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            <title type="main">Dienstag, der 20. Februar 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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strittigen § die vom Unterausschuß beanstandet wurden,<lb/>
eine Formulierung zu finden. Als man mich über die Vorgangs<lb break="no"/>weise informieren wollten und vor allem den Mitgliedern<lb/>
von der Handelskammer Dr. <rs type="person" ref="#per__112567">Christian</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__137036">Koupa</rs> von der FPÖ<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__123332">Orator</rs>, von der SPÖ stellvertreter des Städtebundes von<lb/>
der Wiener Landesregierung sowie die Beamten des Hauses von<lb/>
der Landwirtschaftskammer Dr. <rs type="person" ref="#per__139862">Nassauer</rs> war diesmal abwesend,<lb/>
jetzt mit den Vertretern der Parteien auseinander, daß wir<lb/>
so schnell wie möglich eine endgültige Formulierung finden<lb/>
müssen. Frage, wie werden die Ergebnisse präsentiert? Esr<lb break="no"/>klärte er für sekundär. Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß<lb/>
wenn einvernehmliche Lösungen gefunden, dann im Unterausschuß<lb/>
zur Kenntnis gebracht werden. Auf alle Fälle entspannte sich<lb/>
darüber die Frage der Abgrenzung zu den freien Berufen oder<lb/>
Industriebetrieb neuerliche stundenlange Debatten. Die Kompro<lb break="no"/>mißlösungen die gefunden wurden haben dann doch letzten Endes<lb/>
auch dazu geführt, daß die einzelnen erklärten, zunächst mit<lb/>
ihren Parteien reden, ob diese akzeptiert werden können. Es<lb/>
zeigt sich, daß sich die Verhandlungen sehr ziehen. Dr. <rs type="person" ref="#per__112567">Christian</rs><lb/>
meinte zwar, daß er überzeugt ist, daß wir heuer noch die Ge<lb break="no"/>werbeordnung im Parlament beschließen können, da bei den Anfangs<lb break="no"/>paragraphen sich große Schwierigkeiten entstehen. Ich teile<lb/>
diese Meinung nicht, ich bin überzeugt davon, daß auch wenn<lb/>
der Wirtschaftsbund und der Bauernbund sich über die Fragen<lb/>
der landwirtschaftlichen Genossenschaften geeinigt hat, es<lb/>
dann doch sehr lange dauern wird, bis wird zu einer endgültigen<lb/>
Beschlußfassung kommen können. Die ÖVP versucht, durch einen<lb/>
paktierte Lösung die anderen Wünsche, wie die Genossenschafts<lb break="no"/>gesetznovelle und vor allem steuerliche Begünstigung eine<lb/>
akzeptable Lösung durchzuziehen. In der letzten Phase wird es<lb/>
also ganz harte Verhandlungen geben, die allerdings nicht bei<lb/>
mir im Handelsausschuß geführt werden, wohl aber dort die<lb/>
Arbeit blockieren werden.</p><pb n="14-0209" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-02-20_0209.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-02-20_03">Im Ministerrat hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> der Delegierung eines Beamten des<lb/>
Verkehrsministeriums zu seiner Dienstreise festgehalten, daß die Ab<lb break="no"/>sicht dieser Reise von der Firma bezahlen zu lassen, von ihm<lb/>
entschieden abgelehnt wird. Diese Dienstreise wird nach Amerika<lb/>
geführt von der Firma Doppelmayr, um festzustellen, wie<lb/>
die Sessellifte, Seilbahnen in Amerika gebaut werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
befürchtet, daß der Beamte, wenn er nachher die entsprechenden<lb/>
Kommissionierungen in Österreich durchzuführen hat, nicht ob<lb break="no"/>jektiv sein kann und ist, wenn ihm jetzt die Reise von der<lb/>
Firma bezahlt wird. Er wird deshalb <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> tatsächlich<lb/>
diese Reise aus seinem Budget bezahlen. Da ich <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> nicht<lb/>
im unklaren lassen wollte, daß hier bei uns die Kommissionierungen<lb/>
von Autozulassungen in die Lieferwerke durchführen, aber auf<lb/>
Kosten der Firmen, hatte ich ihm diese Tatsache neurdings mit<lb break="no"/>geteilt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> empfahl unter allen Umständen darauf zu ver<lb break="no"/>zichten, daß die Firmen diese Kosten übernehmen, sondern daß<lb/>
selbstverständlich Beamte nur auf Kosten des Bundes fahren<lb/>
können.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-02-20_04">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs><lb/>
Bitte die Protokollierung der Ministerratssitzung zu diesem<lb/>
Punkt genau beaschten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-02-20_05"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hatte bereits angekündigt,daß die ORF-Reformkommission<lb/>
im Ministerrat bescließen lassen wird. Er hatte ein Papiaer vor<lb break="no"/>gelegt bekommen, daß ihm allerdings nicht zusagte. Er änderte<lb/>
deshalb den Inhalt während seines Referates wesentlich ab.<lb/>
Für mich war dies ein deutliches Zeichen, da <rs type="person" ref="#per__115595">Reiter</rs> in Urlaub<lb/>
ist, daß die Firmulierung scheinbar <rs type="person" ref="#per__97767">Mussi</rs> ausgearbeitet hat<lb/>
und dabei nicht seine Zustimmung fand. Seine Konzeption ist,<lb/>
daß in dieser Kommission kein Vertreter der poltiischen Parteien<lb/>
sein sollen, da die Kommission gutachtlich beraten soll. Beamte,<lb/>
die reingeschickt werden, sind ausdrücklich nlcht weisungsge<lb break="no"/>bunden. Seine Idee ist, die Gesellschafter-Versammlung wesent<lb break="no"/>lich zu verändern. In Hinkunft soll der Bund nur mehr 51 %<lb/>
die Länder 29 % und 20 % also jeweils 5 % = 11 Mio.<lb/>
sollen die vier Sozialpartner bekommen. Welche Sozialpartner<lb/>
<pb n="14-0210" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-02-20_0210.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>das nicht will, dessen Anteil soll zwischen Bund und Länder<lb/>
aufgeteilt werden. Aufgabe der Geselschaft der Versammlung<lb/>
soll es werden, die Tarife die der Aufsichtsrat genehmigen<lb/>
soll, letzten Endes zu beschließen. Damit hofft <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, kommt<lb/>
er über das Problem hinweg, die Paritätische Kommission im<lb/>
Gesetz zu nennen. Wenn nämlich in der Gesellschaft der Ver<lb break="no"/>sammlung die Sozialpartner übereinkommen, daß sie die Tarif<lb break="no"/>erhöhung zustimmen ist es erledigt, wenn nicht, dann können<lb/>
sich ja immer noch an die Paritätische Kommission abtreten.<lb/>
Ich weiß nicht ob <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> mit dieser Lösung einverstanden ist.<lb/>
Er steht nämlich auf dem Standpunkt, daß unter allen Umständen<lb/>
im Gesetz schon reguliert werden soll, daß letzten Endes doch<lb/>
die Paritätische Kommission befragt werden muß, sowie auch<lb/>
dies die anderen Unternehmer zu tun haben. der<lb/>
Gesellschaft der Versammlung soll gleichzeitig auch mit 2/3<lb/>
Mehrheit die Intendanten bestellt werden. Durch die qualifizierte<lb/>
Mehrheit würde verhindern, daß eine Partei, die die Mehrheit<lb/>
an den Bundesanteil vertritt, eine politische Lösung erzwingen<lb/>
kann. Die Intendanten, er stellt sich auch vor, daß die ein<lb break="no"/>zelnen Fernseh- und Rundfunkintendanten unabhängiger sein sollen<lb/>
und von der Generalversammlung bestellt werden. Dadurch eine<lb/>
große Unabhängigkeit erhalten würden. Die Zeitungen, die durch<lb/>
Rundfunkvolksbegehren agiert hatten, haben beschlossen, dieser<lb/>
Reformkommission nicht teilzunehmen und angeblich sogar ihren<lb/>
Redakteuren verboten. Trotzdem haben einige sich bereit erklärt<lb/>
mitzuarbeiten. Vom Profil <rs type="person" ref="#per__140776">Trautl Brandstaller</rs>, vom ORF <rs type="person" ref="#per__146176">Dillner</rs>,<lb/>
von der UNI Salzburg <rs type="person" ref="#per__149006">Prader</rs>, vom ORF – christl. Gewerkschafter<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97437">Fiedler</rs>, vom OTH – <rs type="person" ref="#per__146362">Hartner</rs>, vom Kurier <rs type="person" ref="#per__140919">Hübl</rs>. Weiters Redakteur<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115016">in der Maur</rs>, von der Furche, wenn ich mich nicht täusche,<lb/>
weiters ein Vertreter der Gewerkschaft Kunst und freie Berufe.<lb/>
Von dieser Gewerkschaft allerdings sind keine Spitzenfunktionäre<lb/>
vorgesehen. Von der Presse <rs type="person" ref="#per__146599">Jeschko</rs>, MR. <rs type="person" ref="#per__140478">Dittrich</rs> vom Justiz<lb break="no"/>ministerium, <rs type="person" ref="#per__147370">Menzhold</rs> vom Salzburger Volksblatt, <rs type="person" ref="#per__97777">Nenning</rs> von<lb/>
der Journalistengewerkschaft, <rs type="person" ref="#per__108328">Pahr</rs> vom Verfassungsdienst,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116420">Podgorski</rs> vom ORF, <rs type="person" ref="#per__134222">Riedler</rs> von der Neuen Zeit, <rs type="person" ref="#per__149321">Schmidt</rs> – Be<lb break="no"/>triebsrat vom ORF, <rs type="person" ref="#per__114503">Skala</rs> – ehemaliger Leiter vom 2. Fernsehen,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__149009">Trinks</rs> von der evangel. Akademie und <rs type="person" ref="#per__148071">Ziesel</rs>. Als Sekretär der<lb/>
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wirklich wissen, wenn ein Minister solche Arbeitsweise ent<lb break="no"/>wickelt, ob <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dann auch die Geduld hätte, solange ein<lb/>
Problem anzuhören. DerArbeitsstil von ihm ist baer in Wirk<lb break="no"/>lichkeit durch Diskussion erst sich eine endgültige Meinung<lb/>
bildet. Deshalb benützt er alle Formen um einen Gedanken immer<lb break="no"/>wieder vorzutragen und in den entsprechenden Nuancen in die<lb/>
Diskussion zu stellen. Meistens aber kommt es weder im Minister<lb break="no"/>rat noch im Parteivorstand zu einer wirklichen Diskussion.<lb/>
Gerade in der Gewerkschaftsfraktion werden ab und zu Anfragen<lb/>
an ihn gerichtet. Eine souveräne Autroität ist meiner Meinung<lb/>
nach derzeit vollkommen unbestritten. Ich weiß nicht wie es<lb/>
in den kleinsten Kreisen ist, wenn er mit Landesobleuten oder<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> selbst über Probleme spricht. Ich kann mir nicht<lb/>
vorstellen, daß dort ein anderer Arbeitsstil herrscht. In<lb/>
der letzten Zeit hat er eine interessante Bemerkung gemacht.<lb/>
Es gibt im Bundeskanzleramt eine Schrift oder vielleicht<lb/>
sogar ein Buch von <rs type="person" ref="#per__148977">Welan</rs> und <rs type="person" ref="#per__112159">Neisser</rs>, beide Mitglie des Brain<lb break="no"/>trusts von <rs type="person" ref="#per__97634">Klaus</rs>, welches über die Stellung des Bundeskanzlers<lb/>
genau informiert. Als er dies bei der Ministerratsvorbesprechung<lb/>
erwähnte, habeich sofort erklärt, dieses Buch muß ich mir ver<lb break="no"/>schaffen,,damit ich weiß, was ein Bundeskanzler wirklich darf.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meinte dann lächerlich, für ihn gilt dies keinesfalls.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-02-20_06">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>:<lb/>
Bitte versuche diese Unterlagen zu bekommen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-02-20_07">In der Sektionsleitersitzung gab insbesondere die Situation<lb/>
auf dem Budgetsektor bezüglich Reisen und Repräsentationen<lb/>
eine längere Diskussion. Da ich über den Beschluß des Minister<lb break="no"/>rates sofort berichtete, erklärte <rs type="person" ref="#per__97801">Ottahal</rs> daß es früher nie<lb break="no"/>mals üblich, daß auf Kosten der Firma Beamte zur Kommissionierung<lb/>
z. B. der Autotypen ins Ausland gefahren sind. Ich entschid<lb/>
deshalb, daß wir auch in Hinkunft diese Kommissionierung in<lb/>
Österreich vornehmen sollen, damit keine Reisespesen erwachsen.<lb/>
Bei dieser Gelegenheit hat <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> darauf hingewiesen, ddaß z. B.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97524">Hauffe</rs> und <rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs> in einen Aufsichtsrat der Käseexportgesell<lb break="no"/><pb n="14-0212" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-02-20_0212.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>schaft nach Innsbruck delegiert sind. Sie verrechnen diese<lb/>
Reise dorthin als Dienstreise, die nachher von der Firma re<lb break="no"/>fundiert wird. Die Beamten legen größten Wert darauf, über<lb break="no"/>all hin als Dienstreise delegiert zu werden, damit bei ev.<lb/>
Unfällen sie die entsprechenden personalpolitisch günstigen<lb/>
Benefizien bekommen. Da ich die beiden nicht in den Käse<lb break="no"/>aufsichtsrat geschickt hatte, sie aber von dort nicht abrufen<lb/>
will, entschied ich, daß dies eine reine private Ange<lb break="no"/>legenheit ist, die sie mit der Firma direkt verrechnen müssen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> wird dieses Problem überprüfen und in die Hand nehmen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> teilte weiters mit,daß mit der 24. Gehaltsnovelle<lb/>
große Schwierigkeiten bestehen, da etliche Zulagen, die der<lb break="no"/>zeit gegeben werden, vergessen wurden. Außerdem hätten die Be<lb break="no"/>amten bereits mit 1. Dezember 1972 die entsprechenden vorge<lb break="no"/>sehenen Zulagen der Gehaltsnovelle bekommen sollen.,Bis jetzt<lb/>
konnte aber mit dem Bundeskanzleramt noch keine endgültige<lb/>
Formulierung gefunden werden. Ich glaube, daß es höchste Zeit<lb/>
war, daß <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> als Staatssekretär sich dieser Personalange<lb break="no"/>legenheiten annimmt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> war hier wirklich überfordert und<lb/>
auch <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hatte nicht die Zeit, um diese Details, die in<lb/>
die dutzenden Hunderte und Millionen geht zu überblicken und<lb/>
allen genau zu kontrollieren. Wahrscheinlich wäre es schon<lb/>
längst zweckmäßig und notwendig gewesen <rs type="person" ref="#per__108223">Lausecker</rs> als Staats<lb break="no"/>sekretär für Personalfrage ins Bundeskanzleramt zu nehmen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-02-20_08">Bei der Sektionsleiterbesprechung stellte ich auch ausdrücklich<lb/>
nochmals fest, daß ich nicht bereit bin, Informationen über<lb/>
etl8che Seiten zu lesen. Da ich aber nicht will, daß man mir<lb/>
in der Information wurde mir dieses oder jenes Problem darge<lb break="no"/>stellt, und da ich diese Information angenommen habe, habe<lb/>
ich auch die Darstellung akzeptiert und verlangte eine kurze<lb/>
und prägnante Information von max. 1 – 2 Seiten. Typisch war,<lb/>
daß auch z. B. der Präsident des Patentamtes <rs type="person" ref="#per__98012">Thaler</rs>, mir für<lb/>
den Kongreß eine Information überreichte die etliche Seiten<lb/>
betrug und dann gleichzeitig vorgeschlagen wurde, ich sollte<lb/>
nicht nur akzeptieren, daß IBM die elektronische Datenverar<lb break="no"/>beitung für die Protokolle und Resolutionen des Kongresses<lb/>
übernimmt, sondern auch ein Briefentwurf angeschlossen war,<lb/>
<pb n="14-0213" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-02-20_0213.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>den ich an <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> richten sollte. Die Handelskammer hätte<lb/>
nämlich von den S 600.000,-- Kosten den Restposten von 100.000,-<lb/>
übernehmen sollen. Ich habe aber nicht die Absicht so vorzu<lb break="no"/>gehen. Akzeptiere ich aber die Information, bedeutet dies, daß<lb/>
ich auch die darin vorgeschlagene Vorgangsweise zur Kenntnis<lb/>
nehme.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-02-20_09">Die Patentgesetznovelle gab es eine Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs>, <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs>, <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> und <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs>. Bei dieser Gelegenheit mußten<lb/>
auch einige personalpolitische Fragen ernstlich diskutiert<lb/>
werden. Ich hatte mir eigentlich nie einen Begriff gemacht<lb/>
wie schwierig personalpolitische Entscheidungen in einem<lb/>
Ministerium sind durchzusetzen. Neben der sachlichen gibt<lb/>
es noch politische Gesichtspunkte die man mehr oder minder<lb/>
berücksichtigen muß oder zumindestens soll. In den vergangenen<lb/>
Jahren und Monaten da dies viellicht noch leichter, weil wir<lb/>
keine politischen internen Schwierigkeiten.hatten. Das Haus<lb/>
war eindeutig von der ÖVP beherrscht und es gab fast keine<lb/>
Schwierigkeiten für unsere personalpolitischen Maßnahmen<lb/>
wo wir auf ev. Genossen Rücksicht nehmen mußten. Dies ändert<lb/>
sich jetzt natürlich mit der Zeit.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-02-20_10">Mit den Autofirmen hatte ich mit <rs type="person" ref="#per__127126">Hönel</rs> und <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> gemeinsam<lb/>
entsprechende kurze Verhandlungen. Da ich beabsichtigte von<lb/>
Firmen doch Einzelinformationen zu bekommen, habe ich nicht<lb/>
eine gemeinsame Sitzung einberufen, so dern wirklich mit<lb/>
jeder Firma selbst gesprochen. Sicher ist, daß jede zuwartet,<lb/>
damit sie nicht die erste für Preiserhöhungen ist. Mercedes<lb/>
hat die höchste Erhöhung, nämlich 7 % für den 600er sogar<lb/>
10,5 % Werkspreiserhöhung und dies bereits mit 1. März vom<lb/>
Stuttgarter Werk endgültig vorgeschrieben bekommen. In der<lb/>
BRD wurden die Preise wesentlich geringer erhöht. Ich setzte<lb/>
Prok. <rs type="person" ref="#per__146988">Leissing</rs> auseinander, daß sie damit die Preis.........<lb/>
übernehmen und unmittelbar mit mir in Konflikt kommen werden.<lb/>
Ich glaube überhaupt, daß ich gegen die Autopreiserhöhung<lb/>
schärfer vorgehen soll.und werde. <rs type="person" ref="#per__127126">Hönel</rs>, der sich ja in dieser<lb/>
Materie schön langsam einzuarbeiten beginnt, wird entsprechende<lb/>
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die einzelnen Vertreter zustimmend zur Kenntnis genommen<lb/>
haben. Manche waren über diese Taktik erfreut, manche, wie<lb/>
z. B. der Vertreter von GM erklärte, so eine Vorgangsweise<lb/>
sei vollkommen sinnlos, da ihre Generaldirektion alle Aus<lb break="no"/>landsmärkte gleich behandelt und keine Marktberücksichtigung<lb/>
von einzelnen Ländern zuläßt. Hinweise, daß wir in Österreich<lb/>
ein anderes System der Lohn- und Preisbeobachtung oder gar<lb/>
den Einfluß des Ministers oder der Paritätischen Kommission<lb/>
haben, bleiben für GM in Deutschland, England oder gar in<lb/>
Amerika vollkommen uninteressant.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-02-20_11">Bei der Sektionsleitersitzung im 3. Bezirk waren einigge Ge<lb break="no"/>nossen der Meinung, daß es vollkommen uninteressant ist wie<lb/>
sich die Presie für Autos entwickeln. Eine ähnliche Stellung<lb break="no"/>nahme hat, oder nimmt vielleicht auch noch immer <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> ein.<lb/>
Ich teile diese Meinung schon deshalb nicht, weil dieselben<lb/>
Genossen ganz heftige Kritik an die beabsichtigte Parkplatz<lb break="no"/>regelung in Wien übten. Dort soll durch entsprechende Ge<lb break="no"/>bühren erstens Geld für den Garagenbau verschaftt werden und<lb/>
gleichzeitig der Parkraum eben nicht für Dauerparker ver<lb break="no"/>stellt bleiben. Wenn das Auto also nicht einen entsprechenden<lb/>
Einfluß hat, dann kann auch das Problem des Parkraumes keine<lb/>
entsprechende Kritik der Bevölkerung a8slösen. Ganz daa Gegen<lb break="no"/>teil ist aber der Fall. Da wir jetzt bereits 1,1 Mio PKW-<lb/>
Fahrer haben, so heißt dies, daß mindestens 3 Mio. davon be<lb break="no"/>troffen sind, mit den Angehörigen und diese natürlich auf alles<lb/>
was das Auto betrifft, allergisch reagieren. Aus optischen<lb/>
Gründen muß man deshalb, auch dann wenn er im Lebenshaltungs<lb break="no"/>kostenindex nicht die überragende Bedeutung hat, dieser Preis<lb break="no"/>entwicklung größtes Augenmerk schenken.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-02-20_12">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs><lb/>
Bitte eine Propagandakampagne für diesen Sektor genau über<lb break="no"/>legen und vorbereiten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-02-20_13"/></div>
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            <head>hs. Notizen (TO MR-Sitzung Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
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               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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               <persName><surname>Christian</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
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               <persName><surname>Hönel</surname><forename>Walter</forename></persName>
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               <persName type="label">Koupa, A</persName>
               <persName><surname>Koupa</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>[unklar, entweder HM oder HK; Zusammenhang Gespräch mit Mussil und
                  Christian 1971 zur Gewerbeordnung]</occupation>
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               <persName type="label">Orator, Heinrich</persName>
               <persName><surname>Orator</surname><forename>Heinrich</forename></persName>
               <occupation>Jurist (FPÖ), Liquidator Duswald-Mühle</occupation>
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               <persName type="label">Reiter, Alfred</persName>
               <persName><surname>Reiter</surname><forename>Alfred</forename></persName>
               <occupation>Kabinettschef Kreisky [ident mit Reiter, C; 3.11.1971 Fredi Reiter
                  genannt]]</occupation>
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               <persName type="label">Riedler, Josef</persName>
               <persName><surname>Riedler</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>CR "Neue Zeit"</occupation>
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               <persName type="label">Mussi, Ingo</persName>
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               <occupation>Beamter HM, u.a. zuständig f. Protokollfragen</occupation>
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               <persName type="label">Lausecker, Karl</persName>
               <persName><surname>Lausecker</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Staatssekretär/Verkehrsminister</occupation>
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               <persName><surname>Jagoda</surname><forename>Karl</forename></persName>
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               <persName type="label">Steiger, Paul</persName>
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               <persName type="label">Mussil, Arthur</persName>
               <persName><surname>Mussil</surname><forename>Arthur</forename></persName>
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               <persName type="label">Benya, Anton</persName>
               <persName><surname>Benya</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>ÖGB-Präs., NR-Präs.</occupation>
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               <persName type="label">In Der Maur, Wolf</persName>
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               <persName type="label">Gehart, Friedrich</persName>
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