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            <title type="main">Freitag, der  6. April 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-06_01">Freitag, 6. April 1973</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-06_02">Die Fa. Schuh und Vhynalek werden derzeit von einzelnen Produzenten<lb/>
wie Dunlop &amp; Heath nicht mehr beliefert. Der Vertreter der Sportarti<lb break="no"/>kelhändler <rs type="person" ref="#per__146180">Dobisch</rs> hat mit Herrn <rs type="person" ref="#per__146278">Eybl</rs> von Intersport bei einzelnen<lb/>
Produzenten protestiert, weil sie unter den normal kalkulierten<lb/>
Preisen verkaufen. Die Skiindustrie verlangt, dass bis 40 % Spannen<lb/>
aufzuschlagen sind. Für Grossabnehmer, wie Schuh-Ski, die bis zu 20.000<lb/>
Paar im Jahr verkaufen, bekommen sie Mengenrabatte. Wenn nun Schuh-Ski<lb/>
diese durch Mengenrabatt verkürzten Fabriksabgabepreise 40 % auf<lb break="no"/>schlägt, liegt er noch immer unter dem Preis der von sonstigen Händlern<lb/>
verlangt wird. Dobisch und andere Händler geben 10 % Rabatt von den<lb/>
seinerzeitigen Listenpreisen. Lachs findet diese Vorgangsweise empö<lb break="no"/>rend und <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> wird dieses Problem im Wettbewerbsausschuss unter Vor<lb break="no"/>sitz von Dr. <rs type="person" ref="#per__97406">Ebert</rs>, Handelskammer zur Sprache bringen. Herr <rs type="person" ref="#per__149338">Schuh</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__149112">Vyhnalek</rs> haben dieses Problem mit <rs type="person" ref="#per__97406">Ebert</rs> und <rs type="person" ref="#per__146180">Dobisch</rs> besprochen,<lb/>
ohne dass ein positives Ergebnis erzielt werden konnte.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-06_03">Dr. <rs type="person" ref="#per__113372">Wallner</rs> hat mit dem Besitzer von Weissen Rössl in Ybbs, Dr. <rs type="person" ref="#per__146320">Gevay</rs><lb/>
gesprochen, ihm aber keinerlei Zusagen wegen eines eventuellen Spiel<lb break="no"/>kasinos in Österreich gemacht. <rs type="person" ref="#per__113372">Wallner</rs> erklärt, dass an den sogenannten<lb/>
Touren in Österreich nicht zu denken ist. In anderen<lb/>
Kasinos wird, wenn grössere Gruppen aus anderen Ländern arrangiert<lb/>
werden, bis zu 30 % Transportkosten und 10 % Aufenthalt aus den<lb/>
Einspielergebnissen getragen. Dies ist aber nur möglich, weil in<lb/>
der Welt nur 30 % Steuerbelastung, in der BRD 80 und in Österreich<lb/>
90 % beträgt. Deshalb kann aus den 10 %, die den österreichischen<lb/>
Kasinos verbleiben, nicht so aufwendige Arrangements mit Reise<lb break="no"/>büros, Firmen oder Privaten, die entsprechende Spieler einfliegen,<lb/>
getroffen werden. <rs type="person" ref="#per__113372">Wallner</rs> hat <rs type="person" ref="#per__146320">Gevay</rs> nicht im Unklaren gelassen,<lb/>
dass er an der amerikanischen Finanzierungsgesellschaft nicht inter<lb break="no"/>essiert sei. Höchstens an Gästen, die nach Österreich spielen kommen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-06_04">Dr. <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs> von Tirol und Hofrat <rs type="person" ref="#per__146899">Kirchmeier</rs>, der Wirtschaftsreferent<lb/>
der Tiroler Landesregierung, Dr. <rs type="person" ref="#per__116012">Amon</rs> von der HK OÖ und gleichzeitig<lb/>
Geschäftsführer der oö. Gasgesellschaft, <rs type="person" ref="#per__146114">Bonjoti</rs> und <rs type="person" ref="#per__149179">Rippl</rs> von<lb/>
Salzburg hatten bei der ÖMV – Gen. Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> und <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtinger</rs>, <rs type="person" ref="#per__97671">Kreut<lb break="no"/>ler</rs> und einige Herren, die ich nicht kannte, eine Aussprache wegen<lb/>
der Belieferung Westösterreichs mit Erdgas, resp. Russen- resp. Alge<lb break="no"/>riengas. <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs> verlangte eine Mitsprache beim Transport, aber<lb/>
<pb n="15-0451" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-04-06_0451.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>auch bei der Preisgestaltung, den westlichen Ländern wäre es recht,<lb/>
wenn die ÖMV als Oberverteiler fungieren würde. Sie anerkennen unter<lb/>
gar keinen Umständen die Austro-Ferngas. <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs> erklärte, selbst<lb/>
wenn ich ein Pipeline-Gesetz anstrebe, werden sie alles daransetzen<lb/>
um ihre Rechte durchzusetzen, nachdem die Gasleitung von Monfalcone<lb/>
nach Deutschland über ihr Gebiet gehen wird. Ich erklärte, dass man<lb/>
erst sehr spät jetzt in Tirol aufgewacht ist, denn bei der TAL-Leitung,<lb/>
d.h. der Ölleitung über das Tiroler Gebiet hat man sich nicht zur Wehr<lb/>
gesetzt. Die Konzeption der jetzigen Regierung läuft aber bereits<lb/>
darauf hinaus, dass sehr wohl die österreichische Strecke nur mit<lb/>
österreichischem Einfluss kapitalmässig gebaut werden kann. Ich<lb/>
erklärte mein Einverständnis, wenn beide Teile mich als Schiedsrichter<lb/>
anrufen, zu versuchen, ein Kompromiss zu erzielen. <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs> ersuchte<lb/>
mich zuletzt, dass ich mich für die Interessen dieser Länder einsetzen<lb/>
sollte. Ich konnte nicht unterdrücken beim Abschied zu sagen, da<lb/>
haben die Schwarzen untereinander kein Konzept, streiten und ein<lb/>
Roter soll schlichten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-06_05">Am Abend hatte ich dann eine grosse Konferenz mit den Vertretern der<lb/>
Austro-Ferngas, die mir mitteilen, dass sie am 4. April doch nun den<lb/>
Vertrag über die Transportrechte mit der ÖMV und den ausländischen<lb/>
Gesellschaften abgeschlossen haben. Sollte sich in Österreich Schwie<lb break="no"/>rigkeiten ergeben wegen des Transportes Algerien-Gas in den Wiener und<lb/>
nö. Raum würden sie eine eigene Gasleitung bauen. Ich habe sofort<lb/>
Gen.Dir. <rs type="person">Gruber</rs> erklärt, dass ich unter gar keinen Umständen eine<lb/>
Parallel-Leitung zulassen würde. Ich appellierte an die Austro-<lb/>
Ferngas, dass sie so schnell wie möglich zu einem Akkord mit den rest<lb break="no"/>lichen Bundesländern und der ÖMV käme.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-06_06">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs>, <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtinger</rs>, <rs type="person" ref="#per__142434">Schmatzberger</rs>, <rs type="person" ref="#per__126516">Masowsky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97671">Kreutler</rs><lb/>
kamen, um mit mir die Erdgasproblemation zu besprechen. Ich habe dann<lb/>
beide Teile – Austro-Ferngas und ÖMV zusammengebracht und nach einer<lb/>
Stunde heftigster und sehr harter Diskussion, die bis zu Ausdrücke:<lb/>
Taschenspielertricks, ging, dann letzten Endes einen Akkord dahingehend<lb/>
erzielt, dass unverzüglich die Fachleute sich zusammensetzen, um die<lb/>
technischen Probleme zu besprechen. Sollte es nicht möglich sein, ein<lb/>
Einvernehmen zu erzielen, werden sie mir berichten. Wenn es zu einem<lb/>
Akkord kommt, werde ich auch einen entsprechenden gemeinsamen Bericht<lb/>
erhalten.</p><pb n="15-0452" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-04-06_0452.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-06_07"><rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs> berichtet mir, dass es ihm gelungen ist mit der IIP in<lb/>
Den Haag, die 5 Staaten repräsentiert, einen Vertrag abzuschliessen.<lb/>
Auch in der BRD ist dies jetzt geschehen, offen ist daher nur<lb/>
mehr Frankreich. <rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs> zweifelt nicht daran, dass es gelingen wird,<lb/>
diesen Vertrag auch sehr bald unter Dach und Fach zu bringen. Alle<lb/>
diese Verträge beinhalten die Wettbewerbsklausel, d.h. dass keiner<lb/>
dieser Staaten die Ergebnisse an Dritte zur kommerziellen Auswertung<lb/>
weitergeben. <rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs> ist fest davon überzeugt, dass er jetzt<lb/>
unverzüglich die technischen Unterlagen, d.h. die Bänder oder Lochkarte<lb/>
bekommen wird, um die Probeläufe starten zu können. Schwierigkeiten<lb/>
wird es nur mit den USA geben, weil dort eine Datensperre an das<lb/>
Ausland verfügt wurde.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-06_08">Im Fremdenverkehrsdirektorium konnte ich mich mit der Ausschreibung<lb/>
für den Geschäftsführer nicht durchsetzen. Die Ländervertreter, Hofrat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115027">Hlous</rs> <add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add>, aber auch Dr. <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs> von der Handelskammer, erklärte, dass sie<lb/>
erst in einer Wochen, d.h. nach einer Besprechung der Ländervertreter<lb/>
ihre Zustimmung geben könnten. Die Länder haben sich bereits sechs<lb/>
auf Kommerzialrat <rs type="person" ref="#per__97459">Fröhlich</rs> als Geschäftsführer geeinigt und wünschen<lb/>
scheinbar keine Ausschreibung. Da mehrere Interessenten aber vorhanden<lb/>
sind, werde ich versuchen, auf Alle Fälle eine Ausschreibung durchzu<lb break="no"/>setzen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-04-06_09">Neben einer Reihe von wichtigeren und unwichtigeren Beschlüssen wurde<lb/>
mir dann aber klar, dass die Generalversammlung mit der Budgetbe<lb break="no"/>stätigung, d.h. Beschlussfassung einberufen wurde, obwohl die Länder<lb break="no"/>vertreter nicht bereit waren, diesen Beschluss auch zu fassen. Erst<lb/>
am nächsten Tag würden die Finanzreferenten sich endgültig entscheiden,<lb/>
ob sie bereit sind, die Aufstockung auf das Fremdenverkehrsbudget, Summe<lb/>
120 Mill., zu akzeptieren. Der Bund hat bereits beschlossen, die Auf<lb break="no"/>stockung durchzuführen, die Handelskammer zögert, da sie erst den Be<lb break="no"/>schluss der Ländervertreter braucht. Die Finanzreferenten haben aber da<lb/>
Fremdenverkehrsdirektoren oder auch den Fremdenverkehrslandesräten keine<lb/>
solche Ermächtigung gegeben. Ich setzte den Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs><lb/>
auseinander, dass wir unter gar keinen Umständen eine Generalver<lb break="no"/>sammlung ohne eine positiven Budgetbeschluss machen dürfen. Wenn<lb/>
nämlich die Generalversammlung beschlossen hat, dass wir nicht das<lb/>
Budget im vorgesehenen Ausmass genehmigt bekommen, dann müssen wir<lb/>
unverzüglich alle Aktionen abstoppen, resp. einschränken. Dr. <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs><lb/>
meinte, er müsste dann bereits den einzelnen Zweigstellen entspre<lb break="no"/><pb n="15-0453" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-04-06_0453.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>chende Weisung geben, dass sie unverzüglich reduzierte Budgetansätze<lb/>
zur Anwendung bringen. Da anzunehmen ist, dass wir doch in weiterer<lb/>
Folge die erhöhte Budgetziffer durchsetzen, schlug ich vor, dass wir<lb/>
unter allen Umständen, wenn der Sprecher der Landesregierungen, LR <rs type="person" ref="#per__98037">Vogl</rs><lb/>
vom Burgenland, nicht Montag die Zustimmung gibt, auf alle Fälle die<lb/>
Generalversammlung verschieben.</p></div>
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            <head>Tagesprogramm, 6.4.1973</head>
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