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            <title type="main">Montag, der 15. Oktober 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-10-15_01">Montag, 15. Oktober 1973</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-10-15_02">Beim Journalistenfrühstück hatte ich Gelegenheit, über die von der<lb/>
ÖMV vorgelegten Ziffern zu referieren. Vorher hatte ich bereits mit<lb/>
den internationalen Gesellschaften vereinbart, dass sie uns jetzt<lb/>
entsprechende Lagerstandsmeldungen nur zur Information des Ministeriums<lb/>
geben sollten. Ebenso ersuchte ich die ÖMV Dir. <rs type="person" ref="#per__97671">Kreutler</rs> die ent<lb break="no"/>sprechenden Ziffern jetzt täglich oder zumindestens wöchentlich jetzt<lb/>
zu melden. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> wird das Notwendige veranlassen. Mir erscheint<lb/>
es dringend notwendig, dass wir laufend die entsprechenden Ziffern<lb/>
zur Hand haben, damit uns nicht wieder ein solches Debakel passiert<lb/>
wie in der vergangenen Woche. Niemand hatte eigentlich verlässliche<lb/>
Ziffern gehabt, <rs type="person" ref="#per__97671">Kreutler</rs> selbst war in Libyen und konnte deshalb<lb/>
auf die ÖMV nicht den notwendigen Einfluss nehmen. Seiner Berechnung<lb/>
nach wäre es nicht notwendig gewesen, eine solche drastische Kürzung<lb/>
wie z.B. am Heizölsektor vorgenommen wurde, durchzuführen. Der Erd<lb break="no"/>öldienst hat berichtet, dass man um 60 % gekürzt hat, eine solche<lb/>
Kürzung wurde mit mir nie vereinbart und dies noch rückwirkend mit<lb/>
1. Oktober. Dadurch kann es vorgenommen sein, dass tatsächlich<lb/>
einzelne Tankstellen überhaupt kein Heizöl extra leicht, bekommen<lb/>
haben. Wenn wir entsprechendes Ziffernmaterial über die An- und Auslie<lb break="no"/>ferung haben, könnten wir uns ein besseres Bild machen. <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> hat mir<lb/>
vorgeschlagen, dass dieses statistische Material nur von <rs type="person" ref="#per__107936">Elsinger</rs><lb/>
aufgearbeitet werden könnte.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-10-15_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>: Bitte die entsprechenden personellen Verände<lb break="no"/>rungen veranlassen. Ich möchte <rs type="person" ref="#per__107936">Elsinger</rs> selbst um<lb/>
diese neue Arbeit ersuchen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-10-15_04">Auf Grund der Erfahrung, die wir jetzt in den letzten Tagen mit der<lb/>
Entwicklung auf dem Erdölsektor gehabt haben, erscheint es mir<lb/>
zweckmässig, dass wir nicht zuletzt auch wegen der im Vergleich [?] hohen<lb/>
Kürzung, die gar nicht beabsichtigt war, nach Normalisierung eine<lb/>
kritische Besprechung aller Massnahmen mit der ÖMV und in weiterer<lb/>
Folge auch mit den internationalen Gesellschaften durchführen sollten.<lb/>
Ich glaube, dass man aus Fehlern lernen soll, Fehler sind geschehen<lb/>
auch von uns und es wäre zweckmässig durch Absprachen in Hinkunft sol<lb break="no"/>che Fehler zu vermeiden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-10-15_05">Bei der Eröffnung der betriebswirtschaftlichen Woche hatte ich Gelegen<lb break="no"/>heit, in aller Öffentlichkeit über die Benzin- und Ölversorgung zu<lb/>
<pb n="18-1129" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band18/18_1973-10-15_1129.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>referieren. Die ÖMV hat mir zwar schlüssig nachgewiesen, dass wir<lb/>
für <choice><choice><sic>8</sic><corr>9?</corr></choice></choice> Wochen entsprechnede Vorräte jedenfalls haben, doch möchte<lb/>
ich diese Ziffer noch nicht in der Öffentlichkeit bekanntgeben. Es<lb/>
ist immerhin möglich, dass in den nächsten Tagen Äbderungen Platz<lb/>
greifen und dann müssteich wieder korrigieren. Ich glabue, deshalb<lb/>
ist es zweckmässig und ich habe auch nur von den derzeitigen Lager<lb break="no"/>verhältnissen bei der Betriebswirtschaftlichen Woche gesprochne,<lb/>
für die Zukunft nur erklären, dass wir bessere und längere Lager als<lb/>
andere westeuropäische Länder haben. Den vertreten vom Fernsehen und<lb/>
Rundfunk, die sowohl bei der Pressebesprechung als auch bei der<lb/>
Betriebswirtschaftlichen Woche anwesend waren, habe ich deutlich ge<lb break="no"/>macht, dass sie doch auf alle Fälle in Hinkunft, wenn sie etnspre<lb break="no"/>chende Aufnahmen und Kommentare von leerstehenden Tankstellen und<lb/>
mangelnder Vorsorge usw. bringen, auch den verantwortlichen Minister<lb/>
fragen sollten. wenn sie dann letzten Endes zu einer anderen Über<lb break="no"/>zeugung kommen und meinen, dass meine Angaben nicht stimmen, habe ich<lb/>
gar nichts dagegen, wenn sie sie kritisch beleuchten und sogar andere<lb/>
Schlüsse zieehen als die Regierung gerne hätte. Aber fragen müssten<lb/>
sie eigentlich auf alle Fääälle, um sich selbst ein objektives Bild<lb/>
machen zu können.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-10-15_06">Präsident <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> hat über die Probleme der Industrie, ganz besonders<lb/>
der österreichischen im Zusammenhang mit der Integration ein Referat<lb/>
gehalten. Konkrete Einzelheiten hat er nicht angeshcnitten, sondern<lb/>
mehr vom philosophischen und politischen GEsichtspunkt das Problem<lb/>
der Industrie in westeuropäischem Raum und über die – wie er sich ausdrc<lb/>
drückte – politische Kompetenzverlagerung. Seine Schlussfolgerungen<lb/>
waren, dass erstens eine Förderung der Exportoffensive durch Export<lb break="no"/>stützpunkte, wie es die Firma Hörbinger heute in den verschiedenen<lb/>
Staaten macht, nötwenidig wäre. Zweitens eine personelle Zusammenarbeit<lb/>
zwischen Wirtschaft, Staat, Industriebetrieben und Interessensvertre<lb break="no"/>tungen , drittens in der Steuerpolitik eine Ermöglichung der Substanz<lb break="no"/>erhaltung durch mehr Rücklagen und entsprechende Abschreibungen und<lb/>
viertens eine steuerpolitische Möglichkeit, Fusionen durchzuführen,<lb/>
insbesondere auf die regionalen Differenziertheiten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-10-15_07">Die interministerielle Sitzung über das Rohstofflenkungsgesetz war<lb/>
leider bei meiner Rückkunft schon zu Ende.Römer hat nur mehr das<lb/>
Formulierungskomitee, d.h. den Verfassungsdienst und Herren des<lb/>
Hauses mit den Interessensvertretungen bei sich. Da ich befürchtete,<lb/>
<pb n="18-1130" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band18/18_1973-10-15_1130.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dass in die Formulierung des Rohstofflenkungsgesetzes nicht aufgenommen<lb/>
wird die Tatsache, dass ich ja keinerlei Bewirtschaftung durchführen<lb/>
kann, sondern dies die Landesregierungen machen müssen, verlangte ich eine<lb/>
klare Formulierung vom Verfassungsdienst, der diese Delegation an die<lb/>
Landesregierungen d.h. Landeshauptleute deckt. Gleichzeitig konnte ich<lb/>
der Landwirtschaftskammer einreden, dass die natürlich eine Kontrolle<lb/>
durch die Bezirkshauptmannschaften wünscht, damit ihre Bauern zu dem<lb/>
Diesel- resp. Ölmengen kommen. Der Handelskammer wieder konnte ich<lb/>
plausibel machen, dass sie selbst die Durchführung der Bewirtschaftung<lb/>
durch ihre Interessensorganisationen erwartet. Da in der Formulierung<lb/>
bei der Novelle dies so dezidiert nicht zum Ausdruck kommt, haben<lb/>
wir in den erläutenden Bemerkungen die Hinweise der Interessensvertretun<lb break="no"/>gen aufgenommen. Ich bin sehr neugierig, wie es im Parlament weitergehen<lb/>
wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-10-15_08">Mit Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__97738">Meszaros</rs> sowie <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> unterhielt ich mich<lb/>
über die ausgearbeitete Studie betreffend ÖMV und Austro-Ferngas. <rs type="person" ref="#per__97738">Meszaros</rs><lb/>
hat mir wieder bestätigt, dass er ein Ausgehen des Bundes oder der ÖMV<lb/>
in die Austro-Ferngas oder umgekehrt für ganz unmöglich hält. Sein<lb/>
Kompromiss, dass er mit <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> gefunden hat, stellt eine maximale<lb/>
Lösung dar. Er möchte und auch <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> hat dies dezidiert erklärt,<lb/>
dass über dieses Elaborat derzeit mit niemandem anderen gesprochen<lb/>
wird. Sie wollen jetzt abwarten, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> seine Idee, dass der<lb/>
Bund bei diesen Geschäft in irgendeiner Form berücksichtigt wird,<lb/>
verwirklicht oder eben nicht verwirklicht und dann mit ihren<lb/>
jeweiligen Auftragsgebern das heisst <rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> mit der Austro-Ferngas<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97738">Meszaros</rs> mit der ÖMV dann Besprechungen führt, damit ich letzten<lb/>
Endes als Vermittler wenn es zu nichts anderem kommt, auftreten könnte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97865">Reisinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97738">Meszaros</rs> sind überzeugt, dass der Staat in dem Fall <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
in Vertretung von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und in Durchführung der Exportförderung gar<lb/>
nicht anders kann, als die Konzeption mit Algerien-Gas zu akzeptieren.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-10-15_09">Mit Sekt.Rat <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> wurde die Lebensmittelkennzeichnungs<lb break="no"/>verordnung endgültig fixiert. Margarine, die <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> bei mir urgiert<lb/>
hat, kann nach Auffassung <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> nicht in das Gesetz aufgenommen<lb/>
werden, weil es ein eigenes Margarine-Gesetz gibt. In diesem Gesetz<lb/>
ist allerdings das Aufbrauchs- oder Produktionsdatum nicht vorge<lb break="no"/>sehen. Ich habe deshalb entschieden, dass man auf alle Fälle, selbst dann<lb/>
wenn eine Problem in zwei Gesetzen geregelt ist, die entsprechende<lb/>
Bestimmung, Margarine in die Lebensmittelkennzeichnung aufnehmen muss.</p><pb n="18-1131" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band18/18_1973-10-15_1131.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-10-15_10">Betreffend der Deklaration für Feinbackwaren und vor allem einmal<lb/>
auch der Verpackung, habe ich vorgeschlagen, dass wir eine Kompromiss<lb break="no"/>lösung anstreben sollten. Bezüglich der Folien-Verpackung könnte ich<lb/>
mir vorstellen, dass wir sie ebenso in dem Erlass dann entsprechend<lb/>
ausführlich bestimmen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-10-15_11">In der Ministerratsvorbesprechung hat <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs>, da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erkrankt ist,<lb/>
sofort den Ministern, die zum Ministerrat etwas zu sagen haben, das<lb/>
Wort gegeben. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat mitgeteilt, dass das 2. BÜG, das morgen zur<lb/>
Debatte steht, noch durch 15 Mill. S für die GKB ergänzt werden soll.<lb/>
Dadurch würde der Kreditrahmen, der 30 Mill. beträgt und bis Jahres<lb break="no"/>ende aufgebraucht ist, keine Möglichkeit mehr geben für die Bezahlung<lb/>
der Jänner-Löhne. Darum hat er sich entschlossen, noch 15 Mill. dazu<lb break="no"/>zugeben. Ich hätte und wollte ihn davon überzeugen, dass 20 Mill, diesen<lb/>
Betrag hatten wir beim BÜG beantragt, alle Probleme zumindestens für<lb/>
die GKB bis März auf der Welt schaffen würden. Er meinte aber, aus<lb/>
finanziellen Gründen könnte er nur 15 Mill. S geben. Dadurch haben wir<lb/>
von unserem seinerzeitigen Antrag von 140 Mill. immerhin 35 Mill. durch<lb break="no"/>gesetzt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-10-15_12"><rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> berichtet, dass er in einer Präsidialsitzung von <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> nur schwer<lb/>
Termine zusätzlich bekommen kann. 23. erwartet die ÖVP eine Erklä<lb break="no"/>rung der Regierung über die Schönau-Affaire. <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> meint, die müsste man<lb/>
geben, sonst erhielte man sofort eine dringliche Anfrage. Am 8. November<lb/>
wird eine neue Parlamentssitzung zusätzlich eingeschaltet. Am 9. November<lb/>
wird im Nationalrat die Gewerbeordnung abgehandelt. Der Handelsausschuss<lb/>
wurde für 25. Oktober vorgesehen. Das Rohstofflenkungsgesetz kann am<lb/>
23. eingebracht werden und die ÖVP wollte wissen, ob wir eine schnelle<lb/>
Behandlung oder eine Blitzbehandlung wünschen. Gegen diese Blitzbehand<lb break="no"/>lung hat sowohl <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> als auch <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> grösste Bedenken. Ich selbst habe<lb/>
sie nicht verlangt, da ich jetzt noch gar nicht weiss, ob wir im November<lb/>
überhaupt noch interessiert sind, an einer schnellen Erledigung oder<lb/>
ob wir dies ganz normal über die Bühne gehen lassen können. Wenn eine<lb/>
Blitzbehandlung erfolgt müsste auch der Bundesrat extra wegen des<lb/>
Rohstofflenkungsgesetzes einberufen werden. Ob wir eine Blitzerledigung wün<lb break="no"/>schen können wir auch in der nächsten Zeit noch entscheiden. Ich berichte<lb break="no"/>te dann auf Aufforderung einiger Minister über die Benzin- und Ölsituation.<lb/>
Ich habe gleichzeitig darauf hingewiesen, dass ich die Preiserhöhung für<lb/>
Jänner 1974 unmittelbar nach den Wahlen vorziehen werde, um die Möglichkeit<lb/>
<pb n="18-1132" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band18/18_1973-10-15_1132.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>für Importe von verteuertem Benzin und Dieselöl zu schaffen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-10-15_13"><rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> berichtet über die Kommission des Ministeriengesetzes.<lb/>
Bis 1.1.1974 kann nur das Problem der Auskunftspflicht gegen<lb/>
Private unter Wahrung der Amtsgeheimnisse geklärt werden. Die anderen<lb/>
Fragen, glaubt <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> , kann er maximal bis 1. März 1974 lösen.<lb/>
Die Geschäftseinteilung ist lt. Gesetzesauftrag ja erst mit<lb/>
1. Jänner 1975 durchzuführen. Ich selbst habe sofort erklärt,<lb/>
dass wir bis 1.1.1975 auf gar keinen Fall zuwarten können, weil da<lb break="no"/>durch wir in die Vorwahlzeit der Nationalratswahlen kommen werden.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat seinerzeit ja auch bestimmt, dass mit 1. Jänner 1974<lb/>
alles erledigt sein muss, was <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> allerdings als vollkommen<lb/>
unmöglich bezeichnet.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-10-15_14">In dem von mir vorgelegten Rohstofflenkungsgesetz-Entwurf wird<lb/>
insbesondere die Formulierung " oder aus Gründen der Staatssicher<lb break="no"/>heit" wegen der Wahl und de damit zu erwartenden Aufregung innerhalb<lb/>
der Bevölkerung kritisiert. Da aber <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> insbesondere auf den<lb/>
Bedarf des Militärs, <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> auf die der Gendarmerie und <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> auf<lb/>
die von Post und Bahn hinweist, einigen wir uns auf die Formu<lb break="no"/>lierung "zur Versorgung der Bevölkerung und sonstiger Bedarfsträger"<lb/>
In den Erläuternden Bemerkungen sollen auch die jüngsten Entwicklungen<lb/>
im Nahen Osten herausfallen. Interessant ist dass wenn <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bei<lb/>
den Ministerratssitzungen und Vorbesprechungen nicht anwesend ist,<lb/>
dann die einzelnen Minister wesentlich mehr von ihren Problemen<lb/>
referieren resp. gefragt werden. Ich selbst habe nicht die Absicht<lb/>
bei Anwesenheit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> zu schweigen und nachher umso mehr zu er<lb break="no"/>zählen. Ich halte an meinem Prinzip auf alle Fälle fest, nur dann<lb/>
das Wort zu nehmen, wenn ich dazu aufgefordert werde.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band18_1973-10-15_15">Die Passagendiskussion und dann auch am Abend die Veranstaltung der<lb/>
Privatangestelltengewerkschaft in der Mag. Landstrasse, war so<lb/>
ruhig verlaufen, dass es für mich wieder fast beängstigend ist.<lb/>
Keine harte Angriffe, keine Kritik, vereinzelte Ansätze von rein<lb/>
fachlichen Wünschen und Anregungen, vielleicht in dem einen oder<lb/>
anderen Fall noch eine ein bisschen schärfere Formulierung aber<lb/>
alles in sehr urbanen und friedlichen Formen. Nach den Veranstaltungen<lb/>
zu schliessen, müsste das Rennen schon gelaufen sein. Ich habe aber<lb/>
noch immer die Erfahrung von 1966 in den Knochen, wo auch unsere<lb/>
Veranstaltungen gut besucht waren, es verhältnismässig wenig<lb/>
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Ich bin übezeugt, dass es diesmal nicht so sein wird, trotzdem<lb/>
hätte ich aber gerne weentlich merh BEwegung in unseren Aktivitäten<lb/>
von Seiten der Zuhörer. Ich kann nur hoffen, dass es sihc nicht um<lb/>
Resignation handelt.</p></div>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Lütgendorf, Karl</persName>
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               <persName><surname>Häuser</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Vizekanzler, Sozialminister</occupation>
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               <persName type="label">Leodolter, Ingrid</persName>
               <persName><surname>Leodolter</surname><forename>Ingrid</forename></persName>
               <occupation>Gesundheitsministerin</occupation>
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               <persName type="label">Broda, Christian</persName>
               <persName><surname>Broda</surname><forename>Christian</forename></persName>
               <occupation>Justizminister</occupation>
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               <persName type="label">Lanc, Erwin</persName>
               <persName><surname>Lanc</surname><forename>Erwin</forename></persName>
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               <persName type="label">Rösch, Otto</persName>
               <persName><surname>Rösch</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>Innenminister bis 1977, danach Verteidigungsminister</occupation>
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               <persName type="label">Koren, Stephan</persName>
               <persName><surname>Koren</surname><forename>Stephan</forename></persName>
               <occupation>Finanzminister, ÖVP-NR-Abg., OeNB-Präs.</occupation>
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               <persName type="label">Schwarz, Walter</persName>
               <persName><surname>Schwarz</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>Sekt.R HM</occupation>
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               <persName type="label">Frank, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Frank</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>Chef Energiesektion</occupation>
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               <persName type="label">Lausecker, Karl</persName>
               <persName><surname>Lausecker</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Staatssekretär/Verkehrsminister</occupation>
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               <occupation>GD Wr. Stadtwerke</occupation>
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               <persName type="label">Weihs, Oskar</persName>
               <persName><surname>Weihs</surname><forename>Oskar</forename></persName>
               <occupation>Landwirtschaftsminister bis 1976</occupation>
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               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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