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            <title type="main">Freitag, der 16. März 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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nächsten Fremdenverkehrsaktivitäten, die die Handelskammer von mir<lb/>
wünscht, vor. Insbesondere kommt es ihnen darauf an, die 24 Mill. S<lb/>
Restkredit ERP-Finanzierung so schnell wie möglich auszubezahlen.<lb/>
Darüberhinaus werden steuerliche Wünsche ähnlich der FOrderung der<lb/>
Hoteliervereinigung vorgetragen. Ich habe überhaupt den Eindrukc,<lb/>
dassdas Präsidium der Hoteleiervereinigung und die Sektion Fremden<lb break="no"/>verkehr in der Handelskammer in einem gewissen Konkurrenzverhältnis<lb/>
jetzt auch mir gegenüber auftreten will. Das Präsidium der Hotelier<lb break="no"/>vereinigung hat vor einiger Zeit sich entschlossen, mit mir engeren<lb/>
Kontakt zu halten und hat des halb vorgesprochen und ein ganzes Bündel<lb/>
vonWünschen vorgetragen. <rs type="person" ref="#per__135640">Lissbauer</rs> aber insbesondere Dr. <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs> hat<lb/>
vor etlichen MOnaten schon erkannt, dass von ihrem STandpunkt aus ge<lb break="no"/>sehen, ein Kontakt mit mir notwendig ist. Deshalb ist <rs type="person" ref="#per__135640">Lissbauer</rs> immer<lb/>
nach einer Sektionsleitungssitzung bei mir erschienen, um Wünsche vorzu<lb break="no"/>tragen. Meistens wurde sogar eine schriftliche UNterlage überreicht.<lb/>
in Form eines aid memoire. Diese Wünsche waren nicht direkt an mcih<lb/>
mit einem BRief oder mit einer konkreten ANschrift gerichte,t wohl aber<lb/>
wurden sie sehr geschickt immer wieder bei VOrsprachen vorgebracht.<lb/>
Mich wundert nur, dass man nicht in einem späteren Zeitpunkt dann auf<lb/>
die Nichterfüllung dieser Forderungen zurückkommt und mich heftiger<lb/>
attackiert. Hier glaube hilft sehr viel, dass <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> einen guten Kontakt<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs> hat und sehr viel wahrscheinlich abbiegen kann. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs><lb/>
war auch bei der Aussprache sowie <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> anwesend auch <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>, der sich<lb/>
als Sektionsleiter bis jetzt sehr zurückhält, nahm an der BEsprechung te<lb/>
teil. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> geht hier glaube ich sehr systematisch aber vorsichtig vor.<lb/>
Da er derzeit mit der Gewerbeordnung vollauf beschäftigt ist, versucht<lb/>
er nur einen gewissen Überblick über die Aktivitäten seiner Sektion<lb/>
zu bekommen. Zu <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> hat er volles Vertrauen und dieser hat tatsäch<lb break="no"/>lich bis jetzt sehr kooperiert. Zur Apartmenthäuser-Studie, welche<lb/>
die Handelskammer ausarbeiten lässt, resp. ausarbeiten lassen wollte,<lb/>
hatte ich ihm ein Pouvoir bis 100.000 S gegeben , Auch nach Interven<lb break="no"/>tion von <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> und anderen habe ich immer wieder erklärt, dass wir<lb/>
nicht emhr als 100.000 S geben können. <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs> hat uns nun mitgeteilt,<lb/>
dass unter diesen Umständen auf die Ausarbeitung der Studie verzichtet<lb/>
wird und nur die Zusammenfassung des jetzt vorliegenden Materials<lb/>
d.h. ein rechtlicher Überblick heruaskommen soll. ICh glaube noch immer<lb/>
dass das Entscheidende für eine kooperative ZUsammenarbeit das Nicht-Des<lb/>
avoieren der Mitarbeiter ist.</p><pb n="15-0337" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-03-16_0337.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-16_03">Ich nützte die Gelegenheit, um gleich <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs> die entsprechenden Schritte<lb/>
für die BEstellung des Geschäftsführers in der ÖFVW zu erörtern. Ich<lb/>
wies bewusst darauf hin, dass ursprünglich von der Handelskammer vor<lb break="no"/>geschlagen wurde und die Ländervertreter hatten dem zugestimmt, dass<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__134295">Patzak</rs> aus New York der neue Geschäftsführer werden sollte. <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs><lb/>
selbst hat ja vorgeschlagen, man soll ihn zeitgerecht in die Zentrale<lb/>
holen, damit er eingeschult werden kann. Ich war deshalb damit einver<lb break="no"/>standen, weil wir dadurch feststellen konnten, wieweit sich <rs type="person" ref="#per__134295">Patzak</rs><lb/>
als Geschäftsführer eignet. Zu meiner grössten VErwunderung wurde<lb/>
dann vom Präsidenten der Handelskammer ganz entschieden die Berufung<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134295">Patzaks</rs> abgelehnt und ein neuer Kandidat der Aussenhandelsstellenleiter<lb/>
<rs type="person" ref="#per__127903">Lukas</rs> präsentiert. Jetzt kommt von Seiten der Handelskammer ein wei<lb break="no"/>terer Bewerber – <rs type="person" ref="#per__97459">Fröhlich</rs>. Unter diesen Umständen bleibt gar nichts<lb/>
anderes übrig, als eben eine <choice><choice><sic>jobdiscription</sic><corr>job description</corr></choice></choice> abzufassen, das nächste<lb/>
Direktorium wird einen diesbezüglichen Beschluss fassen und dann<lb/>
unter mehreren Bewerbern dann den besten auszuwählen. Wir besprechen un<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> drängte darauf, dass diese Ausschreibung unbedingt in der Wiener<lb/>
Zeitung verlautbart werden sollte. <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs> war mit der Vorgangsweiseein<lb break="no"/>verstanden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-16_04">Die Wirtschaftskommission wurde, nachdem sie vor Monaten schon beschlos<lb break="no"/>sen wurde, erstmalig zu eienr Arbeitssitzung einberufen. Sie war aber<lb/>
nicht annähernd vollzählig. -<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> und ich<lb/>
waren von der Regierung neben <rs type="person" ref="#per__98043">Waldbrunner</rs>, <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs>, <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs>, <rs type="person" ref="#per__98066">Robert<lb/>
Weisz</rs> <rs type="person" ref="#per__97505">Haberl</rs> von den Genossenschaften, <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> FWV. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
schildert die Politische Situation der Währungssituation und meint<lb/>
dass die Journalisten alle dafür sind aber doch kritisieren, insbe<lb break="no"/>sondere dass es zu keiner Einigung gekommen ist. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint auch,<lb/>
es müsste die zweite Phase der Stabilisierungspolitik jetzt vorbe<lb break="no"/>reitet werden. Der Export beruht nicht nur auf der Industrie sondern<lb/>
auch auf Mittel- und Kleingewerbebetrieben. Der Kampf um die Märkte<lb/>
wird härter werden und man müsste sie unterstützen. Deshalb gehört<lb/>
die Stabilisierungspolitik motiviert abr die Bauwirtschaft müsste man<lb/>
weiter steuern. <rs type="person" ref="#per__98043">Waldbrunner</rs> meinte, man sollte die beiden Probleme Wäh<lb break="no"/>rung und Stabilisierung getrennt diskutieren. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, der sich zu<lb/>
Wort gemeldet hatte, ersucht, dass er beides gemeinsam behandeln dürfe.<lb/>
Die Preise seien im ersten Halbjahr mit 7,8 % höher aber gegenüber den<lb/>
anderen europäischen Preissteigerungsraten nicht wesentlich höher.<lb/>
Für das ganze Jahr 1973 hofft er doch auf 7,5 % zu kommen, weil er<lb/>
in der zweiten Hälfte eine entsprechende Senkung annimmt. Hier geht<lb/>
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Preise insbesondere die Lebensmittelpreise unverändert bleiben werden,<lb/>
obwohl mit Preiserhöhungen allein schon durch Lohnbewegungen zu rechnen<lb/>
ist. Den Export benötigen wirdnicht zuletzt auch für die Beschäftigung.<lb/>
Der Fremdenverkehr, das zweite Bein, wie er sich immer ausdrückt, müsste<lb/>
durch quantitative und qualitative Differnezierung und auch für den Inländer<lb break="no"/>verkehr entsprechend unterstützt werden. Ich von neugierig, wie weit er<lb/>
seine seinerzeitigen Zusagen bezüglich des 10-jährigen Fremdenverkehrs<lb break="no"/>konzeptes einhaltne kann und wird. Ich habe <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> ersucht, er möge bei<lb/>
den Verhandlungen jetzt auf Beamtenebene auf die Einhaltung dieser Verspre<lb break="no"/>chungen drängen. Hier haben wir nämlich ohnedass wir erst die ERkenntnisse<lb/>
des Finanzministerium abwarten mussten bereits für den Inländerfremdenver<lb break="no"/>kehr die wichtigste Aktion nämlich die Komfortzimmeraktion gestattet.<lb/>
Alle diese AKtionen sind ja nicht so ausgerichtet, dass sie nur für den Aus<lb break="no"/>länder entscheidend sind, sondern gerade die Komfortzimmeraktion hat ja<lb/>
für den Inländer die grössere BEdeutung. Da es sich ja meistens um ältere<lb/>
Häuser handelt. In der Landwirtschaft schlägt er vor, müsste man ähnlich<lb/>
der Schweiz pro ha eine gewisse Einkommensgarantie geben in Form eines<lb/>
direkten Zuschusses. Über die Produktion, d.h. über den ERlös von Milch<lb/>
tierischen oder pflanzlichen Produkten könnten dann die Leistungseinkommen<lb/>
geregelt werden. In der Bauwirtschaft meinte er zu <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs>, müsse man die<lb/>
Bremse nach wie vor insbesondere was die Ausschreibungen betrifft, einhal<lb break="no"/>ten. Für mich war verwunderlich, wie <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ohne mit den REssortministern<lb/>
vorher Detailabsprachen zu führen, Konzepte entwickelt. Ich fürchte, damit<lb/>
wird er sich keine Freunde schaffen. Auf dem Währungssektor meinte er, dass<lb/>
die EFTA-Staaten jetzt in Genf zusammenkommen werden, um gegebenenfalls<lb/>
gegenüber der Europäischen Gemeinschaft für das gemeinsame Währungskonzept<lb/>
als Gegenforerung gewisse Wünsche anmelden sollten. Er dachte hier an<lb/>
die Verkürzung für sensible Produkte und für gewisse landwirtschaftliche<lb/>
Produkte, wo ein Entgegenkommen notwendig wäre. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat dann darauf<lb/>
hiNgewiesen, dass er nicht glaubt, dass bei den sensiblen Produkten in<lb/>
der EWG etwas zu erreichen sei, hier stehen viel zu viele Pressure-groups<lb/>
und Interessenswünsche dahinter, sondern er meint, man sollte eine<lb/>
Zollrunde vorziehehn.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-16_05">Auf dem Kreditsektor gibt es derzeit grosse Liquiditätsschwierigkeiten.<lb/>
Für Ultimo-Gelder wird über 10 % bezahlt. Der Anleihekalender für das<lb/>
zweite Halbjahr ist noch immer offen, es konnte keine Einigung erzielt<lb/>
werden. Durch die Liquditätsenge bedingt, fürchtet er, dass ein grauer<lb/>
Kreditmarkt entsteht, dass nämlich die grosen Unternehmungen nicht mehr</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-16_06">über die Banken und damit die Einflussmöglichkeit über die ÖNB sondern<lb/>
<pb n="15-0339" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-03-16_0339.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>eben gleich direkt ihre Kreditbedürfnisse befriedigen. Die Plafondierung<lb/>
soll gelockert werden, insbesondere für den sozialen Wohnbau. Er spricht<lb/>
sich aber ganz entschieden gegen die Zweitwohnung und gegen Apartment<lb break="no"/>häuser aus. Sagt allerdings nicht wie und was hier geschehen sollte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> äusserst sich zumindestens während meiner Anwesenheit auch zu<lb/>
diesem Problem nicht. Die Bausparkassen sollten ermächtigt werden,<lb/>
auch für die Genossenschaften Finanzierungshilfe zu geben, indem der<lb/>
Plafond, der derzeit 1,5 Mill. S beträgt, erhöht wird. Soweit der Bund<lb/>
REstriktionen auf der Bauseite macht, steigen sofort die Länder und die<lb/>
Gemeinden ein. Deshalb sollte eine Kommission prüfen, wie der Baumarkt<lb/>
sich etnwickelt. Beim Budget bleibt der restriktive Vollzug, nur für die<lb/>
ÖBB, die Post und für dne Schulbau müsste man Lockerungen herbei<lb break="no"/>führen. Wenn auch die Budgetbindung im Prinzip bleibt, sollen bei der<lb/>
Vollziehung Erleichterungen geschaffen werden. Zum Beispiel verweist er<lb/>
darauf, dass <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> schon allein die Benzinposten dringendst braucht, sons<lb/>
könnten die entsprechenden Gendarmerie- und Polizeieinheiten gar nicht<lb/>
mehr fahren. Die Preise im Stabilsierungsabkommen würden jetzt kommen,<lb/>
obwohl eine gewisse Zurückhaltung insbesindere bei den Ländern und<lb/>
Gemeinden notwendig wäre. Er wendet sich ganz besonders gegen die beab<lb break="no"/>sichtigte Strassenbahnerhöhung. Dagegenmeldet dann <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> die grössten BEd<lb/>
denken an, weil wir ja seinerzeit bei der Mehrwertsteuereinführung<lb/>
die Tarife der Strassenbahn nicht erhöhen liessen und deshalb Wien sehr<lb/>
wohl Mitte des Jahres eine Korrektur durchführen könnte und wird.<lb/>
Der Getreidepreis wird im Sommer einer Regelung zugeführt werden müssen<lb/>
Das Wirtschaftspartnerübereinkommen hätte er mit <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> bereits besprochen<lb/>
sollte grösstmögichst weitergeführt werden <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> stellt dazu fest, dass<lb/>
das Stabilisierungsabkommen nicht verlängert wird, wohl aber werden<lb/>
sow ie visher die Gewerkschaften nach 15 – 16 Monaten erst antreten<lb/>
und <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> selbst meint, dass es zweckmässig ist, wenn <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> in der Fraktion ihr Programm darlegen, damit nicht einzelne<lb/>
durch überhöhte Wünsche und Forderung auf dem Lohnsektor die Politik<lb/>
der Regierung konterkarieren. Zur Kreditsituation teilt <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> mit<lb/>
dass ihm jetzt die Sozialversicherungsträger mitgeteilt haben, dass die<lb/>
Unternehmer in grösserer Anzahl und vor allem auch die grossen Unter<lb break="no"/>nehmungen die Sozialversicherungsbeiträge schuldig bleiben. <rs type="person" ref="#per__98043">Waldbrunner</rs><lb/>
weist darauf hin, dass insbesondere die genossenschaftliche Zentralbank<lb/>
und die Girozentrale, zwei Institute, die von prononzierten ÖVP-lern<lb/>
geführt wurdn. im Dezember und Jänner eine starke Illiquidität hätten.<lb/>
Nur die Wechseldiskont und sonstige UNterstützung der OeNB konnten sie<lb/>
überhaupt über die Runde gebracht werden. Sie halten sich aber nicht an<lb/>
die Kreditbeschränkungen und deshalb muss die Genossenschaftliche Zentral<lb/>
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geführt von Staatssekretär <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> fast 10 Mill. S Pönnale für die Nichtein<lb break="no"/>haltung der VOrschriften an die ÖNB pro Monat bezahlen. In der Zwi<lb break="no"/>schenzeit hat sich die Genossenschaftliche Zentralbank nicht zuletzt<lb/>
durch den Einfluss Dr. <rs type="person" ref="#per__114630">Rasser</rs> an die Kreditrestriktionen angepasst. Nur di<lb/>
die Girozentrale hat im Feber, wo alle andere anderen INstitute bereits<lb/>
die Kreditrestriktionen auf 3 % zurückgeführt haben, mit 9,5 % noch<lb/>
ungeheuer expandiert. <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> hat darüber hinaus Annoncen in die Zeitung<lb/>
gegeben, dass die Industriefinanzierung durch ihn gesichert wird. Diese<lb/>
9,5 % Kreditexpansion steht die Zentralsparkasse mit + 2 %, BAWAG<lb/>
mit null, die Länderbank sogar mit einer ERsparnis von -2 und die<lb/>
Creditanstalt mit + 2 gegenüber. <rs type="person" ref="#per__98043">Waldbrunner</rs> weist auch ganz besonders<lb/>
darauf hin, dass alle REssorts darauf achten müssen, dass die Eigen<lb break="no"/>finanzierungsanteile der Länder und Gemeinden tatsächlich aus Eigen<lb break="no"/>finanzmitteln kommen und nicht ebenfalls durch Kreditoperationen be<lb break="no"/>schafft werden. Die grosse GEfahr sieht aber <rs type="person" ref="#per__98043">Waldbrunner</rs> darin, dass<lb/>
wenn einzelne Unternehmungen ganz besonders <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> jetzt seine eigene Politik<lb/>
macht, die gesamte Regierungspolitik konterkariert wird. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärt,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> und er sich <rs type="person" ref="#per__98003">Taus</rs> vorladen werden um ihm dieses Verhalten<lb/>
vorzuwerfen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint dann auch noch, auf dem Landwirtschafts<lb break="no"/>sektor müsste man eine entsprechende neue Politik einleiten. Er drückt<lb/>
dies so aus, dass bekannt ist, dass er mit dem Landwirtschaftsminister<lb/>
hier verschiedene Auffassungen hat, glaubt aber, dass die Bauerneinkommen<lb/>
ähnlich wie in der Schweiz, die dieses System wieder von Schweden nach<lb/>
dem zweiten Weltkrieg übernommen haben, nämlich eben durch direkte<lb/>
Subventionen jedem Bauern ergänzt resp. geändert werden müsste. Die Bauern<lb/>
erhalten aber verhältnismässig viel Geld jetzt über Kinderbeihilfe,<lb/>
Schülerbücher und -freifahrt und bekommen dadruch ein gesellschaftliches<lb/>
Einkommen, welches sie früher nicht hatten. Hier müssten entsprechnede<lb/>
Indikatoren gefunden werden. Überhaupt möchte <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, dass versucht<lb/>
wird, ähnlich wie er das seinerzeit beim Pensionistenindex gemacht hat,<lb/>
dass man aus dem Verbraucherpreisindex langlebige Wirtschaftsgüter<lb/>
wie z.B. Autos, hruaslöst, um ähnliche einen Index zu errehcnen, der<lb/>
dann wirklich nur die lebensmotwendigeren Produkte umfasst. IHm schwebt<lb/>
scheinbar vor, so wie bei den Saisonprodukten einen Index mit Saisonproduk<lb break="no"/>ten und ohne diese. Einen Index mit langlebigen, gehobenen Wirtschafts<lb break="no"/>gütern und einen ohne. Da er ja dem Stat. Zentralamt vorsteht, wollte<lb/>
er primär die Meinung der Gewerkschafter zu diesem Wunsch kennenlernen.<lb/>
Er glaubt nämlich, dass dies Schweiirigkeiten bringen wird. Da ich jetzt<lb/>
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mehr weiter verfolgen können. Ich glaube, dass es sich hier nur um<lb/>
einen grossen AUffassungsirrtum handelt. WEnn man nämlich die langlebigen<lb/>
Wirtschaftsgüter aus dem Index herauslöst und sozusagen nur noch die le<lb/>
lebensnotwendigen Produkte drinnenlässt , wird keinesfalls die ge<lb break="no"/>wünschte Senkung des Indexes zu verzeichnen sein. Ich fürchte sogar<lb/>
eher das Gegenteil.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-16_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: BItte mit <rs type="person" ref="#per__133326">Krämer</rs> einen Termin vereinbaren,<lb/>
damit er dieses Problem nicht nur theoretisch<lb/>
besprchen, sondern auch eine praktische Durch<lb break="no"/>rechnung veranlassen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-16_08">Bei der Besprechung machte mich <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> aufmerksam, dass er jetzt er<lb break="no"/>fahren hat, dass man im Bauzentrum über unsere Studie zuerst ein<lb break="no"/>mal einen Beschluss gefasst hat, dass der Vorsitzende 5.000 S pro<lb/>
Monat bekommt. <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> hat das Protokoll dieser Sitzungen und hat natür<lb break="no"/>lich mit gewisser BErechtigung dies heftigst kritisiert. Ich glaube<lb/>
überhaupt, dass es sehr unzweckmässig war, diese Studie, die uns schon<lb/>
so viel Kummer mit der Handelskammer und der Gewerkschaft bereitet hat,<lb/>
ohNe dass ich sie mit <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> im Detail vorbepsorchen habe, dem Bauzen<lb break="no"/>trum über die Bauindustrie zu geben. Damit glaube ich fühlt sich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> mit Recht in seinem Bereich eingegriffen und dann kommen noch<lb/>
die nicht gerade sehr- glücklichen Beschlüsse, nämlich die Auf<lb break="no"/>teilung des Geldes für die einzelnen Funktionäre zustande. Der Hin<lb break="no"/>weis von <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs>, das ja in der ganzen Besprechung immer ein VErtreter<lb/>
des Bautenministeriums anwesend war, ist genausowenig zielführend,<lb/>
wie der Hinweis, dass auch früher die Arbeiterkammer und die Innung<lb/>
selbst vertreten gewesen sind. IChglaube, dass hier wirklich aus den<lb/>
verschiedensten GRünden, sei es Kompetenzen, sei es Nichtmitwirkung<lb/>
von Interessensvertretungen, die Studie unter einem sehr unglücklichen<lb/>
Stern steht.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-16_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Ich glaube, hier müsste man sehr genau kontrollie<lb break="no"/>ren, wie die Studie weiter durchgeüfhrt wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-16_10">Bei den OPEC-Ministern habe ich den Wunsch der ÖMV erfüllt und mit<lb/>
Irak und Libyen die entsprechenden Gespräche über eine Kooperation<lb/>
zwischender ÖMV und den dortigen Ölgesellschaften und ganz besonders<lb/>
über die Möglichkeiten der weiteren Einschaltung von verstaatlichten<lb/>
Betrieben zwecks Lieferung von Waren für die zu übernehmenden Ölmengen<lb/>
geführt.</p><pb n="15-0342" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band15/15_1973-03-16_0342.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-16_11">Die ÖMV, Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> und <rs type="person" ref="#per__97671">Kreutler</rs>, waren mit diesem Ergebnis, wie<lb/>
sie mir ausdrückten, sehr zufrieden. Da <rs type="person" ref="#per__114990">Wessely</rs> jetzt kaum mehr etwas<lb/>
zu übersetzen hat, ich stottere hatlt irgendwie, beginnt er sich jetzt<lb/>
bereits in die Diskussion einzuschalten. Ich habe nicht nur nichts<lb/>
dagegen sondern bin sehr froh, weil ich dadurch doch einigermassen ent<lb break="no"/>lastet werde und nicht immer das Gespräch allein führen muss. Dies ist<lb/>
auch eine gewisse Auflockerung der Hierarchie und insbesondere der<lb/>
strengen Funktionteilung zwischen Übersetzer und gleichberecthigtem<lb/>
Mitglied einer Diskussionsrunde. Ich kann mir lebhaftest vorstellen,<lb/>
wie auf eine solche Aktivität mein Amtsvorgänger, insbesondere aber<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs> reagiert hätte. Der Gen.Sekr. Der OPEC hat mir mitgeteilt, dass<lb/>
er vor längerer ZEit bereits versucht hat, bei Bundeskanzler <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
einen Termin zu bekommen, um Probleme zu besprechen. Ich habe ihm ver<lb break="no"/>sprochen mit dem Kanzler über diese Terminvereinbarung zu reden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-16_12">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: BItte veranlasse, dass das Büro – <rs type="person" ref="#per__115595">Reiter</rs> – einen<lb/>
diesbezüglichenTermin mit Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97625">Khene</rs> der OPEC vereinbart, bei dieser<lb/>
Gelegenheit bräuchte er nichts anderes als eben darauf hinweisen, dass<lb/>
immer beabsichtigt war, einen solchen Termin zu<lb/>
vereinbarenn, ich ihn da<lb break="no"/>her jetzt nur noch erinnert habe.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-16_13">Der Botschafter von Uruguay, der nicht bereit war, <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> sein Kommen<lb/>
zu erklären, er wies darauf hin, dass es sich um eine private Angelegen<lb break="no"/>heit andelt, wollte gar nichts anderes, als dass ich ihn unterstütze,<lb/>
dass so bald wie möglich in Montevideo eine Botschaft Österreichs errich<lb break="no"/>tet wird. Er hat diesbezügliche Verhandlungen mit <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> schon<lb/>
geführt und der hat ihm mitgeteilt, jetzt müsste zuerst an der Elfenbein<lb break="no"/>küste und dann in Zaire eine Botschaft errichtet werden, dann könnte erst<lb/>
daran gedacht werden, in Montevideo eine zu errichten. Derzeit wird<lb/>
Uruguay von Buenos Aires aus betreut. Dieser Zustand ist nach Meinung<lb/>
des Botschafters <rs type="person" ref="#per__148973">Barreiro</rs> nicht zielführend. Wie sehr der Verkehr zwischen<lb/>
den beiden Ländern noch verbessert werden kann, zeigt dass nachdem<lb/>
die Veterinärkommission in Uruguay war, jetzt bereits mehr Fleisch und<lb/>
Fleischextrakt aus Uruguay bezogen wird, als pro Kopf gerechnet nach<lb/>
Frankreich. Angeblich sollen es 20.000 kg sein, die derzeit von Uruguay na<lb/>
nach Österreich expertiert werden. Ich habe nATÜRLICH WIE IMMER KEINE<lb/>
Zusagen gemacht sondern nur erklärt, ich werde dies mit <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> be<lb break="no"/>sprechen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-16_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: BItte stelle fest, was <rs type="person" ref="#per__114156">Hinteregger</rs>, d.h. das BMAA<lb/>
dazu sagt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band15_1973-03-16_15"/></div>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>TB Koppe, 17.3.1973</head>
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               <occupation>KR, Hotelier, HK, 1971 Obmann Bundessektion Fremdenverkehr, [Schreibung
                  unsicher, es findet sich Lissbauer und Lißbauer]</occupation>
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               <occupation>öst. Botschafter in Spanien, der Sowjetunion, ab 1981 GS im
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