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            <title type="main">Mittwoch, der 25. April 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-25_01">Mittwoch, 24. April 1973</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-25_02">Stadtrat <rs type="person" ref="#per__97772">Nekula</rs> teilt mir mit, dass das Konsortium für die Algerien-<lb/>
Gas-Importe eine Bestätigung der Regierung verlangt, dass die Austro-<lb/>
Ferngas berechtigt ist, einen solchen Vertrag abzuschliessen. Gen.Dir.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>, der mir jetzt komischerweise jede einzelne Aktivität von ihm<lb/>
mitteilt, bestätigt mir, dass eine solche Bestätigung ohne weiteres<lb/>
ausgestellt werden kann, da auch bei den russischen Gasimporten klarge<lb break="no"/>stellt wurde, dass der Staat keinerlei indirekten oder direkten Einfluss<lb/>
darauf nimmt. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97467">Gasser</rs> wird eine diebezüglichen Akt anlagen und<lb/>
einen Bestätigungsentwurf mir vorlegen. <rs type="person" ref="#per__97467">Gasser</rs> erzählt mir bei dieser<lb/>
Gelegenheit, dass LH <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> dringend jetzt die Lösung der Berghaupt<lb break="no"/>mann-Besetzung von Tirol verlangt. <rs type="person" ref="#per__117029">Merlin</rs>, der Berghauptmann möchte jetzt<lb/>
doch nach Klagenfurt übersiedeln. Ich lasse <rs type="person" ref="#per__97467">Gasser</rs> nicht im Zweifel,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__117029">Merlin</rs> eine solche Gelegenheit vor Monaten gehabt hätte, damals sich<lb/>
aber ganz entschieden gegen meinen Plan ausgesprochen hat. Jetzt sind<lb/>
familiäre Angelegenheiten von Klagenfurter Berghauptmann dazugekommen,<lb/>
dass dieser grösstes Interesse daran hat, nach Tirol versetzt zu werden.<lb/>
Die Beamten stellen sich immer stärker hinter die Landeshauptleute,<lb/>
wenn sie ihre persönlichen Interessen durchsetzen wollen. In diesem Fall<lb/>
aber dürften auch politische Gründe dahinterstecken. Ich sage <rs type="person" ref="#per__97467">Gasser</rs><lb/>
nur zu, dass ich bereit bin, in nächster Zeit mit ihm eine Besprechung<lb/>
abzuführen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-25_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte kläre den Standpunkt vom personalpolitischen<lb/>
Gesichtspunkt insbesondere wie weit ein Berghaupt<lb break="no"/>mann das Recht hat, auf eine entsprechende Ver<lb break="no"/>setzung zu bestehen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-25_04">Bei der Vorbesprechung im BKA über die Bauernvorsprache kommt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
auch auf das Tankstellenproblem zu sprechen. Er hat drei bekannte Tank<lb break="no"/>stellenwärter, die Facharbeiter waren und jetzt mit den Stationärspannen<lb/>
nicht das Auslangen finden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte deshalb, es müsste ein Ge<lb break="no"/>setz geschaffen werden, dass dem Stationär ein gewisses Mindesteinkommen<lb/>
gesichert wird. Die internationalen Ölgesellschaften und auch die ÖMV<lb/>
sollten dazu verpflichtet werden. Ich spreche mich gleich ganz ent<lb break="no"/>schieden gegen eine solche Lösung aus. Es wäre das erste Gesetz, wo einem<lb/>
Selbständigen, die Stationäre sind Unternehmer, ein Mindesteinkommen<lb/>
garantiert wird und Häuser sekundiert mir dabei. Ich erkläre <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>,<lb/>
dass ich das Tankstellenproblem seit Jahren in Angriff genommen habe<lb/>
und jetzt die internationalen Gesellschaften und die ÖMV so weit<lb/>
sind, dass wir ein Tankstellenkonzept vereinbaren können.</p><pb n="15-0473" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-04-25_0473.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-25_05">Unser Vorschlag wird dahingehen, dass wir eine gewisse Mindestgarantie<lb/>
Verkauf verlangen bevor wir eine Tankstelle genehmigen würden. Auch in<lb/>
diesem Fall müssten wir eine gesetzliche Regelung haben. Kreisky meint<lb/>
dann würden allerdings die Investitionen getätigt sein und sich in<lb/>
weiterer Folge erst herausstellen, dass diese Mindestmenge von Benzin<lb/>
nicht abgesetzt werden kann. Dies ist richtigerweise der schwache Punkt<lb/>
von unserem Konzept, ich bin allerdings überzeugt, dass wir ein System<lb/>
finden könne, wo die internationalen Gesellschaften aber auch die ÖMV,<lb/>
die ja bekanntlicherweise sich mit ihrem Tankstellennetz im Westen noch<lb/>
vergrössern will, weitestgehend im voraus wissen würden. ob sie eine<lb/>
gewisse Mindestmenge auf dieser Tankstelle tatsächlich verkaufen können.ä</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-25_06">Bei der Bauernvorsprache meint <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, dass keinerlei konkrete Zusagen<lb/>
gegeben werden. Er wird die Presse und das Fernsehen die ganze Zeit bei<lb/>
dieser Vorsprache anwesend sein lassen. Ursprünglich war nur beabsichtigt,<lb/>
einige Minuten bei der Einleitung auch den Pressevertretern die Möglich<lb break="no"/>keit der Anwesenheit zu geben. In meinen Augen, wenn man ehrlich verhandeln<lb/>
will, eine ungeheure Belastung für diese Verhandlung, da ja die Massenmedien<lb/>
ja sicherlich mit der Zeit ermüden werden an solchen Verhandlungen teilzu<lb break="no"/>nehmen, doch andererseits natürlich damit nicht extrem beim Fenster hinaus<lb/>
gesprochen wird. <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> hat ein umfangreiches Material über die sozial<lb break="no"/>politische Situation der Bauern vorbereitet, das er in der Vorbesprechung<lb/>
verteilt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, dass insbesondere die AIK-Kredite, wenn sie<lb/>
jetzt gelockert werden, extrem stabilisierungswidrig sind, da sie ja kein<lb/>
zusätzliches Bruttonationalprodukt schaffen sondern nur Produkte erzeugen,<lb/>
mit denen wir sowieso nichts anfangen können. <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> meint, dass aber damit<lb/>
die Infrastruktur verbessert wird. Kreisky möchte insbesondere, dass die<lb/>
Verteilung der Mittel nicht mehr über die LANDWIRTSCHAFTSKAMMER erfolgt.<lb/>
Dies gilt ganz besonders für die Wegbaukostenzuschüsse. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> regt<lb/>
an, man solle eine ähnliche Lösung, wie wir sie bei der Bürges haben,<lb/>
auch auf diesem Sektor vorbereiten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-25_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Deine Unterlagen sind den Sekretären des BKA<lb/>
insbesondere <rs type="person" ref="#per__131037">Tommy Nowotny</rs> vorgelegen und aller<lb break="no"/>dings auf diese Art nicht gut zu verwenden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-25_08"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wird von seinem Sekretariat und von Mitteilungen einzelner Mini<lb break="no"/>sterbüros eingedeckt mit Papier- Er ist natürlich ausserstande, dies zu<lb/>
lesen. Was wirklich notwendig ist, dass die Bürokraten endlich sich ange<lb break="no"/>wöhnen, maximal stichwortartig die wichtigsten Probleme darzustellen.<lb/>
Nur für den Verhandlungsgegner kann es interessant und wichtig sein,<lb/>
von dem Minister eine umfangreiche detaillierte Darstellung zu bekommen,<lb/>
<pb n="15-0474" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-04-25_0474.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>wie dies Häuser ganz richtig auf dem sozialpolitischen Sektor gemacht<lb/>
hat.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-25_09"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, es dürfte keinerlei konkrete Zusage bei den Verhandlungen<lb/>
gemacht werden. Unter dem Druck der Bauern würden wir unter gar keinen<lb/>
Umständen irgendwelche Konzessionen machen. Ich war sehr gespannt, wie<lb/>
dann bei den Verhandlungen letzten Endes aber dann doch ein Kompromiss<lb/>
zustandekommen würde. Da ich überzeugt bin, dass niemand wirklich Forderun<lb break="no"/>gen der Bauernschaft kategorisch ablehnen kann, indem er nicht einmal auf<lb/>
die Berechtigung konkret eingeht.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-25_10">Bei der Verhandlungen, wo neben Präs. <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> des Bauernbundes auch <rs type="person" ref="#per__98048">Walln<lb break="no"/>öfer</rs> und <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> als Landeshauptleute, Bundesrat <rs type="person" ref="#per__113056">Bierbaum</rs> und für die<lb/>
Präsidentenkonferenz allerdings hier als Bauernbundfunktionär Präs. <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs><lb/>
und Dr. <rs type="person" ref="#per__97368">Brandstätter</rs> anwesend waren, selbstverständlich auch Bauernbund<lb break="no"/>direktor <rs type="person" ref="#per__97686">Lanner</rs> sowie einige Abgeordnete zum NR, darunter auch das erste<lb/>
Mal die ÖVP-Bäuerin aus Salzburg, auch der Allgemeine Bauernverband <rs type="person" ref="#per__140846">Novotny</rs><lb/>
und der abtrünnige ÖVP-Bauernbündler , jetzt allgemeiner Bauernverband <rs type="person" ref="#per__146978">Lan<lb break="no"/>ger</rs> sowie <rs type="person" ref="#per__140805">Wenitsch</rs> vom Allgemeinen Bauernverband, von der FPÖ der steir. Abg.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, als Hauptsprecher aber <rs type="person" ref="#per__122971">Zillner</rs> und VP der oberösterreichischen<lb/>
Landtages. Vom Arbeitsbauernbund war <rs type="person" ref="#per__113055">Tillian</rs>, sowie 3 Kollegen anwesend.<lb/>
Das Bauernbund argumentierte mit seinen bekannten Forderungen. Insbeson<lb break="no"/>dere stürzte er sich auf die Regierungsvereinbarung vom 12.9.1972,<lb/>
wo <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> damals zugesichert hat, <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> und <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> habe eine diesbezüg<lb break="no"/>liche schriftliche Formulierung ausgearbeitet, dass sie § 7-Mittel für die<lb/>
Absatzförderung ausschliesslich verwendet werden. Für das Jahr 1972 wurden<lb/>
aber 72 Mio und 1973 sollen 103 Mio der §-7-Mittel auch für die Qualitäts<lb break="no"/>verbesserung herangezogen werden. Darin sieht <rs type="person" ref="#per__97743">Minkowitsch</rs> einen Bruch<lb/>
der Regierungsvereinbarung. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> argumentiert aber hier, dass auch<lb/>
die Qualitätsförderung darunter zu verstehen sei. Beim Düngepreis wünschen<lb/>
sie, dass die Mehrwertsteuer von 16 % auf 8 % gesenkt wird. Ebenso sollen<lb/>
die nichtbuchführenden pauschalierten anstelle des 6 %-igen einen 8 %-igen<lb/>
Vorsteuerabzug durchführen dürfen. Wein wäre ebenfalls von 16 % einheit<lb break="no"/>lich auf 8 % zu senken. Dieselpreis sollte als gefärbt für die Bauern wesent<lb break="no"/>lich gesenkt werden. <rs type="person" ref="#per__140846">Novotny</rs>, allgem. Bauernverband, verlangt, dass zum Ofen<lb break="no"/>heizölpreis, d.h. 1,95 S statt 3.65 S abgegeben wird. <rs type="person" ref="#per__113055">Tillian</rs> verlangt, dass<lb/>
endlich ein Vertrag mit den Ärzten gemacht wird. Die Bundesprüfungskom<lb break="no"/>mission wird positiv von ihm herausgestrichen sowie alle positiven Er<lb break="no"/>scheinungen und die Agrarpolitik der letzten 3 Jahre. <rs type="person" ref="#per__122971">Ziller</rs> möchte eine<lb/>
gesamte Reform der Milchwirtschaft. Er verweist darauf, dass derzeit<lb/>
24 t Rahm täglich nach Schärding importiert werden, obwohl die Bauern eine<lb/>
<pb n="15-0475" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-04-25_0475.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Überschussproduktion angeblich haben. Hier handelt es sich allerdings<lb/>
um einen Veredlungsverkehr. <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> hätte angeblich für die AIK-Kredite<lb/>
zugesagt, dass 724 Mio S, die von 1972 als Überhang übrig geblieben sind,<lb/>
bis zum Sommer ausbezahlt werden. Die Milchanlieferung schlägt <rs type="person" ref="#per__122971">Zillner</rs><lb/>
eine Kontingentierung gegebenenfalls vor. Insbesondere möchte er aber<lb/>
Einlagerung von überschüssigen Agrarprodukten aus wirtschaftlichen, in<lb/>
dem Fall aber verteidigungspolitischen Gründen. Futtermittelimporte,<lb/>
insbesondere auf Eiweiss- Basis sollten verboten werden. Der Allgemeine-<lb/>
Bauernverband-Mann <rs type="person" ref="#per__146978">Langer</rs> verlangt die Abschaffung der garantierten Ab<lb break="no"/>nahme, weil die durch den Minderpreis der Bauernschaft 2,5 Mia S Minder<lb break="no"/>einnahmen bedeutet. Nur 60 % der Erzeugungskosten für Milch seien da<lb break="no"/>durch gedeckt. Er möchte maximal eine gebietsweise Förderung der Milch,<lb/>
spricht sich insbesondere gegen die Marchfeldbauern-Produktion aus und<lb/>
meint auch , dass die Einzugsgebiete der Molkereien abgeschaffte gehören.<lb/>
Er möchte eine Erhöhung des Erzeugermilchpreises wie ihn der freie Markt<lb/>
bringen würde. Dann würden die Bauern nicht mehr Milch produzieren, da sie<lb/>
mit der wenigen Milch ja schon ihre Kostendeckung hätten. Er spricht sich<lb/>
auch ganz entschieden gegen die zwei Nutzungsrinderrassen aus<lb/>
wie sie derzeit noch propagiert wird. Seiner Meinung nach müsste sich alles<lb/>
auf die Fleischproduktion konzentrieren, wie eben ein freier Markt ihn<lb/>
auch tatsächlich bringen würde. <rs type="person" ref="#per__140805">Wenitsch</rs> will ebenfalls eine Abschaffung<lb/>
des Krisengroschen, die Marktanpassung, d.h. die Milchüberschüsse sollten<lb/>
verfüttert und nicht verarbeitet werden. Fischmehl ist in der letzten Zeit<lb/>
von 5.- auf 10.-12.- S gestiegen, die Parität würde 16 S sein, wie<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> mitteilt, um das Milchpulver dann zur Verfütterung preisgleich<lb/>
zu gestalten. weist daraufhin, dass Zuchtvieh in der letzten<lb/>
Zeit um 20 % gefallen ist.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-25_11">Bitte dies aber jetzt auch ins Tagebuch einschreiben:<lb/>
Ich habe bereits jetzt zum drittenmal erklärt, dass der Diktierapparat<lb/>
kaputt ist. Nachdem ich stundenlang diktiert habe, komme ich dann<lb/>
drauf, dass meistens das Band nicht funktioniert. Ich sehe nicht ein,<lb/>
dass ich meine Nachtzeit opfere und dann an solchen technischen Problemen<lb/>
immer wieder scheitere. Da ich mich über die Arbeit an dem Tagebuch<lb/>
sowieso genug geärgert habe, werde ich deshalb ein anderes System ein<lb break="no"/>führen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-25_12">Das Ergebnis der Bauernbesprechung war, dass in Unterkommissionen weiter<lb/>
verhandelt wird. <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> wird sich mit den Bauernvertretern mit einer<lb/>
kleinen Kommission, der Bauernbund verlangte auch die Zuziehung der Land<lb break="no"/>wirtschaftskammer, über Detailinformationen unterhalten. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wird<lb/>
mit den Bauernvertretern über die Mehrwertsteuer und die Budgetsituation<lb/>
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konkrete Ergebnisse erzielt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-25_13"><rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> hat nachher mit mir über die Erdgasbelieferung von Tirol<lb/>
geredet. Ich habe sofort den LH <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> zugezogen und erklärt, dass<lb/>
die Austro-Ferngas keinesfalls mehr für die Länder allein tätig werden<lb/>
darf. <rs type="person" ref="#per__112031">Maurer</rs> erklärte sofort, dass er selbstverständlich bereit ist,<lb/>
auch die westlichen Ländern in die Austro-Ferngas aufzunehmen. Seiner<lb break="no"/>zeit hätten sie sich nur selbst ausgeschlossen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-25_14">Warum <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> zum Präsidium diesmal auch die Regierungsmitglieder<lb/>
eingeladen hat, war mir nicht ganz klar. vielleicht will er einen<lb/>
engeren Kontakt, vielleicht aber auch will er einzelne Probleme,<lb/>
die Regierungsmitglieder betreffen, doch im Präsidium dokumentieren,<lb/>
dass er sie die ganze Zeit bereits schon geändert haben will. Dies<lb/>
gilt insbesondere für die Landwirtschaftspolitik. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> glaubt, dass<lb/>
es nicht notwendig ist, dass wir so grossen Pessimismus jetzt an den<lb/>
Tag legen. Wenn in Oberösterreich <rs type="person" ref="#per__97807">Peter</rs> sich ebenfalls wieder mit<lb/>
der VP verbündet, dann würde auch er sagen, dass der Bürgerblock<lb/>
komplett ist, derzeit meint er nur, müsste Abstand genommen werden von<lb/>
einer Propaganda für die grosse Koalition. Davor kann er nicht genug<lb/>
warnen, die VP kämpft mit aller Gewalt gegen die sozialistische Re<lb break="no"/>gierung und eine Koalition mit ihr kann er sich nicht mehr vorstellen.<lb/>
Die Österreicher wollen keine absolute Mehrheit einer Partei, aber auch<lb/>
keine Koalition. Sie schwanken in dieser Frage ständig.</p></div>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Berghauptmann Tirol</occupation>
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               <occupation>Unterrichtsminister, Bgm. Wien</occupation>
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               <occupation>Landwirtschaftsminister bis 1976</occupation>
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               <occupation>nö. LH (ÖVP), AR-Vors. DoKW</occupation>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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