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            <title type="main">Dienstag, der 14. November 1972</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_01">Dienstag, 14. November 1972<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_02">Im Presseclub Concordia wurde das Europa-Institut durch eine Presse<lb break="no"/>konferenz des Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__139826">Wellenstein</rs> vorgestellt. Das Europa-Institut<lb/>
repräsentiert durch den Obmann Dr. <rs type="person" ref="#per__140213">Heindl</rs>, hatte diese Pressekonferenz<lb/>
einberufen, obwohl die österr. aussenpolitische Gesellschaft, Dr.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__140074">Fürstenberg</rs>, sich dadurch einigermassen desavouiert fühlte. <rs type="person" ref="#per__139826">Wellenstein</rs><lb/>
war nämlich auf seine Einladung gekommen. <rs type="person" ref="#per__140074">Fürstenberg</rs> schlug mir des<lb break="no"/>halb auch vor, es müsste zwischen dem Europa-Institut und seiner aussen<lb break="no"/>handelspolitischen Gesellschaft eine Abgrenzung resp. Absprache über<lb/>
die Tätigkeit erfolgen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_03">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Ich glaube, eine solche Koordination ist nicht<lb/>
nur mit der Aussenpolitischen Gesellschaft sondern wahrscheinlich auch<lb/>
mit vielen anderen Institutionen sehr zweckmässig. Wenn man nämlich<lb/>
diese Organisationen auch für die Tätigkeit des Europa-Instituts ge<lb break="no"/>winnen kann und uns eine koordinierende Funktion zugutekommt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_04">In der Ministerratsvorbesprechung, zu der ich später kam, wurde<lb/>
ausschliesslich nur die Ortstafeldiskussion weitergeführt. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs><lb/>
meinte, dass ihn der jug. Botschafter schon vor längerer Zeit gesagt<lb/>
hat, dass die Kroaten immer von einem eigenen Staat reden, während<lb/>
die Slowenen immer sehr loyal gegenüber Belgrad sind und deshalb ihre<lb/>
Interessen umso mehr von Belgrad wahrgenommen werden müssen. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirch<lb break="no"/>schläger</rs> war jetzt durch 3 Tage im Grenzgebiet und hat dort Versamm<lb break="no"/>lungen gehalten. Er sagt, dass diese Stimmung dort unten ganz fürch<lb break="no"/>terlich ist. Wer das Volksbegehren jetzt z.B. jetzt nicht unterschreibt,<lb/>
wird einem ausgesprochenen Druck ausgesetzt. Dies geht so weit, dass<lb/>
Familien, wo z.B. die Tochter woandershin geheiratet hat, vom Vater<lb/>
aufgesucht werden und erklärt wird, sie müsse unterschreiben, sonst<lb/>
wäre keinerlei Kontakt mehr zwischen ihnen möglich. <rs type="person" ref="#per__137232">Suchanek</rs><lb/>
bezeichnet dieses Phänomen als eine Urangst wegen der Grenze. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirch<lb break="no"/>schläger</rs> meint, vielleicht müsste man in späteren Zeiten einmal eine<lb/>
diesbezügliche beruhigende Erklärung machen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> weist aber mit<lb/>
Recht darauf hin, dass im Staatsvertrag die 4 Grossmächte und Jugoslawien,<lb/>
welches assoziiertes Mitglied in diesem Fall ist, die Grenzen garantiert<lb/>
haben. Darüber gibt es noch eine bilateralen Vertrag mit Jugoslawien<lb/>
über Sichtbarmachung der Grenzen. Eine weitere Anerkennung oder Zusiche<lb break="no"/>rung kann ja gar nicht verlangt werden und mit Wahrscheinlichkeit er<lb break="no"/>wartet werden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sieht einen einzigen Ausweg, dass gleichzeitig<lb/>
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SPÖ eine gewisse Zeit hat, dann kann sie im Burgenland dieses Problem<lb/>
anders lösen als dies in Kärnten der Fall gewesen ist. Er verweist al<lb break="no"/>lerdings darauf, dass auch die seinerzeitige Sozialdemokratische Partei<lb/>
sehr starke deutschnationale Tradition gehabt hat, die heute noch nach<lb break="no"/>wirkt. Die Burgenländer haben nur sehr geschickt dieses Problem ange<lb break="no"/>fasst, indem sie erklärten, dass nur die Kroaten allein entsprechende<lb/>
Vorschläge machen sollten und von diesen ist bis jetzt eben noch gar<lb/>
nichts erfolgt. Die Novelle der Strassenverkehrsordnung wird bei mir<lb/>
wieder urgiert und ich kann Gott sei Dank einen Akt vorweisen, worauf<lb/>
ersichtlich ist, dass alles bereit ist, wenn ich grünes Licht von<lb/>
der Bundesregierung bekomme. Die Abteilung hat mir zwar vorgeschlagen,<lb/>
dass man die Landeswappen oben auf die Tafel aufsetzen sollte, während<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> und auch ganz besonders <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> auf der Seite die Landes<lb break="no"/>farben mit den Wappen resp. Bundesfarben mit dem Bundesadler haben<lb/>
möchte. Zu diesem Zweck wird die Novelle, die ich mit Min.Rat<lb/>
<rs type="person" ref="#per__134300">Metzner</rs> so bespreche, noch einmal geändert und in die Begutachtung<lb/>
geschickt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_05">Mit <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> bespreche ich den Wunsch der Jugoslawen, dass ich<lb/>
von 8. – 10.12. nach Belgrad kommen soll, er selbst hält es für unbe<lb break="no"/>dingt notwendig, dass ich diese Einladung annehme.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_06">In der Ministerratssitzung wird von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> bei einem Punkt, wo es<lb/>
sich um Taggelder der Kommissionsmitglieder handelt, vorgeschlagen,<lb/>
dass ein kleines Ministerkomitee aus Bundeskanzler, Finanzminister,<lb/>
Inneres, Landwirtschaft, Sozial und Wissenschaft, die Sitzungsgelder<lb/>
untersuchen und womöglich generell regeln sollen. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> wurde in<lb/>
der Budgetdebatte im Finanzausschuss gefragt, wie er eine Regelung<lb/>
sich vorstellt, da die Freien Berufe heute nicht mehr in Kommissionen<lb/>
gehen, da sie zu grosse finanzielle Verluste erleiden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_07">Die Papierlösung soll nun durch einen Brief des Bundeskanzlers und<lb/>
Finanzministers an die Papierindustrie diesen mitgeteilt werden.<lb/>
Danach erhalten sie für den Umweltschutz 1,8 Milliarden Schilling<lb/>
Aufwand Zinsenzuschuss von 4 % 10-jährigen Kredit, 2 Jahre rückzahlungs<lb break="no"/>frei. Dies macht für 1973 2 Mill., für 1974 36 Mill., für 1975 58 Mio.<lb/>
und für 1976 72 Mill. aus. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> meint, das sei aber unreal, da sie<lb/>
nicht so viel investieren werden. Ich bin keinesfalls dieser Meinung.<lb/>
Die ERP-Quote, die mit 70 Mill. fixiert ist und auf 100 Mill. aufge<lb break="no"/>stockt, die 30 Mill. mehr sollen ebenfalls am Kapitalmarkt beschafft<lb/>
und durch Zinsenzuschuss auf den ERP-Kredit 5 % gesenkt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_08">Dadurch sind 1973 900.000, 1974 1,8 Mio., 1975 2,7 und 1976 3,6 Mill.<lb/>
notwendig. Hier wurde also zum erstenmal ein Investitionsvorhaben der<lb/>
Industrie, also Industriepolitik gemacht und schon geht der Aufwand<lb/>
in die hunderte Millionen. Bei den Zeitungsförderungsvorschlägen,<lb/>
die noch verhandelt werden, soll gleichzeitig gesichert sein, dass<lb/>
die Roto-Papiere von der österr. Industrie abgekauft werden. Sollte<lb/>
dies nicht der Fall sein, denkt <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> dann doch an eine <choice><choice><sic>Daxbarer</sic><corr>?</corr></choice></choice><lb/>
Fiskal. Wenn ich mir vorstelle, was dieser Aufwand jetzt für einen<lb/>
einzigen Industriezweig für den Staat bedeutet, dann kann ich er<lb break="no"/>messen, wie wirkliche Industriepolitik Hunderte Millionen Budgetmit<lb break="no"/>tel notwendig machen würde. Niemals kann ich rechnen, dies in<lb/>
meinem Budget zu bekommen. Wenn <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> sich noch eine zweite oder<lb/>
dritte Industrie zur Sanierung heraussucht, dann bin ich gespannt,<lb/>
wie <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> die finanziellen Mittel dafür aufbringen wird.<lb/>
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der Text der Note wird den Ministern zugestellt werden, die Ant<lb break="no"/>wort wird <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> in der nächsten Zeit verfassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_10"><rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> berichtet über die Restkredite 1972. 1971 war beschlossen<lb/>
worden, damit nicht die Bürokratie die Kredite auf alle Fälle aus<lb break="no"/>schöpft, wenn es auch nicht notwendig ist, dass über 5.000 S eine<lb/>
Genehmigung durch das Finanzministerium notwendig ist. Dies soll<lb/>
auch heuer geschehen, wobei <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> zusichert, dass das FM ganz<lb/>
grosszügig diese Bestimmung handhaben will. Er möchte nur eine Kon<lb break="no"/>trolle über die Ausgaben. Ich frage mich in diesem Zusammenhang, warum<lb/>
eigentlich wir noch ein Präalabel, d.h. bevor die Ausgaben überhaupt<lb/>
gemacht werden können, eine entsprechende Vorgenehmigung alle Monate<lb/>
vom Finanzministerium benötigen. Ich bin überzeugt, bei uns hat<lb/>
die Budgetabteilung so wie im Vorjahr längst schon alle Ausgaben<lb/>
getätigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs>: Bitte dies klarzustellen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_12">Die Pressekonferenz über den Entlastungskatalog verläuft verhält<lb break="no"/>nismässig ruhig und unkritisch. Dr. <rs type="person" ref="#per__137215">Hecke</rs> von der Handelskammer<lb/>
stellt einige Fragen und versucht natürlich immer meine Darstellung,<lb/>
dass es sich um einen weitestgehend einvernehmlich erstellten Katalog<lb/>
der auf gewissenhafteste Prüfung der vorbelasteten Umsatzsteuer<lb/>
zurückzuführen ist, zu entkräften. Ganz besonders versucht er<lb/>
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preisgeregelt sind damit nicht im Katalog aufscheinen, dann aber<lb/>
doch, da es sich um vereinzelt auch freie Preise handelt, aufgenommen<lb/>
werden müssen, wie z.B. Zucker, Fleisch und teilweise für Getreide.<lb/>
Überhaupt ist der einzig schwache Punkt die Tatsache, dass eben nicht<lb/>
alle Produkte – die preisgeregelten Waren sind ja ausgenommen – im<lb/>
Katalog aufscheinen. Zum Glück kann ich vor den Pressevertretern bewei<lb break="no"/>sen, dass ich in der letzten Preiskommission diesen Vorschlag, sie<lb/>
nicht in den Entlastungskatalog aufgenommen habe, deshalb machte,<lb/>
um zu verhindern, dass die Bundeshandelskammer den Sitzungssaal ver<lb break="no"/>lässt, wie sie dort ja auch angedroht hat. Ich habe also nur im<lb/>
Interesse der Zusammenarbeit eine solche Lösung akzeptiert. Die<lb/>
allerdings, wie ich erkläre, rechtlich vollkommen einwandfrei ist,<lb/>
da sie bereits der zuständige Abteilungsleiter Min.Rat <rs type="person" ref="#per__112946">Schleifer</rs>,<lb/>
ein Volljurist, mir vor Monaten schon vorgeschlagen hat. Für die<lb/>
Sendung "Autofahrer unterwegs" hat <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> berechnen lassen, wieviel<lb/>
durch die Entlastung die PKW billiger werden könnten. Theoretisch<lb/>
ist man auf eine Zahl von 4 % für Einfuhren aus dem EWG-Raum ge<lb break="no"/>kommen. Ich hatte angenommen, dass diese Ziffer von den Händlern<lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> abbesprochen ist und deshalb ausser Streit steht. Zum<lb/>
Glück war ich vorsichtig, leider hat aber die Presse sich natürlich<lb/>
als einzige effektiv von mir genannte Ziffern sich sofort auf diese<lb/>
gestürzt. Auch bei der Sendung Autofahrer unterwegs habe ich dann<lb/>
diese Ziffern teilweise bekanntgegeben. Zu meiner grössten Ver<lb break="no"/>wunderung musste ich dann am Nachmittag erfahren, dass die Händler<lb/>
ganz entschieden gegen solche Berechnung protestierten und erklärten,<lb/>
dass z.B. der Volkswagen selbstverständlich die Preise erhöhen wird und<lb/>
von einer Preissenkung keine Rede sein kann. Angeblich hat bereits<lb/>
bis jetzt die Preissenkungen alle vorweggenommen und dadurch die<lb/>
Umsatzsteuerentlastungen bereits mehr als kompensiert. Wenn VW eine<lb/>
solche Politik jetzt macht und nicht einmal bis zum 15. Feber, wie<lb/>
alle anderen Autohändler stillhält, dann muss ich sagen, bin ich<lb/>
ganz schön blamiert. Mir ist es dann bei der Preisverlautbarung genau<lb/>
so gegangen wie <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> mit dem Benzinpreis. In Hinkunft werde ich<lb/>
deshalb bei Aussagen noch wesentlich vorsichtiger sein als ich dies<lb/>
bis jetzt schon gewesen bin.Was ich nicht selbst verhandelt habe<lb/>
oder wo nicht eine schriftliche Bestätigung vorliegt, werde ich in<lb/>
Hinkunft nicht mehr konkrete Aussagen machen oder gar Ziffern nennen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_13">In der Fraktion des Finanzausschusses, wo mit den einzelnen Genossen<lb/>
die morgige Finanzausschuss-Diskussion vorbesprochen wurde, konnte<lb/>
ich feststellen, dass natürlich einige Genossen mit den Ansätzen gar<lb/>
nicht zufrieden sind. Sowohl <rs type="person" ref="#per__112988">Wille</rs> als auch <rs type="person" ref="#per__136059"><sic>Fleischhacker</sic></rs> meinten,<lb/>
dass für die Bergbauförderung wesentlich höhere Ansätze notwendig wären,<lb/>
um eine zielbewusste Bergbaupolitik machen zu können. Andere Abgeord<lb break="no"/>nete meinten wieder, wo das Energiekonzept bleibt. Ich erklärte frei<lb break="no"/>mütig, dass ich dies unmöglich ohne den entsprechenden Mann durchführen<lb/>
könnte und dass ein solcher erst im nächsten Jahr zur Verfügung stehen<lb/>
wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_14">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Aus dem OECD-Bericht wird ja immer mehr oder<lb/>
minder ein Energiekonzept. Bitte diese Grundlage durch Auftrag zur<lb/>
Erweiterung einer solchen ausbauen zu lassen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_15">In der Frage der Novelle des Mühlengesetzes ist noch immer offen,<lb/>
ob der ÖGB und die AK tatsächlich zustimmen, dass anstelle der Ex<lb break="no"/>kontingent-Vermahlung von Getreide, welches für die Exporte der<lb/>
Süsswaren- und Teigwarenindustrie dient, zugestimmt wird oder<lb/>
der Wunsch der Mühlenindustrie und des Gewerbes, die im Kontingent<lb/>
zu vermahlen und dafür eine Umlage von 50 Groschen für die Stützung<lb/>
einzuheben. Ich erörterte daher dieses Problem in der Vorbesprechung<lb/>
überhaupt nicht und es fällt gar niemandem von den Abgeordneten auf,<lb/>
dass überhaupt das Mühlengesetz, das morgen auf der Tagesordnung des<lb/>
Handelsausschusses steht, ein solches Problem überhaupt hat. Am Abend<lb/>
beim Empfang der Nationalbank erklärt mir dann <rs type="person" ref="#per__97563">Hofstetter</rs>, dass der ÖGB<lb/>
dieser Regelung zustimmt. <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> hätte die Interessenvertretungen<lb/>
zusammengerufen und dann hätte man sich auf 40 Groschen geeinigt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_16">In der Fraktion des ÖGB berichtete <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> über die Stabilisierungs<lb break="no"/>bemühungen und den ORF. Zur Stabilisierungsbemühung hat <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs><lb/>
sich dann gemeldet und gemeint, dass die Gewerkschaften, wenn man<lb/>
die Arbeitseinkünfte pro Kopf rechnet und die Steuer und Preissteige<lb break="no"/>rungen abzieht, noch immer für das Jahr 1970 eine Reallohnsteigerung von<lb/>
3,4 % und 1971 von 6,1 % herauskommt. Er meint deshalb die Gewerk<lb break="no"/>schaften müssten jetzt den Präsidenten unterstützen, der vor längerer<lb/>
Zeit bei Antritt der soz. Regierung gegenüber <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> erklärt hat,<lb/>
es wird keine englische Gewerkschaftspolitik gegen die Regierung ge<lb break="no"/>macht. Jetzt müsste in den nächsten 6 Monaten eine Beruhigung eintreten<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97741">Millendorfer</rs> wies darauf hin, dass es nirgends eine Preisstelle gibt,<lb/>
die die Bau- und Holzarbeiter bereits am 15.5.1972 mit einem Brief an<lb/>
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am Bausektor wirklich gestiegen sind. Die Gemeinde Wien gibt derzeit<lb/>
nur 4.600 Wohnungen in Auftrag und sollte eigentlich 10.000 vergeben.<lb/>
Dadurch wird das Wohnprogramm mit 55.000 neuen Wohnungen pro Jahr<lb/>
in Österreich, das die Regierung versprochen hat, nicht erfüllt. <rs type="person" ref="#per__97627">Kienzl</rs><lb/>
hat am Abend mir mit Recht bemerkt, dass damals die Bauarbeiter ja die<lb/>
Partei hereingelegt haben, als sie erklärten, es könnten 55.000 Woh<lb break="no"/>nungen gebaut werden. <rs type="person" ref="#per__97842">Prechtl</rs> wies darauf hin, dass die Genossenschaften<lb/>
auch die der Eisenbahner, bereits vorgesehen haben, 200.– S pro Monat Miet<lb break="no"/>zinserhöhung für die Mehrwertsteuerbelastung zu verlangen. Dies konnte<lb/>
nur im letzten Moment von ihm gestoppt werden. Er fürchtet, dass sehr<lb/>
wohl die Genossenschaften, die keine Reserven haben, die Mietzinse<lb/>
entsprechend erhöhen werden. Ganz besonders beschwert er sich über die<lb/>
Bauordnungen, die z.B. in der Steiermark jetzt einen Luftschutzkeller,<lb/>
Fluchttunnels, mehrere Aufzüge usw. verlangen und dadurch bis zu 2.000<lb/>
S Monatsmiete kommen. <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenberg</rs> berichtet über die sozialpolitischen<lb/>
Fragen. Insbesondere die 29. ASVG-Novelle. Durch die organisatorische<lb/>
Änderung, Auflösung der land- und forstwirtschaftlichen Unselbständi<lb break="no"/>gen-Pension und -Krankenkasse durch Überführung der Krankenkasse in<lb/>
die Gebietskrankenkasse und der Pensionsversicherung in die Unfall<lb/>
bzw. in die PV Arb. soll die Gewerkschaft der Land- und Forstarbeiter<lb/>
gestützt werden. Wenn diese Organisationsänderung nicht kommt, hat der<lb/>
Obmann <rs type="person" ref="#per__97803">Pansi</rs> sein Gesicht vollkommen verloren. Die ÖVP wird jetzt als<lb/>
Gegenvorschlag eine Bauernversicherung für die Selbständigen und Unselbstän<lb break="no"/>digen verlangen. In diesem Fall müssten Angestellte, die jetzt bei der<lb/>
PV Ang. organisiert sind, ausscheiden. Daran denkt natürlich überhaupt<lb/>
niemand. Die Pensionsleistungen der Angestellten sollen an die der Arbei<lb break="no"/>ter herangeführt werden, d.h. sie müssten eigentlich höhere Beiträge be<lb break="no"/>zahlen. Ebenso wäre eine Valorisierung der Höchstgrenzen für die Kran<lb break="no"/>kenkassenbeiträge vorgesehen, in diesem 5-Jahres-Konzept, doch wird<lb/>
die ÖVP nur eine erste Etappe – Erhöhung von 4.800 um ca. 1.000 S –<lb/>
nach Meinung <rs type="person" ref="#per__98063">Weissenbergs</rs> zustimmen. Wie mir <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> am Abend erklärt,<lb/>
macht die ÖVP allerdings hier eine zweischneidige Politik bei den Ver<lb break="no"/>handlungen im Unterausschuss erweckt sie den Eindruck, dass eine ent<lb break="no"/>sprechende Erhöhung vorgenommen werden kann, während er bereits weiss,<lb/>
dass die ASVG-Novelle von der ÖVP abgelehnt wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_17">Bei meiner Berichterstattung über China und Ungarn beim Herrn Bundes<lb break="no"/>präsidenten beschwert sich <rs type="person" ref="#per__97607">Jonas</rs>, dass er beim Besuch <rs type="person" ref="#per__140202">Suhartos</rs> noch immer<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> möchte – wie er in einer Ministerratsvorbesprechung ange<lb break="no"/>deutet hat – erst wissen, welche Probleme überhaupt besprochen werden<lb/>
sollen, da seiner Meinung nach diese Aufgabe ausschliesslich den Bundes<lb break="no"/>kanzler resp. der Regierung obliegt. Hier handelt es sich, wenn nicht<lb/>
um mehr so mindestens um eine Koordinationslücke. Zum Glück habe<lb/>
ich mich bereits vor längerer Zeit beim Bundespräsidenten entschuldigt<lb/>
da ich zum gleichen Zeitpunkt die EFTA-Ministerratstagung zu leiten<lb/>
habe. Auch bei den Veranstaltungen kann ich nicht teilnehmen, da ich<lb/>
eben Verpflichtungen aus diesem EFTA-Vorsitz erfüllen muss. Nur nach dem<lb/>
Abendempfang durch den Bürgermeister werde ich noch zum Empfang nach<lb/>
Schönbrunn durch den Bundespräsidenten gehen. Er hat mich dazu ausdrücklich<lb/>
aufgefordert. Den Opernbesuch kann ich keinesfalls mitmachen, da ich<lb/>
zu diesem Zeitpunkt eine Heurigenveranstaltung habe.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_18">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__98072">WIESINGER</rs>: Bitte daher unbedingt die Zusage bezüglich des<lb/>
Opernbesuches rückgängig machen. Mir ist es unerklärlich, wie so eine<lb/>
Möglichkeit, nachdem ich am Abend selbst eingeladen habe, überhaupt in<lb/>
Erwägung gezogen werden konnte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_19">Da ich <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> auf Wunsch von <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> zwei Briefe geschrieben habe über<lb/>
das Stabilisierungsprogramm, welches ich insbesondere mit der Benzin<lb break="no"/>preisfrage beschäftigte, sah ich keine Notwendigkeit mehr, eine dies<lb break="no"/>bezügliche Besprechung abzuhalten. <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> hat, wie mir <rs type="person" ref="#per__136014">Holoubek</rs> beim<lb/>
Mittagessen mitteilte, verzweifelt, aber mit aller Kraft für unser<lb/>
Ressort die notwendigen Erklärungen bei einer Vorbesprechung wo ich nicht<lb/>
teilnehmen konnte, abgegeben. Ich habe <rs type="person" ref="#per__136014">Holoubek</rs> sofort erklärt, dass<lb/>
ich <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs> nicht in den Krieg geschickt habe, sondern dass er aus<lb/>
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vertreten hat. Man sollte nämlich ihm oder dem Haus keinen Vorwurf machen,<lb/>
dass wir nicht zeitgerecht auf alle Schwierigkeiten hingewiesen haben.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat mir sofort geantwortet, dass dies ein Problem von <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
sei, das ich mit ihm besprechen sollte.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_20">Bei der konstituierenden Sitzung des Ladenausschusses konnte ich neuer<lb break="no"/>dings die Erfahrung machen, dass selbst Verhandlungspartner, die die<lb/>
Probleme schon dutzendemale mitsammen durchbesprochen haben und ihre<lb/>
gegenteiligen Meinungen ausgetauscht haben, selbst in so einem kleinen<lb/>
Kreis sich vorerst durch eine diesbezügliche Diskussion eigentlich die<lb/>
Zeit stehlen. <rs type="person" ref="#per__111717">Schönbichler</rs> mit den Handelskammer-Leuten und <rs type="person" ref="#per__115155">Skritek</rs><lb/>
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nur mehr sagen: 1, 5, 7, 2 usw. und jeder weiss dann gleich,<lb/>
worum es sich handelt und man erspart wesentlich mehr Zeit.<lb/>
Letzten Endes einigten sie sich dann doch – wie ich ihnen auch<lb/>
vorschlug – entsprechende Untersuchungen über die Ladenschluss<lb break="no"/>regelungen in den umliegenden Ländern in Österreich selbst die<lb/>
entsprechenden Meinungsumfragen usw. als Grundlage ihrer weiteren<lb/>
Behandlungen zu verlangen. <rs type="person" ref="#per__115011">Spitalsky</rs> wird als Sekretär fungieren<lb/>
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darauf hin, dass die rechtliche Grundlage unserer Ladenschluss<lb break="no"/>regelungen äusserst problematisch ist. Wenn sich die Partner<lb/>
einmal im Prinzip über einen Weg und eine Vorgangsweise geeinigt<lb/>
haben, wird er dann die rechtliche Seite erst in die Diskussion<lb/>
werfen. <rs type="person" ref="#per__111717">Schönbichler</rs> verlangte, als reinen Konsumentenvertreter<lb/>
sollte man unbedingt auch den Verein für Konsumenteninformation<lb/>
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letzten Endes, wenn man die Kostenberechnungen <choice><choice><sic>des</sic><corr>der?</corr></choice></choice> entsprechenden<lb/>
Wirtschaft bzgl. Ladenschlussänderungen durchführt, ebenfalls die<lb/>
anliefernde Industrie, d.h. die Nahrungs- und Genussmittelindustrie<lb/>
und sonstige Produzenten, die bekanntlicherweise bezüglich Laden<lb break="no"/>schluss sehr interessiert sind, gern hören müsse.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_21">Der Finanzminister ersucht mich während der Sitzung bereits, ich<lb/>
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ihm hinüberkommen sollte, ohne mir zu sagen, dass die ÖMV mit den<lb/>
ganzen Direktoren und <rs type="person" ref="#per__97671">Kreutler</rs> bei ihm waren. Ich habe <rs type="person" ref="#per__97469">Gehart</rs><lb/>
ersucht, der sich über dieses Problem ebenfalls den Kopf zer<lb break="no"/>bricht, mitzukommen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> erklärte einleitend, er wollte<lb/>
sich nicht in meine Kompetenz einmischen, doch wenn er schon<lb/>
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der Festlegung der Mehrwertsteuer so wollte er nicht nachher<lb/>
dieses Problem auf mich abwälzen. Er hat mit der ÖMV deshalb fol<lb break="no"/>gende Vereinbarung vorgesehen: Das Superbenzin soll um 39 Groschen,<lb/>
Normalbenzin um 33 und Gas, also Dieselöl um 29 Groschen erhöht wer<lb break="no"/>den. Diese Erhöhung soll mit 1.4.1973 in Kraft treten. Darüber hinaus<lb/>
müsste mit 1. Jänner 1973 sofort das Ofenheizöl von 1,70 durch<lb/>
meine Zusage der seinerzeitigen 10 Groschen auf 1,85 Mehrwert<lb break="no"/>steuer incl. erhöht werden. Mit 1.1.1974 soll dann für Super- und<lb/>
Normalbenzin weitere 10 Groschen aufgeschlagen werden. Darüber<lb/>
hinaus möchte er noch den Förderzins für die ÖMV von 51 % auf 6 %<lb/>
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nicht goutiert. Die ÖMV hat mit dieser Regelung eigentlich alle<lb/>
Wünsche, die sie sich aus der Mehrwertsteuer vorstellte, durchge<lb break="no"/>setzt, allerdings mit einer Verzögerung mit der 1. Etappe 1.4.1973<lb/>
und der zweiten Etappe mit 1. Jänner 1974. In dieser letzten Etappe<lb/>
soll auch gleich die Rohölpreiserhöhung mit 1. Jänner 1973 von<lb/>
der OPEC vorgenommen, eingebaut sein. Den schwarzen Peter für die<lb/>
Preiserhöhung hat allerdings jetzt nicht das Handelsministerium,<lb/>
wie dies <rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> die ganze Zeit befürchtet hat. Aus taktischen<lb/>
Überlegungen habe ich <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> nur vorgeschlagen, ich halte es<lb/>
nicht für zielführend, dass er dieses Ergebnis sofort dann morgen<lb/>
in einer Besprechung den internationalen Gesellschaften, die gleich<lb break="no"/>falls mit der ÖMV kommen werden, mitteilt. In diesem Fall befürchte<lb/>
ich, dass die internationalen Gesellschaften als einen Teilerfolg<lb/>
diese Regelung teilweise innerlich befriedigt annehmen werden, ohne<lb/>
sie aber zu akzeptieren, d.h. ich bin überzeugt davon, dass dann<lb/>
noch immer schärfste Proteste kommen werden und sogar die Gefahr<lb/>
besteht, dass sie den Verwaltungsgerichtshof anrufen. Ich schlug des<lb break="no"/>halb vor, dass wenn <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> nach wie vor auf seinen 30 Groschen be<lb break="no"/>harrt dann schön langsam die Ölindustrie durch entsprechende langwierige<lb/>
Verhandlungen so wie ich dies auch bei der letzten Benzinpreis<lb break="no"/>erhöhung erreichen konnte, der vorgesehenen Regelung mehr oder minder<lb/>
zustimmen werden, dann bleibt auch noch genügend Zeit, um mit den<lb/>
Kraftfahrverbänden und den anderen Interessenvertretungen diese<lb/>
Regelung abzusprechen. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> möchte, das sofortige Zugeständnisse<lb/>
die Schockwirkung, die morgen nach Veröffentlichung des Stabilsierungs<lb break="no"/>programmes, das ja überhaupt keinerlei Erhöhung vorsieht, sein mit der<lb/>
ÖMV ausgehandeltes Ergebnis den internationalen Gesellschaften sofort<lb/>
mitteilen. Dadurch hofft er, dass sie bereit sind, mehr oder minder<lb/>
diese Regelung zu akzeptieren. Da er letzten Endes für diese Regelung<lb/>
die politische Verantwortung trägt, ich selbst habe ja überhaupt<lb/>
keine Ziffern bis jetzt genannt, erklärte ich mich letzten Endes,<lb/>
nachdem er auf seinem Vorschlag beharrte, dass dies als Schocktherapie<lb/>
der Ölgesellschaft mitgeteilt werden soll, auch meinerseits mich bereit<lb/>
mit dieser Vorgangsweise einverstanden zu sein. Ich werde deshalb,<lb/>
wenn er morgen die Ölgesellschaften empfängt, ebenfalls anwesend sein.<lb/>
Ich bin sehr gespannt, wie diese reagieren werden. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> meinte,<lb/>
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dass die Bundesregierung jetzt in dieser Frage geschlossen vorgeht.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_22">Nachdem <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> insbesondere weggegangen war, d.h. also unsere Genossen<lb/>
allein waren, meinen diese, dass die internationalen Gesellschaften<lb/>
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keinesfalls ihre Zustimmung geben werden. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hofft, dass sie<lb/>
ein bisschen, um den Wiener Ausdruck zu gebrauchen "matschkern" und<lb/>
dann doch mehr oder minder mit dieser Lösung zufrieden sein werden.<lb/>
Ich selbst habe nur ein einziges Bedenken, dass nämlich die internatio<lb break="no"/>nalen Gesellschaften sehr wohl dann mit der Handelskammer gemeinsam<lb/>
und von der ÖVP mehr oder minder aufgestachelt die Kampagne gegen die<lb/>
Regierung und insbesondere gegen die Preispolitik zuerst Steuerbelastung<lb/>
und nachher keine Abgeltung der Unternehmer richten werden. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs><lb/>
hofft, wenn er dieses Ergebnis ihnen unmittelbar mitteilt, dann auch<lb/>
in der Öffentlichkeit keinerlei Polemik Platz greifen wird. Er gibt<lb/>
sich der Illusion hin, dass mit 1 bis 2 Tage Zeitungsschreiben dann<lb/>
alles erledigt sein wird. Bei diesem ganzen Konzept das eigentlich ja<lb/>
letzten Endes doch die Forderungen der Unternehmer durchsetzt, nur<lb/>
mit der Verzögerung, die zweifelsohne vom Stabilsierungsgesichts<lb break="no"/>punkt äusserst wichtig und nützlich ist, hofft <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> auch dann die<lb/>
Benzinpreisfrage bis zu den nächsten Wahlen geregelt zu haben. Er hat<lb/>
der ÖMV eine diesbezügliche Andeutung gemacht, und verständlicherweise<lb/>
von diesen weder eine Zustimmung noch eine Ablehnung gehört. Die ÖMV,<lb/>
die natürlich unter einem wesentlich stärkeren Druck gestellt werden<lb/>
kann, gerade vom Finanzministerium, als die internationalen Gesellschaften,<lb/>
möchte jetzt einmal diese Benzinpreisregelung unter Dach und Fach haben.<lb/>
Der einzige Vorteil dieser Regelung ist, dass es sich um unrunde Preise<lb/>
handelt und man deshalb sagen kann, Berechnungen des Finanzministeriums,<lb/>
die mir leider nicht zugänglich sind, haben eine solches exaktes Ergeb<lb break="no"/>nis gebracht, denn der Finanzminister ist eben nur bereit, bis zu<lb/>
dieser Höhe den Benzinpreis ansteigen zu lassen. Ich wies bei dieser<lb/>
Gelegenheit auch darauf hin, dass die internationalen Gesellschaften<lb/>
dann das Problem der Stationäre neuerdings aufrollen könnten oder<lb/>
werden, um hier die notwendige Unterstützung der Forderung von diesen<lb/>
tausenden Beschäftigten zu bekommen. Bei der Abendveranstaltung der<lb/>
ÖNB habe ich <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> neuerdings ersucht, er möge sich das Problem<lb/>
genau überlegen und überschlafen, denn ich habe die Erfahrung gemacht,<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_23">Diese Regelungen haben dann den Vorteil, dass sie doch im Grossen<lb/>
und Ganzen halten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-11-14_24">Bei der Bezirksvorstandssitzung konnte ich feststellen, dass inner<lb break="no"/>halb der Strassenbahn ganz schön Spannungen bestehen müssen. Ein<lb/>
Vertreter der Hauptwerkstätte hat mir mit Recht erklärt, dass<lb/>
die Massnahmen, die die Bundesregierung setzt und setzen wird, bei<lb/>
den Leuten keinen entsprechenden Widerhall finden. <rs type="person" ref="#per__140214">Horak</rs>, ein<lb/>
Vertrauensmann und Sektionsleiter bei uns im Bezirk, der gleichzei<lb break="no"/>tig ein Funktionär oder zumindestens ein höherer Beamter in den<lb/>
Hauptwerkstätten ist, meinte, dass es äussert schwierig ist, die<lb/>
Leute mit solchen allgemeinen Erklärungen zu beruhigen. Sie stellen<lb/>
immer wieder fest, dass vereinzelt Preiserhöhungen vorkommen, die<lb/>
durch nichts zu begründen sind. So hat er selbst ein Hochzeits<lb break="no"/>billett, das bis jetzt immer an die 10.– S bezahlen musste, jetzt mit<lb/>
15.– S kaufen müssen. <rs type="person" ref="#per__137387">Kapaun</rs>, der BRO vom Bahnhof Erdberg und ein<lb/>
hoher Vertrauensmann in der Gewerkschaft, der Strassenbahner, hat<lb/>
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Abgeltung erreichen könnten. Die Tatsache, dass die Strassenbahner<lb/>
schlecht bezahlt sind, hat er widerlegt, indem er darauf hinwies,<lb/>
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stark erhöht werden. Bis jetzt hätte ein Schaffner und ein Fahrer<lb/>
200.– S im Monat bekommen jetzt wird er 400.– S erhalten und der<lb/>
Facharbeiter statt 234.– 550.– S. Aus dieser Diskussion konnte<lb/>
ich entnehmen, dass es äusserst schwierig ist, unsere Funktionäre<lb/>
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vergattern. Die Kollegen oder Genossen haben den Eindruck, dass<lb/>
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in der Regierung wesentlich mehr getan als jemals eine andere Re<lb break="no"/>gierung zuvor. Wir haben also Aktionen gesetzt wie die Schul<lb break="no"/>bücher, Freifahrten, die Kinderbeihilfe-Erhöhung, die Renten<lb break="no"/>verbesserungen, die aktive Lohnpolitik und dies aber in so schneller<lb/>
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Preise aus dieser nicht zuletzt Einkommenspolitik resultieren, dann<lb/>
verlangt er neuerdings, dass hier mehr geschehen müsste, als dies<lb/>
möglich ist. Nach Konzept <rs type="person" ref="#per__97346">Benya</rs> wäre es viel zielführender, eine Mass<lb break="no"/>nahme zu verlangen und nach einigem Kampf durchzusetzen und dann diese<lb/>
eine Massnahme immer wieder als den Erfolg durch einige Zeit hin<lb break="no"/>durch immer wieder herausstreichen. Erst dann, wenn dies nicht mehr<lb/>
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vielleicht wirklich die Parteiöffentlichkeit mit Erfolgen verwöhnt,<lb/>
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Ergebnisse mehr abwerfen für die weitere Unterstützung unserer Genossen<lb/>
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               <persName><surname>Bauer</surname><forename>Ludwig</forename></persName>
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               <persName type="label">Weißenberg, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Weißenberg</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Sozialminister</occupation>
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               <persName type="label">Wellenstein, Edmund</persName>
               <persName><surname>Wellenstein</surname><forename>Edmund</forename></persName>
               <occupation>GD auswärt. Beziehungen EWG-Kommission</occupation>
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               <persName type="label">Fleischmann, Franz</persName>
               <persName><surname>Fleischmann</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>ÖIAG, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Hofstetter, Erich</persName>
               <persName><surname>Hofstetter</surname><forename>Erich</forename></persName>
               <occupation>Leitender Sekretär ÖGB, SPÖ-NR-Abg.</occupation>
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               <persName type="label">Hecke, Klaus</persName>
               <persName><surname>Hecke</surname><forename>Klaus</forename></persName>
               <occupation>Leiter wirtschaftspolit. Abt. HK [1971 zuerst in einer Enquete; im Juni
                  1971 als Referent und Verantwortlicher f. Statistik und Wirtsch.pol. nach Klose
                  bez.]</occupation>
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               <persName type="label">Metzner, Herbert</persName>
               <persName><surname>Metzner</surname><forename>Herbert</forename></persName>
               <occupation>MR HM/VM (Ministerienneuorganisation 1974)</occupation>
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               <persName type="label">Häuser, Rudolf</persName>
               <persName><surname>Häuser</surname><forename>Rudolf</forename></persName>
               <occupation>Vizekanzler, Sozialminister</occupation>
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               <persName type="label">Jagoda, Karl</persName>
               <persName><surname>Jagoda</surname><forename>Karl</forename></persName>
               <occupation>Leiter Sekt. III HM</occupation>
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               <persName type="label">Schönbichler, Carl Hans</persName>
               <persName><surname>Schönbichler</surname><forename>Carl Hans</forename></persName>
               <occupation>Obmann Sektion Handel BHK</occupation>
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               <persName type="label">Benya, Anton</persName>
               <persName><surname>Benya</surname><forename>Anton</forename></persName>
               <occupation>ÖGB-Präs., NR-Präs.</occupation>
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               <persName type="label">Suchanek, Erich</persName>
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               <occupation>Ktn. LH-Stv., SPÖ</occupation>
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               <persName type="label">Skritek, Otto</persName>
               <persName><surname>Skritek</surname><forename>Otto</forename></persName>
               <occupation>SPÖ-NR-Abg., Sekr. GPA</occupation>
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               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Koppe, Fritz</persName>
               <persName><surname>Koppe</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Sekr. JS, ab 1973 GF VKI</occupation>
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               <persName type="label">Kapaun, A</persName>
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               <occupation>[1971, SPÖ Landstraße, Gewerkschaftsvertreter, Tehma ist die
                  Nationalratsliste; wohl kaum Heinz Kapaun gemeint, der zu dieser Zeit im Bgld.?;
                  Vorname ev. Franz?]</occupation>
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               <persName type="label">Spitalsky, Hannes</persName>
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               <occupation>VKI</occupation>
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               <persName type="label">Sinowatz, Fred</persName>
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               <occupation>Unterrichtsminister</occupation>
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               <persName type="label">Kienzl, Heinz</persName>
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               <occupation>SChef HM</occupation>
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               <persName type="label">Gehart, Friedrich</persName>
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               <occupation>Verkehrsminister, LH-Stv. Ktn.</occupation>
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               <occupation>Bundespräsident bis 1974</occupation>
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