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            <title type="main">Dienstag, der 23. Jänner 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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         <div type="entry" xml:space="preserve"><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-23_01">Dienstag, 23 Jänner 1973</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-23_02">Der Ministerrat ging noch schneller als sonst, da <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> den VOr<lb break="no"/>sitz führte. Bei den mündlichen BErichten hat <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> nur<lb/>
von seiner Finnland-Reise erzählt. Interessant war, dass die Be<lb break="no"/>stellung des Sonder-Botschafters bei COMECON gar nicht erwähnt wurde,<lb/>
weil dies als streng vertraulich, nicht einmal im Ministerrats<lb break="no"/>protokoll aufscheinen soll. Ich bin aber überzeugt, dass die ge<lb break="no"/>samte Bürokratie, die sich dafür interessiert, dies sicherlich schon<lb/>
weiss. Gegenüber der Ministerratsvorbesprechung erwähnte er aber<lb/>
diesmal, dass er die Vorbereitende Konferenz den Finnen 11 Mill. S<lb/>
pro Monat koste und die Hauptkonferenz 16,5 Mill. S präliminiert<lb/>
werden muss. Wenn Österreich also diese Konferenzen bekommen wird,<lb/>
sind dies zusätzlich bedeutende Ausgaben, die uns erwachsen.<lb/>
Über die ABrüstungskonferenz ist noch kein endgültiger Entschluss<lb/>
da die NATO-Paktstaaten in Brüssel sind nicht dazu durchrungen konnten<lb/>
das Anbot vom Warschauer-Pakt sofort zu akzeptieren. Es geht weniger<lb/>
um den Sitz der Konferenz als wie dass jetzt eine offene Konferenz<lb/>
von der SU vorgeschlagen wird.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-23_03"><rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> hat in Tirol in Ellmau eine Seilbahn eröffnet und wurde<lb/>
dort von <rs type="person" ref="#per__98048">Wallnöfer</rs> und den anderen ÖVP-Funktionären gefrag5t, ob nicht<lb/>
auch ein Hotel dort errichtet werden könnten mit UNterstützung<lb/>
der Bundesregierung. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> hat vorgeschlagen, dass ich mich bemühe<lb/>
sollte, gegebenenfalls ein ERP-Darlehen dorthin zu geben. Da wir<lb/>
eine riesigen Überhang aber da bereits haben, habe ich <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> ge<lb break="no"/>beten, mir jetzt endgültig mitzuteilen, ob wir im 2. BÜG, d.h. im<lb/>
Herbst, vielleicht wird es auch das erste sein, weil im Frühjahr ja ke<lb/>
keine Absicht besteht, ein solches zu machen, wir die Aktion, die er i<lb/>
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er im Vorjahr eindeutig erklärt hat, dass er diese Aktion mit 2 Jahren<lb/>
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Er meiente nur, das wird ganz von den Stabilisierungsergebnissen ab<lb break="no"/>hängen. INterssant ist, das ich dannin Tatzmannsdorf bie meinem<lb/>
Referat erfahren musste, dass das Verkehrsministerium, wie der<lb/>
Fremdenverkehrsreferent Min.Rat <rs type="person" ref="#per__139694">Janisch</rs> mitteilte, sehr wohl seine<lb/>
Ausfinanzierungsaktion für Seilbahnen auch heuer starten wird, da<lb/>
sie dies im offiziellen Budget eingebaut haben. Min.Rat <rs type="person" ref="#per__139694">Janisch</rs> hat<lb/>
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ich auf diesen Tatbestand angesprochen habe, erklärte mir,dass<lb/>
dies dem Finanzminister scheinbar passiert ist, dass dies übersehen<lb/>
wurde und deshalb durchgelassen hat.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-23_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Hier ist uns bei der Budgeterstellung ein<lb/>
grosser Fehler unterlaufen. <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> bitte veran<lb break="no"/>lassen, dass er versucht, jetzt auf kaltem Wege<lb/>
eine Gleichziehung mit Min.Rat <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> FM zu erreichen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-23_05">Um unsere finanziellen Gestionen besser zu koordinieren, hatte <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs><lb/>
die Idee, es möge von der ABteilung G, <rs type="person" ref="#per__113022">Fabrizii</rs>, wenn er zurückkomt,<lb/>
die Koordiniereung der einzelnen Budgetposten mit ABsprache der Fach<lb break="no"/>referenten vornehmen. Die ganze Aktion sollte nur gestartet werden<lb/>
und ich habe dies <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> ausdrücklich damals schon gesagt, wenn es<lb/>
gelingt,den Min.Rat <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> dafür zu gewinnen. <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> hat nun Be<lb break="no"/>merkt, dass damit eine Funktion der Abteilung G zukommt, die er ihr<lb/>
wahrscheinlich unter gar keinen Umständen gönnt. Er hat deshalb<lb/>
ganz entschieden dagegen STellung genommen und ist ins Gegenteil verfal<lb break="no"/>len, dass er jetzt die Priorätiten festsetzen wird. <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> ist über<lb/>
diese Entwicklung natürlich sehr unglücklich und er hätte gerne gesehen<lb/>
wenn ich die Idee <rs type="person" ref="#per__98053">Wankes</rs> durchgefzogen hätte. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> und auch ich haben<lb/>
in einer Aussprache mit <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> baer eindeutig festgelegt, dass wir<lb/>
unter gar keinen Umständen mit <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> einen Krieg anfangen können und<lb/>
sollen. Wenn <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> nämlich nicith auf unserer SEite im Finanzmini<lb break="no"/>sterium mit seinem Freund <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs> die entsprechenden VEreinbarungen und<lb/>
Arrangements trifft, bin ich überzeugt, bleiben wir mit der Budget<lb break="no"/>unterstützung vollkommen zurück. Ich gebe mich keiner Illussion hin,<lb/>
dass selbst wenn Minister vereinbaren, dass das und das geschehen<lb/>
sollte, wenn die Bürokraten nicht dafür gewonnen werden können,<lb/>
sie dan zumindestens dazu imstande sind, entsprechende Schwierigkeiten<lb/>
zu machen und die schönsten Projekte, wenn auch nicht zu Fall, so<lb/>
doch durch Sabotage nur zu einem geringeren Erfolg führen könnten.<lb/>
Da es bis jetzt immer möglich war, dass wir weitestgehend von Seiten<lb/>
des Finanzministeriums durch die guten Beziehungen von <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> unter<lb break="no"/>stützt wurden, dies war bei <rs type="person" ref="#per__137270">Walterdorfer</rs> der FAll und noch viel stär<lb break="no"/>ker jetzt bei Min.Rat <rs type="person" ref="#per__110130">Kaber</rs>, können wir uns in der Bürokratie keinen<lb/>
Krieg leisten. Wir sind deshalb übereingekommen, dass wir momentan gar<lb/>
nichts unternehmen und nach einiger ZEit sich dann wieder das alte<lb/>
System einspielen wird, dass nämlich <rs type="person" ref="#per__97722">Marhold</rs> kommen wird, um dem<lb/>
<pb n="14-0074" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-23_0074.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Büro, in weiterer Folge dann mir, sein KOnzept für die einzelnen Pro<lb break="no"/>jekte zu sagen. Er hat in Wirklichkeit in den seltensten Fällen wirklich<lb/>
Prioriäten gesetzt sondern hat versucht, die v+on allen Abteilungen<lb/>
unmöglichen Forderungen auf ein vernünftiges Mass zu reduzieren.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-23_06">Bei der Sektionsleiterbesprechung stellt sich immer mehr und klar und<lb/>
deutlich heraus, welche Sektion oder Gruppe intensiv arbetiet und<lb/>
natürlich auch berichten kann. Wenn eine Sektion Wie III kaum admini<lb break="no"/>strative ARbeiten erledigt, so kommt es dann ganz darauf an, wie <rs type="person" ref="#per__97493">Gröger</rs><lb/>
der Gruppenleiter dies immer wieder dokumentiert, durch kreative Bericht<lb break="no"/>erstattung seiner INitiativen doch einen Teil Aktivität zumindestens mit<lb/>
geteilt wird. <rs type="person" ref="#per__107939">Römer</rs> oder für die OB <rs type="person" ref="#per__139515">Dworak</rs> hat fast überhaupt nichts<lb/>
zu berichten. Beim Patentamtsbericht <rs type="person" ref="#per__98012">Thalers</rs> ht sich <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> einge<lb break="no"/>schaltet und darauf hingewiesen, dass das REferat Gewerbl. Rechtsschutz<lb/>
die schriftlich verienbarten Termine wegen Lebensmittelkennzeichnungs<lb break="no"/>verordnung, Produktdeklaration usw. überhaupt nicht einhält. <rs type="person" ref="#per__98012">Thaler</rs><lb/>
konnte nur als einzige Erwiderung mtteilen, dass früher 400 Einlaufstücke<lb/>
die Abteilung gehabt hat und jetzt hat sie 1.400. Die zusätzlichen Arbeits<lb break="no"/>kräfte dort seien aber erkrankt, sodass von den 3 Referenten erst wieder<lb/>
nur einer übrigbleibt. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> hat bei der GElegenheit darauf hingewiesen,<lb/>
dass in der Präs. D bei Dr. <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> jetzt eine zusätzliche Kraft arbei<lb break="no"/>tet, die er jetzt als einen Konsumentenpolitiker als Hobby entdeckt hat.<lb/>
ICh habe unmissverständlich zu erkennen gegeben, dass ich bereit bin und<lb/>
willens, organisatotirsche Änderungen herbeizuführen, weil dieser ZUstand<lb/>
wirklich vollkommen unhaltbar ist. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> möchte nämlich, dass wenn jetzt<lb/>
die Präs. D zusätzliche Kompetenzen kriegt, das s man dann umso leichter<lb/>
einen Mann bei der nächsten Dienstpostenmöglichkeit in die Präs. D<lb/>
aufnimmt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-23_07">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitteüberleg Dir, wie wir die organisatorische Um<lb break="no"/>gestlatung am besten vornehmen, ohne dass im Patent<lb break="no"/>amt ein zu grosser Wirbel entsteht.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-23_08">Im Bad Tatzmannsdorf ist die Bundeskammer mit einem sogenannten 10. <rs type="person" ref="#per__135640">Liss<lb break="no"/>bauer</rs>-Seminar phantastisch besucht im Fremdenverkehr in ERscheinung ge<lb break="no"/>treten. <rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs> versteht es, vielleicht stammt diese Idee aber wirklich<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__135640">Lissbauer</rs>, als Syndikus der Handelskammer für den Fremdenverkehr<lb/>
eine wirklich enge Kontaktmöglichkeit herzustellen. Die Fremdenverkehrs<lb break="no"/>leute, aber auch die Funktionäre in den Behörden und ganz besonders<lb/>
die Funktionäre der Kammer treffen sich jährlich und dieses Seminar hat vo<lb/>
vor 10 Jahren mit 30 begonnen und hat heute leicht 300 fast. Ich war<lb/>
das erste Mal dabei und habe mich natürlich sofort in die Schlacht ge<lb break="no"/><pb n="14-0075" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-23_0075.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>stürzt. ICh habe <rs type="person" ref="#per__135640">Lissbauer</rs> vorgeschlagen, dass ich bereit bin,<lb/>
1 1/2 bis 2 Stunden, kein Referat sondern ein kurzes Statement<lb/>
und dafür eine umso längere Diskussion zu führen. <rs type="person" ref="#per__135640">Lissbauer</rs> ging<lb/>
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die Regierung über mich gerichtet wurden, waren primär, dass man<lb/>
die Zinsenzuschussaktionen fortsetzen sollte, ob man nicht die Richt<lb break="no"/>linien verbessern sollte, was ich naütrlich ablehnte, und vor allem<lb/>
<rs type="person" ref="#per__114586">Zedek</rs> wies darauf hin, dass wir bereits im ERP-Fonds 820 Mill. S<lb/>
Fremdenverkehr-Überhang haben. Über das Hotelbuch, deren mangelnde<lb/>
Vollständigkeit und vor allem die differenten Landeslisten und oft<lb/>
gemeindelisten gegenüber den Hotelbuchpreisen wurde kritisiert.<lb/>
Hier wird <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> versuchen, Abhilfe zu schaffen. Das Appartement<lb break="no"/>haus-Problem wurde angeschnitten und ich konnte feststellen, dasss<lb/>
eine ziemlich negative Einstlellung herrschte. Dies ist alledings<lb/>
nicht zu verwundern, da ja bereits lauter Unternehmer oder Fremden<lb break="no"/>verkehrsleute dort sitzen, die auf alle Fälle als Hoteliers und<lb/>
Gast- und Schankgewerbebetriebe kein Interesse daran haben, solche<lb/>
Appartement-Häuser zu haben. Ausgenommen davon sind natürlich<lb/>
Appartementhaus-Hotels, die in meinen Augen ja nichts anders sind<lb/>
als eine andere Eigentumsform. Über die GEstion der ÖFVW insbe<lb break="no"/>sondere die Errichtung von Aussenstellen in München und Japan sowie<lb/>
über das <rs type="person" ref="#per__126284">Leherb</rs>-Plakat wurde ebenfalls heftigst diskutiert. Ein<lb/>
wirklich interessanter Vorschlag war, von Kleinkirchheimer Funktionär<lb/>
<rs type="person" ref="#per__149120">Unterlechner</rs>, der meinte, die Schneemeldungen müssten jetzt anders er<lb/>
stellt werden. Mit Hilfe der mechanischen Pistengeräte kann man jetzt<lb/>
nicht mehr von bis zu 50 cm sagen, wonach die Skifahrer glauben,<lb/>
es liegt sowieso kein Schnee dort, sondern eben durch die präpa<lb break="no"/>rierten Pisten wurde in Kärnten sehr oft ein wirklicher Winter<lb/>
und damit Skifahrtsmöglichkeiten erhalten, während in der ZEitung<lb/>
durch die Schneeberichte auf diese Tatsache falsch hingewiesen wurde.<lb/>
Ich habe <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> ersucht, er möge alle Vorarbeiten in Angriff nehmen,<lb/>
damit man hier sehr wohleine Änderung im nächsten Jahr zumindestens<lb/>
herbeiführt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-23_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte feststellen, welcher Minister dafür<lb/>
kompetent ist und mit dem SEkretariat dann<lb/>
die entsprechenden VOrarbeiten einleiten.</p><pb n="14-0076" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-23_0076.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-23_10">Dr. <rs type="person" ref="#per__115175">Norden</rs>, der Fremdenverkehrszeitungs-Herausgeber hat eine<lb/>
sogenannte Mini-Börse eingerichtet. Im Parkhotel sind Holländer,<lb/>
Deutsche und Engländer mit den Vertretern der einzelnen Gemeinden<lb/>
und Fremdenverkehrsverbände zusammengesessen um Arrangements zu be<lb break="no"/>sprechen. Ich bin selbstverständlich auch dort aufgetaucht und habe<lb/>
die Leute nicht nur persönlich begrüsst, sondern mit ihnen auch ganz<lb/>
interessante Gespräche geführt. Z.B. haben die Deutschen Vertreten<lb/>
die Wachau, wo man gerade versucht hat, entsprechende Abschlüsse mit<lb/>
ihnen zu tätigen, vorgeworfen, dass sie viel zu spät eigentlich in<lb/>
das Fremdenverkehrsgeschäft eingestiegne sind. Der HInweis, dass<lb/>
die Russen sie 10 Jahre besetzt gehabt haben, hat den Deutschen<lb/>
überhaupt nicht imponiert, weil natürlich in der Zwischenzeit viel<lb/>
Zeit ja schon verflossen ist. Ich hab dann noch schmähhalber erwähnt,<lb/>
dass sie einen gutenSlogan jetzt haben, in Deutschland: Besuchen sie<lb/>
schnell die Wachau bevor sie durch dei Kraftwerkskette der Donau<lb/>
zerstört wird. Da <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sich ja eindeutig festgelegt hat und auch<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> bereits der Donau mitgeteilt hat, dass diese Projekte unter<lb/>
gar keinen Umständen ausgeführt werden können, konnte ich umso leichter<lb/>
dem Fremdenverkehrsverband zsichern, dass wir wie bei der Regierungs<lb break="no"/>klausur ja auch mitgeteilt wurde, keinesfalls diese meterhohen Stau<lb break="no"/>mauern errichten werden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-23_11">Die DIskussion war dort nicht nur sehr anregend, sondern hat mir<lb/>
auch die Möglcihekit gegeben, mit Hilfe des Wiener Schmähs alle<lb/>
kritischen Fragen leicht zu umschiffen und doch eine intensive Aus<lb break="no"/>kunft über unsere Tätigkeit im Handelsministerium zu geben. Da sich<lb/>
meine Amtsvorgänger um diese Leute überhaupt nicht gekümmert haben,<lb/>
entsteht schon allein dadruch der Eindruck, dass wir für den Fremden<lb break="no"/>verkehr ungeheuer mehr bürig haben, als dies jemals der Fall gewesen<lb/>
ist.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-23_12"><rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> wollte dann von mir eine endgültige ZUsage, dass wir zwar nicht<lb/>
45 % der Millionenstudie von der STudie der Handelskammer über das<lb/>
Appartementproblem bezahlen, aber doch 300.000 S zur Verfügung stellen<lb/>
sollten. Ich habe ihm klipp und klar erklärt, dass ich keine Chance<lb/>
für einen so grossen BEtrag flüssig zu macvhen, sehe. Wir müssen alle<lb/>
Projekte wesentlich einschränken und er sollte versuchen, mit 100.000 S<lb/>
das Auslangen zu finden. Ich bin überzeugt, wenn die Bundeskammer nicht<lb/>
mehr als 100.000 S bekommt, wird sie auch diesen Betrag gerne nehmen.<lb/>
Vorarbeiten wurden, wie ich ja auch bei der Diskussion den TEilnehmern<lb/>
sagte, bereits von dem österr. Gemeindebund gemacht und der Gemeinde<lb break="no"/><pb n="14-0077" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-23_0077.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>bund selbst hat ja auch die Eonzelheiten aller Für und Wider den<lb/>
Gemeinde mitgeteilt. <rs type="person" ref="#per__111367">Würzl</rs> war über diese Entscheidung nicht sehr<lb/>
glücklich, ich bin aber überzeugt, er wird damit sich bei der<lb/>
Bundeskammer durchsetzen können.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-23_13">Sowohl am Sonntag in Linz bei der Wirtschaftsverband-Konferenz, die<lb/>
ebenfalls phantastisch besucht war, als auch jetzt bei dieser Ver<lb break="no"/>anstaltung, wo grösstenteils natürlich Wirtschaftsbündler oder zuminde<lb break="no"/>stens keine Sozialisten gesessen sind, wurden immer wieder Wünsche<lb/>
an das Handelsministerium herangetragen, die eigentlich aus<lb break="no"/>schliesslich im Finanzministerium geregelt werden müssen.Z.B.<lb/>
wurden mit REcht wieder von der Fremdenverkehrswirtschaft die mangeln<lb break="no"/>de Abschreibungsmöglichkeit bei den sogenannten Nass-Einheiten<lb/>
kritisiert. SEinerzeit war möglich, dass die Bäder und Küchenein<lb break="no"/>richtungen als nicht zum Gebäude gehördend, normal abgeschrieben<lb/>
werden kpnnten. Eine Verwaltungsgerichtshofentscheidung hat nun vr<lb/>
längerer ZEit bestimmt, dass es sich dabei um Bestandteile des Ge<lb break="no"/>bäudes handelt und deshalb müsstne sie in 50 Jahren erst abge<lb break="no"/>schrieben sein. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs>, dem ich dieses Problem schon einige Male<lb/>
erzählt habe, hat zwar erklärt, sein Haus wird diese Frage nicht<lb/>
nur bearbeiten, sondern eriner positiven Lösung zuführen, bis heute<lb/>
ist aber noch nichts geschehen. Ich kann und will nicht, bei deisen<lb/>
Diskussionen meine Aktivität im Finanzministerium herausstreichen,<lb/>
weil dies nur dazu führen würde, dass man dann die ANgriffe an <rs type="person" ref="#per__97311">An<lb break="no"/>drosch</rs> lenkt und erkärt, auch der Handelsminister ist dieser Meinung.<lb/>
Ich glaube, dass es auch her nur eine einzige Möglichkeit der Lö<lb break="no"/>sung gibt, dass unsere Beamten versuchen und vielleuicht unser Büro<lb/>
unterstützt, dass eben auf bürokratischer Ebene dieses Problem doch<lb/>
noch im Finanzministerium in Angriff genommen wird und letzten Endes<lb/>
durch GEsetzesänderung gelöst werden kann.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-23_14">Bei der Sektionsleiter-Sitzung haben wir nachdem der VOrstand vorher<lb/>
einige Beschlüsse gefassst hat, eine sehr lebhafte Diskussion über<lb/>
die verschiedensten Probleme gehabt. Ich habe <rs type="person" ref="#per__112037">Tischler</rs>, die Sekretärin<lb/>
darauf aufmerksam gemacht, dass ich ees nicht für zielführend erachte,<lb/>
dass wir manchmal einzelne Tagesordnungen riesig überladen und manch<lb break="no"/>mal nichts anderes als mein Bericht auf die Tagesordnung gesetzt<lb/>
werden kann. Hier wäre es zweckmässig,w enn wir wirklich einen gewissen<lb/>
Ausgleich zwischen den Sektionsleitersitzungen und Ausschuss-Sitzungen<lb/>
sowie dem Klub der Mandatare herbeiführen. Ich weiss, dass es hier<lb/>
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Bälle auf der Tagesordnung erledigen muss, weil sie eben sonst nächste<lb/>
Woche schon uninteressant sind. Trotzdem glaube ich, müssten wir einen<lb/>
gewissenAusgleich versuchen. Für mich überaschend war, dass als ich das<lb/>
Problem zur De batte stellte, ob wir unsere nächste Bezirkskonferenz<lb/>
als reine Berichtskonferenz oder nicht doch auch Wahlen durchführen soll<lb break="no"/>ten, ganz entschieden auf einen Widerstand gestossen, dass wir neue Wah<lb break="no"/>len heuer durchführen müssten und sollten. Das Statut gibt heute die<lb/>
Möglcihekit, dass alle zwei Jahre Wahlen durchgefhrt werden und die<lb/>
Sektionsleiter haben sofort ganz entschieden sich für diese Mölich<lb break="no"/>keit ausgesprochen- Ich betrachte dies weniger als einen Beweis des<lb/>
Vertrauens, das sie der jetzigen Leitung des Bezirkes entgegenbringen,<lb/>
als vielmehr dass sie wahrscheinlich keinerlei Entscheidungen heuer<lb/>
treffen wollen und deshalb den jetzigen Zustand für ein weiteres Jahr<lb/>
verlängern möchten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-23_15"/></div>
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            <head>Tagesprogramm, 23.1.1973</head>
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            <head>Tagesordnung 56. Ministerratssitzung, 23.1.1973</head>
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            <head>hs. Notizen (TO MR-Sitzung Rückseite)</head>
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            <head>Information für den Herrn BM betr. Ratifikation des ADR</head>
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               <persName type="label">Frühbauer, Erwin</persName>
               <persName><surname>Frühbauer</surname><forename>Erwin</forename></persName>
               <occupation>Verkehrsminister, LH-Stv. Ktn.</occupation>
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               <persName type="label">Würzl, Anton</persName>
               <persName><surname>Würzl</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>MR, Leiter Gruppe FV u. Gewerbeförd. HM</occupation>
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               <persName type="label">Kirchschläger, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Kirchschläger</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Außenminister, Bundespräsident</occupation>
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               <persName type="label">Wallnöfer, Eduard</persName>
               <persName><surname>Wallnöfer</surname><forename>Eduard</forename></persName>
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               <persName type="label">Gehart, Friedrich</persName>
               <persName><surname>Gehart</surname><forename>Friedrich</forename></persName>
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               <persName><surname>Marhold</surname><forename>Helmut</forename></persName>
               <occupation>MR HM</occupation>
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               <persName type="label">Lissbauer, Heinz</persName>
               <persName><surname>Lissbauer</surname><forename>Heinz</forename></persName>
               <occupation>KR, Hotelier, HK, 1971 Obmann Bundessektion Fremdenverkehr, [Schreibung
                  unsicher, es findet sich Lissbauer und Lißbauer]</occupation>
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               <persName type="label">Androsch, Hannes</persName>
               <persName><surname>Androsch</surname><forename>Hannes</forename></persName>
               <occupation>Finanzminister</occupation>
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               <persName type="label">Koppe, Fritz</persName>
               <persName><surname>Koppe</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <persName type="label">Dworak, Otto</persName>
               <persName><surname>Dworak</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>MR HM, stv. Leiter OB</occupation>
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               <persName type="label">Fabrizii, Christoph</persName>
               <persName><surname>Fabrizii</surname><forename>Christoph</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Norden, Walter</persName>
               <persName><surname>Norden</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>Herausgeber/Chefredakteur "Tourist Austria"</occupation>
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               <persName type="label">Häuser, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Häuser</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Vizekanzler, Sozialminister</occupation>
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               <persName type="label">Kaber, Walter</persName>
               <persName><surname>Kaber</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>Ministerialrat Finanzministerium</occupation>
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               <persName type="label">Wanke, Otto</persName>
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               <persName type="label">Waltersdorfer, A</persName>
               <persName><surname>Waltersdorfer</surname><forename>A</forename></persName>
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               <persName type="label">Leherb, Helmut</persName>
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               <occupation>HK, Syndikus Bundessektion Fremdenverkehr, ÖFVW</occupation>
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               <persName type="label">Schwarz, Walter</persName>
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               <persName type="label">Tischler, Margarete</persName>
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               <occupation>Beamter/Personalvertreter HM</occupation>
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               <persName type="label">Gröger, Adolf</persName>
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               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
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