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            <title type="main">Mittwoch, der  5. September 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-05_01">Mittwoch, 5. September 1973</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-05_02">Die Besitzer der Siedlungshäuser vom Tirolerhof, geführt von<lb/>
einer Frau <rs type="person" ref="#per__148067">Zoupla</rs>, und dem Verwaltungsgerichtshofrichter <rs type="person" ref="#per__146121">Brand<lb break="no"/>stätter</rs> haben mit MR. <rs type="person" ref="#per__139558">Huber</rs> wegen der Steinbruchgenehmigung für<lb/>
<rs type="person" ref="#per__146310">Fröstl</rs> scheinbar in der Vergangenheit schon harte Auseinander<lb break="no"/>setzungen gehabt. Ich hatte große Mühe die beiden Streitteile<lb/>
immer wieder zumindestens zu trennen. Ich hoffte, daß wir von<lb/>
der rechtlichen Problematik wegkommen können und vielleicht<lb/>
doch ein vernünftiges Kompromiß zu erzielen. <rs type="person" ref="#per__146121">Brandstätter</rs> hat<lb/>
mir allerdings dann zugestanden, daß eine solche Möglichkeit<lb/>
nicht existiert, da selbst wenn ich mit <rs type="person" ref="#per__146310">Fröstl</rs> übereinkommt, daß<lb/>
die Straße verlegt wird, so daß der Abtransport des<lb/>
Gesteins dann nicht mehr die Mieter belastet oder daß selbst<lb/>
die Sprengungen auf gewisse Tageszeiten und vor allem auf ge<lb break="no"/>wisse Windrichtungen, wo die Siedlung nicht belästigt wird,<lb/>
nur genehmigt werden, es trotzdem keine Lösung gibt, weil die<lb/>
Besitzer Angst haben, daß wenn der gesamte Berg weggesprengt ist,<lb/>
sie dann ständig den Wind von Westen über ihre Siedlung haben.<lb/>
Da sich die Siedlungsvertreter nur auf die Rechtsfrage, ob <rs type="person" ref="#per__146310">Fröstl</rs><lb/>
den Steinbruch betreiben darf oder nicht beschränken und nur<lb/>
in diesem Punkt entweder 100 % Recht gekommen wollen oder nicht<lb/>
hatte ich ihnen nur eines versprochen, daß wir so schnell wie<lb/>
möglich versuchen, daß Verfahren beim Verwaltungsgerichtshof,<lb/>
denn jede der Parteien wird wie immer der Bescheid lauten wird,<lb/>
an den Verwaltungsgerichthof appellieren, entscheiden soll.<lb/>
Die Siedler sind deshalb auch so aufgebracht, weil sie glauben,<lb/>
daß die Behörde insbesondere die Bezirkshauptmannschaft Mödling,<lb/>
aber auch das Land Niederösterreich ihnen deshalb nicht Recht<lb/>
gibt, weil alles getan wird, um den Steinbruch zu erhalten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-05_03">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs><lb/>
Bitte laß Dir die, womöglich die sofortige Erledigung aller<lb/>
Eingaben und Bescheiderstellung von <rs type="person" ref="#per__139558">Huber</rs> bestätigen. Wir dürfen<lb/>
nicht in Verzug kommen, wie dies die Bezirkshauptmannschaft<lb/>
und Landesregierung scheinbar dauernd ist.</p><pb n="17-0976" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-05_0976.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-05_04">Präsident <rs type="person" ref="#per__137473">Caidassi</rs> von Triest und insbesondere Assessor <rs type="person" ref="#per__149250">Stopper</rs> aus<lb/>
der Region mit einigen ital. Herren, wollte die Stellungnahme Öster<lb break="no"/>reichs zu Monfalkone-Landehafen wissen. Zum Glück hat mir <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> erzählt,<lb/>
daß die Saam und Eni beabsichtigen, aus den am Landehafen Monfalcone<lb/>
noch eine direkte Gasleitung zwischen Algerien und Sizilien unter<lb/>
dem Mittelmeer zu verlegen und damit auf lange Sicht gesehen, von den<lb/>
Schiffstransporten unabhängig zu werden. Allerdings ist <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> auch der<lb/>
Meinung, daß Snam erst zu einem späteren Zeitpunkt dieses gigantische<lb/>
Projekt verwirklichen wird. Für die erste Phase der Anlandung der<lb/>
2 Milliarden m3 für Österreich und der wahrscheinlich 4 Milliarden<lb/>
für die BRD, werden auf alle Fälle über Monfalcone erfolgen. In Mon<lb break="no"/>falcone soll deshalb auch nach Mitteilung von Präsident <rs type="person" ref="#per__137473">Caidassi</rs> eine<lb/>
Kälteindustrie entstehen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-05_05">Die ital.-österr. Handelskammer möchte auch, daß so wie in Frankreich<lb/>
Nancy und Tour und in GB 12 Börsen auch in Wien eine Art Superauf<lb break="no"/>tragsbörse entstehen sollte. Sie meinen, daß die Handelskammer die<lb/>
Gelegenheit nützen müßte, um italienische-österreichische Firmen<lb/>
zusammenzubringen, um gemeinsame Aufträge zu übernehmen. Ich selbst<lb/>
begrüßte diese Koordination. Ing. <rs type="person" ref="#per__148073">Zesari</rs> von Großmotor, der bereits<lb/>
jetzt versucht mit der VOEST größere Geschäfte zu machen, wird sich<lb/>
auch besonders für die Kooperation interessieren. Derzeit werden von<lb/>
der VOEST Gußteile und Motorteile geliefert. Ich habe <rs type="person" ref="#per__148073">Zesari</rs> mit<lb/>
MR. <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> zusammengebracht und mein großes Interesse an Kooperationen<lb/>
zwischen österr.- u. ital. Firmen bekundet.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-05_06">Bei der Sektionsleiterbesprechung hat erstmals eine furchtbar lange<lb/>
Diskussion stattgefunden, weil wir jetzt die Antragsformulare und<lb/>
das Genehmigungsverfahren für die Papier-Zinszustützung durchführen<lb/>
müssen. Im BKA, wo die einzelnen Punkte verhandelt wurden, ist seiner<lb break="no"/>zeit beschlossen worden, daß umfangreiche Formulare wie die Banken<lb/>
verlangen, an 13 Stellen ausgeschickt werden müssen. <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> steht nun<lb/>
auf dem Standpunkt, daß damit die größte Sicherheit besteht daß mit<lb/>
geringem Aufwand unser Ministerium die 13 damit befassten Stellen ko<lb break="no"/>ordinieren kann. Seiner Meinung nach würden sie dieses Material bekommen,<lb/>
ob sie sich ansehen oder nicht ist egal, sie könnten dann bei unserer<lb/>
Sitzung veranlaßt werden, dem Projekt zuzustimmen, da sie ja alle<lb/>
Unterlagen besitzen. Ich wehrte mich gegen diese bürokratische Erledigung<lb/>
<pb n="17-0977" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-05_0977.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Ich weiß darauf hin, daß es vollkommen sinnlos ist, wenn wir Fremd<lb break="no"/>akte wegen Kontrollbankgarantien zu quittieren bekommen. Ich habe<lb/>
während der drei Jahre noch keine einzige Stellungnahme oder Bemerkung<lb/>
zu seinem Antrag des Finanzministeriums von unserem Haus gelesen.<lb/>
SR. <rs type="person" ref="#per__136677">Sandig</rs> hat nichts anderes gemacht als einen Stempel auf den Akt<lb/>
gegeben, ihn dann durch den Behördenlauf geschickt und letzten Endes<lb/>
bei mir zur Unterschrift vorgelegt. Eine vollkommen sinnlose und<lb/>
zeitraubende und vorallem mal verwaltungsbelastende Tätigkeit. Richtig<lb/>
ist, daß dies aber im Gesetz steht und deshalb so durchgeführt werden<lb/>
muß. Als abschreckendes Beispiel hoffte ich <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs> davon überzeugen<lb/>
zu können, daß wenn wir eine Aktion starten, die wesentlich einfacher<lb/>
sein muß.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-05_07">Im Institut hatte ich dann Gelegenheit mit Koll. <rs type="person" ref="#per__114467">Wehsely</rs> von der<lb/>
AK über dieses Problem zu sprechen, der ebenfalls über den bürokratischer<lb/>
Vorgang entsetzt war.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-05_08">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs><lb/>
Ich glaube, daß auch, wenn unsere Leute in anderen Ministerien solche<lb/>
Aktionen besprechen, sie sich mit aller Gewalt gegen eine derartig<lb/>
sinnlose Bürokratisierung wenden müssen. So nur können wir unseren<lb/>
Ruf, wir machen Service für die Wirtschaft, gerecht werden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-05_09">Bei der Budgetvorbesprechung zwischen <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs>, MR. <rs type="person" ref="#per__97722"><choice><choice><sic>.......</sic><corr>Marhold</corr></choice></choice></rs> und Amts<lb break="no"/>direktor <rs type="person" ref="#per__137484">Schütz</rs>, sowie <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> und <rs type="person" ref="#per__98040">Wais</rs> konnte ich feststellen, daß<lb/>
verhältnismäßig bereits auf Beamtenebene ein großteil unserer Wünsche<lb/>
befriedigt wurde. Trotzdem müßte es gelingen, bei den Verhandlungen<lb/>
auf Ministerebene aus den Stabiliserungsbudgetanteil die Positionen<lb/>
in das v normale Grundbudget zu bringen. Ich teile die Meinung mit<lb/>
MR. <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs>, daß das Stabilisierungsbudget wahrscheinlich dann letzten<lb/>
Endes doch nicht in Kraft gesetzt wird. Was man nicht im Grundbudget<lb/>
hat, ist sehr schwer zu disponieren. über die Ansätze bezüglich der<lb/>
Bergbauförderung werde ich mir nicht den Kopf zerbrechen, denn hier<lb/>
wird die verstaatlichte Industrie über <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> einen entsprechenden<lb/>
Druck auf <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ausüben. Überhaupt fällt es mir sehr schwer, für<lb/>
wesentlich höhere Budgetziffern einzutreten. Letzten Endes hat die<lb/>
Industrie, Gewerbe aber auch der Handel, aber ganz besonders der<lb/>
Fremdenverkehr in der letzten Jahren sehr gut abgeschnitten. Wenn wir<lb/>
<pb n="17-0978" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-05_0978.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>nun für das höhere Handel, Gewerbe und Industriebudget kämpfen<lb/>
in dem wir weitere Mittel unternehmen, die dies in den meisten<lb/>
Fällen gar nicht brauchen. Ich habe bis jetzt noch keine Forderungen<lb/>
in den drei Jahren an <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> gestellt, so daß er beim besten Willen<lb/>
nicht sagen kann, von unserer Seite wurde seine Budgetpolitik konter<lb break="no"/>kariert. Er hat im Gegenteil oft durch eigene Initiative wie z. B.<lb/>
die 20 Mio für die Industrieförderung und die Erhöhung der 3 % auf<lb/>
5 % des Gewerbesteuerertrages für die Gewerbestruktur wesentlich<lb/>
dazu beigetragen, daß mein Budget günstig ausgeweitet wurde. Das<lb/>
einzige, wofür wir kämpfen müssen ist, daß wir unser Fremdenverkehrs<lb break="no"/>konzept, das letzten Endes das Finanzministerium mitbeschlossen hat,<lb/>
auch tatsächlich durchgeführt werden kann.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-05_10">Der marok. Botschafter <rs type="person" ref="#per__149272">Smeres</rs> wollte unbedingt eine Aussprache mit<lb/>
mir. Das Ergebnis war verheerend. In Marokko hat man einen neuen 5 Jahres<lb/>
plan beschlossen und er hat wahrscheinlich im Auftrag seiner Regierung<lb/>
mich über die Details informieren wollen. Marokko möchte, daß sich<lb/>
Österreich sowie viele andere europäische Staaten und vor allem auch<lb/>
Amerika, an der Industrialisierung Marokkos beteiligen. Angeblich hat<lb/>
GenSekr. <rs type="person" ref="#per__98097">Wodak</rs>, als er Marokko vor einiger Zeit besuchte, diesbezügliche<lb/>
Zusagen gemacht. Ich habe noch überhaupt nicht geäußert sondern nur<lb/>
erklärt, daß Anschaffungsmaterial, welches er mir über<lb break="no"/>reichte, würde ich SLeiter <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> geben, mit dem er sich dann auch<lb/>
in Hinkunft zusammensetzen soll. Dies war wirklich eine sinnlose Aus<lb break="no"/>sprache.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-05_11">Die erste Besprechung d mit dem poln. AHM <rs type="person" ref="#per__147672">Olechowski</rs> gab mir Gelegen<lb break="no"/>heit, die konkreten Wünsche der Firmen wegen Liefermöglichkeiten zu<lb/>
deponieren. <rs type="person" ref="#per__147672">Olechowski</rs> war das meiste bekannt. Ich weiß nicht ob er<lb/>
letzten Endes soviel Einfluß nehmen wird, daß wir tatsächlich zu einem<lb/>
positiven Abschluß z.B. bei Äthylenanlagen der Firma VOEST kommen werden<lb/>
Sicher ist eines, daß sich unsere Exporte wesentlich mehr erhöht haben<lb/>
als unsere Importe. Die poln. Seite hat deshalb vorgeschlagen, maß<lb/>
soll die Liberalisierung, die mit 31. 12. 1974 vorgesehen ist, vorziehen<lb/>
Ich erklärte, daß ich dazu keine Möglichkeit habe, weil dies bei<lb/>
der Bundeskammer ganz großen Widerstand auslösen würde. Ich erklärte<lb/>
mich aber neuerdings bereit, Einzelanträge, wenn die Kontingente schon<lb/>
erfüllt sind, durch Überkontingente zu erfüllen. Der zweite wichtige<lb/>
<pb n="17-0979" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-05_0979.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Punkt war die Frage der Zollfreiheit bei Kompensationsgeschäften. Hier<lb/>
hat nicht nur die Handelskammer sondern auch das Finanzministerium<lb/>
sich noch immer nicht positiv geäußert und ich konnte daher nur zusagen,<lb/>
daß wir weitere Verhandlungen führen. Die dritte Frage war die Kredit<lb break="no"/>gewährung. Hier hat <rs type="person" ref="#per__97518">Haschek</rs> von der öster. Kontrollbank scheinbar als<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> ihm beim Polenbesuch begleitete, Zusagen gemacht. Eine telefon.<lb/>
Rückfrage mit seinem Stellvertreter ergab allerdings, daß sie nur<lb/>
erklärt hätten, im Oktober weiter zu verhandeln, da letzten Endes<lb/>
dann die Kreditresrtiktionen vielleicht ein wenig gebessert sind.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__137479">Leitl</rs> erzählte mir anschließend, daß die CA ein Kreditlimit von 100<lb/>
Mio und dann auch noch die Girozentrale ein solches von 100 Mio<lb/>
bei 6,5 % für 1973 anstrebt. <rs type="person" ref="#per__147672">Olechowski</rs> meinte, daß er bei seinen<lb/>
Kollegen in der Regierung leichter durchsetzen kann, wenn ein ent<lb break="no"/>sprechendes Kreditlimit existiert, weil dadurch die poln. Seite leichter<lb/>
Waren aus Österreich kaufen kann. Der vierte Punkt war die Frage der<lb/>
Energielieferung. Ich erklärte, daß von der Verbundgesellschaft das<lb/>
Projekt für Strom und poln. Kohle und Lieferung von Energie nach<lb/>
Österreich jetzt genau studiert wird. Wie ich anschließend von <rs type="person" ref="#per__112014">Ehr<lb break="no"/>bacher</rs> erfahren konnte, liegt das Hauptproblem darin, daß wir heute<lb/>
noch nicht sagen können, wie der Strompreis aus Kernenergie zu diesem<lb/>
Zeitpunkt, 1980, sein wird. Nur dann wenn der Strom aus poln. Kohle<lb/>
billiger ist, könnte er sich einer gewisse zusätzliche Menge von poln.<lb/>
Strom für die 80er Jahre vorstellen. In diesem Falle müßte das Kern<lb break="no"/>kraftwerk ein wenig reduziert werden. Bei dieser Gelegenheit habe ich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112014">Ehrbacher</rs> darauf aufmerksam gemacht, daß ich genaue Untersuchungen<lb/>
wegen einer Errichtung eines Wärmekraftwerkes aus heimischer Braunkohle<lb/>
in Voitsberg 3 befürworten würde. Gleichzeitig verwies ich auch darauf,<lb/>
daß ich in Hinkunft mit <rs type="person" ref="#per__112014">Ehrbacher</rs> engsten Kontakt wegen der Besetzung<lb/>
von Aufsichtsratsposten halten möchte. Der derzeitige Sektionsleiter<lb/>
der Energiesektion, <rs type="person" ref="#per__136608">Czech</rs> geht mit Ende 1973 in Pension und hat eine<lb/>
ganze Menge von Aufsichtsratspotsten. <rs type="person" ref="#per__112014">Ehrbacher</rs> wird mir diesbezügliche<lb/>
Mitteilungen machen wenn eine Neubesetzung möglich, resp. durchge<lb break="no"/>führt wird. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> hat mir zugesichert, er wird keine personelle<lb/>
Entscheidung ohne mein Einverständnis machen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-05_12">Die Möglichkeit von Baufirmen, die in Österreich arbeiten, halte ich<lb/>
für äußerst gering. Ich habe den Polen unverblümt zugegeben, daß hier<lb/>
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werden würden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-05_14">Polen ist sehr unglücklich, daß Österreich nur 1,5 % an Transitver<lb break="no"/>kehr in Polen teilnimmt. Die Antwort meinerseits, daß die Hafen in<lb/>
Ordnung sind, daß aber die poln. Bahn ungeheure hohe Frachtsätze<lb/>
auch für Transit für Schiff und Hafenbenützung von Polen verlangt,<lb/>
hat den Vorschlag von <rs type="person" ref="#per__147672">Olechowski</rs> ausgelöst und wir sollten ein kleines<lb/>
Komitee beauftragen, die Schwierigkeiten die den österr.-poln.<lb/>
Handel entgegenstehen, aufzuzeigen. Er hätte sich dann sogar noch vor<lb break="no"/>gestellt, daß die gemischte Kommission die er für Kooperationen und<lb/>
andere unzulängliche Maßnahmen resp. Hemmnisse zuständig ist, unter<lb/>
Ministervorsitz kontinuierlich also wahrscheinlich mindestens 1 x jährl.<lb/>
tagen sollte . Ich habe mich dagegen ausgesprochen und erklärt, es<lb/>
sollte davon abhängen, ob entsprechende Besprechungen und Beschluß<lb break="no"/>fassungen auf Ministerebene notwendig sind. Wegen des Transitproblems<lb/>
habe ich nachher mit <rs type="person" ref="#per__137479">Leitl</rs> und MR. <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> ausgemacht, daß wir ein Papier<lb/>
den Polen übergeben werden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-05_15">Die Kooperationen werden für den Sektor Chemie, Autos, Maschinenan<lb break="no"/>lagen, usw. positiv beurteilt. Ich versprach dem Minister, daß wir<lb/>
alles daran setzen werden, um die Kontaktmöglichkeit zwischen österr<lb break="no"/>eichischen Firmen und der poln. Unternehmungen zu vergrößern resp.<lb/>
zu ermöglichen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-05_16">Der Wunsch der Polen, ein Doppelbesteuerungsabkommen, welches nach<lb/>
ihrer Auffassung sogar noch nach der 1. Republik in Kraft ist, da aber<lb/>
das Finanzministerium dies nicht anerkennt jetzt ein neues zu ver<lb break="no"/>handeln, wird von mir positiv an das Finanzministerium weitergeleitet.<lb/>
Zum Schluß bedankte <rs type="person" ref="#per__147672">Olechowski</rs> insbesondere wegen des Unterstützung<lb/>
Österreichs beim Ansuchen Polens in GATT. Ich versicherte ihm daß wir<lb/>
alles daransetzen werden, um unsere Unterstützung in allen Fragen<lb/>
fortzusetzen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-09-05_17">In der Pause der Oper kamen wir auf das Problem des Fremdenverkehrs<lb/>
zu sprechen. Die Polen sehen ein, daß sie kaum größere Chancen haben,<lb/>
Fremdenverkehr zu betreiben. Jetzt haben sie eine größere Besuchs<lb break="no"/><pb n="17-0981" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-09-05_0981.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>strom aus Westdeutschland, dies sind ehemalige Bevölkerungsteile<lb/>
aus dem jetzigen poln. Gebiet, die ihre Heimat wieder besichtigen<lb/>
und besuchen kommen. <rs type="person" ref="#per__147672">Olechowski</rs> ist sich klar darüber, daß in kürzester<lb/>
Zeit dieser Besucherstrom versiegen wird, da die bereits in Westdeutsch<lb break="no"/>land geborenen oder aufgewachsenen Kinder kein Interesse mehr haben,<lb/>
ihre Heimat der Großeltern oder Eltern zu besuchen. Anders beurteilt<lb/>
der Minister den Verkehrsstrom der Touristen von Skandinavien nach<lb/>
dem Süden. Hier glaubt er, daß noch große Möglichkeiten als Transit<lb break="no"/>land bestehen. Ich bestätigte ihm, daß selbst Österreich an einer<lb/>
Werbung interessiert wäre, wo die Gäste aus dem Norden über Polen,<lb/>
CSSR und Österreich vielleicht dann nach Italien fahren. Interessant<lb/>
war, daß <rs type="person" ref="#per__147672">Olechowski</rs> genau weiß, daß der Fremdenverkehrsbetrieb nur<lb/>
mit Familienkräften rentabel geführt werden kann. Die Bulgaren, wie<lb/>
er sich selbst überzeugen konnte und wie die Bulgaren ihm bestätigten,<lb/>
haben dem Nachteil, daß sie ganz große Einheiten mit Angestellten<lb/>
errichten. Da es sich um keine Familienbetriebe handelt, die größten<lb break="no"/>teils bei uns in Österreich der Fall ist, sind die Kosten für die<lb/>
bulg. Hotels verhältnismäßig sehr hoch. <rs type="person" ref="#per__147672">Olechowski</rs> war verwundert, die<lb/>
entsprechenden Fremdenverkehrsziffern von unserem Land zu hören. Heuer<lb/>
sind 250.000 Polen in die westlichen Länder gefahren, 1.200 davon nach<lb/>
Österreich. Ein bescheidener Fremdenverkehr.</p></div>
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            <head>Tagesprogramm, 5.9.1973</head>
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               <persName type="label">Wehsely, Hans</persName>
               <persName><surname>Wehsely</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>AK</occupation>
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               <persName type="label">Marhold, Helmut</persName>
               <persName><surname>Marhold</surname><forename>Helmut</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Androsch, Hannes</persName>
               <persName><surname>Androsch</surname><forename>Hannes</forename></persName>
               <occupation>Finanzminister</occupation>
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               <persName type="label">Wodak, Walter</persName>
               <persName><surname>Wodak</surname><forename>Walter</forename></persName>
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               <persName type="label">Cech, Franz</persName>
               <persName><surname>Cech</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>SC Energiesektion HM bis 1973</occupation>
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               <persName type="label">Caidassi, Romano</persName>
               <persName><surname>Caidassi</surname><forename>Romano</forename></persName>
               <occupation>Präs. Handelskammer Triest</occupation>
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               <persName type="label">Wanke, Otto</persName>
               <persName><surname>Wanke</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>SChef HM</occupation>
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               <persName type="label">Bauer, Ludwig</persName>
               <persName><surname>Bauer</surname><forename>Ludwig</forename></persName>
               <occupation>GD ÖMV</occupation>
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               <persName type="label">Fälbl, Maximilian</persName>
               <persName><surname>Fälbl</surname><forename>Maximilian</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Wais, Anton</persName>
               <persName><surname>Wais</surname><forename>Anton</forename></persName>
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               <persName type="label">Sandig, Ernst</persName>
               <persName><surname>Sandig</surname><forename>Ernst</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Haschek, Helmut Hans</persName>
               <persName><surname>Haschek</surname><forename>Helmut Hans</forename></persName>
               <occupation>GD Kontrollbank</occupation>
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               <persName type="label">Huber, E</persName>
               <persName><surname>Huber</surname><forename>E</forename></persName>
               <occupation>MR HM [10.1.1972 mit Berufung gegen eine Betriebsstätte befasst; mglw.
                  aber auch ident mit Huber, D?]</occupation>
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               <persName type="label">Meisl, Josef</persName>
               <persName><surname>Meisl</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
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               <persName type="label">Gröger, Adolf</persName>
               <persName><surname>Gröger</surname><forename>Adolf</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Schütz, B</persName>
               <persName><surname>Schütz</surname><forename>B</forename></persName>
               <occupation>Beamter [Amtsdirektor HM; 1971 von JS als B-Beamter bezeichnet, der das
                  Budget im Einzelnen ausarbeitet und im Detail kennt]</occupation>
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               <persName type="label">Erbacher, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Erbacher</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>GD Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Schipper, Hans</persName>
               <persName><surname>Schipper</surname><forename>Hans</forename></persName>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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               <persName type="label">Leitl, A</persName>
               <persName><surname>Leitl</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>Handelsdelegierter in Polen [1971]</occupation>
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