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            <title type="main">Donnerstag, der 25. Jänner 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-25_01">Donnerstag, 25. Jänner 1973</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-25_02">Im Parlament mit <rs type="person" ref="#per__127586">Tödling</rs>, <rs type="person" ref="#per__97515">Hanreich</rs>, <rs type="person" ref="#per__97752">Mondl</rs> habe ich die<lb/>
wirtschaftliche Verteidigungsdoktrin besprochen. <rs type="person" ref="#per__127586">Tödling</rs><lb/>
mölchte, dass auch Expertenebene mit den INteressensvertretungen<lb/>
eine konkrete Arbeit geleistet wird, indem die Vorratslage und<lb/>
der Bedarf für die wichtigsten Produkte festgelegt wird. <rs type="person" ref="#per__97515">Hanreich</rs><lb/>
möchte ein Grundlagenpapier, wo aber ebenfalls dann Schwerpunkte<lb/>
gesetzt werden sollen. <rs type="person" ref="#per__97752">Mondl</rs> meinte, dass in der Doktrin eine<lb/>
Ziel-vorstellung festgelegt werden muss, damit man jeder Krisen<lb break="no"/>situation gewachsen ist. <rs type="person" ref="#per__127586">Tödling</rs> hat grundsätzlich nichts da<lb break="no"/>gegen, wenn wir über eine solche Doktrin verhandeln, doch würde<lb/>
die ÖVP gerne konkrete ARbeiten sehen. Ich selbst setze den dreien<lb/>
auseainder, dass bie mir die Wirtschaftliche Landesverteidigung<lb/>
nur von Min.Rat <rs type="person" ref="#per__125823">Hanisch</rs> und einem zweiten Mann gemacht wird. Da<lb/>
ich keine Dienstposten bekommen – ich würde auhc solche gar nicht<lb/>
verlangen – muss ich die Reorganisation der wirtschaftl. Landes<lb break="no"/>verteidigung auf die geschaffenen BRanchenreferate und die<lb/>
SEktion III Industrie üertragen. Übereinstimmend wird mir diese<lb/>
Vorgangsweise bestätigt und gutgeheissen. Da <rs type="person" ref="#per__125823">Hanisch</rs> heuer in<lb/>
Pension geht, wird jetzt mit Zustimmung der Parlamentvertreter<lb/>
diese Reorganisation fortgesetzt, um im nächsten Jahr die Branchen<lb break="no"/>referat einzusetzen. Ich stimme zu, dass die Interessensvertretungen<lb/>
und meine Ministerienreferenten die ARbeit beginnen sollen.<lb/>
Von der Bundeskammer wird dazu Christian, von der LWK <rs type="person" ref="#per__114571">Wejwoda</rs><lb/>
von <rs type="person" ref="#per__127586">Tödling</rs> vorgeschlagen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-25_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte eine Sitzung mit den Branchenreferenten<lb/>
die dafür in FRage kommen und <rs type="person" ref="#per__125823">Hanisch</rs> und<lb/>
mir und Interessensvertretungen vereinbaren.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-25_04">Ing. <rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs> von der Fa. Bauer, Bewässerungsanlagen, möchte, dass<lb/>
ich mit <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> über da ung.-sow. Projekt spreche, das in<lb/>
Kooperation in Ungarn mit ZUlieferung von österr. Firmen erreich<lb break="no"/>tet werden soll. Da ich mich ausserstande erkläre, für ein Projekt<lb/>
das zwischen Ungarn und der SU verhandeln wird einzuschalten,<lb/>
möchte <rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs> von mir, dass ich <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> ersuche, damit er<lb/>
ihn in Moskau besuchen kann. Auch dies lehne ich ab. <rs type="person" ref="#per__115651">Cifer</rs> erklärt<lb/>
zwar, dass die Ungarn in ausdrücklich ersuchten, dass Österreich<lb/>
intervenieren sollte, um die ung.-sow. Kooperation durchführen<lb/>
zu können, doch fühle ich mich dafür nicht zsutändig.</p><pb n="14-0087" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-25_0087.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-25_05">Mit der Industriellenvereinigung, Präs. <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs>, <rs type="person" ref="#per__97733">Mayer-Gunthof</rs>,<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__140321">Wilhelm</rs>, Baron <rs type="person" ref="#per__140551">Hauser</rs>, Dr. <rs type="person" ref="#per__97725">Marquet</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__112971">Weber</rs>, sowie<lb/>
<rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> spreche ich über deren Wunsch über ihre FOrderungen an das<lb/>
Handelsministerium. <rs type="person" ref="#per__140321">Wilhelm</rs>, der die aussenhandelspolitischen Agen<lb break="no"/>den führt, erklärt weitschweifig ihr Programm. ERstens soll die<lb/>
Stabilsierungspolitik dadurch aufgelockert werden, dass für die<lb/>
Investitionen und für die Umlaufmitteln die entsprechenden Kredit<lb break="no"/>beschränkungen aufgehoben werden sollen. Die GEldkosten, meint<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140321">Wilhelm</rs>, sind heute höher, nämlich um ca. 2 % teurer als Lohnerhö<lb break="no"/>hungen im Jahre ihnen dieselbe VErteuerung hätte bringen können.<lb/>
Die Industrie müsste sich durch die verlorene Umsatzsteuerrückvergü<lb break="no"/>tung durch die Zollsenkungen jetzt durch die EG-Abkommen auf den<lb/>
300 Mill.-Markt orientieren und deshalb müssten sie entsprechende<lb/>
Investitionen tätigen. Der Produktionsapparat müsste deshalb von<lb/>
den Kreditinstituten besser bedient werden. Mein Hinweis, dass die<lb/>
Kreditinstitute selbst jede Selektion abgelehnt haben, veranlasst<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140321">Wilhelm</rs> nus, zu sagne, dass die Aufgabe darin besteht, ihre Wünsche<lb/>
bei mir zu deponieren.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-25_06">ZWeitens . Die Übergangsfristen sollten mit EG-VErhandlungen ver<lb break="no"/>kürzt werden. Dies gilt nicht nur für die sensiblen Produkte sondern<lb/>
auch für die 5-Jahres-Phase. Griechenland und Türkei sind assoziiert<lb/>
und es müssten nun Verhandlungen beginnen, um den Export in diese<lb/>
Staaten zusichern. Eine Ausweitung der EFTA sowohl nach Spanien<lb/>
als auch nach Jugoslawien wird angestrebt. Die Kooperationen müss<lb break="no"/>ten noch wesentlich verbessert werden und Verhandlungen mit dem<lb/>
Osten sollten niemals mit COMECON sondern mit jedem einzelnen Land<lb/>
nur geführt werden. Ich stimmte allen diesen Vorschlägen zu, da sie<lb/>
grösstenteils wie z.B. die Kooperation auf meine Initiative zurück<lb break="no"/>gegangen sind. Die Kooperationsbörse, die die Industriellenvereini<lb break="no"/>gung heute macht, müsste noch auf alle Länder ausgedehnt wund<lb/>
und wesentlich verbessert werden, was mir auch zugesichert wird<lb/>
Die DDR-Liberalisierung ist mit 1.1.1975 zu genehmigen, doch soll<lb break="no"/>te eine escape-clause, wie sie auch im Polen-Vertrag konstruiert<lb/>
wurde, aufgenommen werden. Aucnh hier konnte ich der Industriellen<lb break="no"/>vereinigung auseinandersetzen, dass nicht ich die Ostflanke aufge<lb break="no"/>rissen habe, sondern gerade durch mühevolle VErhandlungen mit den<lb/>
Oststaaten sicherungsklauseln einbauen konnte. Vorkehrungen wären<lb/>
zu treffen, dass die Schilling-Fakturierung womögoch nicht nur an<lb break="no"/>erlannt, sondern auch de fact durchgeführt wird, obwohl mir <rs type="person" ref="#per__140321">Wilhelm</rs><lb/>
<pb n="14-0088" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-25_0088.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>auch erklärt, das ist nur auf die Güte der Exportware ankommt,<lb/>
wo man gegebenenfalls für gute Ware, die der Osten braucht, sehr<lb/>
wohl Schilling.Fakturierung erreichen kann. Wichtig wäre u<lb/>
zu verhindern, dass Ostware aus dritten Ländern nach Österreich<lb/>
exportiert werden kann. Die BRD hat dies bereits durch ihr System<lb/>
verboten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-25_07">Drittens Für die Entwicklungshilfe sollte man SAchleistung mit Expo<lb/>
waren anbieten. Baron <rs type="person" ref="#per__140551">Hauser</rs>, wie <rs type="person" ref="#per__97581">Igler</rs> ihn vorstellt, wollte nur<lb/>
zwei Forderungen. Er bat, dass ich ihm die Organisation des Handels<lb break="no"/>ministeriums erkäre. Ich ging sofort, nachdem ich dies getan habe,<lb/>
einen Schritt weiter und schlug ihm vor, dass wir eine Sitzung von<lb/>
ihm mit seinen Funktionären und Referenten der Industriellenvereini<lb break="no"/>gung in meinem Ministerium machen sollten, wo gleichzeitig die<lb/>
Referenten der Industriellen-SEktion vorgestellt werden und die<lb/>
gemeisnamen Arbeiten resp. Kontakte zwischen Industriellen-Vereini<lb break="no"/>gung und Handelsministerium aufgenommen werden sollten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-25_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte eine diesbezügliche Sitzung vorbereiten und<lb/>
ganz besonders unseren Referenten die Möglichkeit zu geben, als Bran<lb break="no"/>chenreferenten oder als Abteilungsleiter wie z.B. <rs type="person" ref="#per__98109">Zembsch</rs> für die Ko<lb break="no"/>operation ihre Arbeitsgebiete und INtentionen ganz kurz zu schildern.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-25_09">WEiters interessiert sich die Industriellen-Vereinigung für<lb/>
die regionale Industriepolitik und bittet, dass wir ihr die Stu<lb break="no"/>dien überlassen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-25_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte 10 Exemplare der Industriellenvereinigung<lb/>
übermitteln.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-25_11">Veitscher Magnesit Dr. <rs type="person" ref="#per__149205">Rosenberg</rs> sowie Dr. <rs type="person" ref="#per__1137472">Lauda</rs>, Dr. <rs type="person" ref="#per__136470">Denk</rs> vom<lb/>
Fachverband, Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97467">Gasser</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__112190">Mock</rs> verhandeln über<lb/>
die Umstufung von Magnesit vom grundeigenen in bergfreie Minera<lb break="no"/>lien. Das Professoren.Kollegium, von denen <rs type="person" ref="#per__149205">Rosenberg</rs> behauptet,<lb/>
dass kein einziger Praktiker darunter war, hat vorgeschlagen, Magnesit<lb/>
als bergfreies MIneral einzustufen. Die Magnesit-Industrie und<lb/>
auch die Betriebsräte haben zweifelsohne durch die Industrie veran<lb break="no"/>lasst an mich geschrieben, dass eine solche Umstufung äusserst<lb/>
gefährlich wäre. Z.B. hat der Grundbesitzer von Breitenau, Dr. <rs type="person" ref="#per__148989">Pfohl</rs>,<lb/>
<add>[Fa., Anm.]</add>Sattler, und das Stift Admont von Trieben bereits Forderungen an die<lb/>
Veitscher Magnesit gestellt, wenn eine entsprechende Änderung kommt,<lb/>
n<lb/>
<pb n="14-0089" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-25_0089.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dass sie dann nicht mehr ihre VErträge einhalten. Sie möchten<lb/>
dann neuerlidhce VErhandlungen beginnen. Die Magnesit-Industrie<lb/>
erklärt, dass siedeshalb von den Grundbesitzern neuerdings zr<lb/>
Ader gelassen werden. Da ich dies wahrlich nicht beabsichtige<lb/>
erkläre ich <rs type="person" ref="#per__112190">Mock</rs> nach Abschluss der Sitzung, dass es zuelführend<lb/>
sei, hier den Wünschen der Magnesitindustrie nachzugeben. Die<lb/>
Magnesitindustrie behauptet, dass in Österreich kein einziges<lb/>
Lager vorhanden wäre, das sie nicht entweder shcon ausbeuten<lb/>
oder als Reserve kennen und mit Schurfrechten belegt. haben.<lb/>
Erdsames Magnesit, das in Österreich nicht vorkommt, muss sich die<lb/>
Veitscher in der Türkei und die ÖAMAG in Griechenland verschaffen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-25_12">Dr. <rs type="person" ref="#per__136470">Denk</rs> hat nach der Sitzung bei mir interveneiert, dass wir für<lb/>
seine Bergabauschule weitere Subventionen wie in den vergangenen<lb/>
Jahren geben sollen. Ich erwähne, dass wir aus budgetäen Gründen<lb/>
dazu nur sehr schwer in der Lage sind. Die VErtreter der Veit<lb break="no"/>scher Magnesit erklären, dass sie jederzeit bereit wären, wenn<lb/>
diese Umstufung nicht erfolft. die entsprechendenBEträge dann auf<lb break="no"/>zu bringen. Angeblich leisten sie jetzt bereits über 1 Mill. S.<lb/>
In diesem FAll kommt es ihnen auf die 50.000 S, die wir glaube<lb/>
ich bezahlt haben, gar nicht an. Zum GLück hatte ich bereits<lb/>
ziemlich deutlich vor diesem Angebot, das man ansonsten als Be<lb break="no"/>stechung bezeichnen könnte, zum Ausdruck gebracht, dass ich die In<lb break="no"/>tentionen der Industrie in diesem FAll unterstütze und von einer<lb/>
Umstufung, wenn es nicht noch entscheidende andere Gründe gibt,<lb/>
auf alle Fälle Abstand nehmen möchte.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-25_13">Mit der Industrie-Bau- Dr. <rs type="person" ref="#per__139469">Meissner</rs> und <rs type="person" ref="#per__113124">Nemetschke</rs> sowie Direktor<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140161">Kraus</rs> <add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> habe ich die erste offizielle Aussprache über die Absichten<lb/>
der Bauindustrie. Die Vereinigung hofft, dass sie 1974 Spätestens<lb/>
als Fachverband anerkannt wird. Diesbezügliche Zusagen, <rs type="person" ref="#per__97893">Sallingers</rs><lb/>
mir gegenüber hat er auch ihnen neuerdings bestätigt. Was mir aber<lb/>
von Seiten der Herren als Konzept unterbreitet wird, ist alles<lb/>
schon abgestandener Kaffee. U.a. präsentieren sie mir die 10 Punkte<lb/>
die die Industie dringend bräuchte, wie z.B. langfristige Planung<lb/>
sofortige BEzahlugn der ausgeführten Arbeitenusw. Ich stelle sofort<lb/>
fest, dass dies nicht dem entspricht, was sie vor zwei Jahren<lb/>
mir versprochen haben. Damals sagten sie, dass es eine ganze Reihe<lb/>
von Forderungen gibt, die letzten Endes für die Bauindustrie von<lb/>
grösster Bedeutung sind und die eigentlich vom Industrieminister<lb/>
gegenüber dem Bautenminister durchgesetzt werden sollten und könnte<lb/>
<pb n="14-0090" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-25_0090.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Ein konkretes Material habe ich aber bis jetzt nicht bekommen, Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__139469">Meissner</rs> verspricht mir für die nächsten Monaten eine solche Studie,<lb/>
weil sie sie bereits mit dem BAuzentrum ausarbeiten. Letzten Endes<lb/>
wollen sie dann von mir eine Erklärung, wielange die Baubremse halten<lb/>
soll. Ich selbst erkläre, dass nicht daran zu denken ist, dass die<lb/>
Kreditrestikrionen jetzt bereits vom Finanzminister wieder aufge<lb break="no"/>hoben werden, da sie noch immer einen Überhang von 26 MIa haben,<lb/>
der sich allerdings, wie sie mit plausibel auseinandersetzen<lb/>
auf mehrere Jahre erstrecken, da die ganzen Grossbauvorhaben eben<lb break="no"/>falls drinnen sind, fürchen sie doch einzelne Lücken. Ich erkläre<lb/>
mich bereit, wenn sie mir sehr konkrete Mitteilungen über eine Lücke<lb/>
machen, dann im BAuten- resp. Finanzministerium für einen Auftrag<lb/>
in diesem Gebiet mich einzusetezn.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-25_14">Die Direktoren der Ölfirmen – Internationale und ÖMV – erscheinen<lb/>
mit FAchverbandssekretär Dr. <rs type="person" ref="#per__137297">Messinger</rs> und Min.Rat <rs type="person" ref="#per__112946">Schleifer</rs>,<lb/>
Dr, <rs type="person" ref="#per__112977">Neuhold</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs>, um zu erklären, dass sie den freien<lb/>
Tankstellen nur Überschussmengen zur VErfügung stellen können. Bis<lb/>
jetzt haben sich diese meistens aus dem Ausland mit Überschuss<lb break="no"/>mengen versorgt. Da jetzt Benzin knapp ist, wollen sie vom In<lb break="no"/>land, ohne dass sie verträge haben, Überschussmengen von Benzin<lb/>
bekommen. Preisaufteilung auf Grund der Mehrwertsteuer, die jede<lb/>
einzelne Sparte tragen muss, wurde befriedigend im Ministerium<lb/>
resp. der Handelskammer gelöst. Die Mengen,ässige VErsorgung iann<lb/>
nicht garantiert werden, solange sie nicht bereit sind, langfristi<lb break="no"/>ge Lieferverträge abzuschliessen, resp. abgeschlossen haben.<lb/>
Ein Direktbezugsrecht kommt nicht in Frage, da die ÖMV ihre<lb/>
Mengen bereits mit den internatiinalen Gesellschaften abgestimmt<lb/>
und denen die Mengen zugeteilt hat und die anderen Händler insbeson<lb break="no"/>dere über die MINU eine Gesellschaft von mehreren Grosshändlern<lb/>
die anderen versorgt. Für Bezug könnte man sich nur an die Vertriebs<lb break="no"/>firmen der ÖMV nämlich die Martha und Elan wenden. Benzin am freien<lb/>
Markt ist irrsinnig gestiegen, am 1.1.1972 betrug für Normalbenzin<lb/>
23 Dollar/to und ist auf 45 Dollar gestiegen, Superbenzin von<lb/>
32.50 auf auf 54.50.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-25_15"><rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> und dann am späteren Abend <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> erzählen mir, dass<lb/>
die Frage der Konsumenteninformation doch nicht so schnell gelöst<lb/>
werden kann, als dies scheinbar beabsichtigt war. <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> wird<lb/>
mit Präsident <rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs> über dieses Problem eingehend konferieren.</p><pb n="14-0091" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-25_0091.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-25_16">Die ganze Frage ist total verfahren und ich sehe momentan keinen<lb/>
Ausweg. Die einzige Möglichkeit könnte sich nur ergeben, wenn es<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs> wirklich geliungt, durch entsprechende VOrschläge an<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs> für <rs type="person" ref="#per__134822">Reichard</rs> entsprechende Verwendung zu finden. Eine<lb/>
diesbezügliche Aussprache soll in der nächsten Woche stattfinden.</p></div>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Cifer, Emil</persName>
               <persName><surname>Cifer</surname><forename>Emil</forename></persName>
               <occupation>Fa. Bauer, Inhaber Dienstpass HM</occupation>
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               <persName type="label">Weber, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Weber</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Leiter IV-Abt. Handels- u. internat. Währungspol.</occupation>
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               <persName type="label">Nemetschke, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Nemetschke</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>GF Fa. Rella</occupation>
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               <persName type="label">Hofstetter, Erich</persName>
               <persName><surname>Hofstetter</surname><forename>Erich</forename></persName>
               <occupation>Leitender Sekretär ÖGB, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Hanisch, A</persName>
               <persName><surname>Hanisch</surname><forename>A</forename></persName>
               <occupation>MR HM; evtl. ident mit Hanisch, Peter?</occupation>
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               <persName type="label">Koppe, Fritz</persName>
               <persName><surname>Koppe</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <persName type="label">Meisl, Josef</persName>
               <persName><surname>Meisl</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
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               <persName type="label">Sallinger, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Sallinger</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Handelskammer-Präsident</occupation>
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               <persName type="label">Wanke, Otto</persName>
               <persName><surname>Wanke</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>SChef HM</occupation>
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               <persName type="label">Zembsch, Anton</persName>
               <persName><surname>Zembsch</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Mondl, Walter</persName>
               <persName><surname>Mondl</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Messinger, Peter</persName>
               <persName><surname>Messinger</surname><forename>Peter</forename></persName>
               <occupation>Sekr. Fachverb. Erdölind.</occupation>
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               <persName type="label">Meissner, B</persName>
               <persName><surname>Meissner</surname><forename>B</forename></persName>
               <occupation>Dir. FIBÖ (?)</occupation>
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               <persName type="label">Hrdlitschka, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Hrdlitschka</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>AK, ÖIAG</occupation>
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               <persName><surname>Tödling</surname><forename>Othmar</forename></persName>
               <occupation>ÖVP-NR-Abg., GF Fa. Steirerobst</occupation>
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               <persName type="label">Gasser, Otto</persName>
               <persName><surname>Gasser</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>MR HM, Leiter OB</occupation>
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               <persName type="label">Denk, Wilhelm</persName>
               <persName><surname>Denk</surname><forename>Wilhelm</forename></persName>
               <occupation>GF Fachverband Bergwerke; evtl. Falschidentifikation</occupation>
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               <persName type="label">Hanreich, Georg</persName>
               <persName><surname>Hanreich</surname><forename>Georg</forename></persName>
               <occupation>FPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Patolitschew, Nikolaj S.</persName>
               <persName><surname>Patolitschew</surname><forename>Nikolaj S.</forename></persName>
               <occupation>sowj. Außenhandelsminister</occupation>
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               <persName type="label">Mock, Kurt</persName>
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               <persName type="label">Neuhold, Peter</persName>
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               <occupation>Beamter Energiesektion HM</occupation>
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               <persName type="label">Mayer-Gunthof, Franz Josef</persName>
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