs type="person" ref="#per__139990">Ecker</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> wollte unbedingt, dass wir die ersten zwei Punkte machen<lb/>
und die Ausdehnung der Lagerkapazität zurückstellen. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> wäre<lb/>
bereit gewesen, die Tankstellen, die ausgeschlossen sind, zu akzeptie<lb break="no"/>ren, verlangt aber unbedingt, dass der Mineralölhandel einbezogen<lb/>
wird. Ich erklärte rundweg, dass ich derzeit dazu nicht in der Lage<lb/>
bin zuzustimmen, weil auch Dr. <rs type="person" ref="#per__113824">Hönlinger</rs> von der Bürges erklärt,<lb/>
<pb n="19-0245" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band19/19_1974-02-18_0245.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>er könne nicht überblicken, wie viele sich dann melden würden.<lb/>
Für die Handelsbetriebe würde im Bevorratungsgesetz Vorsorge ge<lb break="no"/>troffen werden. Da <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> erst die Kammeramtsdirektoren be<lb break="no"/>fragen will, ersucht er, dass wir die nächste Beiratssitzung<lb/>
nicht vor dem 15. März machen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs> :Bitte über <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> veranlassen, dass<lb/>
dieser Wunsch unbedingt erfüllt wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_12">Die Handelsgruppe dürfte in der Handelskammer verständlicherweise<lb/>
sehr starken Einfluss ausüben. Der Beirat hat nur mit Vorbe<lb break="no"/>halt des Handelskammer-Vertreters die Änderung dieser Richt<lb break="no"/>linien schon beschlossen. Die Arbeiterkammer hat jetzt weiter<lb break="no"/>gehende Wünsche gehabt, nämlich dass das Ministerium über die<lb/>
Lagermengen auch verfügen müsste. Dieser Wunsch wird von der<lb/>
Handelskammer natürlich ganz entschieden abgelehnt. Da ich schon<lb/>
den Beschluss des Beirates habe, warte ich jetzt ab, ob der<lb/>
Handelskammervertreter nach der Kammeramtsdirektoren-Sitzung<lb/>
jetzt nicht doch zustimmt. Auf alle Fälle möchte ich die Er<lb break="no"/>weiterung der Richtlinien für die Gewerbestruktur unter allen<lb/>
Umständen durchziehen. Dies nicht zuletzt deshalb, weil angeb<lb break="no"/>lich heuer uns ein grosser Teil der zur Verfügung stehenden Mit<lb break="no"/>tel übrigbleiben wird. Sollte dies der Fall sein, könnte ich<lb/>
ja in weiterer Folge die Handelsunternehmungen auch zum Ausbau<lb/>
ihrer Lagerkazpazität zulassen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte versuche weitere Berechnungsgrund<lb break="no"/>lagen zu erstellen, ob und wann wir ge<lb break="no"/>gebenenfalls auch die Handelsgruppe ein<lb break="no"/>schalten können.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_14">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> teilt mir auf mein Befragen mit, dass die<lb/>
Verhandlungen mit Polen auf Errichtung eines 300 MW-Elektrizi<lb break="no"/>tätswerks-Anteils in Polen noch immer an der Gleitung nicht<lb/>
weitergekommen ist. Sie haben einen diesbezüglichen Brief,<lb/>
wo sie urgieren nach Warschau geschickt und auch darauf wieder<lb/>
keine Antwort bekommen. <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> war aber erschienen, um mir<lb/>
mitzuteilen, dass es Schwierigkeiten gibt, den Dir. <rs type="person" ref="#per__97339">Baumgartner</rs><lb/>
von den Ennskraftwerken in die Donau zu tranferieren. Die<lb/>
ÖVP – Präs. <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs>, Aufsichtsratsvorsitzender der Verbund – hat<lb/>
ihn wissen lassen, dass das ein Kriegsfall wäre. In der Donau<lb/>
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Dreier-Vorstand genüge vollkommen. Die ÖVP sei einverstanden,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__97339">Baumgartner</rs> zu den Gemeinschaftskraftwerk Stein GKS als<lb/>
Geschäftsführer käme und ihrerseits würde <rs type="person" ref="#per__115015">Handl</rs>, ein Maschinen<lb break="no"/>ingenieur als Geschäftsführer nominiert werden. Die ÖVP ist auch ein<lb/>
verstanden, dass die Ennskraftwerke eine Betriebsgesellschaft wer<lb break="no"/>den, wo nach Ausscheiden von ÖVP-Direktor <rs type="person" ref="#per__140739">Debelnig</rs> am 6.6.1975<lb/>
<rs type="person" ref="#per__118726">Hochwimmer</rs> wahrscheinlich von der OKA hindelegiert wird. Eine<lb/>
Verankerung von <rs type="person" ref="#per__97339">Baumgartner</rs> in der Donau aber lehnen sie entschie<lb break="no"/>den ab. Ich erklärte <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs>, dass er versuchen soll, auf Ver<lb break="no"/>handlungs- und friedlichem Wege dieses Problem zu lösen. Sollte<lb/>
dies aber nicht möglich sein, dann würden wir gegebenenfalls, wenn<lb/>
die ÖVP einen Krieg will, diesen beginnen, da wir im Aufsichtsrat<lb/>
der Verbund, aber auch in der Donau nach Mitteilung von <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs><lb/>
die Mehrheit haben und dies durchziehen können. <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> wird ver<lb break="no"/>suchen, zu einer friedlichen Lösung zu kommen, aber gleichzeitig<lb/>
auch erklären, dass – wie sich ja auch bei der Strompreiserhöhung<lb/>
herausgestellt hat, der Minister eine andere Methode der Durch<lb break="no"/>setzung von Ideen hat. Die ÖVP möchte den scheinbaren parteilosen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114988">Hermann</rs>, der sich jetzt als Gen.Dir. der Donau fühlt aber keines<lb break="no"/>falls dazu ernannt wurde und den sogenannten unparteiischen Direktor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114462">Fenz</rs> abschirmen und ihre Kompetenzen nicht beeinflussen lassen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs>, der SPÖ-Vertreter, der gleichzeitig auch Bürgermeister<lb/>
ist, hat in den letzten Monaten wahrscheinlich sogar Jahren mit<lb/>
dem Betriebsrat NR <rs type="person" ref="#per__112931">Köck</rs> schwere Differenzen. <rs type="person" ref="#per__112931">Köck</rs> hat sich<lb/>
bei mir vor längerer Zeit schon beschwert, dass <rs type="person" ref="#per__114580">Kobilka</rs> selbst<lb break="no"/>herrlich, ohne mit den Betriebsräten Kontakt zu haben, regiert.<lb/>
Ich habe <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> klar und deutlich zu erkennen gegeben, dass<lb/>
so wie ich dies im Verbund wünschte auch bei allen Sondergesell<lb break="no"/>schaften mit den Betriebsräten und Betriebsvertretungen ein<lb/>
besseres Einvernehmen hergestellt werden muss als dies in der<lb/>
Vergangenheit der Fall gewesen war. Dies bedeutet keinesfalls<lb/>
dass die Direktoren auf unvernünftige Vorschläge Rücksicht<lb/>
nehmen müssen, das bedeutet keinesfalls dass Direktoren in<lb/>
ihrer Handelsfreiheit und Entscheidung beschränkt werden sollen.<lb/>
Dies bedeutet nur, dass sie eben im Zuge der Mitbestimmung und<lb/>
insbesondere meiner Gewerkschaftsideologie sich mit den Betriebs<lb break="no"/>räten und Betriebsvertretungen auseinandersetzen müssen, ihnen<lb/>
<pb n="19-0247" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band19/19_1974-02-18_0247.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>die Massnahmen die notwendig sind, erklären und womöglich im<lb/>
engsten Einvernehmen auch durchzuführen. Für ein autoritäres<lb/>
Führen der Geschäfte habe ich persönlich gar nichts übrig. Starke<lb/>
Direktoren werden sich der Betriebsräte bedienen und nicht gegen<lb/>
die Betriebsräte Politik machen. Diese Methode ist sicherlich<lb/>
komplizierter aber erfolgreicher. Starke Betriebsräte, die aber<lb/>
andererseits glauben, sie müssen die Geschäfte eines Betriebes<lb/>
oder eines Werkes führen, sind dagegen nach meiner Auffassung<lb/>
auch wieder in ihre Schranken zu weisen. Aufgabe des Betriebs<lb break="no"/>rates ist es, die Belegschaft zu vertreten und mit der Direktorium<lb/>
im Einvernehmen womöglich zweckmässige und sinnvolle Beschlüsse<lb/>
gemeinsam durchzuführen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_15">Die Gesellschaft GKS – Gemeinschaftskernkraftwerk Stein – soll<lb/>
jetzt gegründet werden, damit sie der Planungsgesellschaft, die<lb/>
schon existiert und wo von sozialistischer Seite <rs type="person" ref="#per__116707">Janauschek</rs><lb/>
und von der ÖVP <rs type="person" ref="#per__113092">Held</rs> nominiert wurden, die notwendigen Aufträge<lb/>
geben kann. IN dieser Gesellschaft soll dann <rs type="person" ref="#per__97339">Baumgartner</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115015">Handel</rs> die Geschäftsführung machen, der Vorsitzende Der Gesell<lb break="no"/>schafterversammlung soll <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> als Ländervertreter fungieren.<lb/>
Die ganze Konstruktion erscheint mir ein bisschen kompliziert.<lb/>
Sicherlich wurde sie auch beim ersten Kernkraftwerk so gehandhabt,<lb/>
ob dies aber eine optimale ist, wage ich rundweg zu bezweifeln.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97498">GRÜNWALD</rs>: Lasst einmal diese Modelle<lb/>
von anderen als den Verbundleuten überdenken und vor<lb/>
allem Vergleiche mit anderen Staaten anstellen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_17"><rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> wollte dann noch eine Entscheidung bestätigt, nachdem<lb/>
Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__98069">Werner</rs>, der jetzt in Pension ist und Aufsichtsrats<lb break="no"/>vorsitzender der DRAU, eine Erhöhung seiner Bezüge rückwirkend<lb/>
mit einer nach seiner Pensionierung durchgeführt Lohnerhöhung<lb/>
aufgebessert haben will. Dieses Verlangen hat <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> bis jetzt<lb/>
abgelehnt und will auch in Hinkunft unter gar keinen Umständen<lb/>
zustimmen. Ähnliche Entscheidung ist bei der ÖDK über die Ge<lb break="no"/>währung einer Treue-Prämie gefallen. Dort hat ÖDK-Aufsichtsrats<lb break="no"/>präsident <rs type="person" ref="#per__98069">Werner</rs> zugestimmt, dass auch Jahre, die ein Beschäf<lb break="no"/>tigter bei einer anderen Firma verbracht hat, zur Treueprämien<lb break="no"/>berechnung herangezogen werden können. Dies widerspricht nach An<lb break="no"/>sicht <rs type="person" ref="#per__112014">Erbachers</rs> und ich teile diese hundertprozentig dem Begriff<lb/>
<pb n="19-0248" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band19/19_1974-02-18_0248.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>"Treue"-Prämie. Ich erklärte <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> sofort, dass ich alle<lb/>
solche Wünsche niemals akzeptieren werde. Auch eine Idee,<lb/>
dass nachdem die Pensionen der Direktoren ausschliesslich<lb/>
den demselben System errechnet und behandelt werden wie die<lb/>
Pensionen von Sektionschefs, allerdings nur mit wesentlich<lb/>
höheren Ansätzen jetzt durch ein neues System ergänzt werden<lb/>
soll, wodurch höhere Pensionsbezüge herauskommen würden, habe<lb/>
ich ganz entschieden abgelehnt. Die Pensionen für die ASVG-Pen<lb break="no"/>sionen oder für die Staatspensionisten sind dynamisiert und<lb/>
eine Berechnungsmethode, die eine bessere Lösung bringt als<lb/>
die jetzt bereits von den Gewerkschaften erkämpften lehne ich<lb/>
ganz entschieden ab. Die Argumentation, ein Pensionist bekommt<lb/>
im Laufe der Zeit weniger als der aktiv Dienende, kann für mich<lb/>
nicht als Grundlage dienen, ein neues Pensionsrecht für die<lb/>
Direktoren zu genehmigen. Ich weiss nicht, ob <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> mit die<lb/>
ser harten Stellungnahme von mir ganz einverstanden ist , er<lb/>
erklärte aber, dass er sie hundertprozentig respektiert. Meine<lb/>
Argumentation war, dass eine Besserstellung nur mit einer<lb/>
gewerkschaftlichen Vereinbarung von mir nähergetreten wird,<lb/>
keinesfalls aber eine Privatvereinbarung der Direkoren mit<lb/>
mir allein in Frage kommt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_18"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> teilte in der Ministerratsvorbesprechung mit, dass<lb/>
er die Nahostreise, die er im Feber antreten wollte, auf<lb/>
März verschieben muss, da die ÖVP scheinbar nicht bereit<lb/>
ist, für die Abwesenheit im Parlament durch <rs type="person" ref="#per__146029">Bering</rs> den<lb/>
Klub der SPÖ nicht in Schwierigkeiten bringen. <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> kann<lb/>
oder will sich hier nicht mehr festlegen lassen, wie er<lb/>
dies noch für die Salzburger Tagung für den Club of Rome<lb/>
getan hat.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_19"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> möchte mit den Landeshauptleuten Besprechungen über<lb/>
die Wohnbaufragen erreichen, dass die Länder eine gewisse<lb/>
Verantwortung zu tragen haben. Erstens müssen sie dann Re<lb break="no"/>chenschaft geben für die hohen Mieten, die auch in ihrem<lb/>
Bereich bestehen und zweitens sollen die Baukosten ent<lb break="no"/>sprechend untersucht werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schwebt vor eine Ge<lb break="no"/>mischte Kommission wo auch die Interessensvertretungen<lb/>
<pb n="19-0249" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band19/19_1974-02-18_0249.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>also Baugewerkschaft und Unternehmer mit Ländervertre<lb break="no"/>tern und Bund gemeinsam eine Baukostenuntersuchung nach<lb/>
regionalen Gesichtspunkten durchführen sollten. <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs><lb/>
wollte am liebsten erreichen, dass die Länder so wie Wien<lb/>
jetzt ablehnen, wenn die Grundstückskosten oder überhaupt<lb/>
die Baukosten zu hoch sind, dann keine Darlehen mehr<lb/>
gegeben werden. Die Kosten müssten nachgewiesen werden und<lb/>
die Offerte genau kontrolliert. Die Unternehmer behaupten,<lb/>
die Baumaterialien seien von der Paritätischen Kommission<lb/>
genehmigt und würden so um 2 - 4 % nur steigen. Die Lohn<lb break="no"/>tangente wird von der Gewerkschaft als niedrige angegeben,<lb/>
von den Unternehmern aber als höher. Das Statistische Zentralamt<lb/>
erhebt bei Baufirmen die Kosten für eine Einheit mit 20 Woh<lb break="no"/>nungen, ohne dass es sich dabei um echte Zuschlagspreise han<lb break="no"/>delt. Manchmal werden Firmen gefragt, die derzeit gar keinen<lb/>
Wohnbau durchführen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Wir haben dieses Problem einmal untersucht<lb/>
konkrete Vorschläge wurden aber von uns<lb/>
auch nicht vorgebracht. Bitte letzten<lb/>
Stand berichten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte lass überprüfen, wie weit die Län<lb break="no"/>der auf Grund der Tatsache, dass im Preisrege<lb break="no"/>lungsgesetz Wohnungen derzeit nicht preisge<lb break="no"/>regelt sind, die Verantwortung und Kompetenz<lb/>
wirklich bei den Ländern liegt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_22"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wollte wissen, wie weit die Raffinerieprojekte Iran<lb/>
erledigt sind. Ich erklärte, dass diesbezügliche Verhandlungen<lb/>
laufen und einige Vorfragen geklärt werden. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs><lb/>
teilte mit, dass der irakische Botschafter bei ihm war und<lb/>
ersucht hat, wir sollten uns als Vermittler einschalten,<lb/>
damit der Grenzzwischenfall zwischen Irak und Iran auf jede<lb/>
mögliche Weise jetzt bereinigt wird. Die Grenze ist seit<lb/>
25 bis 30 Jahren strittig und natürlich denkt weder <rs type="person" ref="#per__97632">Kirch<lb break="no"/>schläger</rs> geschweige den-n ich daran, mich hier einzumischen.<lb/>
Wenn dies zur Sprache kommt, habe ich bereits erklärt, würde<lb/>
ich maximal sagen, es wird der Aussenminister sowieso nach Iran<lb/>
und Irak fahren und dies dann sicherlich dort dann eventuell<lb/>
besprechen. Mich geht die ganze Sache nichts an.</p><pb n="19-0250" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band19/19_1974-02-18_0250.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_23"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schlug vor, dass wir jetzt eine grosse Energiekampagne<lb/>
mit Annoncen, Wochenschau und ORF beginnen sollten. Eine gute<lb/>
Werbegesellschaft müsste eingeschaltet werden. Die Funktion der<lb/>
Koordinierung übernimmt <rs type="person" ref="#per__112627">Thalberg</rs> vom Bundeskanzleramt und daran<lb/>
interessierte Ministerien, wie Finanzen, Verkehr aber auch Handel<lb/>
sollten einen entsprechenden Vertreter an <rs type="person" ref="#per__112627">Thalberg</rs> delegieren. Ich<lb/>
habe zwar mit niemandem gesprochen, stelle mir aber vor, dass<lb/>
dafür am besten auch politisch gesehen <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> in Frage<lb/>
kommt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte setz Dich mit <rs type="person" ref="#per__112627">Thalberg</rs> auseinander,<lb/>
wie er sich Details vorstellt, und nominiere<lb/>
gegebenenfalls <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs>.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_25"><rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> berichtete, dass im Parlament das Krisenversorgungsgesetz<lb/>
jetzt stockt, da <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> jetzt nicht mehr bereit ist, über einen<lb/>
Initiativantrag weiter zu verhandeln. Es soll deshalb jetzt von<lb/>
Regierung eine Regierungsvorlage vorgelegt werden. <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> erklärt<lb/>
die Krise ist vorüber und deshalb seine Funktion erschöpft.<lb/>
In Wirklichkeit hat die Handelskammer wie sie mit angedeutet hat,<lb/>
ihn zurückgepfiffen, weil er hier weit über seine Kompetenzen<lb/>
hinaus Verhandlungen begonnen hat. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meinte, man müsse auch<lb/>
das ganze Problem mit der Bevorratungsgesetz unter diesem Ge<lb break="no"/>sichtspunkt betrachten. Er bittet, Abstand zu nehmen, einen<lb/>
Gesetzesentwurf jetzt bereits auszuschicken, weil er unter allen<lb/>
Umständen zuerst die finanzielle Seite mit der Handelskammer re<lb break="no"/>geln will. Da dies auch ein besonderer Wunsch der Handelskammer<lb/>
mir gegenüber war, erkläre ich mich bereit, auf eine Aussendung<lb/>
einstweilen zu verzichten. Stelle aber fest, dass ich nicht im Ver<lb break="no"/>zug bin, auf die Zusage hin, dass man im Feber spätestens einen<lb/>
Gesetzentwurf zuleiten wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_26">Der autolose Tag ist erledigt, <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> wird die Verordnung über die<lb/>
Geschwindigkeitsbeschränkung von 100 auf den Autobahnen auf 120 km/h<lb/>
erhöhen, möchte aber vorher noch die Interessensvertretungen im Be<lb break="no"/>gutachtungsverfahren hören und die Preisfrage soll womöglich diese<lb/>
Woche noch geklärt werden. Ich erkläre, dass bei Ofenheizöl maximal<lb/>
50 Groschen und bei Benzin maximal 1 S draufkommen dürfte. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
nimmt alles glaube ich mit grosse Befriedigung zur Kenntnis.</p><pb n="19-0251" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band19/19_1974-02-18_0251.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_27"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> urgiert einige Gesetze, die in Dürnstein angekündigt<lb/>
wurden und bei der Filmförderung erklärt <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs>, er wird<lb/>
mir jetzt seinen Gegenentwurf zur Stellungnahme schicken.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98066">Robert Weisz</rs> teilt mit, bis 9. April müssten alle Gesetzes<lb break="no"/>initiativen als Regierungsvorlagen im Parlament eingebracht<lb/>
werden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_28">Ein Generalstäbler Dr. <rs type="person" ref="#per__134311">Zeininiger</rs>, der in die Privatwirtschaft ge<lb break="no"/>gangen ist, und einige Betriebe hinuntergewirtschafet hat, möch<lb break="no"/>te nun in den Staatsdienst zurück. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fragt <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs>, ob<lb/>
er ihn nicht brauchen kann. Dieser lehnt ab und meint, dies sei<lb/>
ein richtiger Nachfolger für <rs type="person" ref="#per__125823">Hanisch</rs> im Handelsministerium.<lb/>
Ich erkläre rundweg, dass dies unter gar keinen Umständen in<lb/>
Frage kommt, da jetzt kein einzelner Mann sondern eine ganze Sek<lb break="no"/>tion die wirtschaftliche Landesverteidigung durchführt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_29"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat den Ölsaatenbericht von <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> auch bekommen und fragt,<lb/>
was nun geschehen soll. <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> meint, dass <rs type="person" ref="#per__110998">Eisenberg</rs>, der an<lb break="no"/>geblich derselbe ist, der von der VÖEST jetzt für seine Ver<lb break="no"/>tretung im Fernen Osten 25 % Provision haben will und deshalb<lb/>
von dort ausgeschaltet wurde, eine eigene Speiseölerzeugung in<lb/>
Österreich aufbauen möchte. <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> sieht darin gute Absatzchancen<lb/>
für die österreichische Ölsaatproduktion.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_30">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte das Projekt im einzelnen noch unter<lb break="no"/>suchen lassen. Dkfm. <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> hat den Brief<lb/>
bekommen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-02-18_31">Beim informellen Abendessen für Min. <rs type="person" ref="#per__114956">Lejczak</rs> erklärt mir die<lb/>
VÖEST, dass sie ausserstande ist, die von den Polen so dringend<lb/>
benötigte Stranggussanlage zeitgerecht zu projektieren und zu<lb/>
liefern. Die Polen sprechen von einer Zeitdifferenz von 3 Monaten<lb/>
bei der VÖEST ist es allerdings wesentlich mehr. Ausserdem noch<lb/>
Preisdifferenzen von 12 Mill. §. das franz. Anbot, 18 Mill. $ Öster<lb break="no"/>reich. Hier wird es schwierige Verhandlungen geben.</p></div>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Grünwald, Oskar</persName>
               <persName><surname>Grünwald</surname><forename>Oskar</forename></persName>
               <occupation>Büro Staribacher; ÖIAG</occupation>
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               <persName type="label">Erbacher, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Erbacher</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>GD Verbund</occupation>
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               <persName><surname>Weiß</surname><forename>Ludwig</forename></persName>
               <occupation>ehem. ÖVP-Verkehrsminister, Präs. Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Held, Christian</persName>
               <persName><surname>Held</surname><forename>Christian</forename></persName>
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               <occupation>KKWP; evtl. ident mit Janitschek, A</occupation>
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               <persName type="label">Moser, Josef</persName>
               <persName><surname>Moser</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Bautenminister</occupation>
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               <persName type="label">Baumgartner, Kurt</persName>
               <persName><surname>Baumgartner</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>Ennskraftwerke</occupation>
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               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <occupation>Ing., Atomforum</occupation>
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               <persName><surname>Zaininger</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>Dir. WTK, Wolfsegg-Traunthaler Kohlenwerks AG</occupation>
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               <occupation>Außenminister, Bundespräsident</occupation>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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               <persName type="label">Jagoda, Karl</persName>
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               <occupation>Leiter Sekt. III HM</occupation>
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               <persName type="label">Fischer, Heinz</persName>
               <persName><surname>Fischer</surname><forename>Heinz</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-Klubsekr./-obmann</occupation>
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