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            <title type="main">Mittwoch, der 21. März 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-21_01">Mittwoch, 21. März 1973</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-21_02">Dr. <rs type="person" ref="#per__123314">Lorenz</rs> vom Patentamt erzählt mir, dass er grosse Sorgen wegen</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-21_03">der INPADOC hat. Bis 1.1.1974 müssten 8 Arbeitsverträge abgeschlossen<lb/>
sein, derzeit haben wir erst 2 und 25 Ländern sich der INPADOC anschlies<lb break="no"/>sen, was voraussetzt, dass auch Arbeitsverträge abgeschlossen sind.<lb/>
Insbesondere fürchtet er aber, dass Derwent, Grossbritannien, wenn<lb/>
wir ihn nicht als kommerzielles Unternehmen mit Inpadoc iregndwie<lb/>
verbinden, die Konkurrenz von Inpadoc sein wird und wahrscheinlich<lb/>
sogar einen Grossteil der Geschäfte machen wird. Die drei Mindest<lb break="no"/>dienste, die Inpadoc bietet, nämlich Patentfamiliendienst, Klassi<lb break="no"/>fikationsdienst und Kopierdienst, reichen nicht aus um eine ernstliche<lb/>
Konkurrenz gegen Derwent<add>?</add> zu sein. Er wurde nach seiner Meinung in der<lb/>
Vergangenheit, trotzdem er sich so um das Zustandekommen von Inpadoc<lb/>
bemüht hat, vom Geschäftsführer <rs type="person" ref="#per__133082">Auracher</rs> aber auch von unserem Büro<lb/>
schlecht behandelt. Er will aber nicht jetzt erleben, dass das Patent<lb break="no"/>amt und die Inpadoc jetzt in ein Fahrwasser kommen, wo sie überhaupt<lb/>
nicht mehr zusammenarbeiten, denn dann werden sie bei den internatio<lb break="no"/>nalen Verhandlungen, sei es mit der Wipo aber vor allem mit den<lb/>
bilateralen Verhandlungen mit einzelnen Ländern nur schlecht abschnei<lb break="no"/>den. Er schlägt deshalb vor, dass nächste Woche zur Verhandlung mit<lb/>
dem internationalen Institut für Patente in Den Haag unbedingt ein<lb/>
Vertreter des Patentamtes mitfähren sollte. Eine zweite grosse Ge<lb break="no"/>fahr sieht er für die Herbsttagung der Patentämter in München, Der<lb/>
Vorschlag, der jetzt im Patentamt ausgearbeitet wird, nämlich ein<lb/>
Europa-System des Patentamtes durch eine einzige Inpadoc-Akvität<lb/>
nämlich die Dokumentation zu entgegnen, sieht er als völlig unzu<lb break="no"/>reichend an. Ich spreche über dieses Problem mit <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> und empfehle<lb/>
ihm, sich mit <rs type="person" ref="#per__123314">Lorenz</rs> ins einvernehmen zu setzen. <rs type="person" ref="#per__123314">Lorenz</rs> soll meiner<lb/>
Meinung nach auch nach Den Haag mitfahren, damit uns nicht einmal dann<lb/>
der Vorwurf gemacht wird, dass wir Empfehlungen nicht aufgegriffen<lb/>
haben. Die Kosten müsste selbstverständlich Inpadoc tragen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-21_04">Dir. <rs type="person" ref="#per__149042">Weiner</rs> von der Fa. Glatz möchte, dass ich mich als Vermittler<lb/>
einschalte, damit die Arbeiterkammer <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> mitteilt, welche UNterlagen<lb/>
sie für eine Spannenregelung bei Getreide benötigen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-21_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: BItte verständige <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> und <rs type="person" ref="#per__112010">Blaha</rs> von<lb/>
diesem Wunsch, den man meiner Meinung erfüllen<lb/>
sollte.</p><pb n="15-0367" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-03-21_0367.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-21_06">Bei dieser GElegenheit erinnere ich <rs type="person" ref="#per__149042">Weiner</rs>, dass er mir vor einem<lb/>
Jahr schon versprochen hat, Unterlagen über eine Neugestaltung des<lb/>
Getreidemarktes zu schicken. Ich habe allen Getreidehändlern und<lb/>
auch Mühlenvertretern, die ich getroffen habe, mein Konzept, näm<lb break="no"/>lich eine Auflockerung der Preis- und Vermahlungsregelung vorgetragen<lb/>
und vorgeschlagen, sie sollen die kritischen Bemerkungen dazu so<lb/>
schnell wie möglich mir bekanntgeben. Der Getreidehändler <rs type="person" ref="#per__58381">Fritz<lb/>
Mauthner</rs> meint, es müsste ein Mindestpreis für die Bauern fixiert<lb/>
werden, während <rs type="person" ref="#per__149042">Weiner</rs> auf dem STandpunkt steht, es müsste eine ge<lb break="no"/>wisse Bereitschaft und kostenmässige Deckung für ein Lager unmittel<lb break="no"/>bar nach der Ernte für alle Getreidearten gegeben sein.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-21_07">Hofrat Dipl.Ing. <rs type="person" ref="#per__146911">Kolbe</rs> und eine Delegation mit dem Bürgermeister<lb/>
an der Spitze von Bad Kreuzen, wünschen, dass ich mich einsetze,<lb/>
dass sie das Wort BAD in ihrer Ortsbezeichnung tragen dürfen. Seit<lb/>
Jahrzehnten, in der Monarchie schon, haben sie dieses Wort in ihrem<lb/>
Ortsnamen geführt, nun macht es ihnen die Landesregierung streitig,<lb/>
da sie auf Grund der OÖ. gesetzlichen Bestimmungen dazu nicht berech<lb break="no"/>tigt wären. Bis 1961 war jede Gemeinde berechtigt, auch wenn sie<lb/>
nur einfache kalte Quellen gehabt hat, sich als Bad zu bezeichnen.<lb/>
Derziet muss es ein Heilwasser besitzen, was in Bad Kreuzen nicht<lb/>
nicht der Fall ist. Eine Ausweichmöglichkeit gäbe es, dass man<lb/>
auch Heilfakten, wenn diese Vorliegen, als Grundlage für die Be<lb break="no"/>zeichnung einer Gemeinde als Bad haben muss. Dies trifft durch eine<lb/>
grosse Kuranstalt für eine Kneipp-Kur, für die ruhige Lage, für<lb/>
die klimatischenVerhältnisse nach Meinung der Gemeindevertreter zu.<lb/>
Abgeordneter <rs type="person" ref="#per__97993">Steininger</rs> wird mit der oö. Landesregierung, unseren<lb/>
Genossen, insbesondere LH-STv. <rs type="person" ref="#per__125380">Fridl</rs>, darüber sprechen. Da sie be<lb break="no"/>reits für 60.000 S Werbeprospekte gedruckt haben, glaube ich müsste<lb/>
man insbesondere im Hinblick auf die Oktober-Wahlen in Oberösterreich<lb/>
versuchen, eine Übergangszeit ohne Bestrafung für die Gemeinde resp.<lb/>
den Fremdenverkehrsverband in OÖ erreichen. Bad Kreuzen hat immer<lb break="no"/>hin 45.000 Übernachtungen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-21_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte überprüfen lassen, ob rechtlich eine<lb/>
Möglichkeit der Unterstützung besteht, ohne<lb/>
dass man uns vorwirft, wir würden die BEstim<lb break="no"/>mungen der Bäder und Kurortegesetze verletzen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-21_09">In der Fraktionsbesprechung über den Bergbau Tux, an der <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs>, <rs type="person" ref="#per__97423">Fabri<lb break="no"/>cius</rs>, <rs type="person" ref="#per__97782">Neugebauer</rs> von der Austro-Mineral, NR <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs>, BRO <rs type="person" ref="#per__139769">Stöckl</rs>, f.<lb/>
d. ÖIAG Dr. <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> sowie Dr. <rs type="person" ref="#per__97423">Fabricius</rs>, VÖEST-Alpine und ich<lb/>
<pb n="15-0368" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-03-21_0368.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>daran teilgenommen haben, konnten wir uns eigentlich nicht auf ein<lb/>
endgültiges Konzept einigen. Gen.Direktor <rs type="person" ref="#per__136430">Wick</rs> von der ÖAMAG hat<lb/>
seinerzeit am 24.3. 1972 erklärt, dass er den Betrieb zum Buchwert<lb/>
dem verkauft, der ihn weiterführt. Er selbst ist davon überzeugt,<lb/>
dass dies nur ein Riesendefizit und eine Pleite sein kann. Der Buch<lb break="no"/>wert beträgt derzeit 10 Mill., die Austro-Mineral schätzt den Verkehrs<lb break="no"/>wert auf 15 Mill, während Gen.Direktor <rs type="person" ref="#per__136430">Wick</rs> von 100 bis 200 Mill.<lb/>
Spricht. Der Betrieb selbst hat 250 ha ausser den Anlagen, eine Seil<lb break="no"/>bahn für 25 Personen und Quartier in herrlicher alpiner Lage von<lb/>
150 Personen. BRO <rs type="person" ref="#per__139769">Stöckl</rs> meint, dass die Schliessungskosten 10 Mill. 8<lb/>
betragen. In der Hauptsitzung spricht er allerdings von 30 Mill. S,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97423">Fabricius</rs> meint, es müsste eine Vereinbarung zustandekommen, dass solange<lb/>
noch die amerikanische Magnesit den Bergbau betreibt, geologische Unter<lb break="no"/>suchungen über eine eventuelles Scheelitvorkommen angestellt werden<lb/>
müssen. Mit der deutschen Metallgesellschaft wird jetzt ein Scheelitab<lb break="no"/>kommen in Mittersil untersucht, dort sollen 1000 t produziert werden.<lb/>
Derzeit importieren wird 1.800 t grösstenteils aus China und Nord<lb break="no"/>korea. Bei der Wolframproduktion würden nur maximal 80 Beschäftigte<lb/>
gegenüber jetzt 200 Beschäftigten Verwendung finden können. Wenn neben<lb/>
Scheelit Magnesit weiter produziert werden soll, müsste eine Sinteranlage<lb/>
von mindestens 60 Mill. S Investitionen errichtet werden, da die ÖAMAG<lb/>
nicht bereit wäre, das Magnesit, welches gewonnen wird, zu übernehmen.<lb/>
Die Qualität ist viel zu schlecht und zu teuer. Aus dem Magnesit kann<lb/>
man maximal Heraklithplatten herstlelen, die ca. 1.200 S kosten, gegen<lb break="no"/>über von Bauplatten aus Portlandzement von 600 s. 1 t Scheelit mit<lb/>
65 % WO3 welches derzeit an der Börse mit 52.000 S gehandelt wird, hätte<lb/>
150.000 S Gestehungskosten nach Auffassung Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__136430">Wick</rs>. Aus diesem<lb/>
Grund hätten sie die Scheelitproduktion von 250 t auf 80 to zurücknehmen<lb/>
müssen und jetzt auch kaum die Vererzung vorgefunden, um diese geringe<lb/>
Menge zu produzieren. Die grössere Schwierigkeit besteht für die Ziller<lb break="no"/>talbahn, die ca. 100 Beschäftigte hat, die als Grundeinnahme für ihren<lb/>
Betrieb 98.000 t Haufwerk-Magnesit transportieren. Für die Scheeliterzeu<lb break="no"/>gung würden maximal 13.000 t Haufwerk transportiert werden müssen.<lb/>
Bei der Hauptsitzung hat dann <rs type="person" ref="#per__112216">Bassetti</rs> für das Land Tirol erklärt, dass<lb/>
sie nicht bereit wären, an einer Auffanggesellschaft, wie die Austro-<lb/>
Mineral vorgeschlagen hat und der BR wünscht sich beteiligen würde.<lb/>
Wohl aber wären sie bereit, für Explorationsuntersuchungen entsprehcnde<lb/>
Drittlzuschüsse zu leisten. Da die Untersuchungen mindestens 2 Jahre<lb/>
dauern, wie Austro-Mineral glaubt, müsste die beabsichtigte Stillegung<lb/>
mit Ende Dezember 1974 verlängert werden. Dazu hat <rs type="person" ref="#per__136430">Wick</rs> noch nicht<lb/>
<pb n="15-0369" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-03-21_0369.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>seine Zustimmung gegeben, sondern nur bereiterklärt, dass seine<lb/>
Fachleute, Direktor <rs type="person" ref="#per__146906">Klose</rs> und Obering. und Bergdirektor in Tux<lb/>
<rs type="person" ref="#per__146252">Egger</rs> mit <rs type="person" ref="#per__97782">Neubauer</rs> und seinem Herrn der Austro-Mineral sich zusammen<lb break="no"/>setzen sollen, da das Gutachten der Austro-Mineral nach Auffassung der<lb/>
Amerikanischen Magnesit in vielen PUnkten falsch ist. Das Gutachten,<lb/>
welches die Tiroler Landesregierung bestellt hat, hat 300.000 S wie<lb/>
mir Min.Rat <rs type="person" ref="#per__110981">Pelzl</rs> mitteilt, gekostet. <rs type="person" ref="#per__110981">Pelzl</rs> behauptet auch, dass es<lb/>
zwei Gutachten jetzt bereits gibt, die eine wesentliche neue Erkennt<lb break="no"/>nis für den Weiterbestand von Hintertux bedeuten. <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> wollte<lb/>
nach der Sitzung von mir diese Gutachten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-21_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte beide Gutachten für mich beschaffen und<lb/>
nachdem ich sie gesehen habe, Dr. <rs type="person" ref="#per__97498">Grünwald</rs> zur<lb/>
Verfügung stellen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-21_11">BRO <rs type="person" ref="#per__139769">Stöckl</rs> hat das Anbot der ÖAMAG, zu trachten, die Fa. Kober einen<lb/>
Elektrobranchenartikel nach Tux zu bringen, entschieden abgelehnt.<lb/>
Er meint, dass die Bergarbeiter damit nicht einverstandne wären.<lb/>
Kober, eine deutsche Firma, die bereits in Zell am Ziller und in Obdach<lb/>
einen entsprechenden Betrieb aktiv betreibt, würde nach Tux kommen, um<lb/>
eine weitere Produktionsstätte zu schaffen. Die ERklärung von BRO <rs type="person" ref="#per__139769">Stöckl</rs><lb/>
ist mir vollkommen unverständlich. Die Direktion wird jetzt bei seinen<lb/>
Bergleuten erzählen, dass sie eine entsprechende Arbeit in der neuen<lb/>
Firma finden könnten und der BRO dies ablehnt mit dem Hinweis, wenn<lb/>
der Bergbau nicht mhr ist, werden sich die Leute eine Arbeit in der<lb/>
Umgebung schon suchen. Selbst wenn dies bei den Bauernburschen, die<lb/>
heute im Bergbau beschäftigt sind, der FAll sein wird, so würde ich<lb/>
niemals eine weitere Produktionsstätte, die immerhin gewisse Arbeitsmög<lb break="no"/>lichkeiten bietet, ablehnen. Damit kann <rs type="person" ref="#per__139769">Stöckl</rs> den Bergbetrieb auch nicht<lb/>
erhalten. WEnn sich niemand findet, der unrentabel Magnesit oder das<lb/>
gar nicht vielleicht vorhandende Scheelit zu suchen. Gen.Direktor <rs type="person" ref="#per__136430">Wick</rs><lb/>
erklärte dezidiert, dass wenn auch nur die Spur einer Möglichkeit<lb/>
eines rentablen Abbaues gegeben wäre, die Magnesit, die durch Jahrzehnte<lb/>
dort Bergbau betreibt, diesen niemals aufgeben würde. Zwischen dem BRO<lb/>
<rs type="person" ref="#per__139769">Stöckl</rs> und dem OBering. <rs type="person" ref="#per__146252">Egger</rs> kam es dann zu einer sehr harten Ausein<lb break="no"/>andersetzung , <rs type="person" ref="#per__139769">Stöckl</rs> beschuldigte <rs type="person" ref="#per__146252">Egger</rs>, dass er die Produktion und<lb/>
insbesondere die Exploration vernachlässigt. <rs type="person" ref="#per__146252">Egger</rs> meinte, er könnte<lb/>
nicht unverantwortlich der Gesellschaft Millionen kosten, wo er über<lb break="no"/>zeugt ist, dass nichts mehr drinnen ist. Zum Schluss eingten wir uns,<lb/>
dass die beiden GRuppen, d.h. die Geologen und Ingenieure von der ÖAMAG<lb/>
und die Fachleute v. Austromineral sich über die Gutachten zusammenstrei<lb break="no"/>ten sollen und diesbezügliche VOrschläge erstatten sollen.</p><pb n="15-0370" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-03-21_0370.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-21_12">Oberingenieur <rs type="person" ref="#per__146252">Egger</rs> war der Mann, der mir mitteilte, er lehnt eine<lb/>
Auszeichnung ab, da er eimal von Bergleuten wirklich gerettet wurde<lb/>
die bis jetzt keine Auszeichnung erhaltne haben. Ich habe dies<lb/>
deshalb sofort <rs type="person" ref="#per__97467">Gasser</rs> mitgeteilt und dieser versicherte mir, dass<lb/>
die entsprechenden Schirtte zur Auszeichnung eingeleitet sind.<lb/>
Wie schwer es für <rs type="person" ref="#per__146252">Egger</rs> sein muss, eine Auszeichnung abzulehnen,<lb/>
glaube ich daraus erkennen zu können, dass er zur Verhandlung mit<lb/>
drei Auszeichnungen oder Abzeichen, das liess sich nicht genau fest<lb break="no"/>stellen, im Revers erschienen ist. Ob und wieweit dann eine Eini<lb break="no"/>gung über die zukünftige Produktion in Tux erzielt werden kann, kann<lb/>
ich derzeit noch nicht beurteilen. Auf alle Fälle glaubt <rs type="person" ref="#per__97423">Fabricius</rs><lb/>
dass die ÖIAG oder die Stahl AG die Landesregierung aber auch der<lb/>
Bund einen entsprechenden finanziellen Beitrag zu den mindestens<lb/>
5 Mill. S Explorationskosten leisten sollten. <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs> erklärte,<lb/>
dass er diesbezügliche Zusagen vom Finanzminister hat. Ich selbst<lb/>
habe nur festgestellt, dass ihc keinerlei budgetäre Mittel derzeit<lb/>
zur VErfügung haben. Wenn ich mir vorstelle, dass dort ein umwelt<lb break="no"/>freundlicher und die Landschaft schützender zumindestens nicht zer<lb break="no"/>störender Betrieb der Fa. Kober errichtet wird, dann frage ich mich<lb/>
wozu wir mit aller GEwalt einen Bergbau aufrechterhalten sollen,<lb/>
der nur Defizit bringt und von dem Vorkommen nämlich Scheelit<lb/>
heute kein Mensch etwas weiss.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-21_13">Präs. <rs type="person" ref="#per__137473">Ciadassi</rs> und ein zweiter Herr sowie der SEkr. der italienischen<lb/>
Handelskammer Dr. <rs type="person" ref="#per__126401">Pelikan</rs> kamen, um mir mitzuteilne, dass grössere<lb/>
Aktivitäten in Triester Raum in Angriff genommen werden. Die Gas<lb break="no"/>leistung<add>Gasleitung?</add> Monfalcone-Süddeutschland wird nicht nur eine Anlande<lb break="no"/>möglichkeit sondern vor allem einmal auch Kältebetriebe bedingen.<lb/>
DArüber hinaus wollen sie für das Erz der VÖEST Als Konkurrenz<lb/>
gegen den jug. neugebauten Hafen Bacari eine Erzanlandung ermög<lb break="no"/>lichen Diesbezügliche Verhandlungen werden mi der VÖEST bereits ge<lb break="no"/>führt. Ich bednakte mich ei Präs. <rs type="person" ref="#per__137473">Caidassi</rs>, dass er die ABschaffung<lb/>
der Transportsteuer, die unsere Spediteure in Italien zahlen müssen,<lb/>
so tatkräftigst unterstüztt hat und diesejetzt endgültig beseitigt<lb/>
wurde. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, abr auch <rs type="person" ref="#per__134300">Metzner</rs> war sehr erstaunt, dass die Triester<lb/>
nicht weitere Forderungen z.B. über di seinerzeit beschlossene Ge<lb break="no"/>meinsame Kommission gestellt haben.</p><pb n="15-0371" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-03-21_0371.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-21_14">Bürgermeister <rs type="person" ref="#per__137051">Kerschbaum</rs> und VBgm. <rs type="person" ref="#per__145898">Fornather</rs> der soz. Sparkassen<lb break="no"/>direktor von Bad Gastein wollten unbedingt von mir eine Zusage über<lb/>
die Ausfinanzierung der Strasse ins Nassfeld. Obwohl sie bereits<lb/>
ihr Kapital und Stammeinlage wesentlich erhöht haben, haben sie noch<lb/>
immer keine Endfinanzierung für die 100 Mill. S Baukosten, die die<lb/>
Strasse letzten Endes doch gekostet hat. Dies ist über ein Drittel mehr<lb/>
als Voranschlag war. <rs type="person" ref="#per__130193">Prodinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__111367">Würzel</rs> haben, da ich derzeit<lb/>
keine Möglichkeit sehe, dem Bürgermeister vorgeschlagen, es im Juli<lb/>
noch einmal zu versuchen. Bis zu diesem Zeitpunkt glauben sie<lb/>
könnte man auf Grund der Beamtenbesprechungen schon erkennen, ob<lb/>
1974 mehr Mittel für die Hausaktion zur VErfügung stehen, um die<lb/>
2 Mill. die die Strassenfinanzierung pro Jahr uns belasten würde,<lb/>
aufnehmen zu können. Ich glaube, dass wir eine solche Aktion unter<lb/>
gar keinen Umständen starten sollten. Die Gemeinde soll versuchen<lb/>
umzuschichten,um dann gegebenenfalls beim Kommunalkredit des Finanz<lb break="no"/>ausgleiches, wo wir pro jetzt mindestens um 30 Mill. S mehr be<lb break="no"/>kommen unterzukpmmen. Bei dieser Gelgenheit erfuhr ich, dass in Bad<lb/>
Gastein Turnauer von der Neusiedler ein alte Hotel besitzt, welches<lb/>
er derzeit verkaufen will. Der letzte Tic ist, dass reiche LEute<lb/>
in alten Hotel mit grossen ZImmern udn dicken Mauern übernachten<lb/>
möchten und nicht in den kleinen Waben der modernen Hotelketten.<lb/>
Zu diesem Zweck werden jetzt alte Kasten in der Schweiz aber auch in<lb/>
Österreich zu verhältnismässig günstigen Preisen von internationalen<lb/>
Hotelketten aufgekauft. Turnauer könnte für sei-nen Kasten fast<lb/>
30 Mill. S erhalten. Ich bin übezeugt, dass er allein aus Liqudi<lb break="no"/>tätsgründen einen solchen Verkauf tätigen wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-21_15"/></div>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Mauthner, Fritz</persName>
               <persName><surname>Mauthner</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Lebensmittelhändler</occupation>
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               <occupation>MR, Leiter Gruppe FV u. Gewerbeförd. HM</occupation>
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               <persName type="label">Kerschbaumer, Anton</persName>
               <persName><surname>Kerschbaumer</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>Bgm. Bad Gastein, ÖVP</occupation>
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               <persName><surname>Grünwald</surname><forename>Oskar</forename></persName>
               <occupation>Büro Staribacher; ÖIAG</occupation>
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               <persName><surname>Stöckl</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>BRO Radentheiner Magnesit [1972]</occupation>
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               <persName type="label">Auracher, Otto</persName>
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               <persName type="label">Gasser, Otto</persName>
               <persName><surname>Gasser</surname><forename>Otto</forename></persName>
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               <persName><surname>Caidassi</surname><forename>Romano</forename></persName>
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               <persName><surname>Wick</surname><forename>Wolfgang A.</forename></persName>
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               <persName type="label">Neubauer, Walter H.</persName>
               <persName><surname>Neubauer</surname><forename>Walter H.</forename></persName>
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               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
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               <persName type="label">Fabricius, Otto(kar)</persName>
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               <persName type="label">Lorenz, Thomas</persName>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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