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            <title type="main">Dienstag, der 18. September 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-18_01">Dienstag, 18. September 1973</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-18_02">Der Obmann des Verbandes der Mühlenindustrie Dr. <rs type="person" ref="#per__114666">Köllerer</rs> und der<lb/>
Sekretär von der Müllerinnung <rs type="person" ref="#per__145751">Rabunk</rs> überbrachten mir Versicherungen,<lb/>
wie die Gewerkschaft und insbesondere auch das Handelsministerium sich<lb/>
die nächste Lohn- und Preisrunde auf diesem Sektor vorstellen. Der Ge<lb break="no"/>treideausgleichfonds hat die Weizenpreiserhöhung von 10 resp. Qualitäts<lb break="no"/>weizen 12 Groschen bis Ende Oktober aufgefangen. Eine Verlängerung dieses<lb/>
Abkommens kommt nicht in Frage, der Finanzminister hat anschliessend bei<lb/>
der gestrigen Regierungssitzung <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> und mich darauf aufmerksam ge<lb break="no"/>macht, dass er auf eine endgültige Lösung drängt. Die Mühlenindustrie<lb/>
möchte, dass die Lebensmittelgewerkschaft bereits jetzt in der Pari<lb break="no"/>tätischen Kommission um eine Freigabe einreicht. Da aber die letzten<lb/>
Lohnbewegung erst am 1. Oktober 1972 abgeschlossen wurde, werden wir<lb/>
frühstens in der Oktober-Vorstandssitzung der Lebensmittelgewerkschaft<lb/>
die Freigabe-Anträge an die Paritätische Kommission beschliessen. Wenn<lb/>
die Handelskammer dann unverzüglich die Besprechungen aufnimmt, und<lb/>
nicht – wie ich erwarte – <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> darauf drängt, dass im Unterausschuss<lb/>
keine Freigabe erfolgt, sondern die Paritätische Kommission damit be<lb break="no"/>schäftigt wird, dann können auch die Verhandlungen über den Preis nicht<lb/>
im Oktober abgeschlossen werden. Darüber hinaus müssen ja bei einer<lb/>
Mehlpreiserhöhung, die darauf resultieren wird, auch die Bäcker und<lb/>
zwar auch inclusive der zu erwartenden Lohnbewegung auf diesem Sektor<lb/>
die Semmel-, Brot- und sonstigen Fertigproduktpreise revidiert bekommen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114666">Köllerer</rs> gegenüber habe ich es strikte abgelehnt, über die Lohnforderungs-<lb/>
höhe zu reden, da bei uns nur die Verhandlungskommitees dazu ermächtigt<lb/>
sind. Ich habe bei der Aussprache mit dem Finanzminister und dem Landwirt<lb break="no"/>schaftsminister nach der Ministerratssitzung, wo dieses Problem eben be<lb break="no"/>sprochen wurde, angekündigt, dass ich im nächsten Jahr auf alle Fälle<lb/>
die Weizenpreisregelung aufheben möchte. <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> hat sich ganz entschieden<lb/>
gegen diese Idee ausgesprochen, da er den heftigsten Widerstand der Land<lb break="no"/>wirtschaftskammer erwartet und sogar meint, dass dies politischer Selbst<lb break="no"/>mord sei. Wenn sich bei der Diskussion über die Kompetenz und Mitkompe<lb break="no"/>tenz der Preisbestimmung und Preisregelung herausstellt, dass das<lb/>
Landwirtschaftsministerium mit befasst werden muss, sehe ich in Hinkunft<lb/>
doch auch Schwierigkeiten, selbst in einer sozialistisch einheitlich ge<lb break="no"/>führten Regierung.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-18_03">Dr. <rs type="person" ref="#per__146611">Kahn</rs> vom Kuratorium für Verkehrssicherheit ist allen Ernstes bei<lb/>
mir erschienen, um über die Idee, ob man für die Mopedfahrer nicht einen<lb/>
Führerschein einführen sollte, eine Entscheidung bei mir zu versuchen.</p><pb n="17-1017" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-18_1017.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-18_04">Ich habe ihm klar und deutlich auseinandergesetzt, dass ich nicht<lb/>
daran denke, ein neues Problem auf dem Verkehrssektor auch nur in<lb/>
Angriff zu nehmen. ICh habe mit <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> vereinbart, dass ich auf dem<lb/>
Strassengebiet und Kraftfahrzeugsektor keinerlei Entscheidungen mehr<lb/>
treffe, ohne mit oihm das engste Einvernehmen zu pflegen. Wenn dieses<lb/>
Problem 20 Jahre ungelöst geblieben ist, so aknn es jetzt auch noch<lb/>
die drei Monate warten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-18_05">Mit <rs type="person" ref="#per__134300">Metzner</rs> habe ich vereinbart,dass er jetzt unverzüglichst einen engen<lb/>
Kontakt mit dem Verkehrsministerium suchne soll, damit er alle Detail-<lb/>
arbeiten aber auch vor allein einmal selbtst die kleinsten Entscheidungen<lb/>
nur mehr im Einvernehmen mit <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> durchführt. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, der bie dieser Aus-<lb/>
sprache anwesend war, hat ebenfalls seine Zustimmung gegeben, dass <rs ref="#per__134300" type="person">Metz<lb break="no"/>ner</rs> jetzt, der an und für sich schon sehr grosszügig und freizügig<lb/>
dieses Problem bei uns bearbeiten durfte, sofort eben mit dem Verkehrs-<lb/>
minister und der Bürokratie da drüben alle Probleme lösen sollte. Wir<lb/>
besprachen bei dieser Gelegenheit auch die Transferierung der Gruppe<lb/>
ins Verkehrsministerium. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> legt grössten Wert darauf, dass nur<lb/>
Min.Oberkomm. Dr. <rs type="person" ref="#per__115404">Sedlak</rs> im Handelsministerium verbleibt. <rs type="person" ref="#per__134300">Metzner</rs><lb/>
hat nach reiflicher Überlegung dann den Wunsch <rs type="person" ref="#per__97584">Jagodas</rs> erfüllt, wird<lb/>
daher auf <rs type="person" ref="#per__115404">Sedlak</rs> verzichten, verlangt aber, dass wir noch die Reorga-<lb/>
nisation der Abteilung <rs type="person" ref="#per__134301">Steinhart</rs> durchführen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-18_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> wollte sogar einen Dienstposten für <rs type="person" ref="#per__115404">Sedlak</rs><lb/>
von unserem Ressort zur VErfügung stellen, was<lb/>
ich allerdings abgelehnt habe. Zusätzliche Dienst-<lb/>
posten werde ich vnon <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> verlangen, doch kaum<lb/>
erreichen. Bitte kläre dies auf Sekretär-Basis,<lb/>
wie weit Verkehrswerbung nicht doch Dienstposten<lb/>
an uns abtreten müsste.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-18_07">In der AK-Fraktion berichtete ich über die Handelsverträge und Verhand-<lb/>
lungen insbesndere mit der SU sowie über die GATT-Tagung und zuletzt<lb/>
natrülich über die Preisentwicklung. Die AK hat, wie ich dann aus der<lb/>
Diskussion entnehmen konnte, bei der letzten AK-Vorstandsbesprechung<lb/>
vorgeschlagen, <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> hat dies bei seinen Wiener Vorstandskollegen erör-<lb/>
tert, man sollte als Rückzugslinie die Länder jetzt bereits aufmerk-<lb/>
sam machen, dass, wenn es zu keiner Einigung über die Marktordnung-<lb/>
und Preisregelung kommt, dann der Länderkompetenz anheimfallen wird.<lb/>
Vielleicht wäre dies politisch wiklich eine Lösung, den Ländern die<lb/>
Kompetenz und damit die Verantwortung entgültig zu übertragen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-18_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Bitte überleg Dir, wie wir propagandistisch eine<lb/>
solche Auffanglinie in den Massenmedien aufbauen.</p><pb n="17-1018" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-18_1018.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-18_09">Im Ministerrat wurde <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> verabschiedet und ich glaube<lb/>
nur aus Versehen aber <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> gar nicht begrüsst. Allerdings stand <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
unter Zeitdruck, weil er zur Generalkonferenz für die Atomenergie<lb/>
gehen musste. Mit <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> hatte ich vor der Sitzung bereits das Problem<lb/>
der Mitwirkung bei der Vollzugsklausel des Handelsministerium geklärt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> sagt mit Recht, dass hätte man bei der Begutachtung schon<lb/>
verlangen müssen und darüber hinaus meint er, die Verteilung des Geldes<lb/>
ist zwar mit Mitkompetenz des Handelsministeriums vorgesehen, aber in<lb/>
der Vollzugsklausel selbst will er weder das Finanzministerium noch<lb/>
das Handelsministerium einschalten. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat sich auch überhaupt<lb/>
nicht mit dieser Materie beschäftigt, resp. keinerlei Forderungen<lb/>
gestellt. Ich habe deshalb diesen formellen Punkt sofort fallen gelassen,<lb/>
umso mehr als ich <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> dafür gewinnen konnte, dass er mit Sekt.Chef <lb/>
<rs type="person" ref="#per__114573">Lenert</rs> sprechen wird, damit dieser freie Hand bei irgendwelchen gemein<lb break="no"/>samen Aktionen Handelsminister-Sozialministerium in der Unternehmungs<lb break="no"/>betreuung bei der Arbeitsmarktförderung bekommt. <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> ist damit ein<lb break="no"/>verstanden und wird mit <rs type="person" ref="#per__114573">Lenert</rs> darüber sprechen. Wir kamen überein, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114573">Lenert</rs> und <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> jedes Pouvoir besitzen, um die Lösung insbesondere<lb/>
der Grenzräume herbeizuführen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-18_10"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> referierte über das Budget und bedankt sich für das Verständ<lb break="no"/>nis aller Minister für seine Schwierigkeiten bei Erstellung des<lb/>
Budgets 1974. Ich habe den mündlichen Vortrag unserem Budgetfach<lb break="no"/>mann <rs type="person" ref="#per__137484">Schütz</rs> gegeben, damit er sich auch im Vergleich zu den anderen<lb/>
Ministerien das Handelsbudget anschaut und vergleicht. <rs type="person" ref="#per__137484">Schütz</rs> steht<lb/>
auf dem Standpunkt, dass wir verhältnismässig sehr gut abgeschnitten<lb/>
haben. Gegenüber dem Bautenminister, wo er ja ebenfalls die Verhand<lb break="no"/>lungen führt, resp. mitmacht, kann er sicherlich ein objektives Urteil<lb/>
abgeben. Bei den anderen Ressorts müsste man eigentlich eine genau<lb/>
Analyse durchführen. Da sie uns aber letzten Endes keinerlei positive<lb/>
Änderungen bringen kann, selbst wenn wir schlecht abgeschnitten haben,<lb/>
wäre diese zusätzliche Arbeit eigentlich nutzlos. Im Laufe der Budget<lb break="no"/>debatte wird man ja sehen, wie die Opposition, die diese Analyse ja im<lb/>
einzelnen durchführen muss und wird, attackiert.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-18_11">Die Enquete "Tempo 100" hat nicht annähernd den Erfolg gebracht, den<lb/>
ich erwartete. Ich habe angenommen, dass wir doch ein bisschen näher<lb/>
die einzelnen Standpunkte nicht nur eörtern, sondern vielleicht auf<lb/>
eine gemeinsame Linie bringen können. Als ich aber bemerkte, dass der<lb/>
ÖAMTC ganz entschieden sich gegen eine Regelung aussprach – 61 % seiner<lb/>
Mitglieder haben dezidiert auf eine repräsentative Meinungsumfrage<lb/>
<pb n="17-1019" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-18_1019.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>eine Tempolimitbeschränkung abgelehnt, der ARBÖ andererseits nur<lb/>
bereit war, über eine eventuell zeitlich und örtlich differenzierte<lb/>
Tempobeschränkung zu verhandeln, das Kuratorium für Verkehrssicherheit<lb/>
im Prinzip sich dafür aussprach, alle anderen Interessensvertretungen<lb/>
und insbesondere auch die Gesellschaft für den Strassenverkehr mit Aus-<lb/>
nahme der Arbeiterkammer gegen eine Tempobeschränkung sind, so werde<lb/>
ich kaum in der nächsten Zeit einen Konsens erreichen können. Da ich<lb/>
in den vergangenen drei Jahren in allen Kraftfahrproblemen und -Fragen<lb/>
mit den Kraftfahrverbänden gemeinsam eine Lösung gefunden habe, möchte<lb/>
ich eine solche auch noch im Laufe der nächsten drei Monate versuchen.<lb/>
Da ich gleichzeitig im engsten Einvernehmen mit <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> vorgehen werde,<lb/>
sehe ich eigentlich keine andere Möglichkeit als das Problem weiter<lb/>
zu schieben. Ich habe deshalb nach 36 Diskussionsteilnehmerdebatten,<lb/>
vorgeschlagen, dass wir doch noch Detailuntersuchungen anstellen sollen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134300">Metzner</rs> wird diesbezüglich Besprechungen mit den dafür in Frage<lb/>
kommenden Stellen – Kuratorium für Verkehrssicherheit, Bautenmini<lb break="no"/>stenium bezüglich der Strassen, Technische Hochschule bezüglich der<lb/>
wissenschaftlichen Wünsche Und Anregungen, den Kraftfahrverbänden betref-<lb/>
fend ihrer konkreten Möglichkeiten einer Mitwirkung usw – aufnehmen.<lb/>
Auf alle Fälle will ich nicht gegen die Kraftfahrverbände und die grös<lb break="no"/>sere Masse der Intersssenvertretungen – die Handelskammer hat sich ja<lb/>
auch entschieden dagegen ausgesprochen – entscheiden. Dass ich mit <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs><lb/>
engstes Einvernehmen halten werde, wird mir in der Öffentlichkeit kaum<lb/>
jemand vorwerfen, dass ich aber eventuell jetzt wirklich 3 Monate nichts<lb/>
tue, könnte vom Standpunkt der Massenmedien dazu benützt werden, um<lb/>
mich anzugreifen, dass ich säumig bin. Als einzigen Ausweg könnte<lb/>
ich gegen Endes des Monats gegebenenfalls einen Gesetzentwurf, den <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs><lb/>
mir vorschlagen sollte, in die Begutachtung schicken. Mit welches Begrün-<lb/>
dung kann ich aber dann diesen Gesetzentwurf drei Monate lang nicht be<lb break="no"/>handelt ?</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-18_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Bitte die propagandistische Seite dieses Problems<lb/>
überdenken und mir Vorschäge machen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-18_13">Bei der Sitzungsleitersitzung in der Patei berichtete ich über die<lb/>
derzeitige politische Situation. Zu meiner grössten Verwunderung ist<lb/>
es wieder zu keiner Diskussion gekommen. <rs type="person" ref="#per__134060">Schmid</rs> <add>[ev. Falschidentifikation, Anm.]</add>, ein alter Sek<lb break="no"/>tionsleiter, meinte, nach so eine präzisen Berichterstattung ist<lb/>
kaum etwas zu fragen oder zu kritisieren. Dies bezweifle ich ganz ent<lb break="no"/>schieden. Ich sehe darin eine gewisse Lethargie, die gerade vor Wahlen<lb/>
sehr verheerend sein kann.</p><pb n="17-1020" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-18_1020.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-18_14">Stadtrat <rs type="person" ref="#per__97582">Jacobi</rs> hat mir mitgeteilt, dass die Stadtratsfraktion oder<lb/>
die Partei beschlossen hat, dass auch die Stadträte eine Passagen<lb break="no"/>diskussion durchführen sollen und müssen. Sie selbst möchte nun diese<lb/>
Diskussion nicht allein machen und ersuchte mich, ob ich ihr helfen<lb/>
könnte, was ich sofort akzeptierte. Wir werden daher gemeinsam im<lb/>
AEZ meine Passagendiskussion aufnehmen und sie wird die Gemeinde<lb break="no"/>probleme, die dort eventuell zur Sprache kommen, behandeln. Ich<lb/>
muss zugeben, dass es wahrscheinlich sehr schwer ist, wenn man erst<lb/>
in so spätem Alter sich mit dieser neuen Methode der Propaganda vertraut<lb/>
machen muss und dafür wahrscheinlich auch Schulungsmässig gar nicht<lb/>
vorbereitet wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-18_15">ANMERUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte Termin endgültig mit JG für AEZ fixieren.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-18_16">Beim Empfang des Bundeskanzlers traf ich Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__98097">Wodak</rs>. Ich besprach<lb/>
mit ihm den Wunsch des Aussenministeriums, ausser Brüssel noch zusätzlich<lb/>
Dienstposten für die Integration in sen Ministerium zu transferieren. Da<lb/>
die Durchführung der Integration nach wie vor im Handelsministerium liegt,<lb/>
ist es doch ganz unmöglich, dass wir ihm einen Dienstposten abtreten.<lb/>
Im Gegenteil, ich erklärte, dass wir eigentlich den Dienstposten von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__137933">Marquet</rs> bekommen müssten. <rs type="person" ref="#per__98097">Wodak</rs> sagt mit Recht, dass über die Einzel<lb break="no"/>heiten bei der Gesetzwerdung resp. bei den Ideen und Verhandlungen,<lb/>
bevor dieses Gesetz im Parlament beschlossen wurde, man sich überhaupt<lb/>
nicht den Kopf zerbrochen hat. Jetzt ergibt die Durchführung grosse<lb/>
Schwierigkeiten. Ich glaube nicht, dass wirklich sehr grosse Schwierig<lb/>
keiten entstehen, sondern es versucht eben jedes Ministerium, ins<lb break="no"/>besondere die Präsidialabteilungen, zusätzliche Dienstposten von den<lb/>
anderen Ministerien zu ergatten. Letzten Endes wird sich auch dieses<lb/>
Problem lösen lassen. Ich werde diesbezüglich, wenn die Aussprache, die<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108322">Meils</rs> mit <rs type="person" ref="#per__137933">Marquet</rs> führt, negativ verläuft, mit <rs type="person" ref="#per__97632">Kirschschläger</rs><lb/>
eine diesbezügliche Besprechung abhalten. Ich bin überzeugt, dass es<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__110923">Lanc</rs> und <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> gelingen müsste, eine vernünftige und für<lb/>
alle akzeptable Lösung zu finden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-18_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte kläre auch auf Sekretariatsbasis, wie weit<lb/>
die Forderungen vom Aussenamt als ernst zu bezeich<lb break="no"/>nen sind.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-18_18"/></div>
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               <persName><surname>Androsch</surname><forename>Hannes</forename></persName>
               <occupation>Finanzminister</occupation>
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               <persName type="label">Koppe, Fritz</persName>
               <persName><surname>Koppe</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <persName type="label">Wodak, Walter</persName>
               <persName><surname>Wodak</surname><forename>Walter</forename></persName>
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               <persName type="label">Jagoda, Karl</persName>
               <persName><surname>Jagoda</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Leiter Sekt. III HM</occupation>
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               <persName type="label">Häuser, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Häuser</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Vizekanzler, Sozialminister</occupation>
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               <persName type="label">Köllerer, Ernst</persName>
               <persName><surname>Köllerer</surname><forename>Ernst</forename></persName>
               <occupation>Vertr. Mühlenindustrie</occupation>
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               <persName type="label">Lanc, Erwin</persName>
               <persName><surname>Lanc</surname><forename>Erwin</forename></persName>
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               <persName type="label">Schmidt, Anton</persName>
               <persName><surname>Schmidt</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>Kursteilnehmer LUGA</occupation>
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               <persName type="label">Mussil, Arthur</persName>
               <persName><surname>Mussil</surname><forename>Arthur</forename></persName>
               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Steinhart, Ferdinand</persName>
               <persName><surname>Steinhart</surname><forename>Ferdinand</forename></persName>
               <occupation>MR HM/VM (Ministerienneuorganisation 1974)</occupation>
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               <persName type="label">Sedlak, Robert</persName>
               <persName><surname>Sedlak</surname><forename>Robert</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Metzner, Herbert</persName>
               <persName><surname>Metzner</surname><forename>Herbert</forename></persName>
               <occupation>MR HM/VM (Ministerienneuorganisation 1974)</occupation>
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               <persName type="label">Meisl, Josef</persName>
               <persName><surname>Meisl</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
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               <persName type="label">Weihs, Oskar</persName>
               <persName><surname>Weihs</surname><forename>Oskar</forename></persName>
               <occupation>Landwirtschaftsminister bis 1976</occupation>
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               <persName type="label">Zöllner, Otto</persName>
               <persName><surname>Zöllner</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>AK</occupation>
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               <persName type="label">Schütz, B</persName>
               <persName><surname>Schütz</surname><forename>B</forename></persName>
               <occupation>Beamter [Amtsdirektor HM; 1971 von JS als B-Beamter bezeichnet, der das
                  Budget im Einzelnen ausarbeitet und im Detail kennt]</occupation>
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               <persName type="label">Marquet, Alois</persName>
               <persName><surname>Marquet</surname><forename>Alois</forename></persName>
               <occupation>Botschafter, Onkel v. Louis Marquet; evtl.
                  Falschidentifikation</occupation>
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               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Jacobi, Maria</persName>
               <persName><surname>Jacobi</surname><forename>Maria</forename></persName>
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               <persName type="label">Lenert, Franz</persName>
               <persName><surname>Lenert</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>SC Sozialministerium</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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