<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?>
<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="staribacher__19730716.xml" prev="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19730713.xml" next="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at/staribacher__19730717.xml" xml:base="https://staribacher.acdh.oeaw.ac.at">
   <teiHeader>
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title type="main">Montag, der 16. Juli 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
            <respStmt>
               <resp>Conversion to TEI</resp>
               <persName>Gustav Graf</persName>
            </respStmt>
            <respStmt>
               <resp>Digitisation, OCR correction and named entities tagging</resp>
               <persName>Gustav Graf</persName>
            </respStmt>
         </titleStmt>
         <publicationStmt>
            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
            <availability>
               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
            </availability>
         </publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc>
               <msIdentifier>
                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band17_1973-07-16</idno>
               </msIdentifier>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc>
         <creation>
            <date when="1973-07-16">Montag, 16. Juli 1973</date>
         </creation>
      </profileDesc>
      <revisionDesc>
         <change type="creation" when="2016-09-13">exported as basic TEI from corrected tesseract output.</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">cleaned automatic tesseract-export by cleanExport.xsl script</change>
         <change type="update" when="2020-06-25" who="acdh:ds">moved first pb element out of attachment divs by cleanExport-patch2.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-11" who="acdh:ds">find and note personalAgenda as a subtype cleanExport-patch.xsl</change>
         <change type="update" when="2016-08-19" who="acdh:ds">whitespace in paragraphs, lb and pb fixes by cleanExport-patch3.xsl</change>
      </revisionDesc>
   </teiHeader>
   <text xml:base="http://192.168.0.9/staribacher/src/scans/Band17/">
      <body>
         <pb n="17-0852" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-07-16_0852.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_01">Montag, 16. Juli 1973</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_02">Das Journalistenfrühstück war ausgesprochen schlecht besucht, da<lb/>
entweder sich doch schon der Urlaub bemerkbar macht oder eventuell<lb/>
eine Pressekonferenz der ÖIAG um 11 Uhr viele Journalisten abhielt,<lb/>
zum Pressefrühstück zu kommen. Die Überlegungen, dass also während<lb/>
der Urlaubszeit die Zeitungen jede Meldung gerne bringen, kann stimmen,<lb/>
zu Pressefrühstücken, ob die Leute kommen, wird sich erst im Laufe der<lb/>
nächsten Wochen zeigen. Das Pressefrühstück am 6. August, das nächste,<lb/>
das wir veranstalten, nachdem ich jetzt 3 Wochen nicht hier bin, soll<lb/>
womöglich dazu benützt werden, um Prof. <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs> vom Wirtschaftsforschungs<lb break="no"/>institut die Möglichkeit zu geben, seine Ergebnisse über die Motivation,<lb/>
warum ausländische Unternehmungen in Österreich Firmen errichten oder<lb/>
Firmen aufkaufen, zu präsentieren. Dies ist ein zugkräftiges Thema und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> wollte, dass am 9. August <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs> dies in einem kleineren Kreis<lb/>
auch mit Journalisten bei uns im Haus eine diesbezügliche Besprechung<lb/>
abgehalten werden soll. Bei dieser Gelegenheit könnte man gleich die<lb/>
Ergebnisse der Arbeiterkammer-Erhebung – die erste zeigte eine Über<lb break="no"/>wiegen der amerikanischen Unternehmen, die zweite ein Überwiegen der<lb/>
deutschen Unternehmungen – und die ERgebnisse der Erhebung der OeNB,<lb/>
die bekanntlich die Schweizer ausländischen Unternehmungen in Österreich<lb/>
an die Spitze brachte, mitpräsentieren können. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> ersucht,<lb/>
er soll die diesbezüglichen Vorbereitungen treffen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: UND <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Alle Vorbereitungen dahingehend treffen,<lb/>
weil dieses Thema muss während der Sommerferien, wenn es ins<lb/>
besondere von <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs> präsentiert wird, gross einschlagen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_04">Die Aufarbeitung der Von-Bis-Preise von der letzten Erhebung Mai 1973 übe<lb/>
die Elektroartikel war für eine Pressekonferenz unzulänglich. Im Waschzet<lb break="no"/>tel stand nichts anderes drinnen, als dass neue Typen jetzt erhoben wur<lb break="no"/>den und deshalb ein Preisvergleich nicht möglich ist. Bei der letzten<lb/>
Von-Bis-Preiserhebung, die wir den Journalisten zur VErfügung stellten,<lb/>
waren noch einige Punkte aus der Erhebung herauskristallisiert und im<lb/>
WAschzettel festgehalten. Ich glaube, dass man zumindestens so vorgehen<lb/>
muss. Ich habe deshalb die Erhebung, wenn sie nicht aufgearbeitet ist,<lb/>
ein reiner Zahlenfriedhof bleibt. <rs type="person" ref="#per__111699">Puffler</rs> wird und muss versuchen, im<lb/>
Laufe der nächsten Tage ein zweckmässigeres Material aus dieser Erhebung<lb/>
herausarbeiten zu lassen und sie dann üer den Pressedienst eben der<lb/>
Presse zur VErfügung zu stellen. Prinzip muss sein, dass im Laufe der<lb/>
Woche das Material so weit aufgearbeitet und vorbereitet ist, dass<lb/>
man es mit ruhigem GEwissen am Montag der Presse geben kann. Dazu<lb/>
muss man wahrscheinlich bei den meisten Themen, die im Laufe der Woche<lb/>
<pb n="17-0853" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-07-16_0853.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ja schon bekannt werden, das Material zeitgerecht von den Abteilungen<lb/>
anfordern und bearbeiten lassen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_05">ANMERKUNG: Das Pressefrühstück darf keine Hofberichterstattung vom<lb/>
Handelsministerium werden, es muss sich auf aktuelle Themen<lb/>
beziehen und aufbereitetes Material immerzur VERfügung stellen.<lb/>
Bitte, diesen Grundsatz beachten !</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_06">Dr. <rs type="person" ref="#per__112014">Ehrbacher</rs> von der Verbundgesellschaft hat <rs type="person" ref="#per__97526">Hautzenberg</rs> von der ÖDK<lb/>
wissen lassen, dass er bezüglich der jugoslwischen Kohlenimporte bei<lb/>
Besprechungen mit mir zurückhaltend sein sollte. <rs type="person" ref="#per__97526">Hautzenberg</rs> hat mir<lb/>
indirekt diesbezüglich erklärt, dass ich mich eben mit der Verbund ins<lb/>
Einvernehmen setzen sollte. Dies habe ich sofort getan und <rs type="person" ref="#per__112014">Ehrbacher</rs><lb/>
ist persönlich gekommen. <rs type="person" ref="#per__112014">Ehrbacher</rs> sagt mit Recht, dass wir gegen Ende<lb/>
der Siebzigerjahre in eine Kohlenüberschuss-Situation ungeahnten Ausmasse<lb/>
kommen werden, weshalb er zur äussersten Vorsicht drängt. Nebenbei be<lb break="no"/>mekrt hat mir imponiert, dass <rs type="person" ref="#per__112014">Ehrbacher</rs> versucht mit Recht die ganze<lb/>
Konzeption in die Hand zu bekommen, und deshalb niemanden auf eigene<lb/>
Faust eine Kohlenimportpolitik wie z.B. der ÖDK betreiben lässt. Da<lb/>
St. Andrä I als Reservekraftwerk mit ca. 70 MW in kürzester ZEit<lb/>
isnbesondere bei INkraftsetzendes Atomkraftwerkes dringend braucht,<lb/>
kann es nicht durch Verstromung durch jug. Kohle belegt sein. Schon<lb/>
jetzt müssen die Optionsmengen, welche die ÖDK seinerzeit mit den Jugosla<lb break="no"/>wen vereinbart hat, storniert werden. Dies trifft eine Menge von 370.000<lb/>
Tonnen 1974. Ich einige mich mit <rs type="person" ref="#per__112014">Ehrbacher</rs>, dass wir den Jugoslawen dann<lb/>
die Möglichkeit der Verstromung ihrer Kohle in St. Andrä anbieten, wenn<lb/>
sie bereit sind, bei Ausfall des Kernkraftwerkes auf die 70 mW zu ver<lb break="no"/>zichten. In diesem Fall würde sogar noch eine günstigere Situation<lb/>
für Österreich entstehen, weil 8 Stunden Anheizzeit nicht vergehen<lb/>
müssten, bis Andrä mit seinen 70 MW sofort einsatzbereit wäre. Der<lb/>
Strom aus St. Andrä I würde wegen des schlechten Wirkungsgrades sehr<lb/>
teuer zu stehen kommen. Ob die Jugoslawen hier überhaupt Interesse<lb/>
haben, wird sich erst zeigen. Sicherlich sollten sie vor allem ihre<lb/>
jug. Kohle nach Österreich weiter verkaufen, für die es aber auf lange<lb/>
Sicht keine Möglichkeit geben wird und gibt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_07">Die Verhandlungen mit den Polen über 300 MW Stromlieferung liegen der<lb break="no"/>zeit bei einem Anbot Polens und 7.000 Betriebsstunden mit ca. 29 Gr.<lb/>
Da dieser Strom, wenh eine ensprechende Preissicherung eingebaut ist,<lb/>
angeblich noch immer tiefer liegt als die zuerwartenden Strompreise<lb/>
auf dem Kernkraftwerk II wird auf dieser BAsis weiter verhandelt,<lb/>
wobei allerdings 7.000 Stunden nicht in Frage kommen, sondern die<lb/>
Verbund maximal 4.000 kaufen möchte. Bei dieser Gelegenheit besprach<lb/>
<pb n="17-0854" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-07-16_0854.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ich auch die Besetzung des Kernkraftwerkes II. <rs type="person" ref="#per__112014">Ehrbacher</rs> hat mir sofort<lb/>
mitgeteilt, dass <rs type="person" ref="#per__140241">Perl</rs> dafür überhaupt nicht in Frage kommt, genauso<lb/>
wenig <rs type="person" ref="#per__97905">Schatzmayr</rs> von der Kelag. Er plädiert interessanterweise<lb/>
für denselben Mann, dne auch Präsident <rs type="person" ref="#per__98069">Werner</rs> von der ÖDK empfohlen<lb/>
hat. Den Vorschlag <rs type="person" ref="#per__114091"><choice><choice><sic>Meinhart</sic><corr>Gmeinhart</corr></choice></choice></rs> <add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add>, den <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> gemacht hat, wird er<lb/>
neuerdings sich überlegen. <rs type="person" ref="#per__112014">Ehrbacher</rs> teilt mit mir die Auffassung,<lb/>
dass der beste Mann sowohl von der SPÖ-Seite als wenn ich mich dafür<lb/>
einsetze womöglich auch von der ÖVP auf diesen Posten berufen werden<lb/>
sollte. Die Kernkraftwerke werden in HInkunft die einzigen Gross<lb break="no"/>kraftwerke sein, die gebaut und die Vorgangsweise <rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayers</rs>,<lb/>
der einen schwachen Mann hinschickte, damit er die Fäden ziehen<lb/>
kann, wird von <rs type="person" ref="#per__112014">Ehrbacher</rs> so wie von mir auf das entschiedenste<lb/>
abgelehnt. Wie überhaupt jeman in der Verbund oder sonst wo<lb/>
aufdie Idee kommen kann, mir zu empfehlen, mir einen Mann, der sich<lb/>
in der Gewerkschaft und in der Partei vielleicht hundertprozentig bewäh<lb/>
hat, der aber überhaupt nicht die Fähigkeiten besitzt, ein solches<lb/>
Kraftwerk zu bauen und zu führen, vorschlagen, ist mir ein Rätsel.<lb/>
Zum Glück bin ich bis jetzt mit allen Personen, die <rs type="person" ref="#per__140241">Perl</rs> gekannt haben,<lb/>
auf den entschiedensten Widerstand bei diesem Vorschlag gestossen.<lb/>
Der beste Mann von uns ist für diese Arbeit gerade gut genug.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_08">Das Gespräch mit <rs type="person" ref="#per__98012">Thaler</rs>, <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs>, <rs type="person" ref="#per__140293">Maschke</rs>, <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> über die München<lb/>
Konferenz war für mich ernüchternd. <rs type="person" ref="#per__97688">Leberl</rs> und <rs type="person" ref="#per__140293">Maschke</rs> waren jetzt<lb/>
in Paris und in München und haben dort nicht eine so grosse Ableh<lb break="no"/>nung vorgefunden wie beim IIP in Den Haag und schon haben wir alle<lb/>
und insbesondere die Verhandler in München ein klein wenig hoffnung.<lb/>
Im Wirklicheit liegt das Österr. Patentamt dank seiner jahrhundertlange<lb/>
Tradition, es kann eine eigenständige Rolle spielen, total daneben.<lb/>
Die Entwicklugn geht über Österreich hinweg. Leider habe ich das viel<lb/>
zu spät erkannt und auch gehofft, dass wir mit der INPADOC eine ge<lb break="no"/>wisse zusätzliche ARbeit auch für das Österr. Patentamt nach Öster<lb break="no"/>reich holen können, um diese Institution zu erhalten. Dies war eine<lb/>
Fehlentscheidung von mir, die sich jetzt verheerend auswirkt. Bei<lb/>
einer Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs>, <rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs>, <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> und mir<lb/>
hat <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> mit Recht gesagt, es war unsere Absicht, unser Drängen,<lb/>
die INPADOC so schnell wie möglich zu errichtne und natrülich auch unse<lb/>
re Verantwortung bezüglich Besetzung des Leitungspostens, nämlich des<lb/>
Geschäftsführers mit <rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs>. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> verlangt vom Geschäftsführer,<lb/>
dass er zum Rechten sieht und wenn daher, wie <rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs> nachweisen<lb/>
kann, Dipl.Ing. <rs type="person" ref="#per__134167">Werner</rs> seine Dienstverpflichtungen daherund verletzt,<lb/>
<pb n="17-0855" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-07-16_0855.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dann muss der Geschäftsführer Konsequenzen daraus ziehen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte prüfe und kläre, ob <rs type="person" ref="#per__133082">Aurachers</rs> BEhauptungen<lb/>
stimmen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_10">Die Hauptschiwerigkeit ist, dass wir überhaupt neimanden in Wirklichekit<lb/>
für den Geschäftsführerposten, resp. für die kommerzielle Abwicklung<lb/>
des gesamten INPADOC-Geschäfts zur VErfügung haben. Hier wurden wir<lb/>
vom Patentamt seinerzeit in der Absicht damit auch Beamten eine weitere<lb/>
VErwendungsmöglichkeit zu eben, in ein Abenteuer gestürzt, ich habe dieses<lb/>
Problem nicht rihctig und zeitgerecht erkannt und nun müssen wir irgendeinen<lb/>
Ausweg aus diesem Dilemma finden. Die Überlegung, dass <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> als Ver<lb break="no"/>treter des Eigentümers die ausschliessliche Verantwortung trägt, gibt weder<lb/>
mir noch wahrscheinlich <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> eine gewiswe Beruhigung. <rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs> erzählte,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs>, der für uns auch im Finanzministerium zuständige Budgetist,<lb/>
ohne dass er <rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs> gekannt hat, in seiner Anwesenheit seinerzeit sagte,<lb/>
dass eben sein Sohn alle diese Probleme im Finanzministerium regelt. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
erklärt, dass die Angelegenheit INPADOC deshalb niemals von <rs type="person" ref="#per__114476">Auracher Junior</rs><lb/>
bearbeitet oder ihm referiert werden soll, sondern darüf ausschliesslich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs> zuständig ist. Betreffend die Prüfung der INPADOC durch Consultia<lb/>
wird <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> auf einen diesbezäglichen Hinweis <rs type="person" ref="#per__97469">Geharts</rs> sofort veranlassen,<lb/>
dass die Beratungstätigkeit und Prüfungstätigkeit eingestellt wird. Da<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ablehnt, sich in die Gestion der Gesellschaft auch nur im ent<lb break="no"/>ferntesten einzumischen, obliegt es mir, nun vor der nächsten Aufsichts<lb break="no"/>ratssitzung am 9. Juli eine interministerielle Besprechung über die<lb/>
Vorgangsweise der Geschäftsführung vorzunehmen. <rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs> hat bei dieser Aus<lb break="no"/>sprache – soferne es sich um Probleme seiner Person handelt, wie z.B.<lb/>
Nebenbeschäftigungen, die vom Aufsichtsrat niemals genehmigt wurden und<lb/>
wahrscheinlich auch vom Eigentümer-Vertreter Finanzminister im Detail<lb/>
ebenfalls nicht, dies als eine Nebensächlichkeit hingestellt. Das ge<lb break="no"/>spannte Verhältnis zwischen Inpadoc ud Wipo, das <rs type="person" ref="#per__137669">Bogsch</rs> auch im Schrieben<lb/>
an den Finanzminister festgehalten hat, betrachtet er nur als eine vorüber<lb break="no"/>gehende Erscheinung, das eigentlich gar nicht in einem solchen Ausmass<lb/>
vorhanden ist wie <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> und auch ich dies sehen. Die Frage, ob sich überhau<lb/>
die Arbeit von Inpadoc verkaufen kann, was <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> bezweifelt, stellt<lb/>
sich für <rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs> scheinbar gar nicht. Das Ganze ist ein furchtbares Dilemma<lb/>
in dem wir uns befinden und ich weiss eigentlich nicht, wie wir da heraus<lb break="no"/>kommen. <rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs> z.B. hat mir erklärt, dass er mit dem Patentamt im Prin<lb break="no"/>zip einig ist über die Übernahme des Kopier- und Mikrofilmdienstes durch<lb/>
die Inpadoc, <rs type="person" ref="#per__98012">Thaler</rs> wieder erklärt mir bei seiner Vorsprache, dass er einen<lb/>
Vertragsentwurf jetzt bekommen hat, wo sich das Patentamt vollkommen in<lb/>
die Hand der Inpadoc begeben würde, was er als Präsident unter gar keinen<lb/>
<pb n="17-0856" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-07-16_0856.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Umständen veranworten könnte. An Stelle der versprochenen Einigung<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs> in Aussicht gestellt hat, also diametral gegensätzliche<lb/>
Auffassungen über nur ein Problem ziwschen Patentamt und Inpadoc.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meint, dann müsste ich mir beide kommen lassen und ihnen ent<lb break="no"/>sprechende Aufträge geben, dass sie zu einer Einigung kommen müssen.<lb/>
Da wir aus diesem Dilemma keinen Ausweg wissen, weder <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> noch ich,<lb/>
ist es natürlich ungeheuer schwierig, hier eine Entscheidung zu<lb/>
treffen. Ich wedre deshalb eine diesbezügliche Entscheidung erst dann<lb/>
fällen, wenn ich für die Zukunft der Inpadoc oder für die Zusammenarbeit<lb/>
zwischen Patentamt und Inpadoc klarer sehe. Wenn ich enmal eine dies<lb break="no"/>bezügliche Weisung gebe, dann bin ich in dem Strudel der Entwicklung<lb/>
drinnen und stehe nicht mehr ausserhalb, wie dies derzeit noch zu meinem<lb/>
Glück der Fall ist.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Da ich nicht bei der ganzen Sitzung anwesend sein<lb/>
konnte, bitte einen Aktenvermerk über Deine<lb/>
Besprechung unter vier Augen mit <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> und über<lb/>
den weiteren Verlauf der Sitzung für mich anferti<lb break="no"/>gen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_12">In der Kündigung im GATT wegen der Ausgleichabgaben für 5 Positionen<lb/>
welche die Arbeiterkammer un-d der Gewerkschaftsbund vorerst ablehnte,<lb/>
überhaupt in Verhandlungen erst einzutreten, gibt sich vielleicht die<lb/>
Möglichkeit einer Lösung. Richtig ist, dass die Handelskammer angenommen<lb/>
hat und die Landwirtschaft bestätigt das, dass wenn die Arbeiter<lb break="no"/>kammer seinerzeit zugestimmt hat, dass anstelle von Zöllen Ausgleichs<lb break="no"/>abgaben für gewisse Produkte erhoben werdn, dann auch durch Kündigung<lb/>
der GATT-Sätze diese Ausgleichsabgabenregelung zum TRagen kommen muss<lb/>
und sollte. <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> dagegen steht auf dem STandpunkt, dass man sich<lb/>
seinerzeit nur über die Teigwaren ggeinigt hat und deshalb alle an<lb break="no"/>deen Vorschläge von der AK abgelehnt werden. Der ÖGB, <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs>, hat sich<lb/>
dieser Meinung natürlich freudestrahlend angeschlossen. Für Kinder<lb break="no"/>nährmittel, Cornflakes und Fruchtpasten könnte vielleicht jetzt eine<lb/>
Lösung gefunden werden, nachdem die Handelskammer sich bereit erklärt hat<lb/>
auf Marmelade, Konfitüren usw., die ganz entschieden von der AK abge<lb break="no"/>lehnt werden zu verzichten, wenn gleichzetigi für die Ersatzmischung<lb/>
21 07 Umgehungsmöglichkeiten ausgeschaltet werden. <rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> konnte<lb/>
von der Handelskammer durch kein einziges BEispiel davon überzeugt<lb/>
werden, dass diese Position aufnimmt. Da derzeit im Rahmen des GATT<lb/>
der gesamt EG-Vertrag zur Verhandlung steht, können Kündigungen erst<lb/>
zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt nach Genehmigung des EG-Vertrages<lb/>
durch GATT in Angriff genommen werden. Dadurch habne wir noch Zeit<lb/>
<pb n="17-0857" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-07-16_0857.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>bis in den Herbst hinein. Die Handelskammer fühlt sich durch die Vor<lb break="no"/>gangsweise von <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> hineingelegt. <rs type="person" ref="#per__117893">Krywult</rs> hat seinerzeit versprochen<lb/>
und auch bei der jetzigen Sitzung ist es durchgeklungen, dass die AK<lb/>
mit sich reden lässt, wenn Positionen zur Kündigung anstehen und die Be<lb break="no"/>rechnung ergeben, dass tatsächlich eine solche Notwendigkeit sich ergibt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> möchte nun bei dieser GElegenheit weitere Zugeständnisse von der<lb/>
Handelskammer. Diese allerdings steht auf dem STandpunkt, dass sie bereits<lb/>
seinerzeit die festen TEilbeträge unter die EG-Sätze gelegt aht.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98075">Willenpart</rs> sagt mit Recht, dass in ein paar Jahren die festen TEilbeträge,<lb/>
um die wir streiten, sowieso hinfällig sind, weil sie im Züge der Zoll<lb break="no"/>senkungen automatisch abgebaut und auf Null 1978 festgelegt sein werden.<lb/>
Momentan eine ausweglose Situaiton, die sihc hoffentlich bis in den<lb/>
Herbst einigermassen klärt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_13">Bei der Regierungsbesprechung hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> darauf hingewiesen, dass <rs type="person" ref="#per__97461">Früh<lb break="no"/>bauer</rs> jetzt im Herbst nach Kärnten geht und er bezüglich des Nachfolgers<lb/>
erst in den Parteigremien Beschlüsse herbeiführen möchte und deshalb keine<lb/>
Namen auch nur in Erwägung zieht. In der Öffentlichkeit oder auch nur uns<lb/>
zu nennen. Im Parteirat am 18. u. 19. September soll ein Referat für die<lb/>
verkehrspolitische Konzeption erst dann bestellt werden, bis Anfang Septem<lb break="no"/>ber die Parteigremien insbesondere das Präsidium entschieden hat. Eine<lb/>
andere Änderung der Regierung möchte er nicht vornhmen, hatte er schon<lb/>
in der Öffentlichkeit erklärt und wird es auch weitertun.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_14">Die Parteienverhandlungen mit der ÖVP gehen von Seite der ÖVP immer von<lb/>
der Überlegung aus, es müsste eine Einigung erreicht werdne. Dies sei<lb/>
aber nur in der Koalition notwendig gewesen. Er selbst verhandle des<lb break="no"/>halb nur unter dem GEsichtspunkt eben gegebenenfalls Übereinstimmungen<lb/>
festzustellen. wenn dies nicht der Fall sit, dann wir-d eben im Herbst<lb/>
die entsprechende Entscheidung fallen. Dies gilt insbesondere für den<lb/>
ORF. Hier hat er der VP nur versprochen, den Kommissionsbericht zu über<lb break="no"/>mitteln, dies ist in der Zwischenzeit geschehen und auch die Zeitungen<lb/>
haben ihn bekommen. Das UNIDO-Problem sei ungeheuer schwerwiegend, denn<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109961">Staberl</rs> hat in seinem Artikel bereits gegen die ungeheuren Ausgaben polemi<lb break="no"/>siert, obwohl das Schicksal der Gemeinde Wien, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sich ausdrückt<lb/>
von der Ämterhauptstadt zu einer wirklich internationalen Hauptstadt<lb/>
davon abhängt. wenn Wien eine Grosstadt bleiben will und eine Welt<lb break="no"/>stadt, dann muss sie neue Funktionen bekommen. München übt derzeit<lb/>
einen ungeheuren Sog jetzt schon bis Linz aus, von Salzburg, Tirol<lb/>
und Vorarlberg ganz zuschweigen und Wien könnte neben Paris und Genf<lb/>
als internationales Zentrum auch als neutralitätspolitischen Gründen<lb/>
<pb n="17-0858" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-07-16_0858.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>nur dann existieren, wenn tatsächlich hier etwas für die internationalen<lb/>
Behörden geschieht. Obwohl für die Umweltfragen das Sekretariat vorübergehe<lb/>
für die Vorbereitungskonferenz in Nairobi etabliert wurde, glaubt<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, dass auch hier die Möglichekti besteht, es nach Wien<lb/>
zu bekommen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_15">Im Sommer in den Ferien könnte die Regierung verhältnismässig gute Propaganda<lb/>
durch die Zeitungen bekommen, wenn sie ihre Konzeption für den Herbst<lb/>
bereits jetzt vereinzelt placiert.Die FPÖ will wieder eine Zeitung in der<lb/>
Zeitung im Frühherbst starten. Die einzelnen Minister sollen aber bereits<lb/>
jetzt ihre Aktivitäten z.B. wir im Handelsministerium die Gewerbeordnungs<lb break="no"/>ergebnisse lancieren. Der Unterrichtsminister soll die Schulbuch-Aktion<lb/>
unter dem Titel : Diesmal besser, starten. Das Assanierungsgesetz des<lb/>
Bautenministers müsste aktiviert werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fragte nach der Unterschrif<lb break="no"/>tenanzahl, erfuhr 42.000, war darüber sehr enttäuscht, <rs type="person" ref="#per__97727">Marsch</rs> erklärte aller<lb break="no"/>dings, es werdne in KÜrze 200.000 Unterschriften bei <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> vorliegen,<lb/>
was ihn wieder sehr befriedigte. Für opinion leader oder überhaupt für<lb/>
Leute, die sich für Speuialinformaitonen interessieren, soll die SPÖ<lb/>
all dieses Material zur VErfügung stellen, dabei gleichzeitig eine Kartei<lb/>
anlegen und damit Meinungsbildner in Österreich karteimässig erfassen.<lb/>
Im Herbst muss auch eine neue Preiskampagne starten, Österreich ist<lb/>
keine Insel, womit klargestellt ist, dass wenn wir uns in der Preis<lb break="no"/>entwicklung im europäischen Durchschnitt bewegen, nach <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> Auf<lb break="no"/>fassung auch die Öffentlichkeit und die breite Masse dafür Verständis haben<lb/>
wird. Ein wirkliches Problem sind die Grundstücksmakler. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> möchte,<lb/>
dass man ähnlich wie die deutschen Genossen in der BRD dieses Problem<lb/>
angeht. Innerhalb der Gewerbeordnung erklärte ich, bestehen nur be<lb break="no"/>schränkte Möglichkeiten, nämlich Höchstsätze festzulegen und einen Verhal<lb break="no"/>tenskodex der Gewerbebetriebe zu statuieren. Da dies nach Auffassung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreis<lb break="no"/>kys</rs> vollkommen unbefriedigend ist, wurde <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> ersucht, eine Arbeitsgruppe<lb/>
bestehend aus <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs>, <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs>, <rs type="person" ref="#per__97985">Staribacher</rs> zu gründen, damit dieses<lb/>
Problem allumfassender gelöst wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_16">Die Schwerpunkte im Herbst sollen aber die Kindergärten werden. Staatsse<lb break="no"/>kretär <rs type="person" ref="#per__97614">Karl</rs> berichtete, dass 237.000 Kinder nach ihren Berehcnungen keinen<lb/>
Kindergartenplatz haben. Wenn man 40 – 45.000 S pro Kindergartenplatz an<lb break="no"/>nimmt, würde dies eine Summe von 9 – 11 Milliarden S ausmachen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
meinte, so könne man das Problem nicht angehen, da wären bei allen Pro<lb break="no"/>blemen sofort Irrsinnsziffern zustandgekommen ud wir hätten uns überhaupt<lb/>
nichts getraut in Angriff zu nehmen. Man wir versuchen, dies aus dem<lb/>
<pb n="17-0859" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-07-16_0859.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Familienlastenfonds so wie die Erhöhung der Geburtenbeihilfen von<lb/>
2 auf 4.000 S, was 230 bis 250 Mill. S kostet, zu finanzieren. Da – wie<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97614">Karl</rs> erklärte – die Steuerabsetzbeträge von einem Dirttel der Einkin<lb break="no"/>derfamilien und zu einem weiteren Drittel der Zwei- und Mehrkinder<lb break="no"/>familien nicht in Anspruch genommen werden, amn auch überlegungen anstel<lb break="no"/>len sollte, wie weit die steuerliche Entlastung der Familienerhalter<lb/>
überhaupt zweckmässig ist und nicht in Form von Zuschüssen und Beihilfen<lb/>
gelöst werden könnte. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wird sich diesbezügliche Überlegungen<lb/>
anstellen. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Spitalsplan von <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs>,<lb/>
Die verlangt eine Milliarde Schilling pro Jahr, 500 Mill. davon vom<lb/>
Bund. Die Länder, aber auch die sozialistischen Vertreter verlangen<lb/>
aber , wie <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> richtig bemerkte , die Erhöhung der Abgangsdeckung.<lb/>
Derzeit zahlt der Bund nur 18,75 %, die Kosten für die Wiener Spitäler<lb/>
sind 800 S pro Bett, 240.- zahlt die Krankenkasse nd selbst in der<lb/>
Tarifklasse werden nur 440.- S pro Tag verrechnet. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> möhcte nun<lb/>
eine BErechnung der tatsächlichen Investitionsnotwendigkeiten haben,<lb/>
sinbesondere auch dann eine Formulierung, wie im Herbst die Erhebung<lb/>
was darf uns die Gesundheit kosten, durch die zwei Meinungsforschungsin<lb break="no"/>stitute so schnell wie möglich. <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> wird mit <rs type="person" ref="#per__116106">Mauhart</rs> und <rs type="person" ref="#per__148981">Peter</rs><lb/>
vom Finanzministerium und <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs> die entsprechenden FRagen ud Formu<lb break="no"/>lierungn im einzelnen besprechen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_17">Dann begann die übliche Postsitzung. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wollte wissen, wer für<lb/>
Rauris jetzt verantwortlich sei. Bezüglich der Seilbahnen und Fremden<lb break="no"/>verkehrseinrichtungen erklärte ich, dass ich zuständig bin, und als<lb/>
solcher auch die VErantwortung übernehme, nicht aber für die Schaf<lb break="no"/>problemation. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meinte, dass ein Architekt, er hat hier den<lb/>
NAmen nicht genannt, durch die Frage, dass er den Schlachthof bauen<lb/>
will, nur eine Entscheidung hianusgezögert wurde. <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> erklörte,<lb/>
dass vorerst die Frage des Schlachthofstandortes klar sein muss, bevor<lb/>
seine Leute entsprechnede Mittel dann bereitstellen könnten. <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs><lb/>
erklärte, dass er aus der Arbeitsmarktförderung Mittel für die Er<lb break="no"/>richtung dieses Schlachthofes bereitstellen könnte. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> beauf<lb break="no"/>tragte <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs>, für ihn die Koordinierung in der Schaf-Frage für Rauris<lb/>
und den ganzen Pinzgau durchzuführen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Salzburger müssten jetzt nicht nur an <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
einen Brief schreiben, wo sie sich beschweren<lb/>
dass nichts weitergeht, sondern wirklich jetzt<lb/>
ganz konkrete Entscheidungen von ihm verlangen,<lb/>
resp. in HInkunft von <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs>, der die Koordinierung<lb/>
durchzuführen hat.</p><pb n="17-0860" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-07-16_0860.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_19"><rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> berichtete, dass<lb/>
um den Rinderabsatz nach Italien sicherzustellen, er bereit wäre,<lb/>
2.- S Stützung für 4.000 Rinder aus zweckgebundenen Einnahmen von<lb/>
Eier- und Geflügelabgaben, wo er 6 Mill. S zur VErfügung stellen könnte<lb/>
für die Kärntner Landwirtschaft frei zu machen. Die Einstellrinder zur<lb/>
Aufzucht haben 450 kg betragen und 23.- S pro kg. gekostet. Jetzt<lb/>
wiegen sie 700 – 800 kg, es sind schwere Mastrinder und in Italien<lb/>
erlösen sie nur 18.- S. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärte, dass seinerzeit vo <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs><lb/>
aber auch von der Regierung erklärt wurde, den Bauern sie sollten<lb/>
sich von der Milch- auf die Fleischproduktion umstellen, Nun<lb/>
bekommen sie aber für ihr Produkt einen geringeren Erlös und er<lb/>
war daher sehr einverstanden, dass diese Stützungsaktion gestartet<lb/>
wird. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hatte insoferne BEdenken, als er meinte, wie oft<lb/>
noch dieses GEld aus Abschöpfungen ausgegeben wird. <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> aht dann<lb/>
auch anschliessend mitgeteilt, dass er die Fleischpreise, soweit<lb/>
sie preisgeregelt sind, jetzt in dem Ausmass als der ÖGB und die AK<lb/>
zustimmen, sobald als möglich erhöhen möchte. <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hätte ihm sogar<lb/>
gesagt, dies soll so schnell als möglich sen, denn es werden weitere<lb/>
Viehpreissteigerungen erwartet und es besteht die Gefahr, dass dann<lb/>
neuerdings auf Grund der Kalkulation die <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> von den Fleischhauern<lb/>
bekomen hat, eine weitere Preissteigerung und Preisantrag zu erwarten<lb/>
ist. Auch hier stellt-e sich heraus,dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> natürlich mit dieser<lb/>
Mitteilung nichts anzufangen wusste und deshalb zwar niemals der For<lb break="no"/>derung konkret zustimmte, aber natürlich auch nichts dagegen sagte.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_20">Ein interessanter PUnkt war, dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> jetzt die Auslandsabrechnung<lb/>
von der Polenreise bekommen aht. Er meinte zu <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, ermü-se ihm<lb/>
natürlich jetzt insbesondere auch wegen <rs type="person" ref="#per__97652">Kossygin</rs>-Besuch eine höehre<lb/>
Budgetpost für Repräsentation und Reisen geben. Insbsondere war er<lb/>
übe die Geschenke und deren Kosten erschüttert. Er schlug deshalb<lb/>
vor, wir sollten in der ncähsten Zeit beschliessen, dass wir keienrlei<lb/>
Geschenke mehr geben und vor allem die Gegenessen bei den Besuchen<lb/>
unterbliebem, weil ja letzten Endes sowieso der betreffende Minister<lb/>
meistens nach Österreich eingeladen wird. Da ergibt sich dann die<lb/>
Revanche und es sie daher sinnlos Gegenessen und Geschenke auszu<lb break="no"/>tauschen. Er machtenoch die Bemerkung dass ein ganzes Zimmer voll<lb/>
jetzt von Geschenken, die er aus Polen resp. von der SU bekommen hat<lb/>
besitzt, er hat bereits vor längerer Zeit einen Teil dieser Geschenke<lb/>
irgendwelchen öffentlichen Stellen übermittelt. <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> machte<lb/>
einen Vorschlag, man sollte eventuell Tombolas damit veranstalten.<lb/>
Ich erklärte sofort, dass ich vor längerer Zeit schon dieses<lb/>
<pb n="17-0861" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-07-16_0861.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>system schon engeführt habe und dass Geschenke bei uns überhaupt nichts<lb/>
mehr ksoten. Ich sagte allerdings nicht, wo wir die Geschenke herbe<lb break="no"/>kommen und welche Geschenke es sind. An und für sich kannes mir aller<lb break="no"/>dings nur recht sein, dass ein solcher Beschluss des Protokolls gefasst<lb/>
wird, er müsste ja letzten Endes in der Wiener Zeitung zumindestens er<lb break="no"/>scheinen, da wir dadurch auch aus einem Dilemma, wen wir z.B. wenn er<lb/>
bereits unsere Stiche von der ÖNB bekommen und wir ihm eine solche<lb/>
Stichsammlung nicht mehr geben können, womit wir ihn dann beschenken<lb/>
könnten. Eine generelle Lösung käme daher auch mir sehr gelegen.<lb/>
Auch der Entfall der Gegenessen wäre von unserer budgetären Seite kaum<lb/>
mehr eine Entlastung, weil wir diese Essen ja bereits der Handelskammer<lb/>
verrechnen. Diese Praktiken habe ich dort natürlich überhaupt nicht<lb/>
erwähnt. Ich bin sehr gespannt, ob das Protokoll im BKA solche generellen<lb/>
Beschlüsse vorbeeiten wird. Die Bemerkung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs>, dass wir keine<lb/>
orientalischen Despotaten sind, die ins Ausland reisen, Geschenke mitbrin<lb break="no"/>gen, Festmähler veranstalten, ist zwar ein schlechter Vergleich, aber<lb/>
im Prinzip hat er recht.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_21">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte versuche zu ergründen, wie dieser Vorschlag<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> im Kabinett und insbsondere von der Büro<lb break="no"/>kratie aufgenommen wird und wie sie ihn dann weiter<lb/>
verfolgen wird, ohne dass wir natürlich unsere Prak<lb break="no"/>tiken mitteilnen. Diese werden wir erst, wenn wir<lb/>
einmal attackiert werden, ausspielen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band17_1973-07-16_22"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte zum Schluss, dass wir am 4. und 5. September eine Herbst<lb break="no"/>klausur halten werdne, wo wir insbesondere auch schriftlich ganz kurz<lb/>
festhalten sollen, was die nächsten Aktivitäten der einzelnen Minister sein<lb/>
werdebn Seiner Meinung nach ist es ungewöhnlich, dass die Regierungspartei<lb/>
die ÖVP angreifen soll. TRotzdem meint er, dass jetzt der Zeitpunkt ge<lb break="no"/>kommen ist, wo man die ÖVP von allen Seiten attackieren müsste. Das Tief<lb/>
sei überwunden, wenn die Preise im Herbst nicht über den europäischen<lb/>
Durchscnitt liegen vielleicht sogar noch drunter, wird auch dieser letzte<lb/>
PUnkt für uns keine Schwäche mehr sein, die Parole: Nie mehr zurück zur ÖVP<lb/>
müsste bie der Bevölkerung ankommen, die ÖVP musste von uns als reaktionär<lb/>
hingestellt werden, daher : Kein ZUrück zur ÖVP, und eine Attackierende<lb/>
Regierungspartei und keine verteidigende Regierungspartei sei ein Novum<lb/>
und würde auch Früchtetragen. WÄhrend der Sitzung machte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
noch die Bemerkung, dass es <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> gelingen müsste und es für ihn ein<lb/>
Leichtes sei, unsere Linie im Handelsministerium propagandistisch<lb/>
so darzustellen, dass unsere Aktivitäten noch besser herausgestrichen<lb/>
werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dürfte also noch gar nicht wissen, dass <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> in der<lb/>
neuen Funktion als Geschäftsführer der VKI gar nicht mehr im Handels<lb break="no"/><pb n="17-0862" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-07-16_0862.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ministerium ist. Vielleicht allerdings vermutet er oder weiss es sogar,<lb/>
dass aber doch <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> nach wie vor für uns als Propagandist arbeitet und<lb/>
dass insbesondere die grosse Propagandalinie natürlich von <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> bestimmt<lb/>
wird. JHier habe ich aber mit <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> vereinbart, dass mir als Wichtigstes<lb/>
erscheint, dass wir für die Übernahme der Preiskompetenzen wir propa<lb break="no"/>gandistisch vorbereitet sein müssten und die Öffentlichkeit entsprechend<lb/>
vorbereitet haben müssen, wie wir auf diesen meinen Meinung nach entscheidend<lb/>
sten Sektor die nächsten Jahre überstehen können. Der Verkaufen unserer Lei<lb break="no"/>stung auf anderem GEbiet ist zweifelsohne nichtm zurleztt für das Image des<lb/>
Handelsministerium und auch meiner Person äusserst wichtig, doch ist dies<lb/>
sekundär. Die Hauptschwierigkeit, von der wir nicht enmal noch wissen<lb/>
wie wir sie lösen werden, ist nach wie vor in meinen Augen die Preisfrage.<lb/>
Da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> überzeugt ist, dass wir jetzt wieder auf dem Hoch vom Oktober<lb/>
1971 sind, bagatellisiert er die Preisfrage, ich glaube sogar, weil er sie<lb/>
irgendwie verdrängen will, weil er mit diesem Problem nicht fertig wird.<lb/>
Übrigens so wie wir alle. Aus diesemGrund war er auch sofort bereit, als<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs>, <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs>, <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs>, <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> darauf hinwiesen, dass jetzt im Herbst<lb/>
Bauten eingestellt werden müssen, sofort an <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> zu appellieren,<lb/>
die entsprechenden Bestimmungen zu lockern. <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> teilte mit, dass die<lb/>
15 %ige Bindung für Schulbauten längst aufgehoben ist und er eigentlich<lb/>
BÜG braucht, um die Bauten weiter fortführen zu können. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat<lb/>
zugestimmt, dass <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> jetzt die Daueraufträge weiter hinausgibt, auch dann<lb/>
wenn er keine budgetäre Deckung momentan besitzt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, was<lb/>
soll amn denn anders tun, wenn gebaut wird, muss dann der Finanzminister<lb/>
sowieos bezalen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fürchtet, und dies wahrsheinlich sogar mit REcht,<lb/>
dass wenn es zum Einstellen von Bauten kommt und damit natürlich auch<lb/>
wieder Kosten erwachsen müssen über die Baustelleneinrichtungen, ohne dass<lb/>
weiter gebaut wird, man das als Schildbürgerstreich bezeichnen wrd. Die Be<lb/>
gonnenen Stabilitätsbemühungen, die jetzt scön langsam zu greifen beginnen,<lb/>
werden deshalb so bald sie konkrete Auswirkungen zeigen natürlich in irgend<lb break="no"/>einer WEise sofort verwässert und dann wieder in weiterer Folge sogar ganz<lb/>
aufgehoben. Dies gilt bezüglich der <choice><choice><sic>Exprte</sic><corr>Exporte? Experten?</corr></choice></choice> wegen Erhöhung des Kreditrahmens<lb/>
bei der Kontrollbank und jetzt am Bautensektor.</p></div>
      <div type="back"><pb n="17_0851_01" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band17/17_1973-07-16_0851-01.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>
         <div type="attachment" subtype="cabinetAgenda">
            <head>Tagesprogramm, 16.7.1973</head>
            <gap reason="sampling"/>
         </div>
      </div></body>
      <back><listPerson><person xml:id="per__97461">
               <persName type="label">Frühbauer, Erwin</persName>
               <persName><surname>Frühbauer</surname><forename>Erwin</forename></persName>
               <occupation>Verkehrsminister, LH-Stv. Ktn.</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/12053536X</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__97985">
               <persName type="label">Staribacher, Josef</persName>
               <persName><surname>Staribacher</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation/>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/125942052</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__117893">
               <persName type="label">Krywult, Josef</persName>
               <persName><surname>Krywult</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>AK</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97356">
               <persName type="label">Blecha, Karl</persName>
               <persName><surname>Blecha</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation/>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/129507873</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__97469">
               <persName type="label">Gehart, Friedrich</persName>
               <persName><surname>Gehart</surname><forename>Friedrich</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__97755">
               <persName type="label">Moser, Josef</persName>
               <persName><surname>Moser</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Bautenminister</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97442">
               <persName type="label">Firnberg, Hertha</persName>
               <persName><surname>Firnberg</surname><forename>Hertha</forename></persName>
               <occupation>Wissenschaftsministerin</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/11869104X</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__114476">
               <persName type="label">Auracher, Michael</persName>
               <persName><surname>Auracher</surname><forename>Michael</forename></persName>
               <occupation>Beamter FM, GF IAKW</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97311">
               <persName type="label">Androsch, Hannes</persName>
               <persName><surname>Androsch</surname><forename>Hannes</forename></persName>
               <occupation>Finanzminister</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/118503049</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__97646">
               <persName type="label">Koppe, Fritz</persName>
               <persName><surname>Koppe</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__98069">
               <persName type="label">Werner, Erich</persName>
               <persName><surname>Werner</surname><forename>Erich</forename></persName>
               <occupation>ÖDK</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__113083">
               <persName type="label">Sinowatz, Fred</persName>
               <persName><surname>Sinowatz</surname><forename>Fred</forename></persName>
               <occupation>Unterrichtsminister</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97652">
               <persName type="label">Kosygin, Aleksej N.</persName>
               <persName><surname>Kosygin</surname><forename>Aleksej N.</forename></persName>
               <occupation/>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/118715194</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__133082">
               <persName type="label">Auracher, Otto</persName>
               <persName><surname>Auracher</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>erst AK, dann GF INPADOC</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97688">
               <persName type="label">Leberl, Otto</persName>
               <persName><surname>Leberl</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>Präs. Patentamt</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__110130">
               <persName type="label">Kaber, Walter</persName>
               <persName><surname>Kaber</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>Ministerialrat Finanzministerium</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97372">
               <persName type="label">Broda, Christian</persName>
               <persName><surname>Broda</surname><forename>Christian</forename></persName>
               <occupation>Justizminister</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97937">
               <persName type="label">Seidel, Hans</persName>
               <persName><surname>Seidel</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>Ökonom, ab 1981 Sts.</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__107938">
               <persName type="label">Leodolter, Ingrid</persName>
               <persName><surname>Leodolter</surname><forename>Ingrid</forename></persName>
               <occupation>Gesundheitsministerin</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97525">
               <persName type="label">Häuser, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Häuser</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Vizekanzler, Sozialminister</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97346">
               <persName type="label">Benya, Anton</persName>
               <persName><surname>Benya</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>ÖGB-Präs., NR-Präs.</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/119083906</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__110922">
               <persName type="label">Vranitzky, Franz</persName>
               <persName><surname>Vranitzky</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__97526">
               <persName type="label">Hautzenberg, Hans</persName>
               <persName><surname>Hautzenberg</surname><forename>Hans</forename></persName>
               <occupation>ÖDK</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__116106">
               <persName type="label">Mauhart, Beppo</persName>
               <persName><surname>Mauhart</surname><forename>Beppo</forename></persName>
               <occupation>AR-Vors. Austria Tabak</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97727">
               <persName type="label">Marsch, Fritz</persName>
               <persName><surname>Marsch</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-Zentralsekr.</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__111699">
               <persName type="label">Puffler, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Puffler</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Reg.R HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__114091">
               <persName type="label">Gmeinhart, Willibald</persName>
               <persName><surname>Gmeinhart</surname><forename>Willibald</forename></persName>
               <occupation>Dir. TKW</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__137669">
               <persName type="label">Bogsch, Árpád</persName>
               <persName><surname>Bogsch</surname><forename>Árpád</forename></persName>
               <occupation>GS BIRPI/WIPO, ab 1973 Direktor</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__98075">
               <persName type="label">Willenpart, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Willenpart</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97614">
               <persName type="label">Karl, Elfriede</persName>
               <persName><surname>Karl</surname><forename>Elfriede</forename></persName>
               <occupation>Sts.</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__98012">
               <persName type="label">Thaler, Gottfried</persName>
               <persName><surname>Thaler</surname><forename>Gottfried</forename></persName>
               <occupation>(ehem.) Präs. Patentamt</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97676">
               <persName type="label">Lachs, Thomas</persName>
               <persName><surname>Lachs</surname><forename>Thomas</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__97555">
               <persName type="label">Hintermayer, Franz</persName>
               <persName><surname>Hintermayer</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>ehem. GD Verbund</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/117712558</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__109961">
               <persName type="label">Nimmerrichter, Richard</persName>
               <persName><surname>Nimmerrichter</surname><forename>Richard</forename></persName>
               <occupation/>
               </person>
            <person xml:id="per__98112">
               <persName type="label">Zöllner, Otto</persName>
               <persName><surname>Zöllner</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>AK</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__98055">
               <persName type="label">Weihs, Oskar</persName>
               <persName><surname>Weihs</surname><forename>Oskar</forename></persName>
               <occupation>Landwirtschaftsminister bis 1976</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/130620351</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__112014">
               <persName type="label">Erbacher, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Erbacher</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>GD Verbund</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97543">
               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/102318379X</idno>
               </person>
            <person xml:id="per__134167">
               <persName type="label">Werner, A</persName>
               <persName><surname>Werner</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>[tätig bei Siemens, Impadoc und anderen Firmen;] hat die Fa. Nixdorf für
                  Aufnahme einer Produktion in Österreich gewonnen</occupation>
               </person>
            <person xml:id="per__97668">
               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/118566512</idno>
               </person>
            </listPerson></back></text>
</TEI>