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            <title type="main">Freitag, der 24. August 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band17_1973-08-24</idno>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-08-24_01">Freitag, 24. August 1973</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-08-24_02">Die Aussenstelle ist in ihr neues Büro übersiedelt. Für eine<lb/>
sterbende Dienststelle eine ganz komische Situation. Ein voll<lb break="no"/>kommen neues Haus, Air Condition, die Büros mit alten Möbeln,<lb/>
die Beschäftigten warten alle nur auf die Pensionierung. Ich<lb/>
bin überzeugt, 50 % der Arbeit die dort geleistet wird, ist<lb/>
vollkommen sinnlos. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> hat allerdings mit <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> schon sehr<lb/>
viele Reorganisationen vorgenommen. Die Hauptschwierigkeit<lb/>
liegt darin, <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> bestätigt es, daß es keine Möglichkeit<lb/>
gibt, die Ersparnisse die wir durch die Reorganisation<lb/>
dort durchführen, auf andere Dienststellen, z. B. auf die<lb/>
Sektion I zu übertragen. <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> behauptet, daß die Beiträge<lb/>
nur so verrechnet werden können, als dies in den letzten Jahr<lb break="no"/>zehnt geschehen ist. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> möchte gerne eine Kostenstellenrechnung<lb/>
und die Übertragung der Ersparnisse von einer Kostenstelle z. B.<lb/>
Aussenhandelsstelle auf die Einsersektion. Ob dies gelingt, ist<lb/>
merh als fraglich. Ich fürchte überhaupt, daß durch die Bean<lb break="no"/>standung des Rechnungshofes über die Entwicklungshilfe das ganz<lb/>
AHV-Gebührsystem ins Rollen, d.h. h. in die Diskussion kommt.<lb/>
Da <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> mir gleich bei Amtsantritt erklärt hat, daß er nur<lb/>
eine einzige Zielsetzung hat, nämlich daß die Aussenhandelsorgani<lb break="no"/>sation unangetastet bleibt, wird dies dann eine harte und schwere<lb/>
Auseinandersetzung. Selbst wenn ich außer Obligo bleibe, weil das<lb/>
Finanzministerium mehr oder minder die Finanzgebarung mit der<lb/>
Handelskammer wird abwickeln müssen, wird doch auch damit das<lb/>
Klima wesentlich verschlechtert werden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-08-24_03">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs><lb/>
Wir müssen versuchen, ein neutrales System zu finden, ohne daß<lb/>
die Handelskammer das Gefühl hat, daß die Aussenhandelsorganisation<lb/>
geändert wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-08-24_04">Die Pressekonferenz von <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> über die Untersuchung von Geschwin<lb break="no"/>digkeitsbeschränkungen war sehr gut besucht. <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> erkundigte<lb/>
sich, wie ich wöchentlich eine Pressekonferenz abhalte. Sicherlich<lb/>
ist ganz besnders das Thema Grund gewesen, daß eine so starke An<lb break="no"/>zahl von anderen Ministerien aber auch vom Kuratorium für Verkehrs<lb break="no"/><pb n="17-0942" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-08-24_0942.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>sicherheit und aber auch Presseleuten bei der Besprechung an<lb break="no"/>wesend waren. Die Verfasser der Studie haben fast 1 Std. die<lb/>
Studie erörtert. In der Diskussion war allerdings dann die Haupt<lb break="no"/>fra e, ob ich die Geschwindigkeitsbeschränkung 100 noch 1973 ein<lb break="no"/>führe oder erst zu einem späteren Zeitpunkt. Ich habe mich voll<lb break="no"/>kommen neutral verhalten, erklärt, ich werden im September noch<lb/>
eine große Enquete starten, und mich dann auf Grund der Ergebnisse<lb/>
dieser Enquete erst endgütlig entscheiden. Der Rechtsanwalt vom<lb/>
ARBÖ hat dort sofort eine Lanze gegen die Geschwindigkeitsbeschränkung<lb/>
100 gebrochen. Er sagte allerdings, daß dies seine private Meinung<lb/>
ist, Der ARBÖ selbst wird, wie mir <rs type="person" ref="#per__97411">Effenberger</rs> mitteilt und mich<lb/>
ersuchte, am 8. September, Samstag, das ganze Problem diskutieren.<lb/>
Er hat mich dazmneben <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> zu dieser Bundesvorstandssitzung ein<lb break="no"/>geladen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-08-24_05">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98040">WAIS</rs><lb/>
Bitte nach Rückkehr von <rs type="person" ref="#per__134300">Metzner</rs> mit ihm für September einen ent<lb break="no"/>sprechenden Enquetetermin mindestens einen l/2 Tag vereinbaren.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-08-24_06">Ich habe bei dieser Enquete auch angekündigt, daß der nächste<lb/>
Kraftfahrbeirat, der eigentlich nur die Kraftfahrzeugversicherung<lb/>
diskutieren sollte, mit der Frage der Sicherheitsausrüstung der<lb/>
Autos als einen eigenen Tagesordnungspunkt von mir einberufen wird.<lb/>
Ich hoffe, damit, daß nicht nur ausschließlich für die Kraftfahr<lb break="no"/>versicherungen diskutiert und womöglich dann noch gegen den Entscheid,<lb/>
daß sie abgestimmt wird. Der ÖGB rechnen fest, daß wir eine Nieder<lb break="no"/>lage erreichen. Da im Kraftfahrzeugbeirat fast nur Gegner der ge<lb break="no"/>spaltenen Kraftfahrzeugversicherungssitzen, Ich hoffe, mit der<lb/>
Diskussion über die Sicherheitsbestimmungen der Autos das Forum<lb/>
einigermaßen müde zu machen und dadurch dann diegespaltene Kraft<lb break="no"/>fahrzeugversicherung dann leichter durchzubringen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-08-24_07">Anschließend an die Pressekonferenz habe ich noch mit <rs type="person" ref="#per__113083">Fred Sinowatz</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97442">Hertha Firnberg</rs> über die Beudeutung der Kraftfahrer deren poli<lb break="no"/>tischen Einfluß diskutiert. Ich glaube, daß die Partei die Bedeutung<lb/>
der Kraftfahrzeugbesitzer und Autofahrer noch immer unterschätzt.</p><pb n="17-0943" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-08-24_0943.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-08-24_08"><rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> glaubt allen Ernstes, daß sich die Bevölkerung noch<lb/>
immer hauptsächlich aus Fußgängern zusammensetzt und diese da<lb break="no"/>her die Entscheidung in all diesen Fragen so beeinflußen müßten,<lb/>
daß die Partei und alle Regierungsentscheidungen sich ausschließ<lb break="no"/>lich inach den Fußgängern richten. Ich habe versucht ihr ziffern<lb break="no"/>mäßig auseinanderzusetzen, daß 1,5 Mio Personenkraftwagen bedeuten,<lb/>
daß mindestens 4 Mio., d.h. die Mehrzahl der österreichischen Be<lb break="no"/>völkerung eigentlich heute schon mit einem Kraftfahrzeug irgend<lb break="no"/>wie verbunden ist und deshalb Entscheidungen nicht mehr aus<lb break="no"/>schließlich vom Gesichtspunkt der Fußgänger getroffen werden dürften<lb/>
und sollten. Die Lobby, von der <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> in seinem Brief schreibt,<lb/>
ist wesentlich stärker als viele heute wahrhaben wollen. Bis jetzt<lb/>
ist es mir geglückt, im Einvernehmen mit den Kraftfahrverbänden<lb/>
die entsprechende Politik so zu machen, daß die Regierung und ins<lb break="no"/>beonsdere das Handelsminister um dabei verhältnismäßig gut wegge<lb break="no"/>kommen ist. Wenn die Partei glaubt, sie kann gegen die Kraftfahr<lb break="no"/>verbände entscheiden, wird sie nicht nur allein den ARBÖ verärgern,<lb/>
sondern noch vielmehr dem ÖAMTC mit immerhin seinen bedeuten Einlfuß<lb/>
gegen sich gewendet bekommen.</p></div>
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            <head>Tagesprogramm, 24.8.1973</head>
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               <occupation>Innenminister bis 1977, danach Verteidigungsminister</occupation>
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               <persName type="label">Metzner, Herbert</persName>
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