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            <title type="main">Samstag, der 16. Dezember 1972</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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               <licence>CC BY-NC 4.0</licence>
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                  <institution>Kreisky Archiv</institution>
                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
                  <idno type="signature">Band13_1972-12-16</idno>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-12-16_01">Samstag, 16. Dezember 1972<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-12-16_02">Bei der Abstimmung über die Sozialpakete, welche durch die verschieden<lb break="no"/>sten Abänderungsanträge sowohl von unserer Seite als auch von<lb/>
Seite der Opposition sich über eine Stunde dahinzieht, passiert es<lb/>
dem Berichterstatter Dr. <rs type="person" ref="#per__97863">Reinhart</rs>, dass er einmal aufsteht, als der<lb/>
Antrag der ÖVP <rs type="person" ref="#per__123327">Schlager</rs> auch den gewerblichen Frühpensionisten 1.500<lb/>
und etliche Schilling dazuverdienen zu lassen. <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> hatte beabsichtigt<lb/>
durch die jetzigen Novellen nur den Unselbständigen diese Erleichterung<lb/>
zu geben. Warum ist mir eigentlich nicht ganz klar, da als dieser<lb/>
Abstimmungsfehler dann passiert war, er meint, allzu gross sei das<lb/>
Unglück nicht. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat nämlich sofort gefragt, was dieser Fehler<lb/>
kostet. In späterer Folge kommt man aber dann darauf, dass eine andere<lb/>
Bestimmung, die wir auch beschlossen haben, dieser Regelung wieder<lb/>
entgegensteht. Die Präsidialsitzung am Montag wird sich mit dieser<lb/>
schwierigen Materie befassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-12-16_03">Da die Abgeordneten doch noch nach Hause fahren wollen und Samstag<lb/>
ja nicht als Sitzungstag geplant war, geht die Debatte wie am<lb/>
Schnürl. Es werden alle beabsichtigten Wortmeldungen auch wirklich<lb/>
dann durchgeführt, nur halten sich die Diskussionsredner sehr kurz und<lb/>
konzentriert. Beim Gewerbestrukturverbesserungsgesetz appelliert<lb/>
Dr. <rs type="person" ref="#per__111721">Stix</rs>, dass ich die Ungerechtigkeit, wonach der Staat sich bei<lb/>
einem Ermessenskredit nur mit 15 % bindet, während es hier bei<lb/>
einer 20 %-igen Bindung die Unternehmer hart treffen würde. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> geht<lb/>
sogar noch weiter und verlangt mehr Mittelstandspolitik. Ursprünglich<lb/>
wollte ich überhaupt nicht antworten, doch habe ich es mir dann überlegt<lb/>
und in einer Minutenantwort nur festgehalten, dass diese Appelle und<lb/>
Forderungen gar nicht notwendig sind, weil wird bereits alle Vorkehrungen<lb/>
getroffen haben, dass dieses Problem befriedigend gelöst wird. Ich<lb/>
habe nicht ausdrücklich davon gesprochen, dass der Finanzminister keine<lb/>
Bindung in diesem Punkt vornehmen wird, da dies noch nicht endgültig in<lb/>
meinen Augen durchgestanden ist. Hätte ich aber nichts dazu gesagt,<lb/>
wäre nach ein paar Monaten die Oppositionspartei gekommen und erklärt,<lb/>
nur ihrer Intervention ist es zuzuschreiben, dass jetzt für die gewerbliche<lb/>
Wirtschaft mehr geschehen kann.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-12-16_04">Beim Bergbauförderungsgesetz hat Dr. <rs type="person" ref="#per__112625">Keimel</rs> für Tirol eine Ausdehnung auf<lb/>
Magnesit, d.h. in dem Fall Scheelit verlangt. Da wir die anderen Produkte<lb/>
bei der Begutachtung von Seiten der Handelskammer wurden fast alle<lb/>
gefordert, abgelehnt haben, bestand auch in meinen Augen keine Möglich<lb break="no"/>keit diesem Antrag zuzustimmen. Die Tuxer Frage kann nur so gelöst werden,<lb/>
<pb n="13-1513" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band13/13_1972-12-16_1513.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>dass Austro-Mineral Geld bekommt, um gegebenenfalls Untersuchungen<lb/>
über weitere Scheelit-Vorkommen zu führen. Abg. <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs> hat mir mitgeteilt,<lb/>
dass der Finanzminister bereit sei, 2,5 Mill. S dafür auszugeben.<lb/>
In diesem Fall müsste er eine eigene Gesellschaft gründen, die zuerst<lb/>
das Bergwerk von der Magnesit AG erwirbt und dann mit Landesbeteiligung<lb/>
und Bundesbeteiligungen weitere Untersuchungen über Vorkommnisse<lb/>
führt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Weg auch tatsächlich<lb/>
beschritten wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-12-16_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: <rs type="person" ref="#per__97891">Salcher</rs> soll sich hier bereits sehr weit exponiert<lb/>
haben und aus politischen Überlegungen soll angeblich jetzt eine diesbe<lb break="no"/>zügliche Lösung in Angriff genommen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-12-16_06">Zum Zuckerförderungsgesetz hatte ich mit <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> vereinbart, dass über<lb break="no"/>haupt niemand spricht. Dies war nicht nur wegen der zeitlichen Beschränkt<lb break="no"/>heit günstig, sondern vor allem auch, weil wir dadurch nicht Gefahr<lb/>
laufen, durch Äusserungen im Parlament, die vielleicht auch im Ausland<lb/>
dann bekannt werden, im Rahmen der EFTA Schwierigkeiten zu haben. Die<lb/>
EFTA-Staaten haben sich noch immer nicht endgültig zu einer Lösung<lb/>
der landwirtschaftlichen Verarbeitungsprodukte durchgerungen und es<lb/>
ist nicht zielführend, wenn man dann in diesen Staaten lesen kann,<lb/>
was das österr. Parlament auf diesem Sektor nicht nur macht, sondern<lb/>
vielleicht auch sogar noch beabsichtigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-12-16_07">Die vorweihnachtliche Veranstaltung des Vereins für Kinder der Mitglieder<lb/>
benützt der Reg.Rat <rs type="person" ref="#per__140260">Kneissler</rs> immer, um bei der Begrüssung für sogar<lb/>
in penetranter Weise meine Verbundenheit mit der Organisation herauszu<lb break="no"/>streichen. Er geht glatt so weit zu erklären, dass noch niemals ein<lb/>
Minister sich so für die Interessen des Sportvereines eingesetzt<lb/>
hat und ihn unterstützt. Da er dies in einer humorvollen Weise macht,<lb/>
fragt er vorher immer an, ob ich etwas gegen diese Art einzuwenden<lb/>
hätte. Gegen die Art habe ich gar nichts zu sagen, wie ich ihm immer<lb/>
erkläre, doch nachher ist mir immer peinlich, in welcher dicken Art<lb/>
er meine Verdienste herausstreicht.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 16.12.1972</head>
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