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            <title type="main">Montag, der 26. März 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_01">Montag, 26. März 1973</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_02"><rs type="person" ref="#per__127033">Oberegger</rs> aus Mailand teilt mit, dass <rs type="person" ref="#per__126284">Leherb</rs> in der Villa Communale<lb/>
seine Plakate präsentieren wird. Ich soll den Ehrenschutz übernehmen,<lb/>
was ich selbstverständlich sofort zusage.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_03">Beim jour fixe urgiert <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> neuerdings die Auszeichnung für<lb/>
<rs type="person" ref="#per__149241">Sturmlechner</rs> § 58 Gew.O. und da die Arbeiterkammer noch immer kein<lb/>
Gutachten abgegeben hat, spricht er auch mit Präsident <rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs>.<lb/>
Betreffend die Verordnung über die Lehrlingsprüfung wünscht <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>,<lb/>
dass sie frühestens mit 1.1.1974 in Kraft treten soll, da sie organi<lb break="no"/>satorische Umstellungsschwierigkeiten haben. Da wir über die Sitzungs<lb break="no"/>gelder noch immer keine einvernehmliche Lösung haben und ich eine Be<lb break="no"/>sprechung mit den Präsidenten machen muss, wird vorher sowieso keine<lb/>
Möglichkeit sein, diese Verordnung in Kraft zu setzen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_04"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> ist erschüttert, dass im Mühlviertel von <rs type="person" ref="#per__146202">Ebner</rs> Besprechungen<lb/>
mit Unternehmern aufgenommen wurden, ohne dass die Handelskammer davon<lb/>
etwas wusste. Die oö. Handelskammer hat sich bei <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> bitter be<lb break="no"/>schwert und darauf hingewiesen, dass er doch immer sagt, es bestehe<lb/>
so ein gutes Einvernehmen zwischen dem Handelsministerium und der<lb/>
Handelskammer. Er und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> geben zu, dass selbstverständlich das<lb/>
Ministerium autonom jederzeit mit Firmen in Verbindung treten kann, doch<lb/>
hätten sie auch unter <rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs> und <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs> so etwas niemals zugelassen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> schlägt vor, man sollte – nachdem dies jetzt schon geschehen<lb/>
ist – die Handelskammer noch fragen, ob weitere Firmen dafür in Frage<lb/>
kommen und mit einer Begleitgung der Linzer Handelskammer diese Firmen<lb/>
besuchen. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat den Präsidiumbrief unterschriften von <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs>,<lb/>
wo die Besuche angekündigt werden und liest ihn mir vor. Scheinbar<lb/>
fürchtet <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, dass bei deisen Betriebsbesprechungen<lb/>
die Firmen wesentliche Vorteile erreichen wie Zinsenzuschüsse oder<lb/>
besondere Aktionen und vielleicht ihre Firmen, die sie protegieren wol<lb break="no"/>len, ausgeschaltet werden. Da ich über die Detilas nichts weiss, rufe<lb/>
ich nachmittags <rs type="person" ref="#per__146202">Ebner</rs>, der bereits wieder inder Steiermark ist, an<lb/>
und er teilt mir mit, dass er durch reinen Zufall allerdings bei der<lb/>
Bezirksstelle der Handelskammer gewesen ist. Ich schldere ihm die<lb/>
Situation und ersuche ihn, sich mit der Linzer Handelskammer in Ver<lb break="no"/>bindung zu setzen, was er zusagt. Sofort verständige ich <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs>,<lb/>
dass ja bereits von <rs type="person" ref="#per__146202">Ebner</rs> selbst in Schärding mit der Handelskammer<lb/>
Kontakt aufgenommen wurde. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> wurde dies gegenüber von der<lb/>
<pb n="15-0392" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-03-26_0392.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Handelskammer abgestritten und er wird klären, wer jetzt recht<lb/>
hat und mich dann verständigen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_05"><rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> möchte nun endgültig wissen, wer Geschäftsführer für die ÖFVW<lb/>
wird. Ich selbst erkläre, dass erst eine Ausschreibung den besten finden<lb/>
soll. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> gibt schon seinen Kandidaten <rs type="person" ref="#per__127903">Lukas</rs> deshalb auf, weil<lb/>
er sagt, der bekommt viel zu wenig bezahlt, da ich ja erklärt habe,<lb/>
ungefähr 16.000 S. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> will dann unbedingt wissen, was <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-<lb/>
Hansel</rs> hat und ich rufe ihn an. Da erfahre ich, dass mir <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs><lb/>
selbst als er das Geschäft übernahm von meinem Amtsvorgänger 5.000 S<lb/>
netto zu seinem Ministerialratsgehalt ausgemacht hat. Nebenbei teilt<lb/>
er mir mit, dass dies ungefähr jetzt ungefähr 11.000 S brutto ausmacht.<lb/>
Über diesen Brutobetrag sage ich nichts sondern die VEreinbarung, die<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs> mit meinem Amtsvorgänger ausmachte – zu seinem Ministerial<lb break="no"/>ratsgehalt 5.000 S netto, gibt <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> die Basis zusagen, dann müsste man<lb/>
also den Posten mit 21.000 S derzeit dotieren. Da <rs type="person" ref="#per__111736">Zolles</rs> nur 14.000 S<lb/>
hat und schon über dem Schema von uns liegt, können wir ein Schema<lb/>
wirklich für diesen Posten nicht verwenden. Ich erkläre mich bereits<lb/>
in die Ausschreibung diese 21.000 S aufzunehmen. Wenn das Direktorium<lb/>
dem zustimmt und festhalten lasse, dass dies der Vorschlag der Handels<lb break="no"/>kammer ist.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_06">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL/</rs> Vielleicht kann man dies dann auch so umschrei<lb break="no"/>ben, dass man einen gewissen Zuschlag zu unserem<lb/>
Schema errechnet.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_07"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat von unserer industrieregionalpolitischen Studie erfahren und<lb/>
möchte eine haben.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte eine solche übermitteln und festhalten, dass<lb/>
in einer Grundsatzgruppe – so hoffe ich ja – schon<lb/>
darüber gesprochen wurde.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_09">Die Ostliberalisierung stellt sich <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> am besten so vor, dass die<lb/>
Zollämterermächtigung zwar ausgesprochen, aber eine Vidierung entweder<lb/>
durch die ZAE oder durch die Handelskammern erfolgt. Er hat allerdings-<lb/>
mit seinen Länderkammern noch nicht gesprochen und wird erst wenn wir<lb/>
im Prinzip uns damit einverstanden erklärt haben, konkrete Verhanldungen<lb/>
mit diesen führen. Ich habe das GEfühl, er möchte eigentlich viellieber,<lb/>
dass wir über die ZAE die Vidierung vornehmen.</p><pb n="15-0393" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-03-26_0393.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_10">Die wirtschaftliche Landesverteidigung wird von mir kurz erwähnt und<lb/>
in Hinkunft erklärt, auch die Ländervertreter zuzuziehen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_11">Die Lohnbewegung macht <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> grosse Sorgen, die seinerzeitige Erklärung<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> 3 % real pro Jahr hält er für überhöht, weil das ungefähr<lb/>
1 % Lohnbewegung pro Monat bedeuten würde um 3 % real netto zu errei<lb break="no"/>chen. Ich mache ihn darauf aufmerksam, dass in Wirklichkeit ein wesent<lb break="no"/>lich höherer Bruttobetrag notwendig sein wird, wenn man die Abgaben<lb/>
noch in Abzug bringt. Er wird diesbezügliche BErechnungen anstellen<lb/>
lassen. Bei einem realen Wirtschaftswachstum von 6,4 % findet er<lb/>
dass trotzdem 3 % Reales Lohneinkommen zu hoch ist. Ausgelöst und beein<lb break="no"/>flusst wird diese Politik, so glaube ich, ohne dass es dort diskutiert<lb/>
wird, von den unmöglichen VErhandlungen, die wir mit den öffentlich<lb/>
Bediensteten führen müssen. Dort gibt es überhaupt keine Produktivi<lb break="no"/>tätssteigerung oder zumindestens nur eine minimale und trotzdem natür<lb break="no"/>lich auch dort die 3 % real verlangt. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat übrigens dieselbe Ein<lb break="no"/>kommenssteigerung auch für die Bauern verlangt. Allerdings hat er dort<lb/>
angemerkt, was die wenigsten beobachteten, dass er die Forderung als<lb/>
überhöht betrachtet.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_12">Die EFTA-Staaten seien seiner Meinung nach bereit, die Abschöpfungs<lb break="no"/>regelung, wie wir sie mit den EG jetzt in Aussicht nehmen, auch selbst<lb/>
anzuwenden. Unter diesen Umständen müssten einige Vertragssätze wie z.B.<lb/>
Teigwaren gekündigt werden. Die AK macht aber grosse Schwierigkeiten,<lb/>
weshalb er ersucht, wir sollten dieses Problem besprechen und in seinem<lb/>
Sinne regeln. Ich habe keinerlei Zusagen gemacht, ausser dass wir eine<lb/>
diesbezügliche Sitzung einberufen sollten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte, dieses Problem bei uns im Haus besprechen<lb/>
lassen, wenn es zu keiner Einigung kommt, dann<lb/>
mich zuziehen. In diesem Fall will sogar auch <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs><lb/>
persönlich kommen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_14"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> erwartet, dass ich für die Gemeinde Spiss, die bei Landeck an<lb break="no"/>schliesst und ein Zollausschlussgebiet gegenüber der Schweiz werden<lb/>
soll, ihn beim Finanzminister unterstütze. Ich habe sofort nach meinem<lb/>
Prinzip erklärt, dass dies eine Angelegenheit des Finanzministeriums<lb/>
ist.</p><pb n="15-0394" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-03-26_0394.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_15"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> vertritt die Meinung, dass die Rückschläge in Kärnten<lb/>
hauptsächlich auf überstürzte Gesetze wie z.B. Ortstafeln zurück<lb break="no"/>zuführen ist. Er meint überhaupt, dass ausser dem Verkehrsminister<lb/>
und auch ich niemand genug vorsichtig ist bei der entsprechenden<lb/>
Politik und bei der Formulierung der Gesetze. Dadurch kommt es zu diesem<lb/>
Eklat. Die nächste gorsse GEfahr, die er sieht, ist die Arbeitsver<lb break="no"/>fassung. Hier wäre er missverstanden worden, denn er hätte niemals gegen<lb/>
die besoffenen oder für besoffene Betriebsräte gesprochen sondern nur<lb/>
darauf hingewiesen, dass auf VOrschlag von <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> auch dann, wenn ein<lb/>
Betriebsrat den Unternehmer tätlich angreift oder betrunken ist, das<lb/>
Arbeitsgericht zuerst prüfen müsste, ob eine Zusammenarbeit noch<lb/>
möglich sei. Er verglich dies mit einem Versöhnungsversuch bei einer<lb/>
Scheidung. <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> wird, so fürchtet er, nun das GEsetz durchpeitschen.<lb/>
Mein Hinweis, dass <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> ja nicht zuletzt durch meine RÜcksprache<lb/>
bereit war, die Übereinkommen der Sozialpartner zu übernehmen, wird<lb/>
nach Auffassung <rs type="person" ref="#per__97769">Mussils</rs> längere Zeit dauern. Bis zum 19. April<lb/>
sollen jetzt Beamte der Handelskammer – <rs type="person" ref="#per__112626">Hauser</rs> uns <rs type="person">Basalka</rs> – von der<lb/>
Arbeiterkammerseite <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs>, <rs type="person" ref="#per__111740">Dallinger</rs>, <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs> – die differenten<lb/>
Auffassungen herausschälen und dann den Präsidenten berichten, damit<lb/>
diese einen Lösungsversuch machen. Der Termin vom 31.3 kann von<lb/>
der Handelskammer nicht eingehalten werden und deshalb wird sie ein<lb/>
sehr negatives Gutachten an Häuser schicken. Über diesenSchritt ist<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> nicht sehr glücklich. Ich verspreche neuerdings mit <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs><lb/>
darüber zu reden, erwarte mir aber eigentlich, das habe ich dort<lb/>
nicht gesagt, keinen Erfolg. <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> selbst steht auf dem Standpunkt,<lb/>
dass die Handelskammer nur alles hinauszögern will und deshalb das<lb/>
Gesetz eingebracht wird, wenn sich dann eine gemeinsame Aufassung<lb/>
der Sozialpartner ergibbt wird er dies in der Gesetzgebung, d.h im<lb/>
Ausschuss vielleicht auch in einem Unterausschuss noch berücksichtigen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_16">Beim Journalistenfrühstück, wo <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> über die IFES-Studie – Konsumen<lb break="no"/>tenbewusstsein – referierte, die auf Grund einer Ausschreibung dem IFES<lb/>
als billigstes Institut zugeschlagen wurde, zeigt sich,das rege INteresse<lb/>
einzelnen Zeitungen z.B. Kurier – <rs type="person" ref="#per__114967">Gröbmansperg</rs> – für dieses Thema<lb/>
Sie möchte sogar die ganze Studie haben, diese können wir auf gar keinen<lb/>
Fall aus der Hand geben, weil dort klar und deutlich zum Ausdruck kommt,<lb/>
dass weder die AK noch der ÖGB als die Konsumentenvertretungen akzeptiert<lb/>
werden, nur nicht einmal ganz 10 % der BEfragten sind der Meinung, dass<lb/>
diese als Konsumentenvertretungen unabhängig sind. Die Handelskammer<lb/>
schneidet dabei nicht viel schlechter ab. Den Frauen, die gefragt wurden,<lb/>
schwebt eine unabhängige eigene Konsumentenorganisation vor. Sicherlich<lb/>
<pb n="15-0395" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-03-26_0395.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ist das darauf zurückzuführen, dasss die Preissteigerungen eben<lb/>
die Bevölkerung veranlasst anzunehmen, dass eben nur eine wirklich<lb/>
unabhängige Stelle nicht nur Konsumentenberatung sondern in diesem<lb/>
Fall dann auch gleich Preisstop oder so etwas ähnliches durchführen<lb/>
sollte. Dies wurde nicht gefragt, wahrscheinlich auch nicht wörtlich<lb/>
zum Ausdruck gebracht, aber doch im Unterbewusstsein erwartet.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_17">Bei einer anschliessenden Besprechung mit <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> erklärt mir dieser<lb/>
dass die Meinungsumfrage für ihn schon ein kalter Kaffee ist, sie ist<lb/>
eingespielt, funktioniert und gibt keinerlei Probleme mehr auf. Er glaub<lb/>
allerdings, dass die Partei insbesondere nur dann Meinungsumfragen<lb/>
macht, um irgendetwas bereits zu erklären. Seiner Meinung nach müssten<lb/>
aber Meinungsumfragen auf der ganzen Linie mit einem bestimmten Ziel<lb break="no"/>programm erstellt werden, weil dadurch eine falsche INformation der<lb/>
Parteispitze erfolgt. Durch die Zielvorstellung, z.B. zu wissen, wie<lb/>
die Bevölkerung über das Problem der Preise denkt, ergibt sich automa<lb break="no"/>tisch, dass ein grosses Spektrum der Wähler überhaupt nicht erforscht<lb/>
wird. Dann wird die Partei durch Wahlergebnisse wie Graz oder Kärnten<lb/>
überrascht. In Graz haben nämlich unsere Kernschichten, wie sich jetzt<lb/>
klar und deutlich herausstellt, die Partei nicht mehr gewählt und<lb/>
zwar nicht ausschliesslich wegen der Autobahntrasse. Die PaRTEI WIRD<lb/>
jetzt wieder nur Folgeuntersuchungen anstellen. Das wirklich interessan<lb break="no"/>teste Phänomen für <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs> ist die Bürgerinitiative. Hier meint er,<lb/>
müsste man eine ganz andere Stellung dzau einnehmen. Meine ABsicht<lb/>
die ich bereits auf der Landstrasse vor Monaten um nicht zu sagen<lb/>
vor Jahren propagiert habe, nämlich, dass wir bei jeder Aktivittät<lb/>
auch bei der Bürgerintiative als Partei dabei sein sollten, hält<lb/>
er für absolut richtig.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_18">Zum Interview mit Frau <rs type="person" ref="#per__149226">Thorn</rs>, der Gattin des Luxemburger VErtreters<lb/>
bei der EG, hat sich zu meiner grössten Verwunderung auch <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs><lb/>
angemeldet. Ich benützte diese GElegenheit, um neuerdings herauszustrei<lb break="no"/>chen, dass <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs> jetzt nach Brüssel als Botschafter kommt, um die<lb/>
schwierigen Einzelprobleme wie Ursprungsregelung usw. besser zu lösen,<lb/>
als es uns möglich war, im Vertrag durchzusetzen. Irgendwer hat mir<lb/>
gesagt, dass <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs> eine Aktivität in der letzten Zeit entwickelt,<lb/>
die erstaunlich ist.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_19">In der Ministerratsvorbesprechung kommt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> selbstverständlich<lb/>
auf die Kärntner Wahlen zu sprechen. Er meitn, dass insbesondere die<lb/>
Eingemeindung und der Ortstafelkonflikt grosse Probleme für diese<lb/>
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weder in der Öffentlichkeit diskutieren, da er auf dem Standpunkt<lb/>
steht, die müssen sie sich selbst lösen, noch intern besprochen wissen.<lb/>
Er meint, es sei dort eine sehr gute Mannschaft mit <rs type="person" ref="#per__97953">Sima</rs> und seinen<lb/>
Landesräten am Werk. In Wirklichkeit muss er genauso wie alle anderen<lb/>
wissen, dass zwischen den einzelnen Mitgliedern der Landesregierung ein<lb/>
nicht nur gespanntes Verhältnis existiert, sondern man überhaupt<lb/>
im Parteivorstand dort gar nicht über Probleme diskutiert, sondern<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97953">Sima</rs> Monologe hält. Die anderen hören ihm gar nicht mehr, unternehmen<lb/>
aber nichts, um keinen Streit vom Zaun zu brechen. Wie weit diese ge<lb break="no"/>spannte Situation noch weiter bestehen bleiben kann, ist für mich<lb/>
mehr als fraglich. Warum <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> aber die Teamarbeit gegenüber uns so<lb/>
herausstreicht, lässt sich nur erklären, dass er noch immer vielleicht<lb/>
sich den Bundesländern verpflichtet fühlt, die ihn ja mehr oder minder<lb/>
gegen Wien und <rs type="person" ref="#per__97818">Pittermann</rs> gemacht haben und deshalb er nicht will, dass<lb/>
eine solche DIskussion ausbrechen sollte, wo er dabei ist. In Kärnten<lb/>
hätten die Deutschnationalen jetzt die soz. Partei nicht mehr gewählt,<lb/>
weil als das Ortstafelgesetz gekommen ist, sie sofort durch ihre natio<lb break="no"/>nale VErgangenheit über ihre faschistoiden Züge zum Durchbruch kamen<lb/>
Der Versuch Landesrat <rs type="person" ref="#per__98038">Wagners</rs> von Wien sich freizuspielen, sei geschei<lb break="no"/>tert und auch nicht sehr sinnvoll gewesen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sieht aus diesem<lb/>
Wahlergebnis, dass früher eben nur unsere Kernschichten oder unsere<lb/>
Mitglieder und Wähler eine bestimmte GRösse des Wahlerfolges mit sich<lb/>
brachten, d.h. im Siebzigerjahr sei es gelungen, weitere Wähler<lb break="no"/>schichten zu gewinnen, Er warnt daher neuerdings vor Machtproben bei<lb/>
einezlnen Lösungen. Dies gefällt zwar unseren Mitgliedern und unseren<lb/>
Wählern, aber eben nur 45 %, wir sollen und dürfen die anderen nicht<lb/>
vor den Kopf stossen. Er meint, dass die Meinungsumfrage ergibt, dass<lb/>
bei der Bundespolitik kleine Einbuchtungen Wählerverluste zu verzeichnen<lb/>
seien. <rs type="person" ref="#per__117164">Gehmacher</rs>, mit dem ich über dieses Problem am Vormittag ge<lb break="no"/>sprochen habe, hat allerdings die Auffassung, dass Spezialuntersuchungen<lb/>
über das ganze Spektrum notwendig seien und deshalb diese 7 Fragen,<lb/>
die die Meinungsforscher automatisch imer bei dieser Umfrage anschlies<lb break="no"/>sen, kaum mehr repräsentativ sind.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Vielleicht könnte man ohne dass wir deutlich in<lb/>
Erscheinung treten, diese Fragen und die Ergeb<lb break="no"/>nisse in Graz und in Kännten vor den Wahlen und<lb/>
nach den Wahlen als Detailziffer bekommen. Vor al<lb break="no"/>lem wäreinteressant, ob und wie die Ergebnisse<lb/>
für OÖ jetzt und nachher aussschauen werden.</p><pb n="15-0397" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-03-26_0397.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_21"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, dass sich jetzt am Sternwartepark die Bundesregierung<lb/>
bewähren muss. Der Kampf mit den Massenblättern F Kronenzeitung –<lb/>
muss aufgenommen werden. Wenn wir jetzt uns nicht konfrontieren, sind<lb/>
wir bei den nächsten Wahlen erledigt. Die Massenblätter werden dan mit<lb/>
dem Rundfunk gemeinsam die Regierung vernichtend kritisieren. Aus der<lb/>
BRD hat sich gezeigt, dass <rs type="person" ref="#per__114110">Brandt</rs> ebenfalls den Kampf gegne die Bild<lb break="no"/>zeitung aufgenommen hat. Die Bildzeitung hat sehr viele Leser verloren,<lb/>
insbesondere sozialdemokratische Wähler und Mitglieder. <rs type="person" ref="#per__114110">Brandt</rs> konnte<lb/>
sich aber dann besonders profilieren, weil er kontroversiell gegen<lb/>
die CDU/CSU wegen der Ostverträge sich aufbauen konnte. Der grösste<lb/>
Fehler wäre, so wie bei der Wahlniederlage <rs type="person" ref="#per__97634">Klaus</rs>, dass wir jetzt wie<lb/>
ein Kaninchen auf die Kobra starren, sondern wir müssen sofort initiativ<lb/>
zur Tagesordnung übergehen und neue Aktivitäten setzen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> vermisst<lb/>
dass die Information nicht funktioniert und unsere Mitglieder und Ver<lb break="no"/>trauenspersonen auch nicht aktiv genug sind. Nach langer Zeit melde<lb/>
ich mich wieder einmal zu Wort und meine, dass in kleineren Kreisen<lb/>
genug kritisiert wird, z.B. auf der Landstrasse und bei der Gew. d.<lb/>
Lebensmittelarbeiter, dass man auch dann durch die entsprechnedne Er<lb break="no"/>klärungen unsere Funktionäre vielleicht sogar überzeugen kann, dass sie<lb/>
aber in den Jahrzehnten immer den Angriff vorgetragen haben, dass sie<lb/>
sozusagen auf Offensive eingeschult und eingestellt sind und dass sie<lb/>
jetzt verteidigen müssen und dass sie dies eben nicht können. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
meint, er kennt die Stimmug genau, weil er ja entsprechende Briefe<lb/>
kriegt und auch in VErsammlunge geht. Diesbezweifel ich nicht, doch glaube<lb/>
ich dass damit ein INformationsfluss erfolgt, der nur von Aktiven ausgeht.<lb/>
Die grosse schweigende MAsse kann man nämlich weder in Diskussionen von<lb/>
Parteiversammlungen noch in BRiefen erfahren.Man müsste wahrscheinlich<lb/>
wirklich eine Meinungsumfrage in ihrer ganzen BReite einsetzen. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs><lb/>
beschwert sich, dass bei den Einteilung von <rs type="person" ref="#per__126976">Strache</rs>, der übrigens das<lb/>
erste Mal an einer Regierungsvorbesprechung teilnimmt, keine Zeit zu<lb/>
Diskussionen bleibt. Die MEthode, die Spitzenpolitiker nur vorzuführen,<lb/>
die man seinerzeit beim burgenländischen Wahlkampf angewendet hat,<lb/>
ist falsch. und nicht mehr zeitgemäss. Lieber weniger VErsammlungen und<lb/>
dafür mehr DIskussionsmöglichkeit. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> spricht sich, nachdem er in der<lb/>
Südsteiermark war und dort viele Kleinbauern kennengelernt hat, die wirk<lb break="no"/>lich fürchterliche Einkommenverhältnisse haben müssen, gegen die koopera<lb break="no"/>tive Agrarpolitik <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> mit <rs type="person" ref="#per__97691">Lehner</rs> aus. Er meint, es müsste eine Umschich<lb break="no"/>tung im Landwirtschaftsbudget zugunsten der wirklichen Armut in der Land<lb break="no"/>wirtschaft erfolgen. Auf Grund dieser ERfahrung hat er ja auch angekrei<lb break="no"/>det, dass öffentliche Mittel der Landwirtschaftskammer zur Verfügung ge<lb break="no"/>stellt werden, die diese ausschliesslich nur für Österr. Bauernbund-Propa<lb break="no"/><pb n="15-0398" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-03-26_0398.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ganda resp. Anti-Regierungspolitik verwendet. <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> hat primär fest<lb break="no"/>gestellt, dass in Vorarlberg bereit eine Anti-Gastarbeiter-Stimmung<lb/>
herrscht. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> fürchtet, dass die grossenSachen gar nicht mehr<lb/>
ankommen. DIe Schülerfreifahrten und Bücheraktion ist untergegangen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> möchte, dass die Minister womöglich zu zweit oder zu dritt<lb/>
auf alle Fälle jetzt wieder Pressekonferenzen starten. Ich lade <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs><lb/>
zu eventuell einer Pressefrühstücksaussprache ein, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nimmt<lb/>
darauf eigentlich, ohne dass er ghört hat, dass ich mit <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> dies<lb/>
besprochen habe, darauf bezug und meint, es müssten richtiggehende<lb/>
grosse Pressekonferenzen sein. Ich glaube, dass wir mit dem Presse<lb break="no"/>frühstück besser fahren und sehe derzeit eigentlich keine Möglichkeit,<lb/>
eine grosse Pressekonferenz zu veranstalten. Ich wüsste nicht einmal,<lb/>
welches Thema wir hier zur Sprache bringen sollten. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> teilt mit,<lb/>
dass die ÖVP eine Aussprache über die Lage der Familien gerne hätte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> möchte neben der Erhöhung der Geburtenbeihilfe auch noch<lb/>
andere familienpolitische Akzente setzen. Richtig ist, dass er die<lb/>
Briefe, die er bekommt und das sind etliche hunderte, gewissenhaftest<lb/>
liest und dadurch auch auf einzelne krasse Fälle der Benachteiligung<lb/>
d.h. Armut in Österreich wirklich stösst. Seine Idee ist dann, sofort<lb/>
Abhilfe zu schaffen. Eine Rentnerin hat ihm mitgeteilt, dass man ihr<lb/>
jetzt Gas und Strom abgesperrt hat, weil er eben auf Grund des § 7-Mie<lb break="no"/>tengesetz einen höheren Zins zahlen muss und damit nicht auskommt.<lb/>
Sofort schlägt er vor, man sollte überlegen, ob mna nicht bereits<lb/>
jetzt eine Beihilfe geben kann, ohne erst eine gesetzliche Formu<lb break="no"/>lierung und BEschluss im Nationalrat abzuwarten. Sowehr ich solche Einze<lb/>
entscheidungen verstehe, so sehr glaube ich, kann man damit nicht Re<lb break="no"/>gierungspolitik machen. Hier müsste systematisch vorgegangen werden.<lb/>
Das allerdings bedingt wieder, dass die Bürokratie mit allem Für und<lb/>
Wider eingeschaltet wird. Dadurch ergibt es grosse Differenzen zwischen<lb/>
dem Idee des Regierungschefs und der effektiven Durch<lb break="no"/>führung. Hier sehe ich keine Möglichkeit, wie man dies besser machen<lb/>
könnte. Auf der einen Seite will er nicht, dass man Wählerschichten vor<lb/>
den Kopf stösst. Auf der anderen SEite möchte er sofortige Entscheidungen<lb/>
und Durchführung von Vorchlägen, hier z.B. von <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> eine radikale<lb/>
Änderung der Agrarpolitik. Wahrscheinlich gäbe es hier nur die Mög<lb break="no"/>lichkeit zwischen der wirtschaftlichen Agrarpolitik, die sehr hart<lb/>
sein müsste, um sich insbesondere durch Nicht-Stützung der Getreide-<lb/>
und Milchprodukte auszeichnen müsste gemildert durch eine individuell<lb/>
gezielte Sozialpolitik für die notleidenden Bergbauern und Kleinbauern.<lb/>
Damit wird allerdings das Strukturbereinigungsproblem weiter hiausge<lb break="no"/><pb n="15-0399" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-03-26_0399.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>zögert. Solche Überlegungen häte man im Prinzip gleich bei Re<lb break="no"/>gierungsantritt und ganz besonders nachdem <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> das Landwirtschafts<lb break="no"/>ressort übernommen hat, anstellen müssen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat aber interessant<lb/>
und wahrsheinlich auch richtigerweise jeden Minister eigentlich nach<lb/>
Gutdünken fuhrwekrne lassen. WEnn es dann nicht zu dem gewünschten Er<lb break="no"/>folg gekommen ist, wie er es sichs vorgestellt hat, obwohl der Mini<lb break="no"/>ster ja kaum gewusst hat, welche Politik er vorschlägt, dann ist es<lb/>
zu entsprechenden Spannungen gekommen. Durch BEschwerden von einzelnen<lb/>
GRuppen wie z.B. dem allgemeinen Bauernverband sicherlich dann auch<lb/>
noch des Arbeitsbauernbundes wolte er dann, als es schon zu spät war,<lb/>
eine radikale Änderung der Agrarpolitik erreichen. Da scheinbar auch<lb/>
die gegnerischen Organisationen wie Allgemeiner Bauernverband diese<lb/>
Spannung bemerken, beginnen sie jetzt <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> umso härter und persön<lb break="no"/>lich zu attackieren. Ich fürchte, es wird sich jetzt nicht ein<lb/>
Solidaritätsakt mit <rs type="person" ref="#per__98055">Weihs</rs> vom Kanzler und anderen einstellen,<lb/>
und damit die Schlagkraft des Regierungsteams als ganzes sehr darunter<lb/>
leiden. Unsere grösste Stärke war die GEschlossenheit, wenn diese<lb/>
aufs Spiel gesetzt wird, muss das der Anfang vom Ende sein. In einer<lb/>
Aufwärtsentwiclung ist es natürlich leicht, eine geschlossenheit<lb/>
zu demonstrieren und auch zu erhalten. Schwierig wrid es nur, wenn<lb/>
Wahlniederlagen kommen. Andererseits glaube ich, da alles Negative,<lb/>
dass den einzlnen trifft, der auf alle Fälle der Regierung die Schuld<lb/>
gibt, muss es zu Wahlniederlagen früher oder späterkommen. Dann müss<lb break="no"/>te sich erst die Führungsqualität zeigen. Nicht nur durch gewissen<lb break="no"/>hafte Analysen wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sie jetzt anstellt, sondern durch UNter<lb break="no"/>stützung unserer schwachen STellen müsste man ernstlich versuchen,<lb/>
ein TEam zu werden. Stärker als es bei Anritt der Regierungs ge<lb break="no"/>wesen ist. Obman dafür allerdings die Zeit hat und ob man die rihc<lb break="no"/>tigen Konzepte dafür findet, weiss ich nicht, eher würde ich dies<lb/>
bezweifeln.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-26_22"/></div>
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            <head>Tagesprogramm "Frühjahrsaktion 1973", 23./25.3.1973</head>
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               <persName><surname>Wille</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Weihs, Oskar</persName>
               <persName><surname>Weihs</surname><forename>Oskar</forename></persName>
               <occupation>Landwirtschaftsminister bis 1976</occupation>
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               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Benya, Anton</persName>
               <persName><surname>Benya</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>ÖGB-Präs., NR-Präs.</occupation>
               <idno type="GND">http://d-nb.info/gnd/119083906</idno>
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