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            <title type="main">Donnerstag, der 27. September 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-27_01">Donnerstag, 27. September 1973</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-27_02">Die Personalvertretung der E-Sektion, unter Führung von Dr. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs>,<lb/>
der gleichzeitig auch die Preise für die E-Wirtschaft bearbeitet,<lb/>
teilt uns ihre Wünsche mit. In der Sektion haben die Mitglieder eine<lb/>
Freifahrt auf der Bundesbahn und die Angehörigen 3 Regiefahrten Anspruch.<lb/>
Da sie selbst wissen, dass sie dies kaum bei uns aufrechterhalten können,<lb/>
möhcten sie eine einmalige Ablöse von ca. 1.000 S. Wenn überhauptm so<lb/>
erklärt <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> mit Recht, so müsste das Verkehrsministerium diesen Be<lb break="no"/>trag, rd. 30.000 S aufbringen. Bei den Zimmern, diesie im Handelsministe<lb break="no"/>rium bekommen, möchten sie nicht als die eben zuletzt gekommenen wie Paria<lb/>
behandelt werden. Da Eine ganz neue Zimmereinteilung erfolgt, aknn man<lb/>
noch nicht sagen, wo sie hinkommen werden. 6 Leute haben Parkplätze<lb/>
im jetzigen Domizil am Schwarzenbergplatz und sie erwarten, dass sie<lb/>
auch hier eine Abstellmöglichkeit haben, sie sind sehr erstaunt, dass<lb/>
bei uns so eetwas überhaupt nicht möglich ist. Der Sektionsleiter hat<lb/>
einen Dienstwagen, den sie gelegentlich auch benützen können. Hier sind<lb/>
sie befriedigt, als sie erfahren, dass bei uns auch die Dienstwagen<lb/>
über die Fahrbereitschaft angefordert werden können, ohne dass natür<lb break="no"/>lich das Präsidium das genehmigt. Die Frauen haben einen Wirtschaftstag<lb/>
monatlich und auch der Geburtstag ist dienstfrei. Wir erklären sofort,<lb/>
dass eine solche Möglichekit bei uns nicht existiert und auch der künf<lb break="no"/>tige Sektionsleiter und Abteilungsleiter nicht ermächtigt wird, eine<lb/>
solche Praxis zu handhaben. Allerdings erkläre ich, dass wir ja nicht<lb/>
wissen, wie bei uns die Abteilungsleiter die Arbeit mit ihren Mitar<lb break="no"/>beitern einteilen. Die Weihnachtsremuneration, welche sie in Angleichung<lb/>
an die Kantgasse, d.h. an die ehemalige Sektion IV des BKA vor Jahren<lb/>
erreicht haben, sieht vor, dass sie 800.- bis 2.000 S Grundbetrag und<lb/>
400.- für jedes Kind bekommen. Auch unsere Belohnungen, die zu Weihnachten<lb/>
gegeben werden, sind jetzt ähnlich aufgebuat, sogar ein bisschen besser,<lb/>
erklärt <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>. Die Mitglieder der Sektion gehen Mittagessen zur Donau<lb break="no"/>kraftwerke AG, wo diekleineren Beamten 9.- S und ab der Dienstklasse<lb/>
VII 14.- S bezahlen müssen. Daran bruacht sich natürlich überhaupt nichts<lb/>
zu ändern. Interessant ist, dass sie die Dienststellenvertretung<lb/>
der Sektion auch bei uns unbedingt aktiv bleiben möchten. Im Handelsmini<lb break="no"/>sterium gibt es diese Regelung nicht, da nimmt der Dienststellenausschuss<lb/>
der gleichzeitig auch Zentralausschuss ist, die Interessen für das ganze<lb/>
Haus wahr. Die Organisation, dass aber jeder Dienststellenausschuss<lb/>
in jeder Sektion gewählt werden soll und auch tatsächlich dann die Inter<lb break="no"/>essen der Sektion vertreten soll, halte ich für gut. Sie gibt eine wirk<lb break="no"/>samere Vertretung.</p><pb n="17-1055" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-27_1055.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-27_03">Da bei der Personalvertretung auch ein Ministerialrat dabei ist,<lb/>
der nicht Sozialist ist, erzählt mir <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> anschliessen,d dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112947">Engelmeier</rs> von ihnen verlangt hat, dass sie sofort ihre Funktion<lb/>
niederlegen und er für das gesamte Haus und damit auch für die<lb/>
E-Sektion ihre Interessen wahrnehmen wird. Der Dienststellen<lb break="no"/>ausschuss weigert sich aber, dies zu tun und ich werde ihn dies<lb break="no"/>bezüglich selbstverständlich unerstützen. Aus Zweckmässigkeits<lb break="no"/>gründen sind letzten Endes auch politische Üherlegungen für die<lb/>
neue Organisationsform – jeder Dienststellenausschuss vertritt<lb/>
seine Sektion – zweckmässig und auch tatsächlich zielführender.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-27_04"><rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> weist noch darauf hin, dass ein neuer Stromantrag ins Haus<lb/>
steht. Die EVUs sind sich nicht einig, ob die gesamten Stromer<lb break="no"/>zeuger einen einheitlichen Antrag stellen sollen, oder jede ein<lb break="no"/>zelne Gesellschaft für sich. Wenn jede einzelne Gesellschaft<lb/>
einen Antrag stellen wrüde, sich das Tarifsystem neuerdings noch<lb/>
mehr gespaltet werden als es derzeit schon der FAll ist. Es<lb/>
wundert mich daher, dass <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> mitteilt, dass insbesondere in<lb/>
Tirol – <rs type="person" ref="#per__123168">Praxmarer</rs> – und in Vorarlberg – <rs type="person" ref="#per__113017">Perchtold</rs> – für den indi<lb break="no"/>viduellen Antrag jeder Landesgesellschaft rsp. Sondergesellschaft<lb/>
ist. Auf Grund der Kostensituation würden die westlichen Länder<lb/>
wahrscheinlich sogar einen geringeren Strompreisantrag genehmigt<lb/>
bekommen als die östlichen. <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> vermutet, dass sie diese For<lb break="no"/>derung nur deshalb erheben, weil sie dann die Möglichkeit haben,<lb/>
am Verwaltungsgerichtshof Beschwerde zu führen. Wenn ihr Antrag<lb/>
nicht genehmigt wird. Kommt ein genereller allumfanssender Antrag<lb/>
so haben sie diese Möglichkeit nicht. Die EVUs erwarten 10 – 15 %<lb/>
Preiserhöhung, <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs> glaubt 5 % sei richtig. Da mit Einführung der<lb/>
Mehrwertsteuer im Mai die Stromtarif erhöht wurde, sehe ich einen<lb/>
Termin für eine solche neuerliche Strompreiserhöhung mit 1.7.1974<lb/>
Innerhalb eines Jahres können kaum 2 Anträge genehmigt werden,<lb/>
Womit ein früherer Termin kaum in Frage kommt. Ich erkläre nur <rs type="person" ref="#per__109811">Buri<lb break="no"/>an</rs><lb/>
an, dass ich in kürzeren Zeitabständen als dies bis jetzt der Fall<lb/>
war, Strompreisregulierungen durchführen möchte. Bei der letzten<lb/>
war eine 8-jährige Zeitdifferenz, dann natürlich braucht man fast.<lb/>
eine 20 %-ige Erhöhung und trotzdem ist die Lösug beidseitig un<lb break="no"/>zufrieden. Sowohl die Stromabnehmer als auch die Produzenten sind<lb/>
dann schwerlich auf einen gemeinsamen Nener zu bringen.</p><pb n="17-1056" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-27_1056.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-27_05"><rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs>, aber auch die gesamte Personalvertretung möchte, dass<lb/>
so schnell wie möglich der neue Sektionsleiter bestimmt wird</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-27_06">Da sie derzeit eignetlich keine harte, ja überhaupt keine Führung<lb/>
haben. Auch für die Preisfrage würden sie jetzt berits einen klaren<lb/>
Sektioneleiterbeschluss benötigen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-27_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Da wir die Sektionsleiterbesetzung so<lb/>
schnell wie möglich durchführen sollen und wollen<lb/>
wäre zu überlegen, ob ich ncht mit dem jetzigen<lb/>
Sektionsleiter <rs type="person" ref="#per__136608">Cech</rs> eventuell ein Gespräch<lb/>
führen sollte. Bitte <rs type="person" ref="#per__107937">Frank</rs> von der Vorsprache<lb/>
insbesondere Preiserhöhung verständigen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-27_08">Mag. <rs type="person" ref="#per__123791">Knapp</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__140623">Kovalski</rs>, die beiden Geschäftsführer des Instituts<lb/>
für Berufsausbildungsforschung berichten <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> und mir über die bis<lb break="no"/>herigne ergebnislosenVErsuche mit der Handelskammer zu kooperieren.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> hat mir aber bereits vorher mitgeteilt, was ich vermutete und<lb/>
teilweise schon wusste, dass beide Seiten, weder die Handelskammer<lb/>
noch unsere Kollegen <rs type="person" ref="#per__114577"><sic>Ingrsich</sic></rs>, <rs type="person" ref="#per__136841">Fellinger</rs>, <rs type="person" ref="#per__123305">Busta</rs>, die Funktionäre<lb/>
des Instituts aber auch die Geschäftsführer auf eine Kooperation<lb/>
gar keinen wert legen. Die Handelskammer aderersits will aber auch<lb/>
nicht mitarbeiten, sondern höchstens in die Organe eine Vertretung<lb/>
womöglich paritätisch entsenden. Die Geschäftsführer möchten nun eine<lb/>
Studie über die Ausbildung der Berufsausbildner in Angriff nehmen,<lb/>
die ich finanzieren soll. Ich erkläre im Prinzip mich bereit, das<lb/>
über <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> eine entsprechende Studie in Auftrag gegeben werden kann.<lb/>
Auf alle Fälle aber halte ich es für zweckmässig, wenn die Arbeit<lb/>
nicht mit einem so heissen Eisen beginnt, sondern mit einer Literatur<lb break="no"/>forschung auf dem GEbiet der Berufsausbildung. Hier würde die Handels<lb break="no"/>kammer sicherlich kooperierend mitmachen. Die Geschäftsführer wollen<lb/>
ursprünglich von einer solchen Kooperation nihts wissen, sondern mei<lb break="no"/>nen, man möge dann, wenn sie ihre Studienarbeit vorbereitet haben und<lb/>
das Programm bekannt ist, die Handelskammer zur Mitarbeit einladen.<lb/>
Genau dann ist aber wahrscheinlich mit entsprechnedem Widerstand<lb/>
zu rechen. Ich werde <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> von ihrem Wunsch Mitteilung machen<lb/>
gleichzeitig aber ersuchen, er möge über die zetrale Arbeitsgruppe<lb/>
einen unverfänglicheren Auftrag an das Berufsforschungsinstitut<lb/>
erteilen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-27_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Wir wollten unter allen Umständen versuchen,<lb/>
kooperierende Aufträge durchzusetzen, damit<lb/>
die Handelskammervertreter doch auch angebunden<lb/>
werdne können.</p><pb n="17-1057" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-27_1057.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-27_10">Da ich mich bei der Leipziger Messe über die Ausstellung Interscuola<lb/>
sehr lobend geäussert habe, erscheint Frau <rs type="person" ref="#per__149236">Szodl</rs>, die Vertreterin<lb/>
der ostdeutschen Lehrmittelproduzentenfirma und ersucht um Unter<lb break="no"/>stützung, damit sie ihre Waren in Österr. Schulverwaltung leichter<lb/>
verkaufen kann. Es war sehr itnerssant festzustellen, dass hier<lb/>
der ostdeutsche Handelsrat sofort die Firma verständigt hat, damit<lb/>
sie die Gelgenheit nützt, besser ins Geschäft zu kommen. Ich ver<lb break="no"/>spreche, bei der nächstenGelegenheit <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> allerdings auf meinen<lb/>
Ausdruck der Lehrmittel aufmerksam zu machen und ersuch <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> auf<lb/>
Sekretariatsbasis die Vorsprache von Frau <rs type="person" ref="#per__149236">Szodl</rs> und deren Adresse<lb/>
der Schulverwaltungseinkaufsstelle bekanntzugeben. Interessant wäre<lb/>
zu erfahren, was die ostdeutschen veranlasst hatte, gerade diese<lb/>
Frau und ihre Firma, die neu gegründet wurde, mit der alleinigen<lb/>
Vertretung zu beauftragen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-27_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: VErsuche, wenn es unauffällig möglich ist, die<lb/>
Gründe zu erforschen, allerdings ohne dass Du<lb/>
Dich dafür zu sehr zeitmässig bindest, d.h.<lb/>
wenn es also leicht geht.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-27_12"><rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs>, der ehemalige Gen.Direktor von Verbund und jetziger<lb/>
Vizepräsident, erklärt mir seine zukünftige Arbeitstätigkeit. Er<lb/>
ist noch bei der UNIPED sogenannter Kongresspräsident, d.h. er<lb/>
organisiert für 1976 einen österr. Kongress für 1.700 bis 2.000<lb/>
Teilnehmer. Für diese Kongress, wo die europäischen E-Werke Mitglieder<lb/>
sind aber auch die Ungarn, Jug. und Polen, werden nach seiner Aus<lb break="no"/>kunft wesentlich Informaitonen immer wieder zwischen den einezlenen<lb/>
Ländern gewechselt. Der letzte Kongress hat den einzelnen teilnehmenden<lb/>
Länder 6 Mill. S gekostet und 4 Mill. S haben die Tagungsteilnehmer<lb/>
an Teilnehmerkarten aufbringen müssen. Die gesellschaftlichen Ver<lb break="no"/>anstaltungen, er erwartet einen Empfang der Regierung in Schönbrunn<lb/>
und einen entsprechenden Gesellschaftsabend im Rathaus sind vom Gast<lb break="no"/>land zu bezahlen. Da dies noch etliche Jahre Zeit hat, äussere ich<lb/>
mich überhaupt nicht. Eine Unterorganisation ist die UCPTE, wo<lb/>
der Stromaustausch, d.h. der Export und Import besprochen wird.<lb/>
Hier soll der neue Gen.Direktor <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs>, der seine Funktion über<lb break="no"/>nimmt, doch möchte <rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs> noch auf einige Zeit auch diese Funk<lb break="no"/>tion behalten. Ich äussere mich auch zu diesem Punkt nicht,da ich<lb/>
erst mit <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> über das Problem sprechen will.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-27_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte einen Termin mit <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> vereinbaren,<lb/>
<pb n="17-1058" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-27_1058.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs> ist gleichzeitig auch Mitglied der Weltkraftkonferenz<lb/>
und der CIGRE, letztere Gesellschaft beschäftigt sich mit der Netz<lb break="no"/>technik und ist von der Industrie seinerzeit gegründet worden. Ob eine<lb/>
Ablöse durch irgendjemanden anderen jetzt schon zweckmässig sit,<lb/>
weiss ich nicht ich nehme daher seine Mitteilung nur zur Kenntnis.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-27_14">Wesentlicher ist, dass er bie dem Gemeinschaftswerk Tullnerfeld GKT<lb/>
neben <rs type="person" ref="#per__97496">Gruber</rs> <add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> noch der 2. Präsident jetzt ist. Die Präsidentschaft wechse<lb/>
dort zeitweise. <rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs> glaubt, dass er als Techniker für diesen<lb/>
Präsidentenposten auf alle Fälle der prädestinierteste ist, da er<lb/>
wie er sich ausdrückt, auch die internationalen Beziehungen am besten<lb/>
für Österreich nützen kann. Bis 1985 wird nach seiner Mitteilung<lb/>
Engpass in der Urananreicherung sein. Deshalb wird für das zweite Kern<lb break="no"/>kraftwerk kaum der Rohstoff zu beschaffen sein. Die Franzosen und de<lb/>
Belgier haben jetzt in Eurotif einen Konzern geschaffen und die<lb/>
Deutschen und die Niederländer in Urenco, welche auf dem Zentrifugen<lb break="no"/>verfahren aufgebaut ist. Da eine Zentrifuge nur 7 kg pro Jahr erzeugen<lb/>
kann, müssten 50.000 Zentrifugen aufgestllt werden. In Europa bemüht<lb/>
man sich deshalb,beide Konzerne irgendwie zu koordinieren. Derzeit<lb/>
aht die SU und die USA das ausschloessliche Möglichkeit angereichertes<lb/>
Uran zu verkaufen. <rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs> hätte Bedenken, wenn die österr. Kraft<lb break="no"/>werke von den sowj. Anreicherungen gespeist werden, Er befürchtet,<lb/>
dass man dann auch die Kernkraftwerke liefern möchte. Auch hier äussere<lb/>
ich mich nicht. Als letzten Punkt erwähnt er, dass er bei der Verbund<lb break="no"/>gesellschaft als zweiter Präsident tätig ist, da <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> noch immer als<lb/>
erster Präsident fungiert, obwohl <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ihm zu verstehen gegeben hat,<lb/>
dass er der richtigere Mann sei. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> aber, der als Kärntner<lb/>
und Eisenbahner <rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> protegiert, hätte sich hier nicht entsprehcend<lb/>
eingesetzt. Hier erkläre ich ihm, dass aus den Bemerkungen von Regierungs<lb break="no"/>vorbesprechungen ich einen anderen Eindruck hatte. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hätte dort si<lb/>
dezitiert gegen <rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs> ausgesprochen. Diese Mitteilung kommt für<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs> scheinbar überraschend. Mein weiterer HInweis, dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
bei der letzten Regierungsvorbesprechung darauf hignewiesen hat, dass<lb/>
es innerhalb der Verbundgesellschaft ja aller E-Unternehmungen die Beleg<lb break="no"/>schaftsvertreter als äusserst negativ empfinden, dass imemr mehr<lb/>
Schwarze in gehobene Positionen kommen und eigntlich daran unsere<lb/>
Manager schuld sind, veranlasst ihn, mich auf die letzten Auseinander<lb break="no"/>setzungen in der Verbundgesellschaft hinzuweisen. Dort hätte der BRO<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140241">Perl</rs>, der – wie er sich ausdrückt – ih hasst, warum weiss er nicht,<lb/>
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attackiert. Der Fraktionsvorsitzende, Metallarbeitersekretär <rs type="person" ref="#per__114386">Glück</rs>,<lb/>
der nach <rs type="person" ref="#per__141595">Fürst</rs> <add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> und <rs type="person" ref="#per__147021">Maek</rs> die Fraktionsführung schon immer innehat<lb/>
und sie jetzt auch nicht an <rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs> abtreten, was der gerne<lb/>
möchte, hat ihn gegen die Angriffe von <rs type="person" ref="#per__140241">Perl</rs> nicht in Schutz genommen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs> hofft scheinbar bei mir Unterstützung, dass ich ihm<lb/>
zum Fraktionsvorsitzenden in der Verbund verhelfe. Seiner Meinung<lb/>
nach ist es undenkbar, dass der Vizepräsident einer Gruppe nicht gleich<lb/>
zeitgi auch Fraktionsobmann dieser Gruppe ist. Da ich mich in die<lb/>
Interna der Verbundgesellschaft gar nicht einmischen möchteund<lb/>
vor allem vorerst <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> darüber sprechen möchte, gebe ich auch<lb/>
hier keinerlie Erklärungen ab. <rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs> befürchtet, dass durch<lb/>
die neue Einteilung der Verbundorganisation jetzt eine Kampfabstimmung<lb/>
Platz greifen wird. Angeblich um Posten für Freunde zu schaffen, wurden<lb/>
jetzt Hauptabteilungsleiter insgesamt 10 zwischen den Direktoren<lb/>
und Prokuristen und Abteilungsleitern eingeschaltet. <rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs><lb/>
gibt aber zu, dass damit eine gewisse Stabsgruppe geschaffen werden<lb/>
sollte. Ich werde dieses Problem auch mit <rs type="person" ref="#per__112014">Erbacher</rs> besprechen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs> versichert zwar, dass er an dem Posten – jedem einzelnen –<lb/>
nicht hängt und bereit ist, sie sofort zu räumen, wenn er das Ver<lb break="no"/>trauen der Genossen nicht mehr hat. Ich bin überzeugt, dass er<lb/>
durch die unglückselige Art seiner bisherigen Geschäftsführung und<lb/>
auch jetzt seiner MEthode, auf grossen Widerstand überall stossen wird.<lb/>
Zum Schluss übergibt er mir nch ein Bewerbungsschreiben seines Sohnes<lb/>
der derzeit <choice><choice><sic>3.00</sic><corr>3.000</corr></choice></choice> Mark mit den Reiseaufwendungen fast 5.000 DM bei AEG<lb/>
verdient und gegebenenfalls nach Österreich in die E-Wirtschaft zurück<lb break="no"/>kommen möchte. Ic erkläre ihm sofort, dass ich dafür nicht zuständig<lb/>
bin und mich in die Interna der E-Gesellschaften nicht einmische.<lb/>
MEine Funktion bestht maximal darin, die Vorstände resp. Aufsichts<lb break="no"/>räte der einzelnen Gesellschaften zu bestimmen bzw. in der Regierung<lb/>
beschliessen zu lassen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-27_15">Im Reisebüroausschuss, nach einer vorherigen Besprechung mit dem<lb/>
Vorsitzenden Dr. <rs type="person" ref="#per__137394">Hueber</rs> ich dieser Kommission für ihre<lb/>
bisherige Tätigekti, die sehr fruchtbringend gewesne ist. NIcht<lb/>
zuetltz auf diese gute ERfahrung aufbauend, werden wir für die gesamte<lb/>
Fremdenverkehrswirtschaft eine zweite Beschwerdekommission einrichtn-<lb/>
Ichersuche auch, die ARbeit über die Neufassung der Geschäftsbe<lb break="no"/>dingungen und über die Prospektgestaltung fortzusetzen und abzuschliess</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-27_16">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Bitte lasse Dich über den Stand ständig informieren<lb/>
damit womöglich noch <rs type="person" ref="#per__139851">Zotter</rs> die Arbeit abschliesst.</p><pb n="17-1060" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-27_1060.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-27_17">Im ÖFVW-Direktorium igbt es nur büer die Geschäftsführerbestellung<lb/>
eine intersssante Diskussion. Ich erkläre einleitend das-s ich<lb/>
um ein Kompromiss zu erreichen, meine Bereitschaft vor längerer Zeit<lb/>
schon kundtat, meinen Obmannposten zur Verfügung zu stellen.<lb/>
Sowohl Hofrat <rs type="person" ref="#per__115027">Hlous</rs> als auch der Vertreter der Bundeskammer Dr. <rs type="person" ref="#per__137434">Dix</rs> erkl<lb/>
klären, dass dies unzweckmässig sei. <rs type="person" ref="#per__137434">Dix</rs> hat sogar einen Resolutions<lb break="no"/>entwurf, den ich noch nicht kannte, wo sie das Zurücklegen der Bewerbung<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97459">Fröhlich</rs> bedauern und gleichzeitig aber ausdrückten, dass eine Wechsel<lb/>
der Obmannstelle gar nicht in Frage kommt, weil er keinerlei Vorteil<lb/>
für sie bringen würde. Die Ländervertreter haben sich angeblich wieder<lb/>
darauf geeinigt, dass man <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs> bis Jahresende 1974 verlängern<lb/>
soll und eine neue Ausschreibung mit wesentlich höherer Dotation für<lb/>
den Geschäftsführer durchführen sollte. Dieser Auffassung widerspricht<lb/>
der Vertreter der burgenländischen Landesregierung, der einen anderen<lb/>
Eindruck von der Länderbesprechung gehabt hat. Ich erkläre, dass ihc<lb/>
dieses ganze Problem mit <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> insbesondere noch be<lb break="no"/>sprechen muss. NAch der guten alten Methode, Zeit gewonnen, alles<lb/>
gewonnen, geben ich also ausser meiner BEreitwilligkeit auf die Obmann<lb break="no"/>stelle zu verzichten, keinerlei Erklärungen ab. Die Sitzungen im Direk<lb break="no"/>torium dauern verhältnismässig so lange, weil <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs> sich eigent<lb break="no"/>lich nicht auf das Wichtige konzentriert, sondern immer manchmal<lb/>
ganz intersssante Detailinformationen aber sehr ausschweifend über jeden<lb/>
einzelen Punkt referiert.</p></div>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Vizepräs. Verbund, Metallarbeitergewerkschaft</occupation>
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               <occupation>Beamter/Personalvertreter HM, Christgewerkschafter,
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