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            <title type="main">Freitag, der 28. September 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-28_01">Freitag, 28. September 1973</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-28_02">Die Spar-Direktoren <rs type="person" ref="#per__137137">Zauner</rs>, <rs type="person" ref="#per__146115">Poppmeier</rs> und <rs type="person" ref="#per__139951">Drexler</rs> starten eine Propa<lb break="no"/>gandaaktion für ihre den Konsumenten freundliche Organisation. SIe<lb/>
wolle in Hinkunft die Preise die Waren etnsprechend auszeichnen und<lb/>
nur Qualität liefern. Mit anderen Worten,: sie möchten auf der WElle<lb/>
des Konsumerismus mitschwimmen. Da die Möglichkeit besteht, dass sich<lb/>
vielleicht auch andere Organisation dieser Welle anschliessen, könnte<lb/>
das Handelsministerium, wenn es eine solche Koordinierung oder vor<lb/>
allem Überwachung ihrer Erklärungen übernimmt, eine gewisse Populari<lb break="no"/>tät damit erreichen. Noch einmal bestätigte sich, dass Firmen Unter<lb break="no"/>stützungen wollen, die uns nichtskosten ausser einige Aktivitäten<lb/>
von Beamten durch Kontrolle und wir gleicheztigen den Konsumenten<lb/>
wirklich gewisse VOrteile zukommen lassen könnten. Die FRage ist<lb/>
nur für mich, wer diese Arbeit bei uns macht. Oberrat <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs>, der zuge<lb break="no"/>zogen war, hat übernommen mit der Fa. Spar KOntakt zu halten. Interes<lb break="no"/>sant war, dass nach der Sitzung, ich hatte in der Zwischenzeit schon<lb/>
eine andere Besprechung, Dir. <rs type="person" ref="#per__137137">Zauner</rs> mit <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> noch immer diskutierte<lb/>
und auch mich wartete, damit ich ihm mitteile, ob und inwieweit das<lb/>
Ministerium von ihrer Vorsprache eine Aussendung machen wird. Da<lb/>
ich mich nicht in die Kampagne einschalten lassen möchte, bevor kon<lb break="no"/>krete Ergebnisse vorliegen, erklärte ich, dass wir nach FEststellung,<lb/>
dass tatsächlich dieses für den Konsumenten feundliche verhalten<lb/>
Spar durch längere ZEit hindurch parktiziert, sehr wohl eine dies<lb break="no"/>bezügliche Aussendung machen werden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-28_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Solten wir nicht Vorkehrungen treffen, damit auch<lb/>
andere Ketten und vor allem der Konsum sich zu<lb/>
solchen Aktionen bereiterklärt und dann propa<lb break="no"/>gandistisch eine grosse freiwillige Aktion star<lb break="no"/>ten ?</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-28_04">Die AZ – Red. <rs type="person" ref="#per__113612">Besenböck</rs> möchte scheinbar eine Grossreportage über das<lb/>
Grund- und Boden- sowie Zwischenhändlerwesen mit Grund und Boden star<lb break="no"/>ten. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hatte angekündigt, dass die öffentliche Hand, selbst<lb/>
öffentliche Makler für Grundkäufe und -täusche anstellen sollte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113612">Besenböck</rs> wolltenun wissen, wie in der Gewerbeordnung in Hinkunft<lb/>
diese Sparte geregelt sein wird. Derzeit ist der Realitätenvermittler<lb/>
konzessioniert und die Wohnungs- und Geschäftsvermittlung sowie der Handel<lb/>
mit Liegenschaften frie. In HInkunft werden alle diese Tätigkeiten<lb/>
Konzessionszwang unterliegen. An den Zuständen aber, die <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
<pb n="17-1062" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-28_1062.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>und insbesondere <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> bekämpfen möchte, wird sich nicht sehr viel<lb/>
ändern. Ich werde zwar einen Verhaltenskodex in der Verordnungsform er<lb break="no"/>lassen, wo aich Provisionshöchstsätze festgelegt sind. Wenn jemand<lb/>
gegne den Kodex verstösst und zwar öfeters, kann ich ihm, da er die<lb/>
Verlässlichkeit dann nicht mehr erbringt, seine Konzession entziehen.<lb/>
In Wirklichekeit aber werd eich die Tatsacge nicht erfassen, dass ein<lb/>
privater Grundstückbesitzer, wenn er sein Grundstück verkauft, schon<lb/>
allein wegen der Steuer niemals den ganzen Betrag angibt, wodurch eben<lb/>
die Grundstücke grösstenteils in Händen von privaten Maklern bleiben<lb/>
werden. Der öffentliche Makler, d.h. der Magistrat selbst oder eine<lb/>
Gesellschaft, die er einrichtet, wird wenn überhaupt nur Grundstücke<lb/>
wieder der öffentlichen Hand handeln können. Ähnlich ist es bei den<lb/>
Betriebsansiedlungsgesellschaften. Hier können seriöse Geschäfte nur<lb/>
mit öffentlichem Grund und Boden abgewickelt werden, wenn sich die<lb/>
Gesellschaft privater Makler für Grundstückaufkäufe bedient und das<lb/>
muss sie, damit sie überhaupt an solche herankommt, hat sie nur ganz<lb/>
beschränkte Möglichkeiten auf den Preis Einfluss zu nehmen. Da die<lb/>
ganze Frage primär beim Bautenminister wegen eines Grund- und<lb/>
Assanierungsgesetzes liegt, habe ich <rs type="person" ref="#per__113612">Besenböck</rs> an <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> verwiesen</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-28_05">Bei der Überreichung von Auszeichnungen für die Angehörigen der<lb/>
Fa. Viennaton hatte ich auch GElegenheit, den Obmann des Verbandes<lb/>
der Schwerhörigen Vox, Rundfunkangestellten <rs type="person" ref="#per__146322">Giese</rs>, einen alten bekannten<lb/>
zu treffen. <rs type="person" ref="#per__146322">Giese</rs> erzählt mir, dass in Wien 80.000 und in den Ländern<lb/>
300.000 Hörgeschädigte sind. Niemand nimmt sich in der Partei um deren<lb/>
Probleme an. Diese hatten schon einige Male versucth, mit Sekretären<lb/>
und Funktionären der Partei über diese so wichtige Wählergruppe ent<lb break="no"/>spreche Politik zu besprechen. Leider vollkmmen vergeblich.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-28_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: iHier müsste Wandel geschafft werden.<lb/>
Bitte mit <rs type="person" ref="#per__146322">Giese</rs> einen Plan, den gegebenenfalls das<lb/>
Handelsministerium durchführen könnte, besprechen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-28_07"><rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> berichtet, dass er mit Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__140792">Twaroch</rs> vom Finanzministerium<lb/>
über die steuerliche Belastung des Fremdenverkehrs eine Aussprache geführ<lb/>
hat. Nach BErechnungen von <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> sind die Betriebssteuern für den<lb/>
Fremdenverkehr in der Schweiz 1 – 2 %, in Italien 5,5 bis 6 % und in<lb/>
Österreich 17 %. Allein durch den Wegfall der 80 %-igen Umsatz<lb break="no"/>steuerfreiheit für <choice><choice><sic>Übernächtigung</sic><corr>Übernachtung; Nächtigung</corr></choice></choice> ist das Logier mit 4 % Umsatz<lb break="no"/>steuerplus belastet. <rs type="person" ref="#per__140792">Twaroch</rs> wehrte sich vorerst, überhaupt über die<lb/>
Mehrwertsteuer zu sprechen, da die 10 % Getränkesteuer eine Gemeinde<lb break="no"/><pb n="17-1063" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-28_1063.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>angelegenheit, 10 % Alkoholsteuer aber und vor allem die 16 % Mehr<lb break="no"/>wertsteuer eine gemeinsame Abgabe ist, kann das Finanzministerium<lb/>
natürlich allein keienrlei Änderungen vorschlagen. <rs type="person" ref="#per__140792">Twaroch</rs> wird<lb/>
dieses Problem mit seinen Herren und natürlich insbesondere mit<lb/>
Finanzminister <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> besprechen. Sicher ist, dass <rs type="person" ref="#per__111729">Skadarassy</rs><lb/>
ein 8-Punkte-Programm an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> übermittelt hat und das mit ihm<lb/>
auch besprochen, wo <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> anwesend war und angeblich seine<lb/>
wohlwollende Unterstützung zusagte. In diesem Programm sind wieder<lb/>
neue Zinsstützungen vorgesehen. Da ich persönlich von den Zins<lb break="no"/>stützungen nichts halte, hier verzitteln sich grosse Mengen von<lb/>
Mitteln, möchte ich unterallen Umständen, dass von diesen Abstand<lb/>
genommen wird und eher Barzuschüsse, wie wir sie für die Komfort<lb break="no"/>zimmeraktion gestartet haben, gegeben werden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-28_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte mit dem Sekretariat des Fiannzministers<lb/>
diesbezügliche klärende Gespräche führen. Zins<lb break="no"/>zuschuss-Aktionen möchte ich unter gar keinen<lb/>
Umständen neue starten.</p></div>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Präs. Hoteliervereinigung</occupation>
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