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            <title type="main">Donnerstag, der 29. September 2016</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_01">Montag, 7. Jänner 1974</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_02">Beim jour fixe teile ich <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> mit, dass die E-Werke eine<lb/>
18 %-ig Erhöhung des Stromtarifes wollen und ich bereit bin,<lb/>
ihnen einen gewissen Groschensatz – die Höhe nenne ich nicht –<lb/>
zuzugestehen. Bei dieser Gelegenheit müsste als erster Schritt<lb/>
auch eine Reorganisation der E-Wirtschaft erfolgen und ich<lb/>
schlage deshalb vor, dass die Enns- in die Donaukraftwerke überge<lb break="no"/>führt wird. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> beschwert sich, dass auf Kosten des Gewerbes<lb/>
Haushalt und Landwirtschaft einen entsprechend niedrigen Tarif<lb/>
hat. Die Industrie hat isch teilweise erträgliche Tarif<lb break="no"/>sätze mit den Kraftwerken ausgehandelt. Insbesondere die NEWAG<lb/>
und die STEWEAG sollen den Gewerbetarif besonders hoch ansetzen<lb/>
der über dem Haushalts- und Landwirtschaftstarif liegt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte diese Behauptung sofort prüfen und mir<lb/>
eine ziffernmässige Information womöglich<lb/>
in Tabellenform geben.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_04"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> gesteht zu, dass es notwendig ist, im Energiekonzept<lb/>
eine einheitliche Tarifstruktur anzustreben. Seinerzeit wollten<lb/>
sie in der ÖVP-Zeit noch die Zukunftskosten der notwendigen In<lb break="no"/>vestitionen im Tarif berücksichtigen, um eine Änderung der Strukur<lb/>
der E-Werke zu erhalten. Wie er mir vertraulichst mitteilt und<lb/>
keinesfalls zur Weitergabe bestimmt, sind sie daran gescheitert.<lb/>
In den Energiebeirat wird es <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> von der BHK entsenden. Er möchte<lb/>
noch, dass auch die Fachverbände Erdöl, Gas und Bergwerke vertre<lb break="no"/>ten sind. Da ich herausbekommen will, wen er schicken würde,<lb/>
frage ich, wer delegiert werden soll und bekomme bestätigt, dass<lb/>
man selbstverständlich die Geschäftsführer nämlich <rs type="person" ref="#per__137297">Messinger</rs> vom<lb/>
Erdölfachverband, vom Gasfachverband den Sekretär kennt er gar nicht<lb/>
und von den Bergwerken Dr. <rs type="person" ref="#per__136470">Denk</rs> kommen würde. Da die soz. Fraktion<lb/>
bei der seinerzeitigen Diskussion, wer dem Energiebeirat angehören<lb/>
sollte die schwache Hoffnung gehabt hat, dass gegebenenfalls die<lb/>
Funktionäre geschickt werden, was ich immer bezweifelte, die soz.<lb/>
Fraktion aber eindeutig sich gegen die Entsendung der Sekretäre<lb/>
ausgesprochen hat, nehme ich daher den Vorschlag von ihm an,<lb/>
wenn man schon nicht die Fachverbandssekretäre Erdöl, Gas und Berg<lb break="no"/>werke schicken darf, dass dann der Stellvertreter von <rs type="person" ref="#per__97872">Rief</rs> <rs type="person" ref="#per__114099">Ober<lb break="no"/>dorfer</rs> von der Industriesektion sein sollte, der in den Energie<lb break="no"/>beirat beigezogen werden möchte, asuch dann, wenn Rief daran teil<lb break="no"/>nimmt.</p><pb n="19-0002" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band19/19_1974-01-07_0002.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_05">Wir werden uns sehr genau zu überlegen, ob wir die Stellvertreter<lb/>
von vornherein immer ausschliessen und nur mit den Hauptmit<lb break="no"/>gliedern verhandeln, oder ob es ncht wirklich zielführender ist<lb/>
die Mitglieder und Stellvertreter, wenn sie kommen wollen, beim<lb/>
Energiebeirat mitwirken zu lassen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_06">Zum autolosen Tag bemerke ich <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> gegenüber, dass mich sehr wun<lb break="no"/>dert, dass Abg. <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> dagegen polemisiert, was <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> veranlasst,<lb/>
sich mit <rs type="person" ref="#per__111410">König</rs> verbinden zu lassen und dem zu erklären, dass<lb/>
auch die Handelskammer für diesen autolosen Tag gewesen ist.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meint, er könnte damit 7 % ersparen und verweist darauf,<lb/>
dass eine Rationierung seiner Meinung nach derzeit nicht in<lb/>
Frage kommt. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat mit dem <choice><choice><sic>gespaltetenen</sic><corr>gespaltenen</corr></choice></choice> Benzinpreis<lb/>
nichts anderes getan, als der Sachverständigenrat in der BRD<lb/>
vorgeschlagen hat, alleerdings hat die BRD vollkommen freien<lb/>
Markt, keinerlie Preisbindung, ist deshalb auch besser ver<lb break="no"/>sorgt, allerdings bei wesentlich höheren Preisen. Bei uns ist<lb/>
die Situation durch die Preisregelung anders, ich erkläre<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, dass wenn ein Ölpreisantrag kommt, ich den wenn es irgend<lb break="no"/>wie geht auch schnell über die Bühne bringen möchte wie den<lb/>
Elektrizitätspreis.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_07"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> beschwert sich noch, dass das Bevorratungsgesetz noch nicht<lb/>
die steuerlichen Massnahmen, die <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ihnen zugesagt hat,<lb/>
bereits beinhaltet sind. Ich verwahre mich dagegen, in ein Be<lb break="no"/>vorratungsgesetz Einheitswert-, Abschreibungsbestimmungen und so<lb/>
weiter aufzunehmen. <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs>, dem ich <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, weil er sich über<lb/>
den Gesetzentwurf bei mir beschwert, als den Vertrauten der<lb/>
ÖVP darstelle, mit dem ich sehr gut zusammenarbeite, kann nur eine<lb/>
Gesetzentwurf vorlegen, wie er der Kompetenz des Handelsministerium<lb/>
entspricht. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> möchte sehr gerne eine <choice><choice><sic>lex bugitiva</sic><corr>lex fugitiva?</corr></choice></choice> machen<lb/>
und Bestimmungen über die Steuer, die Subvention und die Lagerhalt<lb/>
aufnehmen. Er könnte sonst dem Gesetzentwurf nicht zustimmen.<lb/>
Insbesondere auch müsste der Rohstoffankauf, wenn er jetzt er<lb break="no"/>folgt, die dafür notwendigen Betriebsmittel aus der Kreditanrech<lb break="no"/>nung resp. den Kreditplafonds ausgenommen werden. Letzten Endes<lb/>
sieht er ein, dass dies nur in einem extra Finanzgesetz geregelt<lb/>
werden kann und er wird diesbezüglich beim Finanzminister einen<lb/>
Termin erbitten,wo auch ich an dieser Sitzung teilnehmen soll.</p><pb n="19-0003" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band19/19_1974-01-07_0003.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_08">Soferne ich eingeladen werde, erklöre ich mich natürlich dazu<lb/>
bereit.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_09">Bezpglich der Bürges ersuche ich neuerdings <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, mit endlich<lb/>
endgültig seine Meinung zu dem Vorschlag ähnlich wie die Komfort<lb break="no"/>zimmer-Aktion auch direkte Zuschüsse den Gewerbetrieben zu geben<lb/>
mir mitzuteilen. Er hat versprochen, über die Feiertages darüber<lb/>
nachzudenken. Er meint, er müsste dies mit den Kammeramtsdirektoren,<lb/>
die er anfangs Feber tritfft, erst besprechen. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, den ich über<lb/>
diesen Punkt informiere, teilt mir mit, dass die Handelskammer<lb/>
neuerdings schriftlich verlangt hat, im Gewerbestrukturverbesserungs<lb break="no"/>gesetz den Höchstzinssatz von 8 auf 9,5 % zu erhöhen. Solange wir<lb/>
über die Stamm-Bürges-Aktion kein positives Echo von Seiten der<lb/>
Handelskammer haben, bin ich nicht bereit, auch nur darüber zu<lb/>
diskutieren. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> teilt diese Meinugn und wird jetzt Besprechungen<lb/>
über die Abänderung der Stamm-Bürges eileiten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_10"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> fragt noch an, ob er jetzt <rs type="person" ref="#per__112946">Schleifer</rs> tatsächlich die Wirt<lb break="no"/>schaftliche Landesverteidigung üernimmt und was mit <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> ge<lb break="no"/>schieht, Scheinbar hat <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> bei ihm intervenieren lassen oder<lb/>
interveniert. ICh selbst erkllöre, dass ich sehr unglücjlich bin,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> bis jetzt noch keine richtige Betätigung gefunden<lb/>
hat, aber das liegt nicht an mir. <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> wollte Wiener Kammeramtsdi<lb break="no"/>rektor werden, was <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> auch indirekt zugibt, indem er sag,t ja<lb/>
eine solche Idee ht einmal bestanden, zumindestens von Seite <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs><lb/>
wir kommen überein, dass <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs>, der wesentlich intelligentere<lb/>
ist, doch habe ich bis jetzt keine Möglichkeit gehabt, ihn entspre<lb break="no"/>chend einzusetzen. Ein diesbezüglicher VOrschlag ist mir weder<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> noch vom Präsidium zugegangen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_11">Beim Journalistenfrühstück wird <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> als neuer Sektionsleiter der<lb/>
Energiesektion vorgestellt und es entwickelt sich naütrlich über die<lb/>
Energiesituation eine weit über die Stunde hinausrecihende Debatte<lb/>
Ich glaube überhaupt, dass wir jetzt durch die Änderung der Kompe<lb break="no"/>tenzen mit Energiefragen, aber auch mit Preisfragen, viel öfter<lb/>
werden hart konfrontiert werden, auch in den Pressefrühstückgesprä<lb break="no"/>chen und wir müssten uns wahrscheinlich eine neue Taktik überlegen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Wieweit können wir unsere bisherige<lb/>
Methode aufrechterhalten, wobei das Fernsehen jetzt<lb/>
immer die ganze Stunde mitschneidet und man eigent<lb break="no"/>lich nie weiss, was dann gesendet wird.</p><pb n="19-0004" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band19/19_1974-01-07_0004.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_13">Mit der fraktionellen Arbeitsgruppe Energie wird die letzte<lb/>
Fassung der Leitlinien besprochen. Im Grunde genommen gibt es<lb/>
kaum Schwierigkeiten und wir erreichen tatsäclich eine einstimmigen<lb/>
Beschluss aller Vertreter der einzelnen Energieträger und sogar<lb/>
der Arbeiterkammer und des ÖGB. ANschliessend an die Sitzung mache<lb/>
ich <rs type="person" ref="#per__112014">Ehrbacher</rs> und <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs> unter 6 Augen darauf aufmerksam,<lb/>
dass ich in Hinkunft unbedingt gefragt werden muss, wenn der Last<lb break="no"/>verteiler, wie dies im Dezember geschehen ist, Öl- und Gaskraft<lb break="no"/>werke laufen lässt und Kohlekraftwerke aus der Produktion heruas<lb break="no"/>nimmt. Ich habe diesbezügliche Angriffe von der Ölwirtschaft – <rs type="person" ref="#per__97671">Kreutler</rs><lb/>
auf des entschiedenste zurückgewiesen , mich dann aber persönlich<lb/>
überzeugt, dass leider <rs type="person" ref="#per__97671">Kreutler</rs> in dieser Beziehung recht gehabt<lb/>
hat. ICh möchte nicht, dass die einzelnen Energieträger-Vertreter<lb/>
untereinander frktionelle streiten und ersuche nur,nachem ich in der<lb/>
Früh sofort den Lastverteiler angerufen habe und von ihm bestätigt<lb/>
bekommen habe, dass meine Vermutungen und Angaben richtig sind,<lb/>
dass man in Hinkunft solche Entscheidungen mir vorliegt. Ich bin<lb/>
überzeugt, dass sowohl <rs type="person" ref="#per__112014">Ehrbacher</rs> als <rs type="person" ref="#per__97333">Bandhauer</rs>, insbesondere aber der<lb/>
Bundeslastverteiler sehr überrascht war, als ich mich in diese<lb/>
Einzelheit einmischte, doch muss ich dafür die politische Verant<lb break="no"/>wortung tragen und bestehe darauf, dass ich auch informiert werde.<lb/>
Ich habe gleichzeitige angekündtigt, nachdem man mir erklärt hat,<lb/>
es sei auch ein finanzielles Problem und es könnte nicht allein die<lb/>
Verbund die notwendige Drosselung ihrer Gas- und Ölproduktions-Strom<lb break="no"/>erzeugung vornehmen, wenn nht gleichzetiig auch die Länder mitspielen,<lb/>
dass ich dies bei der nächsten Lastverteiler-Sitzung am Dienstag dort<lb/>
zur Sprache bringen werde.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_14">Bezpglich der Elektrizitätspreisverhandlungen erfahre ich, dass Min.<lb/>
Rat <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzl</rs> sich beschwert hat, dass er degradiert wurde, gleichzeitig<lb/>
bringt er einen Vorschlag, dass man sehr schnell eine 6 %-ige Strom<lb break="no"/>preiserhöhung machen soll und dann wenn Wunsch der Handelskammer<lb/>
und Landwirtschaftskammer berücksichtigend ein langfristiges Ver<lb break="no"/>fahren für die nächsten Monate durchführt und dann eine zweite Tarif<lb break="no"/>erhöhung zu machen. <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzl</rs> dürfte bis jetzt auch noch nicht meine<lb/>
Arbeitsmethode kapiert haben. ICh bin sehr dafür, dass die Beamten<lb/>
selbstständig handeln und arbeiten , nur sollte er, und dies werde<lb/>
ich ihm klipp und klar sagen, in so grundsäztlichen Fragen natürlich<lb/>
vorher fragen, ob überhaupt eine Zweiteilung der Tarife möglich ist<lb/>
und ob man ein Verfahren langfristig oder kurzfristig abwickelt.</p><pb n="19-0005" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band19/19_1974-01-07_0005.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_15"><rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> selbst hat mit Präs. <rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs> agesprochen, der mich ürige<lb/>
gens dann anrief und erklärte, er sei fpr ein schnelles Verfahren<lb/>
und für entsprechende Tariferhöhung, damit die E-Wirtschaft die<lb/>
notwendigen MItteln aus den höheren Tarifen erlösen könne. Ich<lb/>
habe <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> vorher mitgeteilt, dass ein Zwei-Etappen-Tarif-Antrag<lb/>
wie ihn die Arbeiterkammer ursprünglich beabsichtigte und wie ihn<lb/>
scheinbar jetzt auch <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzl</rs> übernommen hat, vom ÖGB abgelehnt wird<lb/>
und ich ersuchte <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs>, sich mit dem ÖGB ins Einvernehmen zu<lb/>
setzen. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> hat sich mit REcht darüber beschwert, dass ihn<lb/>
der Gewerkschaftsbund, aber die Beschwerde gilt besonders mir gegen<lb break="no"/>über, dass ich ihn also nicht über den letzten Wunsch <rs type="person" ref="#per__97346">Benyas</rs> infor<lb break="no"/>miert habe. <rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs> fragte mich, welcher Groschensatz, der übri<lb break="no"/>gens auch von der Arbeiterkammer akzeptiert wird, von mir in Aus<lb break="no"/>sicht genommen ist und ich habe ihm 8 Groschen mitgteilt. Da dieser<lb/>
Groschensatz auch für den Nachtstrom gelten soll, würde der Tag<lb break="no"/>strom von 70 in Wien auf 78, der Nachtstrom aber von 30 auf 38<lb/>
Groschen erhöht werden. Im Schnitt ergäbe das einen ganz schönen<lb/>
Prozentsatz, von dem ich aber nicht redne möchte.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_16">Landwirtschaftsminister <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> aber auch der Importeur <rs type="person" ref="#per__58381">Fritz<lb/>
Mauthner</rs> haben mich bedräng,t ich soll die Preisregelung für<lb/>
Hafer – <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> wünscht entweder aufheben oder wie <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> den<lb/>
Importpreis entsprechend erhöhen – weil ansonsten durch die notwendi<lb/>
digen Importe der Bund mit hunderten Millionen Schilling Stützung<lb/>
belastet wird. Da dies überhaupt nicht in Frage kommt, das Finanz<lb break="no"/>ministerium längst damit einverstanden ist, bin auch ich bereit,<lb/>
wenn das Landwirtschaftsministerium diesbezügliche Wünsche äussert,<lb/>
in der Preiskommission die Preisregelung für Hafer zeitweise zu<lb/>
sistieren</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte alss von <rs type="person" ref="#per__112051">Singer</rs> feststellen, was die Inter<lb break="no"/>essensvertretungen dazu sagen und wie der Vorgang<lb/>
sein sollte.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_18">VOr der Ministerratsvorbesprechung kam Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97601">Jiresch</rs> und meinte,<lb/>
nachdem jetzt die wirtschaftliche Landesverteidigung <rs type="person" ref="#per__125823">Hanisch</rs> in<lb/>
Pension gegangen ist und der Bundeskanzler die Koordinierung<lb/>
durchführt, ich sollte dem BKA den Dienstposten von <rs type="person" ref="#per__125823">Hanisch</rs> ab<lb break="no"/>treten. Ich replizierte sofort ganz entschieden gegen einen solchen<lb/>
mir unerklärlichen Vorschlag, da ich für die wirtschaftliche Landes<lb break="no"/>verteidigung, wenn sie ähnlich der Schweiz oder Schwedens aufge<lb break="no"/>baut werden soll, 200 Beamte brauche. Da ich sicherlich keinen<lb/>
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Dienstposten, den wir dafür gehabt haben, abzugeben. <rs type="person" ref="#per__97601">Jiresch</rs><lb/>
nahm dies mehr oder minder zur Kenntnis.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_19">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Lass von <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> genau klären, welche<lb/>
Personalforderung für die Aufstockung<lb/>
unseres Beamtenstandes WLV das BKA<lb/>
eventuell vorsieht.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_20">In der Ministerratsvorbesprechung hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sich darüber be<lb break="no"/>schwert, dass ein Beamten im Fernsehen oder vielleicht auch in den<lb/>
Zeitungen über die Dienstfahrten der Minister, d.h. dass diese<lb/>
keine Ausnahme bekommen würden, entschieden hat. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> teilte<lb/>
gleichzeitig aber mit, dass die Beamten des BKA ihm vorgeschlagen<lb/>
haben,am Sonntag die Dienstwagen stillzulegen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schlägt<lb/>
vor, dass jeder Minister das handhaben soll wie er will, er<lb/>
ist aber der Meinung, dass sowohl die Beamten als auch die Mini<lb break="no"/>ster einen Wochentag, d.h. Montag bis Freitag nehmen sollen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> möchte wissen, was dann mit der Überstundenpauschale der<lb/>
Chauffeure geschieht. <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> meint, die müssten sich halt im<lb/>
Büro nützlich machen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_21">Das von mit vorgelegte Energie-Papier wird als zu lang empfunden,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> befürchtet,e dass es bereits morgen im Ministerrat<lb/>
beschlossen werden soll und ist sehr beruhigt, als er erfährt,<lb/>
dass dies erst nach der Regierungsklausur notwendig ist. Für<lb/>
die Regierungsklausur möchte er einen Kurzfassung für die<lb/>
Presse, worin auch insbesondere die Bauvorhaben angeführt werden</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Der Waschzettel darf nicht mehr als<lb/>
2 – 3 Seiten lang werdn, weil sonst weder<lb/>
die Minister noch die Presse ihn lesen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_23">Bezüglich der Nominierung des Energiebeirates, den Brief hat er<lb/>
sich liegen, ist er nicht sehr glücklich, aber letzten Endes,<lb/>
es wird selbstverständlich das BKA jemanden nominieren.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_24">Das Kautsky-Kreis-Papier, welches den Ministern von ihm ab<lb break="no"/>schriftlich zur Kenntnis gebracht wird, meint er, sei jedem<lb/>
anderen auch schon eingefallen, was da drinnen steht und<lb/>
spricht sich ganz besonders dagegen aus, dass die Elektrolyse-<lb/>
Ranshofen zurückgestellt werden solle. Die Norweger werden<lb/>
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auch letzten Endes die Fertigwaren, weshalb die Idee, die<lb/>
erzeugen den Rohstoff und bei uns wird er weiterverarbeitet, falsch<lb/>
ist.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_25">Die Landwirtschaft hat sich über den Viehpreis und die Subvention<lb/>
bei ihm beschwert. <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> erklärt, dass wir heuer 109.000 Stück Vieh<lb/>
mehr haben und 55.000 im Vorjahr weniger exportiert. Alles gegen<lb break="no"/>üet 1972. Die Bergbauern bekommen 2.000 S bei Versteigerung und<lb/>
1.200 bei Ab-Hof-Verkauf Subvention, wie mir <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> dann nachher<lb/>
mitteilt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_26"><rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> hat mit den Franzosen für den Kauf von Hubschraubern<lb/>
entgegen der Meinung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> ein gutes Geschäft gemacht, weil die<lb/>
die Fugger-Magister zurückgenommen haben und ausserdem die Düsen<lb break="no"/>jäger oder Trainer Aliut 2 oder Aliut 3 modernere umtauschen.<lb/>
Gleichzeitig wird die Hirtenberger 7 Mill. Stück Patronen um<lb/>
21 Mill. S verkaufen können. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, es wäre zweckmässiger,<lb/>
die österr.-franz. Industriekooperation der CA einzuschalten,<lb/>
und vor allem einmal auch die Geschäfte mit dem Handelsministerium<lb/>
abzustimmen. Böhler soll jetzt noch eine gewisse Möglichekt<lb/>
haben, Rohlinge für ein GEschütz der Saurer-Panzerwagen liefern<lb/>
zu können.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_27">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Jemand soll sich von der Sektion I mit dem<lb/>
Verteidigungsministerium – Oberst <rs type="person" ref="#per__139787">Schaffer</rs>,<lb/>
Büro des Bundesministers – in Verbindung<lb/>
setzen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_28">In der Agrarrundschau soll am 6.12.1973 ein Artikelkrieg gegen<lb/>
Eigentum gegen die Bundesregierung publiziert worden sein.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> bestreitet, dass die Agrarrundschau von ihm subventioniert<lb/>
wird, es sei denn, aus den 5 Mill. S, die jeder einzelne Bauern<lb break="no"/>bund – Allgemeiner Bauernverband, Arbeitsbauernbund, freiheitl.<lb/>
Bauern und noch eine 5. Organisation, d.h. jeder 1,250.000 S<lb/>
zur VErfügung hat.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_29">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte schau Dir den Artikel an und ver<lb break="no"/>suche zu klären, wer wirklich die Agrarische<lb/>
Rundschau finanziert.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_30"><rs type="person" ref="#per__97379">Butschek</rs> vom Wirtschaftsforschungsinstitut hat sich um irgendeine<lb/>
Kandidatur in Paris beworben, scheinbar im Rahmen der OECD<lb/>
<pb n="19-0008" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band19/19_1974-01-07_0008.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>und wir sind dort wieder abgeblitzt, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> unmutig fest<lb break="no"/>stellt. <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> hat hier scheinbar wieder Hoffnungegn gemacht<lb/>
wie seinerzeit bei der Gruppe, die sich mit Währungsfragen<lb/>
beschäftigt und wo wir ebenfalls damals abgeblitzt sind.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_31">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Stelle bitteklar, worum es sich dabei<lb/>
handelte.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_32">Eine Enquete für Gastarbeiter auf Wunsch des LH der Steiermark<lb/>
soll stattfinden, doch möchte <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> die unbedingt nach dem<lb/>
März 1974, wo die Gemischte Kommission Jug./Österr. über die<lb/>
Gastarbeiter verhandeln soll, bereits stattgefunden hat. Die<lb/>
Handelskammer ist bereit und akzeptiert, dass die Einreise<lb/>
und Sichtvermerke Voraussetzungen sind, um überhaupt eine<lb/>
Beschäftigung in Österreich anzutreten. Dadurch würden die<lb/>
56.000 Touristen-Gastarbeiter 1974 schwerer nach Österreich<lb/>
kommen können. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> möchte auch eine bessere Information<lb/>
über die Arbeitsmarkt-Situation und ersuchteum wöchentliche<lb/>
Berichte, die <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> dem BK dem Sozialministerium, Finanzen und<lb/>
Handelsministerium zur VErfügung stellen wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_33">Bei der Regierungsklausur werden die Probleme der Regierungs<lb break="no"/>werbung, Nativitätspolitik, das Institut für staatsbürgerliche<lb/>
INformationen sowie die Verwendung der Strassenbaumittel,<lb/>
die Fondskoordinierung, die Gesundheitspolitik und die Wohnungs<lb break="no"/>politik zur Sprache kommen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_34"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat von <rs type="person" ref="#per__115595">Reiter</rs> verlangt eine ZUsammenstellung der uner<lb break="no"/>ledigten Fragen und kam auch auf das Problem der gefährlichen<lb/>
Güter auf Strassentransport zur SPrache. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> erklärte<lb/>
rundwegs, dass er ausserstande ist, die notwendigen Transporte<lb/>
von der Strasse auf die Bahn zu verlgen. Obwohl ich zwar die<lb/>
Strassenkompetenz zwar nicht mehr habe, unterstützte ich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs>, da er bereits jetzt ausserstande ist, die notwendigen<lb/>
Waggons für Transporte nach dem <choice><choice><sic>MEsten</sic><corr>Westen?</corr></choice></choice> zur VErfügug zu stellen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> teilte mit – <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> fehlte – dass bei der ÖBB<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> gerne schöne sichtbare Züge machen wollte. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> erwidert<lb/>
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mehr kriegt, die er dirngend braucht, um überhaupt den Verkehr<lb/>
zu bewältigen. Die Idee <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs>, auch in anderen Städten, z.b.<lb/>
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<pb n="19-0009" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band19/19_1974-01-07_0009.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>vom Mühlviertel hinunter nach Linz Schnellbahnzüge zu<lb/>
kriegen, begrüsst er sehr, doch hat er vor 1975 keine<lb/>
Möglichkeit.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_35"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verweist noch darauf, dass der Bruder von <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> ein<lb/>
Fachmann für Sonnenenergie mit ihm gesprochen hat und <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs><lb/>
wird beauftragt, für Wien ein internationalen Symposium<lb/>
über diese neuen Energiearten einzuleiten. Man sollte dann<lb/>
auch gegebenenfalls ein internationales Institut in Wien er<lb break="no"/>richte. Die Schweden und Amerikaner sind daran brennendst<lb/>
ineteressiert. VOn mir wünscht <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, dass ich zustimme,<lb/>
dass wir morgen einen Regierungsbeschluss über die Errichtung<lb/>
einer zweiten Raffinerie fassen. ICh erkläre , dass vorerst ent<lb break="no"/>sprechende Berechnungen abgestellt werden müssen. Nach aussen<lb/>
hin brauche ich aber gar keinen Beschluss mehr, weil <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
und der Schah vereinbart ahben, es oll ejtzt eine solche<lb/>
Raffinerie, wenn die Perser dem zustimmen, in Oberösterreich<lb/>
errichtet werden. Da ich an einem solchen Regierungsbeschluss<lb/>
gar nicht mitwirken möchte, solgane ich nicht die Unter<lb break="no"/>lagen haben, erklärte ich rundweg, diese Vereinbarung zwischen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und Schah genügt, um in Teheran diesbzeüglich Verhand<lb break="no"/>lungen zu führen. Auf die ÖMV könne man sich nicht verlassen,<lb/>
nach <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, da <rs type="person" ref="#per__97470">Geist</rs> aber auch mitfährt, wird er die notwen<lb break="no"/>digen Verhandlungen dort selbst führen. Eine Errichtung einer<lb/>
Raffinerie in Persien selbst kommt auch nach Meinung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs><lb/>
nicht in Frage.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_36">Die Dienstauto entwickeln sihc so, dass im Vorjahr 51 eingespart<lb/>
wurden und 74 jetzt plus 5 sich ergeben. Die Landwirtschaft hat<lb/>
4 neue angefordert, was <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> bestreitet, das Wissenschaftsmini<lb break="no"/>sterium um einen mehr für die Hochschulen BKA und Gesundheits<lb break="no"/>ministerium einen mehr, Äusseres, Finanzen und Verkehr um einen<lb/>
weniger und das Handelsministerium um 2 weniger.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_37">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97377">BUKOWSKI</rs>: Bitte kläre, wie dies wirklich ist.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> verweist darauf, dass ein Beschluss<lb/>
1952 von der Regierung existiert, dass<lb/>
alle Neuner abgeholt werden und meint,<lb/>
ob man dies nicht gleich jetzt ebenfalls<lb/>
ändern könnte.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_38"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, das wir jetzt kaum in diesem Aufwaschen möglich<lb/>
sein, doch möchte er von der Schweiz, Schweden und Niederlande<lb/>
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den hcöhsten Beamten gehandhabt wird. Seinerzeit hätte man<lb/>
den Beamten dies zugestanden, weil sie finanziell schlechter ge<lb break="no"/>stellt waren als in anderen Staaten. Mit Dienstautoproblemen<lb/>
hat die Sitzung begonnen und mit Dienstautoproblemen auch<lb/>
geendet.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_39">Ich hatte dem Ministerrat aber noch berichtet, dass ich beabsich<lb break="no"/>tige, an stelle der 18 %-igen Strompreiserhöhung einen absoluten<lb/>
Groschenbetrag eben 8 Groschen mit 1.2. wenn ich die Interessens<lb break="no"/>vertretungen noch dazu bringe die Tarife zu erhöhen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> war<lb/>
nicht anwesend, ich weiss nicht, wie sich das Finanzministerium<lb/>
dazustellt. Die AK möhcte noch den AKT abwarten, der am 18.1.<lb/>
stattfindet. <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> wird seine Fernmeldegebührengesetznovelle so<lb/>
zeitgerecht ausschicken, damit sie mit 1.7. in Kraft treten<lb/>
könnte. Da es sich um ein Gesetz handelt, wird eine zweimonatige<lb/>
Begutachtung vorgesehen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_40"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> möchte dem Nationalrat einen Bericht, wie er selbst erklärt<lb/>
eine dritte Regierungserklärung für den 5. und 6. Feber ver<lb break="no"/>senden, resp. dort abgeben. Seinerzeit hat <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> noch als Klub<lb break="no"/>obmann sich immer dagegen gewehrt, dass wir zu viele Berichte<lb/>
dem Hause geben, weil dadurch nur debattiert wird und infolge<lb/>
Zeitmangels dann keine Gesetze beschlossen werden können. Jetzt<lb/>
dürfte sich <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wieder durchgesetzt ahben, der bekanntlicher<lb/>
weise liebt, dass der Nationalrat mit Berichten überschwemmt wird.<lb/>
Da ich davon nicht betroffen bin, ist es mir ganz wurscht, ich<lb/>
habe keine Gesetze, die ich durchbrungen muss und bin an Berichten<lb/>
ja nur am Rande beteilgt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band19_1974-01-07_41">Eine interssante Diskussion hat sich dann noch bei den Kasernen<lb break="no"/>grundstück-Tausch herausgestellt. Die Rennweger Kaserne, die<lb/>
man zur Hälfte zumindestens der Gemeinde anbieten soll,<lb/>
hat mir veranlasst, darauf hinzuweisen, dass man im Wiener Wahl<lb break="no"/>kampf die ÖVP hart attackierte, weil sie seinerzeit verhindert<lb/>
hatte, dass die Rennweger Kaserne überhautpt für Wohnbauten<lb/>
herangezogen wird. Jetzt wird zwar von der Wiener Organisation -<lb/>
so hoffe ich zumindestens - dieses Versprechen, das man im<lb/>
Wahlkampf gross aufgezogen hat, versucht werden, zu erfüllen<lb/>
und der Bund wird jetzt nicht bereit sein, die notwendigen Grund<lb break="no"/>stücke herzugeben. Als ich <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> vor lämgerer Zeit darauf<lb/>
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ihm reden müssen, bevor sie eine solche Wahlpropaganda<lb/>
oder Kampagne gefphrt haben. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, ich solle mich be<lb break="no"/>ruhigen, immerhin wird je wenigstens die Hälfte für Wohnungen<lb/>
zur VErfügung gestellt werden. Ich beruhigte mich gar nicht,<lb/>
ich war nämlich übrigens gar nicht aufgeregt, sondern erklärte<lb/>
nur sehr dezidiert, dass man nach Meinugn der Genossen auf<lb/>
der Landstrasse aber auch der Wiener Organisation so nicht Politik<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Broda, Christian</persName>
               <persName><surname>Broda</surname><forename>Christian</forename></persName>
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               <persName type="label">Hrdlitschka, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Hrdlitschka</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>AK, ÖIAG</occupation>
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               <persName><surname>Schleifer</surname><forename>Kurt</forename></persName>
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               <persName type="label">Wais, Anton</persName>
               <persName><surname>Wais</surname><forename>Anton</forename></persName>
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               <persName type="label">Jiresch, Roland</persName>
               <persName><surname>Jiresch</surname><forename>Roland</forename></persName>
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               <persName type="label">König, Friedrich</persName>
               <persName><surname>König</surname><forename>Friedrich</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg., Personalchef Unilever</occupation>
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               <persName type="label">Mussil, Arthur</persName>
               <persName><surname>Mussil</surname><forename>Arthur</forename></persName>
               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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               <persName type="label">Hanisch, A</persName>
               <persName><surname>Hanisch</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>MR HM; evtl. ident mit Hanisch, Peter?</occupation>
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               <persName type="label">Rief, Siegfried</persName>
               <persName><surname>Rief</surname><forename>Siegfried</forename></persName>
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               <persName type="label">Schwarz, Walter</persName>
               <persName><surname>Schwarz</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>Sekt.R HM</occupation>
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               <persName><surname>Bandhauer</surname><forename>Herbert</forename></persName>
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               <persName type="label">Frank, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Frank</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>Chef Energiesektion</occupation>
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               <persName><surname>Messinger</surname><forename>Peter</forename></persName>
               <occupation>Sekr. Fachverb. Erdölind.</occupation>
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               <persName type="label">Lausecker, Karl</persName>
               <persName><surname>Lausecker</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Staatssekretär/Verkehrsminister</occupation>
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               <persName type="label">Reiter, Alfred</persName>
               <persName><surname>Reiter</surname><forename>Alfred</forename></persName>
               <occupation>Kabinettschef Kreisky [ident mit Reiter, C; 3.11.1971 Fredi Reiter
                  genannt]]</occupation>
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               <persName type="label">Gratz, Leopold</persName>
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               <occupation>Unterrichtsminister, Bgm. Wien</occupation>
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               <occupation>Landwirtschaftsminister bis 1976</occupation>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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