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            <title type="main">Mittwoch, der 20. September 1972</title>
            <title type="sub">Tagebuch Josef Staribacher: Digitale Edition</title>
            <author>Josef Staribacher</author>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band12_1972-09-20_01">Mittwoch, 20. September 1972<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band12_1972-09-20_02">Im Bundesrat informierte ich <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs>, daß <rs type="person" ref="#per__137933">Marquet</rs> nicht<lb/>
bereit ist, den Kommentar zu unseren Brüsseler Verhandlungen zu<lb/>
machen. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> meinte, daß er dafür Verständnis hat. Er<lb/>
selbst hat seinerzeit sich auch bereit erklärt, ein Kommentar<lb/>
zu den Staatsvertragsverhandlungen, an denen er maßgeblich be<lb break="no"/>teiligt war, mitzuverfassen. Nach 3 Wochen ist er draufgekommen,<lb/>
daß er unmöglich die Zeit aufbringen kann, um Quellenstudien,<lb/>
um historische Betrachtungen, um wirklich detaillierte Untersuchun<lb break="no"/>gen anstellen zu können, hat er doch nicht genügend Zeit. Heute<lb/>
sagt er, daß er außerdem froh ist, dieses Kommentar nicht gemacht<lb/>
zu haben, denn wenn er seine damaligen Auffassungen schriftlich fest<lb/>
gelegt hätte, hätte er jetzt als Außenminister die größten Schwie<lb break="no"/>tigkeiten im Lichte der Entwicklung noch seine damaligen Auffassungen<lb/>
einigermaßen zu vertreten. <rs type="person" ref="#per__97632">Kirchschläger</rs> vergißt nur dabei, wie<lb/>
ich ihm ausführte, daß er immerhin jetzt Außenminister ist, was<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__137933">Marquet</rs> kaum anzunehmen ist, daß er jemals in eine so verant<lb break="no"/>wortliche Position kommt, wo ihm Kommentarstellungnahmen unangenehm<lb/>
sein könnten. Ich muß aber zugeben, daß <rs type="person" ref="#per__137933">Marquet</rs> als viel zu ge<lb break="no"/>wissenhafter Beamter wahrscheinlich wirklich eine solche Funktion<lb/>
nur dann nach seinen Bedürfnissen erfüllen könnte, wenn er in Pen<lb break="no"/>sion wäre, wo er kaum noch andere Arbeiten nebenbei zu verrichten<lb/>
hätte. Unter diesen Umständen bleibt uns gar nichts anderes übrig,<lb/>
als eine Arbeitsgruppe von jungen Leuten gegebenenfalls mit dieser<lb/>
Arbeit zu betrauen. Niemand kann sich eigentlich darüber auffegen,<lb/>
weil wir alle in Betracht kommenden Hauptverantwortlichen für die<lb/>
Vertragsunterzeichnung in der Beamtenschaft diese Arbeit, die<lb/>
eigentlich sehr ehrend ist, angeboten haben. <rs type="person" ref="#per__98053">Wanke</rs> und ich denken<lb/>
daran <rs type="person" ref="#per__114800">Michitsch</rs> und <rs type="person" ref="#per__140143">Segalla</rs>, der jetzt bereits den Integrations<lb break="no"/>bericht verfassen soll, und von Brüssel <rs type="person" ref="#per__126251">Hausberger</rs> für diese Arbeit<lb/>
zu gewinnen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band12_1972-09-20_03">MR. <rs type="person" ref="#per__97715">Manhart</rs> vom Finanzministerium und Dr. <rs type="person" ref="#per__139676">Kretschmer</rs> erzählten mir,<lb/>
daß die anderen EWG-Staaten nicht die Vorbereitungen so weit ge<lb break="no"/>troffen haben, daß die Gewähr gegeben ist, mit 1. Oktober das<lb/>
Interimsabkommen tatsächlich in Kraft setzen zu können. Selbst<lb/>
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diesem Zeitpunkt die Ursprungszeugnisse, d.h. die Warenbe<lb break="no"/>gleitpapiere fertig ausgedruckt zu haben. Ebenso liegen bis<lb/>
jetzt noch immer keine Dienstanweisungen für die Zöllner vor.<lb/>
Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß daher in den ersten Tagen<lb/>
und Wochen zu chaotischen Zuständen, die allerdings nicht von<lb/>
Österreich verschuldet sind, kommen wird. Österreichischerseits<lb/>
wurde von den Beamten im Finanzministerium nicht nur alle Vor<lb break="no"/>kehrungen durch Erlässe bereits betroffen, sondern es wurde<lb/>
auch im Grenz-Verlag eine umfassende Darstellung der ab 1.1.<lb/>
anzuwendenden Zölle und Zollverfahren durch eine eigene Broschüre<lb/>
festgelegt. Ausgedruckt und bereits an alle interessierten ver<lb break="no"/>teilt. <rs type="person" ref="#per__97311">Androsch</rs> hat veranlaßt, daß diese Unterlagen allen Mit<lb break="no"/>gliedern des Bundesrates und des Finanz- und Zollausschusses so<lb break="no"/>wie des Integrationsausschusses zugesendet wurden. Damit hat<lb/>
er nicht nur die Beamten ausgezeichnet, sondern auch den Mit<lb break="no"/>gliedern des hohen Hauses bewiesen, wie tüchtig seine Bürokratie<lb/>
ist. Ich muß sagen, daß dies nicht nur eine schöne Geste, sondern<lb/>
zweifelsohne auch ein sehr praktisches und optisch gute Maßnahme<lb/>
gewesen ist.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band12_1972-09-20_04">Mit den Handelsdelegierten aus den EWG-Staaten und den jetzt EWG-<lb/>
beitretenden Staaten, die sich in Österreich derzeit aufhalten,<lb/>
hatte ich eine Aussprache und die Berichtsidee, die MR. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs><lb/>
vorgeschlagen hatte, zu besprechen. <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> hatte den blendenden<lb/>
Einfall man sollte die Anwesenheit der Handelsdelegierten benützen,<lb/>
die jetzt Besprechungen mit den einzelnen Unternehmungen führen,<lb/>
daß sie am Ende einen schriftlichen kurzen Bericht über ihre Ein<lb break="no"/>drücke dem Handelsministerium zur Verfügung stellen. Um eine<lb/>
einigermaßen einheitliche Berichterstattung zu erreichen, wurde<lb/>
vereinbart, daß Dr. <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs> und <rs type="person" ref="#per__108322">Meisl</rs> eine Frageschema ausar<lb break="no"/>beiten. Auf Grund dieser Mitteilungen können wir dann entsprechende<lb/>
Veranlassungen treffen, um den Wünschen der Wirtschaft entgegen<lb break="no"/>zukommen. Bei dieser Aussprache wollten einige Handelsdelegierte<lb/>
durch Mitteilung wie bedeutend ihre Besprechungen derzeit mit<lb/>
den Unternehmungen sind, die Notwendigkeit von Handelsdelegierten<lb/>
mir gegenüber begründen. Ich erwiderte, ohne daß ich natürlich die<lb/>
Einzelheiten verriet, daß sie mich über die Notwendigkeit der<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band12_1972-09-20_05">Bei einem anschließenden Gespräch mit <rs type="person" ref="#per__116699">Walkolbinger</rs>, <rs type="person" ref="#per__97474">Gleissner</rs><lb/>
und Dr. <rs type="person" ref="#per__127889">Koch</rs> wies ich darauf hin, daß von Seiten der Beamten<lb break="no"/>schaft vereinzelt Überlegungen angestellt werden, doch Handels<lb break="no"/>attachés zu errichten. Ich stellte ausdrücklich fest, daß ich<lb/>
diese Meinung nicht für gut halte. Bei dieser von Gen.Sekr.-Stv.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__116699">Walkolbinger</rs> gewünschten Aussprache ging es darum, die beab<lb break="no"/>sichtigte Attacke von Dr. <rs type="person" ref="#per__140144">Haselbach</rs>, Institut für Entwicklungs<lb break="no"/>forschung, abzuwehren. Haselbach hat bei einer Enquete, die<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs> mit den Jugendorganisationen abhält vorgeschlagen, man<lb/>
sollte wesentlich mehr für die Entwicklungshilfe dadurch leisten,<lb/>
daß man AHF-Beiträge heranzieht. Derzeit sind die Außenhandels<lb break="no"/>förderungsbeiträge 3 Promille und ihm schwebt vor, man könnte<lb/>
diese ohne weiteres erhöhen und der Entwicklungshilfe, d.h.<lb/>
der Caritas und sonstigen Organisationen zur Verfügung zu stellen.<lb/>
Die Bundeskammerdelegation erklärte mir nun, was ich allerdings<lb/>
sowieso schon wußte, daß solch ein Vorgehen gegen das Gesetz<lb/>
verstoßen würde. Stimmte in diesem Punkt der Delegation zu,<lb/>
verwies aber darauf, daß wir doch für eine stärkere Entwicklungs<lb break="no"/>hilfe auch AHF-Beiträge heranziehen sollten. Die Vertreter der<lb/>
Handelskammer haben dann unter dem Druck der Ereignisse und vor<lb/>
allem der Gefahr die sie heraufkommen sehen, zugestimmt, daß<lb/>
ich sehr wohl bei einer Diskussion über die Entwicklungshilfe<lb/>
in der Regierungsklausur erklären könnte, daß die Handelskammer<lb/>
bereit ist, weitere Mitteln für Projekte im Entwicklungsländern<lb/>
zur Verfügung zu stellen. Der Handelskammer schwebt vor, daß<lb/>
sie so wie bis jetzt vereinzelt in stärkerem Ausmaß konkrete Pro<lb break="no"/>jekte, die noch einigermaßen als Exportförderung dargestellt<lb/>
werden können, finanzieren wird. Zu diesem Zweck hat das Präsidium<lb/>
vor längerer Zeit bereits einen Fonds in der Handelskammer ge<lb break="no"/>gründet, der ca. 10 Mio. S umfassen soll, wo nach Genehmigung durch<lb/>
das Präsidium solche Einzelprojekte ausgeführt werden können.<lb/>
Ich ließ der Delegation keinen Zweifel, daß mir das bisherige<lb/>
Vorgehen als unzulänglich erscheint. Gen.Sekr. <rs type="person" ref="#per__116699">Walkolbinger</rs> be<lb break="no"/>fürchtet, daß das Finanzministerium den derzeitigen Aufteilungs<lb break="no"/>schlüssel der AHF-Beiträge ändern will. Diesbezügliche Berechnungen<lb/>
und Überlegen sollen in der Himmelpfortgasse angestellt werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band12_1972-09-20_06">Ich erklärte, daß ich detailliert nicht informiert bin, wohl<lb/>
aber volles Verständnis dafür habe, wenn es von Seiten des<lb/>
Finanzministeriums zu einer Änderung des Aufteilungsschlüssels<lb/>
kommt. Derzeit bekommt der Staat außer die 4 %igen Erhebungs<lb break="no"/>kostenanteil noch 11,5 % im Gesetz könnte aber bis zu 25 % der<lb/>
AHF-Beiträge vom Staate eingezogen werden.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band12_1972-09-20_07">Dr. <rs type="person" ref="#per__117100">Habig</rs>, der Präsident der Zuckerindustrie, hatte in Erfahrung<lb/>
gebracht, daß das Wirtschaftsforschungsinstitut aufgrund der<lb/>
Input-Output-Rechnung eine 4,33 %ige Entlastung vorsieht. Er<lb/>
selbst meint nun, daß maximal 3,5 berechtigt wären. Diese 3,5<lb/>
würden sich aus 1,7 % derzeitige Umsatzsteuer und 1,8 % Vorrats<lb break="no"/>entlastung zusammensetzen. Die Vorratsentlastung errechnet<lb/>
er so, daß er die in Mehrwertsteuergesetz vorgesehenen 2 % auf<lb/>
80 % seiner Vorräte wirken läßt. Seiner Aussage nach kann er näm<lb break="no"/>lich in der Bilanz nicht die 100 %igen Ansatz durchführen, da von<lb/>
dem preisgenehmigten Zuckerpreis ca. 20 % zur Bilanzerstellung<lb/>
vom Finanzministerium, d.h. dem Finanzamt, nicht anerkannt werden.<lb/>
Da er in der Steuerbilanz den Gewinn und andere Posten nicht be<lb break="no"/>rücksichtigen darf, sagt er, muß er dies auch bei den Vorrats<lb break="no"/>entlastungssätzen absetzen dürfen. Da er den Zucker, der im Jahre<lb/>
1973 bis zur nächsten Kampagne und darüber hinaus bereits erzeugt<lb/>
hat, sieht er nicht ein, daß er eine höhere Entlastung als 3,5 %<lb/>
absetzen müßte. Ein Hinweis, daß in diesem Fall andere Umsatz<lb break="no"/>steueranteile in Rohmaterialen außer Zucker im Hilfsstoffen und<lb/>
ganz besonders in Investitionen stecken, die doch auch zu be<lb break="no"/>rücksichtigen sind, wie dies auch für andere Industrieunterneh<lb break="no"/>mungen gilt, hat er nicht akzeptiert. Er meint, daß die Zucker<lb break="no"/>industrie, die nur 1x im Jahr produziert und dann das ganze Jahr<lb/>
den Zucker verkauft, eine Ausnahmeregelung auf alle Fälle gerecht.<lb/>
fertigt erscheinen läßt. Hier wird es im Rahmen der Preisfest<lb break="no"/>setzung noch schwere Auseinandersetzungen geben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band12_1972-09-20_08">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__98053">WANKE</rs><lb/>
Bitte <rs type="person" ref="#per__111737">Marsch</rs> von der Vorsprache verständigen.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band12_1972-09-20_09">Dr. <rs type="person" ref="#per__140145">Bachmann</rs> von der Tiroler Gasgesellschaft wollte von mir<lb/>
die Zustimmung, daß ich ihm gegenüber der ÖMV stärker vertrete<lb/>
als ich dies bis jetzt gemacht habe. Er hat zugegeben, daß<lb/>
durch meine Intervention die ÖMV überhaupt erst jetzt bereit<lb/>
ist, mit der Tiroler Gasgesellschaft zu verhandeln. Gen.Dir.<lb/>
<rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> hat in der letzten Zeit gegenüber Tirol einigemale sich<lb/>
geäußert, daß sehr wohl eine Gasversorgung in weiterer Zukunft<lb/>
möglich sein wird. <rs type="person" ref="#per__97337">Bauer</rs> erklärte, daß wenn die UdSSR entsprechend<lb/>
Gasmengen nach dem Osten liefern, daß dann, ohne daß eine dies<lb break="no"/>bezügliche Verbindung mit Tirol bereits existiert, über einen<lb/>
Austausch mit bayrischen Gas sehr wohl eine Versorgung der Tiroler<lb/>
Hauptstadt und Industriegebiete vorgenommen werden könnten. In<lb/>
diesem Falle möchte Dr. <rs type="person" ref="#per__140145">Bachmann</rs> bereits jetzt eine fixe Verein<lb break="no"/>barung, damit er ein diesbezügliches Gasnetz von Kufstein beginnend<lb/>
aufbauen kann. Da wir derzeit nicht wissen, welche Gasmengen die<lb/>
UdSSR bereit ist, vertraglich zusätzlich zu liefern, kann man<lb/>
konkrete Zusagen natürlich überhaupt nicht machen. Genauso wenig<lb/>
habe ich Dr. <rs type="person" ref="#per__140145">Bachmann</rs> zugesichert, daß ich von vornherein seine<lb/>
Stellungnahme unterstützen werde. Ich erklärte, daß ich als unab<lb break="no"/>hängiger Schiedsrichter zwischen der ÖMV und der Austria-Ferngas<lb/>
und den Landesgesellschaften fungieren müßte und deshalb von vorn<lb break="no"/>herein keine Absichtserklärung abgeben könnte. Insbesondere habe<lb/>
ich abgelehnt, entsprechende preispolitische Unterstützung zu<lb/>
gewähren. Ich erklärte Dr. <rs type="person" ref="#per__140145">Bachmann</rs>, daß die Auseinandersetzungen<lb/>
zwischen den Landesgesellschaften, der Austria-Ferngas und dem<lb/>
ÖMV-Vorstand ausschließlich auf kommerzieller Basis geführt<lb/>
werden müssen. Wenn es zu keiner Einigung kommt, dann bin ich<lb/>
sowieso verpflichtet, als Schiedsrichter zu fungieren. In diesem<lb/>
Falle bin ich daher nicht bereit, im vornhinein eine Stellungnahme<lb/>
für eine gewisse Gesellschaft oder Gruppe abzugeben.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band12_1972-09-20_10">Da ich Vizekanzler <rs type="person" ref="#per__97525">Häuser</rs>, auf ausdrücklichen Wunsch der Ärzte<lb/>
von <rs type="person" ref="#per__97668">Kreisky</rs>, der ihn besuchte, übermittelt, nicht besuchen soll,<lb/>
hatte ich längere Zeit im AEZ eine Passagendiskussion, die für<lb/>
1 1/2 Stunden vorgesehen war, wesentlich zu überschreiten. Die<lb/>
Diskussion, die um 16.00 beginnen sollte, ist zuerst nur sehr<lb/>
karg angelaufen. Es sind zwar große Menschenmengen<lb/>
sofort stehen geblieben, aber es haben sich sehr wenige Diskutanten<lb/>
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sehr lebhafte Diskussion. Natürlich war die Preisfrage die<lb/>
Schulbuchaktion, Steuersenkung, die Politikerbesteuerung<lb/>
Diskussionsgebiet. Die skeptischen Zuhörer haben mir durch<lb/>
Zwischenrufe eine große Freude bereitet als sie erklärten,<lb/>
an guaden Schmäh hat er. Angefragt wurde natürlich, ob auch<lb/>
andere Minister solche Passagendiskussion jetzt oder nur vor<lb/>
den Wahlen durchführen. Ich konnte darauf verweisen, daß ich<lb/>
als Abgeordneter des 3. Bezirkses selbstverständlich eben im<lb/>
3. Bezirk diese Diskussionen durchführe und die anderen Abge<lb break="no"/>ordneten sicherlich in ihren Wahlkreisen dieselbe Arbeit leisten.<lb/>
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            <p xml:space="preserve" xml:id="Band12_1972-09-20_11">Anmerkung für <rs type="person" ref="#per__97543">HEINDL</rs><lb/>
Ich habe seinerzeit Bezirksvorsteher <rs type="person" ref="#per__97939">Seitler</rs> ersucht, er möge<lb/>
eine Diskussion im Magistratischen Bezirksamt mit der Abg. der<lb/>
ÖVP, d.h. der Oppositionspartei, anregen. Als wir in der Oppo<lb break="no"/>sition waren, habe ich ebenfalls versucht, die ÖVP zu einer<lb/>
solchen Diskussion zu bringen. Dies ist damals mißglückt. Auch<lb/>
bis jetzt haben solche Versuche zu keinem positiven Ergebnis ge<lb break="no"/>führt. Trotzdem wäre es zielführend, wenn Bezirksvorsteher <rs type="person" ref="#per__97939">Seitler</rs><lb/>
nochmals bei der ÖVP ganz offiziell anfragen würde. Wir werden<lb/>
dies als Alibi für den Wahlkampf dringend benötigen.<lb/>
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               <persName type="label">Habig, Fritz</persName>
               <persName><surname>Habig</surname><forename>Fritz</forename></persName>
               <occupation>Präs. Verb. d. öst. Zuckerindustrie</occupation>
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               <persName type="label">Seitler, Franz</persName>
               <persName><surname>Seitler</surname><forename>Franz</forename></persName>
               <occupation>BV Landstraße bis 1973</occupation>
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               <persName type="label">Koch, Fridolin</persName>
               <persName><surname>Koch</surname><forename>Fridolin</forename></persName>
               <occupation>öst. Handelsdelegierter Schweiz</occupation>
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               <persName type="label">Gleißner, Friedrich</persName>
               <persName><surname>Gleißner</surname><forename>Friedrich</forename></persName>
               <occupation>Leiter Abt. Handelspol./Außenhandel BWK</occupation>
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               <persName type="label">Kretschmer, Walter</persName>
               <persName><surname>Kretschmer</surname><forename>Walter</forename></persName>
               <occupation>MR FM</occupation>
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               <persName type="label">Marsch, Gerhard</persName>
               <persName><surname>Marsch</surname><forename>Gerhard</forename></persName>
               <occupation>Beamter HM</occupation>
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               <persName type="label">Meisl, Josef</persName>
               <persName><surname>Meisl</surname><forename>Josef</forename></persName>
               <occupation>Ministerialrat, Leiter Grundsatzabteilung</occupation>
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               <persName type="label">Marquet, Alois</persName>
               <persName><surname>Marquet</surname><forename>Alois</forename></persName>
               <occupation>Botschafter, Onkel v. Louis Marquet; evtl.
                  Falschidentifikation</occupation>
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               <persName type="label">Heindl, Kurt</persName>
               <persName><surname>Heindl</surname><forename>Kurt</forename></persName>
               <occupation>1970-1973 Büro Staribacher, SPÖ-NR-Abg., stv. Vors.
                  SPÖ-Landstraße</occupation>
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               <persName type="label">Kreisky, Bruno</persName>
               <persName><surname>Kreisky</surname><forename>Bruno</forename></persName>
               <occupation>Bundeskanzler</occupation>
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               <persName type="label">Hausberger, Simon</persName>
               <persName><surname>Hausberger</surname><forename>Simon</forename></persName>
               <occupation>Gesandter d. österr. Mission bei d. EWG in Brüssel</occupation>
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