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            <title type="main">Montag, der 18. Juni 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-06-18_01">Montag, 18. Juni 1973</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-06-18_02">Beim Journalistenfrühstück konnte ich mich nur durch Information<lb/>
über die Polenverhandlungen resp. über die Vorbereitung von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs> Polenbesuch über die Runden retten. Ichglaube, dass wir<lb/>
wenn es irgendwie möglich ist, an diesen fixen Montag-Journalisten<lb break="no"/>besprechungen festhalten sollen. Anderseits aber fürchten ich, dass<lb/>
wir auf längere ZEit wirklich nur mehr einmal monatlich oder vielleicht<lb/>
14-tägig werden Neugikeiten präsentieren können. Da wir aber nicht<lb/>
wissen, wann diese Neuigkeiten exakt anfallen und wir dann den 14-Tag-<lb/>
Intervall oder gar Monatsintervall haben, wahrscheinlich zu spät<lb/>
kommen würden, bleibt wohl nicht anderes übrig als eben diese wöchent<lb break="no"/>lichen Sitzungen mit den Journalisten beizubehalten. Es müsste aber un<lb break="no"/>bedingt ein oder zwei Reservethemen womöglich schon mit abgezogenen<lb/>
Waschzetteln vorliegen. Die Idee von <rs type="person" ref="#per__111699">Puffler</rs>, das er von <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> die<lb/>
Fragestunden-Unterlagen als Reserve hatte, konnteich nicht akzeptieren.<lb/>
Abgesehen davon, dass ich wenn irgendetwas dazwischenkommt, man mir<lb/>
sagen könnte, die Presse hat die Anfrage früher bekommen als diese<lb/>
im Hohen Haus den Abgeordneten gegeben wurde, kreiiere ich die<lb/>
Antworten doch immer nach den Gegebneheiten der Situation im Parlament<lb/>
erst im letzten Monat ist mir eingefallen, dass ich z.B. den Abgeord<lb break="no"/>neten <rs type="person" ref="#per__97663">Kraft</rs>, der mich gefragt hat, nach welchen GEsichtspunkten<lb/>
wir die Firmen ausgewöhlt haben, die an der Sitzung mit den deutschen<lb/>
Wirtschaftsexperten teilgenommen haben, erstens nicht am 4. sondern<lb/>
am 6. zweitens nicht in Schärding sondern in Passau und drittens<lb/>
überhaupt keine Firma daran teilnimmt. Dieser Gag ist bie <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs><lb/>
die zufällig auf der Regierungsbank gesessen ist, wie sie mir nachher<lb/>
sagte, ungeheuer gut angekommen. Es erinnerte sich an irgendeinen<lb/>
Witz, wo auch einer sagt, es war nicht an dem Datum, es war nicht<lb/>
an dem Ort, es war nicht eine Taufe, sondern eine Leiche. Die Möglich<lb break="no"/>keit, Anfragebeantwortungen in die Journalistenrunde zu bringen ist<lb/>
minimal. Abgesehen davon, dass auch am Mittwoch Parlament ist und nicht<lb/>
am Montag.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-06-18_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Wir müssen einen Terminplan mit Themen für die<lb/>
Journalistenrunde festlegen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-06-18_04">Im Klub wurde während meiner Abwesenheit <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> verabschiedet und<lb/>
Weiss einstimmig ohne eine Diskussion als geschäftsführender Klub<lb break="no"/>obmann gewählt. Vom <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>-Bericht, den ich natürlich schon zum<lb/>
x-ten Male hörte, gab es interessanterweise überhaupt keine Diskussion,<lb/>
<pb n="16-0715" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band16/16_1973-06-18_0715.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>obwohl noch genug Zeit vorhanden gewesen wäre. <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> erzählte mir,<lb/>
dass am Samstag bei der Sitzung, wo cih nicht eingeladen wurde,<lb/>
die Wünsche der ÖVP nur oberflächlich behandelt wurden. BEzüglich<lb/>
des Preisbestimmungsgesetzes wurde nach der offiziellen Sitzung<lb/>
im Fraktionskreis festgehalten, dass es bei einem Initiativ-Antrag<lb/>
der SPÖ bleibt, also nicht im Verhandlungswege ein schwaches Kom<lb break="no"/>promiss erzielt werden soll. BEtreffen die EWG-Zollsenkungen hat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> in der Sitzung angeduetet, es könnte natürlich so wie bei<lb/>
der EFTA versucht werden, Zollsenkungsetappen vorzuverlegen. Doch<lb/>
auch er sieht darin nur eine ganzgeringe Chance, weil die EWG<lb/>
derzeit mit ganz anderen Problemen beschäftigt ist und sich schwer<lb break="no"/>lich wird zu einer solchen VOrverlegung der Zollsenkungsetappen<lb/>
entschliessen. <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> hat noch gemeint, wenn ich wirklich nicht einge<lb break="no"/>laden war, wie mir sein Sekretariat mitteilte, htäte ich bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
intervenieren sollen. ICh erklärte ihm rundweg, dass ich nicht daran<lb/>
denke so etwas zu tun.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-06-18_05">Bei der NR-Sitzung hat mir Abgeordneten <rs type="person" ref="#per__97828">Pölz</rs> von Amstetten mitge<lb break="no"/>teilt, dass er mit dem Werbe-Manager von De Beukelaer, das ist eine<lb/>
holländische Firma, die in Amstetten einen grossen Keks-Betrieb er<lb break="no"/>richtet hat, ins Gespräch kam undieser ihm mitteilte, dass die<lb/>
Österr. Tabakregie, Zweigstelle München, ihr Werbe-Etat über eine<lb/>
Werbegesellschaft abwickelt, die zu einem beträchtlichen Teil einem<lb/>
CSU-Mann, wenn nicht überhaupt der CSU gehört. Der Leiter von<lb/>
München bis vor kurzer ZEit noch Der. <rs type="person" ref="#per__134886">Kloimstein</rs>, ein angeblicher<lb/>
Sozialist gewesen ist, habe ich sofort <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs> ersucht, den ins Par<lb break="no"/>lament bestllten, der SAche nachzugehen. Natürlich kann es sich<lb/>
hier um ein Konkurrenzmanöver handeln, da die Werbefirma, deren Manager<lb/>
heute De Beukelaer betreut, gleich erklärt hat, er würde auch hier<lb/>
200.000 DM für die SPÖ, wenn er den Auftrag bekommt, abzweigen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97828">Pölz</rs> hat mir auch mitgeteilt, dass er von der Firma De Beukelaer<lb/>
einen grösseren BEtrag als Parteispende bekommt, insbesondere wenn<lb/>
ich bereit bin, die zweite Keksstrasse zu eröffnen. Ich erklärte<lb/>
ihm sofort rundweg, dass wenn es irgendiwe möglich ist, ich sowieso<lb/>
komme und dass ich mit seinen Transaktionen nichtszu tun<lb/>
haben will. Ich bedenke es, wie oft man mir es sagt, dass der eine<lb/>
oder andere Unternehmer, wenn er Kommerzialrat werden könnte, ent<lb break="no"/>sprechende Spenden geben würde, u.a. hat mir Abgeordneter <rs type="person" ref="#per__97752">Mondl</rs><lb/>
jetzt wieder einen Fall vorgetragen, wie also Unternehmer bereit<lb/>
wären, für irgendwelche Tätigkeiten, die für mich selbstverständ<lb break="no"/>lich sind, Beträge zu bezahlen, dann kann ich nur sagen, wie richtig<lb/>
<pb n="16-0716" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band16/16_1973-06-18_0716.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>meine Entscheidung war, alle diese scheinbar lukrativen Möglich<lb break="no"/>keinten abzutreten. Ich kann und will all diese Möglichkeiten<lb/>
erst gar nicht in Erwgäung ziehen, da man letztenEndes sonst<lb/>
elicht versucht wird, sie vielleicht auch zu nützen. Allerdings<lb/>
bin ich mir schon vollkommen klar, dass es sich hier meistensum<lb/>
leicht hingesporchene Erklärungen oder Versprechungen handelt,<lb/>
um üerhaupt das Ziel, dass ich das betreffnde Unternehmen oder<lb/>
die Person gesteckt hat, zu erreichn un die konkrete Abwicklung dan<lb/>
ein bisschen anders ausschaut. TRotzdem aber soll man nicht einma<lb/>
denANschein einer Möglichkeit von mir erwarten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-06-18_06">Abg. <rs type="person" ref="#per__97996">Stöger</rs> war ganz verzweifelt, weil der Bundespräsident, die<lb/>
Zusage, seiner Anwesenheit der 150-Jahr-Feier des Verkehrsvereins<lb/>
Ischl abgesagt hat. Für ihn war jetzt der Höchstrangige der LH<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98068">Wenzl</rs> und er hätte natürljch in der Vorwahlauseinandersetzung<lb/>
entsprechend agieren können. <rs type="person" ref="#per__97996">Stöger</rs> wollte mich gar nicht fragen,<lb/>
da er angenommen aht, dass ich Zeit und Lust hätte für den Bundes<lb break="no"/>präsidenten einzuspringen, sondern er hat nur allgemein geklagt.<lb/>
Umso mehr war er erstaunt, als es dann doch gelang, den schon<lb/>
vereinbarten Telefondienst und ein Mittagessen mit einem ehemali<lb break="no"/>gen australischen Handelsminster, das Vizekanzler a.D. <rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs> gab,<lb/>
abzusagen, um selbstverständlich den Genossen in Ischl aus ihrer<lb/>
Patsche herauszuhelfen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-06-18_07">Ministerratsvorbesprechung war verhältnismässig kurz, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
hat nur seine Post schnell durchgearbeitet und an die Minister<lb/>
verteilt. d.h. er macht zu irgendwelchen Problemen, die er <rs type="person" ref="#per__115595">Reiter</rs><lb/>
aufgeschrieben oder Briefe, die er bekommen hat Bemerkungen. Er<lb/>
meinte, dass es notwendig ist , eine Analyse des Wirtschafts<lb break="no"/>programmes der ÖVP vorzunehmen, weil hier z.B. die Entstaatlichung<lb/>
wieder verlangt wird. Ebenso müsste der Gesundheitsplan, der jetzt<lb/>
der jetzt von <rs type="person" ref="#per__97409">Eder</rs> <add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> ÖVP gedruckt vorgelegt wurde, analysiert<lb/>
werden. Er nannte zwar keine Namen, d.h. er hat nicht gesagt, der<lb/>
und der soll sich mit dem Problem beschäftigen. Ich habe auch nicht<lb/>
die Absicht dies offiziell zu verlangne oder gar zu tun. Unerklärl<lb break="no"/>lich ist mir aber, wieso er dies Material in Händen hat, während<lb break="no"/>dem wir es noch immer nicht kennen. Es müsste ein Weg gefunden<lb/>
werdne, dass wir tatsächlich bei unseren guten Beziehungen, sei<lb/>
es zur Handelskammer oder teilweise auch zur ÖVP – Gen.Sekr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97641">Kohlmaier</rs> würde mir dies sicherlich als alter Freund sofort zur<lb/>
Verfügung stellen – wenn die ÖVP so etwas beschlossen hat, wir<lb/>
auch dann sofort bekommen. Den offiziellen Weg möchte ich aber<lb/>
<pb n="16-0717" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band16/16_1973-06-18_0717.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>unter gar keinen Umständen gehen,weil für die ein oder zweitage<lb/>
wo wir es dann früher bekämen, dann offiziell jemand sagen könnte,<lb/>
wir haben dieses Material ja schon an dem und dem tag erhalten.<lb/>
Hier glaube ich, kann uns nur eine informelle Quelle und ein<lb/>
informeller Weg helfen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-06-18_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte das Wirtschaftsprogramm nicht nur verschaf<lb break="no"/>fen sondern auch für uns zu analysieren.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-06-18_09">Für seine Polen-Reise möchte er für das Warschauer Königsschloss, das<lb/>
neu erreichtet wird, eine Geschenkzusage. <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> hat beabsichtigt<lb/>
Kopien von österreichischen Bildern anfertigen zu lassen. Abgesehen<lb/>
davon, dass die meiner Meinung nach irrsinnig viel Geld kostet,<lb/>
bezweifel ich, ob das wirklich das richtige Geschenk ist. Natürlich<lb/>
muss ein Staat wie Österreich, wenn mit dem Aufbu des Königsschlosses<lb/>
die Altstadterneuerung abgeschlossen ist, sich mit irgendeinem<lb/>
Präsent einstellen und natürlich wird man das dann machen, wenn der<lb/>
Bundeskanzler zu einem offiziellen Besuch ist. Eine bessere Lösung<lb/>
glaube ich haben aber wir. Wir schnorren und die Geschenke zusammen<lb/>
die uns also gar nichts kosten, mit den Kupferstichen der National<lb break="no"/>bank machen wir immer und überall glaube ich einen guten Eindruck.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-06-18_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: BItte für Jugoslawien und Albanien vorbe<lb break="no"/>reiten nd vor allem aber Dankschreiben mit<lb/>
Hinweis auf grossenEindruck, den sie in Polen<lb/>
gemacht hat, schicken.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-06-18_11"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> teilte <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> mit, dass in Nordrhein-Westfalen die Schul<lb break="no"/>buchaktion motiviert wird und dass man dort die Bücher als Alt<lb break="no"/>bestände wiedder weiterverwenden. <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> wies dagegen darauf<lb/>
hin, dass man sich dort immer stärker zu Arbeitsbüchern entschliesst<lb/>
etwas, das auch er in Anriff nehmen iwll und die ungeheuer lange<lb/>
Liste der zugelassenen Schulbücher auf wenigere und dafür Arbeitsbücher<lb/>
umzuwandeln. Es wurde gefragt, wie weit er mit der Marktordnungs<lb break="no"/>gesetznovelle ist und <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> konterte ganz geschickt, indem er<lb/>
erklärte, das wirtschaftliche Minsterkomitee würde sich damit<lb/>
beschäftigen und er hätte bis jetzt keinen Termin dafür bekommen.<lb/>
Der Vorschlag von <rs type="person" ref="#per__115595">Reiter</rs>, die Unterlagen jetzt an die zuständigen<lb/>
Minister zu schicken, hat <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> geflissentlich überhört und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
nicht aufgegriffen. Die CA beschwerte sich bei <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, dass<lb/>
Österreich von Frankreich Rüstungsmaterial kauft, währen die Fran<lb break="no"/>zosen nichts abnehmen. <rs type="person" ref="#per__108224">Lütgendorf</rs> wies darauf hin, dass er zwei<lb break="no"/>mal bereits Hirtenberger Munitionslieferungen zustandebrachte und<lb/>
dass der Panzerjäger Kürassier, wo die VÖEST und andere österr.</p><pb n="16-0718" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band16/16_1973-06-18_0718.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-06-18_12">Firmen entsprechende Leistungen erbringen, bis jetzt von den<lb/>
Franzosen teilweise abgekauft wurden. Die CA hat hier glaube ich<lb/>
ihre neue Kooperation mit der elsässischen Bank ins Spiel bringen wollen<lb/>
und Botschafter a.d. <rs type="person" ref="#per__138758">Lemberger</rs> als Geschäftsführer hat scheinbar bei<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> interveniert. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fragt, ob die Autobahn Bregenz jetzt<lb/>
erledigt ist, was <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> bejahte. Die Verstärkung der ÖBB-Aspangbahnstrecke<lb/>
sowie die Seniorenermässigung für die Frühpensionisten, wurde von <rs type="person" ref="#per__97461">Früh<lb break="no"/>bauer</rs> erklärt, sei noch nicht entschiedne. <rs type="person" ref="#per__114583">Kery</rs> verlnagt in einem Brief<lb/>
eine Klärung, da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärte hatte, die LH werden wie Minister<lb/>
behandelt und nun wird für einen PKW für einen Landeshauptmann nur<lb/>
bis zu 180.000 S vom Bund vergütet. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte, er führt ja auch<lb/>
die halben Geschäfte des Bundes nur und die halben Geschäfte als Landes<lb break="no"/>funktionär, weshalb diese Begrenzung, die scheinbar irgendwo im BKA<lb/>
einmal beschlossen wurde, berechtigt sei. Wenn man bedenkt, dass dies<lb/>
ein Problem ist, das in einer Ministerratsvorbesprechung zur Sprache<lb/>
kommt, so kann man sich eignetlich nur wundern. Kärnten möchte man eine<lb/>
Dokumentation über die Verschleppung anlegen. Im Verkauf der Hitlermarken<lb/>
deren Erlös für die jüdischen Organisationen zur VErfügung gestellt<lb/>
worden wäre, wird von den Widerstandskämpfern entschieden abgelehnt und<lb/>
ist damit hinfällgi. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet, dass Schottenring 21 von der<lb/>
Neusiedler AG um 30 Mill. S verkauft werden soll. Die Schätzung war mit<lb/>
seinerzeit 18.8 Mill. wo das Finanzministerium meint,dass 25 Mill.S<lb/>
gerecthfertigt wären. In diesemFall wenn die Neusiedler verkauft,<lb/>
würde die theologische Fakultät hineinkommen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-06-18_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Du siehst, dass also die anderen Ministerien sehr<lb/>
darauf aus sind, dass der Staat Gebäude kauft, um<lb/>
nicht eine dauernde Belastung des Budgets zu<lb/>
haben wie es uns jetzt mit der Aussenhandelsstelle<lb/>
ergeht. Unbedingt neue Lösung suchen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-06-18_14">Klubsekretär <rs type="person" ref="#per__97444">Heinz Fischer</rs> urgierte, dass ein Datenschutzgesetz ver<lb break="no"/>sprochen wurde, und dass jetzt im Ministerratsvortrag ein zu später Ter<lb break="no"/>min in Aussicht genommen wurde. <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> meinte, er könnte höchstens<lb/>
sagen, nach Möglichkeit werden die versprochenen Termin eingehalten, da<lb/>
sich aus dem Begutachtungsverfahren einige schwierige Probleme ergeben ha<lb break="no"/>ben. Über diese Auskunft war <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> natürlich wenig erfreut. und meinte,<lb/>
der Staatssekretär wird dafür nicht zur Verantwortung gezogen sondern er.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> und <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> regten sich am meisten auf, dass <rs type="person" ref="#per__149004">Pollak</rs><lb/>
der Vertreter der Hochschulprofessoren im BSA sich immer sehr links<lb/>
gibt und erklärt, die Partei mache keine sozialistische Universitäts<lb break="no"/>politik. Jetzt aber, wo die Hochschulprofessoren einen Streik be<lb break="no"/>schlossen haben, hat <rs type="person" ref="#per__149004">Pollak</rs> gemeint, er könnte sich nur dann davon<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> und <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> meinte, jetzt hätte er können radikal und<lb/>
revolutionär gegen die Hochschulprofessoren auftreten. Ich glaube,<lb/>
dass Prof. <rs type="person" ref="#per__149004">Pollak</rs> wahrscheinlich aber die Meinung vertritt, dass<lb/>
der Kampf der Hochschullehrer nicht durch Gegenparolen wie <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs><lb/>
wollte oder gar Gegendemonstrationen stören oder bekämpfen will. <rs type="person" ref="#per__97442">Firn<lb break="no"/>berg</rs> bemerkt, dass wenn er ein Linker ist, dann wird er ja sagen,<lb/>
dass jede Kampfmassnahme für die Verbesserung der Professoren eine<lb/>
gewerkschaftliche ist und deshalb unterstützt gehört. Nicht nur bei<lb/>
den Arbeitern auch bei den Intellektuellen zeigt sich, wie schwierig<lb/>
es ist, die jahrzehntelang eingefahreren Geleise zu verlassen. Der<lb/>
Angriff der Intelligenz sei es auf Hochschulen, Mittelschulen oder<lb/>
sonst wie kann von einer Parteiorganisation wie der sozialistischen<lb/>
nur in der Opposition gegen die Regierung, gegen die Obrigkeit vorge<lb break="no"/>tragen werden. Eine revolutionäre Tat in der Verteidigung zu sehen<lb/>
fällt selbst einem Intellektuellen scheinbar schwer.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-06-18_15"/></div>
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               <occupation>GD Tabakregie</occupation>
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               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <occupation>Innenminister bis 1977, danach Verteidigungsminister</occupation>
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               <occupation>Reg.R HM</occupation>
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               <occupation>ehem. ÖVP-Vizekanzler, Präs. Donaueurop. Institut, AR-Vors.
                  Leykam</occupation>
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               <occupation>Kabinettschef Kreisky [ident mit Reiter, C; 3.11.1971 Fredi Reiter
                  genannt]]</occupation>
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               <persName type="label">Kraft, Hermann</persName>
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               <occupation>Landwirtschaftsminister bis 1976</occupation>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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