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            <title type="main">Dienstag, der  5. Dezember 1972</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-12-05_02">In der Ministerratsvorbesprechung wurde beschlossen, dass alle<lb/>
Anfragebeantwortungen, die an sämtliche Minister gehen, wie z.B.<lb/>
Repräsentationsaufwendungen usw. durch einen Mantel-Entwurf vom<lb/>
Bundeskanzler-Sekretariat im Einvernehmen mit dem Klub erstellt<lb/>
wird, als Beantwortungsmuster gelten soll. <rs type="person" ref="#per__113083">Sinowatz</rs> berichtet,<lb/>
dass die Winterolympiade in Innsbruck von einem Regierungskomitee<lb/>
das auch seinerzeit von der ÖVP-Regierung gegründet wurde, wieder<lb/>
mit Tirol und Innsbruck verhandeln soll. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> teilt mit, dass<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97775">Nemschak</rs> jetzt ein Wiener Institut für Wirtschafts- und Systemver<lb break="no"/>gleiche gründen wird. Mit der DDR wird der Vizeminister <rs type="person" ref="#per__140279">Scholz</rs> die<lb/>
Besprechungen in dieser Woche noch beginnen. Am 21.12.<add>[?]</add> wird die<lb/>
Anerkennung beim Tag der Unterzeichnung erfolgen. Damit soll<lb/>
die Doppelstaatsbürgerschaft, die konsularischen Fragen, die<lb/>
Vermögensfragen und insbesondere der Luft- und der Wirtschafts-<lb/>
und Handelsverkehr bei der Anerkennung vereinbart werden. Die<lb/>
DDR möchte gerne, das-s noch im Dezember d.h. im Jahre 1972<lb/>
alles diese Verträge unter Dach und Fach sind. Ich teilte <rs type="person" ref="#per__97632">Kirch<lb break="no"/>schläger</rs> mit, dass wir der DDR-Vertretung bereits ein Handels-<lb/>
und Zahlungsvertragsentwurf übermittelt haben. Sicherlich kann dieser<lb/>
Vertrag nicht im Dezember bereits abgeschlossen werden. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs><lb/>
würde, wenn die DDR nicht sehr darauf drängt den Vertrag in Berlin<lb/>
paraphieren lassen und dann in Wien unterzeichnen. Sollte die DDR<lb/>
aber grössten Wert darauf legen, dass in Berlin der Vertrag unter<lb break="no"/>zeichnet wird, das hiesse, dass er in Wien paraphiert werden soll,<lb/>
dann würde dies von seiner Seite auch kein grosses Malheur sein<lb/>
und dann müsste ich halt nach Berlin fahren. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschäger</rs> berichtet<lb/>
weiter, dass mit der CSSR jetzt die Verhandlungen beginnen können,<lb/>
insbesondere über die unterbrochenen Vermögensfragen<add>[?]</add>. Pro Vermögensfall<lb/>
ist maximal ein Betrag von 30–40.000 S zu erwarten. Dies wird<lb/>
für die älteren doch noch eine gewisse Zuschussleistung sein,<lb/>
doch wird im Grunde genommen, der ganze Vermögensvertrag nicht<lb/>
sehr befriedigend abgeschlossen werden können. <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> berichtet, das<lb/>
die gemischte Kommission mit Jug. und Österreich über die Gast<lb break="no"/>arbeiter verschoben werden soll. Der Arbeitsminister <rs type="person" ref="#per__140280">Dragasevic</rs><lb/>
aus Jug. möchte vorher nach Wien kommen, um mit <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> zu ver<lb break="no"/>handeln. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> ist damit sehr einverstanden. Nach der<lb/>
Ministerratsvorbesprechung sage ich <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs>, dass ich über<lb/>
die Vorgangsweise des Botschafters <rs type="person" ref="#per__97802">Otto</rs> in Jugoslawien eigentlich<lb/>
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bereits in der Hand hat, ist klar ersichtlich, dass er zuerst<lb/>
diesen Besuch von mir in Jugoslawien hochgespielt, mir einge<lb break="no"/>redet, dass eine hochgestellte Persönlichkeit mit mir reden will<lb/>
und deshalb der Jugoslawienbesuch verschoben werden muss. Jetzt<lb/>
schreibt er im zweiten Telegramm, dass er auf Grund dessen, dass ich<lb/>
mit einer hochgestellten Persönlichkeit reden soll, er Weisung will,<lb/>
ob er neuerlich insistieren sollte, dass ich mit <rs type="person" ref="#per__139782">Bijedic</rs>, mit dem ich<lb/>
Wien bereits verhandelt habe, bei seinem Staatsbesuch, eventuell<lb/>
sogar mit Staatspräsidenten <rs type="person" ref="#per__123209">Tito</rs> zusammenkommen möchte. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs><lb/>
selbst bestätigt wir, dass <rs type="person" ref="#per__97802">Otto</rs> ein sehr ehrgeiziger Mann ist,<lb/>
der gebremst werden muss. Auf alle Fälle ist <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> meiner<lb/>
Meinung, dass unter gar keinen Umständen ich die aussenpolitischen<lb/>
Verhandlungen und Fragen in Jugoslawien weder mit <rs type="person" ref="#per__139782">Bijedic</rs> noch mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__123209">Tito</rs> besprechen sollte. Ich stelle auch richtig, dass ich mit<lb/>
<rs type="person" ref="#per__139782">Bijedic</rs> nicht einmal bei seinem damaligen Staatsbesuch in Wien<lb/>
Verhandlungen oder Besprechungen geführt habe. Meine einzige Aus<lb break="no"/>sprache war mit <rs type="person" ref="#per__97966">Snuderl</rs>, mit dem ich vereinbarte, dass ich im<lb/>
späteren Frühjahr ein Fremdenverkehrsabkommen unterzeichnen werde.<lb/>
Dieser Zeitplan war ganz bewusst gewählt, denn in diesem Fall bin<lb/>
ist überzeugt, hat <rs type="person" ref="#per__97966">Snuderl</rs> die Absicht gehabt, mit mir weitere Kon<lb break="no"/>takte wegen der EFTA-Mitgliedschaft von Jug. aufnehmen zu können<lb/>
und zu wollen. Ich erkläre <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs>, dass ich am liebsten erst<lb/>
zu diesem Zeitpunkt nach Jugoslawien fahren möchte, was er aller<lb break="no"/>dings für unmöglich hält, nachdem <rs type="person" ref="#per__97802">Otto</rs> in Belgrad bereits so viele<lb/>
einleitende Gespräche geführt hat. Wenn es um <choice><choice><sic>Auslandsresei</sic><corr>Auslandsreisen?</corr></choice></choice> geht,<lb/>
habe ich oft das Gefühl und fühle mich jetzt umso mehr in dieser<lb/>
Meinung bestärkt, dass die Bürokratie genau ihre Politik durch<lb break="no"/>setzt und durch geschicktes Manövrieren immer in die unmöglichste<lb/>
Situation bringt. Dies war bei den Bulgarien-Besuch durch <rs type="person" ref="#per__97426">Fälbl</rs> der<lb/>
Fall, genau wie jetzt durch den Jug.-Besuch durch Gesandten <rs type="person" ref="#per__97802">Otto</rs>.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-12-05_03">In der Ministerratssitzung muss ich feststellen, dass meine Tages<lb break="no"/>ordnung bei Punkt 20 endet, während noch 21–27 auf der endgültigen<lb/>
Tagesordnung aufscheinen. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> berichtet über die DDR, wo er<lb/>
darauf hinweist, dass die NATO am 8. Dezember ein Kommunique<lb/>
herausgeben wird. Deshalb soll bereits diese Woche noch die DDR-<lb/>
Anerkennung mitgeteilt werden, damit wir nicht nach der NATO erst<lb/>
in Erscheinung treten. Die DDR wird ca. 60 neue Botschaften errich<lb break="no"/>ten. Die CSSR hat jetzt die Zusage von <rs type="person" ref="#per__134235">Chnoupek</rs>, dem Aussenminister,<lb/>
<pb n="13-1468" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band13/13_1972-12-05_1468.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>der in New York <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> versprochen hat, dass <rs type="person" ref="#per__140281">Masaryk</rs> freige<lb break="no"/>lassen wird, erfüllt. Jetzt können Delegationsreisen wieder in vollem<lb/>
Umfang durchgeführt werden und auch Besuche auf der Gesandtschaft.<lb/>
Die Vermögensfrage und das Grenzabkommen wird <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> jetzt<lb/>
in Angriff nehmen. Der Finanzminister ist bei dieser Ministerratssitzung<lb/>
nicht anwesend und deshalb wird auch bezüglich des Kakaoabkommens keine<lb/>
wie immer geartete Bemerkung auch nicht von einem Vertreter gemacht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-12-05_04">In der Klubsitzung berichtet <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> über die nächsten Ausschussitzungen.<lb/>
Heuer ist nur mehr ein Finanz-Ausschuss und ein Sozial-Ausschuss sowie<lb/>
der Hauptausschuss und Verstaatlichungsausschuss vorgesehen. Im Jänner<lb/>
ist auch nicht ein Integrationsausschuss auf der Tagesordnung. Ich<lb/>
mache <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> darauf aufmerksam, dass wir die Regierungsvorlage über<lb/>
Kündigung des Übereinkommens durch Dänemark und die Regierungsvorlage<lb/>
betreffend Änderung der Stimmenerfordernisses für Mehrheitsbeschlüsse<lb/>
im Rahmen der EFTA, also 2 EFTA-Gesetze, noch dringend brauchen. Auf<lb/>
dem Integrationsausschuss <choice><choice><sic>tehen</sic><corr>stehen?</corr></choice></choice> aber noch unerledigt ein drittes EFTA-Ge<lb break="no"/>setz. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> sagt mir mit Recht, dass wir nicht die Dringlichkeit<lb/>
dieser Regierungsvorlagen beim Klub angemeldet haben. Der Vermerk von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__115656">Steiger</rs> wurde mir erst morgens überreicht. In so, einem Fall wäre es<lb/>
zweckmässig gewesen, sofort einen Brief Express an den Klub zu<lb/>
schreiben, zu persönlichen Handen von <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs>, damit er wirklich<lb/>
dann die notwendigen Besprechungen in der Präsidialsitzung an Hand die<lb break="no"/>ser schriftlichen Unterlage durchführen kann. <rs type="person" ref="#per__97444">Fischer</rs> und <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> werden<lb/>
sich bemühen, noch einen Termin für den Integrationsausschuss zu be<lb break="no"/>kommen. Ich selbst werde mich das nächste Mal glatt mich nicht mehr<lb/>
einsetzen, wenn die Sektion I in so sträflicher WEise die Termine<lb/>
verstreichen lässt, obwohl am Anfang November diese Gesetze bereits<lb/>
ins Parlament hinübergeleitet wurden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-12-05_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: In Hinkunft sind Terminfragen, auf die es letzten<lb/>
Endes ankommt, nur mehr schriftlich und express oder persönliche Zustel<lb break="no"/>lung im Klub zu deponieren.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-12-05_06">Für Donnerstag, den 16.I. wurde der Unterausschuss zur Gewerbeordnung<lb/>
vom Sekretariat vorgesehen. Für Zucker und Stärke wurde ein Initiativ-<lb/>
Antrag von uns erwartet, der ebenfalls bereits spätestens am Mittwoch oder<lb/>
Donnerstag im Haus eingebracht werden muss. Auch hier hätten wir diesen<lb/>
Termin verpasst, wenn nicht <rs type="person" ref="#per__97647">Koren</rs> und <rs type="person" ref="#per__97488">Gratz</rs> mich darauf aufmerksam ge<lb break="no"/>macht hätten. Richtig ist, dass die Arbeiterkammer noch einige Wün<lb break="no"/>sche gehabt hat und deshalb im letzten Moment neuerdings in der<lb/>
<pb n="13-1469" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band13/13_1972-12-05_1469.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>Begutachtung entsprechende Vorschläge gemacht hat. Ich habe deshalb<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> und <rs type="person" ref="#per__126970">Marcon</rs>, der die Frage bearbeitet hat, mit <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs>, <rs type="person" ref="#per__116015">Ertl</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> zusammengebracht und wir haben dann doch eine endgültige<lb/>
Formulierung gefunden. Die Arbeiterkammer wollte gewisse Sicherheiten,<lb/>
dass die Aufteilung der Subvention auf die einzelnen Firmen mit ihr<lb/>
abgesprochen wird. Ausserdem möchte <rs type="person" ref="#per__98112">Zöllner</rs> nach dem Jahre 1974, wenn<lb/>
die Vereinbarung mit der ÖVP abläuft, wissen, was dann geschieht,<lb/>
d.h. wer immer dann als Handelsminister fungiert, dann ebenfalls<lb/>
mit der Arbeiterkammer ein Einvernehmen herstellt. Zu diesem Zweck<lb/>
wurde vereinbart, dass ein Brief zwischen den Beteiligten mit<lb/>
Ministerien und den Interessensvertretungen gewechselt wird. In diesem<lb/>
Brief, den alle Unterschreiben, wird festgehalten, dass die Parteien<lb break="no"/>vereinbarung und damit auch die Kontingentaufteilung und vor allem<lb/>
einmal die Budgeterfordernisse nur für das Jahr 1974 und 1974 gelten,<lb/>
und deshalb auch von der Preiskommission für diesen Zeitraum nur<lb/>
die Übernahme der Fixkosten auf den Konsumzucker festgelegt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-12-05_07">Die Vertreter der Brunner Glasfabrik, die heute in einem grossen<lb/>
französischen und belgischen und auch deutschen Konzern eingegliedert<lb/>
sind, bedankten sich bei einer Vorsprache, der auch LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__137356">Haslinger</rs><lb/>
von Salzburg, auch Aufsichtsratsvorsitzender von Mitterberg, angehört,<lb/>
für das Verständnis des Handelsministeriums. Die Firma selbst weiss,<lb/>
dass sie in Hinkunft kaum Chancen hat, Flachglas selbst mehr zu pro<lb break="no"/>duzieren, die moderne Produktionsmethode bringt ein besseres Glas<lb/>
auf Grund des Float-Verfahrens und vor allem in ganz grossen Mengen.<lb/>
Eine einzige Anlage produziert 20–25 Mill. m³ und der inländische<lb/>
Bedarf ist maximal 8. Ein Export kommt nicht in Frage und deshalb<lb/>
werden die österr. Glasbetriebe umgerüstet. Von Deutschland oder<lb/>
Frankreich wird in Hinkunft eben der Konzern das notwendige Glas<lb/>
liefern und in den österr. Betrieben wird es dann adjustiert. Die<lb/>
Vorstände sehen darin eine Beschäftigungsmöglichkeit für 1000 Be<lb break="no"/>schäftigte, die jetzt auch noch beschäftigen. Für die Übergangszeit<lb/>
hat Min.Rat <rs type="person" ref="#per__140282">Drössler</rs> und insbesondere Frau Dr. <rs type="person" ref="#per__131763">Pschorn</rs> für die Ost<lb break="no"/>lieferungen und Herr Dr. <rs type="person" ref="#per__113619">Pschorn</rs> für Italien vorgeschlagen, dass<lb/>
wir dies auf ein Minimum de Einfuhrmöglichkeiten beschränken. Die<lb/>
italienische Firma bekommt 23 Mia Lire Subvention vom Staat und<lb/>
wird deshalb weiter zu verbilligten Preisen nach Österreich liefern.<lb/>
Hier hofft <rs type="person" ref="#per__113619">Pschorn</rs><add>[evtl. statt Alfred Hertha Pschorn gemeint, Anm.]</add>, dass auf Grund des italienischen Kooperations<lb break="no"/>abkommens, welches jetzt zwischen den Firmen geschlossen werden<lb/>
soll, eine gewisse Entspannung zu erreichen ist. Interessant war,<lb/>
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dass für diese Kooperation im Rahmen der gemischten Kommission<lb/>
Italien-Österreich Dr. <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs> von der Handelskammer bestimmt werden<lb/>
soll. Ich wundere mich immer nur, wie solche Entscheidungen im Han<lb break="no"/>delsministerium zustandekommen, ohne dass ich gefragt werde. Ich<lb/>
habe an und für sich nichts dagegen, wenn <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs> diese Position<lb/>
einnimmt, doch ich ärgere mich masslos, dass die Sektion I hier Entschei<lb break="no"/>dungen trifft, ohne vorher mit mir gesprochen zu haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-12-05_08">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Bitte ein für allemal klären, dass diese Vorgangs<lb break="no"/>weise von mir nicht akzeptiert wird. Schlimmstenfalls müssen wir einmal<lb/>
die Beamten ganz kräftig desavouieren und feststellen, dass ihr Vor<lb break="no"/>schlag unter gar keinen Umständen akzeptiert wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-12-05_09">LH-Stv. <rs type="person" ref="#per__137356">Haslinger</rs> beschwerte sich bei mir, dass 32 Mill. S Ansuchen<lb/>
für den Fremdenverkehr liegen und nicht bearbeitet werden. 35 Mill.<lb/>
sind in Salzburg noch in Bearbeitung. Durch die entsprechende Kredit<lb break="no"/>kürzung fürchtet er, dass nicht einmal die 32 Mill. jetzt schon in Wien<lb/>
liegenden endgültig positiv entschieden werden. Er ist zwar überzeugt,<lb/>
dass Salzburg nicht benachteiligt wird, doch glaubt er, es müsste die<lb/>
Zeit jetzt genützt werden, um die laufenden Ansuchen aufzuarbeiten.<lb/>
Er teilte mir mit, was für mich nicht Neues war, dass diese Firmen<lb/>
ja alle bereits ihre Investitionen durchgeführt haben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-12-05_10">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte überprüft einmal, ob wirklich so viele<lb/>
Ansuchen liegen hat und das bei den anderen Ländern ausschaut.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-12-05_11">Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> hat in Italien mit Herrn <rs type="person" ref="#per__139682">Sacchi</rs> und <rs type="person" ref="#per__134814">Landolfi</rs> Verhand<lb break="no"/>lungen über die sowj. Erdgaslieferungen geführt. Auch die Italiener<lb/>
habe noch keine Zusage über höhere Gasmengenlieferungen aus der SU.<lb/>
Die Italiener sind aber voller Hoffnung, denn die Projekte, sowj.<lb/>
Gas nach Amerika zu exportieren, stellen sich als sehr kostspielig<lb/>
heraus. Das Gas würde auf 1.– S/m³ franco Ostküste kommen. Die SU<lb/>
hat erst jetzt die Absicht, ihre Gasmengen auf Grund der neuen Lager<lb break="no"/>stätten und der Möglichkeiten ihrer Lieferungen neu festzulegen. Die<lb/>
BRD hat 3 Mia. + 4 Mia. bis jetzt erhalten, Italien 6 Mia. und Öster<lb break="no"/>reich 1,5 Mia. Frankreich, das 2 Mia. bekommen soll, hat noch keinen<lb/>
Vertrag und auch der jug. weiss man nicht, was die SU liefern wird.<lb/>
Die Hoffnungen der Landesgasgesellschaften auf algerisches Gas<lb/>
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Die Franzosen möchten, dass das Algerien-Gas in der Nähe von<lb/>
Marseille, Fos-sur-Mer, das neue Industriezentrum geliefert wird.<lb/>
Die Italiener glauben aber, dass es ihnen gelingen wird, über<lb/>
Monfalcone in die BRD zu liefern. Insgesamt käme eine Menge von<lb/>
2 Mia. m³ in Frage, woran auch Österreich partizipieren könnte.<lb/>
Die Deutschen haben ein sehr grosses Bedürfnis nach diesem Gas<lb/>
insbesondere die Bayern, da die Ruhrgas aus Norwegen jetzt 6 Mia.<lb/>
abgeschlossen hat und zu einem Preis von 7 Pf. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> verspricht<lb/>
mir auch in Kürze ein Projekt über die Gemeinnützigkeit der Energie<lb/>
sozusagen, übergeordnet über die einzelnen Betriebe, zu liefern.<lb/>
Er stellt sich vor, dass die Importe von Rohöl, die derzeit nur<lb/>
die internationalen grösstenteils durchführen, in Hinkunft auch<lb/>
von der ÖMV als Energieträger durchgeführt werden sollte. Die<lb/>
Bundeshandelskammer, <rs type="person" ref="#per__97893">Sallinger</rs> und <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> haben sich bei ihm beschwert,<lb/>
dass jetzt so wenig nach Irak exportiert werden kann, weil eben von<lb/>
dort kein Öl gekauft wird. Die ÖMV, die im Prinzip 50 % der<lb/>
Rohölmengen, die importiert werden, selbst importiert, 50 % die<lb/>
internationalen Gesellschaften, hat überhaupt noch nicht im Irak kaufen<lb/>
können, weil dort die internationalen bisher 400.000 jato importierten.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> wird ein neues Importkonzept ebenfalls vorlegen. Darüber hinaus<lb/>
wird er bezüglich des Tankstellenstops ein entsprechendes Papier<lb/>
mir ebenfalls in Kürze übermitteln.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-12-05_12">Im Bezirksvorstand auf der Landstrasse bringe ich das Schreiben von<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> zur Verlesung. Alles sind sehr erstaunt, dass <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> sich<lb/>
übergangen fühlt, weil er nicht in die einzelnen Gremien gewählt wurde.<lb/>
Er wurde seinerzeit den Gremien, also dem Bezirksausschuss vorge<lb break="no"/>stellt, und er hätte deshalb jederzeit automatisch eigentlich kom<lb break="no"/>men müssen. Bei uns ist es nicht üblich, sagte man mir, dass Einzel<lb break="no"/>einladungen erfolgen. <rs type="person" ref="#per__112037">Tischler</rs> wird sich mit <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> wegen der Aktion<lb/>
"Für die Aktivisten" in Verbindung setzen, die Listen hat <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs><lb/>
und die Unterlagen werden jetzt von <rs type="person" ref="#per__112037">Tischler</rs> verlangt, ohne dass<lb/>
sie weiss, wie sie sich jetzt verhalten soll. In der Ausschuss<lb break="no"/>sitzung kommt es zu einer hitzigen Debatte wegen der Erhöhung der<lb/>
Betriebskosten und der bereits seit Juli fälligen Hausbesorger-Ent<lb break="no"/>gelte, die die Gemeinde jetzt per 1. Jänner in ihnen Gemeindebauten<lb/>
durchführen wird. Die überwiegende Mehrheit hat keine Verständnis für<lb/>
zeitlich sehr ungünstig festgelegt Entscheidung der Stadtverwaltung.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-12-05_13"><rs type="person" ref="#per__97582">Jacobi</rs> verteidigt natürlich, gibt mir gegenüber aber zu, sie<lb/>
weiss auch nicht, warum <rs type="person" ref="#per__116042">Suttner</rs> gerade jetzt diese Neuregelung<lb/>
einführt. Vereinzelt werden Stimmen laut, die vermuten lassen,<lb/>
dass die Gemeinde Wien hier gegen die Regierung Massnahmen setzt<lb/>
oder sich zumindestens nicht um das Regierungsprogramm und die Stabi<lb break="no"/>lisierungsbemühungen kümmert. Nach wie vor ergibt sich für mich<lb/>
das Problem der Abstimmung und Koordinierung als das wichtigste,<lb/>
welches zwischen den einzelnen Ministerien schon schwer, aber<lb/>
zwischen den Landesregierungen und den Bundesstellen noch schwerer<lb/>
funktioniert, um nicht zu sagen, manchmal ein ausgesprochenes<lb/>
Informationsloch entsteht.<lb/>
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            <head>Tagesprogramm, 5.12.1972</head>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Tagesordnung 51. Ministerratssitzung, 5.12.1972</head>
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            <head>dringender Vermerk Sekt. I/3 betr. EFTA-Angelegenheiten, 4.12.1972</head>
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            <head>Information Willenpart f.d. Hrn. BM betr. Int. Kakaoübereinkommen, 1.12.1972</head>
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               <occupation>Bezirkssekretärin SPÖ-Landstraße</occupation>
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