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            <title type="main">Dienstag, der 24. Oktober 1972</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <publisher>Kreisky Archiv, Wien</publisher>
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                  <collection>Nachlass Josef Staribacher</collection>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-10-24_01">Dienstag, 24. Oktober 1972<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-10-24_02">Der Integrationsausschuss, welcher nur mehr abstimmen sollte<lb/>
über das Globalabkommen, wurde um 1 Stunde verschoben, die<lb/>
ÖVP war mit dem Abschluss über die Erstattungsfrage noch nicht<lb/>
ganz zufrieden. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> hat, obwohl er ursprünglich erklärte<lb/>
keinen Groschen bekommen sie, doch nun die Zucker- und Stärke<lb break="no"/>erstattung anerkannt. Ich habe persönlich gar nichts anderes<lb/>
erwartet. Verhandlungstaktisch war dieses Verhalten aber glaube<lb/>
ich nicht sehr gut. Natürlich wird man jetzt sagen, <rs type="person" ref="#per__97985">Staribacher</rs><lb/>
ist der sture Mann gewesen, der die Erstattung immer abgelehnt hat,<lb/>
ich habe nämlich immer erklärt, dass ich dafür kein Verhandlungs<lb break="no"/>pouvoir habe, <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> aber dann als der starke Mann letzten<lb/>
Endes aber doch einsichtig war und nachgab. Ich weiss nicht,<lb/>
ob ein solches Verhalten tatsächlich immer zur Klimaverbesserung<lb/>
beiträgt. Mir persönlich ist es eigentlich egal, nur konnte<lb/>
ich z.B. feststellen, dass der Gewerkschaftsbund sehr verärgert<lb/>
ist. Dr. <rs type="person" ref="#per__97676">Lachs</rs> hat beim Mittagessen erklärt, er kommt nicht<lb/>
mehr in die Grundsatzgruppe, um über dieses Problem weiter zu<lb/>
sprechen. Wenn die Regierung bereit ist, obwohl sie vorher<lb/>
das kategorisch abgelehnt hat, doch nun öffentliche Gelder<lb/>
für die Erstattung zur Verfügung zu stellen, dann soll sie<lb/>
dieses Problem auch allein lösen. Wieder einmal mehr hat<lb/>
sich für mich bestätigt, dass es unzweckmässig ist, irgend<lb break="no"/>welche Verhandlungen aufzunehmen resp. von mir aus zu führen,<lb/>
wo ich keine Kompetenz habe. Wo ich aber eine Kompetenz be<lb break="no"/>sitze, werde ich in Hinkunft die Verhandlungen allein, ohne<lb/>
irgendwelche Empfehlungen durchführen. Die ÖVP war mit der<lb/>
zweijährigen Begrenzung der 65 Mill. S, die die Erstattung<lb/>
ausmachen kann, nicht zufrieden. Letzten Endes stimmte sie aber<lb/>
dann doch zu. <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, der mich traf, meinte, es wird bei<lb/>
Zucker keine Erstattung notwendig sein, da nach seiner Auffassung<lb/>
schlechte Ernte z.B. in Kuba und anderen Produktionsstaaten der<lb/>
Zuckerpreis nicht fallen wird. Wieweit hier ein schlechtes Ge<lb break="no"/>wissen bei ihm mitspielte, als er meinte, ich hätte doch auch<lb/>
immer eine solche Erstattung wollen, kann ich nicht prüfen.<lb/>
Dass es in der Politik niemals ein "niemals" gibt, wusste ich.<lb/>
Ob es aber zweckmässig ist, vormittags noch zu erklären, dass<lb/>
eine Erstattung nicht in Frage kommt, wie die Presse berichtet,<lb/>
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welche Folgen dies in gewissen Kreisen auslöst. Aus Fehlern<lb/>
soll man lernen, ich habe gelernt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-10-24_03">Durch den Ausfall von Oberrat <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs>, er hat leider neuerdings<lb/>
einen Kreislaufkollaps bekommen, ergibt sich jetzt eine kri<lb break="no"/>tische Situation. <rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> selbst wollte und hat mir auch bei<lb/>
einer weiteren Aussprache dann versichert, er wird es machen,<lb/>
den Text des Entlastungskatalogs bereits in Auftrag zur Wiener<lb/>
Zeitung geben. Frau Ing. <rs type="person" ref="#per__139851">Zotter</rs>, die sich bei der Herausgabe<lb/>
von einigen Druckaufträgen schon sehr bewährt hat, wurde von <rs type="person" ref="#per__97646">Kop<lb break="no"/>pe</rs> vorgeschlagen, die Redaktion dieser Verordnung zu überneh<lb break="no"/>men. Sie wird im Einvernehmen mit Dr. <rs type="person" ref="#per__140195">Geldner</rs> von der AK einen<lb/>
solchen ersten Entwurf ausarbeiten und sofort in Satz geben.<lb/>
Bezüglich der offenen Punkte stellt sich für die mich die<lb/>
Situation folgendermassen dar. In der Elektrizitätswirtschaft<lb/>
hat <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> bereits entschieden, dass 3 Entlastungssätze<lb/>
0,5, 0,9, 1,4 von einzelnen EVU akzeptiert wird. Die Arbei<lb break="no"/>terkammer ist auf dem Standpunkt, dass dies eindeutig zu<lb/>
niedrig ist und verlangt um 1/2 % mehr. Dies ist natürlich voll<lb break="no"/>kommen unmöglich und ich versuchte <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> dafür zu gewinnen,<lb/>
dass er doch zumindestens einen Teil dieser Forderung erfüllt.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> war nicht bereits auch nur 1/10 % dazuzulegen. Ich<lb/>
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<rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> selbst reden. Dieses Gespräch hat, wie mir <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs><lb/>
dann mitgeteilt hat, nur ergeben, dass er neuerdings mit <rs type="person" ref="#per__114598">Hruby</rs><lb/>
von der Arbeiterkammer und <rs type="person" ref="#per__109811">Burian</rs>, dem Preisreferenten von sei<lb break="no"/>nem Ministerium verhandeln wird. Konkrete Zusagen hat er nicht<lb/>
gemacht. Betreffend des Nahverkehrs ist die Handelskammer auf<lb/>
9,1, die Arbeiterkammer auf 9,5 und eine Vermittlungsempfehlung,<lb/>
die ich mit 9,3 gemacht habe, wird eigentlich von beiden aner<lb break="no"/>kannt. Dieser Satz muss jetzt nur irgendwo offiziell ausge<lb break="no"/>sprochen werden und wird dann von beiden sicherlich akzeptiert.<lb/>
Im Fernverkehr dagegen sehen die Fronten noch sehr weit aus<lb break="no"/>einander. <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat zugestimmt, dass nicht die Staffelung von<lb/>
12, 14, 16, 18 und 20 je nach den Güterklassen sondern ein Durch<lb break="no"/>schnittssatz von 20 % akzeptiert werden könnte. Demgegenüber be<lb break="no"/>harrt die Arbeiterkammer darauf, dass güterklassenmässig<lb/>
14, 18, 22, 26, wo die ganzen Ausnahmetarife sind, akzeptiert<lb/>
werden sollte. Auch hier ist <rs type="person" ref="#per__97461">Frühbauer</rs> nicht bereit, ausser der<lb/>
<pb n="13-1310" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band13/13_1972-10-24_1310.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>20 %-ige Globalregelung, obwohl die Entlastung nach Berechnungen<lb/>
35–40 % ergeben würde, zuzustimmen. Die Leihwagentarife, wo<lb/>
die Handelskammer 9 %, die Arbeiterkammer 11 % verlangt, könnten<lb/>
als Kompromiss mit 10 % ohne weiteres akzeptiert werden. Bei den<lb/>
preisgeregelten Waren ist insbesondere der Mineralölsektor offen,<lb/>
da das Finanzministerium jetzt nur zugestimmt hat, dass die Selbst<lb break="no"/>verbrauchersteuer erst bei der Preisregelung berücksichtigt werden<lb/>
soll, aber noch nicht die Entlastungssätze vom Finanzministerium<lb/>
im Einzelnen genehmigt wurden. <rs type="person" ref="#per__112977">Neuhold</rs> hat mit <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> bei mir<lb/>
vorgesprochen, um die preisgeregelten landwirtschaftlichen Waren<lb/>
zu besprechen. Die Zuckerindustrie wird 4,4 nicht akzeptieren,<lb/>
doch ist zwischen den Sozialpartnern ein diesbezüglicher Akkord<lb/>
hergestellt und ich habe erklärt, dass eine Änderung nicht in<lb/>
Frage kommt. Auch der Wunsch, da der Zucker bereits erzeugt ist,<lb/>
könnte eine entsprechende Entlastung erst im nächsten Jahr in dem<lb/>
Ausmass erfolgen, wurde von mir abgelehnt. <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs> hat übrigens<lb/>
dieselbe Meinung vertreten. Bei Weizen soll die Entlastung 4,8<lb/>
und bei Roggen ca. 5 % betragen. Hier ergibt sich, dass die Ernte<lb/>
derzeit bereits bei den Händlern oder Lagerhäusern liegt und<lb/>
wenn diese Entlastung durchgeführt wird, die Unternehmer sogar<lb/>
noch einen Verlust effektiv auf sich nehmen müssten. Profitieren<lb/>
würden dann die Mühlen. Hier meint <rs type="person" ref="#per__112011">Kurzel</rs>, müsste man noch eine<lb/>
Übergangslösung finden. Die Erhöhung der Preise dadurch könnte<lb/>
aber nicht eintreten. Bei Waschmittel hat mir die Arbeiterkammer<lb/>
mitgeteilt, dass 10 % von der HK akzeptiert wurden, Dr. <rs type="person" ref="#per__137215">Hecke</rs><lb/>
teilt mir mit, dass eine Vereinbarung mit 9,5 % mit dem ÖGB<lb/>
bereits getroffen ist und die Unilever sich dafür verpflichtet<lb/>
bis April 1973 keine Preisanträge zu stellen. In einem Akten<lb break="no"/>vermerk der Arbeiterkammer lese ich allerdings, dass ein Nach<lb break="no"/>geben der Industrie sich abzeichnet. <rs type="person" ref="#per__137215">Hecke</rs> beharrt aber auf seiner<lb/>
Vereinbarung mit dem ÖGB. Die Positionen 61 01 bis 61 04, Beklei<lb break="no"/>dungspositionen, verlangt die Arbeiterkammer zum Ausgleich noch<lb/>
+ 0,2 %. Dr. <rs type="person" ref="#per__126405">Klose</rs> und Dr. <rs type="person" ref="#per__137215">Hecke</rs> von der Handelskammer meinen,<lb/>
dass dies unmöglich sie. Ich habe aber das Gefühl, dass man sich<lb/>
bei 0,1 % als Kompromiss treffen könnte. Bei den Freien Berufen<lb/>
ist die Handelskammer und die Arbeiterkammer der Meinung, dass<lb/>
7,4 % Entlastung richtig sind. Die Freiberufler, ob Wirtschafts<lb break="no"/>treuhänder, Zivilingenieure, Architekten usw. haben nur 6,5 %<lb/>
angeboten. Die Ärzte haben sich bis jetzt überhaupt nicht gerührt,<lb/>
<pb n="13-1311" facs="https://iiif.acdh-dev.oeaw.ac.at/iiif/images/staribacher/Band13/13_1972-10-24_1311.jp2/full/pct:100/0/default.jpg"/>d.h. dieses Problem interessiert sie nicht, oder sie wollen<lb/>
überhaupt keine entsprechenden Verhandlungen führen. Sekt.Chef<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97584">Jagoda</rs> hat mit Präsident <rs type="person" ref="#per__114377">Fritsch</rs> von der Treuhänderkammer ge<lb break="no"/>sprochen und ihm vorgeschlagen, er möge auf einen Kompromiss<lb/>
von 7 % einsteigen. <rs type="person" ref="#per__114377">Fritsch</rs> wird dies mit seinen Leuten be<lb break="no"/>sprechen. Gerade bei den Wirtschaftstreuhändern und Notaren<lb/>
und Rechtsanwälten müsste es gelingen, ein gemeinsames Kompro<lb break="no"/>miss zu erzielen, ansonsten die Individualanträge von dort bester<lb/>
begründet in grosser Menge kommen würden. Bei der Bauwirtschaft<lb/>
sind die Differenzen noch am grössten. Die Arbeiterkammer möchte<lb/>
für den Leistungsanteil 8,5 %, die HK 6,5, für den Materialanteil<lb/>
14 % die Handelskammer 12 %. Die Differenzen betragen noch 2 % und<lb/>
sind daher kaum zu überbrücken. Für den Hochbau sollten 4<lb/>
Kategorien geschaffen werden, Industriekraftwerksbau, Wohnbau<lb/>
sonstiges, für den Tiefbau ebenfalls 4 Kategorien auch darüber<lb/>
herrscht glaube ich noch keine Einigung. Vollkommen offen ist die<lb/>
Frage der Länder und Gemeinde-Tarife. Wien müsste den Strassen<lb break="no"/>bahntarif mit 7,4 % entlasten, damit keine Strassenbahnfahr<lb break="no"/>scheinverteuerung kommt. Die Gemeinde möchte nun zwar bis<lb/>
1.1.1975 den Strassenbahntarif nicht erhöhen, aber sich keines<lb break="no"/>falls durch einen so hohen Entlastungssatz binden. Mit anderen<lb/>
Worten, die Gemeinde möchten den Entlastungssatz nach der<lb/>
tatsächlichen Umsatzsteuervorbelastung nur vornehmen und frei<lb break="no"/>willig dann erklären, dass eine Tariferhöhung derzeit nicht be<lb break="no"/>absichtigt ist. Zu einem späteren Zeitpunkt hätte sie aber<lb/>
dann die Möglichkeit, den Strassenbahntarif eben aus dem Titel<lb/>
der Mehrwertsteuerbelastung nachzuziehen. Die Handelskammer hat<lb/>
mir dann noch erklärt, dass auch das Kohlenhandelsspannen<lb break="no"/>problem offen ist. Bekanntlich gibt es ja in Wien 4 Handels<lb break="no"/>spannen: Importeur, Grosshändler, Rutschenhändler, Kleinhändler.<lb/>
Und hier ergibt sich natürlich eine besondere spezifische<lb/>
Situation. Offen ist auch noch das Problem der Bücher, da<lb/>
hier die Buch-DM mit 7.60 S, da der tatsächliche Verrechnungs<lb break="no"/>kurs bereits unter 7.25 S liegt auch abgesenkt werden müsste.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-10-24_04"><rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> hat mit <rs type="person" ref="#per__113032">Reiger</rs>, seinem Präsidialisten, <rs type="person" ref="#per__126405">Klose</rs> und <rs type="person" ref="#per__137215">Hecke</rs><lb/>
von mir die verbindliche Erklärung haben wollen, dass sie<lb/>
bereits vor dem 15. November die Listen veröffentlichen dürften.<lb/>
Sie haben in ihrem Mitteilungsblatt am 10. November die letzte<lb/>
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ganzen Katalog bereits abdrucken. Ich selbst erklärte, dass<lb/>
unter diesen Umständen ich diesen Katalog dann als die Empfeh<lb break="no"/>lung der Handelskammer bezeichnen würde, die keinesfalls aber<lb/>
vom Handelsministerium bereits akzeptiert ist und mir vorbe<lb break="no"/>halten würde, dann den endgültigen Katalog mit 1–2 Punkten<lb/>
verschärft zu publizieren. Solange nicht nämlich ein voll<lb break="no"/>ständiger Akkord erzielt ist, oder zumindestens ich in der<lb/>
letzten Phase dann einen solchen Versuch noch unternommen habe,<lb/>
kann und darf nichts publiziert werden. <rs type="person" ref="#per__126405">Klose</rs> und <rs type="person" ref="#per__137215">Hecke</rs> wollten<lb/>
dann, nachdem <rs type="person" ref="#per__97769">Mussil</rs> gegangen ist, von mir nur die Zusicherung,<lb/>
dass auch tatsächlich unser Katalog vom Handelsministerium<lb/>
nicht vor dem 15. November veröffentlicht wird. Ihre nächste<lb/>
Ausgabe erscheint am 17. November und darin möchten sie dann<lb/>
wahrscheinlich auch tatsächlich die entsprechenden Sätze ver<lb break="no"/>lautbaren. Ich habe ihnen zugesichert, dass wir unter gar keinen<lb/>
Umständen vor dem 15. November mit einer Verlautbarung beginnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-10-24_05">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97646">KOPPE</rs>: Ich sehe keine Gefahr, dass dies tatsäch<lb break="no"/>lich der Fall ist, doch bitte diesen frühesten Verlautbarungs<lb break="no"/>termin unbedingt einhalten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-10-24_06">Durch Gesetz bedingt ist er allerdings unser letzter Verlaut<lb break="no"/>barungstermin.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-10-24_07">Ich habe <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> offiziell über die beabsichtigte Abberufung<lb/>
<rs type="person" ref="#per__135642">Leitners</rs> und die Entsendung von <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs> nach Brüssel informiert.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> meinte, dass wenn das grosse Kompetenzgesetz kommt,<lb/>
wir dann auch mit den Problemen der anderen in Brüssel beschäf<lb break="no"/>tigten Leute uns mit dem Aussenministerium einigen müssten. Es<lb/>
müsste geklärt werden, ob das Aussenministerium die Leute über<lb break="no"/>nimmt oder ihnen nur zur Verfügung gestellt werden. <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs><lb/>
hatten wir dann eine gemeinsame Aussprache und <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs> hat<lb/>
einige Bedingungen stellen wollen. Er meint, er müsste zuerst<lb/>
vor allem den Botschaftertitel bekommen. Ich weiss, dass genau<lb/>
dies <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> nicht möchte und habe daher überhaupt keine<lb/>
Zusagen gemacht. <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs> wies darauf hin, dass aber auch die<lb/>
anderen Beamten z.B. <rs type="person" ref="#per__126251">Hausberger</rs>, einen entsprechenden diplomati<lb break="no"/>schen Titel besitzen. Als zweites und wichtigste Forderung aber<lb/>
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ihm nach wie vor gewahrt bleiben muss. Hier habe ich er<lb break="no"/>klärt, dass natürlich er bei seiner Rückkunft, wenn tatsäch<lb break="no"/>lich das grosse Kompetenzgesetz kommen sollte und er vor seiner<lb/>
Pensionierung abberufen wird, keinesfalls in ein Besenkammerl<lb/>
mit unbedeutenden Aufgaben, wie er befürchtete und dies auch<lb/>
ausdrückte zu denken oder beabsichtigt sei. Für seine weitere<lb/>
Tätigkeit müsste eine Lösung gefunden werden, die ihn noch<lb/>
besonders auszeichnet. Gegen was ich mich nur wehre, ist, dass<lb/>
wir <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs>, den er übrigens als seinen Nachfolger bezeichnete,<lb/>
und damit als Sektionsleiter vorschlug, nur provisorisch bestellt<lb/>
werden soll. Hier müsste eine für alle Teile befriedigende Lösung<lb/>
gefunden werden. Ich habe Sekt.Chef <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> ersucht, er möge die<lb/>
Verhandlungen mit dem Aussenministerium jetzt aufnehmen, wenn sich<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs> morgen entschieden hat. Solange hat <rs type="person" ref="#per__97915">Schipper</rs> selbst ge<lb break="no"/>meint, sollte man ihm unbedingt die entsprechende Wahlmöglichkeit<lb/>
geben. <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs> bemerkte noch, dass vor 12 Jahren in seiner An<lb break="no"/>wesenheit <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> als Aussenminister zum damaligen Handelsminister<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs> gesagt hätte, den <rs type="person" ref="#per__97867">Reiterer</rs> verlierst, der kommt ins Aussenamt.<lb/>
Diese Bemerkung anknüpfend, ich weiss nicht, ob sie tatsächlich<lb/>
so gefallen, ist, erklärte ich, dass es sich jetzt doch eigentlich<lb/>
nur um eine verspätete Wiedergutmachung handelt.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-10-24_08">Bei der Besprechung mit der Papierindustrie über die regionalen<lb/>
und sozialpolitischen Massnahmen hat <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs> klar und deutlich er<lb break="no"/>klärt, dass auch nach dem neuen Arbeitsmarktförderungsgesetz<lb/>
eine Direktzuwendung an die freigesetzten Arbeitskräfte in Form<lb/>
einer zusätzliche Abfertigung nur mit einem Sondergesetz möglich ist.<lb/>
ZS <rs type="person" ref="#per__98010">Teschl</rs> von der Gewerkschaft möchte auch eine solche sondergesetz<lb break="no"/>liche Regelung unter allen Umständen erreichen. Das derzeitige<lb/>
Arbeitsmarktförderungsgesetz aber auch die Novelle geben dem SM<lb/>
keine Möglichkeit, ganze Branchen gleich als gefährdet zu be<lb break="no"/>zeichnen und mit Unterstützungen zu helfen. Es kann sich in diesem<lb/>
Fall immer nur um einzelne Betriebe in gewissen Gegenden handeln.<lb/>
Für die jetzt beabsichtigte Stillegung von Weissenbach und<lb/>
Schlöglmühl, Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__110994">Stepski</rs> erwähne auch noch Obermühl und Rech<lb break="no"/>berg, könnten natürlich solche AFM-Mittel freigemacht werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-10-24_09">Nach der Sitzung habe ich Gen.Direktor <rs type="person" ref="#per__116023">Poppovic</rs> und Gen.Dir. <rs type="person" ref="#per__110994">Stepski</rs><lb/>
mit <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> und <rs type="person" ref="#per__111754">Steurer</rs> gemeinsam vereinbart, dass Dr. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> jetzt<lb/>
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Schlussfolgerung nicht gezogen, nämlich welche Betriebe letzten Endes<lb/>
nicht nur gefährdet sondern sicherlich auch in der nächsten Zeit ge<lb break="no"/>schlossen werden. <rs type="person" ref="#per__116023">Poppovic</rs> versicherte mir nachher unter vier Augen,<lb/>
dass er sehr glücklich, wenn wir den umfangreichen Bericht der<lb/>
Vereinigung durch ein solches Elaborat ergänzen. <rs type="person" ref="#per__110994">Stepski</rs> meinte, dass<lb/>
selbstverständlich eine entsprechende Unterstützung seinerseits<lb/>
zu erwarten ist. <rs type="person" ref="#per__108746">Haffner</rs> hat wirklich hier eine grosse Chance.<lb/>
Ein von ihm auszuarbeitendes Elaborat muss allerdings, bevor wir<lb/>
es veröffentlichen, d.h. auch nur einem grösseren Kreis zugänglich ma<lb break="no"/>chen, mit den Industriellen aber vor allem auch mit der Gewerkschaft<lb/>
abgestimmt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-10-24_10">Die Aussprache mit dem Personalvertreter Ing. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> ergab nicht<lb/>
die erwartete Lösung des Falles <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs>. <rs type="person" ref="#per__97543">Heindl</rs> hat gehofft, dass wenn<lb/>
wir ihm zusichern, dass wir selbstverständlich auch bereit sind,<lb/>
Ungerechtigkeiten anderer Angestellter dann zu behandeln, er auf alle<lb/>
Fälle jetzt dem Antrag, <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> mit 7/II einzustufen, zustimmen wird.<lb/>
In Wirklichkeit wollte <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> von mir die Zusage haben, dass<lb/>
bevor wir dies beantragen der Fall <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> und <rs type="person" ref="#per__98109">Zembsch</rs> ebenfalls beim<lb/>
Bundeskanzleramt beantragt werden und solange zuwarten, bis auch<lb/>
diese positiv erledigt werden. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> meinte zwar dann, wenn das<lb/>
Bundeskanzleramt dann ablehnt, sei das dann nicht mehr meine Schuld,<lb/>
aber ich bin mir vollkommen klar, dass er dann natürlich dem Antrag<lb/>
<rs type="person" ref="#per__98053">Wankes</rs> garantiert nicht zustimmen würde. Ich setzte zwar <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs><lb/>
auseinander, dass ich sowohl für <rs type="person" ref="#per__98109">Zembsch</rs> als auch für <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs><lb/>
eintreten werde, da ich sie ja letzten Endes in diese bedeutende<lb/>
Funktion gebracht habe, obwohl ich damit einige hierarchische Schwie<lb break="no"/>rigkeiten im Ministerium zu lösen hatte. Bei <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs> wies ich noch<lb/>
ganz besonders darauf hin, dass ich hier keine politischen Gesichts<lb break="no"/>punkte gelten liesse, denn sonst hätte ich niemals den Kollegen<lb/>
<rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs>, den ich als äusserst tüchtig und loyalen Beamten schätze,<lb/>
in diese bedeutende Funktion gebracht. Wenn man jetzt aber neuerdings<lb/>
mich wegen des Falles <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> unter Druck setzten möchte, dann betrachte<lb/>
ich das als Kriegsgrund. Die Personalvertretung möchte mich hier<lb/>
scheinbar in meinen Bemühungen, eine Lösung zu finden, immer wieder<lb/>
sabotieren und ich werde mir überlegen, welche Konsequenzen ich<lb/>
daraus ziehe. Ich kann für die schlechte Einstufung der Kollegen <rs type="person" ref="#per__112956">Schwarz</rs><lb/>
und <rs type="person" ref="#per__98109">Zembsch</rs> nichts dafür, früher hat sich auch die Personalvertretung<lb/>
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kann und werde, soweit es in meiner Macht steht, eine weitere<lb/>
Sabotage von <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> nicht mehr zulassen. Mein Hinweis, dass ich erleben<lb/>
hätte wollen, wie z.B. meine Amtsvorgänger <rs type="person" ref="#per__97749">Mitterer</rs> aber ganz besonders<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97358">Bock</rs> auf ein solches Verhalten reagiert hätten, hat <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> nur er<lb break="no"/>widert, dass eben damals das Personalvertretungsgesetz noch nicht exi<lb break="no"/>stierte. Ich wies <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs> dann auch noch darauf hin, dass das Fern<lb break="no"/>sehen und andere Massenmedien sich jetzt mit den Problemen der Beamten<lb/>
im Ministerium sehr eingehend beschäftigen. Die Informationen seien<lb/>
doch zweifelsohne von ihm gekommen, was er bestritt und nur erklärte,<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97646">Koppe</rs> hätte vorher<add>Dr Leopoldseder (ORF) berichtete bei seiner ersten Vorsprache bei mir von [?] einer Aussprache mit Engelmayer, lediglich die Aufzeichnung des Interviews mit ihm erfolgte später [unbek. Paraphe, evtl. Koppe]</add> mit den Fernsehleuten gesprochen, bevor sie ihn<lb/>
interviewten und mit ihm die Verhandlungen führten. <rs type="person" ref="#per__112947">Engelmayer</rs><lb/>
redet sich darauf aus, dass er ausserstande ist, seinen Personal<lb break="no"/>ausschuss für eine Zustimmung zu bekommen, wenn nicht auch ihre Fälle<lb/>
jetzt bereits positiv erledigt werden. Ich habe diese Erklärung<lb/>
insoferne zur Kenntnis genommen, als ich ja eigentlich dagegen nichts<lb/>
machen kann. Ich erklärte nur, dass das auf unsere Zusammenarbeit<lb/>
einen wesentlichen Einfluss nehmen wird, was ihn wieder veranlasste,<lb/>
zu erklären, dass er noch einmal mit seinen Leuten sprechen wird.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band13_1972-10-24_11">ANMERKUNG FÜR <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs> UND <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs>: Ich bin überzeugt, das weitere Ver<lb break="no"/>handlungen nicht sehr sinnvoll sind und möchte deshalb den Fall <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs><lb/>
jetzt wirklich endgültig durchziehen. Wenn das BKA und das FM bereits<lb/>
zugestimmt haben, sehe ich keinen Grund mehr, mit der Personalvertre<lb break="no"/>tung länger zu verhandeln.<lb/>
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            <head>hs. Notizen (Tagesprogramm Rückseite)</head>
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            <head>Typoskript betr. Preisbestimmungsgesetz, 24.10.1972</head>
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            <head>Information Marsch für Koppe betr. EWG-Entlastungssätze, 23.10.1972</head>
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                  1971 als Referent und Verantwortlicher f. Statistik und Wirtsch.pol. nach Klose
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               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
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               <persName><surname>Hausberger</surname><forename>Simon</forename></persName>
               <occupation>Gesandter d. österr. Mission bei d. EWG in Brüssel</occupation>
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</TEI>