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            <title type="main">Montag, der  7. Mai 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_01">Montag, 7. Mai 1973</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_02">Beim jour fixe bei <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meint <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>, dass er nach<lb/>
wie vor für die grosse Koalition sei und eigentlich die Verhandlungen<lb/>
bei ihm wegen der Annäherung ÖVP-Freiheitliche nur deshalb stattfinden,<lb/>
weil <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs> keine Möglichkeit privat hätte. Die Annäherung zwischen<lb/>
ÖVP und FPÖ käme nur deshalb zustande, weil <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schon seit Jahrzehn<lb break="no"/>ten fast mit den Freiheitlichen immer wieder kooperiert. Falls keine<lb/>
politischen GEspräche wünsche zu führen, bin ich auch und gehe ich<lb/>
auch auf solche Bemerkungen nicht besonders ein. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> urgiert<lb/>
auch, dass der Bäckermeister <rs type="person" ref="#per__149309">Schrammel</rs> jetzt endlich seinen Kommerzial<lb break="no"/>ratstitel ausgefolgt bekommen sollte. Eine Koppelung mit irgendwelchen<lb/>
Wünschend er Lebensmittelgewerkschaft würde er und vor allem einmal<lb/>
<rs type="person" ref="#per__149309">Schrammel</rs> und die Öffentlichkeit als Erpressung ansehen. Ich selbst<lb/>
wehre mich sofort dagegen, dass es sich hier um eine Koppelung handelt<lb/>
sondern es geht ausschliesslich darum, dass <rs type="person" ref="#per__149309">Schrammel</rs> die gesetzlichen<lb/>
Verpflichtungen, die Wahl eines Betriebsrates, die Abhaltung einer Betriebs<lb break="no"/>versammlung usw. erfüllt. <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs> teilt mir in der Fraktion mit, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__149309">Schrammel</rs> jetzt neurdings verurteil wurde, den beiden hinausgefeuerten<lb/>
Betriebsratsanwärtern eine Abfertigung in der Höhe von x-tausenden<lb/>
Schilling zu bezahlen. Bie der Bürges-Aufsichtsrat wo neben <rs type="person" ref="#per__114965">Dorn</rs> von<lb/>
der Handelskammer auch noch der Wirtschaftsbundsekretär <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> hinein<lb break="no"/>kommen soll, hat <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> eine Absichtserklärung, dass er sich beim<lb/>
Finanzminister dafür einsetzen wirde, abgegeben. Eine telefonische<lb/>
Rücksprache mit <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ergibt, dass <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> dies<lb/>
abgelehnt hat. Die beste Lösung schlage ich vor, wäre, wenn man im Zuge<lb/>
der Reorganistion der Richtlinien für die Alt-Bürges und auch für die<lb/>
<choice><choice><sic>Gewerkestruktur</sic><corr>Gewerbestruktur?</corr></choice></choice> im Aufsichtsrat der Bürges auch einen Vertreter der<lb/>
Arbeiterkammer, nämlich <rs type="person" ref="#per__97678">Lacina</rs>, aufnehmen würde. Die Handelskammer<lb/>
sieht darin eine KOntrolle in ihren Institutionen durch die Arbeiter<lb break="no"/>kammer und ist derzeit noch dagegen. Ich empfehle ihnen, dies zu<lb/>
überlegen, da ich beabsichtige, mit <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> am Mittwoch im Parlament<lb/>
über dieses Problem eingehend zu sprechen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Kläre bitte über das Büro von <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, ob eine<lb/>
eine solche Möglichkeit bestünde, wenn eben auch ein Vertreter der Ar<lb break="no"/>beiterkammer als Ausgleich<lb/>
in die Bürges Aufsichtsrat aufgenommen wird,<lb/>
und dann <rs type="person" ref="#per__109293">Busek</rs> zusätzlich neben <rs type="person" ref="#per__114965">Dorn</rs><lb/>
in den Aufsichtsrat kommt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_04"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> regt an, dass bei der Gewerbestrukturrichtlinienänderung neben<lb/>
der Ausdehnung auf Abwanderungsgebiete auch Entwicklungsgebiete einbe<lb break="no"/>zogen gehören. Ebenso möchte er eine Regelung für Unternehmer, die aus<lb/>
<pb n="16-0512" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band16/16_1973-05-07_0512.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>einme Wohngebiet in ein anderes Industriegebiet oder andere Gemeinde<lb/>
übersiedeln müssen. Hier ist der VOrschlag der AK, dass dies nur<lb/>
auf entsprechende behördlichen Entscheidung gelten soll, als zu eng<lb/>
gefasst. Andererseits gibt <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> zu, dass man nicht jede Übersied<lb break="no"/>lung als Förderungswürdig akzeptieren kann. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> shwebt vor,<lb/>
dass er dies nur dann geltend machen kann, wenn er aus einem Wohn<lb break="no"/>kerngebiet auf Grund von Regional- oder Bebauungsplänen eben in ein<lb/>
Industriegebiet absiedelt. Ich habe ihm eine diesbzeügliche Überleugng<lb/>
in Aussicht gestellt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte diese GEsichtspunkte noch einmal mit den<lb/>
Interessensvertretungen besprechen und versuchen<lb/>
ein Kompromiss zu erzielen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_06">Die Erfinderberater, die von mir vorgetragen werden, akzeptiert <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
die Vereingründung und hat einen Präsidialbeschluss, dass 180.000 S<lb/>
für Räume und Personal zur VErfügung gestellt werden. Die in Aus<lb break="no"/>sicht genommenen 500.000 S Handelskammeranteil für die effektive<lb/>
Erfinderberatung wird er erst in einem Präsidium resp. Vorstand<lb/>
beschliessen lassen. Derzeit hat er dazu keine Ermächtigung.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_07"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> erklären übereinstimmend, dass über finanzielle<lb/>
Gestionen der Handelskammer ausschliesslich sie beide disponieren<lb/>
können. Sie erklären sich aber bereit, entsprechende Unterstzung dem<lb/>
Handelsminister zu geben. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> war einmal als der jug. Arbeits<lb break="no"/>minister hier war, zu einem Essen vom Sozialminister <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> geladen.<lb/>
Was, wie er sich ausdrückt, in einem drittklassigen Gasthaus statt<lb break="no"/>fand. Ich selbst erklärte sofort, ich könnte auf Grund meiner budgetä<lb break="no"/>ren Lage maximal jemanden zur WÖK einladen. Dies würde das Ansehen<lb/>
vom Handelsminister ungeheuer schädigen und deshalb meint <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>,<lb/>
hier werden sie immer einspringen. Ebenso erklärt <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, dass sie<lb/>
bereit sind, die Autobusse für die WIPO-Delegation dem Kongress im<lb/>
Mai zur VErfügung zu stellen. Die letztere Aktion müssen sie aber aus<lb/>
ihrem Handelskammer-Budget bezahlen. Alle anderen glaube ich werden<lb/>
natürlich von der AHF-GEbühr beglichen. Sie stimmen dann letzten<lb/>
Endes zu, dass die technische Abwicklung <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> und <rs type="person" ref="#per__113032">Reiger</rs> in<lb/>
Detailbesprechungen führen sollen. Die letzte Endscheidung, was<lb/>
letzten Endes die Handelskammer im konkreten Fall übernimmt, wird<lb/>
aber <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> resp. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> selbst treffen. <rs type="person" ref="#per__113032">Reiger</rs> wird zur BEsprechum<lb/>
zugezogen und bekommt den Auftrag, sich mit <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> in VErbinudng<lb/>
zu setzen.</p><pb n="16-0513" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band16/16_1973-05-07_0513.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: BItte die konkreten Abmachungen mit <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs><lb/>
besprechen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_09"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> möchtenach wie vor für die Industriezone Zwettl 2 Mill. S<lb/>
für den Wasserbehälter bekommen und zwar glaubt er aus dem 20-Mill.-<lb/>
Industrieförderung. Ich setze ihm auseinander, dass ich diese<lb/>
20 Mill. S gar nicht für Industrieförderung in den vergangenen Jahren<lb/>
einsetzen konnte und auch jetzt nicht kann, da ich sämtliche Gewerbe<lb break="no"/>förderungsaktionen nach wie vor auch aus diesem BEtrag finanzieren<lb/>
muss. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat auch für den Fremdenverkehr am 29. September eine<lb/>
Förderung als Komplex-Gebiet für das Waldviertel verlangt. Wir haben<lb/>
ihm damals geschrieben, dass eine diesbezügliche UNtersuchung von uns<lb/>
eingeleitet wird. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> möchte nun das Ergebnis dieser UNtersuchung<lb/>
gerne wissen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Bitte um entsprechende Miteilungen, wann und<lb/>
in welchem Umfang diese Untersuchung abgeschlosse<lb/>
sein wird, damit wir dies <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> zur VErfügung<lb/>
stellen können.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_11">Ich urgiere neuerdings, dass über die Verordnung der Lehrlingsprüfung<lb/>
jetzt endlich ein Einvernehmen über die Entschädigung erzielt<lb/>
werden sollte. Alle anderen Punkte sind positiv abgeschlossen, nur<lb/>
über diese Frage konnte bis jetzt keine Einigung erzielt werden.<lb/>
Ich möhcte gerne eine diesbezügliche Aussprahe mit den Präsidenten<lb/>
der Handelskammer, Arbeiterkammer und ÖGB. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> erklärt, dass er<lb/>
vorerst mit seinen Lehrlingsleuten dieses Problem neuerdings bespre<lb break="no"/>chen muss, um eine maximale Lösung für sie zu finden. Da wir 6 Monate<lb/>
Zeit zum Übergang brauchen und mit 1.1.1974 selbst die Handelskammer<lb/>
zugibt, dass die neue Verordnung in Kraft sein muss, wird dies<lb/>
von ihm nach Intervention von <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> als dringend behandelt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_12">Beim Journalistenfrühstück bringe ich noch einmal die Ferienstaffelung<lb/>
zur Debatte. Ich erkläre, dass eine endgültige Zurückstellung nicht<lb/>
in Frage kommt. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, dies gilt für<lb/>
die Sommerferienstaffelung. Für die Winterwoche habe ich ja mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> ein Einvernehmen erzielt. Am Abend bei der Ministerratsvor<lb break="no"/>besprechung habe ich mit <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> über dieses Problem neuerdings ge<lb break="no"/>sprochen. Für 1975 ist die Winterwoche von seinem STandpunkt aus fix<lb/>
und über die Sommerferienstaffelung sollte nach einiger Zeit neuerdings<lb/>
dieses Problem in ANriff genommen werden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_13">ANMERKUNG: Ich glaube, die beste Lösung wäre, wenn <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> im Rahmen der<lb/>
Aussprache mit den europäischen Vertreter insbesondere aus<lb/>
der BRD versucht, ein allgemeines Konzept für Mitteleuropa<lb/>
zu finden. In dieses Konzept mit dem täglichen Ferienbeginn<lb/>
<pb n="16-0514" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band16/16_1973-05-07_0514.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wie dies in der BRD der Fall ist, müsste auch Österreich und<lb/>
die NL und vielleicht die Schweiz eingebettet sein. Dann wären<lb/>
auch Kleinstaaten in entsprechend fixierten Regelungen gebun<lb break="no"/>den.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_14">Das Unterrichtsministerium wäre wahrschenlich zu solchen BEsprechungen<lb/>
zuzuziehen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_15">Da die Lebensmittelkennzeichnungsverordnung den Journalisten für Mitte<lb/>
1973 angekündigt wurden, mit Inkraftsetzung mit 1.1.1974, wird von Sei<lb break="no"/>ten des Patentamtes kaum mehr eine Möglichkeit bestehen, den VO-Entwurf<lb/>
weiter hinauszuschieben. Die zwei Vertreter vom Patentamt, Hofrat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__142949">Schebesta</rs> und der Sachbearbeiter Ing. <rs type="person" ref="#per__114921">Jakatowsky</rs>, haben sich nachher<lb/>
bei mir vorwurfsvoll, nicht mir gegenüber, aber gegenüber der Presse<lb/>
beschwert, dass man sie gar nicht gefragt hat. Ich habe sie zwar zum<lb/>
Journalistenfrühstück gar nicht eingeladen, war aber sehr froh, dass<lb/>
sie doch anwesend waren, wil es unserem Prinzi entspricht, die entspre<lb break="no"/>chenden Experten zu Spezialproblemen beizuziehen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_16">Wunschgemäss ist die Ausschreibung des Geschäftsführers von der ÖFVW<lb/>
von den Journalisten selbst zur Sprache gebracht worden. <rs type="person" ref="#per__115174">Swietly</rs> hat<lb/>
nachher noch in einer Rundfunkaufnahme dieses Problem als so wichtig<lb/>
betrachtet, dass er es verbrämt über die Fremdenverkehrsentwicklung<lb/>
in den Mittelpunkt seiner Interviews stellte. <rs type="person" ref="#per__115174">Swietly</rs> bemerkte dann<lb/>
noch zu mir, dass sich auch ein Freund von ihm um diese Stelle be<lb break="no"/>werben wird. ICh habe weder nach dem Namen gefragt, noch mich besonders<lb/>
interessiert gezeigt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_17">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: BItte zu erforschen, wer eigentlich dieser<lb/>
Freund ist.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_18">Beim Mittagessen für die Gründung der österr.-franz. Industriekoopera<lb break="no"/>tionsgesmbH, an der die CA massgebend beteilgt ist, versicherte ich in<lb/>
einer kurzen Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs> und Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__98097">Wodak</rs>, dass ich jeder<lb break="no"/>zeit bereit bin, wenn es die CA wünscht entsprechende Einladungen selbst<lb/>
auszusprechen, allerdings wie ich sofort bemerkte auf Kostne der Bank,<lb/>
um Kooperationen und den franz.österr. Aussenhandel zu beleben. DIes<lb/>
gilt auch für andere Wünsche der CA sowie anderer Industrieunterneh<lb break="no"/>mungen, wie ich friemütigst gleich dort bekannte. <rs type="person" ref="#per__122965">Treichl</rs> war über<lb/>
mein Erscheinene sehr erfreut, ob er auf mein Angebot zurückkommen wird,<lb/>
wird sich weisen.</p><pb n="16-0515" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band16/16_1973-05-07_0515.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_19">In der ÖGB-Bundesfraktion berichtete <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> über die Entwicklung der<lb/>
letzten WOchen. Insbesonderemeinte er, dass über die VErlängerung des<lb/>
Stabilisierungsabkommens insbesondere aber über eine Neu<lb break="no"/>auflage des Sozialpartnerabkommens noch keine Entscheidung gefallen<lb/>
ist. Er meint, dass es notwendig sit, darüber noch BEsprechungen zu<lb/>
führen. Die vorgesehene Lohnrunde für die Gewerkschaften müsste auf all<lb/>
Fälle abgesichert sein.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_20">Bei der Verbändebesprechung hat <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> zuerst die einzelnen Inter<lb break="no"/>essensvertretungen nach einem BCricht von <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs> und <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs> sprechen<lb/>
lassen, um über ihre Erfahrungen informiert zu werden. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meinte,<lb/>
der Bund müsse weiter sparen, das Personal sei mit 14 % STeigerung<lb/>
eine schwere BElastung zu betrachten. Die Innerbetrieblichen Lohnbe<lb break="no"/>wegungen hätten im Sozialpartnerabkommen erfasst werden sollen, doch<lb/>
hat dies nicht funktioniert. Die Gemeldeten wurden zwar einvernehmlich<lb/>
gelöst, aber es hat zehntausende Vereinbarungen gegeben, die nicht<lb/>
zur Kenntnis kamen, da die Unternehmer fürchten, wenn sie keine Lohner<lb break="no"/>höhungen geben, dann die Arbeitskräfte verlieren. Die VErlängerung<lb/>
des Sozialpartnerabkommen hält nach seiner Meinung <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> für unzweck<lb break="no"/>mässig und er selbst glaubt dies auch. Die Lohnintervalle, d.h. die<lb/>
derzeitigen 14 – 16 Monate sollen entsprechned verkürzt werden<lb/>
ist ein grosser Teil der Unternehmer der Meinung.Dr. <rs type="person" ref="#per__139985">Ettel</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
kritisierten dann, dass es eine doppelte Sperre bei der Bürges gibt.<lb/>
Auf der einen SEite sind es die Kreditrestriktionen, die die Institute<lb/>
verhalten, den Gewerbetreibenden weniger Kredite in Aussicht zu stelle<lb/>
und die Bürges durch die 20 %-ige Budgetbindung die Zinsstützung<lb/>
zu verweigern. Ich erkläte neuerding, dass ich jeden konkreten Einzel<lb break="no"/>fall, der mir mitgeteitl wird, wenn er abgelehnt wird, genau unter<lb break="no"/>suchenw erde, ansonsten wir doch alle Aktionen seit den letzten<lb/>
drei Jahren weiterführen konnten und keine einzige Sperre ausspre<lb break="no"/>chen mussten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_21"><rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> verlangte eine weitere Liberalisierung und das Stabilisierungs<lb break="no"/>abkommen hat hier, nachdem es nur im Einvernehmen mit der HK geschehen<lb/>
dürfte, eine Bremsung gebracht. Die BRD erhebt eine Exportsteuer,<lb/>
resp. Investitionssteuer und eine Mineralölsteuererhöhung und <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs><lb/>
meint, ähnliche Vorschläge könnte man auhc in Österreich in Erwägung<lb/>
ziehen. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> verlangt, dass in der Preispolitik weniger die admini<lb break="no"/>strativen Preise als der Wettbewerbssektor verstärkt werden müsste.<lb/>
Er tritt auch für die Liberalisierung aus. Betriebe, die nicht ent<lb break="no"/>sprechende Löhne zahlen sollen, müssen schliessen. Hier replizierte<lb/>
<pb n="16-0516" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band16/16_1973-05-07_0516.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> sehr gut und verwies auf denWiderstand der Gewerkschaften,<lb/>
wenn es um Betriebsschliessungen geht, siehe Stuppach, Weissen<lb break="no"/>bach usw. Für die Importpolitik und die Liberalisierung gilt seiner<lb/>
Meinung nach: do ut des, d.h. die Handelspolitik müsste äusserst<lb/>
vorsichtig betrieben werden. Eine Exportsteuer von 5 – 8 % wie die<lb/>
Deutschen in Aussicht stellen, wäre durch den Wegfall der Umsatz<lb break="no"/>steuerrückvergütung den österreichischen Exporteuren bereits auferleg<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> berichtet über die Zonenrandgebietsförderung und meint,<lb/>
hier wären etnsprechende Beschlüsse bereits gefallen. Mir sind sie<lb/>
nicht bekannt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_22">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97469">GEHART</rs>: Um was handelt es sich bei diesen Beschlüssen.<lb/>
IM ERP-Fonds werden 200 Mill. S für die<lb/>
breiten Gürtel des Wohlstandes an der toten<lb/>
Grenze bereitgestellt zu denselben BEdingungen<lb/>
wie die seinerzeitigen Kohlenkredite.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_23"><rs type="person" ref="#per__97368">Brandstätter</rs> von der Landwirtschaftskammer erwähnt, dass seiner<lb/>
Meinung nach Lohnerhöhungen nur im Rahmen der gestiegenen Gewinne<lb/>
von den Unternehmern zugestanden werden sollten und ddeshalb auf<lb/>
die Preise nicht durchschlagen dürfen. Für mich ene sehr interessante<lb/>
Aussage, weil bis jetzt <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> sich immer als Handelskammer bemüht<lb/>
hat, der Landwirtschaft Schützenhilfe bei ihren FOrderungen zu ge<lb/>
ben.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_24">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Ich glaube, dass man diesen Gegensatz sehr ge<lb break="no"/>schickt ausspielen sollte, allerdings ohne<lb/>
dass man in den Verdacht kommt, für Preiserhö<lb break="no"/>hungen einzutreten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_25"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat dann ein grosses Konzept entwicklet. Der Lohn- und Preis<lb break="no"/>stop sei nur eine ultima ratio, da das Lohngefälle dann zwischen<lb/>
Österreich und der BRD noch grösser werde. Die Investitionssteuer,<lb/>
Exportsteuer, Konjunkturzuschläge usw. könnten höchstens kurzfristig<lb/>
wirken und würden einen Aufholungseffekt Österreichs gegenüber West<lb break="no"/>europa verzögern. es gebe deshalb nur so wie bisher eine differenzier<lb break="no"/>te, alle BEreiche umfassende Wirtschaftspolitische Konzeption. Die<lb/>
Geldpolitik soll unverändert bleiben. Nur eine gewisse Flurbegra<lb break="no"/>digung bei Mindestreserven und den Kreditabkommen seien möglich.<lb/>
In der Budgetpolitik würde er die 20 %-ige Bindung aufrechterhalten.<lb/>
Bei Einzelansuchen, z.B. Verwaltungsaufwand, Benzin für Gendarmerie u<lb/>
usw. Preisstützungen – Milch und so fort, müssten dagegen aufgehoben<lb/>
werden. In den Ländern und Gemeinden müssten Absprachen getroffen wer<lb/>
den, da der Finanzausgleich ihnverpflichtet, die Anteile sofort<lb/>
zu überweisen. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> hatte vorgeschlagen, dass hier eine gewisse<lb/>
<pb n="16-0517" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band16/16_1973-05-07_0517.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>gesetzliche Möglichkeit dem Finanzminister gegeben werden sollte,<lb/>
Beträge zurückzuhalten. Meiner Mienung nach eine vollkommen utopische<lb/>
Forderung. Bei Tarifen und Gebühren müsse man beim Rückstau vorsich<lb break="no"/>tig sein, da ansonsten dann wieder grössere Sprünge von Tariferhöhun<lb break="no"/>gen erwartet werden müssten. Hier hat er mehr oder minder indirekt schon<lb/>
angekündigt, dass <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> gewisse Tariferhöhungen bei Post ud wahr<lb break="no"/>scheinlich auch Eisenbahn machen möchte, ohne dies ausdrücklich zu<lb/>
sagen. Für die Bauwirtschaft stellt er sich fliegende KOmmissionen<lb/>
vor, wo die Bauherren die Unternehmer aber vor allem einmal Länder<lb/>
und Gemeindevertreter sowie von Zentralstellen bestimmen, welche Bau<lb break="no"/>vorhaben in Angriff genommen werden sollten. Nahrungsmittel seien<lb/>
am Fleisch, Gemüse und Obstsektor sehr stark gestiegen und es müsste<lb/>
deshalb ein gewisser Ausgleich bei anderen gefunden werden, da damit<lb/>
die Einkommen der Landwirtschaft sich wesentlich verbessert. Die<lb/>
Wirtschaftspartner hätten eine Zwischenlohnrunde verhindern können.<lb/>
Die Lohndifferenz zwischen Österreich und Deutschland gehe primär<lb/>
auf eine 12 %-ige Paritätsänderung zurück, die mehr als die Hälfte<lb/>
oder zumindestens ein Drittel in einzelnen Kategorien der Lohndifferenz<lb/>
von 20 – 30 % ausmachen. Er meint, dass eine Vereinbarung über die<lb/>
zukünftigen Verhalten der Sozialpartner schriftlich möglich sei.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> hätte ihm diesbezügliche Zusagen gemacht. ERgänzend müsste<lb/>
allerdings eine Preispolitik betrieben werden, wo die Unternehmer<lb/>
nicht auf ihre Markt- ud Machtsituation pochen. Ihm shcwebe eine<lb/>
Preissenkungsaktion als psychologische Möglichkeit vor. Die admi<lb break="no"/>nistrative Preispolitik sollte durch eine VErlängeurng des Preisbe<lb break="no"/>stimmungsgesetzes fortgesetzt werden. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> sprach sich sofort<lb/>
gegen eine Preissenkungsaktion im ZUge der zu erwartenden Lohnrunde<lb/>
aus. Das Preisbestimmungsgesetz war ein reiner Anlassfall für die<lb/>
Mehrwertsteuereinführung und hätte seine Funktion erfüllt. Zoll<lb break="no"/>senkungen seien erst mit 1.1.1974 zu erwarten und deshalb eine Ver<lb break="no"/>längerung des Preisbestimmungsgesetzes unzweckmässig. <rs type="person" ref="#per__126405">Klose</rs> wehrte<lb/>
sich auch noch dagegen, dass man auf Grund von einzelnen Monatsergeb<lb break="no"/>nissen bereits Erfolgsmeldungen wie Trendumkehr beim Verbraucher<lb break="no"/>preisindex macht. Die könnte sich in kürzester Zeit wieder ändern.<lb/>
Die Bauinnung hätte festgestellt, dass mit April 1973 27 % der be<lb break="no"/>fragten Unternehmer sofort freie Kapazität hätte und 65 % in 6 Mona<lb break="no"/>ten. Fliegende KOmmissionen könnten daher hier nichts wesentliches<lb/>
ändern und seien nicht notwendig. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> regte an, dass wnen man<lb/>
das Preisbestimmungsgesetz nicht velrängert, doch eine allumfassende<lb/>
preisgesetzliche Regelung diskutiert werden sollte. Die Aussprache<lb/>
<pb n="16-0518" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band16/16_1973-05-07_0518.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>brachte keienrlei konkrete Ergebnisse ausser dass man eben<lb/>
weiterreden wird und <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> eine wirtschaftspolitische ausser<lb break="no"/>ordentliche Sitzung einberufen sollte für nächste Woche.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_26">In der Ministerratsvorbesprechung beklagte sich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, dass die<lb/>
Formulierung über den Sternwartepark Suggestivfragen beinhaltet,<lb/>
die <rs type="person" ref="#per__97963">Slavik</rs> ihm versprochenhatte, dass sie nicht kommen würden.<lb/>
In der Schweiz seien Bürgerbefragungen so, dass zuerst der<lb/>
BEschluss bekanntgegeben wird und dann der Bürger nur befragt wird,<lb/>
ob er damit einverstanden ist oder nicht. Niemals hat der Bürger<lb/>
aber zu entscheiden, ob ihm der Beschluss in der Formulierung<lb/>
passt. Obwohl <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> berichtete, dass sehr viel Propaganda von<lb/>
Seiten der Wiener geamcht wird, meint <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, dass die Leute nur<lb/>
über das viele Papier, es wird die Dokumentation jedem Wiener<lb/>
Haushalt zugeschickt, es wird 600.000 Prospekte noch zusätzlich<lb/>
geben, Plakate, Schreiben von <rs type="person" ref="#per__97845">Probst</rs> an die Vertrauenspersonen,<lb/>
vom Rektor <rs type="person" ref="#per__117925">Winkler</rs> an alle Akademiker, von Prof. <rs type="person" ref="#per__140526">Pleskot</rs> an alle<lb/>
BSA-Mitglieder, 22 Grossversammlungen – die Bevölkerung nur büer die<lb break="no"/>se Aktivitäten – wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint – verärgert sein würde. Trotzdem<lb/>
schlägt er aber vor, dass die Bundesregierung eine nüchterne Annon<lb break="no"/>cenkampagne drei Tage hindurch machen sollte. Hier habe ich fast<lb/>
den Eindrukc, dass er ernstlich glaubt, dass was Wien macht ist<lb/>
schlecht, was die Regierung macht ist gut. Ich fürchte, dass was<lb/>
immer wie machen werden, selbst wenn die Gewerkschaften dann über<lb/>
die Betriebe versuchen werden, die gesamten Belegschaften zur<lb/>
Abstimmung zu bringen, d.h. wenn auch der gesamte Parteiapparat<lb/>
aktiviert wird, die GEfahr besteht, dass es sich hier um eine Gelegen<lb break="no"/>heit handelt, der Wiener Gemeindeverwaltung eines auszuwischen.<lb/>
WEnn auch nicht die VErpflichtung existiert, wie z.B. in Graz,<lb/>
wo die Leute auf die Gemeinde gehen musste, um ihre Unterschriften<lb/>
zu prüfen, sondern eben wenn er nicht will, er nicht in en Wahl<lb break="no"/>lokal gehen muss, um seine Stimme abzugeben, fürchte ich doch,<lb/>
dass sich viele verärgert an dieser Wahl nicht entziehen werden<lb/>
vielleicht auch weil sie einen gewissen Druck dahinter spüren und<lb/>
fürchten, dann anders entscheiden. Für mich wird diese<lb/>
Aktion ein Fingerzeig für die weitere Entwicklung in Wien sein<lb/>
und ich bin schon sehr gespannt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> auf alle Fälle dürfte schon<lb/>
vorbeugen auf einen eventuellen Rückschlag.</p><pb n="16-0519" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band16/16_1973-05-07_0519.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_27"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> möchte nach einiger ZEit Gen.Indendant <rs type="person" ref="#per__97326">Bacher</rs> zum Situations<lb break="no"/>bericht in einer Ministerratsvorbesprechung bitten. <rs type="person" ref="#per__97326">Bacher</rs> wird<lb/>
sich dort gegen das Kabel TV diesbezügliches ANsuchenliegt in<lb/>
Innsbruck vor, und für das staatliche Monopol aussprechen. Mit<lb/>
dieser Diskussionwill <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> die Kommissionarbeit auch in der<lb/>
Regierung versachlichen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_28">Bei der Buntmetall-Lösung wird er die BBU ausnehmen, da er keinen<lb/>
zweiten Ortstafelkonflikt in Kärnten wünscht.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_29">Die deutsche Maklerlösung müsste jetzt unbedingt in das österreichische<lb/>
Bodenrecht aufgenommen werden, um die ANgriffe, die wahrscheinlich<lb/>
wegen <rs type="person" ref="#per__116367">Machek</rs> kommen werden, als Regierung so beantworten zu können,<lb/>
dass diesbezüglich gesetzliche Vorbereitungen getroffen wurdne.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_30">Die Repräsentationsausgaben müssten jetzt überprüft werden und der<lb/>
Finanzminister wird diesbezgliche VOrbereitungen, die er vor längerer<lb/>
Zeit versprochen hat, abschliessen. Über die Personalpolitik insbeson<lb break="no"/>dere die Überstundenregelung fürchtet er eine grosse Debatte resp.<lb/>
schwere BElastung des Staatshaushaltes. <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> gibt zu, dass nach<lb/>
§ 30 a – 1 – 3 die Sektionschefs, Gruppenleiter, Abteilungsleiter<lb/>
usw. qulifizierte Zulagen bekommen in Höhe von maximal 4 Biennien.<lb/>
Bei dieser Gelegenheit würden Leute, die nur 2 Biennien bekommen<lb/>
die zweiten zwei Biennien gegebennfalls als Mehrleistung abgegolten<lb/>
erhalten. Richtig ist, dass bavor die Regierungsfraktion sich mit<lb/>
dem Problem befasste, bereits die Beamten im BKA alles vereinbart<lb/>
hatten, ein Rückkurbeln ist jetzt äusserst schwierig. Ähnlich ist<lb/>
die Situation bei Kraftfahrzeugen. Hier müsste mit den Chaffeuren und<lb/>
den Dienstwagen eine bessere Regelung getroffen werden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_31"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> berichtet, dass die Nationalbank jetzt wissen will, ob<lb/>
sie mit den anderne europäischen Staaten das Blockfloaten fortsetzen<lb/>
kann. UNter der Voraussetzung, dass wir intervenieren können, auch<lb/>
dann, wenn der untere Interventionspunkt noch nicht erreicht ist<lb/>
und dass die Saldenabdeckung in jeder beiliebigen Währung erfolgen<lb/>
kann, schlägt er vor, sollten wir mit den anderen europäischen Staa<lb break="no"/>ten gemeinsam vorgehen. So wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> in der Linzer Tagung auch über<lb/>
die Preiswünsche von <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> nur sagte, das soll man mit den Sozial<lb break="no"/>partnern besprechen, so äusserste er sich auch hier überhaupt nicht<lb/>
konkret und <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> fassste dies als eine Zustimmung auf.</p><pb n="16-0520" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band16/16_1973-05-07_0520.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_32">Zur Jugendkonferenz, das ist die 9. inoffiziell sogar die 11.<lb/>
denn einige gespalten wurden, wird er nicht allzu lang Zeit haben<lb/>
daran teilzunehmen. Am 18. Mai wird deshalb <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> und ich über die<lb/>
Berufsausbildung diese hauptsächliche Jugendkonfrontation zu be<lb break="no"/>streiten haben.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_33">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: BItte Termin sperren und keine anderen<lb/>
Sitzunge kazeptieren.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_34">Die oberösterreichischen Genossen wollen zu ihren Viertelkonferenzen<lb/>
der Vertrauenspersonen nicht nur einen Minister sondern zwei<lb/>
Minister haben. Auch dies hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sofort akzeptiert und deshalb<lb/>
werden in Steyr sowohl der Minister <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> als auch ich am<lb/>
26. nachmittags referieren. Für mich ist das sehr angenehm. da<lb/>
ich ja meinen Gewerkschaftskongress haben und nicht genau weiss,<lb/>
ob er mittags schon fertig ist, was allerdings mit 99 %-iger<lb/>
Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> wird aber auf Alle<lb/>
Fälle, wenn ich nicht zeitgerecht kommen sollte, beginnen</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_35"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte im Laufe der BEsprechung in einem Bonmot, es gibt<lb/>
drei Arten von Regierungen, eine gute, eine schlechte und gar keine.<lb/>
Unter gar keiner versteht er die Regierung, die nicht Massnahmen setz<lb/>
Vor etlichen Jahren hatte ich darüber eine Diskussion, weil ich auf<lb/>
dem Standpunkt stehe, so einfach ist in meinen Augen das Problem<lb/>
nicht. Ich stehe nach wie vor auf dem STandpunkt, wennman so<lb/>
ausgeprägte Sozialpartner hat, wie wir, ist es zielführend, ganze<lb/>
GEbiete wie z.B. die Lohn- und Preispolitik effektiv aus der<lb/>
Regierungstätigkeit auszunehmen und sie den Sozialpartnern zu über<lb break="no"/>tragen. Hier sollte die Regierung nur subsitiÄr in ERscheinung treten<lb/>
wenn eben die Sozialpartner sich über gewisse Probleme nicht einigen<lb/>
Ich bin nicht überzeugt, ob tatsächlich <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> diese<lb/>
Last auf sich genommen hätten. VEruschen aber hätte man es ollen.<lb/>
Ich habe diese Politik auch seinerzeit <rs type="person">Klaus</rs> vorgeschlagen, der<lb/>
sie genauso abgelehnt hat wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>. Im konkreten Fall, wo es<lb/>
sich nämlich dann darum handelt , zu entscheiden, welcher Preis<lb/>
erhöht wird und in welchem Ausmass dies geschieht, greift <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
ja dann letzten Endes doch immer auf die Sozialpartner zumindestens<lb/>
auf den ÖGB und die AK zurück. Im Grunde genommen, bleibt ihm dann<lb/>
auch gar nichts anders übrig als dessen Vorschläge zu akzeptieren.<lb/>
In so einem FAll frage ich mich, warum es dann nicht gleich zweck<lb break="no"/>mässiger ist, die Verantwortung und die Arbeit gleich eben den Stel<lb break="no"/><pb n="16-0521" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band16/16_1973-05-07_0521.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>len zu übertragen die imstande sind, eventuelle Lösungen zu<lb/>
finden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_36">Da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bei der Linzer Tagung neuerdings die Konzentration und<lb/>
Koodination aller Wirtschaftsfonds angekündigt hat, hat er <rs type="person" ref="#per__144358">Preglau</rs><lb/>
zu einer Ministerkommissionssitzung eingeladen. Die seinerzeitigen<lb/>
Vorarbeiten von <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs>, auf die ich aufmerksam machte, sind glaube ich<lb/>
ich in der Zwischenzeit wieder vom Tisch gewischt worden. <rs type="person" ref="#per__144358">Preglau</rs><lb/>
selbst hat seiner Meinung nach die 14 Fonds überprüft und festge<lb break="no"/>stellt, dass 15 Mia S pro Jahr dort in BEtracht kommen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
möchte nun, dass eine Auskunftsstelle errichtet wird, damit jeder<lb/>
fragen kann, wo er sich wegen Krediten hinwenden sollte. Die<lb/>
Einreichungsformalitäten sollten vereinfacht werden, auch die der<lb/>
Hausbanken, die sie letzten Endes ja einreichen. Ds Begutachtungs<lb break="no"/>verfahren wäre zu verienfachen, die Richtlinien? was und wo geför<lb break="no"/>dert wird, gegenseitig abzustimmen. Darüberhinaus sollten die Beiräte<lb/>
vereinheitlicht werden, ihm schwebt sogar ein zentraler Beirat<lb/>
für alle Fonds vor. Wo Gesetzesänderungen notwendig sind, sollte<lb/>
dies geschehen, allerdings die Kompetenz bei den einzelnen Ministern<lb/>
verbleiben. Darüber hinaus müsste dieser zentrale Fonds auch Vorbe<lb break="no"/>reitungen treffen, um wenn es zu einer Krise kommen sollte, Struktur<lb break="no"/>bereinigungen einzuleiten und dann die Wirtschaft anzukurbeln. Die<lb/>
regionalen GEsichtspunkte seien besondes zu berücksichtigen. Z.B.<lb/>
meint er jetzt, dass das Waldviertel nicht durch Industriebetriebe<lb/>
wo sowieso keiner hingeht, erschlossen werdensoll, sondern dass<lb/>
man Schulen dort errichten sollte, um Berufsschüler, ihm schwebt<lb/>
scheinbar eine Lösung wie in Karlstein die Uhrmacher vor, in diese<lb/>
Gegend zu bringen. Die Arbeiter selbst und insbesondere die jüngeren<lb/>
legen grössten Wert darauf pendeln zu können, damit sie das Erfolgs<lb break="no"/>erlebnis der GRosstadt haben. Das Waldviertel wird deshal Umwelt<lb break="no"/>schutzmassnahmen und Erholungsgebiet in Hinkunft sein. In der ÖROK<lb/>
geht das Ganze viel zu langsam vor sich und es müssten deshalb auch<lb/>
in diesem zentralen Fonds Politik, die regionalen GEsichtspunkte<lb/>
stärker berücksichtigt werden. Letzten Endes einigte man sich darauf<lb/>
dass eine Kommission einberufen wird unter Vorsizt von Sekt.Chef.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__144358">Preglau</rs>. Vom Finanzministerium nimmt <rs type="person" ref="#per__110922">Vranitzky</rs> daran teil, vom<lb/>
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der Minister selbst daran teilnehmen. DIes war für mich aebr auch<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__112215">Weiss</rs> noch immer die Präsidentenstelle innehat. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> hat<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97468">Gatscha</rs> abberufen und <rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs> den Posten freizubekommen. Mein<lb/>
Vorwurf, warum er den Sektionsleiter Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__114747">Zach</rs> jetzt neuerdings<lb/>
verlängert hat, meint er, dass dies eine terminisierte VErlängerung<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97453">Fremuth</rs> abberufen wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band16_1973-05-07_38"><rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> wurde von mir ersucht, er sollte überlegen, ob er nicht ähnlic<lb/>
wie ich die schönen Bücher prämiere, auch die besten Schulbücher in<lb/>
einer Prämierungsaktion und Ausschreibungsaktion für das nächste<lb/>
JAhr vorsieht. Bis jetzt haben wir ja bekanntlicherweise die Schul<lb break="no"/>bücher in unsere "Schöne-Bücher-Aktion" einbezogen, doch wird<lb/>
druch die neue Politik dies vollkommen unmöglich. <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> wird<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>spielte Rolle bei umstrittenen Grundstückstransaktionen in
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               <occupation>Prof. (Jurist), Taiwan-Experte</occupation>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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