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            <title type="main">Dienstag, der 25. September 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-25_01">Dienstag, 25. September 1973</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-25_02">Im Ministerrat hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> das Beamtenkomitee zur GEwährleistung<lb/>
einer einheitlichen Durchführung des Ministeriengesetzes, insbeson<lb break="no"/>dere für den Abschnitt III – Geschäftseinteilung – geschaffen. Gleich<lb break="no"/>zeitig aber hat er mitgeteilt, dass gegebenenfalls auch Samstag gear<lb break="no"/>beitet werden muss, damit bis zum 1.1.1974 – wie er sich ausdrückte –<lb/>
alles steht. <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> hat mir vorher erzählt, dass dies auf Initiative<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> zurückgeht. Dieser hat ihm einen Brief geschrieben vor<lb/>
längerer Zeit und bereits auf die GEfahr, dass jeder Minister anders das<lb/>
Gesetz auslegt, hingewiesen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wollte dann eine Kommission ein<lb break="no"/>setzen, wie <rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> vorgeschlagen hat, die sich ausschliesslich aus<lb/>
Mitgliedern der Büros der Minister zusammensetzt. <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> fürchtete<lb/>
glaube ich mit Recht, dass er diese Kommission ganz hart im Parlament<lb/>
kritisiert worden wäre. Ich habe <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> zugestimmt, dass es daher<lb/>
zweckmässig ist, offiziell eine Beamtendelegation einzusetzen, wo<lb/>
die dafür zustänidgen Herren – bei uns Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> – daran teil<lb break="no"/>nehmen. Wir müssen nur entweder vorher eine fraktionelle Besprechung mit<lb/>
den Büros der Minister durchüfhren, oder gegebenenfalls auch in die<lb/>
Delegation der einzlenen Minister die Vertrauensleute aus den Minister<lb break="no"/>büros aufnehmen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-25_03"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> war mit den Entwurf der Anfragebeantwortung für die Reisetätig<lb break="no"/>keit der einzelnen Minister nicht zufrieden. Insbesondere wollte er,<lb/>
dass eine weitere Begründung, warum bis jetzt in den 3 Jahren 2,598.000 S<lb/>
ausgegeben wurden für die Öffentlichkeit besser erläutert haben. Er mein.<lb/>
te, bei 3,3 Mill. Einkommensbezieher durch 3 Jahre gerechnet, ergibt<lb/>
dies 30 Groschen pro einzelnen an Aufwendungen. Er dürfte einmal bei<lb/>
einer Versammlung oder Aussprache schon deshalb attackiert werden sein,<lb/>
weil er meinte, dort hätte er erklärt, er würde dem Einzelnen eben<lb/>
diesen Aufwand rückerstatten. Er fragte den Landwirtschaftsminister,<lb/>
der Finanzminister war nicht anwesend, warum die beiden os hohe Aufwen<lb break="no"/>dungen für ihre Reisen haben. Wenn man an diesem Beispiel lässt es sich<lb/>
deutlich demonstrieren, vorher die einzelnen Minister über die Mög<lb break="no"/>lichkeiten der Buchungen von Ausgaben und der Einsparung von aufschei<lb break="no"/>nende Ausgaben informiert hätte, wäre wahrscheinlich ein besseres opti<lb break="no"/>sches Bild entstanden. An diesem Beispiel zeigt sich deutlich, wie man<lb/>
bereits bei der Regierungsübernahme auf solche Probleme hätte aufmerksam<lb/>
machen müssen und sie womöglich einheitlich regeln. Die Behauptung<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97442">Firnbergs</rs>, dass die Auslandsreisen eben deklarierter BEstandteil ihrer<lb/>
<pb n="17-1044" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-25_1044.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Wissenschaftspolitik ist, weil sie damit eben abstimmt und wie sie<lb/>
sich ausdrückte, viel GEld dem österr. Staat erspart, fand nicht die<lb/>
Zustimmung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs>, der mit REcht meinte, dies nimmt uns niemand ab,<lb/>
Der Nationalrat sollte eine echte INformation bekommen, aber auch wirk<lb break="no"/>lich dann die Tatsachenmitgeteilt, allerdings mit entsprechenden Kommentar.<lb/>
Da durch das wiederholte Zurückstellen bereits die Frist abgelaufen war,<lb/>
hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> angenommen, dass er die Urgenz, der er sicherjetzt unterliegt<lb/>
eine Entschuldigung an das Parlament die Verspätung angekündigt wurde.<lb/>
Das war aber nicht der FAll, sein Büro oder besser gesagt irgendjemand<lb/>
im BKA hat dies verschlampt, worüber er sich sehr ärgerte.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-25_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Interessant ist, dass man solche Entschuldigungsschrei<lb break="no"/>ben, wenn man die Zwei-Monate-Frist überschreitet,<lb/>
überhaupt im Parlament akzeptiert. Bitte stelle<lb/>
fest, ob dies stimmt. Obwohl ich niemals im Haus eine<lb/>
solche Entschuldigung durchgehen lassen würde. In zwei<lb/>
Monaten muss die Antwort möglich sein.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-25_05"><rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> hat mit dem bayrischen Kultusminister Verhandlungen in Deutsch<lb break="no"/>land geführt, da dort der numerus clausus eingeführt wird und deshalb<lb/>
von 70.000 Studenten maximal 17.000 Arbeitsplätze erhalten werden. Es<lb/>
besteht die Gefahr, dass jetzt deutsche Studenten in ganz grosser Zahl<lb/>
nach Österreich kommen wollen. <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> sihet keine Möglichkeit, diese<lb/>
bei uns aufzunehmen, da wir für österr. Studenten oft, wie z.B. auf<lb/>
der medizinischen Fakultät, keine Hörplätze haben.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-25_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Ich bin interessiert, wie das Beschlussprotokoll<lb/>
dieser Ministerratssitzung abgefasst ist. Bitte mir<lb/>
vorlegen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-25_07">Bei der Eröffnung der britischen Wochen bei Gerngross, wo ich auch den<lb/>
Präsidenten des board of trade, der extra von London gekommen ist, kennen<lb/>
lernte, diskutierten wir über die wirtschaftliche Entwicklung Grossbri<lb break="no"/>tanniens und Österreichs. Immer wieder erregt unser ruhiges Sozialklima<lb/>
das Interesse ausländischer Beobachter. Ganz besonders aber wurde ich<lb/>
gefragt, wie ich die Energiesituation in den nächsten Jahren beurteile<lb/>
und wie Österreich die Energiekrise meistern wird. Hier dürfte bei den<lb/>
Grosstaaten, insbesonder aber auch bei Grossbritannien eine sehr pessimisti<lb break="no"/>sche Grundstimmung vorherrschen.</p><pb n="17-1045" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-25_1045.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-25_08">Der Zentraldirektor von allen Gerngross-Kaufhäusern, die sich auch<lb/>
auf Innsbruck, Linz und Steyr erstrecken, <rs type="person" ref="#per__136474">Albrecht</rs>, teilte mir mit,<lb/>
dass die Umsätze im September nicht höher als im Vorjahr liegen werden.<lb/>
Bereits im August war eine deutliche Dämpfung des Zuwachses zu ver<lb break="no"/>zeichnen, doch hat man angenommen, dass es sich hier um eine Nachwirkung<lb/>
der Urlaubsausgaben handelt. Die Ausverkäufe waren eine ausgesprochene<lb/>
Pleite. Da die Arbeiter verhältnismässig höhere Einkommensbezüge haben<lb/>
als im Vorjahr. es waren in der Zwischenzeit ja Lohnbewegungen, kann<lb/>
man sich diese Kaufkraftunlust nur schwer erklären. Die Spareinlagen<lb/>
allerdings steigen sehr stark an. Vielleicht hat die Bevölkerung jetzt<lb/>
doch den Eindruck, dass die Preise sich stabilisieren und deshalb<lb/>
dringende Käufe durchgeführt werden, abr sonst die weitere Preisent<lb break="no"/>wicklung abgewartet wird. So sehr dies vom preispolitischen Standpunkt<lb/>
aus zweckmässig und zielführend ist, ergibt sich natürlich für die<lb/>
Einzelhändler damit mit Rückwirkung auf die Grosshänder und auf die<lb/>
Produktion eine kritische Situation. Hier könnte ein gewisser Konjunktur<lb break="no"/>rückschlag einsetzen. Ich habe mit <rs type="person" ref="#per__136474">Albrecht</rs> vereinbart, dass er mir<lb/>
unverzüglich jedes Monat telefonisch persönlich mitteilt, wie sich<lb/>
die Umsatzentwicklung in seinen Geschäften sich abzeichnet.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-25_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Dies wäre eigentlich eine Aufgabe der Branchen<lb break="no"/>referenten, die sich solche INformationen und<lb/>
INformaitonsmöglichkeiten aufbauen müssten. Hier<lb/>
wäre der Schnellbericht dann an mich zweckmässig.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-25_10">Der Bürgermeister von Hohenau und BRO <rs type="person" ref="#per__145674">Kracal</rs> von der Hohenauer Zucker<lb break="no"/>fabrik, der gleichzeitig auch Kulturstadtrat ist, wollten von mir<lb/>
einen Zuschuss für einen Fussballplatz und ein Freibad. Die gesamten<lb/>
Ausgaben sollen nicht mehr als 2,5 Mill. S betragen, da die Gemeinde<lb/>
Hohenau nur 9 Mill. Gemeindebudget hat und davon 1,5 Mill. für die<lb/>
Kanalisation zurückzahlen muss. Hohenau wird damit kaum den Fremdenver<lb break="no"/>kehr ankurbeln, was sie allerdings glauben, sondern nur in ERfüllung eine<lb/>
Wahlversprechens eben ein Bad errichten. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs>, <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> aber auch ich empf<lb/>
pfahlen ihnen dringend, sie sollten den Plan nich einmal überdenken und d<lb/>
doch vielleicht ein gedecktes Bad errichten. In diesem Fall könnte man<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> dafür gewinnen, dass er mit Vorauszahlung für die Schulkinder,<lb/>
die dann den ganzen Winter dort baden könnten, der Gemeinde bezahlen.<lb/>
Insgesamt kommen fast 1000 Schulkinder in die Gemeinde durch eigene<lb/>
und durch Kinder der Umgebung und NÖ-Plan ist Hohenau angeblich als<lb/>
Wohngemeinde und Erholungszentrum und kriegt deshalb, wie der Bürgermei<lb break="no"/>ster glaubt, keine Betriebe. Ich kann mit dies nicht vorstlelen und<lb/>
<pb n="17-1046" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-25_1046.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>glaube eher, dass es sich hier um eine Taktik des Bürgermeisters handelt.<lb/>
Hohenau kann meiner Meinung nach niemals Erholungs- oder gar Fremden<lb break="no"/>verkehrsgebiet werden, dazu hat es wahrlich keinerlei attraktive Gegenden<lb/>
resp. sonstige Sehenswürdigkeiten. Vielleicht können wir über die Grenz<lb break="no"/>landförderung Hohenau unterstützten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-25_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte prüfe den Fall insbesondere erkundige Dich bei<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97389">Czettel</rs>, was an dieser Aussage wirklich dran ist.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-25_12">Dir. <rs type="person" ref="#per__146498">Janda</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__146933">Krause</rs>, das neue Team der Jungbunzlauer sind erschie<lb break="no"/>nen. um über die Zuckerpreise mit mir zu sprechen. Voriges Jahr hatte<lb/>
ich ihnen durch die Intervention bei der Zuckerindustrie eine ausreciende<lb/>
Menge von Zucker, allerdings um 4,40.- S verschafft. Jetzt hat man ihnen<lb/>
nach langwierigen Verhandlungen von Fa. <rs type="person" ref="#per__58381">Fritz Mauthner</rs> 4.20 angeboten.<lb/>
Sie benötigen ca. 10.000 t uhnd hoffen, dass durch meine Intervention<lb/>
<rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> bereit ist, ihnen einen besseren Preis u geben. Ich habe gleich<lb/>
vor ihnen <rs type="person" ref="#per__58381">Fritz Mauthner</rs> angerufen und ersucht, er sollte sihc noch einmal<lb/>
mit den Herren zusammensetzen, um gegebenenfalls eine Preisermässigung zu<lb/>
vereinbaren. <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> hat michnachher noch einmal angerufen und darauf<lb/>
hingewiesen ist, dass es sehr schwer ist, eine weitere Ermässigung<lb/>
zu geben, weil derzeit für den Zucker leicht 4.50 bis 4.70 im Export er<lb break="no"/>löst werden kann. Der Rübenbauernbund wird jetzt seinen Funktionär ablö<lb break="no"/>sen, <rs type="person" ref="#per__137884">Weiss</rs> geht in Pension, sodass der Nachfolger kaum dafür zu gewinnen<lb/>
ist, solche – nicht guten Geschäfte abzuschliessen. Da er sich erst bei<lb/>
den Bauern selbst entsprechend DURCHSETZEN MUSS. Ich teile diese Mei<lb break="no"/>nung keinsfalls, sondern die Zuckerindustrie möchte natürlich ihre<lb/>
günstigen Verkaufserlöse z.B. im Export derzeit lieber lukrieren als<lb/>
die inländische Industrie mit Zucker zu versorgen. Andererseits natürlich<lb/>
hat gerade der Besitzer <rs type="person" ref="#per__114658">Kahane</rs>, der bisher scheinbar weitestgehende in<lb/>
die Geschäftsführung eingeggriffen hat bei der Zuckerindustrie einen<lb/>
denkbar schelchten Ruf. Ich habe <rs type="person" ref="#per__58381">Mauthner</rs> ersucht, er möge doch auf<lb/>
das neue Team, das sich ganz ausgezeichnet bewährt hat, Rücksicht neh<lb break="no"/>men, was er versprochen hat. Das Büro war nicht nur durch Sekt.Chef<lb/>
<rs type="person" ref="#per__107939">Römer</rs> und Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> sondern auch durch den Fachreferenten Dr. <rs type="person" ref="#per__114402">Fellner</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__113022">Fabrizii</rs> bei der Aussprache vertreten. Unglückseligerweise hatte<lb/>
ich vergessen, dass man mir ein umfangreiches Elaborat ausgearbeitet<lb/>
hat. Zum Glück habe ich zum Schluss gefragt, ob die Jungbunzlauer<lb/>
etwas dagegen haben, wenn bei den Verhandlungen auf Vertreter des<lb/>
Handelsministeriums, nämlich der Fachreferent anwesend ist, was diese<lb/>
im GEgenteil als eine Unterstützung ihres Wunsches gewertet haben.</p><pb n="17-1047" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-25_1047.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-25_13">ANMERKUNG AN <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs>: Ich habe zeitgerecht die UNterlagen bekommen, so<lb/>
soll es auch sein. WEnn ich aber aus irgendwelchem<lb/>
Grund nicht zum Lesen komme oder vergesse, dass ich<lb/>
eine Unterlage bekommen habe, bitte vor der Sitzung<lb/>
mich immer auf das Vorhandensein einer solchen Unterla<lb break="no"/>ge aufmerksam machen.<lb/>
Die Sektionsleiterbesprechung gab mir Gelegenheit die Ausschreibung der<lb/>
Dienstposten für den Präsidenten des Patentamtes und insbesondere für die<lb/>
Elektrizitätssektion bekanntzugeben, Details habe ich aber nicht mit<lb break="no"/>geteilt, damit noch eine Möglichkeit beseht, mit <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> die Aus<lb break="no"/>schreibung und insbesindere den Text zu besprechen. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> müsste<lb/>
es gelingen, er wird sich darum bemühen, <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> die Zustimmung für<lb/>
den Text abzuringen. Die ganze Aktion muss als Wunsch von mir aber<lb/>
Durchführung durch das Präsidium laufen. Ich weiss nicht, wie lange<lb/>
es noch gelingen wird, diese Personalpolitik durchzusetzen, ohne<lb/>
dass wir Anstand in der Öffentlichkeit resp. im Parlament bei der ÖVP<lb/>
erregen. Bemühen werden wir uns bis zum letzten Augenblick.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-25_14"><rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> hat mir mitgeteilt, dass er nun mit Frau Ing. <rs type="person" ref="#per__139851">Zotter</rs> handels<lb break="no"/>einig geworden ist und sie zu ihm in den Verein für Konsumenteninfor<lb break="no"/>mation abwandert. Da <rs type="person" ref="#per__139851">Zotter</rs> seit eh und je einen Journalistenjob ge<lb break="no"/>sucht hat, war die GEfahr, dass sie uns verlorengeht für mich<lb/>
ständig evident. Trotzdem war natürlich insbesondere <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> mit Recht<lb/>
und auch ich ein wenig enttäuscht, dass <rs type="person" ref="#per__139851">Zotter</rs> jetzt von <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> gekapert<lb/>
wird. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> sagt mit REcht, dass es für <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> von grösster Bedeutung<lb/>
ist, wer bei uns die Konsumentenpolitik macht. Da wir erst einen neuen<lb/>
Kollegen einschulen müssen, habe ich <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> und <rs type="person" ref="#per__139851">Zotter</rs> nicht im Unkla<lb break="no"/>ren gelassen, dass ein Wechsel erst nach etlichen Monaten in Frage<lb/>
kommt, bis der neue Mann wirklich tiptop die Materie beherrscht. Wir<lb/>
haben für diese Tätigkeit und für diesen Posten einen riesigen Personal<lb break="no"/>wechsel. Nach <rs type="person" ref="#per__115020">Welser</rs>, <rs type="person" ref="#per__115011">Spitalsky</rs>, <rs type="person" ref="#per__139851">Zotter</rs> müssen wir uns nun einen vierten<lb/>
Mann suchen. Trotzdem stehe ich auf dem grundsätzlichen Standpunkt, wer<lb/>
weggehen will, der soll gehen. Nur nicht versuchen, jemanden mit Gewalt<lb/>
zu halten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-25_15">Beim Klub der Mandatare im 3. Bezirk, wo ich natürlich auch immer über<lb/>
die politische Lage referieren muss, entwickeltesich dann doch eine<lb/>
längere Diskussion. Zuerst fürchtete ich schon wieder, dass es keine<lb/>
Diskussion geben wird. Allerdings ging es dann im Laufe der Stunden so<lb/>
drunter und drüber, dass zwar nicht agressiv diskutiert wurde,<lb/>
<pb n="17-1048" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-25_1048.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>aber einer referierte oder diskutierte und die anderen sich auch unter<lb break="no"/>einander unterhielten. Ein wirkliches Problem ist, ohen Detailinfor<lb break="no"/>mationen zu geben, die ja den einzelnen kaum interessieren, wie man<lb/>
Woche für Woche einen politischen Bericht gibt. Ich kann bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
beobachten, wie er sich durch diese ununterbrochene Informationsabgeb<lb/>
dann letzten Endes doch auf seine Verhandlungsthemes, ORF, Ombudmann<lb/>
beschränkt, Da ich eine solche Information ausschliesslich auf das<lb/>
Fach- resp. Sachgebiet bezogen betrachte, sehe ich darin keine wirk<lb break="no"/>liche Information unserer Funktionäre. Ich selbst unterliege sicherlich<lb/>
auch demselben Fehler. Wahrscheinlich müsste man ein Informationsnetz<lb/>
aufbauen, das dergestalt ist, dass der Kanzler eben in den Gremien<lb/>
und dazu gehört auch die Ministerfraktion, ein vorbereitetes<lb/>
INformationsstatement hat, dies womöglich schriftlich den einzelnen<lb/>
Ministern oder im Parteivorstand den Mitgliedern stichwortartig gibt<lb/>
und dann gegebenenfalls von dn einezlnen Fachministern ergänzt wird.<lb/>
Dies erfordert allerdings viel Arbeit und deshalb sicherlich nciht<lb/>
gemacht werden. Nur so aber würde ein umfangreiche und bessereINfor<lb break="no"/>mation möglich sein, Ansonsten besteht die grosse GEfahr, dass jeder<lb/>
Minister in seinem BEreich Partei, Gewerkschaft, Öffentlichkeit,<lb/>
Informationen nur von seinem Sachgebiet und damit automatisch in die<lb/>
Details gehend gibt., die in Wirklichkett wahrscheinlich niemanden oder<lb/>
höchsten ein paar Spezialisten interssiert.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-25_16"/></div>
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               <persName><surname>Albrecht</surname><forename>Jürg W.</forename></persName>
               <occupation>Dir. Gerngross-Herzmansky, Handelsverband</occupation>
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               <persName><surname>Weiß</surname><forename>F</forename></persName>
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               <occupation>MR, Leiter Gruppe FV u. Gewerbeförd. HM</occupation>
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               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <occupation>Unterrichtsminister</occupation>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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