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            <title type="main">Mittwoch, der 19. Dezember 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-12-19_01">Mittwoch, 19. Dezember 1973</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-12-19_02">Die Verordnung über den autofreien Tag wurde mit den Landes<lb break="no"/>vertretern durchbesprochen. Es ist unwahrscheinlich auf welch<lb/>
obskure Gedanken die einzelnen Ländervertreter aber auch manch<lb break="no"/>mal die Interessensvertreter aber auch einzelne Staatsbürger<lb/>
kommen. Ich hätte nicht erwartet, dass sich überhaupt so viele an<lb/>
dieser Diskussion beteiligen. Am typischesten ist aber die Erledi<lb break="no"/>gung. Alle Antwortschreiben gehen nach einem Schimmel, die Ab<lb break="no"/>teilung <rs type="person" ref="#per__134821">Kammerhofer</rs> ist dafür zuständigen, d.h. die Strassenpolizei<lb break="no"/>abteilung und dies bis zu dem Zeitpunkt bis feststand, dass die<lb/>
Abteilung <rs type="person" ref="#per__112946">Schleifer</rs> jetzt das ganze Problem bearbeitet. In dem<lb/>
Antwortschreiben bedanke ich mich bei dem Briefschreiber und teile<lb/>
ihm mit, dass sein Vorschlag entsprechend in die Diskussion mit<lb/>
einbezogen wird. Die Sektion II, die bis jetzt die Briefe beantwor<lb break="no"/>tet hat, schubladiert sie, d.h. der Akt wird abgelegt, <rs type="person" ref="#per__112946"><sic>Schelifer</sic></rs><lb/>
selbst hätte sich wahrscheinlich auch niemals die Anregungen<lb/>
oder die Vorschläge, die die Briefschreiber uns mitteilen, auch<lb/>
nur angesehen. Dabei werden sie in unserem Ministerium noch gut<lb/>
behandelt, denn sie kriegen in verhältnismässig kurzer Zeit<lb/>
wenigstens überhaupt eine Antwort. Noch dazu vom Minister per<lb break="no"/>sönlich gefertigt. Dabei entstehen Momente, wo ich mich nur an<lb/>
den Kopf greifen kann. <rs type="person" ref="#per__112946">Schleifer</rs> legt für die Verordnung eine<lb/>
Anlage bei, wo die ersten zwei Buchstaben eines Tages als BEi<lb break="no"/>spiel angeführt sind. Ich kann nicht erwarten, dass er sie<lb/>
zeichnen kann, hätte aber angenommen, dass er sich wenigstens<lb/>
um einen Graphiker umsieht. Ich ersuche des deshalb <rs type="person" ref="#per__134175">Schanovsky</rs> <add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add>, er<lb/>
soll so schnell wie möglich entsprechende Vorschläge unterbreiten,<lb/>
die graphische einigermassen akzeptabel sind. Die ausgesuchten<lb/>
Muster gebe ich <rs type="person" ref="#per__112946">Schleifer</rs> und erkläre, dass es zwar nicht notwendig<lb/>
ist, in der Verordnung alle ersten zwei Anfangsbuchstaben des<lb/>
Tages abgebildet sein müssen, wohl aber für die Zeitungen, Kraft<lb break="no"/>fahrverbände, Versicherungen, Ölgesellschaften, die sich aus<lb/>
Reklamegründen sofort auf die Buchstaben stürzen werden. Als<lb/>
ich zu der Sitzung komme, ist natürlich nur das Anlagenblatt für<lb/>
die Verordnung fertig. Ich ersuche <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs>, er soll sofort jemanden<lb/>
im Ministerium auftreiben, der die restlichen 6 Pickerln entwerfen<lb/>
kann. <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> glaubt, dass im Haus irgendjemand sitzt, der die Tür<lb break="no"/>schilder malt, muss aber erfahren, dass die Amtswirtschaftsstelle<lb/>
dafür ein graphisches Büro beauftragt. Mit Ach und Krach treibt<lb/>
<pb n="18-1467" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band18/18_1973-12-19_1467.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>er im Bautenministerium einen Ingenieur auf, der sich dies zu<lb/>
zeichnen getraut, meint aber, hoffentlich hat er keine Schwierig<lb break="no"/>keiten mit dem Bautenminister. Endlich knapp bevor die Landes<lb break="no"/>vertreter wieder in ihre Länder zurückfahren, sind die Entwürfe<lb/>
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grosses Problem sein müsste, wenn die Sektion resoluter geführt<lb/>
würde. <rs type="person" ref="#per__107939">Römer</rs> kann nur immer klagen, dass sie bis zum Zusammen<lb break="no"/>brechen arbeiten müssen, dass er sich deshalb um alle diese Sachen<lb/>
nicht kümmern kann, aber auch die damit Beschäftigten schon dem Zu<lb break="no"/>sammenbruch nahe sind und es deshalb beim besten Willen nicth<lb/>
besser geht. Ich spreche ihm den Willen gar nicht ab, aber ich<lb/>
kann mir nicht vorstellen, dass wenn jemand wirklich wüsste, wie er<lb/>
das Problem anpackt, dann solche ungeheure Schwierigkeiten immer<lb/>
wieder auftauchen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-12-19_03">Den Ländervertretern habe ich erklärt, dass ihc erwarte, dass sie<lb/>
uns in jeder Beziehung unterstützen, nachdem gerade das System<lb/>
der wahlfreien Tage für die Länder von grösster BEdeutung ist.<lb/>
Die Alternative, ein Sonntagsfahrverbot ist letzten Endes von den<lb/>
Ländern kategorisch abgelehnt worden. Interessant war, dass der Vor<lb break="no"/>arlberger von St. Gallen erzählte, dass fast drei Viertel der<lb/>
Autobesitzer eine Ausnahmegenehmigung vom Sonntagsfahrverbot<lb/>
erhalten wollten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-12-19_04">Vom Zeitungsherausgeberverband kam <rs type="person" ref="#per__97902">Schaffelhofer</rs> mit Dipl.Kfm.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__133964">Merkel</rs> und <rs type="person" ref="#per__130518">Dibold</rs> von der Kronenzeitung und einem Vertreter vom<lb/>
Kurier und wollte bereits von mir die Zusage haben, dass die Redak<lb break="no"/>teure, Journalisten aber vor allem auch die Drucker und die die<lb/>
Zeitung ausfahren, entsprechende Ausnahmegenehmigung vom Ministerium<lb/>
erhalten sollten. Sie waren ein wenig enttäuscht, dass ich ihnen<lb/>
erzählte, dass ihc keine mÖglichkeit habe, eine solche Ausnahme–<lb/>
genehmigung zu erteilen. Die Durchführung des Gesetzes obliegt den<lb/>
Ländern, bei den Bezirkshauptmannschaften müssen sie entsprechende<lb/>
Anträge stellen. Auch ihr Wunsch, dass sie in die Empfehlung aufgenom<lb break="no"/>men werden, die das Handelsministerium an ide Landesregierungen wei<lb break="no"/>tergeben wird, sowie sie Seelsorger, Hebammen, Ärzte, Invalide und<lb/>
Berufstätige, die nicht mit dem normalen öffentlichen Verkehrsmitteln<lb/>
zur Arbeit kommen können, waren sie sehr verwundert, dass ich ihnen<lb/>
in dieser Beziehung nicht entgegenkam. Ich vermeide aber unter allen<lb/>
Umständen, einer Berufsgruppe, die sich nicht genau abgrenzen lässt<lb/>
<pb n="18-1468" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band18/18_1973-12-19_1468.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>und eine Sonderstellung wirklich verdient, eine solche Ausnahme<lb break="no"/>genehmigungsempfehlung zu geben. In diesem FAll befürchte ich,<lb/>
dass dann die Landesregierungen ebenfalls in grosszügiger<lb/>
weise ihre Bezirkshauptmannschaften anweisen, Ausnahmegenehmigung<lb/>
zu erteilen, Dann muss der eine autofreie Tag wirkungslos werden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-12-19_05">Ich bin überzeugt, dass in der nächsten Zeit noch ganz starke Einwän<lb break="no"/>de gegen die Regelung kommen werden, insbesondere wird von rechtlichen<lb/>
Bedenken bis zu praktischen Durchführung alles kritisiert und<lb/>
wahrscheinlich als unmöglich bezeichnet, hingestellt werden. Wichtig<lb/>
erschien es mir deshalb, dass die Landesvertreter aber auch die be<lb break="no"/>teiligten Ministerien dem Entwurf und der Durchführung letzten<lb/>
Endes zustimmten. Zu diesem Zweck bin ich extra bei der Sitzung<lb/>
geblieben.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-12-19_06">In der dritten Phase der Bewirtschaftung ergeben sind jetzt meiner<lb/>
Meinung nach technische Schwierigkeiten. Da <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> die ABsicht,<lb/>
hat, was ich sehr schätzee, dass der Entwurf der Bezugsmarke so<lb/>
ist, dass wir recht lage Zeit auskommen, haben seine Abschnitte<lb/>
fast nur fingernagelgrösse. Wie die Ölfirmen d.h. die<lb/>
Stationäre und Tankstellenwarte diese Marken rückverrechnen, ist<lb/>
mir ein Rätsel. <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> verweist darauf, dass in der Kriegszeit Lebens<lb break="no"/>mittelmarken gepickt hat, und dass die damalige Semmelmarke auch<lb/>
nicht grösser gewesen ist. Ich versuchteihm zu erklären, dass<lb/>
sie sichelrich stimmt, aber dass ich eine grosse Gefahr darin sehe,<lb/>
dass nachher die, die die Marken administrieren müssen, erklären,<lb/>
diessei unmöglich. Ich verlange deshalb, dass er sich sofort mit<lb/>
den Tankstellenvertretern und vor allem auch mit dem <choice><choice><sic>Touringsklub</sic><corr>Touring-Club?</corr></choice></choice><lb/>
und dem ARBÖ in Verbindung setzt. Hier müssen wir trachtne, von<lb/>
allen die Zustimmung zu erhalten. Nur so werden wir die erwarte<lb/>
Kritik einigermassen ertragen können. Wenn wir nämlcjh darauf hin<lb break="no"/>weisen, dass alle mitbeteilgt waren und letzten Endes zustimmen.<lb/>
Dei Ländervertreter erklärte auch zur Bewirtschaftung ihr Einver<lb break="no"/>ständnis wollten aber noch die entsprehcneden Details kennen<lb/>
und studieren. Wir einigten uns, dsss iwr in der Woche vom<lb/>
7. – 14. Jänner neuerdings zusammentreten wollen. Bis dahin<lb/>
müssten sie in den Bezirkshauptmannschaften alle Vorbereitungen<lb/>
getroffen haben, um die Ausnahmegenehmigungen für die Pickerln<lb/>
durchführen zu könnenn. Gleichzeitig müssen sie auch Vorkehrungen<lb/>
treffen, um die Bewirtschaftung dann zu bewältigen. Die Durchführung<lb/>
wird auf jeden Fall bei den BH liegen.</p><pb n="18-1469" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band18/18_1973-12-19_1469.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-12-19_07">Bei der Plenarsitzung über die ökonomische Arbeitsgruppe Energie<lb/>
kam es interessanteweise gar nicht zu der gegensäztlichen Dis<lb break="no"/>kussion, die ich erwartete. <rs type="person" ref="#per__97671">Kreutler</rs> berichtete für Öl und<lb/>
Gas, <rs type="person" ref="#per__126225">Rohner</rs> von der VÖEST für Kohle, <rs type="person" ref="#per__111001">Peyerl</rs> vom Verkehrsministerium<lb/>
für Elektrizität, <rs type="person" ref="#per__97354">Blau</rs> <add>evtl. Falschidentifikation, Anm.</add>für Umweltschutz und <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> für die<lb/>
Finanzierung. Die Unterlagen für die Finanzierung waren nicht<lb/>
komplett, weshalb nur ein Teilbericht gegeben werden konnte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> wollte für die Prognose des Wirtschaftsforschungsinstituts<lb/>
das Referat erstatten, doch kam es gar nicht mehr dazu, weil<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97671">Kreutler</rs> mit Recht einwarf, die Prognose-Unterlagen müssten falsch<lb/>
sein. <rs type="person" ref="#per__97764"><sic>Mussil</sic></rs> vom Wirtschaftsforschungsinstitut, der auch die Prog<lb break="no"/>nose 1969 für das ÖVP-Energiekonzept gegeben hat und sich damals<lb/>
schon kräftig irrte, hat scheinbar auf genau dasselbe Modell auf<lb break="no"/>bauend, angenommen, dass ein 5 %-ige Bruttonationalprodukt-Real<lb break="no"/>wachstum und eine 7 %-ige Industrieproduktion mit einem 3 %-igen<lb/>
Energiezuwachs bewerkstelligen könne. Alle kamen überein, dass<lb/>
dies mindesten 4 – 4,5 % Energiezuwachs bedeuten. QWir einigten<lb/>
uns darauf, dass wir im nächsten Jahr eine interfraktionelle<lb/>
Sitzung im Ministerium machen würden, wo wir <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> auffordern<lb/>
die entsprechenden Unterlagen zu erörtern. Das Modell, welches<lb/>
seinen Berechnungen zugrundeliegt, müsste nach Auffassung aller<lb/>
Energiefachleute falsch sein. wenn dies stimmt, dann kann ich mir<lb/>
leicht erklären, wieso 1969 die ÖVP kit ihrem Energiekonzept<lb/>
so grossenSChiffbruch erleiden musste. Eine längere Debatte ent<lb break="no"/>spann sich, wer aller in den Energiebeirat entsendet werden soll.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> von den Stadtwerken befürchtete, dass die Konsumenten<lb break="no"/>seite ein starke Übergewicht haben würde. Er rechnet damit, dass<lb/>
nicht nur die AK und der ÖGB sondern letzten Endes auch die Han<lb break="no"/>delskammer vom STandpunkt der Abnehmer für Handel, Gewerbe und<lb/>
Industrie die Konsumenteninteressen in den Vordergrund rücken<lb/>
würden. Dasselbe gilt für die Ministerien, die maximal neutral<lb/>
sein würden. Andererseits konnte ich meinen Vorschlag, den ich<lb/>
ursprünglich gemacht hatte, nämlich den Fachverband für Gas<lb break="no"/>wirtschaft, den FV für Erdölindustrie und den FV für Bergbau<lb/>
nicht realisieren, weil wir fürchteten, dass dann die<lb/>
Handelskammer entscheidet, die Geschäftsführer dieses Fachverbandes<lb/>
zu entsenden und nicht eben für die Gaswirtschaft <rs type="person" ref="#per__97865"><sic>REsinger</sic></rs> als<lb/>
Obmann des Fachverbandes oder für den Kohlenbergbau einen Vertreter<lb/>
von VÖEST-Alpine, wir entschiedne uns deshalb, den Beirat zu<lb/>
verkleinern, den Verband der österr. Energiekonsumenten und auch<lb/>
den Verein für Konsumenteninformation aus dem Beirat zu eliminieren<lb/>
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urgieren sollte. Ich ersuchte bei der Sitzung und ganz besonders<lb/>
nachher die Vertreter der AK <rs type="person" ref="#per__114598">Hruby</rs> und <rs type="person" ref="#per__114467">Wehsely</rs> und den Vertreter<lb/>
des ÖGB <rs type="person" ref="#per__113026">Tumpel</rs>, sie sollten ohen die Höhe zu akzeptieren doch<lb/>
versuchen, so schnell wie möglich in ihrem eigenen Haus zu klären,<lb/>
ob wir nicht noch im Jänner die Strompreisanträge über die Bühne<lb/>
bringen könnten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-12-19_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Ich habe schon bei der ersten Sitzung ver<lb break="no"/>langt, dass die Landesregierungen, bevor wir<lb/>
in Verhandlungen eintreten, ihre Zustimmung<lb/>
zu dem Preisantrag ihrer Landesgesellschafter<lb/>
geben müssen. Erkundige Dich bitte, ob diese<lb/>
bereits im Verkehrsministerium eingetroffen<lb/>
sind.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-12-19_09">Herr <rs type="person" ref="#per__146111">Kogler</rs>, der einmal einen Bergbau in <choice><choice><sic>Noxberg</sic><corr>?</corr></choice></choice> betrieben hat,<lb/>
möchte nun neuerdings eine Bergbauförderung von 100.000 S für<lb/>
seine Stillegung, Angeblich hat man ihm im Haus erzählt, dass<lb/>
die Entscheidung darüber ausschliesslich beim Minister liegt.<lb/>
Ich erklärte mich rundweg dafür nicht züständig, weil die Auf<lb break="no"/>teilung durch eine Kommission erfolgt. Ich selbst habe diesen<lb/>
Vorschlag der Kommission akzeptiert und damit sei das ganze Geld<lb/>
bereits ausgegeben. Ausserdem erzählte ich ihm mit aller Ent<lb break="no"/>schiedenheit, dass eine volkswirtschaftliche Notwendigkeit jetzt<lb/>
nicht mehr existiert, nachdem der Betrieb seit 1970 stillgelegt<lb/>
ist.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-12-19_10"><rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> kam mit ihrem Referenten im Ministerium für die Altöl<lb break="no"/>beseitigung, Ing. <rs type="person" ref="#per__146056">Altmann</rs>. In der BRD wird die Altölbeseitigung<lb/>
durch ein Gesetz, das mit 1.1.1969 in Kraft getreten ist, abge<lb break="no"/>wickelt. Dort hält der Altölfonds von 900 Importeuren, Händlern<lb/>
und Raffinerien entsprechende Umlagen. Dadurch können pro Zentner<lb/>
17 DM Subvention bezahlt werden. 1972 wurden 220.000 t regeneriert<lb/>
60.000 t verbrannt in 15 Anlagen, 300.000 intern von den Fabriken<lb/>
selbst verbrannt und 60 – 70.000 verschwinden noch. In Österreich<lb/>
rechnet man mit einem Aufkommen von 50.000 t Altöl, wovon 30.000<lb/>
auch von den Betrieben intern verbrannt werden. Die restlich<lb/>
20 – 40.000 nach Auffassung von <rs type="person" ref="#per__97671">Kreutler</rs> für die ÖMV könnte<lb/>
die PIA-Anlagen die die Firma Buchinger EDG jetzt betreiben von<lb/>
der ÖMV jetzt verbrannt werden. Ein Test mit 1.500 t ist jetzt<lb/>
gerade gestartet worden. In einem kleinen Kreis soll<lb/>
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grosse Enquete einberuft. <rs type="person" ref="#per__146056">Altmann</rs> selbst wollte über dieses Problem<lb/>
nur diskutieren, ich selbst habe aber sofort vorgeschlagen, man<lb/>
müsste ein fertiges Konzept bereit haben, wenn man in eine solche<lb/>
Enquete geht. Ich halte nämlich gar nichts daovn, wenn man Leute<lb/>
zusammenruft womöglich aus der BRD und anderen Staaten und dann<lb/>
dort nur ein Plabla über die Bühne geht, weil keiner genau weiss,<lb/>
was man eigentlich will. Natürlich kann bei eienr Enquete dann ein<lb/>
ganz gegenteiliges Ergebnis herauskommen. Dies stört mich persönlich<lb/>
weniger. Was ich nur für unmöglich immer empfinge ist, wenn man ohne<lb/>
Konzept in eine solche Enquete geht und dann Kreti und Pleti<lb/>
dort das Wort nehmen, niemand weiss,wo man hinauswill und deshalb<lb/>
eine solche Enquete eben dann ausgeht wie das Hornberger Schiessen.<lb/>
wenn sihc die Enquete zu einer besseren Lösung durchringt als die<lb/>
die vorgeschlagen wird, macht dies gar nichts. Eine kleine Arbeits<lb break="no"/>gruppe wird jetzt einen solchen Vorschlag erarbeiten. Da <rs type="person" ref="#per__146056">Altmann</rs><lb/>
und auch <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> wollten, dass dies weitestgehend parteiintern<lb/>
behadnelt werden soll, habe ich <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> ersucht, er sollte versuchen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107939">Römer</rs> einzureden, dass dies eine Chemiefrage ist und deshalb<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114402">Fellner</rs> den Chemiebranchenreferenten zu entsenden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-12-19_11">Der neue Präsident der Patentanwaltskammer <rs type="person" ref="#per__97341">Beer</rs> und sein Vizepräsident<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__110989">Sonn</rs>, der auhc bereits von uns nach München zu den Europa-Patent<lb break="no"/>verhandlungen mit genommen wurde, kamen sihc vorstellen und bespra<lb break="no"/>chen gleich ihre Probleme. Präs. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> war anwesend und wir beide<lb/>
konnten feststellen, dass die Patentanwaltskammer heute weniger<lb/>
negativ dem Europa-Patent gegenübersteht als noch vor einigen Monaten<lb/>
Dies ist sicherlich darauf zurückzuführen, dass es mir gelungen ist<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__110989">Sonn</rs> in die Delegation aufzunehmen und er deshalb so wie seiner<lb break="no"/>zeit die anderen Interessensvertretungen bi den EG-Verhandlungen unmit<lb break="no"/>telbar miterlebte, wie der Hase läuft Die Patentanwaltskammer<lb/>
wünscht nicht, dass wir jetzt bereits dem europäischen Patent bei<lb break="no"/>treten, dies sit auch gar nicht beabsichtigt. Gegen die Unterzeichnung<lb/>
des Vertrages haben sie gar nichts mehr einzuwenden. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> teilte mi<lb/>
anschliessend vertraulich mit, dass ihm jetzt die Deutschen das<lb/>
Angebot gemacht haben, sie würden versuchen, dass er von den<lb/>
Research-Büros der Vizepräsident der Arbeitergruppe wirde. Dies<lb/>
wäre eine schöne Anerkennung für seine Leistung und ein guter<lb/>
Start, um im Europa-Patent entsprechend verankert zu werden. Eine<lb/>
<pb n="18-1472" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band18/18_1973-12-19_1472.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>weitere Frage betraf Inpadoc, ob die Wipo jetzt mit der Entwick<lb break="no"/>lung einigermassen zufrieden ist. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> erklärte, dass bei der<lb/>
letzten Aufsichtsratssitzung auch die Wipo-Vertreter von der<lb/>
Richtigkeit des jetzt eingeschalgenen neuen Weges überzeugt werden<lb/>
konnten. Die dritte und letzte Frage betraf die Arbeitsgemeinschaft<lb/>
in der Patentförderung und -beratung, die das Handelsministerium<lb/>
mit der Bundeskammer gemeinsam jetzt betreibt. Auch hier waren<lb/>
die Patentanwälte mit der Entscheidung einverstanden und erhoffen<lb/>
eine gute Zusammenarbeit. Ich versprach sowohl dem Präsidenten <rs type="person" ref="#per__97341">Beer</rs><lb/>
seinem Vizepräsidenten Dr. <rs type="person" ref="#per__110989">Sonn</rs>, dass wir unter allen Umstän<lb break="no"/>den an der weiteren guten Zusammenarbeit enthalten wollen. Die beste<lb/>
Gewähr sei dafür Präs. <rs type="person" ref="#per__97688"><sic>Lebelr</sic></rs>, dernach neuen und modernen Gesichts<lb break="no"/>punkten das Patentamt entfalten wird. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> meinte, dass noch<lb/>
kein Minister sich so für die Patentfragen interessiert hat und<lb/>
glechzeitig auch so viel Zeit aufbrachte. Dies sei nach seiner<lb/>
Meinung die beste Gewähr, dass wir auch die notwendigen finan<lb break="no"/>ziellen Mitteln bekommen werden, sodass das Patentamt auf seinen<lb/>
hohen Niveau erhalten bleiben kann. Ich teile diese Meinung nicht<lb/>
ganz, denn es wird der Finanzminister auf alle Fälle versuchen,<lb/>
die vielen Millionen, die er bie Inpadoc hineinstecken muss, irgend<lb break="no"/>wo anders auf dem Patentsektor zu ersparen. Hier wird ,wenn es<lb/>
darum geht, das Patentamt dann europareif auszubauen, es grössere<lb/>
Schwierigkeiten geben. Warum soll ich aber jetzt bereits <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs><lb/>
das Leben schwer machen oder gar seine Agilität hundern, wenn<lb/>
wir vielleicht erst in ein paar Jahren an die finanzielle Grenze<lb/>
unserer Zuschüsse gestossen sein werden.</p></div>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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