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            <title type="main">Montag, der 22. Jänner 1973</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <idno type="signature">Band14_1973-01-22</idno>
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zu einer Aussprache geladen worden. Er wird dort, so wie ich zur<lb/>
Gewerbeordnung erklären, dass die Freiberufler ist Vorbehalts<lb break="no"/>aufgaben nur in Spezialgesetzen regeln können. Wenn nämlich die an<lb break="no"/>deren Berufe in der Gewerbeordnung nicht geregelt sind, dann gilt<lb/>
das als freier Beruf und jedermann kann die Tätigkeit ausüben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat in Jugoslawien den Gastarbeitervertrag unterfertigt.<lb/>
Die Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung, die pro Beschäftigten<lb/>
900.-S Pauschal bekommt, möchte, dass mehr als die ca. 30.000<lb/>
über die Bundesanstalt vermittelt werden. Da wir insgesamt 120.000<lb/>
haben und mindestens 20.000 noch schwarz dazukommen, die überhaupt<lb/>
nicht angemeldete Jugoslawen sind, so kommt der grösste Teil als<lb/>
Touristen, für die die Bundesanstalt in Jugoslawien kein Geld be<lb break="no"/>kommt. Wenn die gesamten jug. Arbeiter aber über die Bundesanstalt<lb/>
vermittelt werden, dann müsste Österreich, so wie dies die BRD<lb/>
macht, eine riesige Anwerbestelle errichten. In der BRD werden<lb/>
130 Personen in Belgrad dafür verwendet. Österreich hat derzeit<lb/>
zwei Personen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_03"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> beschwerte sich auch über die Von-Bis-Preise und isnbesondere<lb/>
über den Brief, den ich an die Handelsketten und Grossfirmen ge<lb break="no"/>richtet habe. Er interessierte sich, wer <rs type="person" ref="#per__115011">Spitalsky</rs> und <rs type="person" ref="#per__139851">Zotter</rs> sind,<lb/>
die ja mit diesen Firmen Verhandlungen aufgenommen haben. Ich setzte<lb/>
ihm neuerdings auseinander, dass nich nicht daran denke, die Von-<lb/>
Bis-Preise-Veröffentlichungen einzustellen. Andereseits wies ich darau<lb/>
hin, dass wir doch im Laufe des heurigen Jahres eine Regelung finden<lb/>
sollten, damit wenn die grosse KOmpetenz mir die Preisregelung bringt<lb/>
mit 1.1.1974, dann vernünftigere Gesetze versucht werden sollten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> meinte, dass das Preisregelungsgesetz, das Preistreiberei<lb break="no"/>gesetz, der UWG-Gesetz, das Rabatt-Gesetz und auch die Ausverkaufsord<lb break="no"/>nung in einem grossen Preisgesetz geregelt werden sollten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_04">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Ich glaube, dass wir im Hinblick auf<lb/>
diesen grossen PLan Vorarbeiten in Angriff nehme<lb/>
müssten.ä</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_05">Die derzeitigen Verhandlungen in Lebensmittelgesetz im Parlament<lb/>
beunruhigen <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> sehr. Insbesondere möchte er unbedingt, dass wir<lb/>
in der Täuschung, die mit UWG geahndet werden sollten, eine Mit<lb break="no"/><pb n="14-0064" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-22_0064.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>kompetenz im Lebensmittelgesetz wenn schon nicht das UWG-Gesetz<lb/>
angewendet wird, unbedingt erreichen müssten. Da ich rundweg erklärte,<lb/>
für Mitkompetenzen nicht allzu sehr zu streiten, da die soz. Regierung<lb/>
ziemlich einvernehmliche Auffassungen hat, meinte <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, man müsste<lb/>
doch auch an meinen Nachfolger denken. Bezüglich der Übernahme der Le<lb break="no"/>bensmittelkennzeichnungverordnung ins Gesetz erklärte ich, dass die<lb/>
Juristen seinerzeit beim Kraftfahrgesetz diesen idiotischen Weg einge<lb break="no"/>schlagen haben, nämlich alles in das Gesetz zu bringen und deshalb jetzt<lb/>
die Juristen eben auch die Lebensmittelkennzeichnungs-VO, die wir auf<lb/>
Grund des UWG-Gesetzes ausgearbeitet haben, wortwörtlich ins Lebens<lb break="no"/>mittelgesetz übernehmen möchten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_06">Da die Warenverkehrsbescheinigungen von Frankreich und Italien nicht<lb/>
ausgestellt werden, droht den Importeuren eine Nachverzollung, wenn<lb/>
sie bis 31. Jänner nicht den Nachweis erbringen können. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> wird bei<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> versuchen, eine halbjährige weitere Studung zu erreichen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_07">Nach der Frühstücksrunde mit den Journalisten, wo Prof. <rs type="person" ref="#per__140568">Kastner</rs> die<lb/>
regionale Industrieplanung dargelegt hat, hat <rs type="person" ref="#per__140568">Kastner</rs> mich neuerdings<lb/>
ersucht, dass wir ihn unterstützen solltne, für seinen Bewerb wegen<lb/>
der Professur in der Bodenkultur. Der Bauernbund möchten den Dozenten<lb/>
<rs type="person" ref="#per__149314">Schmittner</rs>, der noch niemals wirklich in der Raumplanung gearbeitet hat.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__109812">Wurzer</rs> von der TH hat wieder <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> empfohlen, dass man nicht <rs type="person" ref="#per__140568">Kastner</rs><lb/>
nehmen sollten, denn die Bodenkultur sei viel zu klein, für diesen be<lb break="no"/>deutenden Raumplaner und sollte lieber in seinem Institut bleiben. Ich<lb/>
werde mit Abgeordneten <rs type="person" ref="#per__97356">Blecha</rs>, der sich mit mir schon einmal bei<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> für <rs type="person" ref="#per__140568">Kastner</rs> eingesetzt hat, dies neuerdings versuchen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_08"><rs type="person" ref="#per__126284">Leherb</rs> hat von Paris angerufen und sich über den Profil-Artikel be<lb break="no"/>schwert. Seiner Meinung nach wurde die Plakat-Aktion, die er so<lb/>
selbstlos durchgeführt hat, viel zu negativ dargestellt. Ich verspreche<lb/>
<rs type="person" ref="#per__126284">Leherb</rs>, einen BRief der ÖFVW gezeichnet von <rs type="person" ref="#per__97684">Langer-Hansel</rs> und vor mir,<lb/>
wo wir Profil den Sachverhalt über die vier Plakate <rs type="person" ref="#per__126284">Leherbs</rs> dar<lb break="no"/>legen. Insbesondere soll auf das Auslandsecho, welches auf Grund der<lb/>
ersten Präsentation schon von WELTWOCHE, EPOCA und SPIEGEL, also drei<lb/>
bedeutenden ausländischen Zeitungen in deren Ländern auch geworben wird<lb/>
in diesem BRief Bezug genommen werden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_09">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte mit ÖFVW dieses Problem besprechen, BRief<lb break="no"/>entwurf vorbereiten.</p><pb n="14-0065" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-22_0065.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_10">Gen.Direktor <rs type="person" ref="#per__98069">Werner</rs> von der ÖDK wird nun von der Kärntner Landes<lb break="no"/>partei als ihr Vertreter für den Aufsichtsrat als Präsident vorge<lb break="no"/>schlagen. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> erzähltmir abends nach der Ministerratsvorbespre<lb break="no"/>chung, dass er auch diese Mitteilung jetzt von <rs type="person" ref="#per__97953">Sima</rs> bekommen hat. Ich<lb/>
erkläre <rs type="person" ref="#per__98069">Werner</rs>, dass die einzige GEfahr, dass er nicht bestellt wird,<lb/>
seine ewige VErbindung mit <rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs> wäre. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat, als er von<lb/>
der Vielgeschäftigkeit <rs type="person" ref="#per__97555">Hintermayer</rs> erfahren hat, der auch nur einen<lb/>
Bruchteil seiner Agenden hätte effektiv ausüben können, sofort alle<lb/>
Direktoren der E-Gesellschaften in einen Hut geworfen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_11">Die BEsprechung in der Gewerkschaft mit <rs type="person" ref="#per__111702">Deutsch</rs> und <rs type="person" ref="#per__97357">Blümel</rs> über<lb/>
unser VErhalten im Rahmen dr internationalen Lebensmittelunion zeigt,<lb/>
dass auch dort die dritte Welt immer stärker dominiert. Sie haben zwar<lb/>
keine Mitglieder, zahlen vor allem enmal nicht annähernd ihre BEi<lb break="no"/>träge, doch wollen in allen Organen und GRemien verankert sein. Das<lb/>
Endergebnis ist, dass wir international pleite sind und deshalb<lb/>
eine Statutenreorganisation vornehmen müssen. <rs type="person" ref="#per__111702">Deutsch</rs> wird mich im<lb/>
Vorstand und beim ausserordentlichen Kongress vertreten. Im vergangenen<lb/>
Jahr hat die österr. Lebensmittelgewerkschaft neuerdings 2.000 Mit<lb break="no"/>glieder verloren. Durch die Rationalisierung der GRossbetriebe können<lb/>
wir auch nicht annähernd diesen Abgang durch Neuzutritte ausgleichen.<lb/>
Die Zusammenlegung von Anker und Hammer hat allein ergebn, dass jetzt<lb/>
der gemeinsame BEtrieb weniger beschäftigt als seinerzeit Anker allein<lb/>
Da ich weiss, dass dies auch bei anderen Arbeitergewerkschaften zu<lb break="no"/>trifft, frage ich mich, wie lange noch der verhältnismässig gross auf<lb break="no"/>geblähte Verwaltungsapparat jeder einzelnen Gewerkschaft erhalten wer<lb break="no"/>den kann. Auch wir habne in jedem Land Landessekretäre mit einer Sekre<lb break="no"/>tärin, manchmal sogar auch zwei und mehrere sonstige Beschäftigte.<lb/>
Hier müsste schon löngst eine organisatorische Zusammenführung von<lb/>
einzelnen Landessekretariaten der Fachgewerkschaften Platz gegriffen<lb/>
haben. Da in der letzten Zeit immer stärker die Arbeitergruppen von<lb/>
den Unternehmungen aufgefordert. überhaupt zu Angestellten überzu<lb break="no"/>wechseln, werden wir früher oder später sowieso nur mehr eine Zwerg<lb break="no"/>organistion sein. Kleinbetriebe können wir nicht organisieren und die<lb/>
Grossbetriebe werden eben zu den Angestellten hinüberwechseln.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_12">Bei <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> treffe ich den schwedischen Botschafter <rs type="person" ref="#per__135659">Petri</rs>,<lb/>
der die Auffassung seiner Regierung bringt, dass Spanien nicht<lb/>
jezt in die EFTA aufgenommen werden sollte. Ein spanischer Emmissio<lb break="no"/>när war in Schweden, wo man ihm weder ja noch nein sagte und in<lb/>
<pb n="14-0066" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-22_0066.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Norwegen, wo man sofort erklärte, dass die sehr wohl für eine Auf<lb break="no"/>nahme Spaniens seien. Da Schweden im September Wahlen hat, möchte<lb/>
es, dass Spanien aus innerpolitischen Gründen noch nicht aufge<lb break="no"/>nommen wird. Sie hätten gerne, wenn wir Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__97853">Rabaeus</rs> ein nicht<lb/>
zielgestecktes Mandat erteilen, mit Spanien zwar zu reden, aber<lb/>
keine Aufnahme zu beantragen. Die Spanier aber wollen eine Asso<lb break="no"/>ziierung nach finnischem Modell und zwar in sehr kurzer Zeit. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirch<lb break="no"/>schläger</rs> erklärt, dass wir diesen Wunsch zur Kenntnis nehmen, weil<lb/>
er natürlich – wie er nachher sagte – dieses Problem mit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
besprochenwerden müsste, denn er fürchtet, dass <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sehr wohl<lb/>
den Wunsch Schwedens erfüllen wird, um <rs type="person" ref="#per__114142">Palme</rs> nicht bei den Wahlen<lb/>
innerpolitische Schwierigkeiten zu bereiten. Wie weit Spanien dann<lb/>
noch bereit ist, wenn sie abgelehnt werden, später ein ANsuchen zu<lb/>
stellen, bleibt dahingestellt.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_13"><rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> aber wollte insbesondere eine Vorbesprechung, weil er<lb/>
gehört hat, dass bei uns im Haus die Idee existiert, dass Österreich<lb/>
gegebenenfalls im Rahmen des COMECON z.B. in UNtergruppen mitarbei<lb break="no"/>ten könnte. Ich selbst und er hat bereits vor einem Jahr ein solches<lb/>
Ansinnen ganz entschieden zurückgewiesen und den Beamten, Min.Rat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> ausdrücklich erklärt, dass solche Absichten nicht weiter zu<lb/>
verfolgen sind, sondern ganz im Gegenteil von uns abgelehnt werden.<lb/>
Nun glaubt <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> neuerdings, dass wenn die SU <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> auf die<lb/>
Kooperation zu sprechen kommt, wir-da wir keine Zollzugeständnisse<lb/>
machen können – auf diese Art, nämlich MItwirkung im RAhmen des<lb/>
COMECON eine gewisse BEfriedung der SU erreichen könnten. Sowohl<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> als auch ich lehne eine solche Vorgangsweise auf<lb/>
das entschiedenste ab, weil man uns dann auf das finnische Modell<lb/>
zurückführen würde. Finnland selbst wird – bevor es den EG-Vertrag<lb/>
unterzeichnet – noch spektakulär einen Botschafter bei COMECON<lb/>
errichten. Sowohl <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> als auch ich stehen auf dem STand<lb break="no"/>punkt, dass wir alles Unternehmen müssen, damit wir nicht auf das<lb/>
finnische NIveaus heruntergezogen werden. Bereits bei meinenm ersten<lb/>
BEsuch in Moskau hat <rs type="person" ref="#per__112951">Patolitschew</rs> versucht, mir den finnisch-sowj.<lb/>
Vertrag schmackhaft zu machen, Er meinte damals, ich sollte ihn<lb/>
studieren und würde dann sehen, dass dies grosse Vorteile für<lb/>
Österreich hätte. Damals replizierte ich sofort, dass wir einen<lb/>
sowj.-österreichischen Vertrag machen sollten und die österr.-sowj.<lb/>
Verhältnisse für mich ausschliesslich als Verhandlung zur Debatte<lb/>
stehen.</p><pb n="14-0067" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-22_0067.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_14">Vor der Ministerratssitzung habe ich <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> wegen der BEstellung<lb/>
<rs type="person" ref="#per__145988">Hoffmanns</rs> <add>[evtl. Falschidentifikation, Anm.]</add> zum Kartellrichter gesprochen. <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> ist bereit, wenn<lb/>
die Priorität von <rs type="person" ref="#per__140478">Dietrich</rs> als Justizministeriums-Vertreter<lb/>
gesichert ist, ohne weiteres <rs type="person" ref="#per__145988">Hoffmann</rs> zu akzeptieren, wenn ich dies<lb/>
wünsche. Er hat sich die ganzen Unterlagen genommne, um mir morgen im<lb/>
Ministerrat die entsprechende endgültige Stellungnahme zu geben.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_15"><rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> verweist darauf, dass die Arbeit der Verfassungsfachleute<lb/>
über die Ortstafelgesetz von uns nicht akzeptiert werden können,<lb/>
da wir einen Lösungsvorschlag finden müssen. Dr. <rs type="person" ref="#per__146306">Freisl</rs> bei ihm<lb/>
hat nun einen vernünftigen neuen VCorschlag, den er mir schriftlich<lb/>
mitteilen will. Er möchte aber, dass dies nicht bekannt wird,<lb/>
damit sein Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__147009">Liehr</rs> nicht vor den Kopf gestossen wird,<lb/>
der ebenfalls erklärt hat, dass die Strassenpolizei-Ordnung dazu<lb/>
nicht ausreicht.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_16">Die Gastwirtezeitung hat geschrieben, dass die Preisüberwachung<lb/>
dem Handelsministerium zusteht, obwohl <rs type="person" ref="#per__112051">Singer</rs> ihn aufmerksam<lb/>
gemacht hat und eine diesbezügliche Aussendung wollte, wonach<lb/>
klargestellt wird, dass die Preisüberwachung beim Innenministerium<lb/>
liegt. <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> hat sofort erkannt, dass wenn er dies verlautbart<lb/>
er damit dokumentieren möchte, dass diese Kompetenz von mir angeeig<lb break="no"/>net wurde, was in dem FAll wirklich nichtzutrifft. Er schlägt des<lb break="no"/>habl vor, dass <rs type="person" ref="#per__112051">Singer</rs> sich mit uns ins Einvernehmen setzt, damit<lb/>
wir dann eine solche Richtigstellung in mir erscheineneder zweck<lb break="no"/>mässiger Art der Gastgewerbe-Zeitung mitteilen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_17"><rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> möchte für den Obmann des Verkehrsverein auf der Tauplitz,<lb/>
der eine aktive Rolle beim Ausbau dieses gesamten Fremdenverkehrs<lb break="no"/>gebietes spielt, den Kommerzialratstitel. Da er weder dem Freien<lb/>
Wirtschaftsverband angehört, noch in der Handelskammer arbeitet,<lb/>
fürchte ich, dass obwohl er ÖVP-ler ist, kaum eine Zustimmung von<lb/>
Seiten der Bundeskammer dafür zu gewinnen ist. <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> wird mir<lb/>
schreiben und ich werde darauf die Bundeskammer auffordern, dem<lb/>
AnsuchenREchnung zu tragen. Wenn dies dann schriftlich abgelehnt wird<lb/>
werde ich dies ebenfalls <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> wieder mitteilen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: <rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> möchte in diesem FAll die schriftliche<lb/>
Abelhnung, auch wenn sie Monate später kommt<lb/>
um eben in Tauplitz dem ÖVP-Mann zu sagen,<lb/>
wie ihn seine eigenen Leute behandeln.</p><pb n="14-0068" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-22_0068.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_19">Minister <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> nimmt zur Kenntnis, dass ich für die Elektro<lb break="no"/>heizung des Schwimmbades Ramsau keine wie immer gearteten Investi<lb break="no"/>tionsmittel an Zuschüsse zur VErfügung stellen kann. Die bitet<lb/>
nur um eine shriftliche Ablehnung ihres Ansuchens.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_20">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte BRief entsprechend von der Abteilung<lb/>
ausfertigen lassen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_21"><rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> berichtet über das Stahlgesetz und meint, dass <rs type="person" ref="#per__97917">Schleinzer</rs><lb/>
gerne zu einem Ergebnis käme. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat – wenn die ÖVP zustimmt –<lb/>
eine VErwendungszusage gegeben. Erstens der ÖIAG-Aufsichts<lb break="no"/>rat wird den Aufsichtsrat der Stahlgesellschaft bestellen. <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs><lb/>
meint, ein typischer BEweis, dass die ÖVP nicht glaubt, sehr bald<lb/>
wieder die Regierung zu bilden. Der Aufsichtsrat von 30 kann auch<lb/>
anders gestaltet werden, wenn sich die Mehrheitsverhältnisse im<lb/>
Parlament ändern sollten. Beim Vorstand bleibt es bei <rs type="person" ref="#per__97644">Koller</rs> resp.ä<lb/>
<rs type="person" ref="#per__139513">Sernetz</rs>, der nicht unser Mann ist, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sagt, dafür wird<lb/>
ein zweiter Direktor-Stellvertreter von der VP zu nominieren sein.<lb/>
Nimmt sie <rs type="person" ref="#per__139512">Pichler</rs>, dann ich <rs type="person" ref="#per__149268">Schab</rs> von der VÖEST üergangen und wird<lb/>
im Wahlkampf in OÖ eine gewisse Rolle spielen. <rs type="person" ref="#per__139512">Pichler</rs> würde dann<lb/>
Schaden stiften. Aufsichtsratsvorsitzender wird <rs type="person" ref="#per__97470">Geist</rs>. Ausserdem<lb/>
verlangt die SP noch ersten Vorsitzenden-Stellvertreter, der zweite<lb/>
kann dann von der VP gestellt werden. Im ÖIAG-Gesetz aber würde<lb/>
sich nichts ändern, da bleiben zwei Betriebsräte, da es sich nur<lb/>
um eine Holding handelt, auch dann wenn die BEtriebsverfassung als<lb/>
kollektives Arbeitsrecht kommt, wo die Arbeiter eine stärkere Mit<lb break="no"/>bestimmung in allen BEtrieben haben werden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_22">Die OeNB-Bestellung wird ovn der ÖVP nicht akzeptiert. <rs type="person" ref="#per__97637">Kloss</rs> ist ein<lb/>
neuer Mann, aber wird als ÖVP-Mann nicht anerkannt. Die ÖVP möchte,<lb/>
dass <rs type="person" ref="#per__146804">Kartal</rs> 1973 dann von uns pensioniert wrid, damitdann 3:3 im<lb/>
Vorstand eingeführt werden könnte. <rs type="person" ref="#per__97922">Schmitz</rs> sollte gegebenenfalls<lb/>
in die I-Credit kommen, da müsste aber auch die VP ihren Vertreter<lb/>
ablösen. Die SP bietet keine Versorgungsposten an, wie <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sichü<lb/>
AUSDRÜCKTE. Zur NAchbestllung des Verfassungsgerichtshofes wird<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> nun versuchen, im Klub mit <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> zu einer Einigung zu kommen.<lb/>
Beim Verwaltungsgerichtshof wollen die dortigen Richter aus ihren<lb/>
Reihen einen VErsotzenden – <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> aber möchte unbedingt <rs type="person" ref="#per__97700">Loebenstein</rs><lb/>
bestellen. Infolge der Zulage, die ein Sektionschef keine bekommt,<lb/>
würde aber sein Bezug im Verwaltungsgerichtshof wesentlich redu<lb break="no"/>ziert werden.</p><pb n="14-0069" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-22_0069.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_23">Zum 4. März 1933, als der Nationalrat ausgeschaltet wurde, soll<lb/>
nun für Freitag, den 2. März eine grosse SPÖ-Veranstaltung statt<lb break="no"/>finden. Dort wird ein junger Historiker über die Geschichte<lb/>
referieren, <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> meint sogar, man müsste versuchen, den Parlaments<lb break="no"/>direktor <rs type="person" ref="#per__140774">Czerny</rs> dafür zu gewinnen und dann ein Politiker, entweder <rs type="person" ref="#per__140775">Koref</rs><lb/>
oder <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> die politische Wertung durchführen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> war damals<lb/>
im Parlament und zwar im Klubvorraum als die Auflösung bekannt wurde<lb/>
und was ihn am meisten erschüttert hat, war, dass dann einige Abge<lb break="no"/>ordneten ins Kaffeehaus tarockieren gegangen sind.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_24">Freitag, den 23. Feber wird wieder eine grosse Veranstaltung <rs type="person" ref="#per__97668">Kreiskys</rs><lb/>
starten, ähnlich wie seinerzeit in der Hofburg. Wir sollen Namenslisten<lb/>
Vorschläge ausarbeiten.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_25">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs> <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte entsprechende Vorschläge,<lb/>
wenn wir welche haben,</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_26">Für die Verteilung der politischen Akademie und der wissenschaftlichen<lb/>
Zeitungen wird von <rs type="person" ref="#per__97601">Jiresch</rs> Dr. <rs type="person" ref="#per__111700">Neumayer</rs> vom Ministerratsdienst vor<lb break="no"/>geschlagen, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> aber denkt nicht daran, sondern wird Dr. <rs type="person" ref="#per__123214">Worel</rs> vom<lb/>
Staatssekretariat bestellen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_27">Die Fachleute oder 1400 Experten-Konferenzen sollen nun endgültig<lb/>
starten. <rs type="person" ref="#per__97755">Moser</rs> wird, nachdem er als erstes die Bürgermeister-Tagung<add>?</add><lb/>
gut angekommen ist, eine zweite der Städteplaner und Architekten mit<lb/>
Bodengesetz und Assanierungsgeschäften. <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> wird eine eigene<lb/>
Verkehrstagung starten. Die Wirtschafter aber, Finanzminister, <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs><lb/>
und ich, sollen diesbezügliche Vorschläge ausarbeiten, müsste jetzt<lb/>
ebenfalls unmittelbar in Angriff genommen werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> schwebt<lb/>
vor, dass einen Tag eine Konferenz stattfindet und anschliessend daran<lb/>
Unterkommissionen eingesetzt werden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_28">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs> UND <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Bitte für die Konferenz einen entsprechen<lb break="no"/>den Vorschlag und vor allem die Überlegungen, für welche<lb/>
Gebiete Unterkommissionen eingesetzt werden sollen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_29"><rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> wird dann eine eigene Aktion - Wissenschaft und Wirtschaft –<lb/>
starten, wobei insbesondere die Prioritäten festgehalten werden<lb/>
sollen. Das Human-Programm und Umweltschutz soll <rs type="person" ref="#per__107938">Leodolter</rs> mit <rs type="person" ref="#per__97614">Karl</rs>,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> und <rs type="person" ref="#per__97442">Firnberg</rs> abwickeln. Allerdings erst im Juni. <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs><lb/>
wird erst im Herbst über Schule sowie <rs type="person" ref="#per__97372">Broda</rs> nach Strafrechtsreform-<lb/>
Abschluss Tagungen veranstalten.</p><pb n="14-0070" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-22_0070.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_30"><rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> berichtet, dass nach der zweiten Fragestunde am Mittwoch eine<lb/>
Diskussion über die Staatssekretäre beginnen wird. Seinerzeit hat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> und Pisa-Bestellung ebenfalls eine solche Diskussion ausgelöst.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wird dabei einen Bericht nicht gleich bei Beginn sondern im<lb/>
Laufe der Debatte über die Tätigkeit von <rs type="person" ref="#per__98034">Veselsky</rs> und <rs type="person" ref="#per__97614">Karl</rs> geben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meint, es sollten die Tätigkeiten aller Minister festgehalten<lb/>
werden und dies gleich in die Aktion: Versprochen und gehalten, eingebaut<lb/>
werden. Die Minister werden aufgefordert, jetzt Berichte zu erstellen<lb/>
und einmal festzuhalten, wieviel auf Grund von gesetzlichen Verpflichtun<lb break="no"/>gen z.B. bei uns vom Mühlenfonds und wieviel auf freiwilliger Basis<lb/>
abgegeben werden, resp. wurden.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_31">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte unmittelbar veranlassen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_32">Auf Grund der Vorarbeiten von <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> müsste es möglich sein, sehr schnell<lb/>
zusammenzustellen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_33">Pater <rs type="person" ref="#per__133367">Büchele</rs> von der kath. Sozialakademie, der auf dem Standpunkt<lb/>
des Godesberger Programmes steht, meint, man sollte eine Konfrontation<lb/>
mit der Regierung suchen. Die Betriebsverfassungsgesetze stehen hinter<lb/>
der Sozialenzyklika zurück. Kardinal <rs type="person" ref="#per__109820">König</rs> hat <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> <rs type="person" ref="#per__133367">Büchele</rs> be<lb break="no"/>sonders ans Herz gelegt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> selbst hat alllerdings erklärte,<lb/>
dass man mit dem sicher gut auskommen könne, dass aber die kath.<lb/>
Aktion weiss, ein sehr gespaltenes Verhalten an den Tag legt, ähnlich<lb/>
wie Jekyll and Hyde und dass der kath. Familienverband <rs type="person" ref="#per__146805">Katowill</rs> über<lb break="no"/>haupt nicht mit sich reden liesse. Am schlimmsten aber sei die junge<lb/>
<rs type="person" ref="#per__147038">Mautner-Markhof</rs>, die im Dachverband der allgemein höher bildenden<lb/>
Schulen aggressiv gegen die Regierung wie <rs type="person" ref="#per__149336">Weiss</rs> und <rs type="person" ref="#per__146805">Schatowill</rs> vorgeht.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_34"><rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> berichtet, dass die Warschauer Paktstaaten wünschen,<lb/>
dass die NBFR bei uns in Wien abgehalten wird. Die NATO, die vier Neutra<lb break="no"/>len und Jugoslawien seien neben den Warschaupaktstaaten einzuladen.<lb/>
Dies widerspricht den Erwartungen des NATO-Rates, da man angenommen hat,<lb/>
es wird nur zwischen 5 NATO-Ländern und 5 Warschau-Pakt-Ländern ver<lb break="no"/>handelt. Jetzt hat sich die Struktur sehr geändert, daher auch jetzt<lb/>
die Neutralen und Jugoslawien zugezogen werden sollen. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs><lb/>
hat äusserst vorsichtig auf diesen Vorschlag reagiert und hat die NATO-<lb/>
Staaten gefragt, ob allgemein es gewünscht wird und in angemessener<lb/>
weise dann von Österreich durchgeführt werden sollte. Brüssel, der NATO-<lb/>
Rat, hat sich noch nicht endgültig festgelegt.</p><pb n="14-0071" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band14/14_1973-01-22_0071.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_35">Die Finnland-Reise zeigte ihm, dass eine gewisse Malaise<lb/>
dort herrscht. <rs type="person" ref="#per__114501">Kekkonen</rs> selbst hat einer ZEitung mitgeteilt,<lb/>
dass er sich sehr veinsamt fühlt, um aus dem Problem EG-Unter<lb break="no"/>zeichnung herauszukommen, <rs type="person" ref="#per__137278">Karjalainen</rs> hat ja bekanntlich eine<lb/>
schwedische Zeitung über Internas informiert, wird nun <rs type="person" ref="#per__114501">Kekkonen</rs><lb/>
um 4 Jahre verlängert. Trotzdem werden solche Zeitungsartikel dort<lb/>
veröffentlicht.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_36"><rs type="person" ref="#per__108224">Lü</rs> möchte überdas militärische Leistungsgesetz, nämlich LKW und<lb/>
Baumaschinen Vorbesprchungen im Parlament führen. Das Bundesgesetz<lb break="no"/>blatt 174/68 bildet dafür die Grundlage.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_37">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte für NR bereitstellen.</p><p xml:space="preserve" xml:id="Band14_1973-01-22_38"><rs type="person" ref="#per__97879">Rösch</rs> hat dann auch über die 3 Araber, die mit gefälschten Pässen<lb/>
eingewandert sind, nichtsendgültiges gesagt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> vermutet mit Rc<lb/>
recht, dass die Israelischen Pässe deshalb gefälscht sind, damit man<lb/>
wenn irgendetwas schief geht, sie nicht eben als Israeli behandelt<lb/>
und dorthin zurückgestellt werden. Deshalb war die Passfälschung<lb/>
sofort zu erkennen. Die Polizei wird der Staatsanwaltschaft die<lb/>
Fakten mitteilen und diese wird Anzeige wegen Pass-Fälschung<lb/>
erheben, die ein Richter nur mit einer bedingten Strafe belegen kann.<lb/>
Es wird versucht, so schnell wie möglich dann die Araber wieder in<lb/>
eine Land zu überstellen, das sie sich aussuchen und das sie noch<lb/>
akzeptieren. Österreich hat tausende Juden schon geholfen und noch<lb/>
niemals einen arabischen Anschlag gehabt. Eine ungeheure LEISTUNG<lb/>
DER Aussenpolitik und der Polizei.</p></div>
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            <head>Tagesprogramm, 22.1.1973</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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               <persName type="label">Leherb, Helmut</persName>
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               <persName type="label">Schmitz, Wolfgang</persName>
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               <persName type="label">Rösch, Otto</persName>
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               <occupation>Innenminister bis 1977, danach Verteidigungsminister</occupation>
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               <persName type="label">Loebenstein, Edwin</persName>
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               <persName><surname>Mussil</surname><forename>Arthur</forename></persName>
               <occupation>Gen.Sekr. HK, ÖVP-NR-Abg., später AR-Präs. Verbund</occupation>
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               <persName type="label">Koren, Stephan</persName>
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               <occupation>Finanzminister, ÖVP-NR-Abg., OeNB-Präs.</occupation>
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               <occupation>Leiter BKA-Sektion III, Bundespressedienst</occupation>
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               <occupation>Prof. Sozialethik Uni Innsbruck, Leiter Kath. Sozialakademie</occupation>
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               <occupation>ehem. ÖVP-Vizekanzler, Präs. Donaueurop. Institut, AR-Vors.
                  Leykam</occupation>
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               <occupation>Präs. Finnland</occupation>
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               <occupation>Alpine, GD ab 1972, SPÖ-nahe</occupation>
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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