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            <title type="main">Mittwoch, der 24. Jänner 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band14_1973-01-24</idno>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-24_01">Mittwoch, 24. Jänner 1973<lb/>
Im Klub berichtet <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs>, dass die 120 Gesetze, die unerledigt sind,<lb/>
wie die ÖVP zum Jahreswechsel mitteilte, 16 heute erledigt werden.<lb/>
28 sind Initiativen von der VP, wo natürlich niemand wirklich INter<lb break="no"/>esse daran hat, dass sie schnell zu behandeln sind, wenn sie überhaupt<lb/>
behandelt werden. 22 sind internationale Abkommen und Protokoll,<lb/>
17 sind Berichte und 19 sind in Unterausschüsssen, wo bereits Bespre<lb break="no"/>chungen über das Gesetz stattfinden. nur 18 sind tatsähclich dann<lb/>
letztlich offen, die auf den Tagesordnungen im Feber erledigt werden.<lb/>
_Allerdings sagt er jetzt, dass er jetzt gleichzeitig ein ganz neues<lb/>
Paket von GEsetzen, die die Regierung in der Zwischenzeit beschlossen<lb/>
hat, dem Haus vorgelegt werden. Er berichtet dann auch, da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
nicht kommen konnte, über die Absichten der einzelnen Regierungsmit<lb break="no"/>glieder. Beim Handelsministerium erwähnt er die Berggesetz-Novelle<lb/>
das Patentgesetz und ein Filmförderungsgesetz. Ebenso ein Filmförde<lb break="no"/>rungsgesetz beim Unterrichtsminister. Vielleicht wäre es sinnvoll<lb/>
noch einmal einen Filmgesetzentwurf, der mit dem Unterrichtsministeriums<lb/>
abgesprochen ist, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass wir zwei<lb/>
GEsetzentwürfe tatsächlich ins Parlament schicken, in die BEgutachtung<lb/>
zu schicken, oder – was noch zielführender wäre – den anderen Mini<lb break="no"/>stern zur Kenntnis zu bringen. IN diesem Fall hätten wir Aktivitäten<lb/>
entiwckelt, ohne dass wir in die Gefahr kommen, ein GEsetz im National<lb break="no"/>rat einzubringen, ohne dass wir vom Finanzminister eine Zusage haben,<lb/>
dass tatsächlich dann die notwendigen Mitteln zr Verfügung stehen<lb/>
werden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-24_02">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte kläre vor allem mit dem Unterrichtsministe<lb break="no"/>rium, wie unser gemeinsamer Entwurf dann wirk<lb break="no"/>lich ausschauen soll.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-24_03">Da der UA-Vorbesprechung für den Handelsausschuss entfiel, weil nur<lb/>
von Lanc ein Abänderungsantrag vorlag, er möchte gerne, dass das<lb/>
Problem der Bank, die in den Städten abgestellt werden, gelöst wird,<lb/>
fand dann eine BEsprechung zwischen <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs>, <rs type="person" ref="#per__98000">Swoboda</rs>, <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> und<lb/>
mir über die Gew.O-Wünsche der FWV statt. Teilweise haben Gruppen<lb/>
des FWV wie z.B. die Lebensmittelkleinhändler Forderungen erhoben,<lb/>
die im Gesetzentwurf schon berücksichtigt sind, wie z.B. dass sie auch<lb/>
Obst und Gemüsesäfte pressen dürfen. Teilweis haben sie aber Vorschläge<lb/>
die liberaler sind und die ich naütlruch sofort erklärt habe, dass<lb/>
wir aufnehmen werden. Z.B. wünschen sie auch, dass sie Kaffee ausschenke<lb/>
dürfne, so wie die Zuckerbäcker und Bäcker. Ausserdem wollen die<lb/>
<pb n="14-0080" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-24_0080.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Süsswarenkleinhändler dieselbe Nebenrechte, wie sie die Zucker<lb break="no"/>bäcker haben. Bezüglich die Abstimmung zwischen Baumeister, Zivil<lb break="no"/>techniker und tchn. Büros ist innerhalb des FWV auch keine einheit<lb break="no"/>lcihe Auffassung. Interessane haben eigentlich die FVW stark organi<lb break="no"/>sierten Pflasterer von Wien, dass sie wieder ein Handwerk werden und<lb/>
nicht ein gebundenes Gewerbe, wie im ENtwurf vorgesehen. Die Schuh<lb break="no"/>macher, die zweite starke Gruppe will, dass die Schuhhändler nicht<lb/>
Reparaturen durchführen dürfen. <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> hat die Sorge, dass wenn<lb/>
wir nicht irgendwie zum Ausdruck bringen, dass der Freie Wirtschafts<lb break="no"/>verband sich für diese Gruppen einsetzt, dann vielleicht doch der Unter<lb break="no"/>ausschuss irgendwelchen Wünschen der Handelskammer nachgiubt und<lb/>
der Wirtschaftsbund würde dann sagen, dass er alles erreicht aht.<lb/>
Wir vereinbaren deshalb, dass auf Grund der heutigen Aussprache<lb/>
der FWV usn ganz offiziell ein Schreiben schickt, wo er die WÜnsche<lb/>
seiner Gruppen mitteilt, obwohl <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> weiss, dass keinesfalls alle<lb/>
berücksichtigt werden können, insbesondere dort, wo es sich um Ein<lb break="no"/>schränkungen der liberalen Auffassung des Entwurfes hadnelt. Z.B.<lb/>
möchten die Kleidermacher, dass ihnen vorbehalten ist, alle Leder<lb break="no"/>arbeiten, wie Jacken, Kostüme und so weiter, allein zu machen.<lb/>
Die Säckler dürften dann nur Lederhosen erzeugen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-24_04"><rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> teilt mir auch mit, dass er mit <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> über seine Koop<lb break="no"/>tierung in das Präsidium verhandelt hat und <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> jetzt diese<lb/>
Forderung seinen Landesobmännern des Wirtschaftsbundes mitteilen<lb/>
wird und sich dafür auch einsetzt. <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> hat nur gegenüber <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs><lb/>
erwähnt, dass er über die Angriffe von ihm gegen die Handelskammer-<lb/>
Organisation im Nationalrat ein bisschen verärgert war, weil er erklärte<lb/>
das wird Schwierigkeiten bei seinen Wirtschaftsbundkollegen machen.<lb/>
Aus diesen Äusserungen konnte ich entnehmen, dass <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> grössten<lb/>
Wert darauf legt, eben nicht seine Organisation im den politischen<lb/>
Tagesstreit hineinziehen zu lassen. Dies kan er umso besser erreichen,<lb/>
wenn er durch Kooptierung von <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> ihn mit Beschlüssen in der<lb/>
Handelskammer, nachdem er ja sicherlich dann entweder zustimmt oder<lb/>
ablehnt und <rs type="person" ref="#per__97656">Kostroun</rs> hat natürlich immerzugestimmt, und <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs><lb/>
bich ich überzeugt davon, wird auch bei allen vernünftingen Vorschlägen<lb/>
zustimmen, <rs type="person" ref="#per__97757">Mühlbacher</rs> eben dann tatsächlich bindet.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-24_05">Bei der wirtschaftspolitischen Aussrpache hat das erste Mal <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs><lb/>
anstelle von <rs type="person" ref="#per__97775">Nemschak</rs> referiert. Während <rs type="person" ref="#per__97775">Nemschak</rs> immer ein vorbereitere<lb/>
Statement als Grundlage seiner Auführungen machte, hat <rs type="person" ref="#per__97937">Seidel</rs>, wie ich<lb/>
erfahren konnte, nachmittag noch nicht gewusst, was er eigentlich er<lb break="no"/><pb n="14-0081" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-24_0081.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>zählen soll und dann sehr gut imrpovisiert. Die Wirtschaftslage ist<lb/>
äuesserst günstig, er nimmt nur an, dass das Preisniveau doch im<lb/>
Jahre 1973 mindestens 8 % steigen wird. Für Jänner prognostiziert<lb/>
er sogar bis 8,5 % Indexsteigerungen. Ich glaube, dass die Jännerzahl<lb/>
falsch und zu hoch gegriffen ist, ich nehme an, dass es nicht einmal<lb/>
8 % werden, doch kann man natürlich solange die Ziffern nicht vorlie<lb break="no"/>gengen, kaum etwas sagen. Auch <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> improvisierte bei seinen Er<lb break="no"/>klärungen, nur <rs type="person" ref="#per__97922">Schmitz</rs>, der eigentlich seine letzte Erklärung abgab,<lb/>
dies aber gar nicht erwähnte, hatte sich, so wie immer , vorbereitet.<lb/>
In der anschliessenden Diskussion hat dann <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, wie er mir auch schon<lb/>
bei einem Jour Fixe angekündigt hat, darauf hingewiesen, dass die Preis<lb break="no"/>erhebungen der Organe auf unsere Soll-Preise falsch sind, da sie nicht<lb/>
dme Gesetz entsprechend mit 1. Jänner erhoben wurden sondern eben auf<lb/>
Oktober Erhebungen schon zurückgehen. Ich versicherte ihm darauf, dass<lb/>
diese Erhebungen nur dazu dienten, um eben Richtwerte resp. Unterlagen<lb/>
den Erhebungsorganen zur VErfügung zu stellen und dass wenn es zu<lb/>
Strafanzeigen kommt, natürlich dann der Jänner-Preis und deren Ent<lb break="no"/>lastung genau festgelegt werden muss. In Wirklichkeit komme ich immer<lb/>
mehr drauf, dass der Handelskammer es deshalb so unangenehm ist,<lb/>
unsere Organisation, weil auf GRund der Soll-Preise und der Teil<lb break="no"/>information des ERhebungsorganes sehr wohl Firmen, die eben schelcht<lb/>
entlastet haben, sofort beim ERscheinen des Organes bereit sind,<lb/>
ihre Preise zu reduzieren. Ich gebe sogar zu, dass vereinzelt Fälle<lb/>
vorkommen, wo Firmen ganz einfach ohne eigentlich diese Etnlastung<lb/>
in dem starken Ausmass durchführen zu müssen, bereit sind, ihre<lb/>
Preise, damit sie mit demOrgan nicht in Konflikt kommen, abzusetzen.<lb/>
Andererseits habe ich nach der Sitzung sowohl den <rs type="person" ref="#per__126405">Klose</rs> als auch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__137215">Hecke</rs> vorgeworfen, weil sie sich bei mir bschwert haben, dass die<lb/>
Firmen unter einem gewissen DRuck gestellt werden, dass<lb/>
VEreinbarungen der Paritätischen Kommission nicht im Protokoll<lb/>
festgehalten wurden und deshalb bei uns die Entlastungsberechnung<lb/>
falsch durchgeführt wird. Es handelt sich dabei um Suchard-Schokolade<lb/>
Maresi-Milch, Manner-Schnitte und die Friseurpreise. <rs type="person" ref="#per__122974">Altenburger</rs> hat<lb/>
in der Diskussion ganz hart <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> attackiert, dass seine statistische<lb/>
Zentralamt die Wünsche des Bundeskanzlers, eine Änderung des Indexes<lb/>
so schnell wie möglich vorzunehmen, negiert und erklärt, dass dies<lb/>
erst in eine paar Jahren der Fall sein kann. Hier hat <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> mit<lb/>
Recht repliziert, dass eine sofortige Änderung d.h. die Index-Neuge<lb break="no"/>staltung als kosmetische Operation betrachtet werden würde und die<lb/>
Gefahr bestände, dass man sofort von einer Manipulation spricht.</p><pb n="14-0082" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-24_0082.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-24_06">Gerade in einer kritischen Preisphase sollte man deshalb zuwarten.<lb/>
Bis eben die normalen 10-jährigen Änderungen fällig sind. Nach<lb/>
Auffassung <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> wird dies erst im Jänner 1975 der Fall sein.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-24_07">Die normale Paritätische Kommission und deren Tagesordnung ging<lb/>
glatt über die Bühne, Dies nicht zuletzt deshalb,weil für 18 Uhr berei<lb/>
der Empfang des NR-Präsidenten angesagt war und viele daran teilnehmen<lb/>
wollten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-24_08">Da Präs. <rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs> das erste Mal wieder an einer Sitzung teilnahme,<lb/>
hatte ich ihm gleich bei der BEgrüssung mitgeteilt, dass ich sehr<lb/>
gerne in den nächsten Tagen mit ihm sprechen möchte. Er schlug vor,<lb/>
unmittelbar an die Sitzung – und hat dann <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> dazugerufen – Die<lb/>
Arbeiterkammer selbst hat jetzt ein Problem mit <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> wie die<lb/>
Erhöhung der Höchstgrenze für die AK-Umlage erreicht werden sollte.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> selbst möchte in Etappen, die AK-Höchstgrenze der in der<lb/>
Krankenversicherung anpassen und womöglich dynamisieren. <rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs><lb/>
befürchtet, dass diesim Herbst wieder nicht der Fall sein könnte,<lb/>
so wie im Vorjahr auch die AK nicht mit der Krankenversicherung mit<lb break="no"/>gezogen wurde. Nachdem <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> een als Kompromiss erklärt hatte, dass<lb/>
eben nur die Krankenversicherung erhöht werden sollte. Einer Dyna<lb break="no"/>misierung würden nach Auffassung von <rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs> der ÖAAB niemals<lb/>
zustimmen, der einen Grundsatzbeschluss diesbzeüglich gefasst hat.<lb/>
Ich berichtete <rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs> dann über die Sitzungen, wo er nicht an<lb break="no"/>wesend war und habe ihm neuerdings versichert, dass ich natürlich jede<lb/>
zeit bereit bin, sowohl in dem Vorstandsfraktion der AK als auch vor<lb/>
allem zu ihm persönlich zu kommen, wenn er das BEdürfnis hat. Die<lb/>
Differenzen bezüglich des Instituts, dass er einmal dort eine Aus<lb break="no"/>sprache resp. den Saal gebraucht hätte und <rs type="person" ref="#per__97409">Eder</rs> <add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> unglückseelig erklärt<lb/>
hätte, dies sei nicht möglich, hat er gar nicht als das empfunden,<lb/>
was scheinbar <rs type="person" ref="#per__149256">Stecewics</rs> überall erklärte und herumerzöhlte. Bezüg<lb break="no"/>lich der Reorganistion der Konsumenteninformation ist er nicht bereit,<lb/>
eine endgültige Entscheidung zu treffen. Wenn der ÖGB eine Änderung<lb/>
will, dann soll er eine solche vorschlagen, <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> wies darauf hin,<lb/>
dass dann natürlich auch die Frage in der Arbeiterkammer selbst unbedin<lb/>
gelöst werden muss. Ich selbst versicherte <rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs>, dass ich jedes<lb/>
Arrangement akzeptiere und mich natürlich in die Details nicht einmi<lb break="no"/>schen kann, da ich ja in der Arbeiterkammer keine wie immer geartete<lb/>
Funktion mehr ausübe. Aus der DIskussion habe ich den Eindruck,<lb/>
dass er in Wirklichkeit noch einmal <rs type="person" ref="#per__134822">Reichard</rs> eine Chance geben will,<lb/>
weil er auf dem STandpunkt steht, dass ihm niemaand noch dezidiert<lb/>
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eben unterlassen soll. <rs type="person" ref="#per__97570">Hrdlitschka</rs> stellt sich vor, dass man ihm<lb/>
ein halbes Jahr noch konzesideren müsste. In diesem Fall habe<lb/>
ich, nachdem wir ja auch froh wären, wenn dieses Problem nicth<lb/>
aprubt gelöst werden muss, vorgeschlagen, dass er doch mit <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs><lb/>
zu einem Arrangement kommen müsste. Ob eine solche Aussprache er<lb/>
will resp. führt, kann ich derzeit noch nicht beurteilen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-24_09">Mit <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs>, <rs type="person" ref="#per__114127">Grimburg</rs> und ihrem Sekretär habe ich noch einmal<lb/>
über das Problem der Siemens-Computer gesprochen. <rs type="person" ref="#per__114127">Grimburg</rs> er<lb break="no"/>klärt, dass sie sehr wohl das Problem Siemens kennen, aber auf d<lb/>
dem Standpunkt stehen, dass sie mit der Ausschreibung schon so jetzt<lb/>
festgelegt sind, dass sie sie nicht berücksichtigen können. <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs><lb/>
wies darauf hin, dass sie bevor diese Ausschreibung von <rs type="person" ref="#per__114127">Grimburg</rs><lb/>
veranlasst wurde, sie immer wieder auf das Siemens-Problem auch gegen<lb break="no"/>über <rs type="person" ref="#per__114127">Grimburg</rs> hingewiesen hat. Jetzt selbst sei der Karren bereits<lb/>
endgültig festgelegt, und der WEg markiert. Mein Vorschlag,<lb/>
zu erklären, dass alle Anbote zu teuer sind und eine beschränkte<lb/>
Ausschreibung kann man nicht sagen, aber Offertlegung mit einem<lb/>
gewissen Höchstlimit den Firmen mitzuteilen, wird nicht akzeptiert<lb/>
werden. <rs type="person" ref="#per__114127">Grimburg</rs> und auch der Sekretär von <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> wies ganz be<lb break="no"/>sonders darauf hin und <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> bestätigte diese Auffassung, dass<lb/>
das grösste Präjudiz durch die BEstellung von Finanzverwaltung<lb/>
bei IBM, d.h. auch bei amerikanischen Firmen vorliegt. Dort hätte<lb/>
man sich von Seiten des Siemens-Konzernes viel mehr kümmern müssen,<lb/>
damit auchsie berücksichtigt werden. ICh glaube, dass mit der Aus<lb break="no"/>rede eines Ministeriums auf das andere dem Problem nicht nähergerückt<lb/>
wird sondern nur ein gewisses Alibi verschafft wird. Ich zweifle nicht<lb/>
dass Siemens und Philips so wie die franz. Firma wenn sie den Europa-<lb/>
Computer entwickeln, gewisse Startbedingungen brauchen und wahrschein<lb break="no"/>lich erst in eh paar Jahren wirklich konkurrenzfähige Modelle auf<lb/>
den Markt bringen werden. Anderesits aber kann ich mir wieder<lb/>
nicht vorstellen, dass für die Wissenschaft wirklich ein so schneller<lb/>
Computer wie <choice><choice><sic>Controlldater</sic><corr>?</corr></choice></choice> ihn vorlegt, dringend jetzt bereits not<lb break="no"/>wenig ist. Der Vorwurf um <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs>, warum ich mich nicht bereits<lb/>
für Siemens eingeschaltet habe, als die VErhandlungen mit dem Finanz<lb break="no"/>ministerium und IBM geführt wurden, konnteich leicht erwidern, dass<lb/>
ich davon im DEtail überhaupt- nichts gewusst habe und Siemens sich<lb/>
in diesem Fall auch nicht an mich als Handelsminister gewendet hat.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-24_10">Beim NR-Präsidenten-Empfang hat <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> und <rs type="person" ref="#per__97429">Feichtinger</rs> mir versichert,<lb/>
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werden und <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> selbst erklärt mir, dass ich zwei Jahre ein solches<lb/>
von ihnen schon verlangt habe.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-24_11"><rs type="person" ref="#per__97644">Koller</rs> von der VÖEST hat bei mir erfragt, ob er zu dem kleinen Abend<lb break="no"/>essen mit <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> zugezogen wird. <rs type="person" ref="#per__97644">Koller</rs> hat allerdings<lb/>
angenommen, dass auch die ÖMV Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> anwesend sein wird. Ich<lb/>
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aller mitnehmne wird, ich selbst aber würde vorziehen, dass das in<lb/>
klienstem Kreis geschehen soll. <rs type="person" ref="#per__97644">Koller</rs> meinte, wenn die ÖMV nicht dabei<lb/>
ist, dann selbstverständlich legt er auch keinen besonderen Wert<lb/>
darauf.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-24_12">Mit <rs type="person" ref="#per__97423">Fabricius</rs> von der Alpine, der auch gleichzeitig für die Austro-<lb/>
Mineral verantwrtlich ist, vereinbarte ich, dass Verhandlungen mit<lb/>
der Österr.-amerik. Magnesit wegen des Bergwerkes in Tux die Voraus<lb break="no"/>setzungen sind, damit eine solche Auffanggesellschaft gegründet<lb/>
werdne könnte. Ob die ÖAMAG tatsächlich um 15 Mill. das WErk der<lb/>
Auffanggesellschaft abtritt, bezweifelt auch <rs type="person" ref="#per__97423">Fabricius</rs>. Die Grundwerte<lb/>
machen ein Vielfaches dieses Betrages aus. Die Austro-Mineral würde<lb/>
für die Explorationsuntersuchungen nur 2,5 Mill. S vom Bund benötigen.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97423">Fabricius</rs> meint, dass vielleicht doch Scheelit-Vorkommen wären, weist<lb/>
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Lager vemrutet wird, das sie gemeinsam jetzt mit Deutschen ausbeuten<lb/>
möchten. Geklärt müsste aber werden, on in Treibach dann Scheelit auch<lb/>
tatsächlich verarbietet werden kann. Derzeit wird der Rohstoff aus China<lb/>
importiert.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-24_13">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte, ohne dass die Quellle genannt wird,<lb/>
versuchen zu erfahrne, was eigentlich die OB von<lb/>
diesem ganzen Problem weiss.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-24_14">Der Konsumverband ht einen internationalen Kongress und möchte im<lb/>
Juni, dass die Gemeinde Wien diesem einen Empfang gibt. Er wurde auch<lb/>
bereits zugesagt, doch stellt sich nun heraus, dass die Gemeinde den<lb/>
Concordia-Ball hat und deshalb keiensfalls diesen Kongress empfangen kan<lb/>
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zu empfangen, Ich selbst habe sofortzugesagt unter der BEdingungen,<lb/>
dass der Konsumverband ie Kosten übernimmt. Mit NR <rs type="person" ref="#per__97505">Haberl</rs>, dem<lb/>
Obmann des VErbandes habe ich dann dieses Problemdurchbepsorhcne und<lb/>
erfahren, dass zu diesem ZEitpunkt angeblich kein passenden Lokal frei<lb/>
<pb n="14-0085" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-24_0085.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>ist. <rs type="person" ref="#per__97505">Haberl</rs> selbst wird sich denV0rschlag von mir noch überlegen<lb/>
und mir zeitgerecht Bescheid sagen.</p></div>
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            <head>Tagesprogramm, 24.1.1973</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <occupation>Leitender Sekretär ÖGB, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <occupation>Leiter wirtschaftspolit. Abt. HK [1971 zuerst in einer Enquete; im Juni
                  1971 als Referent und Verantwortlicher f. Statistik und Wirtsch.pol. nach Klose
                  bez.]</occupation>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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